Merkwürdige Mitteilungen des „Himmels“ an den Priester Ottavio Michelini

Von Felizitas Küble

Der katholische Monsignore Ottavio Michelini wirkte in der italienischen Provinz Modena und starb am 15. Oktober 1975. Der Priester gehörte zur „Marianischen Priesterbewegung“ von Don Gobbi, einem italienischen Mitbruder, der angeblich jahrelang Einsprechungen der Gottesmutter erhielt, die er im sog. „Blauen Buch“ niederschrieb, einer mehrbändigen Sammlung diverser „Botschaften“ Mariens. buch

Doch auch der Geistliche Michelini bekam  –  eigenen Angaben zufolge  –  ab Mitte der 70er Jahre besondere Mitteilungen von Jesus und Maria. Diese „Offenbarungen“ wurden in dem Buch „Nicht ich, meine Söhne, habe diese Stunde gewollt“ gesammelt und veröffentlicht.

Vieles darin erinnert an die Botschaften von Don Gobbi. Beidesmal wird eine schlimme Zeit für Kirche und Welt angekündigt, eine „Reinigung“ der Erde, wobei aber danach ein herrlicher „Frühling“ für die Kirche, eine Art neues Pfingsten erblühen soll; angeblich handelt es sich dabei um den in Fatima angekündigen „Triumph des Unbefleckten Herzen Mariens“.

Diese Endzeitschwärmerei ist typisch für zahlreiche Privatoffenbarungen der letzten Jahrzehnte  – und wenngleich jene Einsprechungen im marianischen Gewande einherschreiten, sind sie doch mit jenen charismatischen Erwartungen verwandt, welche eine allgemeine „Erweckung“, eine starke weltweite Verbreitung von „Geistesgaben“ und eine universale Bekehrung für die Zukunft herbeireden.

Auch der Priester Michelini schreibt von einem „neuen Frühling des Friedens und der Gerechtigkeit für die Menschheit und für die Kirche”, von einer “einer strahlenden, niemals zuvor erlebten Morgenröte”.

Dabei wird übersehen, daß die Heilige Schrift genau das Gegenteil ankündigt:

Keine Epoche der Erweckung, sondern eine Phase des Glaubensabfalles wird der Wiederkunft Christi vorausgehen, wie zB. Paulus im 2. Thessalonicherbrief unmißverständlich erklärt. Zudem wird erst der Antichrist erscheinen, bevor unser Erlöser in seiner göttlichen Herrlichkeit wiederkommt, zu richten die Lebenden und die Toten.

Wenn in diesem wesentlichen Punkt irreführende Lehren verbreitet werden, kann die betreffende Botschaft nicht von oben sein, mag sie auch ansonsten noch so „rechtgläubig“ und fromm-konservativ klingen.

Die Tränen Mariens und ihr Eingreifen im Himmel?

Zudem heißt es z.B. in einer Mitteilung „Jesu“ an Prälat Michelini vom 2. April 1977:virgen-maria

„Mein Sohn, die Stunde ist schwer; sie ist aufgebläht und belastet von allen Leidenschaften. Sie wurde oft und oft angekündigt, aber immer wieder verschoben durch die Tränen und den Eingriff meiner und eurer Mutter, die erhört wurde, weil diese Liebe der erstgeborenen Tochter, Mutter und Braut letztlich aus der Liebe Gottes hervorgeht, die unendlich barmherzig und unendlich gerecht ist.“

Die Zeit der schweren Prüfung wurde also laut dieser Botschaft durch die „Tränen“ und den „Eingriff“ Mariens „immer wieder verschoben“.

Maria ist aber doch im Himmel glückselig, sogar mit Leib und Seele, sie weint daher keine Tränen; diese wird es in der himmlischen Herrlichkeit nicht geben (weder direkt noch im Sinne eines seelischen Schmerzes).

Zudem ist die Gottesmutter sicherlich unsere ganz besondere Fürsprecherin, aber die Vorstellung, sie würde darüber hinaus „eingreifen“, Gott gewissermaßen durch ihren „Eingriff“ (!) von einem Strafgericht abhalten, ist zumindest unangemessen, weil hier ein fragwürdiges Gottesbild vermittelt wird.

Dabei entsteht der irreführende Eindruck, als gäbe es im Himmel allein durch die Madonna einen derartigen Akt der Barmherzigkeit. Der Ewige ist jedoch seiner göttlichen Natur nach vollkommen, also gerecht und barmherzig zugleich; dazu bedarf ER nicht der Hilfe eines Geschöpfes, mag es auch das edelste sein, nämlich Maria.

Maria als Priesterin neben Jesus und als Miterlöserin?

Abgesehen davon ist in dem Buch ständig von Maria als „Miterlöserin“ die Redvisione, obwohl dies kein kirchlicher Ehrentitel für sie ist. Geradezu abenteuerlich ist zudem die theologische Begründung dafür: 

Maria habe Christus ihre menschliche Natur gegeben (durchaus richtig) – und Christus habe ihr gleichsam im Gegenzug seine göttliche Natur (!) geschenkt. Es ist dabei nicht von göttlicher Gnade die Rede (was dann ja zutreffend wäre), auch nicht etwa von einem „Anteil“ an der göttlichen Seligkeit (wie dies allen Erlösten für den Himmel verheißen ist), sondern mehrfach davon, daß Jesus seine göttliche Natur an Maria übermittelt habe. Diese Vorstellung ist unsinnig, weil sie die Mutter Jesu vergöttlicht.

Dazu paßt es dann, daß die Gottesmutter als „einzige Priesterin unter den Frauen“ bezeichnet wird, obwohl dergleichen weder das Neue Testament verkündet noch die Kirche lehrt.

Natürlich ist Maria im Sinne des allgemeinen Priestertums die vorbildlichste, geradezu vollendete Vertreterin im Gottesvolk des Neuen Bundes.

In den „Botschaften“ an Prälat Michelini wird aber jener Priesterin-Titel ausdrücklich nicht auf das allgemeine Priestertum der Gläubigen bezogen, sondern vielmehr in eine direkte Reihe mit dem Hohenpriester Christus gestellt, weil Maria sich angeblich mit IHM gemeinsam am Kreuz Gott, dem Vater, dargebracht habe. Dasselbe gelte dann auch für die heilige Messe.

In der „Botschaft“ vom 1. Oktober 1975 beklagt sich der „begnadete“ Geistliche bei Jesus: 

„Ich habe den Inhalt deiner Botschaft über die Teilnahme der allerseligsten Jungfrau am Geheimnis des Kreuzes einigen Bekannten übermittelt. Sie glaubten nur mit Mühe an das große Verdienst der Gottesmutter, das ihr durch ihr Selbstopfer bei der heiligen Messe zukommt.“

Es spricht für diese Bekannten aus dem Umfeld des Geistlichen, daß sie jene merkwürdigen Sonderlehren „nur mit Mühe glaubten“ (am besten freilich überhaupt nicht).

Aber der Botschafts-Jesus hält Trost für seinen Priester bereit: „Mein Sohn, ich sage dir, daß auch die Guten wenig vom Wesen des Christentums verstehen.“Jesus am Kreuz - Dom St Peter

Nach zweitausend Jahren kirchlicher Verkündigung muß anscheinend dieses „Wesen“ ganz neu verstanden werden.

Die Liebe Gottes kennt keinen Zwang

Der angebliche Himmels-Jesus fährt fort:

„Meine Mutter nimmt am Geheimnis meiner Menschwerdung und an jenem des Kreuzes teil. Deshalb nimmt sie auch am Geheimnis der heiligen Messe, dem unblutigen Geheimnis des Kreuzes, teil….Sie lebt in mir, aus meiner göttlichen Natur, wie ich in ihr lebe, in ihrer menschlichen Natur. Darum ist es selbstverständlich, daß auch sie dort ist, wo ich bin. Dazu zwingen die Natur und die Liebe.“

Erstens „zwingt“ die Liebe grundsätzlich zu nichts, weil Zwang und Liebe unvereinbar sind. Zweitens hat Christus zwar die menschliche Natur angenommen, Maria aber nicht die göttliche.

Weiter heißt es in jener „Botschaft“:

„Wahrhaft wirklich wie auf Kalvaria ist ihr Fiat am Altar. Wäre es anders, so wäre sie nicht Miterlöserin. Miterlöserin war sie und wird sie immer sein in vollkommener Vereinigung mit mir, in der sie auch in der Ewigkeit mit euch sein wird. Jetzt seid ihr durch das Geheimnis des Glaubens vereint, wenn ihr daran glaubt und daraus lebt.“

Wir sind also dann „durch das Geheimnis des Glaubens“ vereint, wenn wir „daran glauben“, daß Maria „Miterlöserin“ ist. Dabei gehört dieser Titel durchaus nicht zum kirchlichen Lehrbestand. Papst Benedikt hat sich sogar ausdrücklich dagegen ausgesprochen. (Näheres siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2012/02/11/papst-titel-miterloserin-fur-maria-verdunkelt-den-wesentlichen-vorrang-christi/)

Was außerdem an diesen vermeintlichen Einsprechungen des Himmels stört: Ständig wird den Lesern eingeredet, die Freimaurerei sei der schlimmste Feind der Kirche  –  und das „jüdische Volk“ habe einen „Gottesmord“ vollbracht. israeltag2

Daß die freimaurerischen Standpunkte mit dem christlichen Glauben unvereinbar sind, ist eine klare Tatsache, aber daraus läßt sich kein derart übertriebenes Feindbild ableiten, als ob es sonst keine nennenswerten Gegner in- und außerhalb der Kirche gäbe.

Das jüdische „Volk“ hat Christus nicht ermordet, es waren vielmehr römische Soldaten, zweifellos angestachelt durch einen Teil der jüdischen Elite, aber nicht durch das Volk der Juden insgesamt.

Manche Bemerkungen klingen zudem ziemlich gnostisch bzw. leibfeindlich, zB. eine Botschaft des heiligen Josephs vom 15. Mai 1977: „Große, reine Liebe herrschte zwischen mir und meiner wahren Braut, Maria. Unsere Liebe wurde nie durch sinnliche Gefühle befleckt: Wir liebten uns wie Engel, die keinen Körper haben.“

Maria und Joseph waren aber Menschen, die einen Körper haben, keine Geistwesen, keine Engel. Natürlich lebten sie ihre Ehe enthaltsam, aber das bedeutet nicht „wie Engel, die keinen Körper haben“.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Auszüge aus dem erwähnten Buch finden Sie hier: http://kath-zdw.ch/maria/Ottavio.nicht.ich.habe.diese.stunde.gewollt.html#49


Aktuelle Spekulationen über eine „Papst-Prophetie“ des hl. Franziskus von Assisi

Von Felizitas Küble

„DrMartinBachmaier“ hat eine alte Prophetie, welche Franz von Assisi zugeschrieben wird, ausgegraben und auf dem Portal Gloria-TV verdeutscht. Mit Hilfe dieser angeblichen Weissagung wird die Gültigkeit der Franz-Papstwahl infrage gestellt. Unabhängig von dieser Spezialfrage enthält die Prophezeiung sowieso einige Irrtümer, so daß man sie wohl kaum als Himmelsbotschaft ernst nehmen kann. Radio Vatikan

Hier zunächst die wesentlichen Passagen (Linien zur Hervorhebung von uns):

„Die Macht der Dämonen wird mehr als gewöhnlich losgelassen werden, die unbefleckte Reinheit unseres und der übrigen Orden wird so sehr entstellt werden, dass nur ganz wenige unter den Christen dem wahren Papst und der römischen Kirche mit aufrichtigem Herzen und vollkommener Liebe gehorchen werden:

Jemand, der nicht kanonisch gewählt, (aber) auf dem Höhepunkt jener Drangsal zum Papsttum erhoben worden sein wird, wird sich bemühen, mit Scharfsinn vielen den Tod seines Irrtums einzuflößen.

Dann werden sich die Ärgernisse vervielfachen, unser Orden wird gespalten werden, viele der übrigen (Orden) werden völlig zerbrechen, weil sie dem Irrtum nicht RadioVatikanwidersprechen, sondern zustimmen werden.“

Hierzu stellen wir fest:

  1. Es gab noch nie ein Geschöpf (außer Maria), folglich erst recht noch nie einen Orden, welcher von „unbefleckter Reinheit“ war oder ist, weder die Franziskaner noch andere Ordensgemeinschaften. Somit ist schon der erste Satz unsinnig.
  2. Dasselbe gilt bezüglich eines Gehorsams mit „vollkommener Liebe“, zumal ein uneingeschränkter, gleichsam absoluter Gehorsam ohnehin allein GOTT gegenüber angebracht ist, nicht jedoch gegenüber der Person des Papstes oder sonstiger kirchlicher Würdenträger.
  3. Man kann ohne weiteres der Ansicht sein, daß der gegenwärtige Pontifex neben richtigen auch irrtümliche Aussagen tätigt –  aber tut er dies wirklich „mit Scharfsinn“? (Zudem ist der Satz vom „Tod seines Irrtums“ unlogisch, doch dies mag an der Übersetzung liegen.)
  4. Der Franziskanerorden spaltete sich bereits zu Lebzeiten von Franziskus  – und danach noch weitere unzählige Male, wobei auch sektiererische Ableger entstanden, welche von der Kirche nicht erlaubt wurden (zB. radikale Strömungen der endzeitschwärmerischen „Spiritualen“).  –  Überdies wird nicht erwähnt, worin denn der „Irrtum“ besteht, dem die vielen Orden zustimmen werden.

Wie man sieht, sind nicht nur neuere „Botschaften“ reihenweise mit Fragezeichen zu versehen, sondern auch angeblich alte Prophetien…..

Quelle für die Zitate: https://www.gloria.tv/article/XouvK3Jfo91z1mUunAiLJA64p

Fotos: Radio Vatikan


Kardinal Müller will „Botschaften“ und charismatische Phänomene kritisch prüfen

Am vergangenen Dienstag teilte das vatikanische Presseamt mit, daß Kardinal Gerhard Müller am 14. Juni 2016 ein Schreiben an die Bischöfe der katholischen Weltkirche richten wird, in dem er sich vor allem über Privatoffenbarungen sowie charismatische Bewegungen und Phänomene äußere und Richtlinien für ihre Beurteilunge vorlege.

Dabei geht es Medienberichten zufolge vor allem um das Verhältnis von Amt und Charisma, von kirchlicher Hierarchie und „charismatischen Gaben“.Scannen0008

Das angekündigte Dokument der Glaubenskongregation trägt den lateinischen Titel Iuvenescit Ecclesia („Die Kirche verjüngt sich“).

Wie die französische Tageszeitung „La Croix“ schreibt, will die wichtigste vatikanische Kongregation in Zukunft charismatische Gruppierungen stärker beaufsichtigen und Privatoffenbarungen, von denen Mitglieder aus entsprechenden Gruppen häufig berichten, sorgfältiger untersuchen lassen.

Kardinal Müller sagte in einem Interview mit der Vatikanzeitung, Charismatiker seien in etwa wie „ungeplante Kinder“, die ebenfalls geliebt würden, deren „grundstürzende“ Neuheiten aber „verstörend“ wirken könnten, weshalb sie der „Reinigung“ bedürften.

Auf „Katholisch.de“, dem Portal der deutschen Bischofskonferenz, heißt es dazu unter dem Titel „Kirche will Privatoffenbarungen strenger prüfen“, es gehe darum, charismatische Gruppierungen zukünftig „genauer zu beobachten“: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/medien-kirche-will-privatoffenbarungen-strenger-prufen2732900420_68d28f8a20

„Katholisch.de“ schreibt sodann zutreffend, daß „Privatoffenbarungen, etwa Marienerscheinungen“, die von der Kirche anerkannt wurden, „keine allgemeine Glaubensverbindlichkeit“ aufweisen; sie sind weder Dogma noch gehören sie zum amtlichen Glaubensgut der Kirche.

Tatsächlich sind „Privatoffenbarungen“ (Erscheinungen, Visionen, „Botschaften“, übernatürliche Einsprechungen etc.) von der Offenbarung Gottes nicht nur graduell, sondern grundsätzlich zu unterscheiden, denn die göttliche Offenbarung ist laut beständiger Lehre der katholischen Kirche mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen.

Daher sind auch jene Erscheinungen, welche von der Kirche approbiert (gebilligt, zugelassen, bejaht) wurden, keineswegs glaubensverbindlich bzw. nicht verpflichtend für die Gläubigen. Von den nicht-anerkannten oder gar ausdrücklich abgelehnten Privatoffenbarungen soll sich das Kirchenvolk ohnehin fernhalten.

Weitere Hinweise zu diesem Themenkreis hier: https://charismatismus.wordpress.com/2014/03/27/prof-joseph-schumacher-zur-kirchlichen-approbation-von-privatoffenbarungen/


Medjugorje: Neue Monatsbotschaft an Marija mit Lob- und Schauermeldungen

Von Felizitas Küble

Bereits seit dem 24. Juni 1981 erscheint angeblich die Madonna in der Pfarrei Medjugorje einigen „Seherkindern“, die natürlich inzwischen längst erwachsen und zumeist verheiratet sind und eine eigene Familie gründeten. Diese Privatoffenbarungen mtcarmelpic1 in Bosnien-Herzegowina werden vom zuständigen katholischen Bischof seit jeher öffentlich als unecht abgelehnt, was jedoch den Medju-Fanclub nicht weiter stört.

Die Visionärin Marija Pavlovic-Lunetti erhält sogar tägliche Besuche der „Königin des Friedens“, dort als „Gospa“ bezeichnet. Stets am 25. Tag eines jeden Monats empfängt sie von der Erscheinungs-„Maria“ zudem eine Botschaft, die   – so lautet die Meldung aus Medjugorje  – „in besonderer Weise an die ganze Welt gerichtet ist“.

Die Monatsbotschaft vom 25. April 2016 lautet folgendermaßen:

„Liebe Kinder! Mein Unbeflecktes Herz blutet während ich euch in Sünde und sündhaften Gewohnheiten anschaue. Ich rufe euch auf, kehrt zu Gott und dem Gebet zurück, dass es euch gut ergehe auf Erden. Gott ruft euch durch mich, dass eure Herzen Hoffnung und Freude seien für all jene, die fern sind.

Mein Ruf möge euch Balsam für die Seele und das Herz sein, damit ihr Gott, den Schöpfer, der euch liebt und zur Ewigkeit aufruft, verherrlicht. Meine lieben Kinder, das Leben ist kurz; ihr, nutzt diese Zeit aus, um Gutes zu tun. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!“

Dazu einige Hinweise: Foto: Dr. Bernd F. Pelz

  1. Trotz täglicher (!) Besuche der „Himmelskönigin“ im Laufe von immerhin fast 35 Jahren scheint es mit den (Seher-)“Kindern“ schlimm auszusehen, bestätigt sie ihnen doch „Sünde und sündhafte Gewohnheiten“  –  wobei die Grammatik des Satzes zudem auch den Schluß zuließe, die Erscheinungsmadonna selber befände sich „in Sünde und sündhaften Gewohnheiten“. Wir gehen aber davon aus, daß das Visions-Phantom sich lediglich sprachlich nicht ganz auf der Höhe befindet und sich keinesegs selbst anklagen wollte.
  2. Die „Gospa“ appelliert an ihre „Kinder“, sie sollen zu Gott und dem Gebet „zurückkehren“ – also haben sie sich offenbar zwischenzeitlich von beidem entfernt? – Die Umkehr soll bezwecken, so heißt es weiter, „dass es euch gut ergehe auf Erden“.  Ist unser einstiges Wohlergehen in Reiche Gottes nicht weitaus wichtiger?
  3. Zudem ruft uns Gott nicht „zur Ewigkeit auf“, denn diese ist ohnehin vorhanden. Auch die Hölle befindet sich schließlich im Jenseits. Gott ruft uns vielmehr in die ewige Seligkeit, also in den Himmel.
  4. Am Schluß wird das Gegenteil von dem erzählt, was zu Beginn der „Botschaft“ gesagt wird. Jetzt werden die „Kinder“ gelobt, weil sie dem Ruf der Madonna gefolgt seien. Offenbar leidet diese Erscheinungsmaria an Gedächtnisstörungen.

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

2. Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Die „Erscheinung“ in Medjugorje bietet wieder eine kuriose „Monatsbotschaft“

Von Felizitas Küble

Bereits seit dem 24. Juni 1981 soll in Medjugorje die Gottesmutter erscheinen  – freilich ohne kirchliche Anerkennung. Weit über 40.000 mal soll sich die Madonna  den Sehern in der dortigen Pfarrei in Bosnien-Herzegowina gezeigt  haben  – zweifellos ein einmaliger Vorgang in der zweitausendjährigen Kirchengeschichte. media-372515-2

Zur visionären Schar gehört auch die Familienmutter Marija Pavlovic-Lunetti. Die Seherin empfängt am 25. Tag jeden Monats eine Botschaft, die „an die ganze Welt gerichtet“ ist.

Am 25. Februar lautete die Ansprache der „Königin des Friedens“ folgendermaßen:

„Liebe Kinder! In dieser Zeit der Gnade rufe ich euch alle zur Bekehrung auf. Meine lieben Kinder, ihr liebt wenig, ihr betet noch weniger. Ihr seid verloren und ihr wisst nicht, was euer Ziel ist. Nehmt das Kreuz, schaut auf Jesus und folgt Ihm. Er gibt sich euch bis zum Tod am Kreuz, weil Er euch liebt.

Meine lieben Kinder, ich rufe euch auf, kehrt zum Herzensgebet zurück, damit ihr im Gebet Hoffnung und den Sinn eures Existierens findet. Ich bin mit euch und bete für euch. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!“

Man kann sich erneut darüber wundern, daß solch unsinnige „Botschaften“ immer noch von zahlreichen Menschen wie bare Münze bzw. himmlische Wahrheiten aufgenommen werden.

Dabei bestätigt die vermeintliche Madonna den „lieben Kindern“ bzw. ihrer Seherschar nicht zum ersten Mal, daß sie „verloren“ seien. Keine guten Aussichten also nach jahrzehntelangen Erscheinungen, wobei sie  – so behauptet das Phänomen –  immer noch nicht wissen, was ihr „Ziel“ ist. Doch offenbar weiß es die angebliche Himmelsmutter auch nicht, da sie die Visionäre einerseits für „verloren“ erklärt, sich aber zugleich bei ihnen bedankt, daß sie ihrem Ruf „gefolgt“ seien.

Zudem ist die Gegenwartsform hinsichtlich des Heilswirkens Christi („Er gibt sich euch bis zum Tod am Kreuz“) theologisch zumindest mißverständlich, denn der Kreuzestod  unseres Heilandes ist als historisches Ereignis längst geschehen. Die Vergegenwärtigung dieses Opfers in der hl. Messe ist keine Wiederholung, sondern eine unblutige Gedächtnisfeier, ein sakramentales Opfer Christi und der Kirche, was nichts an der Einmaligkeit des Kreuzestodes von Golgotha ändert.

 

 


Medjugorje: Mirjanas neue Himmelsbotschaft

Von Felizitas Küble

Medjugorje ist ein kirchlich nicht anerkannter, aber allseits bekannter Erscheinungsort in Bosnien-Herzegowina. Dort soll seit über 34 Jahren der „Himmel die Erde berühren“, wie es in Fankreisen gerne heißt.

Zur Seherschar gehört auch Mirjana Dragicevic-Soldo; sie erhielt am 2. Oktober 2015 von der Gospa (wie die Madonna in jener Region genannt wird) wieder eine „Privatbotschaft“, die auch online verbreitet wird. Wir veröffentlichen den vollen Wortlaut (Linien zur Hervorhebung von uns):  Scannen0004

„Liebe Kinder! Ich bin hier bei euch, um euch zu ermutigen, euch mit meiner Liebe zu erfüllen und von neuem aufzurufen, Zeugen der Liebe meines Sohnes zu sein.

Viele meiner Kinder haben keine Hoffnung, sie haben keinen Frieden, sie haben keine Liebe. Sie suchen meinen Sohn, aber sie wissen nicht, wie und wo sie Ihn finden. Mein Sohn breitet für sie die Hände aus; helft ihnen, dass sie in Seine Umarmung kommen.

Meine Kinder, deshalb müsst ihr um die Liebe beten. Ihr müsst viel, viel beten, damit ihr noch mehr Liebe habt, denn die Liebe besiegt den Tod und bewirkt, dass das Leben fortbesteht. Apostel meiner Liebe, meine Kinder, vereint euch mit aufrichtigem und einfachem Herzen im Gebet, wie weit ihr auch immer voneinander entfernt seid.

Ermutigt einander im geistigen Wachstum, so wie ich euch ermutige. Ich wache über euch und bin mit euch wann immer ihr an mich denkt. Betet auch für eure Hirten, für diejenigen, die wegen meinem Sohn und wegen euch allem entsagt haben. Liebt sie und betet für sie. Der himmlische Vater hört eure Gebete. Ich danke euch.“

Hierzu einige Anmerkungen:Wetzlar-DSC_0640-2 - Kopie

1. Die wahre Gottesmutter wird nur jene Menschen als ihre „Kinder“ bezeichnen, die auch Kinder Gottes sind. Alle Menschen sind zwar Geschöpfe Gottes, aber die geistliche Kindschaft erhalten wir durch die Taufe; durch die schwere Sünde wird die Freundschaft mit Gott zerstört. Daher sind jene Getauften, die sich nicht  mehr in der Gnade Gottes befinden, keineswegs im Zustand der Gotteskindschaft (theologisch als „Gnadenstand“ bezeichnet). Wenn also jemand weder Hoffnung, noch Frieden, noch Liebe hat, dann ist er kein Kind Gottes – und folglich auch kein Kind der Madonna. Es wird hier aber das Gegenteil behauptet.

2. Wer Christus sucht, findet ihn in der Kirche  – wo sonst?  Warum wird diese klare Lösung in der Medju-Botschaft nicht erwähnt? Stattdessen ruft diese Erscheinung ihre Seherschar fast flehentlich um Hilfe an. Wozu hat Christus dann überhaupt eine Kirche gegründet, wenn die „Madonna“ jahrzehntelang auf die Erde steigt, um ein halbes Dutzend Visionäre als geistliche Hilfstruppen zusammenzurufen?

3. Die Liebe Christi besiegt den Tod und schenkt uns das ewige Leben bei Gott. Hier wird aber gesagt: „…daß das Leben fortbesteht“. – Welches Leben? Das irdische? – Falls hier die ehelich-intime Liebe gemeint sein sollte, welche für Nachkommenschaft sorgt, so überwindet diese Form der Liebe keineswegs den Tod, denn sie existiert im Jenseits nicht mehr.

4. Das „geistige Wachstum“ ist freilich etwas, das Mirjana und die anderen Visionäre von Medjugorje dringend benötigen, was aber durch derart banale Botschaften kaum zustandekommen kann. Im übrigen erscheint es merkwürdig, wenn die angebliche Madonna nur dann über ihre Schar wacht, sofern diese „an mich denkt“. Wo ist hier von Gott, wo von Christus oder vom Hl. Geist die Rede?

Felizitas Küble leitet hauptberuflich den KOMM-MIT-Verlag und ehrenamtlich das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Neue Katastrophenstimmung wegen CERN in endzeitpanischen Kreisen ausgebrochen

Von Felizitas Küble

Derzeit ist offenbar wieder einmal die Endzeit akut ausgebrochen, wird doch in sensationsbewegten Kreisen angstvoll vor Kometen und Mega-Meteoriten aus dem Universum gewarnt, welche angeblich demnächst unsere Erde bedrohen.
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Gleichzeitig wächst im erscheinungsfixierten frommen Spektrum die apokalyptische Panikstimmung. Auch im westfälischen Münster rufen Gebetsgruppenleiter bereits mündlich und schriftlich zu dramatisch wirkenden „Sturmgebeten“ auf.
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Der Anlaß: Noch in diesem Septembermonat seien weltweit große Katastrophen zu erwarten. So heißt es z.B. auf der Webseite „Herz Mariens“ (http://herzmariens.ch/Zuschriften/Gebetsanliegen/Gebets-Aufruf.pdf):
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„CERN (Europäische Organisation für Kernforschung) fährt seinen Teilchenbeschleuniger erstmalig im September auf Maximalleistung hoch. Kein Wissenschaftler vermag die möglichen Folgen abzuschätzen oder zu ermessen!“
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(Hier lesen Sie eine gründliche wissenschaftliche Widerlegung dieser Panikmache: https://www.facebook.com/notes/kay-hoffmann/verschw%C3%B6rungsschwachsinn-um-den-weltuntergang-durch-cern-am-23-september-2015/924023997656671)

Die apokalyptische „Restarmee“ ruft zu „Siegelgebeten“ auf…

Ihre weltweiten Sturm- und Kettengebete halten diese Schwarzseher für einen „Ruf aus der Wüste“, den „wir als Restarmee weitergeben könnten“. – Auch „Versiegelungen“ bzw. Siegelgebete und durch Visionen angeregte Anrufungen sind bereits im Umlauf. (Quelle: http://herzmariens.ch/Gebete_Litaneien_Messen/liste_gebete.htm)
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Natürlich gibt es zu dieser Endzeitbotschaft auch den entsprechenden Seher, welcher uns schlicht als „Enoch“ aus Kolumbien vorgestellt wird. Der „ältere einfache Katechet“ erhalte schon seit 20 Jahren „Mitteilungen vom Himmel“, am 30. August 2015 gar von „Gott-Vater selber“:
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In dieser Botschaft würden „die Auswirkungen des Teilchenbeschleunigers im CERN (Genf)“ beschrieben, nämlich nicht weniger als eine „Verschiebung der tektonischen Erdplatten, was ungeheure Erdbeben auslösen“ würde. Ceres_animiert_l
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Dies wird wohlgemerkt nicht als ein mögliches Problem hingestellt, sondern konkret angekündigt.
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Über einer „Gottvater“-Botschaft vom 30. August 2015 steht der bezeichnende Titel: „Mein Volk, betet weltweit in Ketten….“ (Kettengebete kennt man sonst nur aus der abergläubischen Szene).
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Angeblich soll „Gott-Vater“ an jenem Tage über seinen Seher Enoch folgenden Aufruf an die Menschheit erlassen haben: 
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„Die schlecht angewandte Technologie wird eine Geissel für die Menschheit sein. Die Wissenschaftler dieser letzten Zeiten glauben, sie seien Götter; sie experimentieren innerhalb des Erdkerns, das wird für Meine Schöpfung schlimme Folgen haben. Der durch den Menschen geschaffene Teilchenbeschleuniger verschiebt die tektonischen Platten und das wird Erdbeben und Tsunamis auslösen von einer sehr grossen Stärke , welche Populationen (Bevölkerungen) und Küstenstädte vernichten wird.
(Die von uns eingefügten Linien verdeutlichen die Tatsache, daß es sich um eine direkte Ankündigung handelt.)

Falls die Katastrophe ausbleibt, liegt es an der Beterschar….

Wenn die düstere Prognose nicht eintrifft, liegt dies natürlich  –  man kennt ja dieses Ausweich-Muster –  daran, daß die Anhänger des Endzeitvisionärs soo eifrig gebetet haben, so daß die bereits erfolgte Ankündigung glücklicherweise abgewendet werden konnte.
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Auf diese unseriöse Weise haben Panikmacher dieses Stils schlußendlich immer die Trumpfkarte im Ärmel  –  und schützen sich so davor, hinterher als falsche Propheten entlarvt zu werden.
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Natürlich weiß der lateinamerikanische Seher auch genau zu sagen, wann der Gebetssturm losgehen soll  – siehe folgende Mitteilung von „Gott-Vater“, die ihm angeblich am 6. September 2015 zuteil wurde:
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„Mein Volk, betet ab sofort und tretet am kommenden 20. September der weltweiten Kette des Gebets, Fastens und Sühnens bei; von 12 Uhr Mittag bis 6 Uhr (kolumbianische Zeit, Differenz 7 Stunden) abends des gleichen Tages.
Das heisst für Europa: von Sonntag, 20. September 2015, ab 19 Uhr (7 Uhr abends) bis Montag, 21. September 2015, 1.00 Uhr. Bittet mich, Meine Kinder, dass ich die Experimente stoppe, die durch den Teilchenbeschleuniger im Innern Meiner Erde stattfinden werden.
Ich zähle auf euch, Mein Volk! Euer Vater Yhavè, Herr der Schöpfung.“ 
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Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.