Chemotherapie und Brustkrebs: Zellstreß begünstigt die Metastasenbildung

Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und vom Heidelberger Institut für Stammzellforschung und experimentelle Medizin (HI-STEM) haben bei Brustkrebs ein zentrales Schalterprotein identifiziert, das bei zellulärem Stress die Metastasierung des Tumors fördert.

Der Schalter löst in den Krebszellen ein Stammzell-Programm aus, das die aggressive Ausbreitung begünstigt. Auch Chemotherapeutika aktivieren den Schalter und fördern so die Metastasierung. Mit der Identifizierung der molekularen Akteure, die an der stressbedingten Verbreitung von Brustkrebs beteiligt sind, haben die Forscher Zielstrukturen identifiziert, an denen neue Therapien ansetzten könnten.

BILD: Lungenkrebs-Mikrometastase in der Maus: In den rot markierten Zellen ist der zentrale Stress-Schalter JNK aktiv. Krebszellen sind grün, Zellkerne blau gefärbt.

Krebszellen müssen sich mit vielen Widrigkeiten herumschlagen: Ihre rasche Zellteilung führt auf die Dauer zu fehlerhaften Proteinen. Ihre Ernährungssituation und auch die Sauerstoffversorgung sind oft prekär, die Gifte einer Chemotherapie bedrohlich: Wissenschaftler sprechen in einer solchen Situation von „zellulärem Stress“.

Die verschiedenen Stress-Stimuli aktivieren in der Zelle das Enzym JNK als zentralen Stress-Schalter. In Krebszellen kann dies vielfältige Auswirkungen haben, je nach Umgebung löst JNK-Aktivität zellulären Selbstmord oder aber ein Überlebensprogramm aus.

„Wir wollten genau wissen, was in Brustkrebszellen nach Aktivierung von JNK passiert“, sagt Thordur Oskarsson, Stammzell-Forscher im DKFZ und HI-STEM*.

Bei dieser Untersuchung stießen er und sein Team auf einen direkten Zusammenhang zwischen JNK-Aktivierung und der Entstehung von Metastasen. Die Forscher fanden außerdem, dass auch Standard-Chemotherapien, die bei Brustkrebs gegeben werden, JNK aktivieren und dadurch die Wirksamkeit der Behandlung limitieren.

„Die Medikamente erledigen sicherlich ihren Job und töten Krebszellen ab – haben aber offensichtlich gleichzeitig auch ungünstige Effekte, die berücksichtigt werden sollten“, erklärt Oskarsson.“

Er verweist aber darauf, dass seine neuen Ergebnisse nichtsdestotrotz neue Chancen eröffnen: „Wir haben gleich drei bislang unbekannte Ansatzpunkte identifiziert, an denen neuen Wirkstoffe ansetzen könnten, um die Krebsausbreitung zu bremsen und Resistenz zu verhindern.“

Oskarsson und sein Team hatten zunächst Gewebeproben von Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs untersucht. Je mehr JNK-Aktivität sie im Brustkrebsgewebe nachwiesen, desto ungünstiger war der Verlauf der individuellen Erkrankung. Metastasen enthielten mehr JNK-aktive Zellen als Primärtumoren.

Quelle und Fortsetzung hier: https://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2018/dkfz-pm-18-58-Brustkrebs-Zell-Stress-foerdert-Metastasierung.php


Österreich: Skepsis gegenüber der Pille steigt

Unter dem Titel „Verhütung lieber ohne Hormone?“ berichtet der österreichische Rundfunk (ORF) am 20. Mai 2019 in seinem Online-Portal über die zunehmende Kritik an der Pille sowohl seitens der gebärfähigen Frauen wie auch von wissenschaftlicher Seite und in den klassischen Medien.

Der ORF schreibt: „Risiken und Nebenwirkungen wie Thrombosen, Brustkrebs und Libidoverlust seien lange verharmlost worden. Mehr und mehr Frauen entscheiden sich daher gegen die Pille.“

Zudem heißt es: „Im aktuellen österreichischen Verhütungsreport ist sie noch immer die klare Nummer eins. Doch während vor zehn Jahren noch knapp die Hälfte der Frauen im gebärfähigen Alter mit der Pille verhütet haben, sind es heute laut Report nur mehr 34 Prozent. Ähnliches lässt sich auch in den Nachbarländern feststellen.“

Dabei gehe es nicht allein um die biologisch-gesundheitlichen Nebenwirkungen, sondern auch um seelische Probleme wie Depressionen, Lust-Verlust und stärkere Selbstmordneigungen (höheres Suizidrisiko):

„Viele Frauen klagen über den Verlust der Libido und sogar depressive Verstimmungen. Seit Anfang 2019 müssen neben den bereits genannten Nebenwirkungen auch Depressionen als mögliche Nebenwirkungen im Beipackzettel vermerkt sein. Auslöser war eine dänische Studie, die einen Zusammenhang zwischen hormoneller Verhütung und einem erhöhten Suizidrisiko feststellte.“


Abtreibung erhöht Brustkrebsrisiko

In Australien brachte jetzt die Parlamentarierin Freya Ostapovitch den Zusammenhang zwischen Brustkrebsrisiko und Abtreibungen öffentlich zur Sprache.

Ein Experte der australischen Liberal-National-Party, Dr. Yubei Huang, veröffentlichte zuvor ein Dokument, wonach Forschungen zufolge das Brustkrebsrisiko nach einer Abtreibung um 44% anstieg. Sechs weitere Studien aus Indien und Bangladesch bestätigten ebenfalls ein erhöhtes Risiko, nach einer Abtreibung an Brustkrebs zu erkranken.

Quelle: Verein Jugend für das Leben (Österreich)

Israel: Testphase für neue Brustkrebs-Therapie „Kryoablation“ verwandelt krankes Gewebe in Eis – in USA bereits zugelassen

Israelische Wissenschaftler haben ein neues Verfahren zur Heilung von Brustkrebs entwickelt. Zum Einsatz kommt dabei eine spezielle Nadel, die den Tumor mehrmals gefriert und dann wieder auftaut, um das kranke Gewebe zunächst zu schädigen und dann abzutöten. Das Verfahren befindet sich derzeit noch in der Testphase.

Die Methode, die ohne Vollnarkose durchgeführt werden kann und lediglich 15 Minuten dauert, könnte eine Alternative zu OPs darstellen, die einen stationären Aufenthalt von bis zu einer Woche erfordern und häufig unschöne Narben zurücklassen.

Die Nadel, mit der die Behandlung durchgeführt wird, wird auf -170° C heruntergekühlt. Sie kann nach Aussage der Entwickler Tumore bis zur Größe eines Golfballs erfrieren. Bisherige Studien an gutartigen Tumoren haben schon vielversprechende Ergebnisse gezeigt. Nun haben die Wissenschaftler begonnen, 30 Patientinnen mit Brustkrebs zu behandeln.


(Foto: IceCure Medical)

„Die Zellen des menschlichen Körpers bestehen hauptsächlich aus Wasser, was bedeutet, dass sie auch gefrieren können“, so Chezi Himmelfarb, Chef von IceCure Medical, der israelischen Firma, die das System entwickelt hat.

„Es hat bereits zuvor Versuche gegeben, Krebszellen durch Hitze zu zerstören, doch dies kann sehr schmerzhaft sein, da der menschliche Körper äußerst hitzeempfindlich ist. Kälte dagegen wirkt betäubend, so dass die Patientinnen während der Behandlung nur wenig Schmerzen empfinden. Unsere Methode kann ambulant durchgeführt werden, da sie minimal-invasiv und relativ schnell durchzuführen ist.“

Bei der Kryoablation genannten Behandlungsmethode ist es möglich, genau zu bestimmen, wie viel und welches Gewebe vereist wird. Nur so kann sichergestellt werden, daß der Tumor ganz abgetötet und dabei kein gesundes Gewebe zerstört wird.

Die Firma hat bereits die Zulassung ihres Apparates für die USA erhalten und hofft, im kommenden Jahr auch für den europäischen Markt zugelassen zu werden.

Quelle: The Telegraph, 9.12.2012