Neues Buch von Pfarrer Frings „Aus, Amen, Ende?“ ist eher enttäuschend

Von Thomas May

Nach den vielen Vorschusslorbeeren, die das Buch „Aus, Amen, Ende?“ bekam, hatte ich mehr erwartet, und so machte sich beim Lesen zunehmend Enttäuschung breit.

Der Ansatz der „gestuften Nähe“ zu Gemeinde und Kirche ist sicher bedenkenswert und erprobungswürdig, aber deswegen muss und darf man nicht das bisherige, noch von volkskirchlichen Strukturen mitgeprägte Modell über den Haufen werfen. titel-frings

Die dem Autor so wichtigen „Segnungen“ und „Segnungshandlungen“ als vorsakramentale Stufe für „Fernstehende“, die sich „vorsichtig“ annähern und nicht gleich vereinnahmt werden wollen, lassen sich schon heutzutage problemlos integrieren und stellen eine Öffnung zur „säkularen“ Gesellschaft dar.

Ein großer innovativer Wurf ist das nicht. Und dass Menschen sich lokalunabhängig „ihre“ Kirchengemeinde selber aussuchen, sich für sie „entscheiden“, kenne ich seit 40 Jahren.

Ein Fehler wäre es allerdings, wenn man, wie Pfarrer Frings nahelegt, nicht mehr den „Schafen“ hinterherläuft, „die sich gar nicht verloren fühlen“, sondern sich nur noch oder überwiegend in die Haltung der „Offenheit“ für jene begäbe, die von sich aus, von ihrer „Sehnsucht“ getrieben, in der Gemeinde ihrer Wahl andocken wollen.

Sosehr hier „Zuspruch“ notwendig und aufbauend ist, so wenig darf Kirche das andere lassen und ist in Treue zu Vorbild und Auftrag Jesu Christi auch künftig gehalten, Menschen im Sinne der „nachlaufenden Pastoral“ die Frohe Botschaft zu bringen und aufzuschließen, gerade da, wo die Sehnsucht verschüttet, ja zugemüllt ist und ihr Strom erst wieder freigelegt werden muss.

Zu der vielleicht entscheidenden Frage:

Wie kommen Menschen heute zum (katholischen) Glauben bzw. wie kann man sie (mitunter auf Umwegen und über Zwischenstufen) dahin führen, ohne sie zu verschrecken und gleichzeitig ohne tragende Elemente dieses Glaubens wegzulassen oder zu verleugnen, und wie „rekrutiert“ die Kirche heute eine ausreichende Anzahl (haupt- und ehrenamtlicher) Mitarbeiter, die ihren Glauben auch furchtlos, unverkürzt und aufopfernd bezeugen, weiß der Autor leider wenig beizusteuern.

Man kann sich noch so raffinierter pastoraler Methoden und Techniken bedienen, die mögliche und unmögliche „Zufriedenheit“ der Gemeinde-„Kunden“ erforschen wollen, Spielraum für „Partizipation“ gewähren, „Reformen“ (meist Leichter- und Bequemermacher) anleiern, sich Fern- und Näherstehenden mit einem Höchstmaß an „Menschenfreundlichkeit“ und „Achtsamkeit“ andienen:

Ohne lebendigen, authentischen, einfordernden Glauben und wahrhaftig gläubige Menschen, die auch bereit sind, quer zum Zeitgeist zu stehen, „geht“ Kirche nicht. Vor diesem Hintergrund wäre es interessant gewesen, mehr darüber zu erfahren, wie der Autor den von ihm geforderten „wachsenden Anspruch nach innen“ konkret umgesetzt und nachhaltig sichergestellt sehen möchte.

Spaßig fand ich die eingestreuten Anekdoten aus dem Leben des Kaplan Frings, z. B. den Disput über die Frage, warum Haustiere in einem Gotteshaus nichts zu suchen haben.

Angesichts der unverhältnismäßig hohen Anzahl von Grammatik-, Rechtschreib- bzw. Kommafehlern hätte man dem engagierten Buch ein sorgfältigeres Lektorat gewünscht.

Unser Autor Thomas May ist katholischer Religionspädagoge aus Sendenhorst bei Münster

 

 

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Buch dokumentiert kirchliche Hilfe für Judenchristen unter dem Nationalsozialismus

Von Dr. Frans du Buy

Buchbesprechung zu: „Kirchlicher Einsatz für verfolgte Juden im Dritten Reich“

Dieses Buch, das im Jahre 2016 in einer von Pater Lothar Groppe bearbeiteten Neuauflage im Gerhard-Hess-Verlag erschienen ist, schreibt über die Arbeit der Erzbischöflichen Hilfsstelle für nichtarische Katholiken in Wien. titel

Es ist ein aufschlußreiches Werk, das eingehend darüber berichtet, unter welchen schwierigen Verhältnissen von katholischen Stellen in Österreich in der Zeit von März 1938 bis April/Mai 1945 bewundernswerte, opferbereite Arbeit geleistet worden ist, um im Rahmen der NS-Rassenideologie in Bedrängnis geratenen, nichtarischen katholischen Juden in Österreich zu helfen und ihnen somit eine  –  wenn auch keineswegs sichere  –  Aussicht auf Überleben im damaligen NS-Machtbereich zu bieten oder sie sogar außer Landes zu schaffen.

Österreich gehörte nach dem im März 1938 vollzogenen Anschluß  –  allerdings unter dem Namen „Ostmark“  – zu diesem Reich und unterstand demzufolge der reichsdeutschen Gesetzgebung, somit auch den reichsdeutschen judenfeindlichen Gesetzesbestimmungen.

Von der besagten Hilfsstelle in Wien ausgehend ist damals großartige Arbeit geleistet worden, die umso mehr beeindruckend genannt werden muß, weil diese Hilfeleistung auch für die arischen bzw. nichtjüdischen katholischen Helfer ständig  mit einem großen Risiko verbunden war.

Die Behauptung von Hochhuth, daß der zur damaligen Zeit amtierende Papst Pius XII. „mitschuldig war am Holocaust“ oder jene von Gräfin Marion Döhnhoff, daß „gegen die Verbrechen an den Juden keine Proteste laut wurden, weder von den Kirchen noch von sonst jemandem“, entsprechen nicht den Tatsachen.

Oberstes Gebot war damals die Überlegung, in welcher Weise gegen die „Judenpolitik“ des NS-Regimes vorgegangen werden sollte und könnte. Lautes Aufschreien würde nur zum Ergebnis führen, daß die Protestierenden selbst von NS-Seite  in irgendeiner Weise „unschädlich“ gemacht werden würden.

In Anbetracht der damals bestehenden wirklichen Machtverhältnisse blieb nur die einzige Möglichkeit, beharrlich, aber dennoch in aller Stille Hilfe zu leisten. Das müssen die die Leiter und die in dieser Hilfsstelle tätigen Mitarbeitenden  –  ein jeder an seinem eigenen Platz  –  wohl auch so empfunden haben. Denn in dieser Weise vorzugehen, war zur damaligen Zeit gewiß die einzige Möglichkeit, bedrängten Mitmenschen zu Hilfe zu kommen und ihnen beizustehen.

Wie unsinnig die Ansichten von Menschen wie Hochhuth, Gräfin Marion Dönhoff und viele andere sind, wird z. B. auch ersichtlich aus einem späten Bekenntnis von Winston Churchill, der nach dem Zweiten Weltkrieg u. a. folgendes von sich gab:Davidstern

„Wir sind 1939 nicht in den Krieg eingetreten um Deutschland vor Hitler  oder die Juden vor Auschwitz oder den Kontinent vor dem Faschismus zu retten. Wie 1914 sind wir für den nicht weniger edlen Grund in den Krieg eingetreten, daß wir eine deutsche Vorherrschaft in Europa nicht akzeptieren konnten.“

Die damaligen Kriegsgegner des Deutschen Reiches hatten ganz andere, „wichtigere“ Kriegsziele, als die Juden im NS-Bereich vor ihrer Ausmerzung zu retten.

Mit Enttäuschung, ja mit Entsetzen muß man aber auf Seite 34 des Buches lesen, daß der Ältesten-Rat der Juden, der Ende 1942 in Wien für die in dieser Stadt verbliebenen Glaubens- und Herkunftsjuden die offizielle Vertretung übernahm, zugleich aber auch die Nicht-Glaubens-Juden vertrat. Eine eigene Vertretung von Nicht-Glaubensjuden im Rahmen des Ältestenrates konnte trotz mehrfacher Interventionen nicht erzielt werden. Hier wäre die Frage berechtigt, weshalb in einer Zeit höchster Gefahr von orthodox-jüdischer Seite den Nicht-Glaubensjuden eine eigene Vertretung im Ältestenrat verweigert wurde. Gab es etwa Juden erster und zweiter Kategorie?

Das vorliegende Buch ist auch darum wertvoll, weil in ihm auf den Seiten 227 bis 268 eine ausführliche Auflistung enthalten ist von „Gesetzliche Regelungen und Verordnungen Juden betreffend, welche Bestimmungen im Wesentlichen auch auf rassische Mischlingen zutrafen“.

Neben den positiven Bemerkungen zu diesem Buch gibt es nach der Meinung des Rezensenten auch einige Formulierungen, die nicht so glücklich verfaßt worden sind, weil diese möglicherweise nicht genau überdacht worden sind oder auch nicht immer unwiderlegbaren Tatsachen widersprechen. So wird vom „Anschluß“ Österreichs im Jahre 1938 geschrieben. Warum muß das Wort Anschluß zwischen Anführungszeichen gesetzt werde?

Foto: Konrad RuprechtDer Wunsch nach Anschluß an das Deutsche Reich war in Österreich bereits Ende 1918 und damals noch mehrmals zum Ausdruck gebracht worden, wurde aber von den Siegermächten des Ersten Weltkrieges verboten und war von ihnen in den Friedensdiktaten von 1919 festgelegt worden. In Anbetracht der schwierigen Lage, in der sich Österreich in den Jahren zwischen den beiden großen Kriegen befand, war der Wunsch der Österreicher nach Anschluß an das Deutsche Reich durchaus verständlich.

Als die Verhältnisse in Mitteleuropa sich in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts wieder geändert hatten, ergriff der Diktator Hitler die Gelegenheit, den nie erloschenen Wunsch der übergroßen Mehrheit der Österreicher nach diesem Anschluß, diesen Wunsch, der auch in seinem Sinne war, zu erfüllen. Mit überwältigender Mehrheit wurde diesem Anschluß in einer Volksabstimmung von den Österreichern zugestimmt.  Es handelte sich hier um eine späte, aber dennoch klare Verwirklichung des Selbstbestimmungsrechts.

Daß die Österreicher mit dem Anschluß an das Deutsche Reich auch mit vielen damals im Deutschen Reiche geltenden, als negativ zu bewertenden Gesetzen und Praktiken konfrontiert wurden und sich zum Teil auch davon distanzierten, sind Tatsachen, die zur Kenntnis genommen und möglichst objektiv bewertet werden sollten. 

Aus derselben Überlegung hält der Rezensent  es nicht für richtig, wie auf Seite 99 des Buches geschehen ist, von Besetzung Österreichs zu sprechen und zu schreiben. Der Wunsch der übergroßen Mehrheit der Österreicher zu diesem Anschluß war klar. Eigenes Staatsterritorium kann nicht von eigenen Truppen „besetzt“ werden. So ist es auch nicht richtig, die im Jahre 1936 erfolgte, von deutscher Seite eigenmächtig vorgenommene Rücknahme des Rheinlandes als „Rheinlandbesetzung“ zu bezeichnen.

Schließlich noch ein Hinweis auf eine Formulierung auf Seite 29, wo geschrieben wird: „Mit den nach Polen Evakuierten (Juden)“. Die Juden wurden nicht evakuiert, sondern die Gebiete, in denen sie bis dahin lebten. Diese Gebiete wurden nach dem Sprachgebrauch des NS-Regimes „judenfrei“ gemacht.

Unser Autor, Dr. Frans du Buy, ist ein in Deutschland lebender, niederländischer Völkerrechtler und Jurist

Hinweis: Diese Neuerscheinung kann portofrei zum Preis von 19,80 € bei uns bezogen werden.

 


Erzbischof Dyba hatte viele Gegner, doch seine Anhänger waren und sind viel zahlreicher

Buchbesprechung von Doris de Boer

„Ich werde in mehr oder weniger kurzer Zeit vor Gott in der Ewigkeit stehen. Da werde ich doch jetzt keine Zeit mehr dazu verwenden, faulen Kompromissen nachzujagen oder um Mehrheiten, in welchen Gremien auch immer, besorgt zu sein. Die Stunde ist da, um Gottes Botschaft – und dazu gehören auch seine Gebote – in Klarheit und Wahrheit zu verkünden.“ Fürs CF verwenden

Erzbischof Johannes Dyba (1929 – 2000) war ein Bischof, wie man ihn sich heute wünschen würde, denn er trat mutig für die Wahrheit und das Leben auf und ging für Gott und die Kirche keine Kompromisse ein. Das trieb ihm zu Lebzeiten viele Gegner ein, aber noch zahlreicher waren und sind bis heute seine Bewunderer.

Unter Federführung der Publizistin und Verlagsleiterin Felizitas Küble ist im Münsteraner KOMM-MIT-Verlag anlässlich des 15. Todestages von Erzbischof Johannes Dyba am 23. Juli 2015 ein Erinnerungsband erschienen. Der Titel der gut 200 Seiten umfassenden Gedenkschrift lautet: „Der Löwe von Fulda. Ökumenische Würdigung eines guten Hirten.“

Darin berichten 33 namhafte katholische und evangelische Persönlichkeiten aus Kirche, Kultur, Theologie, Kunst, Wissenschaft und Publizistik über ihre persönlichen Erinnerungen an den Fuldaer Erzbischof. Sie schildern seinen Witz, Charme und Humor, seine offene, herzliche Art und seine Schlagfertigkeit, die ihn zu einem Stammgast bei öffentlichen Talkshows machten.

Sie würdigen seinen unerschrockener Einsatz für das Leben. So machte er sich besonders auch zum Anwalt der ungeborenen Kinder. Am 28. Dezember 1988, dem Tag der Unschuldigen Kinder, ließ er im ganzen Bistum Fulda die Kirchenglocken läuten als Trauerglocken für die vielen abgetriebenen Kinder.

Sein eigenes Bistum Fulda nahm er aus dem staatlichen System der Schwangerschaftskonfliktberatung heraus, denn so lautete seine Begründung: „Wir haben keine Lizenz zum Töten!“Foto von Elstrud Consoir

Vehement warnte er davor, dass die Freigabe der Abtreibung zwangsläufig auch zur Freigabe der Euthanasie führen würde, denn: „Wer Gott nicht mehr als HERRN des Lebens anerkennt, das ER uns schenkt und das ER uns nimmt, wenn ER uns in seiner Güte rufen will, der überlässt sich den Finsternissen menschlicher Willkür.“

Einige Tage vor seinem Tod musste er Attacken homosexueller Gruppen über sich ergehen lassen, da er sich ebenso vehement gegen das geplante Gesetz zur homosexuellen Lebenspartnerschaft wandte.

Viele seiner katholischen Mitbischöfe hielten ihn mehrheitlich für zu radikal, andererseits sahen viele evangelische Christen in ihm „ihren“ Bischof, der die Lehre Jesu in einer glaubensarm und glaubenslos gewordenen Zeit unbeirrt und standhaft vertrat.

In diesem sehr lesenswerten vierfarbigen Erinnerungsband mit vielen Fotos dieses großen Kirchenmannes schildern bedeutende zeitgenössische Christen aller Konfessionen diesen Bischof, der nie nur zeitgemäß sein wollte, sondern ewigkeitsgemäß und der gerade deshalb auch heute noch in den Herzen vieler Christen unvergessen ist.

Buchdaten: Der Löwe von Fulda. Ökumenische Würdigung eines guten Hirten. 33 Autoren schreiben über Erzbischof Johannes Dyba. Feliztias Küble (Hg). KOMM-MIT-Verlag, 208 Seiten. ISBN: 978-3-921090-98-5  –  Preis: 14,80 Euro (Mengenrabatt ab 4 Expl.)

Unsere Autorin Doris de Boer aus Kevelaer am Niederrhein ist Dipl.-Theologin, Journalistin und Familienmutter

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der österreichischen Monatszeitschrift „Der 13. – Glaube und Kirche“ (Februar-Ausgabe 2016)


33 Autoren beleuchten Dybas herausragende Bedeutung für Kirche und Welt

Von Dr. Eduard Werner

Die Verlegerin Felizitas Kueble präsentiert hier den Erinnerungsband „Der Löwe von Fulda“ für Erzbischof Dr. Johannes Dyba mit Beiträgen von 33 Autoren aus Kirche, Kultur und Publizistik.

Darunter befinden sich auch mehrere evangelische Theologen und PublizisteFürs CF verwendenn, die mit Erzbischof Dyba in Kontakt standen und seinen Glaubensmut bewunderten. Das allein zeigt schon die überkonfessionelle Bedeutung dieses Erzbischofs.

Die 33 Autoren beleuchten zwar sehr verschiedene Wirkungsweisen Dybas. Sie stimmen jedoch alle überein in der Feststellung, dass dieser Bischof für den Lebensschutz und für die Glaubwürdigkeit christlicher Verkündigung eine herausragende Bedeutung hatte, die auch über seine Lebenszeit hinauswirkt.

Wenn der „Schein“, der die straffreie Tötung von ungeborenen Kindern ermöglicht, zur Sprache kam, sagte Erzbischof Dyba regelmäßig: „Ich werde doch jetzt keine feigen Kompromisse eingehen, wenn ich weiß, dass ich in nicht allzu langer Zeit vor meinem ewigen Richter stehen werde.“

Was diesen Mann von vielen anderen Menschen unterschied, war offenbar sein Glaube an das Gericht Gottes und an das ewige Leben. Erstaunlich, wenn das bei einem Bischof von allen Beiträgern als Besonderheit empfunden wird!

Wohl deshalb bestätigt auch der evangelische Theologieprofessor Beyerhaus dem katholischen Bischof, dass ihn auch viele Protestanten als ihren Bischof ansahen. Der früher evangelische Pastor Peter Kemmether bekennt, dass er durch Erzbischof Dyba angeregt wurde, katholischer Priester zu werden.

Jeder der 33 Beiträge spornt dazu an, Erzbischof Dyba mit Bekennermut nachzueifern. Vielleicht werden sich spätere Generationen so dankbar an Bischof Dyba erinnern, wie wir uns heute an den Priester und Kirchenlied-Dichter Friedrich von Spee erinnern.

Spee hat vor Jahrhunderten so aufopferungsvoll vor der Hexenverfolgung gewarnt, wie in unserer Zeit Erzbischof Dyba vor der massenhaften Kindestötung warnte. Beide Priester kämpften einen zunächst aussichtslos erscheinenden Kampf gegen den Zeitgeist.

Hoffen wir, dass sich eines Tages auch das Anliegen Dybas  –  die Rettung der ungeborenen Kinder  –  ebenfalls durchsetzen wird. Dann werden nicht nur die 33 Autoren dankbar an Erzbischof Dyba denken. Dieses Buch ist sehr zu empfehlen.

Buch-Daten: Felizitas Küble (Hrsg.): Der Löwe von Fulda. Ökumenische Würdigung eines guten Hirten. KOMM-MIT-Verlag Münster 2015.  –  ISBN 978-3-921090-98-5. – 14,80 Euro.

Bestellungen an: Tel.0251- 616768, Mail: felizitas.kueble@web.de

Quelle: http://blog.forum-deutscher-katholiken.de/?p=6414

 


Warum ich das Buch über Erzbischof Dyba ein zweites Mal lesen werde

Besprechung von Christel Koppehele

Dieser Gedenkband über den Fuldaer Bischof Johannes Dyba ist ein ausgezeichnetes Buch, das ich sofort bis weit nach Mitternacht gelesen habe. Schon damals war dieser Erzbischof, der ja auch menschlich so sympathisch war, eine tragisch singuläre Gestalt in der Kirche Deutschlands. Fürs CF verwenden
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Er fürchtete weder den Geist der Welt bzw. der Zeit, noch die wilde Arena der sog. Medien  –   aber wenn er von den Bischofskonferenzen seiner Mitbrüder im Amt kam, dann war er oft am Zittern, wie ich nachdenklich und erschrocken in diesem Erinnerungsband gelesen habe…
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Dieses Buch ist eine Hommage für Erzbischof Johannes Dyba, das gut gelungen ist mit den vielen ausgesuchten Autoren, die ich z.T. kenne; dazu die guten Fotos und Bilder.  –   Das “Licht”, das dadurch auf Erzbischof Dyba fällt, läßt uns Katholiken so manchen “Schatten” klarer erkennen, mit dem wir es heute in der Kirche zutun haben.
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In diesem “Schatten” knirschen sicher jetzt manche Leute mit den Zähnen und “ballen die Faust in der klerikalen Tasche”, handelt es sich doch um ein ausführliches Lob für einen “Fundamentalisten von gestern” – den man auch heute so nicht mehr dulden würde bei all dem “Fortschritt nach vorne” in der Kirche  – wobei ich das Bonmot sehr treffend finde: “Wenn man am Abgrund steht, ist jeder Rückschritt ein Fortschritt!”  –  Und dies ist nur eine der zitierfähigen Stellen in dem Buch, weshalb ich es ein zweites Mal lesen werde.

Buch-Daten: Der Löwe von Fulda: Ökumenische Würdigung eines guten Hirten.  –  Herausgeber: Felizitas Küble, KOMM-MIT-Verlag in Münster, 208  Seiten, Umschlag: Hardcover, vierfarbig, zahlreiche Fotos, ISBN: 978-3-921090-98-5

Bestellungen bitte an KOMM-MIT-Verlag (48041 Münster, Postfach 7680), per Tel. 0251 – 616768, Fax 0251-614020 oder E-Mail: felizitas.kueble@web.de
Einzelpreis je 14,80 €  –   Mengenrabatte: ab 4 Expl. je 13,80 €  –   ab 10 Expl. je 11,80 €

Weitere INFOS über diesen Gedenkband siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2015/12/08/loewe-von-fulda-dyba-gedenkband-erinnert-an-einen-grossartigen-hirten/


Besprechung des bioethischen Buches „Globale Chemisierung – vernichten wir uns selbst?“

Buch-Daten: Globale Chemisierung, vernichten wir uns selbst? Dr. Edith Breburda, Kindle-Ebook oder als Taschenbuch, S. 254; ISBN-10: 0615926657,  ISBN-13: 978-0615926650 GC vernichten wir uns

Vor kurzem ging die Meldung durch die Presse: „Klon-Schnitzel soll es in der EU nicht geben“. Schon 1990 hat Deutschland darüber Gesetze erlassen. Doch inwieweit weiß der allgemeine Bürger, worum es hier eigentlich geht und wie ihm diese Welt buchstäblich durch die Ernährung „unter die Haut geht“?

Die Autorin packt ein umfassendes wissenschaftliches und ständig belegtes Wissen in die fast aufregende Geschichte eines fingierten neu ausgebildeten Journalist Leonhard. Er sucht nach Material für ein Buch, „in welchem den Leuten draußen berichtet wird, was sie wissen sollen über die grundlegenden Dinge des Lebens“ (S. 18).

Es geht letztlich um die Tiefe der Gen-Welt und Gen-Manipulation. Es geht um mehr als nur um die Veränderung von Hunden und Katzen sowie Eier legende Hühner.

Es geht um Rassen mit gewünschten Qualitäten, um Selektion, um die „größten Errungenschaften der modernen Biotechnologien“, auf dem Gebiet der Pflanzen (wie z. B. dem Mais) und Tieren jeder Art (z. B. auch Bienen, S. 100 ff.) und, geradezu unvermeidlich auch beim Menschen (mit der Stammzellforschung und der Diskussion um die Embryos, S. 13-28 und 130-150); um „Plastikmüll“ und Chemikalien mit deren Auswirkung auf Wasser und den menschlichen Körper, der Rinderwahn und die Sojabohnen, Ursache von Alzheimer und Parkinson…

Die Autorin führt mit vielen Statistiken und neuesten internationalen Veröffentlichungen hinter Vorgänge in Holland, England oder in der Schweiz, in China, Japan und den Philippinen, in Australien, Kanada und den USA.

Leonhard ist überrascht, wie sich ein Forscher nach dem anderen über sein Interesse freut: Endlich soll sich ihr zähes Mühen auszahlen, sollen ihre Entdeckungen bekannt werden. Den Leser überrascht, wie die Forscher Leonhards Fragen und Schlussfolgerungen über die meist verheerenden Auswirkungen auf die breite Bevölkerung teilen. Sie gestehen ihm: „Fortschritt kann durchaus auch einen Rückschritt bedeuten.“ (S. 164)

In leicht leserlicher Sprache und geradezu spannend kann auch der wenig mit den neuen Wissenschaften vertraute Leser diesem erstaunlichen „Blick hintern den Vorhang“ folgen. Professoren und Schüler von Biologie und Chemie und vor allem jene, die an verantwortlichen Stellen sitzen, werden reiches Lehr- und Diskussionsmaterial finden.

Man wird wohl kaum ein zweites so informatives Buch über diese Forschungsbereiche finden, das gleichzeitig die vernichtenden Auswirkungen auf den Menschen unverblümt anspricht. Es öffnet jedem die Augen, der es liest.

Unser Autor J.K. ist Philosophie-Professor aus den USA (in Brasilien tätig) und unserer Redaktion bekannt

Dieses sachkundige Breburda-Buch (254 Seiten) kann für 15,80 € bei uns bestellt werden  – wir liefern im Inland portofrei: Tel. 0251-616768  / Mail: felizitas.kueble@web.de

Siehe hierzu außerdem unsere Besprechung im „Theologischen“: https://charismatismus.wordpress.com/2014/05/22/buch-tip-dr-edith-breburdas-profunde-neuerscheinung-zu-bioethischen-themen/


Johnny Designed: ein spannendes Buch – nicht nur für Lebensrechtler

Rezension von Cordula MohrIMG_2265

  • Titel etc: Johnny Designed, 315 Seiten, 12 €
  • Autorin, Verlag: Grohsebner Veronika; Erscheinungsdatum: 4.10.2013
  • ISBN-10: 3200032561
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Dieser Roman ist ein außergewöhnlich gut gelungenes und spannendes Lebensrechtsbuch für alle Menschen, besonders jedoch für Jüngere, denen dieses Thema am Herzen liegt.
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Die Autorin Veronika Grohsebner schreibt spannend über all jene Konsequenzen, die eine Karriere-Frau mit ihrem Sohn Johnny tragen muss, die sich einmal im Leben für eine Abtreibung entschieden hat. Danach ist nichts mehr so wie es war.
 
Im ersten Teil wird dem Leser durch eine Biologiestunde in der Klasse 6A des Gymnasiums aufgezeigt, wie leichtfertig viele Jugendliche über Sex und Verhütung denken. Zudem wird in der Klasse die Abtreibung in manchen Fällen voll akzeptiert. index
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Einige Schüler werden aber nachdenklich, nachdem der erschütternde Dokumentar-Film „Der stumme Schrei“ gezeigt wurde. Auch Klassenkameradin Lisa, die gegen den allgemeinen Strom schwimmt, sorgt bei ein paar Mitschülern für ein Umdenken.
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In den folgenden Kapiteln steht Johnny als Person im Mittelpunkt, der es gelernt hat, „seine Seelennot vor ihr zu verbergen, dann war endlich Schluss mit den belastenden Therapiestunden. Aber seine Angstattacken tauchten immer wieder in unregelmäßigen Abständen auf.“
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Es folgen mehrere Kapitel über die Freundschaft zwischen Johnny und dem kleinen Theo, einem Jungen mit Down-Syndrom sowie dessen Schwester Lisa, die zu Johnnys Schulklasse gehört. Es ist eine Freude zu lesen, wie gut es für Johnny in seinen seelischen Problemen wirkt, diese Familie kennengelernt zu haben, denn er war auf einen abtrünnigen Weg geraten.
Die Autorin muss Down-Syndrom-Kinder gut kennen, denn sie beschreibt sehr treffend ihre Fähigkeiten, Ausdrucksweisen und besonderen Liebenswürdigkeiten. images
 
Die weiteren Kapiteln verfolgen die aufkommende Frage Johnnys an seine Mutter: Wo ist mein Vater, der uns verlassen hat, als ich 5 Jahre alt war?  – Er bekommt keine Antwort und macht sich selbst auf die Suche nach ihm.
Dabei erfährt er Schreckliches; auf S. 169 heißt es: „Ich …wollte wissen, wo mein Vater jetzt lebt… seit er fort ist, hab ich nichts mehr gehört oder gesehen von ihm…elf Jahre lang kein Wort… von einem Moment zum anderen war er fort…,flüsterte er heiser und stockend. Meine Mutter…o Gott, meine Mutter…!“
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Johnnys Großmutter ermutigt und tröstet den Jungen: „Du bist mein geliebter Enkel, egal, wie du entstanden bist. Gott liebt dich, und wir alle hier lieben dich auch! Daran halte jetzt fest.“
 
In den letzten Kapiteln folgt der Racheakt von einer Ex-Freundin und deren Freundeskreis  an Johnny und Theo. Damit ist das Leben der alleinerziehenden Mutter und der Familie von Theo völlig aus der Bahn geraten.
Die Autorin schreibt sehr spannend und anschaulich über Entscheidungen, die getroffen werden müssen, wenn es um Leben oder Tod geht. Der tiefe christliche Glaube der Familie von Theo wirkt gleichsam „Wunder“.
 
Dieses Buch ist bis zur letzten Seite lesenswert und die Ereignisse stehen in einem interessanten Zusammenhang. So ziemlich alle zukunftsweisenden und möglichen medizinischen Entwicklungen kommen zur Sprache. Einfühlsam werden die Konsequenzen geschildert, die jeder einzelne tragen muss, wenn er sich für oder gegen ein Kind entscheidet.
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Cordula Mohr (siehe Foto) ist katholische Familienmutter und Regionalvorsitzende der ALfA (Aktion Lebensrecht für Alle) in Rheine