Argentinien: Kath. Bischöfe und Lebensrechtler gegen neue Abtreibungsregelung

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In Argentinien soll ein Protokoll verabschiedet werden, das weitere Abtreibungserleichterungen vorsieht. Das ruft die argentinischen Bischöfe und Lebensrechts-Gruppen auf den Plan.

In ihrer kurzen Erklärung vom vergangenen Montag schließen sich die Bischöfe einer früheren Erklärung des Erzbischofs von Buenos Aires, Kardinal Mario Aurelio Poli, an und bringen „ihre Sorge über die unbegrenzte Ausdehnung der Erlaubnis von Abtreibungen und das Fehlen des institutionellen Rechts auf Gewissensverweigerung“ zum Ausdruck.

Erst vor einem Jahr waren Zehntausende gegen eine geplante Abtreibungsliberalisierung auf die Straße gegangen.

Am 16. Juli billigte die Stadtlegislative von Buenos Aires ein Protokoll des nationalen Gesundheitsministeriums. Darin werden die Regeln erläutert, die für Abtreibungen unter bestimmten Umständen  gelten, die ein früheres Gerichtsurteil für zulässig erklärt hatte.

Präsident Alberto Fernandez versprach Anfang März, ein Gesetz zur Entkriminalisierung der Abtreibung einzubringen, musste diesen Plan jedoch wegen der Corona-Pandemie verschieben.

Pro-Life-Gruppen sehen auch die vorgesehenen Beschränkungen im Falle einer Gewissensverweigerung kritisch.

So gab Rechtsanwalt Mariano De Vedia zu bedenken, dass das Protokoll zwar eine Verweigerung des Eingriffs aus Gewissensgründen erlaube, „allerdings nur unter der Bedingung, dass die Behandlung der Patientin nicht verzögert wird und diese an einen Fachmann überwiesen wird, der bereit ist, die Abtreibung vorzunehmen“.

Kardinal Poli sieht zudem auch den Zeitpunkt unglücklich gewählt. Wie er am 16. Juli verlauten ließ, sei es „besonders schmerzlich, dass inmitten einer tödlichen Pandemie, bei der so viele Arbeiter im Gesundheitsdienst ihr Leben riskieren, um andere zu retten, die Gesetzgeber die Gelegenheit ergreifen, ein Gesetz auf den Weg zu bringen, das alles andere tut, als menschliches Leben zu respektieren.“

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2020-07/kirche-argentinien-abtreibung-lebensschutz.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


23. Jahrestag des Terroranschlags auf die israelische Botschaft in Buenos Aires

Am vergangenen Dienstag (17.3.) vor 23 Jahren wurde ein verheerender Anschlag auf die israelische Botschaft in Buenos Aires (Argentinien) verübt.

29 Menschen wurden getötet, darunter israelische Diplomaten, Ortskräfte der Botschaft, Nachbarn und Passanten. Dutzende weiterer Menschen wurden verletzt.

BILD: Nach dem Anschlag auf die Botschaft in Buenos Aires 1992 (Foto: Rafael Wollmann/Gamma, israel. Botschaft in Buenos Aires)

Zwei Jahre später folgte ein weiterer Terrorangriff auf ein jüdisches Gemeindezentrum in Buenos Aires. Beide Anschläge wurden von der Terrororganisation Hisbollah verübt, die vom Iran aus gelenkt wird.

Quelle: Israelisches Außenministerium


Papst Franziskus will keinen Personenkult

Papst Franziskus hat eine lebensgroße Statue seiner Person in der Kathedrale in Buenos Aires entfernen lassen.

Laut Catholic News Service habe Franziskus die Entfernung sofort angeordnet, nachdem er davon erfahren habe. Die Statue des Papstes wurde vor zwei Wochen im Garten der Kathedrale aufgestellt und wird seitdem von zahlreichen Touristen besucht. 

Quelle: Radio Vatikan


Wurde Jesuiten-Provinzial Bergoglio – der heutige Papst – von seinem Orden einst abserviert, weil er sich klar gegen die „Befreiungstheologie“ äußerte?

In der italienischen Internetseite „Ignatio Ingrao“ wird jetzt erläutert, daß Jorge Mario Bergoglio, als er noch Jesuiten-Provinzial in Argentinien war, von seiner eigenen übergeordneten Ordensleitung ins 700 km entfernte Cordoba „verbannt“ wurde, wo er sechs Jahre lang relativ unscheinbar als Spiritual und Beichtvater in der dortigen Jesuitenkirche wirkte.

Foto: Vatican.va

Foto: Vatican.va

Dieser Lebensabschnitt in Cordoba ist wohl allgemein bekannt, nicht jedoch die Gründe, weshalb Pater Bergoglio praktisch kaltgestellt wurde, befand er sich doch zuvor bereits in führender Stellung: Als Provinzial leitete er die Geschicke des Jesuitenordens in Argentinien; zudem war er als Rektor der Philosophisch-Theologischen Fakultät von San Miguel tätig.

Sehr wohl bekannt ist freilich der seit Jahrzehnten anhaltende, modernistische Kurs dieser einstmals so kirchentreuen „Societas Jesu“ (SJ) bzw. „Gesellschaft Jesu“, deren Patres meist schlicht als „Jesuiten“ bezeichnet werden.

Die Ursache für das damalige Ausgrenzen von Prof. Bergoglio lag offenbar in seiner unmißverständlichen Haltung gegen die sog. „Theologie der Befreiung“, deren Vertreter mehrheitlich dem Marxismus huldigten und einer ultralinken Gesellschaftsanalyse bzw. kommunistischen Klassenkampf-Ideologie zugetan waren.

Der frühere Jesuit Miguel Debussy war einst ein enger Vertrauter von Pater Bergoglio; Debussy verließ den Orden wegen eigener linker Ansichten in politischer und theologischer Hinsicht. Er wirft dem heutigen Papst in einem Interview mit „Linkiesta“ vor,  einst einen „konservativen Rückfall“ im Orden durchgeführt zu haben; insbesondere hatte Provinzial Bergoglio mit der damals so vielgepriesenen „Befreiungstheologie“ nichts am Hut:

„Er war ganz dagegen. Als Theologiestudenten haben wir zum Beispiel nie ein einziges Buch von Gustavo Gutierréz, einem der Gründer der Befreiungstheologie gelesen oder gar studiert, oder von Boff oder von Paulo Freire…“ 

Kardinal Joseph Ratzinger hat sich daher als Präfekt der römischen Glaubenskongregation mehrfach glasklar gegen die „Befreiungstheologie“ geäußert, vor allem in seiner ausführlichen „Instruktion“ von 1984.

(Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2011/08/01/papst-benedikt-und-die-%E2%80%9Etheologie-der-befreiung%E2%80%9C/)

Angeblich soll es aus damaliger Zeit sogar einen Brief des niederländischen SJ-Generaloberen Peter Hans Kolvenbach geben, der anderen Jesuiten-Niederlassungen einen näheren Kontakt mit dem kaltgestellten Ex-Provinzial Bergoglio untersagte. Aber bereits unter seinem ebenfalls „progressiven“ Vorgänger, dem Jesuitengeneral Pedro Arrupe, soll Bergoglio in Ungnade gefallen sein.

Für den Ausgegrenzten, der mit 37 Jahren schon sehr jung zum Provinzial ernannt worden war,  wird dieser „Absturz“ bzw. die ungerechte Behandlung durch den eigenen Orden damals eine  schmerzliche Erfahrung gewesen sein. Doch an Enttäuschungen kann man bei entsprechender Charakterfestigkeit und göttlicher Hilfe auch wachsen und somit innerlich gestärkt aus einer Krise hervorgehen.

Danach wurde der kaltgestellte Jesuitenpater vom Vatikan quasi aus der Versenkung geholt und mit 55 Jahren zum Weihbischof von Buenos Aires ernannt, später zum Erzbischof und Kardinal   –  und  schließlich am 13.3.2013 zum Oberhaupt der katholischen Weltkirche mit ihren 1,2 Milliarden Angehörigen gewählt.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Info-Quelle: http://www.ignazioingrao.it/quando-i-gesuiti-emarginarono-bergoglio_content_30_5.htm#sthash.44XSsbf8.0tfKGPMD.dpuf


Kardinal Bergoglio ist neuer Pontifex der katholischen Weltkirche: Papst Franziskus

Der 76-jährige Jesuit gilt als moraltheologisch konservativ

Die katholische Kirche zeigte wieder einmal, daß sie für Überraschungen gut ist, denn der Hl. Geist und die Kardinäle wählten am 13.3.13 (das Datum kann man sich gut merken) einen Bischof zum Papst, mit dem kaum jemand rechnete und der nicht zu den „Favoriten“ im Kandidatenkarussell der Medien zählte:

Der 1936 in Argentinien geborene Jorge Mario Bergoglio ist jetzt das neue Oberhaupt von 1,2 Milliarden Katholiken; er ist der erste Papst aus Amerika; zugleich ist er der erste Jesuitenpater aller Zeiten auf dem Stuhl Petri. Zudem wählte er als erster Papst den Namen „Franziskus“.

Bislang wirkte Kardinal Bergoglio als Erzbischof von Buenos Aires, der Hauptstadt Argentiniens.  

Foto: Vatikan-HP

Foto: Vatikan-HP

Seine Eltern stammen ursprünglich aus Nord-Italien, sein Vater war Eisenbahner. Jorge Mario hatte vier Geschwister und ging zunächst auf eine technisch-chemische Schule, er war in seiner Jugend verlobt  –  und entschied sich danach mit 21 Jahren für das Priestertum.

Er studierte in Chile und Argentinien Philosophie und Theologie. 1969 wurde er zum Priester geweiht und lehrte dann an einer theologischen Hochschule. Nachdem er bis 1979 als Jesuitenprovinzial in Argentinien wirkte, verbrachte er 1980 einige Monate in Deutschland (Jesuiten-Hochschule St. Georgen),  weshalb er neben Spanisch und Italienisch auch Deutsch spricht.

Anschließend wirkte er als Beichtvater und Spiritual an der Jesuitenkirche von Cordoba, später als Weihbischof in Argentinien. 1997 ernannte Johannes Paul II. ihn zum Erzbischof von Buenos Aires. Bis 2011 war er zugleich Vorsitzender der argentinischen Bischofskonferenz, außerdem zuständig für die Gläubigen des orientalischen Ritus (östliche Liturgie); er wurde im Vatikan u. a. Mitglied der Gottesdienst-Kongregation. 

Bergoglio pflegte auch als Spitzenmann der Kirche weiter einen schlichten, bescheidenen Lebensstil (daher gilt er als „Kardinal der Armen“) – er lebte in einer einfachen Wohnung, kochte selber und fuhr mit der U-Bahn zur Arbeit.  

Seine unauffällige, einfache Haltung kombiniert er mit einer deutlichen konservativer Ausrichtung in theologischen und sittlichen Fragen:

Der Jesuit Bergoglio wendet sich glasklar gegen Abtreibung (auch im Falle einer Vergewaltigung). Er lehnt zudem die Einführung der „Homo-Ehe“ entschieden ab:  Als beispielsweise der Priester Nicolás Alessio öffentlich die homosexuelle Lebensweise guthieß, wurde er seines Amtes enthoben. Zudem schickte der Kardinal deutliche Grußworte für Kundgebungen gegen die „Homo-Ehe“ in Argentinien.

Die eher linksliberale „Augsburger Allgemeine“ schreibt heute online über den neuen Papst:   

Foto: Vatikan

Foto: Vatikan

„Mit 76 Jahren und seiner etwas gebrechlichen Gesundheit ging Jorge Mario Bergoglio in die neue Papstwahl eher als Außenseiter unter den Favoriten. Doch mit der Verbindung äußerst konservativer Auffassungen über Sexualmoral, Abtreibung, Kondome und Homosexualität mit einem schlichten Lebensstil überzeugte der italienisch-stämmige Argentinier, der in Deutschland studierte, viele Vatikanbeobachter.“

Die österreichische Homosexuellen-Seite „ggg.at“ beschwerte sich bereits im Juli 2010 über den argentinischen Erzbischof und dessen Einsatz gegen die Homo-Ehe:

„So warnte Kardinal Jorge Bergoglio in einem Brief an die Klöster des Landes: „Lassen Sie uns nicht naiv sein, wir sprechen hier nicht von einem einfachen politischen Kampf“, erklärte Kardinal Jorge Bergoglio. „Dies ist ein zerstörerischer Anlauf gegen den Plan Gottes. Wir sprechen nicht von einem Gesetzentwurf, sondern von einer Intrige des Vaters der Lügen, die die Kinder Gottes verwirren und hinters Licht führen soll.“

Zurück zur heutigen Papstwahl, die nach einem kurzen Konklave von nur zwei Tagen erfolgte:

Um 20,12 Uhr verkündete Kardinal Tauran heute mit der traditionellen Formel den neuen Pontifex: „Annuntio vobis gaudium magnum: Habemus Papam! Eminentissimum ac reverendissimum dominum, dominum  Sanctæ Romanæ Ecclesiæ Cardinalem Jorge Mario Bergoglio, qui sibi nomen imposuit Franziskus.“

Das heißt auf deutsch:  „Ich verkünde euch eine große Freude: Wir haben einen Papst! Seine Eminenz, den hochwürdigsten Herrn der Heiligen Römischen Kirche, Kardinal Jorge Mario Bergoglio, der sich den Namen Franziskus gegeben hat“.

In einer kurzen Ansprache, die mit den schlichten Worten „Guten Abend“ begann und mit „Gute Nacht, ruht euch aus“ beendete, gedachte er seines Vorgängers Papst Benedikt  –  und betete gemeinsam mit dem Kirchenvolk das Vaterunser und das Ave Maria.

Der neue Pontifex (= Brückenbauer) namens Franziskus scherzte, als er heute auf den Balkon des Apostolischen Palastes trat: Es scheine so, als hätten die Kardinäle am Ende der Welt gesucht, um den neuen Papst zu finden. „Da sind wir nun“, meinte er mit einem schüchternen Lächeln.

„Ich bitte euch, für mich zu beten“, sagte der Nachfolger Petri bei seiner Ansprache auf dem Balkon des Petersdoms. „Diesen Weg werden wir gemeinsam gehen, Bischof und Volk.“

Am Abend hatten sich zuvor trotz strömenden Regens über 100.000 Pilger aus aller Welt auf dem Petersplatz versammelt und erlebten live, wie der weiße Rauch  um 19.07 Uhr aus dem berühmtesten Schornstein der Welt hervorkam. Die Glocken des Petersdoms läuteten, die Gläubigen sangen, jubelten und schwenkten begeistert ihre nationalen oder religiösen Fahnen.

Franziskus I., der bescheiden und sympathisch wirkt, spendete der Stadt Rom, dem Kirchenvolk und dem ganzen Erdkreis seinen päpstlichen Segen „urbi et orbi“.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster