Die Abschieds-Erklärung des israelischen Botschafters in Deutschland

„Deutschland steht heute an der Spitze der westlichen Welt“

Am 27. August 2017 endet nach über fünf Jahren die Amtszeit des israelischen Botschafters in Deutschland, Yakov Hadas Handelsman (siehe Foto). Sein eigener Vater sowie der Vater seiner Frau Ida überlebten jeweils als einzige in ihrer Familie die nationalsozialistische Vernichtungspolitik gegen die Juden . In seiner öffentlichen Abschiedserklärung heißt es daher:  

„Wer hätte vor diesem Hintergrund jemals gedacht, dass ich einmal als israelischer Botschafter nach Deutschland kommen würde? Für mich werden jedenfalls die positive Entwicklung und die heutige Dynamik der israelisch-deutschen Zusammenarbeit und Freundschaft niemals zu einer Selbstverständlichkeit werden.“

Danach schreibt der scheidende Diplomat:

„Was nehme ich mit aus Deutschland? Neben dem Wissen, dass unsere Beziehungen heute auf politischer Ebene sowohl einzigartig als auch strategisch sind, auch die Überzeugung, dass sie diesen Status ebenso in der Zukunft behalten werden.

Ich habe den Wandel, den Deutschland in den vergangenen Jahren durchlaufen hat, aufmerksam verfolgt. Deutschland steht heute an der Spitze der westlichen Welt und übernimmt auch über Europa hinaus immer neue Führungsaufgaben.

Es bleibt nicht aus, dass sich Deutschlands neue außenpolitische Machtposition auch auf die deutsch-israelischen Beziehungen auswirkt. Was jedoch nicht vergessen werden darf, ist, dass sich Deutschland nur eine neue Identität aufbauen und einen Platz in der internationalen Gemeinschaft erarbeiten konnte, indem es sich zu seiner Vergangenheit bekannte und die notwendigen Konsequenzen zog. In andern Worten: Einen „Schlussstrich“ unter die Shoa kann und wird es nicht geben.“

Der israelische Botschafter würdigt besonders das Jubiläumsjahr 2015 (50 Jahre diplomatische Beziehungen Deutschland-Israel); er berichtet zudem, daß er von März 2012 bis August 2017 in so viele Städte und Orte in Deutschland gereist sei, wie er nur konnte:

„Ich habe versucht, auch die Seiten meines Landes zu zeigen, die nicht so bekannt sind und Verbindungen zwischen Akteuren auf beiden Seiten zu knüpfen, die unsere florierenden Beziehungen gemeinsam weiter voranbringen können. Mir werden die vielen Begegnungen mit engagierten Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft in sehr guter Erinnerung bleiben, für die aus der Vergangenheit ganz offensichtlich Verantwortung erwächst.“

Der Abschiedsbrief von Yakov Hadas Handelsman endet mit den Worten:

Heute möchte ich mich nun mit einem herzlichen Dankeschön für die Unterstützung, das Vertrauen, die kreative Zusammenarbeit und die Freundschaft verabschieden. Lehitraot – auf Wiedersehen!“

Quelle: Israelische Botschaft in Deutschland – Foto: Boaz Arad


Israelischer Botschafter über Veränderungen in Deutschland durch Terrorgefahren

Der israelische Botschafter in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsman, erklärte in einem Gespräch mit der „Berliner Zeitung“, Deutschland habe sich durch die terroristische Bedrohung bereits verändert und sei vorsichtiger und gefahrenbewußter geworden.  

Auf die Frage von Jochen Arntz und Damir Fras, was er den Deutschen empfehlen wolle, sagte der Botschafter: 

„Es steht mir als israelischer Diplomat nicht an, den Deutschen Ratschläge zu geben. Aber wir Israelis haben leider viel Erfahrung mit terroristischen Bedrohungen.

Wenn ich Deutschland und Israel vergleichen soll, fällt mir auf, dass diese Gefahren in Israel auch von der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen werden. In Israel würde niemand sagen, wenn er einen herrenlosen Koffer in einem Bus sieht: Der gehört mir nicht, also geht mich das nichts an. In Israel würde man in so einem Fall sofort die Polizei rufen.“

Auf die Frage, ob sich die deutsche Gesellschaft schon in Richtung verstärkter Wachsamkeit geändert habe, erklärte der jüdische Diplomat:

„Die Gesellschaft verändert sich, weil sie es muss. Es geht um Menschenleben. Es gibt kein Wunderrezept. Terrorismus ist wie ein Virus, den man bekämpfen muss – und an irgendeiner Stelle muss man anfangen. Je mehr Sicherheitsvorkehrungen, desto höher die Chancen, das Risiko zu verringern.“

Zur Frage nach der Gedächtniskultur in Deutschland hinsichtlich der NS-Zeit berichtet der israelische Repräsentant:

„Ich werde oft von Leuten in Israel gefragt, die noch nie in Deutschland waren: Haben die Deutschen schon alles unter den Teppich gekehrt oder haben sie noch etwas von der Geschichte übrig gelassen? Ich sage dann immer etwas scherzhaft: In Deutschland kann man auch als Blinder die Vergangenheit nicht übersehen. Denn wenn man in Berlin oder in Köln oder Frankfurt auf der Straße stolpert, dann kann es gut sein, dass man über einen Stolperstein stolpert, der an die Verfolgung von Juden durch die Nazis erinnert.“

Yakov-Handelsman erinnert zudem daran, daß die Stolperstein-Aktion nicht von Staat ausgeht, sondern von engagierten Bürgern.

Quelle für die Zitate: http://www.berliner-zeitung.de/politik/israels-botschafter-in-berlin–terrorismus-ist-wie-ein-virus–den-man-bekaempfen-muss–27837866


Jeremy Issacharoff wird im Sommer 2017 neuer Botschafter Israels in Deutschland

Der Diplomat Jeremy Issacharoff (siehe Foto) wird neuer Botschafter des Staates Israel in Deutschland. Diese Entscheidung fällte am gestrigen Mittwoch das zuständige Komitee im israelischen Jeremy Issacharoff (Foto: MFA)Außenministerium.

Issacharoff ist derzeit stellv. Leiter des Außenministeriums in Jerusalem und Leiter der Abteilung für multilaterale Angelegenheiten.

Der 1955 geborene Jurist steht seit 1982 im Dienst des Außenministeriums.

Die Ernennung muss noch von der israelischen Regierung bestätigt werden. Issacharoff wird voraussichtlich im Sommer Botschafter Yakov Hadas-Handelsman ablösen, der dieses Amt seit März 2012 innehat.

Quelle (Text/Foto): Israelische Botschaft


Berlin: Beim judenfeindlichen Al-Quds-Marsch waren Hisbollahfahnen verboten

Von Michael Leh

Auf der anti-israelischen Al-Quds-Demonstration in Berlin waren dieses Jahr Hisbollah-Flaggen verboten. Etwa 800 Anhänger der Organisation, deren militärischer Arm auf der EU-Terrorliste steht, zogen über den Kurfürstendamm.

Dort fand zuvor eine Gegendemonstration von Israel-Freunden mit etwa der gleichen Teilnehmerzahl statt. 640 Polizisten mussten dafür sorgen, dass es zu keFoto 1 - Leh für PAZ - Burkas schn DSC_0305inen gewaltsamen Zwischenfällen kam.

Seit 1996 findet jedes Jahr dasselbe üble Spektakel mitten in Berlin statt: Anhänger des Teheraner Mullah-Regimes und der von ihm finanzierten libanesischen Hisbollah („Hizb Allah“ = „Partei Gottes“) demonstrieren mit ihrem Al-Quds-Marsch aggressiv gegen Israel.

BILD: Burka- und Kopftuch-Trägerinnen bei der Demonstration auf dem Kudamm (Foto: M. Leh)

Der Al-Quds-Tag (nach dem arabischen Namen für Jerusalem al-Quds) wurde 1979 vom iranischen „Revolutionsführer“ Ajatollah Ruhollah Chomeini propagiert. Chomeini erklärte die „Befreiung“ Jerusalems zur religiösen Pflicht eines jeden Muslims. Iran und Hisbollah negieren das Existenzrecht Israels und rufen zu dessen gewaltsamer Beseitigung auf.

In den Auflagen des Berliner Innensenats für die diesjährige Al-Quds-Demonstration hieß es aufgrund von Erfahrungen der Vorjahre:

„Es ist untersagt, während der Dauer des Aufzugs Gegenstände – insbesondere Fahnen, Puppen und ähnliche Gegenstände – im öffentlichen Verkehrsraum zu verbrennen. Des Weiteren ist untersagt, Gewalttaten, die darauf gerichtet waren oder sind, Menschen zu töten, zu verletzen oder zu entführen, in Wort, Bild oder Schrift zu verherrlichen oder gutzuheißen bzw. zu solchen Taten aufzufordern. Untersagt ist das Rufen von Parolen wie ,Tod Israel!´ bzw. ,Tod (den) Israelis!´ ,Tod Israel, verflucht seien die Juden und Sieg für den Islam!´ und ,Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein.´“

Untersagt wurde außerdem jedes Werben für die Hisbollah und ihr nahestehende Organisationen: „Kennzeichen, Symbole oder Embleme dieser Organisationen dürfen weder auf Fahnen und Transparenten noch an der Kleidung der Teilnehmer noch auf sonstige Weise gezeigt werden.“  Foto 3 Leh - Gegendemonstration der Israel-Freunde auf dem Kurfürstendamm schn

Ohne die genannten speziellen Verbote wäre es wohl erneut zu offenen antisemitischen Schmähungen und Gewaltaufrufen gekommen.

BILD: Pro-jüdische Demonstration gegen den Al-Quds-Marsch (Foto: M. Leh)

Gezeigt wurden Plakate, auf denen der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und US-Präsident Barack Obama als Mörder bezeichnet oder zum Boykott israelischer Waren aufgerufen oder Israel als „Terrorist“ und „Der wahre Menschenfeind“ bezeichnet wurde.

Demonstranten trugen das Konterfei Chomeinis auf T-Shirts, ganze  Kopftuchgeschwader nahmen teil, auch vollverschleierte Frauen.  Unentwegt skandiert wurde „Zionismus ist Rassismus“. Auch kleine Jungen und Mädchen, unmündige Kinder, hatte man mit solchen Plakaten ausgerüstet.

Palästinensische Fahnen waren häufig. Eine Kopftuchfrau trug die verbotene Hisbollah-Fahne zusammengewickelt um den Hals. Auf der gelben Fahne der Hisbollah ist in der grünen Farbe des Islam eine stilisierte Kalaschnikov abgebildet, in einer Faust erhoben über der Weltkugel.

Wie in den Vorjahren nahmen auch türkische Islamisten an der Kundgebung teil. Wieder waren auch aus Hamburg noch Hisbollah-Unterstützer mit Bussen angereist.

Wie jedes Jahr ließ man zur Staffage dieselben drei ultraorthodoxen Juden auftreten, die den Staat Israel ablehnen und sich willig vor den Karren des Teheraner Regimes spannen lassen, drei bleiche sinistre Gestalten mit Schläfenlocken und riesigen Pelzmützen auf dem Kopf. Da sie am Schabbat nicht reden dürften, verlese man die vorgefertigte Rede von einem der Dreien, erklärte ein Al-Quds-Organisator. RTEmagicC_Frau_Verschleiert_jpg

Auf der Gegenkundgebung am Kranzlereck erklärte Israels Botschafter Yakov Hadas-Handelsman, erst im März 2016 habe der Iran Langstreckenraketen getestet, auf denen stand: „Israel muss ausradiert werden“.

Beim Al-Quds-Tag gehe es angeblich um die Befreiung Jerusalems. „Aber in Wahrheit“, so der Botschafter, „geht es darum, Jerusalem zu islamisieren.“ Jerusalem solle nicht nur „judenrein“, sondern auch „christenrein“ werden.  Bei der Al-Quds-Demonstration am Vortag in Teheran seien auch Fahnen westlicher Staaten verbrannt und Bilder westlicher Staats- und Regierungschefs mit Steinen beworfen worden.

Das American Jewish Committee (AJC) hatte im April enthüllt, dass die künstlerische sowie die pädagogische Leiterin des „Refugee Club Impulse“ (RCI), Nadia Grassmann und Maryam Somaya  Grassmann,  seit Jahren an der Al-Quds-Demonstration in Berlin beteiligt sind.

Der Vater der beiden, Jürgen Grassmann, ein Berliner Ikonenhändler, ist ein Anmelder des Al-Quds-Marsches. Das RCI, ein Theaterprojekt für Flüchtlinge, hatte beim Projektfonds Kulturelle Bildung des Landes Berlin eine Fördersumme von 100.000 Euro beantragt.

Erst nach dem Hinweis des AJC auf die Al-Quds-Aktivitäten der Grassmann-Töchter verweigerte der Berliner Senat die Förderung. Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters zog erst nach den AJC-Informationen die Nominierung des RCI für einen „Sonderpreis für kulturelle Projekte mit Flüchtlingen“ zurück. „Inwieweit es systematische Versuche der Einflussnahme von Hisbollah-Anhängern auf Flüchtlinge in Deutschland gibt, bleibt indes ungeklärt“, so das AJC.

Unser Autor Michael Leh ist Journalist und lebt in Berlin; Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der PAZ (Preußischen Allgemeinen Zeitung)

 


Kampf zwischen Licht und Finsternis

Der israelische Botschafter Yakov Hadas-Handelsman erklärte heute morgen zum Terroranschlag von Nizza:deutschland-israel-flag-300x214

„Wir sind erschüttert über den furchtbaren Anschlag und den Mord an unschuldigen Bürgern, deren einziges Vergehen es war, den französischen Nationalfeiertag und damit die Werte von liberté, égalité und fraternité zu feiern. Wir befinden uns in einem Kampf zwischen Licht und Finsternis, in einem Kampf um unser Leben und unsere Werte.

Gemeinsam können wir diesen Kampf gewinnen und den Traum von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit bewahren. Den Familien der Ermordeten gilt unser tiefempfundenes Beileid, den Verletzten unsere Wünsche für schnelle und vollständige Genesung.“

Quelle: Botschaft des Staates Israel in Berlin


Norderstedt würdigte das Jubiläum „50 Jahre deutsch-israelische Beziehungen“

Mit einem Konzert würdigten die Stadt Norderstedt und der Verein „Chaverim – Freundschaft mit Israel“ am Samstag, den 7. November, den 50. Jahrestag der Aufnahme von diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel. Die israelische Cellistin Hila Karmi musizierte gemeinsam mit dem Symphonischen Blasorchester Norderstedt.

Zum anschließenden Empfang im Rathaus erschienen neben Norderstedter Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Mitgliedern jüdischer Gemeinden aus Hamburg auch der israelische Botschafter Yakov Hadas-Handelsman und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig.

BILD v. l. n. r.: Oberbürgermeister Grote, Botschafter Hadas-Handelsman, Ministerpräsident Albig und Ayala Nagel von Chaverim (Foto: Stadt Norderstedt)

Oberbürgermeister und Gastgeber Hans-Joachim Grote erklärte, die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland 20 Jahre nach dem Holocaust sei ein historischer Meilenstein gewesen. Gleichzeitig betonte er, dass Freundschaft auch vor Ort gelebt werden müsse.

„Unsere Freundschaft basiert auf der Vergangenheit, der Shoah, aber auch auf der heute facettenreichen Zusammenarbeit“, sagte Botschafter Hadas-Handelsman. Zum Erfolg habe die Art beigetragen, wie Deutschland sich seiner Verantwortung gestellt habe. Bei einer Schlussstrich-Politik wäre die Freundschaft nie zustande gekommen, sagte der Botschafter.

Quelle: Israelische Botschaft/Chaverim/Hamburger Abendblatt


Israels Botschafter: Sachkritik JA, Hetze NEIN

Bei einer Demonstration in Berlin am vergangenen Freitag verteidigte Israels Botschafter in Deutschland, Jakov Hadas-Handelsman, das Recht Israels, sich gegen den Terror der Hamas zu verteidigen. 

In seiner Rede sagte der Diplomat u.a.: Wir reagieren militärisch, um die Zivilbevölkerung zu schützen, die Hamas dagegen schützt ihre Waffen mit der Zivilbevölkerung.

Kein anderer Staat dieser Erde würde einen solchen Beschuss seiner Zivilbevölkerung auch nur eine Woche tolerieren – ein Beschuss, dem Israel schon seit vielen Jahren durch die Hamas ausgesetzt ist“.

Zu den Protesten gegen Israel in Deutschland sagte der Botschafter, man könne die israelische Politik natürlich kritisieren, „solange diese Kritik nicht in Hass, Hetze und Antisemitismus umschlägt“.

In zahlreichen Interviews bezog der Botschafter in den vergangenen Tagen Stellung zu den aktuellen Entwicklungen in Israel. Eine umfassende Übersicht dieser Beiträge finden Sie laufend aktualisiert HIER: http://embassies.gov.il/berlin/departments/presse/Pages/Beitraege-in-deutschen-Medien.aspx

Quelle: Botschaft des Staates Israel


Israels Botschafter über die UNO, die EU, den Gazastreifen und israelfeindliche Proteste

Gestern beantwortete der israelische Botschafter in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsman (siehe Foto), in einem einstündigen Facebook-Chat Fragen  zur aktuellen Lage. Botschafter Yakov Hadas-Handelsman

Hier folgen einige dieser Fragen und die jeweiligen Antworten des jüdischen Diplomaten:

Richard Krauss: Warum verstehen nach Ihrer Meinung viele Menschen in Europa und auch in Deutschland nicht, dass Israel wie jedes andere Land das Recht hat, sein Land und seine Bevölkerung zu schützen ? Wie erleben Sie als Botschafter und Ihre Mitarbeiter in Berlin gegenwärtig die Situation von Seiten der Presse und der Bevölkerung?

Israelischer Botschafter:
Jemand hat behauptet, dass in der UNO drei Maßstäbe gelten: einer für undemokratische Staaten ( das ist leider noch immer die Mehrheit der Länder weltweit), zweitens für demokratische Staaten und drittens nur für Israel. Diese Aussage ist leider kein Scherz, sondern wir erleben sie tagtäglich und leider auch manchmal hier in Deutschland. 

Israel hat nach internationalem Recht das Recht und sogar die Pflicht, seine Staatsbürger zu verteidigen. Kennen Sie einen einzigen anderen Staat, der auch nur eine Woche, und nicht wie wir 14 Jahre, eine Situation tolerieren würde, in der seine Bürger den Launen von Terroristen ausgesetzt sind?  idf-unrwa

Wir haben den Gazastreifen vor fast 9 Jahren vollständig geräumt. Wir haben Siedlungen geräumt und über 10.000 Menschen gezwungen, umzusiedeln. All das geschah nicht als Teil eines Verhandlungsprozesses. Es war Teil eines unilateralen Prozesses, um der Welt und den Palästinensern zu zeigen, dass wir Frieden wollen. Und was haben wir bekommen?

Guybrush Threepwood: Wie gefährlich sehen Sie die antiisraelischen Demonstrationen hier in Deutschland? Es sind immerhin Nazis, Islamisten und Antisemitische Linke, die dort zusammen demonstrieren.

Israelischer Botschafter:
Demonstrationen sind ein Herzstück westlicher Demokratien, aber nur solange sie gewaltfrei bleiben und frei von Hass sind. Was wir in den letzten Tagen gesehen haben – gewalttätige pro-palästinensische Demonstrationen, bei denen pro-Israel-Demonstranten überfallen wurden – Hassparolen und Hass in sozialen Netzwerken, das ist nicht Teil westlicher Demokratie.

Das ist ein Versuch, Methoden, wie wir sie aus Dikaturen aus unserer Nachbarschaft kennen, nach Deutschland zu importieren. Das macht uns Sorgen, aber es sollte auch den Menschen in Deutschland Sorgen machen.

Till Mansmann:  Herr Botschafter, der Gaza-Streifen wird ganz wesentlich von EU-Geldern gestützt, also auch aus meinen Steuergeldern. Für eine friedliche Lösung des Konflikts und für den Aufbau ziviler Strukturen bin ich auch bereit zu zahlen. Können wir aber sicher sein, dass nicht ein Teil des Gelds in die Raketen fließt, die die Terroristen auf Israel schießen? 40323-90x80

Es ist für mich gerade als Deutscher eine Horror-Vorstellung, wenn auch nur ein Cent meiner Steuergelder Angriffe auf israelische Bürger finanziert! Haben Sie Erkenntnisse darüber, ob EU-Geld in dieser Hinsicht missbraucht wird? Und wenn ja: Wird die europäische Bevölkerung über diese Erkenntnisse informiert?

Israelischer Botschafter:
Ja, das geht auch aus einem Untersuchungsbericht des europäischen Parlaments hervor. Wir werden den Link dazu nachreichen. Sie haben als europäischer Bürger die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Muhammed Saat: Guten Morgen. Wie kann es sein, dass der durchnittliche Wasserverbrauch von einem Palästinenser 17 Liter beträgt und einem Israeli 70 Liter pro Tag zur Verfügung stehen? Wie kommt es zu den 10 Anforderungen der Hamas für einen gerechteren Umgang?

Können sie die Hamas von den Palästinensern unterscheiden? Würden Sie Tinte mit Tinte wegwischen? Warum versucht man, Blut mit Blut wegzuwischen, Rache für Rache? Haben Sie einen langfristigen Lösungsvorschlag? Ich möchte den Frieden und keine Mauer oder Barrikaden.

Israelischer Botschafter:
Ihre Aussage zum Wasser stimmt nicht. Das können Sie auch hier nachlesen. 120714022411-b1-

Ja, selbstverständlich können wir die Hamas von den Palästinensern unterscheiden. Das palästinensische Volk und die Hamas sind für uns nicht das Gleiche. Das palästinensische Volk ist nicht der Feind. Wir wollen mit ihnen in Frieden leben.
Die Hamas ist eine Terrororganisation, auch nach Meinung der EU und USA. Es gibt keine Politik der Rache. Es geht um die Sicherheit unserer Bevölkerung.
Es geht nicht, dass drei unschuldige Jungen auf dem Nachhauseweg kaltblütig ermordet werden. Die Täter des Mordes an Mohammed Abu Chdeir werden wie alle anderen Terroristen behandelt. Abu Chdeir wurde gestern vom Verteidigungsministerium genauso wie die drei ermordeten jüdischen Jungen als Terroropfer anerkannt.

Berlin: Israel-Tag an der Technischen Uni mit Prominenz aus Politik und Wissenschaft

Gleich zwei herausragende Veranstaltungen mit Israelbezug fanden letzte Woche an der Technischen Universität Berlin statt.

Zum einen verlieh die TU Berlin am 7. Februar der israelischen Biochemikerin und Nobelpreisträgerin Prof. Dr. Ada E. Yonath, die am Weizmann Institute of Science in Rehovot forscht, die Ehrendoktorwürde.

Zum anderen fand bereits am Tag zuvor (6.2.) ein Israel-Tag an der TU statt, bei dem Studenten und Interessierten u.a. die akademischen Möglichkeiten und wissenschaftlichen Kooperationen mit Israel vorgestellt wurden.

BILD: Prof. Ada Yonath und TU-Präsident Prof. Jörg Steinbach (Foto: TU/PR/Jacek Ruta)

Professor Yonath ist eine herausragende Wissenschaftlerin auf den Gebieten der Biochemie bzw. der Strukturbiologie. Sie gilt heute weltweit als Pionierin auf dem Gebiet der Ribosomenforschung. Ihre Beiträge führten zu einem wissenschaftlichen Durchbruch auf dem Gebiet der Proteinforschung.

Die Forscherin pflegt langjährige Beziehungen zu Deutschland und Berlin. Von 1979 bis 1984 leitete sie eine Gruppe in der Abteilung von Heinz-Günter Wittmann am Max-Planck-Institut für Molekulargenetik und unterhält bis heute lebendige Kontakte zur wissenschaftlichen Forschung in Berlin.

In Hamburg leitete sie von 1986 bis 2004 eine Max-Planck-Arbeitsgruppe für strukturelle Molekularbiologie am Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY. 

BILD: Prof. Ada Yonath und Botschafter Yakov Hadas-Handelsman

Insbesondere spielte sie auch eine wesentliche Rolle in der Entwicklung der biochemischen Forschung der TU Berlin, wofür sie u. a.bereits im November 2013 die Ehrenmitgliedschaft des TU-Exzellenzclusters „UniCat“ erhielt.

Mit ihrer persönlichen Integrität und ihrem Engagement für Frieden und Menschenwürde ist sie zum Vorbild für junge Forscherinnen und Forscher in Berlin und in der ganzen Welt geworden.

Anschließend lud Botschafter Yakov Hadas-Handelsman zu Ehren von Prof. Ada Yonath zu einem Kabalat-Shabbat Dinner in seine Residenz ein, an dem neben Nobelpreisträgern deutsche und israelische Universitätspräsidenten, hochdotierte Professoren, Wissenschaftler und weitere Persönlichkeiten teilnahmen.

BILD: Aufmerksames Publikum bei den Podiumsveranstaltungen 

Einen Tag zuvor, am 6. Februar 2014, fand ein öffentlicher Israel-Tag an der Technischen Universität Berlin statt. Nach der Eröffnung durch Universitäts-Präsident Prof. Jörg Steinbach und den israelischen Botschafter  erwartete die Besucher ein buntes Programm mit Vorträgen, Diskussionen, Film, Tanz und Kulinarischem.

Technion-Präsident Prof. Peretz Lavie hielt den beeindruckenden Vortrag „Von der Kibbutz- zur Startup-Nation“ und legte dar, welche Errungenschaften in der Forschung am Technion erreicht wurden.  

Die anwesenden Präsidenten israelischer Universitäten diskutierten anschließend mit Professoren der TU Berlin über die bestehenden deutsch-israelischen Wissenschaftskooperationen.

Studierende konnten sich in einem Vortrag über Studienmöglichkeiten in Israel informieren –  und auf dem ganztägigen Info-Markt gab es zahlreiche Infos über israelische Universitäten, Kooperationen mit der TU Berlin, aber auch über Israel selber.

Auf besonders reges Interesse stieß der „Hard Talk“ mit Emmanuel Nahshon, Gesandter der Botschaft des Staates Israel. Er stand dem Publikum zu kritischen Fragen rund um die geopolitische Situation und den Friedensprozess in Nahost zur Verfügung. Moderiert wurde der Hard Talk von Dr. Sylke Tempel, Chefredakteurin von „Internationale Politik“.

BILD: „Hard Talk“ mit dem Gesandten Emmanuel Nahshon und Dr. Sylke Tempel

Überfüllt war der Saal erneut, als der Oskar-nominierte israelische Film „Ajami“ gezeigt wurde, der sich mit den unterschiedlichen Spannungsverhältnissen innerhalb der israelischen Gesellschaft befasst.

Am Ende des Tages konnte nach einem Tanzkurs in modernen israelischen Volkstänzen zur Musik des israelischen DJ Aviv Netter, der die berühmten Berliner Meschugge-Parties ausrichtet, getanzt werden. Typisch israelisches Essen und Trinken rundeten das Programm in kulinarischer Hinsicht ab.

Eindrücke vom Israeltag finden sich im Facebook-Album unter http://bit.ly/IL-Tag-TU sowie dem kleinen Video des Israeltages: http://bit.ly/IL-Tag-TU-Video

Quellen: TU Berlin / Botschaft des Staates Israel


Deutschland, Israel und der heutige Holocaust-Gedenktag

Der israelische Botschafter und sein Gesandter nehmen Stellung

In einem Interview mit der Berliner Morgenpost spricht der spricht Botschafter Yakov Hadas-Handelsman (siehe Foto) anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktags am heutigen Montag über das unterschiedliche Erinnern in verschiedenen Ländern und das Leben in Berlin.Sie finden das Interview HIER: http://bit.ly/Botschafterinterview27Januar

Ebenfalls anlässlich des 27. Januars geht der Gesandte der Botschaft des Staates Israel, Emmanuel Nahshon, in seinem sehr persönlichen Beitrag unter der Überschrift „Erinnerung ist das Geheimnis der Erlösung“ der Frage nach, wie er als israelischer Diplomat die Versuche, in Deutschland der Schoah zu gedenken, erlebt  –  und was dieses Gedenken für die gemeinsame Zukunft bedeuten kann.

Den Gastbeitrag von Emmanuel Nahshon finden Sie hier: http://bit.ly/GastbeitragNahshon

Eine israelische Delegation aus Politikern, Schoah-Überlebenden und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens reist heute in die Gedenkstätte in Auschwitz, um dort  –  69 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers durch die Rote Armee  –  auf dem Lagergelände an einer Gedenkfeier für die ermordeten Juden Europas teilzunehmen.

Allein 56 Knesset-Abgeordnete und damit fast die Hälfte des Parlamentes gehören der Gruppe an. Es ist die größte Delegation dieser Art seit der Gründung des israelischen Parlamentes im Jahr 1949.

Parlamentarier u.a. aus Deutschland, Frankreich, Polen, Russland, Griechenland, Ungarn, Italien und Spanien werden sich der Gedenkveranstaltung anschließen.

Quelle: Botschaft des Staates Israel in Berlin