Assyrischer Nachruf auf Dr. Philipp Jenninger und seinen Einsatz für verfolgte Christen

Die Stuttgarter Gemeinde der Assyrischen Christen des Ostens trauert um den ehemaligen Bundestagspräsidenten Dr. Philipp H. Jenninger.

Dankbar erinnern sich die Gemeindemitglieder an die Begegnung mit ihm Ende September 2016 beim Bittgottesdienst in Bad Cannstatt für die verfolgten, entführten, gefolterten und getöteten Christen im Nahen Osten.

Durch die Mitfeier der Heiligen Messe solidarisierten sich die Herren Dr. Philipp Jenninger, Pater Stefan Dreher (Petrusbruderschaft), Prof. Robert Spaemann, Prof. Siegbert Alber mit Familie, Prof. Hans Benirschke mit Ehefrau (Ackermann-Gemeinde), Prof. Heinz Grüninger und Sebastian Krockenberger u.a.m. mit den christlichen Assyrern hier und in den Kriegsgebieten.

Die Gemeinde war hocherfreut, dass sich Dr. Jenninger anschließend noch die Zeit nahm, einen einfachen Imbiss mit den Gläubigen vor der Kirche einzunehmen und etliche Gespräche mit dem Pfarrer und den assyrischen und chaldäischen Christen zu führen. 

Als Vatikan-Botschafter lernte Dr. Jenninger zahlreiche christliche Assyrer in Rom kennen. So war er mit der Lage der Verfolgten im Nahen Osten vertraut. Er unterstützte die in der Heimat verbliebenen nicht nur materiell und medizinisch, sondern auch religiös und geistig.

Spontan versprach er dem Gemeindevorsitzenden Theodor Lazar und mir für das Jahr 2017 eine große Vortrags- und Infor mationsveranstaltung mit Benefizkonzert im Augustinum zu organisieren. Den ökumenischen Arbeitskreis im Augustinum hatte er kurz nach dem Gespräch auch dafür gewinnen können.

Der ehemalige Vatikan-Botschafter hoffte, dass auf diese Weise der an den christlichen Assyrern und an Mitgliedern anderer christlicher Konfessionen verübte Genozid in der Öffentlichkeit bekannter werden würde. Ihm und anderen Weggefährten lag die weltweit drastisch zunehmende Verfolgung der Christen sehr am Herzen!

Aus der gemeinsamen Zeit in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion wusste er auch um den großen Einsatz für verfolgte Christen von Herbert Czaja im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Leider ließ die Erkrankung von Dr. Jenninger weitere Vorbereitungen für die geplante Veranstaltung nicht mehr zu.

Wir werden den Verstorbenen in dankbarer Erinnerung behalten und seiner im Gebet gedenken.

Christine Maria Czaja (CDU-Mühlhausen)
und Theodor Lazar (CDU-Botnang)

Porträt-Foto: Deutscher Bundestag

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Unionsfraktion will keine Abschaffung des Werbeverbots für Abtreibungen

Am heutigen Donnerstag debattiert der Deutsche Bundestag in 1. Lesung über die Aufhebung bzw. Änderung des Werbeverbots für Abtreibungen nach Paragraf 219a Strafgesetzbuch. Dazu erklärt die rechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Elisabeth Winkelmeier-Becker:

Als CDU/CSU-Bundestagsfraktion halten wir an dem ausgewogenen Regelungskonzept fest, wie es in den Paragrafen 218 bis 219 b des Strafgesetzbuches aktuell geregelt ist.

Menschenwürde und Lebensrecht stehen dem Ungeboren von Anfang an zu und begründen eine Schutzpflicht des Staates. Dieser Gedanke fehlt in den Anträgen zur Aufhebung oder Einschränkung des Werbeverbotes.

Der Beratung kommt im Schutzkonzept des Staates eine zentrale Rolle zu. Sie soll zu einer Entscheidung für das Kind ermutigen und Hilfen aufzeigen; sie respektiert aber die Entscheidung der Mutter und ist somit ergebnisoffen. Diese Beratung zum Leben ist nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts die verfassungsrechtliche Voraussetzung dafür, dass auf strafrechtliche Sanktionen verzichtet werden kann. Sie darf nicht durch gegenläufige Werbung konterkariert werden.

Schwangere haben ungehinderten Zugang zu Informationen auf vielen neutralen und seriösen Internetseiten die unter anderem von staatlichen Stellen, Krankenkassen und Beratungseinrichtungen bereitgestellt werden.

Das Werbeverbot verbietet lediglich denjenigen Personen Informationen öffentlich bereitzustellen, die selbst am Schwangerschaftsabbruch verdienen. Stellen Ärzte solche Informationen auf ihre Internetseite, so stellt dies eine klassische Form der Patientenakquise dar.

Hierauf hat auch das Amtsgericht Gießen in seiner Urteilsbegründung gegen die Allgemeinmedizinerin Frau Hänel verwiesen.


Union setzte im Koalitionsvertrag einen „Beauftragen für Religionsfreiheit“ durch

CDU und CSU haben im Koalitionsvertrag mit der SPD konkrete Maßnahmen durchgesetzt, um den weltweiten Schutz der Religionsfreiheit zu verstärken. Hierzu erklärt der menschenrechtspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Brand:

Kernanliegen unserer Menschenrechtspolitik ist die weltweite Anerkennung des elementaren Menschenrechts auf Religionsfreiheit. Im Koalitionsvertrag konnten CDU und CSU dazu wesentliche und neue Akzente setzen.

Um diesem zentralen Thema den erforderlichen Stellenwert innerhalb der deutschen Außenpolitik zu geben, wird das Amt eines Beauftragten der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit geschaffen.

Zudem wird der 2016 zum ersten Mal erstellte Bericht der Bundesregierung zur weltweiten Lage der Religionsfreiheit künftig im zweijährigen Rhythmus veröffentlicht und im Deutschen Bundestag beraten werden. Dabei wird es einen systematischen Länderansatz geben.

Religionsfreiheit ist ein zentrales Menschenrecht. Dort, wo sie nicht geachtet oder sogar bekämpft wird, werden meist auch andere Menschenrechte missachtet. Menschenrechte gelten universell, ihre Verletzung sind eine Gefahr für den weltweiten Frieden und die internationale Sicherheit. Häufig sind Menschenrechtsverletzungen Ursache für Flucht.

Wörtlich heißt es im Koalitionsvertrag: „Religionsfreiheit ist ein zentrales Menschenrecht, das weltweit zunehmend eingeschränkt oder komplett infrage gestellt wird. Das gilt für zahlreiche religiöse Minderheiten weltweit. Unsere Solidarität gilt allen benachteiligten religiösen Minderheiten. Dazu zählt der beharrliche Einsatz für viele Millionen verfolgter Christinnen und Christen.“


Unionsfraktion will Antisemitismus – auch von Zuwanderern – „genau im Blick“ haben

Wie der „Tagesspiegel“ unter Bezugnahme auf eine Antwort der Bundesregierung berichtet, registrierte die Polizei im Jahr 2017 pro Tag vier antisemitische Straftaten im Durchschnitt.

Hierzu erklärt der stellv. Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Stephan Harbarth, folgendes:

„Die Erfassung antisemitischer Straftaten durch unsere Sicherheitsbehörden muss verbessert werden. Der Bundestag hat deshalb im Januar 2018 verlangt, antisemitische Straftaten im Verfassungsschutzbericht gesondert auszuweisen.

Derzeit besteht vermutlich eine hohe Dunkelziffer. Wenngleich der Schwerpunkt antisemitischer Straftaten unverändert im rechtsradikalen Bereich liegt, müssen wir auch den Antisemitismus unter Zuwanderern genau im Blick haben. Wer in Deutschland Schutz vor Verfolgung sucht, darf dies nicht zur Verfolgung Andersgläubiger missbrauchen.

Für die Verbrennungen israelischer Flaggen wie zuletzt vor dem Brandenburger Tor darf es keinen Raum geben – auch nicht für sonstigen Ausprägungen von Antisemitismus.“


Unionsfraktion hält Einigung beim Familiennachzug für „echten Durchbruch“

Am heutigen Dienstagmorgen haben sich die Spitzen und Innenpolitiker der Fraktionen der CDU/CSU und SPD auf einen Änderungsantrag zum Entwurf eines Gesetzes zur Verlängerung der Aussetzung des Familiennachzugs zu subsidiär Schutzberechtigten geeinigt.

Dazu erklären der stellv. Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Stephan Harbarth, und der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Stephan Mayer:

Dr. Stephan Harbarth: „Mit den heutigen Gesprächen ist die entscheidende Einigung gelungen. Wir können damit das laufende Gesetzgebungsverfahren fristgerecht abschließen, so dass es auch nach dem 16. März zu keinem unkontrollierten Familiennachzug kommen wird.

Entscheidend aus Sicht der Union ist: Der Familiennachzug zu subsidiär Schutzberechtigten wird nach dem 1. August streng begrenzt und nur im Rahmen unserer Aufnahmemöglichkeiten erfolgen. Auch in Zukunft wird es keinen Anspruch auf Nachzug zu subsidiär Schutzberechtigten geben.“

Stephan Mayer: „Die heutige Einigung ist ein Erfolg und ein echter Durchbruch. Der Familiennachzug zu subsidiär Schutzberechtigten wird zunächst weiter ausgesetzt und dann in stark begrenztem Umfang für humanitäre Fälle ermöglicht. Das gibt unseren Kommunen die nötige Zeit und Planungssicherheit, um die Mammutaufgabe der Integration zu meistern. Mit dieser Begrenzung der Zuwanderung leisten wir einen Beitrag zum Erhalt des gesellschaftlichen Friedens.“


Unionsfraktion verteidigt die weitere Aussetzung des Familiennachzugs

Im Dt. Bundestag hat am heutigen Montag eine Sachverständigen-Anhörung zum Gesetzentwurf der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zur Verlängerung der Aussetzung des Familiennachzugs zu subsidiär Schutzberechtigten stattgefunden.

Dazu erklären der stellv. Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Stephan Harbarth, und der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Stephan Mayer:

Dr. Stephan Harbarth: „Die heutige Anhörung von Sachverständigen hat gezeigt: Die von der CDU/CSU-Fraktion angestrebte Verlängerung der Aussetzung des Familiennachzugs zu subsidiär Schutzberechtigten ist rechtlich möglich.

Für die Union ist Flüchtlingsschutz zunächst und vor allem Schutz auf Zeit – und der Familiennachzug muss sich dabei nach unseren Aufnahmemöglichkeiten richten. Dahinter steht nicht ein Mangel an Mitgefühl, sondern wir wissen, dass Bundespräsident Gauck recht hatte, als er sagte: ‚Unser Herz ist weit. Aber unsere Möglichkeiten sind endlich.‘

Es ist gut, dass wir auch zu der beabsichtigten Neuregelung die Meinung der Sachverständigen hören konnten. Die fachliche Diskussion hat uns in der Unionsfraktion darin bestärkt, dass der mit der SPD vereinbarte Weg einen angemessenen Ausgleich zwischen den Interessen der deutschen Gesellschaft und den Interessen der Betroffenen darstellt.“

Stephan Mayer: „In der heutigen Anhörung ist deutlich geworden, wie sehr unsere Kommunen mit der Aufnahme und Integration der vielen Zuwanderer der vergangenen drei Jahre ausgelastet sind. Eine Überlastung ist mit allen Mitteln zu vermeiden, wenn wir den gesellschaftlichen Frieden im Land nicht gefährden wollen. Anders als bei Flüchtlingen im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention haben wir bei subsidiär Schutzberechtigten gesetzgeberischen Spielraum. Diesen müssen wir nutzen.

Die vereinbarte Verlängerung der Aussetzung und Neuregelung eines beschränkten Familiennachzugs gibt unseren Kommunen Zeit und Planungssicherheit, um die Mammutaufgabe der Integration zu meistern.“


Unionsfraktion trauert um Philipp Jenninger

Der frühere Bundestagspräsident Philipp Jenninger ist am gestrigen Donnerstag verstorben. Dazu erklärt der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder:

„Philipp Jenninger hat sich während seines langjährigen parlamentarischen Wirkens und darüber hinaus um die Christlich-Demokratische Union, die CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Deutschland verdient gemacht.

Er war 1. Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Kanzleramtsminister und Bundestagspräsident. In allen Ämtern erwies sich Philipp Jenninger als sachkundiger, integrer und überzeugter Parlamentarier. So führte der Bundestag in seiner Zeit als Parlamentspräsident das Instrument der Regierungsbefragung ein.

Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag stellte sich Philipp Jenninger in den Dienst seines Landes, zunächst als Diplomat in Österreich, dann beim Vatikan.

Wir trauern mit seiner Familie und sind in Gedanken bei ihr. Philipp Jenninger hat sich in verschiedenen Ämtern um Deutschland, die CDU und die CDU/CSU-Bundestagsfraktion verdient gemacht. Dafür danken wir ihm.“