Die Menschenwürde gilt auch für Ungeborene

Von Hartmut Steeb

Wir haben hoffentlich gelernt: Wir müssen das menschliche Leben schützen, besonders die vulnerablen (verletzlichen, gefährdeten) Gruppen von Menschen. Wir dürfen das auch nicht nur dem Staat überlassen. Jeder ist gefordert, mitzuhelfen.

Leider ist inzwischen der Ort, der für Menschen der sicherste sein sollte, zum „gefährlichsten“ geworden. Die Weltgesundheitsorganisation beziffert die Zahl der jährlichen Abtreibungen auf 73 Millionen. Ihr menschliches Leben wird durch einen gewaltsamen Eingriff abrupt beendet.

Wer kann sich die Zahl von 73 Millionen vorstellen? Halten wir uns vor Augen, dass jedes Jahr ca. 60 Millionen Tote zu beklagen sind, also Menschen, die nach ihrer Geburt sterben.

Es sterben weltweit also mehr Menschen unnatürlich vor der Geburt als natürlich und unnatürlich nach ihrer Geburt.

In Deutschland geht das Statistische Bundesamt von etwa 100.000 Abtreibungen jährlich aus. Und da gibt es noch eine beträchtliche Dunkelziffer, zumal es für die Statistik noch nicht einmal eine Plausibilitätskontrolle gibt, also z.B. einen Vergleich mit den über die Kranken- und Sozialkassen abgerechneten Abtreibungen.

Aber auch wenn die Zahl stimmen würde: Den im Jahr 2020 zu begrüßenden 773.000 Geburten stehen dann ca. 13% Schwangerschaften gegenüber, die durch den absichtlich herbei geführten Tod des Kindes beendet wurden.

Auch wenn man Sterbezahlen nicht einfach vergleichen kann und will. Muss die Frage nicht doch erlaubt und gestellt werden, ob die Quantität von Todesfällen nicht doch auch bei der Entschlossenheit berücksichtigt werden muss, mit der sich die Gesellschaft für den Schutz des Lebens einsetzt?

Die Situation der Abtreibung mit den millionenfachen Tötungen weltweit und der hunderttausend-fachen Tötung in Deutschland, Jahr um Jahr, ist der schlimmste Menschenrechtsskandal auf der ganzen Welt.

Keine Bevölkerungsgruppe ist so vulnerabel, wird so massenweise diskriminiert – mit Todesfolgen – wie die ungeborenen Kinder.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen“ (Artikel 1 Grundgesetz). Eine schlimmere Würdeverletzung als das Töten ist schwerlich vorstellbar. Deshalb sind und bleiben wir unterwegs, auch um an diesen Verfassungsauftrag zu erinnern.

Unser Gastautor Hartmut Steeb war jahrzehntelang Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz; er ist Vorsitzender des TCLG (Treffen christlicher Lebensrechts-Gruppen) und stellv. Vorsitzender des BVL (Bundesverband Lebensrecht). Dieser Dachverband organisiert den jährlichen Marsch für das Leben in Berlin: https://www.bundesverband-lebensrecht.de/marsch-fuer-das-leben/


Starkes Signal: Tausende Teilnehmer beim Marsch für das Leben in Berlin

…….Foto: Axel Nickolaus

Jugendgruppen, Familien, Senioren, Gemeinden, Busgemeinschaften, Gäste aus dem In- und Ausland:

Vor dem Brandenburger Tor, umrahmt von Ständen der Mitgliedsvereine im Bundesverband Lebensrecht, nahmen 4.500 Menschen aller Altersgruppen am Marsch für das Leben teil.

Seit Jahren sind Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und Gesellschaft dabei, darunter die Bischöfe Voderholzer aus Regensburg (siehe Foto) und Ipolt aus Görlitz, der Vorsitzende der Evangelischen Allianz, Ekkehart Vetter, Vertreter der orthodoxen Kirchen oder Johannes Singhammer (CSU), ehem. Bundestagsvizepräsident.

Viele weitere Persönlichkeiten unterstützen den Marsch durch Grußworte, u.a. Christine Lieberknecht (CDU), frühere Ministerpräsidentin des Freistaates Thüringen.

„Kinder wurden am Weiterleben gehindert.“ – So bezeichnete man in der DDR-Diktatur die Abtreibung. Über die Folgen sprach Helmut Matthies, Journalist und Vorsitzender von IDEA als Auftakt zum einstündigen Podium vor dem Demonstrationszug durch die Stadt.

Wie wichtig eine zugewandte Palliativversorgung ist und wie unmenschlich das Angebot von assistiertem Suizid, verdeutlichte Dr. Eissing von der Hospizbewegung Papenburg.

Die Lebensrechtsbewegung ist jung und kreativ. Sabina Scherer berichtete über ihre Motivation, den Podcast „Zellhaufen“ ins Leben zu rufen, die Jugend für das Leben wächst stetig, u.a. mit Pro-Life-Touren und -Kongressen.

Eine junge Studentin trug einen selbstverfassten, tiefgehenden Poetry Slam aus Sicht eines Kindes vor der Geburt vor.

Und die Lebensrechtsbewegung ist international: So wurde eine Fahne vorgestellt, die mit der pink-blauen Abbildung von kleinen Füßen, schon lange ein Symbol der Lebensrechtsbewegung, Verbreitung findet.

Musikalisch wurde die Veranstaltung von der Band Gnadensohn und der blinden Sängerin Bernarda Brunovic begleitet. Im Anschluss an das Podium folgte ein zweistündiger, friedlicher Demonstrationszug durch die Berliner Innenstadt.

Die Botschaft an die Politik: Bei allem, was Sie entscheiden, prüfen Sie, ob diese Entscheidung mit der Menschenwürde jedes Menschen von der Zeugung bis zum Tod vereinbar ist. Mit einem Aufruf, dies auch den eigenen Bundestagskandidaten in Erinnerung zu rufen, und der Einladung zum nächsten Marsch für das Leben am 17.09.2022 endete eine große, mutmachende Veranstaltung.

Ein Mitschnitt kann auf der Facebook-Seite „Bundesverband Lebensrecht e.V.“, bei EWTN und auf YouTube abgerufen werden.

Quelle: Pressemeldung des Bundesverband Lebensrecht e.V.
www.bundesverband-lebensrecht.de


Grußwort der AfD zum Marsch für das Leben: Abtreibung ist Krieg gegen ungeborene Kinder

Am Samstjag, den 18. September 2021 findet in Berlin zum 17. Mal der Marsch für das Leben statt. Veranstalter ist der „Bundesverband Lebensrecht“, der sich als Zusammenschluss deutscher Lebensrechtsorganisationen für den Schutz des Menschenlebens einsetzt – von der Zeugung bis zum natürlichen Tod.

Der Bundesvorstand der AfD hat zum diesjährigen „Marsch für das Leben“ ein längeres Grußwort verfasst, aus dem wir hier die wichtigsten Abschnitte dokumentieren:

Am 4. September 2016 wurde Mutter Teresa von Papst Franziskus heiliggesprochen. Sie hatte sich mit ihrer Arbeit um die Armen, die Kranken und Sterbenden verdient gemacht und dabei wahre Nächstenliebe praktiziert. Für Mutter Teresa war jedes Leben von unschätzbarem Wert. Sie wusste außerdem: „Abtreibung ist Krieg gegen unschuldige, ungeborene Kinder“.

Doch ihre Weisheit droht mehr und mehr in Vergessenheit zu geraten.

Viele werdende Mütter fühlen sich von unserer Gesellschaft offenbar so sehr im Stich gelassen, dass sie nur in der Abtreibung die Lösung ihrer Probleme sehen.

Die AfD ist die einzige Partei im Deutschen Bundestag, die dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen will und sich stattdessen für die Rechte ungeborener Kinder stark macht. Andere Parteien mögen es vergessen haben, aber Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz des Staates. Das ist das Versprechen unseres Grundgesetzes, das wir hochhalten.

Der Staat muss endlich seine familien- und kinderfeindliche Haltung aufgeben und jungen Menschen Perspektiven zur Familiengründung geben, damit schwangere Frauen eine Abtreibung gar nicht mehr in Erwägung ziehen müssen. Wir wollen eine Willkommenskultur für Kinder – und zwar für alle Kinder!

„Man erkennt den Wert einer Gesellschaft daran, wie sie mit den schwächsten ihrer Glieder verfährt“. Dieser Satz, Gustav Heinemann zugeschrieben, verdeutlicht die Mission des Marsches für das Leben: ob christlich oder weltlich begründet – wir als Gesellschaft müssen die unveräußerliche Würde eines jeden Menschen achten.

Das muss auch für die künftige, noch ungeborene Generation gelten.

Es grüßt Sie in dankbarer Verbundenheit,

Ihr Bundesvorstand der Alternative für Deutschland:
Prof. Dr. Jörg Meuthen, Tino Chrupalla, Dr. Alice Weidel, Stephan Brandner, Beatrix von Storch, Carsten Hütter, Christian Waldheim, Joachim Kuhs, Dr. Sylvia Limmer, Joachim Paul, Jochen Haug, Stephan Protschka, Dr. Alexander Wolf, Joana Cotar


17. Marsch für das Leben und 20 Jahre BVL

Bereits zum 17. Mal findet am kommenden Samstag, dem 18.9.2021, der Marsch für das Leben in Berlin statt, der 2002 als „1000 Kreuze für das Leben“ begann.

Über die Jahre wurde aus dem Bundesverband Lebensrecht (BVL) eine der wichtigsten Stimmen für das Lebensrecht aller Menschen von der Zeugung bis zum Tod, aktuell mit 15 Mitgliedsvereinen und über 20.000 direkten Mitgliedern.

Das traditionelle „Pro Life-Wochenende“ im September wird am Freitag, dem 17.9.2021, mit einer Fachtagung eingeläutet, diesmal zum Thema Reproduktionsmedizin. Die Fachtagung wird auch im Livestream übertragen (https://youtu.be/4pfpTXIQzHU).

Der Marsch für das Leben am Samstag beginnt um 13 Uhr auf dem Platz des 18. März (vor dem Brandenburger Tor) mit Musik der Band Gnadensohn und der Sängerin Bernarda Brunovic.

Der Leiter der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA, Helmut Matthies, wird auf der Kundgebung ebenso sprechen wie junge Menschen mit beeindruckenden Ideen und Initiativen, ein Vertreter der Hospizbewegung und eine Hebamme, die über die wirkliche Lage von Frauen im Schwangerschaftskonflikt berichtet.

Auch diese Veranstaltung, zu der etwa 5.000 Teilnehmer erwartet werden, wird zusätzlich im Livestream (https://youtu.be/tkRoNm0rHWA) und bei EWTN übertragen.

Nach dem anschließenden Marsch für das Leben, dem Demonstrationszug durch Berlin, wird ein Ökumenischer Gottesdienst angeboten. Zelebranten sind der katholische Bischof von Görlitz, Ipolt, und Erzpriester Gačić von der serbisch-orthodoxen Kirche in Berlin.

„Eine Woche vor der Bundestagswahl ist ein guter Zeitpunkt, um auf die Bedeutung und Gefährdung der Basis unseres Grundgesetzes aufmerksam zu machen“, sagte Alexandra Linder (siehe Foto), Vorsitzende des BVL, heute in Berlin:

„Viele Themen stehen auch im neuen Bundestag zur Debatte an: Abtreibung und das Werbeverbot für Abtreibung, der assistierte Suizid, die Reproduktionsmedizin. Gemäß Artikel 1 Grundgesetz muss die Würde des Menschen an oberster Stelle stehen – und zwar aller Menschen, auch der Kinder vor der Geburt und der Menschen am Lebensende oder in suizidalen Lebenssituationen.“

Unterstützung erfahren die Anliegen des Marsches für das Leben durch die Teilnehmer aus Gesellschaft, Kirche und Politik sowie durch viele Grußworte.

So widerspricht Bischof Bätzing, Vositzender der Deutschen Bischofskonferenz „mit allem Nachdruck der Auffassung des EU-Parlaments, dass die Abtreibung ungeborener Kinder ein Menschenrecht darstellt“.

Metropolit Augoustinos, Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, schreibt: „Viele [unserer Mitglieder] haben einen Migrationshintergrund und bringen aus ihren Heimatländern insbesondere auch die Botschaft von der unabdingbaren Heiligkeit des menschlichen Lebens von seiner Entstehung bis zum physischen Tod mit.“

Ansgar Hörsting, Präses der FeG (Freien evangelischen Gemeinden), verweist auf die Kultur des Lebens: „Eine Kultur für das Leben teilt Menschen nicht ein in solche, die es wert sind, und andere, die es nicht wert sind zu leben.“

„Hierzu gehört, denen eine Stimme zu geben, die der Macht anderer ausgeliefert sind, ohne dass sie gehört werden können“, betont der Apostolische Nuntius Eterović in seiner Grußbotschaft.

Eine Auswahl der Stellungnahmen findet sich auf www.marsch-fuer-das-leben.de.


Neuwahlen bei CDL: Mechthild Löhr übergibt den Staffelstab an Susanne Wenzel

Zwei Mitglieder des Bundestages neu im Vorstand

Am vergangenen Samstag (26.6.) fand in Königswinter die Bundesmitgliederversammlung der CDL (Christdemokraten für das Leben) statt.

Auf der Tagesordnung stand die turnusmäßige Neuwahl des Bundesvorstands, die zuvor aufgrund der Corona-Beschränkungen verschoben worden waren.

In ihrem Rechenschaftbericht ging die bisherige Vorsitzende Mechthild Löhr (siehe Foto) auf die Arbeit der vergangenen zwei Jahre ein, die vor allem geprägt war von der Diskussion um das Werbeverbot für Abtreibungen sowie die Neuregelung der Organspende und von dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidbeihilfe im Februar letzten Jahres.

Während in der Debatte um Abtreibung und Suizidbeihilfe immer wieder Autonomie und Selbstbestimmung betont würden, rückten gerade diese Aspekte (um das Leben zu schützen) während der Corona-Krise weit in den Hintergrund, sagte Mechthild Löhr. „Umso unverständlicher sei es, dass sich große Parteien gleichzeitig an die Spitze setzten, um die Suizidbeihilfe zu ermöglichen und auch Abtreibungen zu forcieren.“

Löhr weiter: „Staat und Gesellschaft müssen sich aber letztlich daran messen lassen, wie sie das Leben des Menschen schützen.“

Ausführlich ging die scheidende Vorsitzende auf den im Europaparlament verabschiedeten Matic-Bericht ein. Die Versammlung begrüßte, dass die Abgeordneten der CDU und CSU in der EVP-Fraktion unter der Führung von Manfred Weber (CSU) bis auf eine Enthaltung geschlossen gegen den Bericht des kroatischen Sozialisten Pedrag Matic gestimmt hatten. Der Bericht hatte unter anderem die Anerkennung der Abtreibung als „Menschenrecht“ und eine Einschränkung der Gewissensfreiheit für Ärzte gefordert.

Bei den anschließenden Vorstandswahlen kandidierte Mechthild Löhr nicht erneut als Vorsitzende der CDL. Die hauptberufliche Unternehmensberaterin schied nach 19 Jahren aus dem Amt. In Anerkennung ihrer langjährigen erfolgreichen Führung der CDL ernannten die anwesenden Mitglieder sie zur Ehrenvorsitzenden der CDL.

Neue Bundesvorsitzende ist Susanne Wenzel. Die 51-jährige Diplom-Betriebswirtin war bisher Pressesprecherin des Bundesvorstandes.

BILD: Susanne Wenzel (links) und Odila Carbanje

Wenzel ist verheiratet, katholisch und lebt in Nordrhein Westfalen im Ruhrgebiet. Sie ist nach der Gründungsvorsitzenden Johanna Gräfin von Westphalen und Mechthild Löhr die dritte Bundesvorsitzende in der 36jährigen Geschichte der Lebensrechtsinitiative.

Unterstützt wird Wenzel von den beiden langjährigen stellvertretenden Vorsitzenden Odila Carbanje, Landesvorsitzende der CDL NRW, und Hubert Hüppe (siehe Foto unten), der im September wieder für den Bundestag kandidiert.

Neu in der Riege der Stellvertreter ist der Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Patrick Sensburg aus Meschede, der auf Sofia Kuby folgt, die ebenfalls nicht wieder kandidierte.

Wenzels bisherige Funktion als Pressesprecherin übernimmt künftig die Kirchenrechtlerin Dr. Friederike Hoffmann-Klein. Für die Schriftführung verantwortlich ist die Kölner CDL-Kreisvorsitzende Gertrud Geißelbrecht. Auch die Position des Schatzmeisters wurde neu besetzt, nachdem der bisherige Amtsinhaber, der Viersener Rechtsanwalt und CDU-Politiker Jürgen Boysen, nicht wieder kandidierte.

Die finanziellen Geschicke der CDL führt künftig Christiane Lambrecht, Vorsitzende der CDL Bayern.

Dem Vorstand gehören außerdem 20 Beisitzer an:

Veronika Bellmann, MdB, Hildegard Bosch, Jürgen Boyxen, Josef Dichgans, Dr. Sina Fackler, Karin Fenbert, Dr. Alexander Giannakis, Volker Höhler, Conrad von Jagwitz, Oda von Jagwitz, Birgit Kelle, Christa Ley, Alexandra Linder, Petra Lorleberg, die auch verantwortlich für die Social-Media-Auftritte der CDL ist, Erich Lux, Dr. Susanne Lux, Christian W. Mann, der Vertreter der Jungen CDL Benedikt Oyen sowie Christian Schneider und Udo-Wolfgang Wenzel.

In einem Vortrag zum Thema Suizidbeihilfe skizzierte Prof. Dr. Manfred Spieker grundlegende Aussagen des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidbeihilfe.

Die Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht, der Dachorganisation der Lebensrechtsverbände in Deutschland, Alexandra Linder gab einen Einblick in die Schwangerenberatung der von ihr gegründeten Beratungsorganisation VITA-L.


BVL kritisiert Annahme des Matić-Berichts

Am 24. Juni 2021 wurde der Bericht des kroatischen Sozialisten Predrag Fred Matić, der sog. Matić-Report, mit 378 zu 255 Stimmen und 42 Enthaltungen vom EU-Parlament angenommen.

Alexandra Linder (siehe Foto), die Vorsitzende des Bundesverband Lebensrecht (BVL), erklärt dazu:

Deutschland ist ein Land, in dem die Abtreibungszahlen aufgrund der Gesetzeslage noch nicht so schlimm sind wie in anderen Staaten. Statt darauf aufzubauen, statt Frauen Hilfe anzubieten und die Umgebung zur Hilfe zu verpflichten, statt Menschenwürde und Menschenrechte konsequent anzuwenden, wie es im Grundgesetz steht, preschen inhumane Ideologen vor, um Menschenrechte und Menschenwürde abzuschaffen und umzudefinieren.

Das EU-Parlament – übrigens mit einer nicht überdeutlichen Mehrheit, denn nur 62 Abgeordnete hätten sich gegen statt für den Matić-Bericht entscheiden müssen, um die Mehrheitsverhältnisse zu kippen – hat sich entgegen seinen hehren Grundsätzen dazu entschieden, Rechte von der Willkür Erwachsener und von der Willkür anti-humaner Ideologen abhängig zu machen:

Das Lebensrecht von Kindern vor der Geburt, die Freiheit der Meinungsäußerung und von Hilfsangeboten in Bezug auf Abtreibung, die Gewissensfreiheit von medizinischem Personal.

Das Ganze steht auch im Zusammenhang mit der anstehenden Bundestagswahl: Einige Parteien fordern in ihren Programmen und Positionspapieren die Abschaffung des Werbeverbots für Abtreibung, die vollständige Legalisierung der Abtreibung, die jedem Erwachsenen zugängliche Produktion von Kindern, die Forschung an Embryonen.

Kinder vor der Geburt sollen systematisch entmenschlicht werden, um sie damit frei verfügbar zu machen. Das widerspricht jeglicher Humanität, widerspricht unseren Rechtsgrundlagen und widerspricht modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Embryologie.

Eine Gesellschaft, die ernsthaft der Ansicht ist, die Tötung der eigenen Kinder sei eine „Gesundheitsleistung“ und ein wichtiges Angebot für Frauen, um selbstbestimmt und emanzipiert zu sein, verachtet und diskriminiert Frauen, missachtet die Rechte der Kinder und hat keine Zukunft.

Der BVL und seine Mitgliedsorganisationen sind im Gespräch mit Politikern, organisieren Veranstaltungen und Demonstrationen und klären die Öffentlichkeit auf. Gemeinsam vertreten sie etwa 30.000 direkte Mitglieder sowie einige Millionen Unterstützer und weitere Bürgerinnen und Bürger, denen die Menschenwürde ein wichtiges Anliegen ist.

Bundesverband Lebensrecht e.V., Landgrafenstraße 5 in 10787 Berlin
berlin@bv-lebensrecht.de
ww
w.bundesverband-lebensrecht.de


Stoppt den Matić-Bericht: „Bundesverband Lebensrecht“ sprach mit EU-Parlamentariern

Vertreter des Bundesverbands Lebensrecht (BVL) waren am 23. Juni in Brüssel, um mit Abgeordneten des EU-Parlaments über den sogenannten Matić-Report zu sprechen.

Über diesen Bericht, der sich mit den „sexuellen und reproduktiven Rechten“ von Frauen beschäftigt, soll nach einer Debatte heute abgestimmt werden.

Auf der Veranstaltung, bei der u.a. auch der internationale Lebensrechtsverband One of Us, die Ärzte für das Leben und KALEB vertreten waren, erklärte Cornelia Kaminski (siehe Foto), Vorstandsmitglied des BVL und Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA), dass der Bericht gegen das Subsidiaritätsprinzip verstoße und damit von vornherein abgelehnt werden müsse.

Darüber hinaus appellierte sie an die EU-Parlamentarier:

„Ich hoffe sehr, dass die EU-Abgeordneten einsehen, dass das Leben wichtiger ist, dass das Leben der ungeborenen Kinder zählt und Frauen in der Notlage eines Schwangerschaftskonflikts Beratung und Hilfe möchten, die sie aber nicht mehr bekommen werden, wenn Abtreibung als Gesundheitsversorgung gilt, und dass die Abgeordneten deshalb den Matić-Bericht ablehnen.“

Neben sinnvollen und guten Themen und Vorschlägen enthält der Bericht (wie der fast identische „Estrela-Bericht“, der zuletzt 2013/2014 im EU-Parlament abgelehnt wurde) einige für die Menschenrechte und die Gewissensfreiheit bestimmter Personengruppen höchst bedenkliche Forderungen, darunter insbesondere:

  • Abtreibung soll als normale Gesundheitsleistung etabliert, also ohne jede Einschränkung legalisiert, und entsprechend flächendeckend angeboten und finanziert werden.
  • Staaten sollen dafür sorgen, dass es keine Hindernisse zum freien und sicheren Abtreibungszugang gibt, was zum Zwang für medizinische Einrichtungen und Praxen führen kann, Abtreibungen anzubieten.

Damit werden die Menschenwürde und das grundlegende Menschenrecht auf Leben der Kinder vor der Geburt ebenso abgeschafft wie das Grundrecht auf Gewissensfreiheit für medizinisches Personal. Die wirkliche Situation von Frauen im Schwangerschaftskonflikt wird ebenso negiert wie mögliche schädliche Folgen für Frauen nach einer Abtreibung.

Zwar sind solche Berichte für die nationalen Gesetzgebungen nicht verpflichtend. Doch der Bericht kann unter anderem dafür verwendet werden, bestimmte Staaten (z.B. Nicaragua, Uganda) mit Blick auf EU-Fördergelder, wie bereits geschehen, weiter unter Druck zu setzen.

Im Hinblick auf die Bundestagswahl im September wird das Abstimmungsergebnis in Brüssel für viele Wähler in Deutschland ebenfalls eine Rolle spielen.

Der BVL und seine Mitgliedsorganisationen sind im Gespräch mit Politikern, organisieren Veranstaltungen und Demonstrationen und klären die Öffentlichkeit auf.

Gemeinsam vertreten sie etwa 30.000 direkte Mitglieder sowie einige Millionen Unterstützer und weitere Bürger, denen die Menschenwürde ein wichtiges Anliegen ist: www.bundesverband-lebensrecht.de


Der BVL wählte seinen Bundesvorstand

Die 1966 geborene Übersetzerin, Lektorin und Publizistin Alexandra Maria Linder bleibt Vorsitzende des Dachverbands der deutschen Lebensrechtsbewegung.

Die Mitgliederversammlung des Bundesverband Lebensrecht (BVL bestätigte Linder in dem Amt, das sie seit 2017 innehat.

Linder ist seit 1992 Mitglied der „Aktion Lebensrecht für Alle“, seit 2003 dort im Bundesvorstand und war von 2016 bis 2019 Bundesvorsitzende.

Außerdem leitet sie die von ihr gegründete Schwangerenberatung vitaL und ist im Bundesvorstand der „Christdemokraten für das Leben“.

Gleichfalls einstimmig wiedergewählt wurde der stellv. Vorsitzende Hartmut Steeb aus Stuttgart. Der 67-Jährige ist mit einer Unterbrechung in den Jahren 2014–2017 seit Beginn des Verbands 2001 Mitglied im Vorstand des Dachverbands.

Von 1988 bis 2019 war Steeb Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz. Seit 1994 ist er außerdem Vorsitzender des BVL-Mitgliedsvereins „Treffen Christlicher Lebensrecht-Gruppen“.

Auch die drei Beisitzer im Vorstand wurden in ihrem Ämtern bestätigt:

Die Vorsitzende der „Aktion Lebensrecht für Alle“, Cornelia Kaminski, Oberstudienrätin aus Fulda, Mechthild Löhr, Unternehmensberaterin und Vorsitzende der „Christdemokraten für das Leben“, und Prof. Dr. Paul Cullen (siehe Foto), Internist, Labormediziner, Molekularbiologe und Vorsitzender der „Ärzte für das Leben“.

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Am 17. April 2021 Online-Fachtagung zur Eröffnung der „Woche für das Leben“

Erstmals findet die Fachtagung zur Eröffnung der „Woche für das Leben“ des Bundesverband Lebensrecht (BVL) online statt.  Sie wird am Samstag, den 17.4.2021 von 13 Uhr bis 17 Uhr live aus Augsburg übertragen. 

Die Fachtagung trägt den Titel: „Der moderne Tod. Assistierter Suizid als „gute“ Tat?“

Sie befasst sich mit den brennenden Fragen der Sterbebegleitung von Menschen an ihrem Lebensende und den drohenden Gefahren des ärztlich assistierten Suizids. 

Seien Sie live dabei, wenn Experten aus Wissenschaft und Praxis über Suizidforschung, Autonomie und Fremdbestimmung sowie ethische Alternativen zur begleiteten Selbsttötung berichten.  

Unter folgendem Link BVL Online-Fachtagung zur Woche für das Leben oder über unsere Internetseite www.bundesverband-lebensrecht.de können Sie die Fachtagung live verfolgen.

Quelle: Alexandra Maria Linder, Bundesverband Lebensrecht e.V., Landgrafenstraße 5 in 10787 Berlin


Weltweite Frauenförderung auf Abwegen

Zum Internationalen Frauentag am 8. März sagte Alexandra Linder (siehe Foto), Vorsitzende des Bundesverbands Lebensrecht, heute in Berlin:

Ein internationaler Frauentag verlangt es, über den eigenen Tellerrand zu blicken und sich mit wirklichen Problemen von Frauen weltweit zu beschäftigen, nicht mit ideologieverblendetem Schmoren im eigenen Wohlstandssaft. Frauen weltweit fehlt es vor allem an Zugang zu Bildung, an Zugang zu sauberem Trinkwasser, an Respekt und Gleichberechtigung in der Gesellschaft und in der Familie, an selbstbestimmter Berufs- und Heiratswahl und vielem mehr.

Die Ausbeutung von Frauen aus ärmeren Familien in Indien oder Thailand, die als Gebärmaschinen unter hohen Gesundheitsgefahren die genetischen Kinder wohlhabender weißer Paare aus Industrieländern austragen, ist frauenverachtend und rassistisch. Und es wird viel Geld damit verdient: In Indien zum Beispiel beträgt der Umsatz mit „rent-a-womb“ über zwei Milliarden Dollar jährlich.

Die gezielte Abtreibung von Mädchen ausschließlich aufgrund ihres Geschlechts ist in vielen Staaten üblich und hat einen bedenklichen, gesellschaftsbelastenden Überschuss an Männern zur Folge, so in China, in Süd-Korea, wo man vergeblich versuchte, diese Praxis durch ein Verbot von Ultraschallbildern einzudämmen, außerdem zum Beispiel in Nepal, Bangladesch, Albanien, Georgien, Kirgistan, Armenien, Aserbeidschan, Hongkong, Montenegro, Taiwan, Tunesien oder Vietnam.

Allein die Tatsache, das „falsche“ Geschlecht zu haben, hat seit den 70er Jahren bis zu 200 Millionen Mädchen vor der Geburt das Leben gekostet. Diese „sex-selective abortion“ ist ein brutaler, weltweit verbreiteter vorgeburtlicher Femizid. Um dessen Opfer, zu denen auch die zur Abtreibung gezwungenen Mütter dieser Mädchen gehören, kümmern sich Feministinnen und entsprechende Organisationen jedoch nicht, weil ihnen die blinde Ideologie einer vermeintlichen Selbstbestimmung auf Kosten anderer Menschenleben wichtiger ist.

Wenn Ärztinnen aus Kenia berichten, dass sie Abtreibungsmittel unbegrenzt zur Verfügung haben, jedoch keine sterilen Spritzen oder Verbandszeug, muss umgedacht werden. Wenn sogenannte Trägerfrauen (Kayayei) in Accra/Ghana zum Schutz vor sexueller Gewalt künstliche Verhütungs- und Abtreibungsmittel angeboten bekommen statt einer Maßnahme, die sie vor der sexuellen Gewalt schützt, ist das reiner Zynismus.

Und angesichts von laut Weltgesundheitsorganisation jährlich über 73 Millionen Abtreibungen weltweit als Abhilfe „sichere Abtreibungen“ zu fordern statt Alternativen für den Schutz und die Gesundheit von Müttern und Kindern, spricht ebenfalls Bände.

Es wird Zeit, Stiftungen und Organisationen nur dann in all diesen Ländern tätig sein zu lassen, wenn sie sich für echte, nachhaltig frauenstärkende Maßnahmen einsetzen. Organisationen, die den Frauen als Hilfe frauenverachtende Ideologien und lebensfeindliche Prozeduren aufzwingen wollen, haben dort nichts zu suchen und dürfen nicht finanziert werden.
www.bundesverband-lebensrecht.de