Sonderausstellung über Gebetbuchverlag Steinbrener in Wien

Von Susanne Habel

In Wien wird die Sonderausstellung „160 Jahre Steinbrener“ gezeigt. Zum Firmenjubiläum im Jahr 2015 stellt das Böhmerwaldmuseum den einst weltweit größten katholischen Kalender- und Gebetbuchverlag Johann Steinbrener aus Winterberg im Böhmerwald vor.  20-09-Steinbrener-Ausstellungsplakat

Die Ausstellung zeigt Gebetbücher, Kalender und Meßbücher der Verlagsanstalt und Bilder zur Familien- und Firmengeschichte.

1855 gründete der 20jährige Buchbinder Johann Steinbrener in Winterberg bei Prachatitz im Böhmerwald einen Buchdruckerbetrieb. 1872 richtete er  eine eigene Druckerei für Gebetbücher ein, begann mit dem Druck von Kalenderausgaben und erreichte 1873 eine Preisverleihung bei der Weltausstellung in Wien.

Die Mitarbeiteranzahl erhöhte sich  von etwa 40 bis auf 1000 im Jahr 1910. Dies wurde durch den hohen Bedarf an Gebetbüchern und anderen katholischen Druckwerken weltweit bedingt: Man druckte Ausgaben in 29 verschiedene Sprachen.

Ab 1930 waren 400 Maschinen im Einsatz, darunter 20 Buchdruck-Schnellpressen, Zweifarben-Rotationsmaschinen, Dampfmaschinen, ein eigenes Elektrizitätswerk und zehn Dampf- und Wasserkraftanlagen.

Der Firmengründer Johann Steinbrener errichtete ein Firmenreich mit Niederlassungen in Wien, Budapest, Prag, Straßburg, Mailand, Neisse in Schlesien,  Irland und in den Vereinigten Staaten. Die Verlagsanstalt wurde von den Söhnen Johannes und Rupert, danach von Hans Thomas und Rupert Steinbrener junior fortgeführt,die sich alle auch christlich, karitativ und sozial für ihre Mitarbeiter und Heimatstadt engagierten.

Bis 1930 wurden 34,5 Millionen Buchkalender, über 100 Millionen Gebetbücher und 1060 Verlagswerke gedruckt. 1937 wurden fünf Millionen Gebet- und Meßbücher pro Jahr produziert, wobei der Exportanteil 91 Prozent betrug.

Während der NS-Zeit kam es zu einschneidenden Maßnahmen gegen das Unternehmen wie Einschränkung des Papiermaterials, Enteignung von nahezu 90 Prozent des Letternmaterials und der karitativen Einrichtungen.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Familie enteignet und aus Böhmen vertrieben. Da die Familie jedoch schon 1931 Schloß Katzenberg in Kirchdorf am Inn in Oberösterreich als Familiensitz erworben worden war, begann man ab 1946 in Schärding am Inn wieder einen kleinen Betrieb aufzubauen.

Inzwischen spezialisiert man sich auf wertvolle Gebetbuchgestaltungen, Faksimile-Bucheinbände, Mappen und Gästebücher. Der Verlag in Schärding wird heute als Kleinbetrieb in der fünften Generation von Johannes Jörg Steinbrener geführt.

Bis Sonntag, 19. April 2015: „Verlag und Buchdruckerei Johann Steinbrener“ im Böhmerwaldmuseum, ­Wien III., Ungargasse 3
Internet www.­boehmerwaldmuseum.at.
 
Sonntags 9 bis 12 Uhr. Sonderführungen nach Anmeldung
Mail: boehmerwaldmuseum@aon.at.

München: Ausstellungseröffnung über „Sudeten-Innenansichten“ am 30.8.2013

Am Freitag,  den 30. August 2013, wird im Sudetendeutschen Haus (81669 München, Hochstr. 8) um 19 Uhr die Ausstellung „Sudeten-Innenansichten“ eröffnet.

Junge Fotografen eines Fotoklubs in Landskron/Lanskroun haben es sich zur Aufgabe gemacht, die deutsche Vergangenheit der Landschaft, in der sie heute leben, in die tschechische Gegenwart zu integrieren.

Ausstellungsdauer: Vom 2. bis 30. September 2013

Geöffnet von Montag bis Freitag ab 9 Uhr bis 19 Uhr

Veranstalter: Sudetendeutsche Heimatpflege

WEITERER TERMIN vom 11. bis 13. Oktober 2013:

Brauchtumsseminar „Volkstraditionen im Herbst“ in Oberplan/Horni Plana im Böhmerwald.

Veranstalter: Sudetendeutsche Landsmannschaft und Adalbert-Stifter-Zentrum / Centrum Adalberta Stiftera 

Das Seminar-Programm finden Sie hier: http://www.sudetendeutsche-heimatpflege.de/?download=Programm_Oberplan_Herbst_2013.pdf

Seminar-Anmeldung hier:  http://www.sudetendeutsche-heimatpflege.de/?download=Anmeldeformular.pdf