Causa Medjugorje: Ist die erscheinende Gestalt eine „lebendige Person“?

Von Felizitas Küble

Medjugorje-Bücher gibt es längst wie Sand am Meer, davon fast alle zustimmend. Obwohl ich bislang über ein dutzend jener Jubel-Bücher las, fand ich in jeder dieser Publikationen zahlreiche Anhaltspunkte, die gerade  g e g e n  eine Echtheit jener Pänomene sprechen, selbst wenn die jeweiligen Autoren dies genau andersherum beurteilen. media-372515-2

Als Beispiel sei das im Jahre 2011 herausgekommene kleine Büchlein „Gedanken über Medjugorje“ von Dr. Ewald Kurtz genannt, das innerhalb der Medju-Literatur durchaus zur Abteilung „höheres Niveau“ gehört, weil immerhin der ernsthafte Versuch einer logischen (oder gar theo-logischen) Argumentation unternommen wird – wenngleich (aus meiner Sicht) durchaus nicht mit Erfolg.

Der Verfasser dieser Veröffentlichung untersucht die Medju-Gospa unter dem speziellen Gesichtspunkt, „ob das gesamte Verhalten und die Wortwahl der erscheinenden Gestalt wenigstens zuweilen persönliche Merkmale tragen und somit auf das individuelle Wesen eines verstorbenen Menschen schließen lassen.“

Dies ist tatsächlich ein etwas ungewöhnlicher und insofern interessanter Ansatz, wobei der Autor seine Analysen teilweise mit der Zuhilfenahme der Psychologie und Archetypen-Lehre von C. G. Jung vornimmt.

Angenommen, es würde sich bestätigen, daß es sich bei dem Erscheinungsphänomen um eine jenseitig „lebende Person“ handelt, so könnte sich dies grundsätzlich sowohl auf Gestalten von „oben“ wie von „unten“ beziehen. Doch die negative Schlußfolgerung zieht der Autor von vornherein nicht in Betracht und verzichtet hierbei auf jede Begründung:

„Mit Vorwürfen wie diesen, daß die Seherinnen und Seher durch dämonische Mächte zu ihren Mitteilungen angetrieben würden (….), können wir uns hier nicht beschäftigen, weil sie gegenstandslos sind.“ (S. 13)  – Punkt, aus  – kein einziger weiterer Satz wird für diese Option „verschwendet“. madonna-medj

Freilich eine merkwürdige Logik, wenn die Möglichkeit eines negativen Ergebnisses von vornherein als „gegenstandslos“ vom Tisch gewischt wird.

BILD: weitverbreitetes „Wunderfoto“ aus Medjugorje (mit merkwürdig geformten, fast krallenartigen Händen der „Madonna“)

Zu den „individuellen Zügen“, welche die Erscheinung angeblich ausweist und daher als „lebendige Person“ präsentiert, zählt der Autor u.a. folgende Zitate der vermeintlichen Madonna zu Medjugorje:

„Diese Pfarre (Medjugorje) ist mir lieber als die anderen, wo ich auch gerne weilte, als der Allmächtige mich schickte.“ (S. 27)

Nun freut sich diese hochbegnadete Pfarrgemeinde sicher über diese besondere Auserwählung, welche sogar noch die früheren Marienerscheinungen (also auch jene, die im Unterschied zu Medju von der Kirche genehmigt wurden), übertrifft.

Eine weitere „Gospa“-Aussage lautet: „Ich will euch von jetzt an von der Sünde unbefleckt in der Liebe weiterführen“ (S. 31)

Dieses verstiegene Ansinnen kann nicht von der wahren Gottesmutter stammen, weil es dem erbsündlich geprägten Menschen überhaupt nicht möglich ist, „unbefleckt von der Sünde“ zu leben.

Das folgende Zitat auf S. 36 klingt genau andersherum: „Der Satan spielt mich euch und euren Seelen, und ich kann euch nicht helfen, denn ihr seid weit weg von meinem Herzen“

Erstens „spielt“ der Satan nicht nur mit den Seelen der Menschen, sondern will sie ins Verderben führen. – Zweitens fragt man sich, wenn die Himmelsmutter doch angeblich gegen die „Spiele“ des Satans ohnehin „nicht helfen kann“, warum sie dann seit über 34 Jahren in Medjugorje  – teilweise sogar täglich   –  erscheint (insgesamt über 40.000 mal wohlgemerkt!).

Überhaupt scheint das Erscheinungsphantom etwas sprunghaft und empfindlich zu sein, was man natürlich (wie der Autor des erwähnten Buches) als besonders „individuell“ auffassen kann, wie etwa jene Gospa-Aussage vom 4. April 1985:

„Heute ist der Tag, an dem ich damit habe aufhören wollen, euch Botschaften zu geben, weil mich einzelne nicht angenommen haben. Die Pfarrei hat angefangen, sich in Bewegung zu setzen und ich will euch Botschaften geben.“

Kommentar überflüssig!


Jeffrey B. Satinover: Von der 68er Bewegung zur Kulturrevolution des Heidentums

Jüdischer Experte verteidigt sexualkonservative Werte

Der amerikanisch-jüdische Schriftsteller Prof. Dr. Jeffrey Burke Satinover ist sowohl Natur- wie Geisteswissenschaftler (Physik, Mathematik, Neurologie, Psychiatrie, Philosophie, Psychologie etc).COLLAGE-BLUSP2

Er steht dem Christentum ausgesprochen freundlich gegenüber und betont die enorme sittliche und religiöse Verwandtschaft mit dem jüdischen Glauben.

Zugleich ist der Psychoanalytiker ein Experte für C. G. Jung, mit dem er sich teils durchaus kritisch auseinandersetzt; Prof. Satinover war langjähriger Präsident der C.-G.-Jung-Foundation in New York. Er ist Medizinischer Direktor am Temenos- Institute in Connecticut (USA). 

In seinen Veröffentlichungen befaßt sich der Autor u.a. auch mit dem Aufkommen der Homosexuellen-BewegunEdith-Breburdag und der Anpassung einer breiten politischen Elite an die Forderungen der aktiven Schwulenszene.

Entgegen der weitverbreiteten Auffassung, wonach gleichgeschlechtliche Neigungen angeboren seien, vertritt er die Meinung (auch aus seiner therapeutischen Erfahrung heraus), daß eine homosexuelle Orientierung durchaus veränderbar sei. Dies begründet er ausführlich in seinem Buch „Homosexuality and the Politics of Truth“ (Homosexualität und die Politik der Wahrheit).

BILD: Moderne Darstellung, die verdeutlicht: Mann und Frau ergänzen sich in ihrer Verbundenheit (Foto: Dr. Edith Breburda)

In diesem wichtigen Punkt stimmt er mit dem Wiener Psychologen Alfred Adler überein, der seiner jüdischen Herkunft wegen in der NS-Zeit aus Österreich geflohen war.

Dr. Adler sieht die Ursache für homosexuelles Verhalten in einem entwicklungsbedingten Mangel an seelischer und charakterlicher Reife. Eine Veränderung dieses Defizits sei zwar nicht leicht, aber sehr wohl möglich, erklärte der bekannte Psychologe in seinen Büchern, zB. in seinem Werk „Das Problem der  Homosexualität“.

In einem seiner religionsphilosophischen Grundsatzartikel befaßt sich Prof. Satinover mit dem Aufkommen eines neuen Paganismus (Heidentum), der zu einer verhängnisvollen Verdrängung der klassisch-bürgerlichen und christlich-jüdischen Kulturwerte führt:

Warum eine veränderte Beurteilung der Homosexualität?

„Eine zentrale Frage blieb bisher unbeantwortet: Wie konnte es kommen, daß unsere Kultur die von uns allen so lange geteilte Überzeugung, homosexuelles Verhalten sei nicht erstrebenswert, aufgegeben hat? polskaweb

Die veränderte Sicht bezüglich Homosexualität ist allerdings nur Teil einer umfassenderen Veränderung, die unser grundlegendes Verständnis von Sexualität und Familie betrifft. Und das wiederum ist nur Teil von noch einschneidenderen Veränderungen in unserem Menschen- und Weltbild. 

Es scheint, als habe dieser grundlegende Wandel in den letzten zwanzig bis dreißig Jahren stattgefunden. Doch das ist eine Illusion. Tiefgreifende Veränderungen sind in der westlichen Gesellschaft seit deutlich mehr als nur drei Jahrzehnten am Keimen und Aufgehen gewesen.

Die 68er Revolte und der Abschied von jüdisch-christlicher Kultur

Durch die 1968er Revolution, in deren Zentrum eine radikal veränderte Sicht von Sexualität stand, drangen die Veränderungen nur zum ersten Mal ins Bewußtsein einer breiten Öffentlichkeit.

Wir können die dramatischen Veränderungen in bezug auf unsere Haltung zur  Sexualität nur verstehen, wenn wir den gesamthistorischen Zusammenhang begreifen. Es hat schon vor Jahrhunderten begonnen. Die Veränderungen in unserer Einstellung zur Sexualität sind nur ein Symptom für viel bedeutsamere Veränderungen auf einer geistlichen Ebene, die alle Bereiche unseres Lebens betreffen. afc127c26a

Genauer gesagt: Vier Jahrhunderte eines wachsenden Religions-Skeptizismus an den Hochschulen und eines enormen technischen Fortschritts, die den jüdisch-christlichen Glauben als unbedeutend erscheinen ließen, haben unsere Kultur für alternative Spiritualitäten empfänglich gemacht.

Nicht das materialistische, sondern das pagane Weltbild siegte

Eine Zeitlang sah es aus, als ob ein materialistisches Weltbild siegen würde. Während wir uns auf dem Kissen des Wohlstands ausruhten und sicher fühlten, schien es, als könnten wir unser Verlangen nach dem Geist, nach Sinn und Bedeutung des menschlichen Lebens als wehmütigen Traum einer kollektiven Kindheit, abtun.

In Wirklichkeit folgte auf die geistliche Dürre kein Gefühl reifen Wohlseins,  sondern ein heftiger, neuer Durst nach Spiritualität – nach irgendeinem Geist, der den Durst löschen könnte. Der daraus hervorbrechende heutige Zeitgeist ist deshalb nicht jener Skeptizismus, der alle Religion verunglimpft, sondern ein immer schon dagewesener religiöser Geist, der aber dem ethischen Monotheismus des christlichen und orthodox-jüdischen Glaubens diametral entgegensteht. davidstern (2)

Die Glaubenssätze dieser neuen Religion, seien sie nun bewußt formuliert oder nur still im Hintergrund wirksam, bestimmen mehr und mehr unsere öffentliche Moral und unsere Moralvorstellungen. Dabei ist die Religion nicht wirklich neu, auch ihre Lehre ist nicht neu. Vielmehr geht es um das Wiederaufleben von Paganismus [Heidentum] und ihre Lehre heißt Gnostizismus. Worum es bei diesen alten Begriffen geht, möchte ich in diesem Aufsatz erläutern.

Heidentum ist keine Anti-Religion, sondern Ersatz-Religion

Der Neopaganismus ist nicht einfach ein Herabsetzen von Religion. Er ist auch nicht einfach die Religion des wissenschaftlich-ideologischen Humanismus, obwohl der Humanismus ein sichtbarer und wichtiger Aspekt dabei ist.

Ihre Anhänger sehen im Neo-Paganismus auch nicht nur eine sinnvolle Antwort auf die Sinnkrise, die das materialistische, naturwissenschaftlich ausgerichtete Weltbild ausgelöst hat, sondern eine bessere als die jüdische oder christliche Antwort.

Die neopaganistische Spiritualität erscheint attraktiver, weil sie nur geringe moralische Anforderungen an den Einzelnen stellt. Sie ist „toleranter“ gegenüber menschlichen Unterschieden, offener für „Vielfalt“ und „alternative Lebensformen“.  Mit den Worten von Joseph Campbell: „Tu, was dich glücklich macht.“

Die Kehrseite ist: Paganistische Spiritualität  hat nur eine mangelhafte Vorstellung vom Wesen des Bösen. Sie kann deshalb nicht unterscheiden zwischen zielgerichtetem Willen und Getriebensein oder Zwang, zwischen einem bewußt gewählten Ziel und einem unbewußten, instinktiven Antrieb.“

Fortsetzung des Aufsatzes hier: http://www.dijg.de/index.php?id=1290


Kontroverse um Pfarrer Karl Tropper: Kennt das Bistum Graz den KKK nicht ?

Lehräußerungen des kath. Weltkatechismus (KKK) zur Homosexualität

Bereits seit einigen Jahren laufen in der österreichischen Presse diverse Medienkampagnen gegen den konservativ ausgerichteten Gemeindepfarrer Karl Tropper aus St. Veit am Vogau (Bundesland Steiermark).

Dabei sind vor allem seine inhaltsreichen Pfarrblätter ein häufiger Stein des Anstoßes, zumal der in seiner Pfarrei beliebte Geistliche darin deutlich vor dem Islam warnt und dessen Gefahren aufzeigt. Kürzlich organisierte er in seiner Pfarrgemeinde eine Tagung mit Sabatina James, einer bekannten Buchautorin, die einst als Muslima zum Christentum übertrat und seitdem im Untergrund lebt, um sich vor Racheakten radikaler Moslems zu schützen.

Neuerdings geriet Pfarrer Tropper in der Alpenrepublik auch deshalb unter Beschuß von Medien und kirchlichen Stellen, weil er in seinem Pfarrbrief einige Artikel gegen Homosexualität publizierte, darunter einen längeren Beitrag des kath. Publizisten Dr. Felix Bentz.

Es gab danach einige Anzeigen gegen den Geistlichen (siehe Foto) wegen angeblicher „Volksverhetzung“; die zuständige Staatsanwaltschaft sieht aber durchaus keinen Anlaß für eine Anklage-Erhebung. Dennoch gingen die öffentlichen Anfeindungen weiter, was mehrfach auch die Kirchenleitung auf den Plan rief, die sich – wie oft üblich  – vom Druck des Medienrummels einschüchtern ließ. Pfr.Tropper

Das Bischöfliche Ordinariat der Diözese Graz-Seckau veröffentlichte im „Sonntagsblatt“ vom 31.3.2013 eine „Erklärung zum Konflikt mit Pfarrer Tropper“, worin es einleitend immerhin zutreffend heißt: 

„Die zwei komplexen Fragen, wie die katholische Kirche dem vielgestaltigen Islam und homosexuell orientierten Personen begegnen soll, sind bleibend wichtig und dürfen nicht verharmlost werden.“

Sodann schreibt Generalvikar Dr. Heinrich Schnuderl  –  der in Pfr. Troppers Gemeinde über Ostern die Festmessen übernahm  – in seiner Stellungnahme weiter:

„Was den Islam betrifft, erwarten viele Menschen in- und außerhalb der Kirche von der Kirchenleitung mit Recht, dass damit verbundene Probleme nicht verschwiegen oder schöngeredet werden. Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari hat dazu seit Jahren wiederholt öffentlich klar und differenzierend Stellung genommen.“

Wenn sich der Bischof selber so „klar“ äußert, sollte dies ein Pfarrer vor Ort wohl auch tun dürfen, müßte man meinen, doch ihm wird im weiteren Verlauf der Erklärung mangelnde „Differenzierung“ vorgehalten, als ob ein Pfarrbrief eine Doktorarbeit mit Fußnoten sei.

Das nächste Themenfeld erstaunt jedoch, denn nun wird folgendermaßen argumentiert:

„Was Fragen betreffend das Thema Homosexualität angeht, lehrt die katholische Kirche besonders auch im Weltkatechismus, dass so orientierte Personen nicht diskriminiert werden dürfen:

„Eine nicht geringe Anzahl von Männern und Frauen sind homosexuell veranlagt. Sie haben diese Veranlagung nicht selbst gewählt; für die meisten von ihnen stellt sie eine Prüfung dar. Ihnen ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen.(Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 2358)“

Zugleich kann die Kirche eine homosexuelle Praxis nicht als regulär anerkennen. Angesichts dieser Spannung muss homosexuell aktiven Personen kirchlicherseits seelsorglich einfühlsam begegnet werden.“

Es erstaunt allerdings, daß in dieser Stellungnahme nicht der amtlich gültige Passus (Absatz 2358) des Katholischen Weltkatechismus (KKK) zum Thema Homosexualität zitiert wird, sondern eine längst veraltete Version noch vor ihrer Korrektur.

Hierzu sei zunächst Folgendes erläutert:

Die erste Fassung des KKK wurde 1992 in französischer Sprache veröffentlicht; von dieser Ausgabe wurden danach diverse landessprachliche Übersetzungen angefertigt.

1997 erschien die maßgebliche lateinische Ausgabe des KKK (mit einigen  korrigierten  Stellen); diese definitive bzw. nummehr gültige Fassung wurde 2003 endlich in deutscher Übersetzung veröffentlicht. WeltkatN

Dabei wurde in puncto Homosexualität eine „strengere Gangart“ eingeschlagen, also deutlicher formuliert als in der vorigen Fassung.

Nun enthält aber diese Grazer Bistums-Stellungnahme noch die unkorrigierte Erstfassung des KKK in Sachen Homosexualität, in der dreimal der unsinnige Ausdruck „Veranlagung“ bzw. „veranlagt“ vorkommt.   

In der amtlich-gültigen Version ist hingegen zu Recht keineswegs von einer „nicht selbstgewählten Veranlagung“ die Rede, sondern vielmehr von einer „tiefsitzenden homosexuellen Tendenz“.

Zudem wird diese Neigung jetzt entsprechend der biblischen Botschaft und der kirchlichen Lehre als „objektiv ungeordnet“ bezeichnet, denn sie entspricht nicht der Schöpfungsordnung Gottes.

Die Redeweise von einer homosexuellen „Veranlagung“ ist schon rein wissenschaftlich betrachtet haltlos, zumal es kein „Homo-Gen“ und auch weiter kein Indiz für eine Vererbung des homosexuellen Empfindens gibt.

Führende Köpfe der modernen Psychologie betrachten diese Ausrichtung als eine meist in Kindheit oder Jugendzeit erworbene „sexuelle Abirrung“ (Sigmund Freud); C.G. Jung bewertete homosexuelle Tendenzen als „unreife Form des erotischen  Ausdrucks“. 

Besonders Alfred Adler  –  er begründete die Individualpsychologie  –  lehnte die Vorstellung von einer „Veranlagung“ strikt ab; er führte die Entstehung der Homosexualität vielmehr auf Konfliktfelder im Elternhaus, in der Erziehung und zusätzlich auf Probleme der Selbsterziehung zurück. 

Doch die Erklärung der Bistumsleitung zitiert nicht nur eine veraltete Fassung des KKK, sondern unterläßt es auch, den vorhergehenden Abschnitt des gültigen KKK zu zitieren, der sich ebenfalls zur Homosexualität äußert.

Darin heißt es unter Nr. 2357 mit Hinweis auf die Heilige Schrift, daß „Homosexualität eine schlimme Abirrung“ sei, daß „die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind“, daß sie „gegen das natürliche Gesetz verstoßen“ und „in keinem Fall zu billigen sind“.   

Stattdessen heißt es jedoch in der „Grazer Erkärung“ des bischöflichen Ordinariats in reichlich weichgespülter Weise, die katholische Kirche könne eine homosexuelle Praxis nicht als regulär anerkennen“.   –   Ein schwerwiegender Verstoß gegen die göttlichen Gebote und das natürliche Sittengesetz soll lediglich „nicht regulär“ sein?  – Eine klare kirchliche Verkündigung und Wegweisung sieht sicherlich anders aus!

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Unser Artikel zu den Angriffen auf Pfarrer Tropper vor einem Jahr: https://charismatismus.wordpress.com/2012/04/15/aufregung-in-osterreich-vom-grosen-fernsehen-bis-zur-kleinen-zeitung/

ERGÄNZENDER ARTIKEL aus einer österreichischen Webseite: http://www.andreas-unterberger.at/2013/04/bischof-kapellari-verteidiger-des-islam-und-der-praktizierten-homosexualitaetij/


Leonardo Boff: Die Madonna im Zerrbild eines feministischen Mythos

Sein Mißbrauch Mariens zu neuheidnischen Zwecken 

Er ist einer der weltweit bekanntesten Theologen: Leonardo Boff.

Der als „Befreiungstheologe“ vor allem von linker Seite gefeierte ehem. Franziskaner (er trat inzwischen aus dem Orden aus und heiratete seine „Freundin“) wurde mehrfach vom Vatikan mit Bußschweigen belegt, genauer: von Glaubenspräfekt Kardinal Joseph Ratzinger, dem theologischen Lieblingsfeind Boffs.

Doch der brasilianische Theologe, ein Schüler Karl Rahners, nutzte das ihm verordnete „Bußschweigen“ zum Verfassen zahlreicher Bücher. Allerdings trifft die oft geäußerte Meinung nicht zu, daß er vor allem wegen seiner sozialistisch-marxistischen „Theologie der Befreiung“ von der römischen Glaubenskongregation gemaßregelt wurde. Diese spielte nur am Rande eine Rolle.

Es ging vielmehr um Boffs Synkretismus (Vermischung des Christentums mit fremden Religionen und heidnischen Elementen) und um seine Ecclesiologie (Lehre von der Kirche):  er sagte der Institution Kirche in seinen Streitschriften einen erbitterten Kampf an  und spielte die sog. „Kirche der Macht“ aus gegen eine „Kirche des Heiligen Geistes“, die nicht auf Institutionen und Ämtern, sondern auf freien „Charismen“ (Gnadengaben) aufbaue.

Daß er mit dem heutigen Papst wohl noch ein paar offene Rechnungen hat, daraus macht der Ex-Franziskanerpater kein Geheimnis. So erklärte er gegenüber der kirchenfeindlichen Illustrierten „Stern“:

„Zuerst war Ratzinger konservativ, heute ist er von Grund auf reaktionär. Er verurteilt alles Moderne, will die Kirche des 19. Jahrhunderts erhalten. Ratzinger ist ein Professorenpapst, kein Hirte. Kein Charisma, keine Ausstrahlung.“ (Nr. 30/2008, S. 154)

Nachdem diesem „uncharismatischen“ Papst zwei Millionen junge Christen in Madrid beim Weltjugendtag zujubelten, wird man sich seinen Teil über Boffs „Menschenkenntnis“ denken können.

Boffs Mariologie (Lehre von Maria) ist eine merkwürdige Mischung aus feministischer Esoterik, neuheidnischem Göttinnen-Mythos und befreiungstheologischer Deutung  – womit es ein Marienbild widerspiegelt, das der Heiligen Schrift und dem kirchlichen Dogma widerspricht.

In seinem Buch „Maria  –  das mütterliche Antlitz Gottes“ versucht er, die Madonna gleichsam zu vergöttlichen, indem er argumentiert: Gott habe sich in dem Mann Jesus Christus inkarniert  – und der Heilige Geist in der Frau Maria von Nazareth. So habe der göttliche Geist sozusagen in zwei menschlichen Personen Gestalt angenommen, das Weibliche ebenso wie das Männliche verkörpernd.

Boff dreht sich um die Frage, wie sich Gott im „ewig Weiblichen“ offenbart. Dabei geht er mit seiner Über-Interpretation der Gestalt Mariens entschieden zu weit, denn diese führt letztlich zurück ins Heidentum, in den Mythos der Göttinnen, der Muttergottheiten, wenngleich dies in einer „christlich“ erscheinenden Variante erfolgt.

Weil Boff schreibt, Maria sei „hypostatisch“ mit dem Heiligen Geist verbunden, also mit der dritten Person des dreieinigen Gottes, dann will er damit nicht lediglich sagen, daß sich der Heilige Geist in diesem Geschöpf besonders entfaltet hat, daß Maria ein vorzügliches Werkzeug des Heiligen Geistes sei; er will eine „Vergöttlichung des Weiblichen“ in Maria erkennen  –  ähnlich einer „Vergöttlichung des Männlichen“ in Jesus.

Dabei ignoriert er zwei wesentliche Unterschiede:

1. Daß Christus präexistent ist, also schon vor seiner Menschwerdung als zweite Person der göttlichen Dreieinigen von Ewigkeit her existierte

2. Das die Madonna zur Schöpfung gehört, Christus jedoch selbst  göttlicher Schöpfer ist („durch IHN ist alles geschaffen“). – Maria ist das edelste Geschöpf, das je auf Erden lebte, doch ändert dieser gnadenhafte Vorzug nichts daran, daß sie eben „nur“ G e s c h ö p f  ist.

Als wäre dies nicht genug der Verzerrung, hat sich der „Befreiungstheologe“ einen weiteren Sprung von der  christlichen Botschaft „befreit“ und neue pseudo-marianische Thesen befürwortet.

So schrieb er zB. das Vorwort zu einem Buch mit dem vielsagenden Titel  „Maria – Tochter der Erde  –  Königin des Alls“ von Pia Gyger, eine buddhistisch-„katholischen“ Autorin, die sich völlig dem ZEN verschrieben hat und als „Psychotherapeutin“ versteht  –  gleichzeitig auch als katholische Ordensfrau neuerer „Spiritualität“.

Das spekulativ verstiegene Buch wartet mit einer ganz neuen „Offenbarung“ auf, die der Autorin auf dem Wege „intuitiver Erfahrung“ (die sie dem Heiligen Geist zuschreibt) zuteil geworden sein soll:

Demnach ist der gefallene Lichtengel Luzifer  – Satan also –  nicht für immer und ewig ins Reich der Hölle verbannt; vielmehr kann er dem „ewig Weiblichen“ in Gestalt der Gottesmutter nicht widerstehen  – und die Madonna führt ihn schlußendlich mit Charme und Zärtlichkeit dem Himmel entgegen.

Für dieses 2005 im katholischen Kösel-Verlag herausgebrachte Kuriosum bzw. „Marienbuch“ verfaßte also kein Geringerer als Leonardo Boff, der „große  Befreiungstheologe“, das Vorwort, wobei er Pia Gyger schon eingangs bescheinigt, die „erfahrungsbezogene Seite der kirchlichen Lehren und Dogmen ins Wort zu fassen“, wovon freilich keine Rede sein  kann, denn die „Erlösung“ Luzifers durch Maria ist sicherlich kein Bestandteil kirchlicher Verkündigung.

Es imponiert dem ehem. Franziskaner sehr, daß die Autorin „in das Herz spiritueller Traditionen des Westens und des Ostens geht“  – konkret: daß sie Buddhismus und Christentum vermischt. So habe die „Zen-Lehrerin“ laut Boff allmählich „spirituelle Sinne entwickeln und sich für die Urkräfte der Seele öffnen“ können.

Boff fährt fort und schreibt im Stil von C.G. Jung: „Zu ihrem inneren Weg gehören archetypische Träume und innere Visionen, die Erfahrung, daß „es“ durch sie spricht und schreibt.“

Dieses „Es“, das durch die ZEN-Meisterin spricht, hat sich vor allem einem Anliegen verschrieben: „Die vollständige Integrierung der Schattenseite der Schöpfung“.  

So kann man die steile bzw. häretische These von der „Heimholung“ des Teufels freilich auch nennen. Hier wird Satan quasi „auf Teufel komm rein“ in den Himmel verfrachtet, die „Herrin“ wünscht es so….

Im weiteren Vorwort beruft sich Boff auf die Archetypen-Lehre von C.G.Jung und auf den Evolutions-Theologen Teilhard de Chardin mit seiner „kosmischen Spiritualität“, die dem esoterischen Lebensgefühl von heute sehr nahe kommt.

Dann bringt „Marienexperte“ Boff die Dinge auf den Punkt: „Das Diabolische ist gebündelt in der Gestalt des Luzifer. Er ist der Widersacher und der Neinsager vor Gott und vor dem Sinn der Schöpfung.“ –  Soweit richtig, doch das dicke Ende folgt noch: „Grenzenlose Barmherzigkeit ist ein Merkmal des Weiblich-Göttlichen, das in Maria zur Vollkommenheit gelangt ist. Pia Gyger stellt Maria als zärtliche Mutter aller unerlösten Schöpfung dar.“

Jetzt wird es theologisch noch ganz abwegig:  „Mariens lockende Liebe befähigt Luzifer, nicht länger „Ich will nicht dienen“ zu sagen, sondern „Dein Wille geschehe“. Somit hat nicht die Hölle das letzte Worte, sondern die barmherzige und göttliche Mutter.“

Abgesehen von dieser offensichtlich irrgeistigen Satanologie wird Maria als „göttlich“ bezeichnet und damit quasi zur Göttin erhoben, was einer Leugnung des dreieinigen Gottes gleichkommt bzw. seiner Verwandlung in einer „Vierfaltigkeit“.

Wir sehen also, bei Leonardo Boff ist theologisch kein Halten mehr: wer einmal damit beginnt, den Weg des unverfälschten Glaubens zu verlassen, der landet oft nicht „nur“ im Irrigen, sondern manchmal sogar im Absurden.

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Verlags und des Christoferuswerks in Münster