Israelischer Präsident Rivlin sprach mit führenden jüdischen Vertretern aus aller Welt

„Wir fühlen uns wie damals in Ägypten“

Vor dem Pessachfest sprach der israelische Präsident Reuven Rivlin am Sonntag (5. April 2020) in einer Videokonferenz mit führenden jüdischen Vertretern aus der ganzen Welt.

Der Staatspräsident wünschte den Vertretern der Gemeinden frohe Pessach-Feiertage und sagte:

„Das Pessach-Seder-Mahl basiert auf dem jüdischen Wert der gegenseitigen Verantwortung.

BILD: Staatspräsident Rivlin mit Papst Franziskus im Vatikan

Wir beginnen den Seder mit der Erklärung: ‚Alle Bedürftigen werden in unsere Häuser eingeladen.’ Jüdische Gemeinden auf der ganzen Welt haben sich zusammengeschlossen, um dieser Krise zu begegnen und den Bedürftigen zu helfen.

Dieses Pessachfest wird sich sehr von allen anderen Pessachfesten unterscheiden. Anstatt uns mit Familie und Freunden zu treffen, werden wir alle die Richtlinien für soziale Distanzierung befolgen. Trotzdem werden unsere Werte der gegenseitigen Verantwortung und der Weitergabe unserer Traditionen von Generation zu Generation fortbestehen.

Keine moderne Plage kann das Band zerreißen, das bis zum Auszug aus Ägypten zurückreicht und unser Volk zusammenhält.

Ich bin mehr denn je der Meinung, dass wir eine Familie mit einer gemeinsamen Geschichte, gemeinsamen Werten und einem gemeinsamen Schicksal sind“, sagte der Staatspräsident am Ende seiner Ausführungen und bat die Teilnehmer der Telefonkonferenz darum, zu erfahren, was in ihren Gemeinden angesichts der Coronavirus-Pandemie vor sich  geht.

„Die Bibel ist das Buch des Lebens“

Der britische Oberrabbiner Mirvis erklärte:

„Unsere Tora (Bibel, Altes Testament) ist das Buch des Lebens. Es fordert, dass wir uns für das Leben entscheiden, und deshalb müssen wir alle verantwortungsbewusst handeln und den Anweisungen unserer Regierung folgen, um das Leben aller zu schützen. Wir sehen eine steigende Flut von Hassreden um uns herum, und in Zeiten wie diesen müssen wir uns alle daran erinnern, dass jeder Mensch nach G‘ttes Bild geschaffen wurde und sich entsprechend verhält.“

„Es gibt auch Lichtstrahlen in den dunklen Wolken über uns. Gegenseitige Verantwortung jedes Einzelnen von uns für seine Mitmenschen und seine Sorge um unsere Umwelt. Wir müssen uns alle daran erinnern, dass auch dies vorübergehen wird “, fügte Rabbi Mirvis hinzu.

„Es gibt keine jüdische Gemeinde in New York, in der es keine Corona-Fälle gibt“, sagte der CEO des Met Council, Rabbiner David Greenfield:

„Wir fühlen uns im Geiste dieser Tage wieder in Ägypten…Wir versuchen, die Tora zu jedem zu bringen, der dies wünscht. In unseren Gemeinden gibt es viele jüdische Ärzte. Sie stehen an vorderster Front der Entwicklungen im Kampf gegen das Virus und wir sind sehr stolz auf sie.“

Am Ende des Gesprächs sagte der Vorsitzende der Jewish Agency, Isaac Herzog:

„Vielen Dank, Herr Präsident, im Namen der gesamten jüdischen Welt für Ihre herzlichen Worte, die unsere Brüder und Schwestern über das Meer hinweg näher zusammen bringen in dieser Zeit. Das jüdische Volk auf der ganzen Welt steht vor einer enormen Herausforderung. Dieses Pessachfest wird das jüdische Herz in Israel und in der globalen jüdischen Gemeinschaft schlagen, und es gibt keinen besseren Moment, um das gegenseitige Engagement zu demonstrieren, das unser Volk beispielhaft darstellt.“

Quelle und vollständiger Text hier: http://www.botschaftisrael.de/2020/04/06/praesident-rivlin-spricht-mit-fuehrenden-juedischen-vertretern-aus-der-ganzen-welt/

 


CHRISTUS: Der Löwe aus dem Stamme Juda und das geopferte Lamm

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Offb 5,1-10:

Ich, Johannes, sah auf der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, eine Buchrolle; sie war innen und außen beschrieben und mit sieben Siegeln versiegelt. Und ich sah: Ein gewaltiger Engel rief mit lauter Stimme: Wer ist würdig, die Buchrolle zu öffnen und ihre Siegel zu lösen? tagesimpuls

Aber niemand im Himmel, auf der Erde und unter der Erde konnte das Buch öffnen und es lesen. Da weinte ich sehr, weil niemand für würdig befunden wurde.

Da sagte einer von den Ältesten zu mir: Weine nicht! Gesiegt hat der Löwe aus dem Stamm Juda, der Spross aus der Wurzel Davids; ER kann das Buch und seine sieben Siegel öffnen.

Und ich sah: Zwischen dem Thron und den vier Lebewesen und mitten unter den Ältesten stand ein Lamm; es sah aus wie geschlachtet und hatte sieben Hörner und sieben Augen; die Augen sind die sieben Geister Gottes, die über die ganze Erde ausgesandt sind.

Das Lamm trat heran und empfing das Buch aus der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß. Als es das Buch erhielt, fielen die vier Lebewesen und die vierundzwanzig Ältesten vor dem Lamme nieder; alle trugen Harfen und goldene Schalen voll von Räucherwerk; das sind die Gebete der Heiligen.

Und sie sangen ein neues Lied: Würdig bist du, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du wurdest geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erworben aus allen Stämmen und Sprachen, aus allen Nationen und Völkern, und du hast sie für unsern Gott zu Königen und Priestern gemacht; und sie werden auf der Erde herrschen.

 


„Halte an der Lehre fest, die du empfangen und gehört hast – und kehr um!“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Offb 3,1-6:

Ich, Johannes, hörte, wie der HERR zu mir sprach: An den Engel der Gemeinde in Sardes schreibe:

So spricht ER, der die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat: Ich kenne deine Werke. Dem Namen nach lebst du, aber du bist tot. media-390606-2

Werde wach und stärke, was noch übrig ist, was schon im Sterben lag. Ich habe gefunden, dass deine Taten in den Augen meines Gottes nicht vollwertig sind.

Denk also daran, wie du die Lehre empfangen und gehört hast. Halte daran fest, und kehr um! Wenn du aber nicht aufwachst, werde ich kommen wie ein Dieb, und du wirst bestimmt nicht wissen, zu welcher Stunde ich komme.

Du hast aber einige Leute in Sardes, die ihre Kleider nicht befleckt haben; sie werden mit mir in weißen Gewändern gehen, denn sie sind es wert.

Wer siegt, wird ebenso mit weißen Gewändern bekleidet werden. Nie werde ich seinen Namen aus dem Buch des Lebens streichen, sondern ich werde mich vor meinem Vater und vor seinen Engeln zu ihm bekennen.

 


Die Klage der Gottesfürchtigen über den Erfolg der Frevler und Ungerechten

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Maleachi 3,13-20a:

Was ihr über mich sagt, ist kühn, spricht der HERR.  –  Doch ihr fragt: Was reden wir denn über dich?

Ihr sagt: Es hat keinen Sinn, Gott zu dienen. Was haben wir davon, wenn wir auf seine Anordnungen achten und vor dem HERRN der Heerscharen in Trauergewändern umhergehen?

Darum preisen wir die Überheblichen glücklich, denn die Frevler haben Erfolg; sie stellen Gott auf die Probe und kommen doch straflos davon.  0018

Darüber redeten die miteinander, die den HERRN fürchten. Der HERR horchte auf und hörte hin –  und man schrieb vor ihm ein Buch, das alle in Erinnerung hält, die den HERRN fürchten und seinen Namen ehren.

Sie werden an dem Tag, den ich herbeiführe  –  spricht der HERR der Heerscharen  –  mein besonderes Eigentum sein. Ich werde gut zu ihnen sein, wie ein Mann gut ist zu seinem Sohn, der ihm dient.

Dann werdet ihr wieder den Unterschied sehen zwischen dem Gerechten und dem, der Unrecht tut, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihn verachtet.

Denn seht, der Tag kommt, er brennt wie ein Ofen: Da werden alle Überheblichen und Frevler zu Spreu, und der Tag, der kommt, wird sie verbrennen, spricht der HERR der Heerscharen. Weder Wurzel noch Zweig wird ihnen bleiben.

Für euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und ihre Flügel bringen Heilung. Ihr werdet hinausgehen und Freudensprünge machen wie Kälber, die aus dem Stall kommen.

Foto: Felizitas Küble