GOTT vergilt jedem nach seinen Werken

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Röm 2,2-11:

Du bist unentschuldbar, wenn du richtest. Denn worin du den andern richtest, darin verurteilst du dich selber, da du – der Richtende  – dasselbe tust. Verachtest du etwa den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weißt du nicht, dass Gottes Güte dich zur Umkehr treibt?
.
Weil du aber starrsinnig bist und dein Herz nicht umkehrt, sammelst du Zorn gegen dich für den «Tag des Zornes», den Tag der Offenbarung von Gottes gerechtem Gericht.
.
ER wird jedem vergelten, wie es seine Taten verdienen, denen, die beharrlich Gutes tun und Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit erstreben, gibt er ewiges Leben;
denen aber, die selbstsüchtig nicht der Wahrheit, sondern der Ungerechtigkeit gehorchen, widerfährt Zorn und Grimm.
.
Not und Bedrängnis wird jeden Menschen treffen, der das Böse tut, zuerst den Juden, aber ebenso den Griechen;
Herrlichkeit, Ehre und Friede werden jedem zuteil, der das Gute tut, zuerst dem Juden, aber ebenso dem Griechen; denn Gott richtet ohne Ansehen der Person.

Neunkirchen: Lydia Benecke referiert am 9. Oktober über die „Psychologie des Bösen“

Die GWUP-Regionalgruppe Saar hat Lydia Benecke zu einem Vortrag eingeladen.lybe Am Sonntag (9. Oktober) referiert die Kriminalpsychologin in Neunkirchen zum Thema “Die Psychologie des Bösen”:

Was geht in Tätern vor, die andere Menschen töten, als sei es ein Sport, die vergewaltigen ohne ein Anzeichen von Reue? Die als „nette Nachbarn“ und „liebevolle Familienmenschen“ beschrieben werden?

Was macht einen Psychopathen aus und warum werden nicht alle Psychopathen kriminell? Wieviel vom „Bösen“ steckt auch in „normalen“ Menschen? Psychologische Profile eines tödlichen Rockstars, eines tiefromantischen Nekrophilen, eines Geschäftsmannes des Todes.

Diesen und anderen Fragen geht Lydia in ihrem Vortrag nach. Eine spannende Reise in die weite Welt des Geistes.

Die Veranstaltung in der Stummschen Reithalle beginnt um 19 Uhr. Vorverkaufskarten (Preis 22,90 Euro) gibt es hier.


Wer Böses tut, haßt das Licht

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Joh 3,16-21:

So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben erhält. Von Julia Kesenheimer geschickt

Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des eingeborenen Gottessohnes nicht geglaubt hat.

Denn mit dem Gericht verhält es sich so: Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse.

Jeder, der Böses tut, haßt das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. Wer aber nach der Wahrheit lebt, kommt zum Licht, damit offenbar wird, daß seine Taten in Gott vollbracht sind.

 


Neues Buch von Kardinal Marx: Überlebt die Kirche durch Anpassung an die Welt?

Rezension von Bernhard Mihm

Gedanken zum neuen Buch von Kardinal Reinhard Marx: „Kirche überlebt“ (Kösel-Verlag, München 2015):

Die Aussagen und Darlegungen des Kardinals lassen sich zunächst in folgende Punkte zusammenfassen:  51v83BQrVjL._SX312_BO1,204,203,200_

1. Als mystischer Leib des inkarnierten Gottessohnes Jesus Christus ist die Kirche Teil der Geschichte. Sie ist „Weggefährtin“ der Menschen bei deren Gang durch die Geschichte. Kein Zeitalter ist  –  um meinerseits auf Leopold von Ranke zu sprechen zu kommen  –  „näher zu Gott“.

2. Marx plädiert für eine entschlossene Annahme der Moderne durch die Kirche. Der Kampf gegen den Modernismus sei sinnlos gewesen und verloren gegangen. Kirche dürfe nicht derart hinter der Gegenwart herhinken, dass sie als etwas wie ein „Kulturerbe“ wahrgenommen werde.

3. Der Kardinal erweist sich als Sachwalter und Weiterdenker der Konzilskonstitution „Gaudium et spes“ mit deren positiv-optimistischer Weltsicht. Gern zitiert er die optimistischen Dicta des hl. Papstes Johannes XXIII.

4. Der Sozialethiker Marx erklärt die Prinzipien der Soziallehre als uneingeschränkt anwendbar auch auf die Kirche. Da er besonders das Subsidiaritätsprinzip hervorhebt, kommt er zu Forderungen nach Dezentralisation und Synodalisierung.

Bei der Lektüre des Buches fällt auf, dass sein Verfasser offensichtlich das Böse und vor allem die Aktivitäten des bösen Feindes in der Geschichte entweder nicht kennt oder ausblendet. Dieses geschichtstheologische Manko durchzieht m. E. das ganze Buch. Ich sehe hier die zentrale Problematik dieser Arbeit.

Marx selbst attestiert dem II. Vatikanum Situationsgebundenheit, wenn er etwa schreibt, die beeindruckenden Formulierungen dieses Konzils seien heute vielleicht nicht mehr möglich. Da sich das II. Vatikanum weniger dogmatisch definierend, sondern mehr pastoral verstand, ist diese Situationsgebundenheit nicht überraschend.

Pastoral ist immer situations- , d.h. zeit- , orts- , und anlassbezogen. Dann aber muss er sich fragen und fragen lassen, ob seine Haftung an „Gaudium et spes“ nicht genau jene Charakterisierung als „Kulturerbe“ verdient, vor der er die Kirche bewahrt sehen möchte.

Was das Subsidiaritätsprinzip und die von Marx daraus gefolgerte Dezentralisation der Kirche anbetrifft, kommt er an einer Stelle auf den Einwand zu sprechen, das gefährde die Einheit der Kirche. Auf diesen Einwand geht Marx nur unzulänglich ein.

Verschiedene Zuständigkeitsträger können die  –  eine  –  Wahrheit nicht zuverlässig absichern. Und diese  –  eine  –  Wahrheit findet sich im kirchlichen Raum an vielen Stellen wieder bis hin zur Liturgie und Katechese.

Auch wenn Marx das eigens dementiert, wirkt sein Hantieren mit der Subsidiarität schon wegen seiner Stellung als Bischof und Vorsitzender einer Bischofskonferenz als innerkirchliche Machtverteilungsoption.

Unser Autor Bernhard Mihm ist Jurist und war hauptamtlicher Stadtrat und Stadtverordnetenvorsteher in Frankfurt/Main

Erstveröffentlichung der Rezension hier: http://blog.forum-deutscher-katholiken.de/?p=5847


Wir leben im Glauben – und nicht im Schauen

Heutige liturgische Sonntagslesung der kath. Kirche: 2 Kor 5,6-10:

Wir sind also immer zuversichtlich, auch wenn wir wissen, dass wir fern vom HERRN in der Fremde leben, solange wir in diesem Leib zu Hause sind; denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen. Kreuzkuppel

Weil wir aber zuversichtlich sind, ziehen wir es vor, aus dem Leib auszuwandern und daheim beim HERRN zu sein. Deswegen suchen wir unsere Ehre darin, ihm zu gefallen, ob wir daheim oder in der Fremde sind.

Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder seinen Lohn empfängt für das Gute oder Böse, das er im irdischen Leben getan hat.