Israelischer Holocaust-Überlebender Ladany läuft für Deutschland im Halbmarathon

Der 83-jährige zweifache Olympiateilnehmer Shaul Ladany ist bei den europäischen Maccabi-Spielen in Budapest als Ehrenmitglied unter deutscher Flagge gelaufen.

Nach Angaben der israelischen Nachrichtenseite Ynetnews absolvierte er den Halbmarathon in 3 Stunden und 21 Minuten.

Zu den europäischen Maccabi-Spielen entsenden jüdische Sportvereine aus ganz Europa ihre besten Sportler. Dieses Jahr waren es insgesamt 3.000 Athleten.

Shaul Ladany wurde 1936 in Belgrad geboren. Mit seiner Familie wurde er ins KZ Bergen-Belsen deportiert, konnte jedoch in die Schweiz fliehen und wanderte nach dem Krieg nach Israel aus.

Als Mitglied der israelischen Delegation bei den Olympischen Spielen 1972 in München entging er knapp der Geiselnahme durch palästinensische Terroristen, bei der elf seiner Teamkollegen ums Leben kamen.

Bei der diesjährigen Makkabiade ist Ladany für Deutschland angetreten, weil das Land seiner Ansicht nach vorbildlich seine Verantwortung für den Holocaust übernommen habe. Er sagt aber auch: „Die Menschen müssen darüber unterrichtet werden, was in der Vergangenheit geschehen ist, damit es so etwas in der Zukunft nie wieder geben wird.“

Quelle: ICEJ e. V. – Internationale Christliche Botschaft Jerusalem: www.icej.de 


AfD schlägt Orban für den Karlspreis vor

Der außenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Paul Hampel, gratuliert dem ungarischen Ministerpräsidenten zu seinem triumphalen Wahlsieg vom Sonntag: „Herzlichen Glückwunsch an einen großen Europäer! Verleiht Viktor Orban den Karlspreis der Stadt Aachen!“

Orban errang mit seiner klaren Abgrenzungspolitik gegen illegale Masseneinwanderung bei den Parlamentswahlen vom vergangenen Sonntag rund 49 Prozent der Stimmen.

„Während andere ihn ständig anfeinden, sitzt der große ungarische Staatsmann an der Grenze zum Orient und erkennt durch seine geographische Lage viel stärker als andere, was die Uhr in Europa geschlagen hat“, fuhr Hampel fort und erinnerte erneut an seinen Vorschlag, Orban mit dem Aachener Karlspreis auszuzeichnen.

Der internationale Karlspreis zu Aachen, der erstmals 1950 vergeben wurde, ist die älteste und bekannteste Würdigung, mit der Persönlichkeiten oder Institutionen ausgezeichnet werden, die sich um Europa und die europäische Einigung verdient gemacht haben.

„Ich sehe zur Zeit niemanden auf unserem Kontinent, der ihn mehr verdient hätte als Victor Orban“ begründet Hampel, der früher als ARD-Auslandskorrespondent tätig war, seinen Vorschlag und rät den Aachener Stadtväter, möglichst bald in Budapest anzurufen.

 


Bayerns Ministerpräsident traf sich mit Ungarns Regierungschef Viktor Orbán

Im Mittelpunkt des Gesprächs zwischen Horst Seehofer (siehe Foto) und Viktor Orban standen die Flüchtlingskrise und weitere aktuelle europapolitische und internationale seehofer_interview_01_4ddb78858cHerausforderungen wie die Situation der EU vor dem Referendum in Großbritannien und die Lage in Syrien.

Bayern und Ungarn unterhalten seit vielen Jahren enge Beziehungen, die im Rahmen einer gemeinsamen Regierungskommission vertieft werden sollen.

Nach Ansicht von CSU-Chef Seehofer müssen nicht bleibeberechtigte Flüchtlinge an den Außengrenzen der EU gestoppt werden. Die Länder, die die EU-Außengrenze bilden, dürfen nicht alleine gelassen werden, sagte Seehofer nach dem Treffen mit Viktor Orban.

Außerdem sprach der bayerische Ministerpräsident in der Andrássy-Universität Budapest bei der Konferenz „Europäische Herausforderungen“. Diese Universität wurde 2001 gegründet und ist die erste und einzige deutschsprachige Universität im nicht deutschsprachigen Europa. Sie wird von Bayern mitgefördert.

Quelle: http://www.csu.de/aktuell/meldungen/maerz-2016/seehofer-trifft-viktor-orban/

Foto: CSU


Ungarn: Päpstliche Diplomaten bewährten sich im 2. Weltkrieg als Judenretter

Zwei Vatikan-Diplomaten haben in Budapest während des Zweiten Weltkriegs zahlreichen Juden das Leben gerettet. Der italienische Historiker Matteo Luigi Napolitano hat darüber jüngst ein Buch vorgelegt. 1_0_660406

Es trägt den Titel „Die Gerechten von Budapest“ (italienischer Originaltitel: „I Giusti di Budapest“), denn beiden Priestern wurde die höchste Ehrung des israelischen Staates zuteil, die Auszeichnung „Gerechter unter den Völkern“ der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.

FOTO: Papst Pius XII. leitete damals die katholische Kirche

Die beiden Judenretter waren der Nuntius in Budapest, Erzbischof Angelo Rotta, und der Richter der Nuntiatur, Gennaro Verolino.

„Diesen beiden Diplomaten ist es geglückt, mit verschiedenen Hilfsmitteln viele Juden zu retten. Beispielsweise fälschten sie Dokumente oder stellten Blanko-Visa aus, oder sie mieteten in der ungarischen Hauptstadt Immobilien und übertrugen auf diese die diplomatische Immunität.

Außerdem ist es ihnen gelungen, was sehr dramatisch und kompliziert war, die tragischen Konvois ungarischer Juden zur österreichischen Grenze aufzuhalten, von wo die Menschen deportiert werden sollten. Die beiden Priester hielten diese Menschenzüge an und sagten, Stopp, wir haben Passierscheine und Visa für diese Menschen.“

Die Nichte von Gennaro Verolino stellte Napolitano bisher unbekannte Dokumente und Briefe aus dem Familienbesitz zur Verfügung. Sie erlaubten es dem Historiker, das Rettungswerk der beiden Priester genauer als bisher möglich zu beschreiben.

„Die Bezeichnung „Gerechte“ erinnert uns an eine menschliche Geschichte, das menschliche Drama dieser Personen, die durch Lebensgefahr gingen. Da gibt es schreckliche Beschreibungen der menschlichen und auch hygienischen Situation jener Juden und davon, wie sie behandelt wurden von den Soldaten mit dem Pfeilkreuz, dem Symbol des ungarischen nazifreundlichen Regimes der Zeit.“

Die beiden päpstlichen Diplomaten waren in Budapest nicht allein mit der Organisation von Hilfe für die von Deportation und Ermordung bedrohten Juden. Napolitano nennt die beiden schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg und Per Johan Valentin Anger oder den italienischen Geschäftsmann Giorgio Perlasca.

„Gut organisiertes Netzwerk der Hilfe“

Was besagt es also, dass Erzbischof Angelo Rotta und sein Mitarbeiter Gennaro Verolino ihre Stellung nutzten, um Bedrängten und Verfolgten zu helfen?

„In der Geschichte der Diplomatie des Heiligen Stuhles ist das nichts Neues. Der Fall der Budapester Vatikan-Diplomaten gibt uns Fragen nach dem Zusammenhang auf:

Diese Gerechten, die Katholiken, die Juden retteten, ist das eine episodenhafte Frage oder eine Frage der Geschichtsschreibung? – Sind das Einzelfälle, oder handelt es sich um einen Zusammenschluss?

Ich komme zu dem Schluss, der natürlich auch einer kritischen Überprüfung unterzogen werden kann, dass da in Wirklichkeit ein gut organisiertes Netzwerk der Hilfe am Werk war.

Diese Gerechten  –  vor allem vatikanische Diplomaten  –  handelten auch und vor allem auf Anweisung des vatikanischen Staatssekretariates und Papst Pius XII.“

Quelle: http://de.radiovaticana.va/news/2014/01/08/ungarn:_p%C3%A4pstliche_diplomaten_als_judenretter/ted-762188


Ungarn klagt kommunistischen Verbrecher an

Die Justiz in Ungarn arbeitet die Verbrechen rund um die Niederschlagung des demokratischen Aufstandes von 1956 auf. Der damalige kommunistische Aktivist Bela Biszku wurde nun von der Budapester Staatsanwaltschaft unter Anklage gestellt.

Der heute 92-Jährige soll damals aktiv an zwei Schießereien beteiligt gewesen sein, bei denen 51 Zivilisten ermordeet wurden. Laut Anklageschrift hat Biszku zum „inneren Parteiführungszirkel“ gehört und sich an Vergeltungsmaßnahmen gegen Demokraten beteiligt.

Der ehem. Spitzenfunktionär wurde in 1957 und 1961 Innenminister der kommunistischen Diktatur. Im Herbst 2012 wurde er nach einer Anzeige in Haft genommen.

Quelle und vollständigen Artikel hier: http://www.unzensuriert.at/content/0014229-Ungarn-stellt-kommunistischen-Kriegsverbrecher-vor-Gericht


P. Lothar Groppe SJ über den herausragenden Einsatz der katholischen Kirche für verfolgte Juden in Ungarn

Der bekannte Jesuitenpater und Publizist Lothar Groppe (siehe Foto) äußerte sich in einem jetzt veröffentlichten Leserbrief in der Wochenzeitung „Junge Freiheit“ faktenstark zu den zahlreichen Hilfsaktionen der katholischen Kirche für verfolgte Juden in Ungarn in der NS-Zeit.

Ausgangspunkt war ein Artikel der JF über den schwedischen Judenretter Raoul Wallenberg:  DSC_0517

„Es ist zu begrüßen, dass die Junge Freiheit den schwedischen Diplomaten würdigt, der tausende Juden 1944 in Ungarn vor der Deportation rettete und selber Opfer seiner Hilfsbereitschaft wurde.  Aber er  war keineswegs der einzige in Ungarn, der sich  für die Verfolgten engagierte.

So stellte Nuntius Rotta in Budapest ebenso wie verschiedene Bischöfe und zahlreiche Pfarrer tausende Taufbescheinigungen für Juden aus, ohne dass ein einziger getauft wurde.

Der jüdische Journalist Jenö Levai spricht in seinem Buch  „Geheime Reichssache“ von 150.000 Schutzbriefen. Diese Behauptung ist sicher nicht zu halten, es dürfte  sich um etwa  15 000 gehandelt haben. Genaue Zahlen waren im Vatikan nicht zu ermitteln.

Levai belegt  glaubwürdig, dass Papst, Nuntius, Bischöfe und zahlreiche Priester unermüdlich zugunsten der Juden tätig waren.

Unter Hinweis auf das „Land der hl. Jungfrau und des hl. Stefan“ versuchten sie, so viele Juden wie möglich zu retten.

Reichsaußenminiaster v. Ribbentrop wies den Gesandten Veesenmayer an, auf Staatschef Horthy Druck auszuüben und nicht auf die Wünsche des Papstes und der Kirche einzugehen.

Horthy bat (!) um Aufhebung der Deportationen, „da die ungarische Regierung mit Telegrammen vom König von Schweden und vom Papst überschüttet werde: der Nuntius spreche jeden Tag mehrmals vor.“

Katholische Priester und Nonnen retteten Tausende verfolgter Juden, indem sie diese unter Lebensgefahr in ihren Klöstern versteckten. Levai führt allein für Budapest 32 Klöster an.

Neben dem Lazaristenpater Köhler spielte bei der Budapester Rettungsaktion der Jesuitenpater Reile eine herausragende Rolle. Er versteckte nicht nur zahlreiche Juden, sondern besorgte  –  ohne Taufe  –  viele Taufscheine.

Zwei besonders „arisch“ aussehende Juden steckte er in Polizeiuniformen und richtete an der Klosterpforte eine „Polizeiwache“ ein, die das Gebäude vor weiteren Durchsuchungen schützte.

So berechtigt es ist, auf den Massenmord an den Juden hinzuweisen, so notwendig ist es, der  zahlreichen, meist Unbekannten, zu gedenken, die unter Einsatz ihres Lebens den Verfolgten geholfen haben.“


In diesem Jahr wäre Raoul Wallenberg – der Judenretter von Budapest – 100 Jahre alt geworden

Bundespräsident Gauck beim Raoul-Wallenberg-Projekttag

Einen besonderen Tag durften Berliner und Brandenburger Schülerinnen und Schüler heute im Berliner Freizeit- und Erholungszentrum FEZ erleben:

Unter dem Motto „Einer kann viel bewirken“ lernten sie die Geschichte des schwedischen Diplomaten und Gerechten unter den Völkern Raoul Wallenberg und seines lebensrettenden Einsatzes im deutsch besetzten Budapest kennen.

Raoul Wallenberg wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden.

Gemeinsam mit Bundespräsident Joachim Gauck diskutierten acht Schülerinnen und Schüler über Raoul Wallenbergs Haltung, über Freiheit, Zivilcourage, Verantwortung und Entscheidungen, die jeder einzelne im Leben trifft.

Der Bundespräsident, der von den Botschaftern des Staates Israel, Yakov Hadas-Handelsman, und Schwedens, Staffan Carlsson, begrüßt worden war, sagte u.a.:

„Wir sollten nicht fragen, was wir nicht können, sondern fragen, was wir jetzt können, aber uns weigern zu tun. Sie, liebe Jugendliche, müssen keine Helden werden, sich aber immer fragen, welche Wahl habe ich heute.“

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin