Das Amt des Papstes ist der Gehorsam gegenüber Christus und seinem Wort

Papst Benedikt XVI. predigte bei seiner Inaugurationsmesse (Amtseinführung) am 7. Mai 2005:

„Der Papst ist kein absoluter Monarch, dessen Gedanken und Wünsche Gesetz sind. Im Gegenteil, das Amt des Papstes ist es, den Gehorsam gegenüber Christus und seinem Wort zu garantieren. RadioVatikan

Er soll nicht seine eigenen Ideen verkünden, sondern sich und die Kirche dauerhaft an den Gehorsam zu Gottes Wort binden, gegen jeden Versuches es anzupassen oder zu verwässern und gegenüber jeder Form von Opportunismus.(…)

Der Papst weiß. daß er bei seinen wichtigen Entscheidungen an die große Gemeinschaft des Glaubens aller Zeiten gebunden ist, an die bindenen Interpretationen, die sich während der Pilgerschaft der Kirche auf der Erde entwickelt haben. So ist seine Macht nicht ein Darüberstehen, sondern ein Dienen gegenüber dem Wort Gottes.

Es ist ihm aufgetragen, zu sichern, daß dieses Wort in seiner Größe präsent bleibt und in seiner Reinheit wiederklingt, sodaß es nicht durch ständige Änderung in seinem Gebrauch in Stücke gerissen wird.“


Neue Irrtümer der „Madonna“ von Medjugorje

Von Felizitas Küble

Allmonatlich verbreitet die Medjugorje-Bewegung per Newsletter eine sog. „Privatbotschaft der Muttergottes“ an Mirjana Dragicevic-Soldo. Die „Seherin“ erhält schon seit Jahrzehnten stets am 2. Tag jedes Monats eine Offenbarung des Himmels, die recht häufig merkwürdige theologische Aussagen enthält – so auch diesmal in der „Botschaft“ vom 2. März 2015, die wir hier im vollen Wortlaut wiedergeben (die Linien stammen zwecks Hervorhebung von uns): media-372515-2

„Liebe Kinder! Ihr seid meine Stärke, ihr, meine Apostel, die ihr durch eure Liebe, Demut und stilles Gebet es möglich macht, dass mein Sohn kennen gelernt wird. Ihr lebt in mir. Ihr tragt mich in eurem Herzen. Ihr wisst, dass ihr eine Mutter habt, die euch liebt und die gekommen ist, um euch die Liebe zu bringen.

Ich schaue euch im himmlischen Vater an – eure Gedanken, eure Schmerzen, eure Leiden – und ich bringe sie meinem Sohn dar. Fürchtet euch nicht, verliert die Hoffnung nicht, weil mein Sohn auf Seine Mutter hört.

Seitdem Er geboren wurde, liebt Er, und ich möchte, dass diese Liebe alle meine Kinder kennen lernen, damit jene zu Ihm zurückkehren, die Ihn wegen ihrer Schmerzen und ihres Nichtverstehens verlassen haben, und Ihn all jene, die Ihn nie gekannt haben, kennen lernen.

Deshalb seid ihr da, meine Apostel, und ich als Mutter mit euch. Betet für die Festigkeit des Glaubens, denn aus dem festen Glauben kommen Liebe und Barmherzigkeit. Durch Liebe und Barmherzigkeit werdet ihr all jenen helfen, denen nicht bewusst ist, dass sie die Finsternis anstelle des Lichtes wählen. Betet für eure Hirten, denn sie sind die Stärke der Kirche, die euch mein Sohn hinterlassen hat. Durch meinen Sohn sind sie die Hirten der Seelen. Ich danke euch.“

Hierzu stellen wir fest:

1. Die mehrfache Würdigung der „Seherkinder“ (die übrigens längst erwachsen sind) als „meine Apostel“ ist zumindest mißverständlich, denn der Ausdruck „Apostel“ gilt in der Kirche regulär für die 12 Apostel sowie den Apostel Paulus. Missionarisch aktive Weltchristen (Nicht-Priester) bezeichnet die Kirche mitunter als „Laienapostel“.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

2. Maria erscheint angeblich in Medjugorje, „um euch die Liebe zu bringen“.  – Ist hierfür eine Privatoffenbarung nötig? – Christus selbst ist in seiner Person Gottes Liebe, ER hat sie uns verkündet und vorgelebt; in seiner Kirche und den sieben Sakramenten erfahren wir die Güte des HERRN. Weshalb sollte es hierzu eines Erscheinungsphänomens bedürfen?

3. Der Aufruf, sich nicht zu fürchten und die Hoffnung nicht zu verlieren, weil „mein Sohn auf seine Mutter hört“, ist theologisch völlig irreführend. Würde Christus nicht auf Maria hören, hätten wir dann etwa Anlaß zur Furcht und Hoffnungslosigkeit? – Eine völlig absurde Vorstellung!

4. Geradezu hanebüchen, ja gotteslästerlich ist die Behauptung der Medju-„Madonna“ über unseren Erlöser: „Seitdem Er geboren wurde, liebt Er“.  – Hat Christus etwa in den 9 Monaten vor seiner Geburt bzw. nach seiner Empfängnis nicht geliebt? – Zudem ist der Heiland präexistent: ER lebte als GOTT bzw. Gottes Sohn schon vor seiner Menschwerdung  – und ER hat selbstverständlich vor seiner Inkarnation schon geliebt: sowohl Gott-Vater und den Heiligen Geist  – wie auch seine Geschöpfe. Aus Liebe zu ihnen ist ER Mensch geworden, also liebte ER uns schon vorher.

5. Aus dem „festen Glauben“ kommen nicht nur „Liebe und Barmherzigkeit“, sondern alles weitere, was für das ewige Heil ebenfalls erforderlich ist: Vor allem die Einhaltung der göttlichen Gebote, die Nachfolge Christi und die guten Werke.

 


Medjugorje und die „gerechten Seelen“…

Von Felizitas Küble

Am 2. Tag jedes Monats gibt es in dem  –  kirchlich nicht anerkannten   –  Erscheinungsort Medjugorje eine sog. „Privatbotschaft der Muttergottes an die Seherin Mirjana Dragicevic-Soldo“, diesmal jene vom 2. November 2014. (Zusätzlich wird monatlich eine „an die ganze Welt gerichtete“ Offenbarung verkündet bzw. verbreitet.)

Wir zitieren hier abschnittweise diese neueste „himmlische“ Mitteilung und stellen dazu die passenden bzw. fälligen Fragen:  nd_de_toute_aide_querrien_1652

„Liebe Kinder, ich bin bei euch mit dem Segen meines Sohnes, mit euch, die ihr mich liebt und die ihr versucht, mir zu folgen. Ich möchte auch mit euch sein, die ihr mich nicht annehmt. Euch allen öffne ich mein Herz voller Liebe und segne euch mit meinen mütterlichen Händen. Ich bin eine Mutter, die euch versteht. Ich habe euer Leben gelebt und eure Leiden und Freuden durchlebt. Ihr, die ihr Schmerzen lebt, versteht meinen Schmerz und mein Leiden um jene meiner Kinder, die nicht zulassen, dass sie das Licht meines Sohnes umstrahlt, jene meiner Kinder, die in der Finsternis leben.“

Diese Äußerungen der angeblichen Madonna sind weitgehend sinnfrei bzw. sinnlos  – mit anderen Worten: (ge)haltlos. 

Warum sollte die wahre Gottesmutter eigens erscheinen, um diesen  –  zudem teils unlogischen  –  Jammersermon abzuliefern? 

Was soll zB. die Aussage „Mariens“ an die „lieben Kinder“, sie habe „euer Leben gelebt und eure Leiden und Freuden durchlebt“?  – Zudem hätte man gern gewußt, warum jene, „die in der Finsternis leben“, gleichwohl „ihre Kinder“ sind. media-372515-2

„Deshalb brauche ich euch, euch, die das Licht umstrahlt hat und die ihr die Wahrheit begriffen habt. Ich rufe euch auf, meinen Sohn anzubeten, damit eure Seele wächst und wahre Spiritualität erreicht. Meine Apostel, dann werdet ihr mir helfen können.“

Getaufte Gläubige, die in der Nachfolge Christi leben, sind nicht etwa nur von seinem „Licht umstrahlt“, sondern der dreieinige Gott wohnt in ihrer Seele und ihr Leib ist deshalb, wie Paulus schreibt, ein „Tempel des Heiligen Geistes“.

Seltsam bis esoterisch klingt auch die Begründung, Christus solle angebetet werden, „damit eure Seele wächst und wahre Spiritualität erreicht“.  –  Der einzig entscheidende Grund für die Anbetung Christi ist die Glaubenstatsache, daß ER der menschgewordene GOTT selber ist, die zweite Person der heiligen Dreieinigkeit.

„Mir zu helfen bedeutet, für diejenigen zu beten, die die Liebe meines Sohnes nicht kennengelernt haben. Indem ihr für sie betet, zeigt ihr meinem Sohn, dass ihr Ihn liebt und Ihm nachfolgt. Mein Sohn hat mir versprochen, dass das Böse niemals gewinnen wird, denn ihr, die Seelen der Gerechten, seid da; ihr, die ihr versucht, eure Gebete mit Herz zu sagen; ihr, die ihr eure Schmerzen und Leiden meinem Sohn darbringt; ihr, die ihr begreift, dass das Leben nur ein Wimpernschlag ist; ihr, die ihr euch nach dem himmlischen Königreich sehnt. All dies macht euch zu meinen Aposteln und führt euch zum Sieg meines Herzens. Deshalb, meine Kinder, reinigt eure Herzen und betet meinen Sohn an. Ich danke euch!“

Das Gebet für andere Menschen ist sicherlich richtig und wichtig, genügt aber keineswegs für ein Leben in der Nachfolge Christi. Es reicht auch nicht aus, seine eigenen Gebete „mit Herz zu sagen“ oder sich „nach dem himmlischen Königreich zu sehen“. – Entscheidend für ein glaubwürdiges Christenleben ist vielmehr die Beachtung der Gebote Gottes sowie Werke des Glaubens und der Nächstenliebe.

Zudem erscheint es recht merkwürdig, wenn die vermeintliche Madonna die Empfänger ihrer Botschaft als „Seelen der Gerechten“ preist und würdigt: dergleichen führt leicht zu hochmütiger Gesinnung nach der Devise: Wie schön, wir hier sind die gerechten Seelen  – und da draußen ist die böse Welt!

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Verlags und des Christoferuswerks in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Medjugorje aktuell: Botschaft vom 2.2.2014 an die „Seherin“ Mirjana D.-Soldo

Von Felizitas Küble

Zur „Seherschar“ von Medjugorje, einem kirchlich nicht anerkannten Erscheinungsort in der Herzegowina, gehört auch Mirjana Dragicevic-Soldo.

Nachdem sie  –  eigenen Angaben zufolge  –  anfangs eineinhalb Jahre lang tägliche Visionen der „Gottesmutter“ erlebte, bekam sie ab Weihnachten 1982 jährlich eine Erscheinung zu ihrem Geburtstag am 18. März. media-372515-2

Etwa 5 Jahre später kamen weitere Marienvisionen an jedem 2. Tag pro Monat hinzu, wobei sie stets eine „Privatbotschaft“ empfängt, die von Medjugorje aus per Rundmail bzw. Newsletter verbreitet wird.

Heute wurde folgende Offenbarung der „Gospa“  –  wie die Gottesmutter in Kroatien zuweilen genannt wird  –  rundgesandt, welche sich auf die gestrige Marienerscheinung Mirjanas bezieht:

„Liebe Kinder! Mit mütterlicher Liebe möchte ich euch Ehrlichkeit lehren, denn ich möchte, dass ihr in eurem Wirken als meine Apostel genau, entschlossen und überaus ehrlich seid. Ich möchte, dass ihr durch die Gnade Gottes für den Segen offen seid. Ich möchte, dass ihr durch Fasten und Gebet vom himmlischen Vater die Erkenntnis des natürlichen, heiligen Göttlichen erfleht.

Erfüllt durch die Erkenntnis werdet ihr unter dem Schutz meines Sohnes und mir meine Apostel sein, die wissen, das Wort Gottes jenen zu verbreiten, die es nicht kennen, und ihr werdet wissen, die Hindernisse zu überqueren, die euch im Weg sein werden. Meine Kinder, durch den Segen wird die Gnade Gottes auf euch herabkommen, ihr aber werdet sie durch Fasten, Gebet, Läuterung und die Versöhnung bewahren können. Ihr werdet die Wirksamkeit, die ich von euch ersuche, haben. Betet für eure Hirten, dass der Strahl der Gnade Gottes ihre Wege bestrahlt. Ich danke euch!“

Einige Linien haben wir zwecks Verdeutlichung in den Text gesetzt.

Wir wollen nun diese wie üblich wortschwallige und pathetische, aber inhaltlich gehaltlose Botschaft nur kurz kommentieren (detaillierte Ausführungen lohnen sich hier nicht): 1_0_744292

1. Nach fast 33 Jahren Erscheinungen fällt es der vermeintlichen Himmelsmutter also ein, die Seherin und ihre Schar die Tugend der „Ehrlichkeit“ zu lehren, statt diese als hoffentlich selbstverständlich vorauszusetzen. Merkwürdig auch die Aufforderung, „überaus ehrlich“ zu sein –  also ob das möglich wäre: Oder kann man mit der wirklichen Ehrlichkeit etwa übertreiben? Kann und soll man sie „überaus“ praktizieren?

2. Vielleicht läßt das Medjugorje-Zentrum sich gegenüber seinem Fanclub noch zu einer Erklärung herab, was denn wohl das „natürliche, heilig Göttliche“ sein mag, das wir laut Gospa unbedingt erkennen sollten.

3. Sodann „möchte“ das Erscheinungsphänomen, daß die Seherschar „für den Segen offen“ sei, ohne daß erläutert wird, um welchen „Segen“ es sich überhaupt handelt. Sodann heißt es: „…durch den Segen wird die Gnade Gottes auf euch herabkommen, ihr aber werdet sie durch Fasten, Gebet, Läuterung und die Versöhnung bewahren können.“

Die Gnade Gottes kommt durch Christus und sein erlösendes Kreuz zu uns herab; aus dieser einzigen Quelle entströmen die Sakramente der Kirche, die uns des Himmels Gnade schenken bzw. die göttlichen Gnaden vermehren. Diese Heilswahrheit wird hier durch einen nicht näher bezeichneten „Segen“ verdrängt, welcher angeblich die „Gnade Gottes“ spende.

Sodann lautet die Botschaft weiter, diese Gnade Gottes könne durch Fasten, Gebet, Läuterung und die Versöhnung bewahrt werden. Das klingt zunächst sehr fromm, verdrängt aber erneut das Wesentliche: Gottes Gnade bewahren wir vor allem durch die Sakramente der Buße und des Altares, sodann durch die Einhaltung der göttlichen Gebote (die freilich in den Medju-Offenbarungen ohnehin fast nie erwähnt werden).

So zeigt sich wieder der typische Verdrängungs-Mechanismus vieler irrgeistiger „Botschaften“:  Durch viel fromm wirkendes Gerede wird das Wesentliche und Wichtige verdrängt durch etwas weniger Wichtiges. Leider wird dieses Verdrängungs-Prinzip von vielen erscheinungsbewegten Gläubigen und Abergläubigen nicht durchschaut.


Die Botschaft von Papst Franziskus zum Welttag der geistlichen Berufungen

Der vollständige Wortlaut des Papstschreibens vom 15.1.2014:

Liebe Brüder und Schwestern!

1. Das Evangelium berichtet: »Jesus zog durch alle Städte und Dörfer … Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen Jüngern: „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden“« (Mt 9,35-38).

Diese Worte überraschen uns, denn wir alle wissen, dass man zuerst pflügen, säen und bebauen muss, um dann zu gegebener Zeit eine große Ernte einzufahren. Jesus dagegen sagt: »Die Ernte ist groß.«  papst_letzter_tag_01

Wer aber hat gearbeitet, um ein solches Ergebnis zu erzielen? Es gibt nur eine Antwort: Gott.

Offensichtlich ist das Ackerfeld, von dem Jesus spricht, die Menschheit: Wir sind es. Und das Wirken, das die »reiche Frucht« hervorbringt, ist die Gnade Gottes, die Gemeinschaft mit ihm (vgl. Joh 15,5).

Bei dem Gebet, zu dem Jesus die Kirche auffordert, geht es also um die Bitte, die Zahl derer zu mehren, die im Dienst an seinem Reich stehen.

Paulus: „Ihr seid Gottes Ackerfeld“

Der heilige Paulus, der einer dieser »Mitarbeiter Gottes« war, hat sich unermüdlich für das Evangelium und für die Kirche eingesetzt. Mit dem Bewusstsein eines Menschen, der persönlich erfahren hat, wie unergründlich der Heilswille Gottes ist und dass die Initiative der Gnade der Ursprung einer jeden Berufung ist, erinnert der Apostel die Christen in Korinth: »Ihr seid Gottes Ackerfeld« (1 Kor 3,9).

Daher kommt in unserem Herzen zunächst das Staunen auf eine große Ernte, die nur Gott schenken kann; dann die Dankbarkeit für eine Liebe, die uns stets vorausgeht; schließlich die Anbetung für das von ihm vollbrachte Werk, das unsere freie Zustimmung erfordert, mit ihm und für ihn zu handeln. bild-jesus-oben

2. Viele Male haben wir mit den Worten des Psalmisten gebetet: »ER hat uns geschaffen, wir sind sein Eigentum, sein Volk und die Herde seiner Weide« (Ps 100,3); oder auch: »Der HERR hat sich Jakob erwählt, Israel wurde sein Eigentum« (Ps 135,4). 

Wir sind jedoch Gottes „Eigentum“ nicht im Sinne des Besitzes, der zu Sklaven macht, sondern im Sinne eines starken Bandes, das uns mit Gott und untereinander vereint, entsprechend einem Bund, der für immer bestehen bleibt, »denn seine Huld währt ewig« (Ps 136).

In der Erzählung von der Berufung des Propheten Jeremia zum Beispiel erinnert Gott daran, dass er beständig über einen jeden wacht, damit sein Wort in uns verwirklicht wird. Das dazu gebrauchte Bild ist das Bild vom Mandelzweig, der als erster von allen blüht und die Wiedergeburt des Lebens im Frühling ankündigt (vgl. Jer 1,11-12).

Wir gehören zu Christus!

Alles kommt von ihm und ist sein Geschenk: die Welt, das Leben, der Tod, die Gegenwart, die Zukunft, »ihr aber« – beruhigt der Apostel – »gehört Christus  –  und Christus gehört Gott« (1 Kor 3,23).1_0_747648

Damit wird die Form der Zugehörigkeit zu Gott erklärt: durch die einzigartige und persönliche Beziehung zu Jesus, die die Taufe uns vom Beginn unserer Wiedergeburt zu neuem Leben an geschenkt hat. Christus also ist es, der durch sein Wort unablässig zu uns spricht, damit wir auf ihn vertrauen und ihn lieben »mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft« (Mk 12,33). 

Daher erfordert jede Berufung, trotz der Vielfalt der Wege, stets ein Herausgehen aus sich selbst, um das eigene Dasein auf Christus und sein Evangelium auszurichten. 

Sowohl im Eheleben als auch bei den Formen der Ordensgelübde und im priesterlichen Leben muss man Denk- und Handlungsweisen, die mit dem Willen Gottes nicht übereinstimmen, überwinden. Es ist »ein Auszug, der uns auf einen Weg der Anbetung des Herrn und des Dienens an ihm in den Brüdern und Schwestern führt« (Ansprache an die Teilnehmer der Vollversammlung der Internationalen Vereinigung der Generaloberinnen (UISG), 8. Mai 2013).

Daher sind wir alle aufgerufen, Christus in unserem Herzen heilig zu halten (vgl. 1 Petr 3,15), um uns erreichen zu lassen vom Impuls der Gnade, die im Samenkorn des Wortes enthalten ist, das in uns wachsen und sich in konkreten Dienst am Nächsten verwandeln muss.

Wir dürfen keine Angst haben: Gott sorgt mit Leidenschaft und Sorgfalt für das Werk, das aus seinen Händen hervorgegangen ist, ipolskawebn jedem Abschnitt des Lebens. ER verlässt uns nie! Die Umsetzung seines Planes mit uns liegt ihm am Herzen, und dennoch will ER ihn mit unserer Zustimmung und mit unserer Zusammenarbeit durchführen.

3. Auch heute lebt Jesus in den Wirklichkeiten unseres gewöhnlichen Lebens und ist in ihnen auf dem Weg, um sich allen zu nähern, begonnen bei den Letzten, und uns von unseren Krankheiten und Gebrechen zu heilen.

Auf Christi Stimme in der Kirche hören!

Ich wende mich jetzt an jene, die bereit sind, auf die Stimme Christi zu hören, die in der Kirche erklingt, um zu verstehen, was ihre eigene Berufung ist. Ich lade euch ein, auf Jesus zu hören und ihm nachzufolgen, euch innerlich von seinen Worten verwandeln zu lassen: Sie »sind Geist und sind Leben« (Joh 6,63). 6a40d593df - Kopie

Maria, die Mutter Jesu und unsere Mutter, sagt immer wieder auch zu uns: »Was ER euch sagt, das tut!« (Joh 2,5).

Es wird euch gut tun, mit Vertrauen teilzunehmen an einem gemeinsamen Weg, der in euch und um euch herum die besten Kräfte freizusetzen weiß. Die Berufung ist eine Frucht, die heranreift im gut bebauten Ackerfeld der gegenseitigen Liebe, die zum gegenseitigen Dienen wird, im Umfeld eines echten kirchlichen Lebens. Keine Berufung entsteht aus sich selbst heraus oder lebt für sich selbst.

Die Berufung entspringt dem Herzen Gottes und keimt auf im guten Ackerboden des gläubigen Volkes, in der Erfahrung der brüderlichen Liebe. Hat Jesus etwa nicht gesagt: »Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt« (Joh 13,35)? 

4. Liebe Brüder und Schwestern, »diesen ›hohen Maßstab‹ des gewöhnlichen christlichen Lebens« (Papst JOHANNES PAUL II., Apostolisches Schreiben Novo millennio ineunte, 31) zu leben bedeutet zuweilen, gegen den Strom zu schwimmen, und bringt es mit sich, auch Hindernissen zu begegnen, außerhalb von uns und in uns.

Jesus selbst mahnt uns: Der gute Same des Wortes Gottes wird oft vom Bösen weggenommen, von Bedrängnissen aufgehalten, von den Sorgen und Verführungen der Welt erstickt (vgl. Mt 13,19-22).2_atk2926-170x115

All diese Schwierigkeiten könnten uns entmutigen und uns dazu bringen, auf scheinbar bequemere Wege auszuweichen. Aber die wahre Freude der Berufenen besteht darin, zu glauben und zu erfahren, dass ER, der HERR, treu ist und dass wir mit ihm gehen, Jünger und Zeugen der Liebe Gottes sein und das Herz für große Ideale, für große Dinge öffnen können.

Setzt das Leben für große Ideale ein!

»Wir Christen sind vom HERRN nicht für Kleinigkeiten auserwählt; geht immer darüber hinaus, zu den großen Dingen! Setzt das Leben für große Ideale ein!« (Predigt in der Heiligen Messe mit Firmungen, 28. April 2013).

Euch Bischöfe, Priester, Ordensleute, Gemeinschaften und christliche Familien bitte ich, die Berufungspastoral in diesem Sinne auszurichten und die jungen Menschen auf Wegen der Heiligkeit zu begleiten.

Da dies persönliche Wege sind, erfordern sie »eine wahre und eigene Pädagogik der Heiligkeit, die sich den Rhythmen der einzelnen Personen anzupassen vermag. Diese Pädagogik wird den Reichtum dessen, was allen vorgelegt wird, verbinden müssen mit den überkommenen Formen der Hilfe durch Personen und Gruppen sowie mit den jüngeren Formen, die sich in den Verbänden und den von der Kirche anerkannten Bewegungen finden« (Papst JOHANNES PAUL II., Apostolisches Schreiben Novo millennio ineunte, 31).

Machen wir also unser Herz bereit, „guter Ackerboden“ zu sein, um das Wort zu hören, anzunehmen und zu leben und so Frucht zu bringen.

Je mehr wir uns durch das Gebet, die Heilige Schrift, die Eucharistie, die in der Kirche gefeierten und gelebten Sakramente und durch die gelebte Brüderlichkeit mit Jesus zu vereinigen wissen, desto mehr wird in uns die Freude wachsen, mit Gott zusammenzuarbeiten im Dienst des Reiches der Barmherzigkeit und der Wahrheit, der Gerechtigkeit und des Friedens.

Und die Ernte wird in dem Maße reich sein, wie es der Gnade entspricht, die wir mit offener Bereitschaft in uns aufgenommen haben. Mit diesem Wunsch und mit der Bitte an euch, für mich zu beten, erteile ich von Herzen allen den Apostolischen Segen.

Aus dem Vatikan, am 15. Januar 2014

Quelle: http://de.radiovaticana.va/news/2014/01/16/papstbotschaft_zu_geistlichen_berufen:_volltext/ted-764492


MEDJUGORJE alle Jahre wieder: Weihnachts-Botschaft für den „Seher“ Jakov Colo

Von Felizitas Küble

Im kirchlich nicht anerkannten Erscheinungsort Medjugorje (Bosnien-Herzegowina) war am Weihnachtsfest wieder die jährliche Sonder-Vision für den jüngsten Visionär aus der Seherschar angesagt: Jakov Colo.   275_0

Die Erscheinung der „Madonna“ begann um 15.07 Uhr und dauerte 8 Minuten, wie der aktuelle Medju-Newsletter mitteilt.

Am 12. September 1998 endeten die täglichen Erscheinungen bei Jakov nach über 17 Jahren. Seit damals erhält er nur noch einmal jährlich eine Erscheinung  –  und zwar jeweils am 25. Dezember.

Diesmal lautet die „himmlische“ Botschaft folgendermaßen:

„Meine lieben Kinder, Jesus möchte heute auf besondere Weise in jedem eurer Herzen wohnhaft werden und Er möchte jede eurer Freuden und euren Schmerz mit euch teilen. Deshalb, meine lieben Kinder, schaut heute auf besondere Weise in eure Herzen und fragt euch, ob der Frieden und die Freude über die Geburt Jesu wahrhaftig eure Herzen vereinnahmt haben. top8_003

Meine lieben Kinder, lebt nicht in der Finsternis, sehnt euch nach dem Licht und nach dem Heil Gottes. Kinder, entscheidet euch für Jesus und schenkt Ihm euer Leben und eure Herzen, denn nur so wird der Allerhöchste in und durch euch wirken können.“

Wir lesen wieder den üblichen Medju-Unsinn, der sich seit über 32 Jahren im Kreise dreht:

Christus will keineswegs in unseren Herzen wohnen, um „jede Freude und jeden Schmerz“ mit uns zu „teilen“, sondern um uns im Kampf gegen die Sünde zu stärken und uns helfende Gnaden zu schenken, damit wir in der Liebe zu Gott und zum Nächsten wachsen und die Gebote Gottes einhalten.

Wenn es nach Jahrzehnten immer noch nötig ist, die „lieben Kinder“ (wer immer damit gemeint sein mag) zu einer Entscheidung für Jesus aufzufordern und an sie zu appellieren: „Lebt nicht in der Finsternis“ (tun sie das also?), dann zeigt dies einmal mehr, daß man dort logisch und theologisch wohl noch am ABC herumbastelt.


Wirre Weihnachts-Weisheiten von der „Gospa“ zu Medjugorje

Zu den „Sehern“ von Medjugorje  –  einem kirchlich  nicht anerkannten Erscheinungsort  –  gehört Jakov Colo. Der Knabe war erst zehn Jahre alt, als ihm und den anderen jugendlichen Visionären im Sommer 1981 zum ersten Mal die „Gospa“ erschienen sein soll, wie die Madonna dort in Bosnien-Herzegowina genannt wird. 

Jakov ist mittlerweile seit langem verheiratet und hat drei Kinder; zugleich leitet er eine Kinder-Gebetsgruppe in der Pfarrgemeinde Medjugorje. media-374336-2

Am 12. September 1998 endeten die täglichen (!) Marienvisionen bei Jakov. Seitdem erscheint ihm die Gospa nur noch einmal jährlich am Weihnachtsfest.

Hier folgt nun die aktuelle „Jahresbotschaft“ an Jakov vom 25. Dezember 2012:

„Liebe Kinder, schenkt mir euer Leben und übergebt euch mir vollkommen, damit ich euch helfen kann, meine mütterliche Liebe und die Liebe meines Sohnes zu euch zu begreifen.

Meine Kinder, ich liebe euch unermesslich, auch heute auf besondere Weise am Tag der Geburt meines Sohnes, möchte ich jeden von euch in meinem Herzen aufnehmen und eure Leben meinem Sohn schenken.

Meine Kinder, Jesus liebt euch und gibt euch die Gnade, in Seiner Barmherzigkeit zu leben, aber viele eurer Herzen sind von der Sünde ergriffen und ihr lebt in der Finsternis.

Deshalb, meine lieben Kinder, wartet nicht, sagt nein zur Sünde, eure Herzen aber übergebt meinem Sohn, denn nur so könnt ihr die Barmherzigkeit Gottes leben und euch mit Jesus in euren Herzen auf den Weg des Heils aufmachen.“

Abgesehen von der üblichen „frommen“ Platte, die hier zum x-ten Male abgespult wird, fällt wieder einmal folgende Merkwürdigkeit auf:

Nun erscheint seit über 30 Jahren die himmlische Mutter angeblich in Medjugorje, teils täglich, teils monatlich, teils jährlich, teils zu den Geburtstagen der „lieben Kinder“  –  je nach Laune der „Gospa“ und den Lebensumständen der Seher.

Doch die sogenannten „lieben Kinder“ leben immer noch „in der Finsternis“ und sie sind „von der Sünde ergriffen“. Da fragt man sich schon ein wenig nach dem Sinn der mittlerweile insgesamt über 40.000 Marienerscheinungen zu Medjugorje….


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