INSA-Umfrage: Bundesweite CSU ergibt für beide C-Parteien ingesamt 11% mehr Stimmen

Angesichts des Konflikts zwischen CDU und CSU in der Asylpolitik hat das Erfurter INSA-Institut in einer repräsentativen Umfrage wissen wollen: Wie würde gewählt, wenn  CDU und CSU getrennt bei der Bundeswahl antreten?

Die Frage lautete: Aktuell bilden CDU und CSU eine gemeinsame Fraktion im Bundestag. Sollte es zu einem Bruch zwischen den beiden Parteien kommen, wäre es möglich, dass die CDU auch in Bayern und die CSU in den restlichen Bundesländern jeweils als eigenständige Parteien gewählt werden können. Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahlen unter diesen Bedingungen wären, wie würden Sie wählen?

Die CDU käme auf 22 Prozent der Stimmen und die CSU auf 18 Prozent. Dies sind in Summe elf Prozentpunkte mehr, als die Union bei einem gemeinsamen Antreten in der aktuellen Sonntagsfrage erhält.

Die SPD würde in diesem Falle im Vergleich zur aktuellen Sonntagsfrage zwei Prozentpunkte verlieren und 17 Prozent der Stimmen erhalten. Die AfD würde fünf Prozentpunkte verlieren und bei elf Prozent liegen, während die FDP zwei Prozentpunkte verlieren würde und auf sechs Prozent kommt. Bei der Linkspartei gäbe es keine Veränderungen und die Grünen würden einen Prozentpunkt verlieren und zehn Prozent der Stimmen erreichen.

In BAYERN käme die CSU bei einem Antreten der CDU in Bayern auf 35 Prozent, die CDU auf 16 Prozent der Stimmen; beide C-Parteien erhielten zusammen 51% und damit eine absolute Mehrheit.  – Die AfD wäre drittstärkste Kraft mit zwölf Prozent, die Grünen folgen mit elf Prozent und die SPD mit zehn Prozent. Die Linkspartei würde acht Prozent erhalten und die FDP fünf.

HIER geht es zum erwähnten INSA-Institut: www.insa-consulere.de

HINWEIS: Genau diese –  durch eine bundesweite CSU zu erwartende –  „strategische Mehrheit“ für das „bürgerliche Lager“ (ohne SPD, Grüne, Linkspartei) ist einer der Gründe, den unser CHRISTLICHES FORUM seit Jahren zugunsten einer „Deutschland-CSU“ vorbringt. Zudem wäre für eine C-Regierung in Bayern sogar eine absolute Mehrheit gesichert – Siehe hierzu ca 20 Artikel: https://charismatismus.wordpress.com/category/bundesweite-csu-kreuther-geist/


Im Endspurt-Wahlkampf in NRW warnt die CDU vor rot-rot-grüner Gefahr

Von Felizitas Küble

In Nordrhein-Westfalen wird heute der neue Landtag gewählt, einige Monate später steht die Bundestagswahl vor der Tür.

Wenn der CDU die Argumente und Wahlkampfthemen ausgehen (in NRW erwiesen sich die CDU-Aussagen auf Plakaten weitgehend als flaches Blabla), dann fällt der Partei immerhin noch die Angst des „bürgerlichen Lagers“ vor einer Linksfront ein. 

So sah ich heute auf dem Albersloher Weg nach Münster, den ich fast täglich mit dem Rad abfahre, erstmals dieses Riesenposter, das der CDU offenbar erst ganz im Endspurt eingefallen ist.

Wenn ich mit gleichgesinnten Leuten aus „unserem Lager“ über das Wählen rede, treffe ich vor allem auf diese fünf Standpunkte:

1. Die „gesinnungsethische“ Position: Mit beiden Stimmen eine christliche Kleinpartei wählen, zB. „Aufbruch C“.
2. Die „strategische“ Position: Mit beiden Stimmen CDU wählen, wenngleich mit Bauchschmerzen, um unbedingt „Rot-rot-grün“ zu verhindern.
3. Die Protest-Position: Mit beiden Stimmen AfD wählen.
4. Die liberal-bürgerliche Position: Erststimme CDU, Zweitstimme FDP. (Die Wahl der FDP wird damit begründet, daß sie nicht für die verfehlte Asylpolitik Merkels mitverantwortlich ist – und daß die Schulpolitik der FDP in NRW noch klassisch orientiert ist – was übrigens stimmt: Die FDP spricht sich eindeutig gegen Gesamtschulen aus, tritt klarer als die CDU für den Erhalt des dreigliedrigen Schulwesens ein, betont das Elternrecht der freien Schulwahl etc.)

Alle diese Standpunkte sind ernst zu nehmen und die jeweiligen Überlegungen zu erwägen. Natürlich existieren weitere Mischformen (z.B. Erststimme CDU, Zweitstimme eine kleine christliche Partei).

5. Es gibt zudem eine „mittlere“ Position, die Protest und Strategie verbindet und darin besteht, mit der Erststimme die CDU zu wählen, mit der Zweitstimme die AfD.

Begründung: Die Erststimme würde der AfD sowieso nichts nützen, also kann man sie dem CDU-Direktkandidaten geben, denn es geht bei der Erststimme (Persönlichkeitswahlrecht) allein darum, welcher Direktkandidat die meisten Stimmen erhält (dieser gelangt dann ins Parlament). Also verhindert man potentiell mit der CDU-Erststimme den Sieg des SPD-Kandidaten und wählt insofern „gegen rot-grün“.

Die wichtigere Zweitstimme (Verhältniswahlrecht) geht an die AfD, weniger weil die Partei so wunderbar wäre (gerade in NRW gibt es bei der AfD seit Jahren etliche Querelen, zudem wirkt die Partei teils noch ziemlich unausgegoren).

Aber man kann mit der Wahl der AfD die CDU unter Druck setzen, den konservativen Flügel dort stärken und zugleich indirekt den Einfluß der CSU in Berlin festigen.

Leider hat es die CSU versäumt, sich bundesweit auszudehnen, zumal sich die AfD dann weitgehend erübrigt hätte.

Durch diesen Jahrhundertfehler der CSU-Pfründenbewahrer im Freistaat ist die AfD überhaupt erst richtig hochgekommen, ist also auf einem strategischen CSU-Versagen erwachsen.
Das bürgerlich-konservative Lager würde sonst weitgehend, wie Umfragen belegen, deutschlandweit die CSU wählen (ungeachtet aller Detailkritik, die man natürlich auch an dieser Partei üben kann) – das gilt übrigens auch für AfD-Anhänger mit Protestwahlmotiven.

Näheres hierzu lesen Sie in unseren 18 Artikeln zum Thema „bundesweite CSU“ im CHRISTLICHEN FORUM: https://charismatismus.wordpress.com/category/bundesweite-csu-kreuther-geist/)

Zur Gefahr von rot-rot-grün in NRW:
Ministerpräsidentin Kraft (SPD) hat sich im Vorfeld der Landtagswahl klar gegen jede Koalition mit der Linkspartei ausgesprochen. Auch wenn man nicht sicher weiß, ob sich Kraft und Co. an diese Ansage halten, so wird man wohl davon ausgehen können, daß die Sozialdemokraten eine große Koalition anstreben, zumal die Grünen gottlob auf dem absteigenden Ast sind. Es geht also wahrscheinlich nur noch darum, wer in der künftigen NRW-Regierung die stärkste Fraktion wird: CDU oder SPD.

Allerdings hat Kraft keineswegs die Duldung einer rot-grünen Koalition durch die Linkspartei ausgeschlossen – das wäre auch lächerlich, schließlich ist dies bei der vorletzten rotgrünen Landesregierung in NRW bereits der Fall gewesen. Für die Linkspartei ist eine solche Tolerierungs-Situation ideal: sie kann die Rot-Grünen wirksam stützen, also eine CDU-geführte Regierung verhindern, ist aber zugleich nicht (mit)verantwortlich für deren Regierungsarbeit.
 


Nach den Wahlen wird der Ruf nach einer bundesweiten CSU stärker

Von Felizitas Küblecanvas

Bereits seit Jahrzehnten vertreten wir das Konzept einer bundesweiten Ausdehnung der CSU. Der katholische Jugendschriftsteller Günter Stiff, der unser Christoferuswerk und den KOMM-MIT-Verlag gründete, hat hierüber mit dem CSU-Vorsitzenden Franz-Josef Strauß schon in den 70er Jahren eingehend korrespondiert. 

Tatsächlich beschloß die CSU danach in Wildbad Kreuth, bei der nächsten Bundestagswahl deutschlandweit anzutreten.

Als der damalige CSU-Vorsitzende Helmut Kohl jedoch damit drohte, mit seiner Partei in Bayern einzumarschieren, backte der CSU-Chef kleine Brötchen und packte den Kreuther Beschluß wieder ein; seitdem befindet er sich in der historischen Mottenkiste.

Nachdem die CDU immer weiter nach links abdriftete, was bereits Mitte der 80er Jahre erkennbar war und mit Parteichefin Merkel verheerende Ausmaße annahm, wurde der Ruf nach einer bundesweiten CSU im bürgerlich-konservativen Lager wieder lauter. 

Weil sich die christsozialen Zögerer nicht dazu durchringen konnten, entstanden nationalkonservative Protestparteien, wobei die Republikaner eine Zeitlang relativ erfolgreich waren; immerhin gelang dieser Partei zweimal der Einzug in den baden-württembergischen Landtag (die 5%-Hürde  in Bayern wurde nur ganz knapp verfehlt).  AfD_Plakat_A0_Deutschland_RZ_500

Angesichts der offensichtlichen Tatsache, daß die CDU unter Führung von Merkel in die linke Mitte gerutscht ist (wo früher die SPD stand), wobei die Kanzlerin in der Asylfrage die Sozis sogar noch links überholte, gibt es für das „bürgerliche Lager“ derzeit folgende Optionen, damit es sich überhaupt politisch noch wirksam artikulieren kann:

  1. Die CSU dehnt sich noch vor der Bundestagwahl deutschlandweit aus, so daß die konservativen Wähler sich auch außerhalb Bayern in dieser Partei heimisch fühlen können. Dann würde sich zudem zeigen, ob die AfD „nur“ eine Protestpartei ist  – oder ob sie sich langfristig halten kann.
  2. Andernfalls wird die AfD in den nächsten Bundestag einziehen – wahrscheinlich mit einem zweistelligen Ergebnis. Falls die Unionsparteien dann keine Koalition mit der AfD eingehen, wird der Linkskurs in der Politik weiter fortgesetzt  – und infolgedessen die AfD noch stärker.
  3. Die klassisch-bürgerlichen und wirtschaftsliberalen Wähler könnten sich – wie bereits bei den jetzigen Landtagswahlen geschehen – wieder der FDP zuwenden, um sie als Koalitionspartner für die CDU hochkommen zu lassen. Unter einer linksgerichteten, vom Wähler abgemerkelten CDU wird aber die FDP als Juniorpartner wahrscheinlich nicht ausreichen für eine Regierungsbildung (auch nicht unter Einschluß der CSU).
  4. Es wäre mittelfristig daher eine bürgerliche Dreifach-Koalition von Unionsparteien, FDP und AfD denkbar.image

Unabhängig von diesen „Planspielen“ wächst jedenfalls nach den für die CDU katastrophalen Landtagswahlen der Ruf nach einer deutschlandweiten Ausdehnung der CSU.

Das zeigt sich auch auf deren Facebook-Seite. Dort gab es allein heute mehrere Aufforderungen pro bundesweite CSU. So schreibt z.B. Michael Schulz geradezu flehentlich: Bitte… Trennt Euch von der CDU. Bitte! Ich möchte Euch wählen können.“  –  Auch zuvor konnte man bereits Ähnliches lesen – siehe hier: https://www.facebook.com/CSU

Ähnlich läuft es bei FAZ-online: Unter diesem  –  ohnehin interessanten  –  Artikel erhält der Kommentar von Horst Queck (14.3., 13,40 Uhr), welcher eine bundesweite CSU fordert, mit Abstand die meisten Pluspunkte von Lesern. Er schreibt:

„Die Sache ist ganz einfach, Herr Seehofer! Machen Sie das wahr, was Sie schon lange ankündigen. Verfassungsklage wegen der Merkelschen Politik einreichen. Das geht möglicherweise nicht ohne Aufkündigen der Koalition mit der Forderung nach Neuwahlen. Gleichzeitig sollte die CSU bundesweit antreten, und Sie sollten das Handtuch werfen. So geht Politik.

Zudem ist erwiesen, daß eine klare Mehrheit der AfD-Wähler „eigentlich“ lieber CSU gewählt hätte, wenn das möglich gewesen wäre. Laut einer Umfrage von Infratest-dimap gilt dies für 57 Prozent der AfD-Wähler in Sachsen-Anhalt, 61 Prozent in Baden-Württemberg und 72 Prozent in Rheinland-Pfalz. 

Unsere bisherigen Artikel pro bundesweite CSU: https://charismatismus.wordpress.com/category/bundesweite-csu-kreuther-geist/

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Bundesweite Willkommenskultur für die CSU

Von Felizitas Küble

Die Idee einer bundesweiten Ausdehnung der CSU wird von unserer Seite und von vielen Gleichgesinnten bereits seit vier Jahrzehnten vertreten.

Diese Option ist derzeite alles andere als nur eine gedankliche Spielwiese, sondern geradezu notwendig (die Not wendend)  – nicht zuletzt angesichts des Merkel-Desasters in der Flüchtlingskrise und der seit langem anwachsenden Politikverdrossenheit weiter Kreise, zumal des bürgerlichen Lagers.

Es geht zudem strategisch schlichtweg darum, das bürgerliche Wählerpotential voll auszuschöpfen.CQuO900WcAAmE8O

In unserem CHRISTLICHEN FORUM wurden bereits Ende Juni realistische Artikel zur Asylsituation veröffentlicht; bald folgten klare Warnungen von Rainer Wendt, dem Chef der Polizeigewerkschaft, vor einer konzeptionslosen Politik. Die Balkan-Einwanderung wurde von Polizeiseite schon im Januar 2014 kritisch angesprochen.

Die KARIKATUR zeigt begeisterte CDU-Massen, die um „Asyl“ in Bayern bitten. Auf die erstaunte Frage Seehofers „Sind die alle aus Syrien?“, antwortet sein Pressesprecher: „Nein, aus der CDU“ (Quelle: Junge Freiheit)

Im Juli und August schwelgten Medien und Politik vielfach in einer von der Kanzlerin herbeigerufenen, denkbar naiven „Willkommenskultur“, als befände wir uns mitten auf einer sonnigen Trauminsel  –  und nicht in einem hochverschuldeten Staat (dies auch dank diverser EU-Krisen), der ohnehin mit zahlreichen Problemen belastet ist. Dabei hatte die Polizeigewerkschaft bereits Anfang August 2015 Grenzkontrollen gefordert.

Die CSU bzw. die bayerische Landesregierung hat sich zunächst kaum mit merklicher Kritik an Merkels Politik bemerkbar gemacht, aber immerhin im Juli 2015 ein Maßnahmenpaket zur Migrantenschwemme verabschiedet, das wegen seiner Begrenzung auf Bayern aber nur bedingt wirksam werden konnte. 

Seehofer: Stratege oder Papiertiger?

Wenn Seehofer nicht als unser aller Papiertiger enden möchte, muß er seinen markigen Worten Taten folgen lassen. Das Abziehen von CSU-Ministern aus der Bundesregierung wäre zwar ein aufsehenerrender Beschluß, über den sich Merkel und Co. aber herzlich freuen würden, weil sie auf diese Weise die lästigen „Bremser“ bequem loswerden könnten.

Da hilft nur alter Wein in neuen Schläuchen, nämlich eine bundesweite Ausdehnung der CSU. Was Franz Josef Strauß vor fast 40 Jahren in Wildbad Kreuth mit seinen CSU-Mannen (und Frauen) beschlossen hatte, nämlich das bundesweite Antreten seiner Partei, ist heute das Gebot der Stunde  –  nicht nur für die CDU, sondern auch für die Demokratie und eine solide Stabilität unseres parlamentarischen Systems. shutterstock_114300748-140x94

Dieses ist von innen her gefährdet, wenn bei immer mehr Bürgern die Überzeugung wächst: „Unsere Volksvertreter vertreten alles Mögliche, nur nicht mehr das eigene Volk!“  – Manche erinnern sich auch an den ironischen Spruch von Bert Brecht, wenn die Regierung mit dem Volke unzufrieden sei, solle sie sich doch ein neues Volk wählen (immerhin zweifelte Merkel öffentlich daran, ob Deutschland noch „ihr Land“ sei).

„Geschichtlicher Fehler“ von FJS

Der frühere bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Franz Josef Strauß (FJS) hat den Kreuther Trennungsbeschluß von 1976 nicht in die wahlpolitische Wirklichkeit umgesetzt, weil der durchaus machtbewußte CDU-Vorsitzende Helmut Kohl damals mit dem „Einmarsch“ der CDU in Bayern drohte. Die Sorge um bayerische „Pfründe“ war vielen Christsozialen im Freistaat wichtiger als die bundespolitischen Chancen.

Dieses Einknicken angesichts einer historischen Chance wurde sogar von namhaften konservativen CDU-Persönlichkeiten kritisiert, zB. von Gerhard Mayer-Vorfelder: „Ich hätte es begrüßt, wenn sich die CSU bundesweit ausgedehnt hätte“, erklärte der ehem. baden-württembergische Kultusminister; daß dies nicht geschah, bezeichnete er als „geschichtlichen Fehler“.

Die heutige Situation spricht noch mehr als damals für eine deutschlandweite Wählbarkeit der CSU:   image

Angela Merkel hat die CDU bis zur Unkenntlichkeit inhaltlich entleert, sozialdemokratisiert und geistig heruntergewirtschaftet; sie ist die Totengräberin der Partei.

Der frühere CDU-Chef Helmut Kohl, unter dem der Abnabelungs-Beschluß von Strauß anno 1976 stattfand, war zwar kein ausgeprägter Konservativer, doch die Partei war immerhin noch nicht nach links abgedriftet, sondern bewegte sich in der bürgerlichen Mitte  – also etwa dort, wo sich heute die CSU befindet. 

Nach dem Kreuther Beschluß hatte Helmut Kohl mit dem Eindringen der CDU in Bayern „gedroht“. Wenn eine angeschlagene Kanzlerin Merkel mit ihrer abdriftenden Partei heute dasselbe ankündigen würde, könnte die CSU sich gemütlich hinter den Ofen zurücklehnen.

Während die CSU nämlich außerhalb Bayerns bei Millionen von enttäuschten CDU-Wählern (und wohl auch so manchen bürgerlichen SPD- und FDP-Wählern) hochwillkommen wäre, gäbe es im Freistaat bestimmt keine massenhaft begeisterten Hurra-Rufe, wenn die Merkel-CDU dort mit dem Aufbau von Ortsgruppen beginnen würde. Kaum ein bayerischer Hahn würde danach krähen.

Getrennt marschieren, vereint schlagen

Deshalb ist die Situation von 1976 und die Lage hier und heute völlig anders. Das sollte sich der bayerische Ministerpräsident hinter die Ohren schreiben. Vielleicht bekäme Merkels Mantra „Wir schaffen das!“ endlich einen vernünftigen Sinn, wenn die CSU sich aufraffen würde: „Das schaffen wir!“ be2004_38_551

Dabei sollte eine bundesweite CSU auf das Ziel hinstreben: „Getrennt marschieren, vereint schlagen!“ – Das bürgerliche bis konservative Lager soll nicht etwa zersplittert, sondern in seiner politischen Wirksamkeit gestärkt werden. Insofern wäre es am besten, die CSU würde außerhalb Bayerns nur mit der Zweitstimme antreten, also keine Direktkandidaten aufstellen, damit der CDU-Direktkandidat im Wettstreit mit dem SPD-Konkurrenten das Rennen macht.

Zumindest sollte die CSU, wenn sie aus „Imagegründen“ deutschlandweit ihre Direktkandidaten aufstellt, wie einst die FDP eine Zweitstimmen-Kampagne durchführen, damit der geneigte Bürger erkennt, daß es für die Christsozialen auf die Zweitstimme ankommt. Viele C-Wähler werden dann aus strategischen Gründen ihre Erststimme dem Direktkandidkaten der CDU geben (um damit den Sieg eines SPD-Kandidaten zu verhindern)  –  und ihre Zweitstimme der CSU.

Siehe dazu ergänzend unser voriger Artikel: https://charismatismus.wordpress.com/2015/11/01/wann-kommt-der-kreuther-geist-endlich-aus-der-csu-flasche/
Dieser wurde auch hier veröffentlicht: http://journalistenwatch.com/cms/bundesweite-csu-wann-kommt-der-kreuther-geist-endlich-aus-der-flasche/
Ebenso hier: https://conservo.wordpress.com/2015/11/02/bundesweite-csu-wann-kommt-der-kreuther-geist-endlich-aus-der-flasche-bei-trennung-stimmengewinn-fuer-die-csu/

FANS einer bundesweiten CSU auf Facebook: https://www.facebook.com/pages/CSU-Bundesweit-in-2017/439686522887459


Wichtigster Punkt: Bundestagswahl belegt strukturelle Mehrheit fürs „bürgerliche Lager“

Kommentar von Felizitas Küble

Unabhängig von der Analyse einzelner Partei-Ergebnisse, die teils erfreulich (CSU, CDU), teils unerfreulich (FDP) oder ambivalent (großer Achtungserfolg, aber kein Parlamentseinzug für AfD) ausfallen, enthält diese Bundestagswahl ein Resultat, das insgesamt und auf lange Sicht für das „bürgerliche“ Spektrum in Deutschland positiv und entscheidend ist:

Es ergibt sich nämlich rechnerisch eine strukturelle Mehrheit für das nicht-linke, das „bürgerliche Lager“ in Deutschland. Zählt man die Stimmen für die Union (CDU/CSU), FDP und AfD zusammen, so wird dies deutlich, denn auch wenn FDP und AfD nicht im Bundestag vertreten sein werden, so ist dieses Wählerpotential gleichwohl vorhanden, steht also zukünfig potentiell wieder zur Verfügung  – was auch für kommende Landtagswahlen gilt.

Oder anders herum formuliert: Rote, Grüne und Ultra-Rote (Linkspartei) erreichen gemeinsam keine rechnerische Mehrheit, das bürgerliche Spektrum kommt hingegen locker auf über 50%.

Größter strategischer Fehler der AfD: Antreten bei Hessen-Wahl

Was die euro-kritische, liberal-konservative AfD betrifft, so verdient sie neben Respekt für ihren großartigen Achtungserfolg auch Kritik, weil sie völig sinnlos bei der Landtagswahl in Hessen antrat: dadurch hat sie nämlich die dortige CDU-FDP-Regierung „gestürzt“, was unverantwortlich ist und von vornherein eine ernste Gefahr darstellte.

Das Antreten zur Hessenwahl war schlicht absurd, wie ich mehrfach  –  bereits vor acht Wochen  –  in diesem CHRISTLICHEN FORUM schrieb, denn erstens geht es bei einer Landtagswahl nicht um den Euro und die verfehlte ESM-Rettungspolitik der EU, zweitens ist die CDU in Hessen immerhin weitaus konservativer als im Bundesdurchschnitt.

Drittens hat die AfD als neue Partei bei einer Landtagswahl natürlich weniger Chancen, die 5%-Hürde zu knacken, als bei der Bundestagswahl. Auch dies hat sich bestätigt. Nur ein schwacher Trost ist es da, daß die AfD wenigstens nicht so verrückt war, bei der bayerischen Landtagswahl anzutreten.