Bolivien: Katholische Bischöfe verlangen stärkeren Kampf gegen Drogenhandel

Während der Vollversammlung der Bolivianischen Bischofskonferenz beklagten die Oberhirten das Ausmaß der Drogengeschäfte, die “das friedliche und demokratische Zusammenleben des Landes bedrohen”. bildma1

In ihrer Schlußbotschaft hatten die Bischöfe kürzlich davor gewarnt, dass Drogengeschäfte heutzutage auch staatliche Strukturen beeinträchtigen, was zu Protesten von Staatspräsident Evo Morales führte.

In ihrer gestrigen Stellungnahme würdigen die Bischöfe die Bemühungen der Regierung bei der Drogenbekämpfung, fordern jedoch auch “entschlossene Schritte von allen Seiten”. Man rufe zu einem aufrichtigen Dialog in der Gesellschaft auf, damit „das Ausmaß des Problems verstanden wird“.

„Der Drogenhandel bringt nicht nur Drogenabhängigkeit mit sich, sondern auch Gewalt, Korruption, Lügen, Ungerechtigkeit und Tod”, heißt es in der Verlautbarung der Bischöfe weiter. Man dürfe sich jedoch vor dieser “traurigen Realität” nicht fürchten oder “passiv und ressigniert” sein, so die Bischöfe abschließend.

Quelle: Fidesdienst


STERNSINGEN gehört jetzt zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO

Zum 58. Mal werden rund um den 6. Januar 2015 in ganz Deutschland die Sternsinger unterwegs sein  – diesmal mit dem Leitwort „Segen bringen, Segen sein. Respekt für dich, für mich, für andere – in Bolivien und weltweit“.  Rudolf Voderholzer Sternsinger 1

„Bolivien ist eines der der ärmsten Länder Lateinamerikas. Die Mehrheit der Bevölkerung ist indigen geprägt ist, wird aber trotzdem diskriminiert…Kinder sollen lernen, andere zu respektieren und wertschätzend und fair miteinander umzugehen“, erläutert Prälat Krämer, der Präsident des Kindermissionswerks, das diesjährige Motto und das Beispielland.

BILD: Bischof Rudolf Voderholzer sendet Sternsinger aus (Foto: Bistum Regensburg)

Festlich gekleidet und mit einem Stern vorneweg sind jedes Jahr rund um den 6. Januar bundesweit 500.000 Sternsinger unterwegs. In rund 12.500 katholischen Pfarrgemeinden bringen sie als Heilige Drei Könige mit dem Kreidezeichen „C+B+M“ den Segen „Christus mansionem benedictat – Christus segne dieses Haus“ zu den Menschen und sammeln für Not leidende Gleichaltrige in aller Welt.

Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion Dreikönigssingen zur weltweit größten Solidaritäts-Aktion entwickelt, bei der sich Kinder für Kinder in Not engagieren.

Am 4. Dezember 2015 wurde das „Sternsingen“ in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Quelle: Fidesdienst


Erzbischof in Bolivien kritisiert Umweltzerstörung und Koka-Anbau

Bischofskonferenz kämpft gegen zunehmenden Anbau von Kokapflanzen

Erzbischof Sergio Alfredo Gualberti, Koadjutor der Erzdiözese Santa Cruz in Bolivien, hat im Gespräch mit dem kath. Hilfswerk KIRCHE IN NOT den breitflächigen Coca-Anbau sowie die Vernichtung des Regenwalds in Bolivien angeprangert.

(Zur Erklärung: die Blätter der Coca- bzw. Koka-Pflanze bilden den Grundstoff für das Rauschmittel Kokain.)

In dem südamerikanischen Land sollen auf Wunsch der Regierung weitere Flächen gerodet werden. Zudem ist mitten durch ein Naturreservat eine Autobahn geplant, die den Osten Boliviens mit dem Westen Brasiliens verbinden soll. Die Straße würde direkt durch den Nationalpark „Isiboro Secure“ führen, eine Region, die den Ureinwohnern zuerkannt wurde.

Kritiker des Projekts fürchten eine zunehmende illegale Abholzung sowie weitere Umweltzerstörungen durch neue Ansiedlungen entlang der geplanten Trasse. „Dabei werden nicht nur wichtige natürliche Ressourcen zerstört, sondern auch die Verbreitung von Coca gefördert“, so Erzbischof Gualberti.

Der Präsident Boliviens, Evo Morales, setzt sich seit Jahren für einen Ausbau der Coca-Anbauflächen ein. Kritik aus dem Ausland wie von Seiten der Kirche hat seine Regierung mehrfach scharf zurückgewiesen.

Das Verhältnis zwischen Kirche und Regierung gilt zudem auch wegen einer Verfassungsänderung zur strikten Trennung von Kirche und Staat als angespannt.

In der katholischen Kirche haben die politischen Veränderungen deshalb zu einem Umdenken geführt. Für die Bischofskonferenz steht nach den Worten von Erzbischof Gualberti der Verkündigungsauftrag im Vordergrund.

In den Gemeinden soll die Pastoralarbeit gestärkt und die Ausbildung von Katecheten (Laienapostolat), Ordensleuten und Seminaristen vorangetrieben werden.

Zwar sind offiziell mehr als drei Viertel der rund zehn Millionen Einwohner Boliviens katholisch, doch wird der Glaube längst nicht überall praktiziert.

Quelle: Kirche in Not