Die „Familie des Vaters“ von Dr. Prenner und das Verdrängen unseres Erlösers

Von Felizitas Küble

Im Christentum und vor allem in der katholischen Kirche gibt es eine große Vielfalt von Frömmigkeitsformen, Vorlieben und Schwerpunkten. 

So betonen die einen stärker Gott-Vater als den Schöpfer, viele andere – etwa bibelgläubige Evangelikale – stellen Christus in das Zentrum ihres Glaubens – und manche Gläubige wenden sich besonders gerne an den Heiligen Geist, was nicht nur für Charismatiker gilt, sondern z.B. auch der orthodox-ostkirchlichen Mentalität recht nahekommt.

So weit – so gut, denn im Hause Gottes gibt es viele Wohnungen – und auch die verschiedensten Ausrichtungen.

Das ist alles in Ordnung, solange die theologischen Gewichte nicht allzu bedenklich verschoben werden.

Dieser „schräge“ Eindruck entsteht aber bei der Initiative „Familie des Vaters“, die der österreiche Techniker Dr. Gottfried Prenner gemeinsam mit Aloisia Grabner 2016 in Pinkafeld gegründet hat. Diese geistliche Gemeinschaft aus dem Burgenland vereint Männern und Frauen,Priester, Familien und Alleinstehende unter ihrem Dach.

Der Laienmissionar Dr. Prenner ist ein Medjugorje-Bekehrter seit Jahrzehnten (er sprach mehrfach auf Medju-Jugendfestivals), studierte Theologie und reist vielfach mit Vorträgen durch die Lande – auch über Europa hinaus, vorwiegend in charismatischen Gruppen. 

Hier wird eine Selbstdarstellung seines Werkes präsentiert: http://www.pfarrepinkafeld.at/pfarre/1123/pfarrlebengruppen/geistlichegemeinschaften/article/2600.html

Das MottoGott ist unser Vater. Wir sind seine Familie“ ist zunächst nicht zu beanstanden. Etwas merkwürdiger klingt dann allerdings die vereinseigene Begründung hierfür: Aus dieser Vision heraus leben die Mitglieder in einer vertrauten Beziehung zum Vater, der uns alle liebt und für uns alle sorgt.“

Warum wird hier allein Gott-Vater erwähnt – und der Sohn „vergessen“ (der Hl. Geist sowieso auch noch)?

Unter dem Motto „Unsere Aufgaben“ heißt es weiter: „Durch Vorträge und Seminare bringen wir die Liebe des Vaters zu den Menschen. In der Anbetung beten wir mit Jesus zum Vater für die Rettung der Welt.“

Christen beten für die „Rettung der Welt“ nicht allein „zum Vater“, sondern auch zu Christus selbst – mindestens aber „durch Christus“ zum Vater.

Hier wird Jesus aber auf unsere geschöpfliche Ebene heruntergeholt, wenn es heißt, daß wir „mit Jesus“ zum Vater beten. Das könnte man so wohl hinsichtlich Maria sagen, denn die selige Jungfrau ist mit uns als Geschöpf in der Anbetung Gottes vereint – wohlgemerkt: angebetet werden alle drei göttlichen Personen der heiligen Dreieinigkeit!

Bei der Werbung für ein „Glaubensseminar“ für Dr. Prenner (siehe hier: https://www.arche-barmherzigkeit.at/die-arche-feiert-geburtstag) lesen wir Folgendes:

„Wenn du dich einlässt, findest du in Gott Vater das Glück und die Freude….Beim Vater findest du Erfüllung, Sicherheit, Freude und Geborgenheit.

Erneut auch hier kein Wort von Christus!

Abschließend heißt es: „Ein Seminar als Angebot, über Gott Vater mehr zu erfahren, über seine Liebe zu mir. Er hat einen Plan mit mir, er weiß, wohin mein Leben geht.“

Auch GOTT-SOHN hat einen Plan (genau denselben!) und weiß, wohin unser Leben geht, ebenso der Heilige Geist.

Im Grunde konzentriert sich in dieser „Familie des Vaters“ – wie schon der Name anzeigt – alles auf den Schöpfergott und das in einem Ausmaß, daß Christus eindeutig zu kurz kommt.

Durch die ständige Medjugorje-Werbung samt Hinweisen auf die Botschaften der angeblichen „Erscheinungen“ steht auch Maria erheblich zu stark im Zentrum dieser Frömmigkeit.

Gott-Vater und die Madonna – und das war es dann eigentlich im wesentlichen?!

In dieser geistlichen Gemeinschaft scheint theologisch einiges aus dem Ruder gelaufen zu sein!

Ja, Medjugorje-Bekehrung schützt vor Torheit nicht – dafür ist Dr. Prenner wahrlich nicht das einzige Beispiel – einmal abgesehen davon, daß unser Glaube sowieso nicht auf Privatoffenbarungen gründet, sondern auf der Heiligen Schrift und der apostolischen Tradition, also auf der göttlichen Offenbarung, wie sie die Kirche uns verkündet.


Geistliche Irreführung durch „Die letzte Reformation“ des Torben Søndergaard

Von Felizitas Küble

Bevor die Pfingstbewegung Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA begann und sich wenig später von Nordeuropa aus auch in Deutschland ausbreitete, existierte die Heiligungsbewegung als Vorläufer der Charismatik. 

Diese protestantisch-pietistische Strömung stellte die „Heiligung“ in den Mittelpunkt ihrer Frömmigkeit.

Damit korrigierte sie indirekt die lutherische Rechtfertigungslehre, wonach der Glaube „allein“ selig mache. Die sittlich ernsten Vertreter der Heiligungsbewegung hingegen betonten, daß auch der Gehorsam und die Nachfolge Christi für unser Heil unentbehrlich seien, vor allem die Einhaltung der göttlichen Gebote und die „Früchte des Geistes“.

Diese durchaus berechtigte Einsicht, die der katholischen Lehre sehr nahesteht, ist nach einiger Zeit allerdings über ihr Ziel hinausgeschossen:

Wichtige Wortführer der Heiligungsbewegung, die sich vor allem in den USA und Großbritannien ausbreitete, verkündeten die Lehre vom „reinen Herzen“, womit ein komplett sündenfreier Zustand des Menschen gemeint war, den er erreichen könne, wenn er die „Geisttaufe“ erfahre.

Damit wurde das Aufkommen der Pfingstbewegung theologisch vorbereitet und spirituell begünstigt. Dort steht zwar die Heiligung weniger im Vordergrund, allerdings die „Geistesgaben“ – vor allem die außergewöhnlichen – umso mehr.

Im Laufe der Zeit gab es innerhalb der Charismatik immer wieder Strömungen, die beide Richtung verknüpfen wollen, also verstärkt das Anliegen der Heiligungsbewegung aufgegriffen haben.

Dazu gehört auch die neupfingstlerische Gruppierung „Die letzte Reformation“, die schon durch den Titel ihre eigene Anmaßung und Verstiegenheit aufzeigt. (Siehe hier deren eigene Webseite: http://dieletztereformation.de/)

Der dänische Gründer Torben Søndergaard bietet neben zahlreichen Youtube-Videos auch Seminare und Kickstart-Wochenenden  in Kanada, den USA, europäischen Ländern und seit einiger Zeit auch in Deutschland an.

Wie so häufig wurde ich auch in diesem Falle durch eine kritische Christin auf diese Bewegung aufmerksam gemacht. Betroffene berichten von geistlichen Übergriffen und psychischen Manipulationen auf Kursen der Gruppierung. Belege dazu werden hier aufgezeigt: https://rationalwiki.org/wiki/Torben_S%C3%B8ndergaard

Wie so oft in enthusiastischen Kreisen, hat auch hier der Gründer ein „Erweckungserlebnis“ gehabt, begleitet von Zeichen, Wundern und prophetischen Eingebungen.

Das berechtigt diese „Geisterfüllten“ dann allzu leicht, gleichsam im „Namen Gottes“ – genauer: seines Heiligen Geistes – „vollmächtig“ zu sprechen und zu handeln. 

Daß dieser Schwärmer seine Geisterfahrung nach längerer Fastenzeit erlebt hat, ist auch nicht selten. Fasten ist grundsätzlich gewiß gut, sollte aber nicht in der Absicht vollzogen werden, Gott dadurch quasi zu einer Art Belohnung im Sinne besonderer religiöser Erfahrungen zu drängen.

Der Geist Gottes ist souverän und unverfügbar; er läßt sich nicht für unsere Interessen und Wünsche vereinnahmen, selbst wenn diese sich „geistlich“ tarnen.

Natürlich hat er auch sein Buch „Die letzte Reformation“ im direkten Auftrag Gottes geschrieben, wobei der Höchste es ihm sozusagen diktiert haben soll.

Ihm zufolge läßt sich die urchristliche Zeit der Apostelgeschichte mit ihren „Zeichen und Wundern“ wieder neu beleben; es handelt sich um die alte pfingstlerische Idee vom „neuen Pfingsten“  – in diesen Kreisen auch als „zweiter Segen“ bezeichnet (der erste Segen wäre demnach die Taufe oder der Glaubensbeginn).

Für Søndergaard ist die Voraussetzung für massenhafte Bekehrungen, Erweckungen und Erfolge ein sittlich strenges „Heiligungsleben“ der Christen. Daher betont er die Heiligkeit Gottes, den Abscheu vor der Sünde und er spart nicht mit „himmlischen“ Gerichtsdrohungen.

Wie die Zeugen Jehovas lehnt er Bluttransfusionen ab – und ganz entschieden auch die Kindertaufe, so daß Teilnehmer seiner Seminare zur Wiedertaufe gedrängt werden.

Somit verbindet dieser dänische Pfingstler einige Anliegen der früheren Heiligungsbewegung und eigene „Ticks“ mit denen der heutigen Charismatik.

HIER eine kritische Betrachtung von amtlicher evangelischer Seite: https://www.ezw-berlin.de/html/15_8796.php

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


Lex credendi, lex orandi: Der Glaube kommt nicht vom Schauen, sondern vom Hören!

Von Felizitas Küble

Es gibt zwei verschiedene Vorstellungen davon, der Glaube komme vom „Schauen“, sei also vor allem eine Sache unserer Sinne und des Erlebens, weniger eine Angelegenheit des Verstandes bzw. unseres Willens. 

Eine dieser Varianten des Gefühlschristentums ist die charismatische, die ihren Glauben besonders auf religiös-persönliche Erfahrungen, außergewöhnliche Charismen, Visionen und Erlebnisse aufbaut.

Die zweite, eher konservative Form einer stark gefühlsorientierten, sinnlichen Frömmigkeit ist der traditionelle Ästhetizismus, also das intensive Empfinden für liturgische Schönheit und Erhabenheit, für erhebende Gesänge, erlesene Rituale, festliche Meßgewänder usw.

Keine Frage, daß solche besonders feierlichen und würdig zelebrierten Gottesdienste  – die man vor allem in der überlieferten „alten Messe“ vorfindet – den Glauben stärken und ihm durch einen gewissen Schimmer von „Glanz und Gloria“ das besondere „Etwas“ verleihen können.

Für manche stark kulturell geprägten Menschen war und ist solch eine Herz und  Gefühle ansprechende Liturgie sogar das „Sprungbrett“ für ihre Bekehrung, sie ist dann eine individuelle Brücke zum Glauben.

Gilt also doch der Grundsatz „Lex orandi, lex credendi“?  – Also das Prinzip: Aus dem Gesetz des Betens folgt das Gesetz des Glaubens.

In Einzelfällen ja, auch in dem Sinne, daß das Gebet der Kirche – also die Liturgie – dem Glauben neue Innerlichkeit und Freude ermöglichen kann.

Aber grundlegend für unseren Glauben sind weder außergewöhnliche religiöse Erlebnisse – wie bei der Charismatik – noch besonders erhebende Rituale – wie beim Liturgismus – sondern vielmehr unser bewußtes JA zu den von Gott geoffenbarten Wahrheiten.

Denn der Allmächtige hat sich den Menschen mitgeteilt durch sein Wort, durch die Propheten des Alten Bundes, vor allem durch das menschgewordene WORT (Logos), durch Christus selbst, denn „zuletzt hat GOTT gesprochen durch seinen Sohn“, wie der Hebräerbrief betont.

In diesem Sinne betont der Apostel Paulus: „Der Glaube kommt vom Hören“ (Röm 10,17), er ist also eine Auswirkung der christlichen Verkündigung. Der Völkermissionar fügte hinzu: „Wir wandeln im Glauben, nicht im Schauen“ (2 Kor 5,7).

Somit gilt der Grundsatz: Lex credendi, lex orandi: Aus dem Gesetz des Glaubens folgt das Gesetz des Betens!

Aus dem Glauben der Kirche ergibt sich somit ihr Gottesdienst, ihre Liturgie, ihre amtliche Gottesverehrung. Diese ist nicht Ursache, sondern Ausdrucksform des Glaubens.

Auch die Frömmigkeit des Einzelnen ist eine ANTWORT auf das WORT  –  und seine Ver-ANTWORT-ung besteht darin, dieses Wort in die Tat umzusetzen, denn der Glaube ohne Werke ist tot, wie der Apostel Jakobus schon vor fast zweitausend Jahren einschärfte (vgl. Jak2,4).

Je nach Auslegung und Zusammenhang haben also beide Prinzipien ihre Gültigkeit, wobei jedoch eine übertriebene Ausweitung der liturgischen Sicht („Lex orandi, lex credendi“) zu vermeiden ist.

Auch Papst Pius XII. forderte in seiner 1947 veröffentlichten Enzyklika „Mediator Dei“ eine stärkere Betontung des lex credendi (Gesetz des Glaubens) gegenüber dem lex orandi (Gesetz des Betens, der Liturgie), da „die lehramtlich zu bestimmende Glaubensregel […] auch die Regel des Gottesdienstes zu bestimmen“ hat.

Mit anderen Worten: Aus der Glaubenslehre folgt das Gebet, auch der Gottesdienst und die gesamte Liturgie.

Praktisch erkennt man diese Logik auch hinsichtlich der Ostkirchen: Die Orthodoxie hat eine gültige, sogar sehr würdevolle Liturgie, die von konservativen Katholiken oft stark gewürdigt und wertgeschätzt wird. Trotz dieser „rituellen Korrektheit“ bestehen aber erhebliche dogmatische Unterschiede zwischen ihr und der katholischen Kirche – was zum Schisma (Trennung, Abspaltung) führte. Eine richtige Liturgie sorgt also  – wie man hier sieht – nicht unbedingt auch glaubensmäßig immer für den rechten Weg.


Werden laut Bibel alle Gläubigen geheilt?

Von Felizitas Küble

Am 24. Juni 2019 veröffentlichte das charismatisch orientierte Nachrichtenportal „Kath.net“ ein Interview mit dem evangelischen Heilungsprediger Chris Gore; er ist leitender Pastor der pfingstlerischen Bethel-Gemeinde in Kalifornien: http://www.kath.net/news/68336

In dem Gespräch geht es  – typisch für dieses schwarmgeistige Spektrum – natürlich darum, daß es angeblich eine göttliche Verheißung sei, alle Kranken zu heilen.

Prediger Gore versteigt sich dabei zu der Behauptung, fehlende Heilungen lägen u.a. an einer „schlechten Theologie“ – und er schildert dann, was er damit meint:

„Wir beten als Christen Gebete wie „Gott, wenn es dein Wille ist, dass sie geheilt wird…“

Schlechte Theologie?

Im Vaterunser hören wir es aber anders  – und das Gebet des HERRN ist mit Sicherheit eine gute Theologie: „Dein Wille geschehe!“

Als Christus auf dem Ölberg vor seinem Leidensweg stand, betete er: „Vater, laß diesen Kelch an mir vorübergehen, aber nicht mein, sondern Dein Wille geschehe!“

Doch Bethel-Pastor Gore pflegt seine eigene Bibelkunde und kontert wie folgt: „In Jakobus 5,15 heißt es, dass das gläubige Gebet den Kranken retten und der Herr ihn aufrichten wird.“

Mit dieser Stelle aus dem NT begründet übrigens die katholische Kirche das Sakrament der Krankensalbung.

Allerdings bedeutet „aufrichten“ keineswegs automatisch eine körperliche Heilung, vielmehr geht es vor allem um das Heil der Seele, um die helfende Gnade Gottes für den Leidenden, damit er seine Krankheit im Hinblick auf das Kreuz Christi besser ertragen kann.

Bei dem Wort „retten“ steht  aus biblischer Sicht erst recht nicht die äußere Genesung im Mittelpunkt, sondern die Rettung der Seele.

Sodann erzählt der euphorische Pfingstprediger den Kath.net-Lesern folgendes: „Ich glaube also nicht, dass Gott im Himmel sitzt und entscheidet, wen er heilen wird und wen nicht. Im Wort Gottes heißt es, dass Jesus alle unsere Sünden und unsere Krankheiten auf sich genommen hat.“

Die alttestamentliche Messiasverheißung aus Jesaja 53 derart verstiegen auszulegen, als ob Gott damit die Heilung aller Krankheiten versprochen hätte, ist völlig unhaltbar.

Das wußten auch die Apostel sowie der Völkermissionar Paulus, die viele Menschen in der Kraft und Vollmacht Christi geheilt haben, aber beileibe nicht alle.

Paulus empfiehlt jedenfalls seinem Mitarbeiter Timotheus, er möge nicht nur Wasser, sondern auch „ein wenig Wein trinken um deines Magens willen und weil Du oft krank bist“ (1 Tim 5,23). Es handelt sich hier um einen vernünftigen Ratschlag, nicht um eine Wunderheilung.
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In 2 Tim 4,20 heißt es: „Erastus blieb in Korinth, Trophimus aber ließ ich in Milet krank zurück.
Paulus hat also einen Gläubigen krank zurückgelassen, ihn somit gerade nicht geheilt.
Als der Völkermissionar einst selber vom Leiden gezeichnet war (es wurde ihm, wie er schrieb, „ein Stachel ins Fleisch gestoßen“), flehte er den HERRN dreimal um Heilung an (2 Kor 12,1 ff):
.„ER aber antwortete mir: Laß Dir an meiner Gnade genügen; denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit.“
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DAS ist die wahrhaft christliche Haltung, wie sie uns das Vaterunser und Christi eigenes Beispiel lehrt: DEIN WILLE geschehe! – Laß Dir an meiner Gnade genügen!
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Mit anderen Worten: Natürlich kann der Allmächtige die Kranken heilen, aber wichtiger als „Heilung“ ist das HEIL und die Rettung, die uns in Christus geschenkt wurde.
 

Wie eine Charismatikerin die „Geisttaufe“ bei Alan Ames und „Totus tuus“ erlebte

Von Felizitas Küble

Seit gut dreißig Jahren schreibe ich kritisch über das sogenannte „Ruhen im Geist“; es handelt sich hierbei um eine Sonder-Erfahrung bzw. angebliche „Geisttaufe“ aus der protestantisch-pfingtlerischen Bewegung, die seit sich 1968 auch in der katholischen „Charismatischen Erneuerung“ ausbreitet.

Diese Entwicklung wurde seit 1981 verstärkt durch die umstrittene „Erscheinungsstätte“ Medjugorje und indische Heilungsprediger, die in Deutschland landauf-landab ihre Exerzitien durchführen.

Fotos (1,3): Pattayablatt

Auf der Webseite „Gott lebt“ finden sich einige persönlicher Zeugnisse aus der Charismatik, darunter auch diese folgende Geschichte über eine „Geisttaufe“: http://gott-lebt.de/eine-geisttaufe/
Die Autorin hat zweimal den  – wie ich ihn nenne  –  „Hammersegen“ erlebt, also das Rückwärtsfallen in Trance – und zwar erst bei dem australischen „Seher“ Alan Ames und später bei der Medjugorje-Gruppe Totus tuus.
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BILD: Bei einem „Heilungsgottesdienst“ sind Frauen und Männer per Hammersegen nach rückwärts gefallen
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In charismatischen Kreisen wird gerne behauptet, dieser Vorgang habe überhaupt nichts mit „Bewußtlosigkeit“ zu tun, die Betreffenden „Geisterfüllten“ seien vielmehr im Geiste hellwach, lediglich ihr Körper sei rücklings auf den Boden gekippt.
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Nun habe ich allerdings seit Jahrzehnten zahlreiche Gespräche mit Menschen geführt, die mit diesen Phänomen selber konfrontiert wurden. Noch gestern rief eine Betroffene bei mir an, die vor einigen Jahren bei dem Heilungsprediger Alan Ames nach dessen „Segnung“ nach hinten fiel und „im Geiste ruhte“. Doch war ihr Geist im Sinne des Verstandes wie vernebelt, denn sie fühlte sich nach dieser Erfahrung „wie berauscht“.
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Zunächst ging es ihr tagelang großartig nach diesem „Hammersegen“, sie fühlte sich wie auf einer Wolke und schien emotional zu „schweben“ – doch dann kam die Ernüchterung, sie fiel in ein seelisches Loch, psychosomatische Beschwerden und Depressionen stellten sich ein, die bis heute anhalten – und dies nach vielen Jahren. Heute warnt sie ihren Bekanntenkreis vor allem Schwarmgeistigen, schließlich mußte sie teures Lehrgeld bezahlen.
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Leider ist diese Frau nicht das einzige Opfer des „Hammersegens“; diese melden sich bei mir schon seit Jahrzehnten. Ein Bekannter fühlte sich nach diesem Ereignis allerdings nicht im „7. Himmel“, sondern wurde von dauerhaften Panikattacken geplagt.
(Weitere Infos über das Wirken von Alan Ames hier: https://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/alan-ames-die-charismatische-bewegung/)
Vor einer Woche erhielt ich ebenfalls einen Anruf einer Familienmutter, die ähnliche  – noch schlimmere – Erfahrungen aus der protestantisch-pfingstlerischen Szene mitteilte; gottlob hat sie danach den „Ausstieg“ geschafft.
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BILD: Der Charismatiker Alan Ames verteidigt das „Ruhen im Geist“ in seiner Publikation
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„Als Alan Ames mir die Hand auflegte, verlor ich augenblicklich die Besinnung. Es war wie bei einer Vollnarkose, von einer Sekunde auf die andere war ich völlig weg; ich kam erst einige Minuten später wieder zu mir, als ich auf dem Boden lag.
Meine Tochter sagte mir später, dass es etwa 8 bis 10 Minuten gedauert hat. Sie sagte: Mama,du hast vielleicht gestrahlt! Und deine Augen waren weit aufgerissen.

In diesen Minuten hatte ich ein mystisches Erlebnis.

Ich kann wirklich sagen: GOTT EXISTIERT – ICH BIN IHM BEGEGNET!

 Zuerst dachte ich, so ist es, wenn man stirbt; denn ich hatte anfangs nicht mehr das Gefühl in meinem Körper zu sein – der Körper war total bewegungslos, die Beine wie gelähmt.

Dann erfüllte mich die GEGENWART GOTTES TOTAL; ich fühlte SEINE UNBEGREIFLICHE LIEBE, eine nie erlebte GLÜCKSELIGKEIT und FREUDE durchströmte mich.

Ich spürte die GEGENWART GOTTES in meinem Herzen; mein Herz klopfte so stark, dass ich dachte, es springt mir aus der Brust. Dann ging ein warmer STROM durch meinen ganzen Körper: vom Herz in die Arme und in die Hände bis in die Fingerspitzen – die Hände brannten und kribbelten; dann durch den ganzen Körper bis in die Beine, in die Füße bis in die Fußzehen.

Auch die Füße kribbelten und brannten. Es waren Minuten TOTALER GLÜCKSELIGKEIT – HALLELUJA !!!

Zunächst lachte ich vor Freude und Glück – dann aber musste ich weinen angesichts meiner eigenen Armseligkeit. Wie konnte es geschehen, dass GOTT einem armseligen Menschen so direkt begegnen konnte?

Erst nach einigen Minuten kam ich wieder richtig zu Bewusstsein. Man musste mir aufhelfen und mich an den Platz zurückführen. Es war mir, als käme ich aus einer anderen Welt.“

Leider hat diese Betroffene den Unterschied zwischen einem religiösen Gefühlsrausch (den auch jemand bei einem Drogen-Trip erleben kann – oder etwa im Spiritismus oder Schamanismus) verwechselt mit einer wirklichen Gotteserfahrung.

Der allmächtige Gott ist nicht „von Sinnen“, der Heilige Geist wirkt nicht gegen den Verstand und ER lähmt nicht unser Bewußtsein. Wir sollen Gott – wie die Bibel ermahnt – im „Geist und in der Wahrheit“ anbeten, nicht in Trance bzw. einer emotionalen Sinnlichkeit und Berauschtheit.

Die Dame gelangte sodann zu einem Treffen der Medjugorje-Bewegung „Totus tuus“. (Näheres über diese Gemeinschaft hier: https://charismatismus.wordpress.com/2019/05/29/spiritueller-missbrauch-in-der-charismatischen-jugend-gemeinschaft-totus-tuus/)

Nun schildert sie ihr weiteres charismatisches Erleben:

„So war ich mit einer Wallfahrtsgruppe in einem Gebetszentrum. Es war dort zufällig ein indischer Priester, Pater Josef. Er war mit der Jugendgruppe „TOTUS TUUS“ dort und es fand ein Lobpreisgottesdienst statt…

Als ich dann am Schluss zum Einzelsegen ging, passierte das Gleiche wie bei Alan Ames: ich sank wieder nieder, erlebte wieder diese Glückseligkeit und Freude, dieses Strömen durch den ganzen Körper. Inzwischen weiß ich, dass man dies „Ruhen im HL. Geist“ nennt und dass es eine Erfahrung des Heiligen Geistes ist.“

Nachdem die Autorin zweimal den Hammersegen erlebte, ging es entsprechend weiter auf der charismatischen Erfahrungs-Treppe:

„Eines Tages – im September 2003  –  betete ich um die „Gabe des Lobpreises“ ; ohne zu wissen, was das eigentlich ist. Da geschah es, dass plötzlich aus meinem Mund fremdartige, mir unverständliche Laute flossen.

Es entwickelte sich daraus ein Art Sprechgesang, ähnlich wie ein Psalm. Obwohl ich keine Silbe davon verstand, erbaute sich meine Seele sehr daran. Es war etwas Wunderbares geschehen: ich hatte die Gabe des Sprachengebetes erhalten.“

Die Seele „erbaut“ sich wohlgemerkt „sehr“ an etwas, das die Frau „mit keiner Silbe“ versteht, Hauptsache, es ist „etwas Wunderbares geschehen“.

Zudem ist die Verfasserin offenbar nicht darüber informiert, daß Paulus ausdrücklich schreibt, die Zungenrede diene nicht nur der persönlichen Erbauung, weshalb sie durch jemanden in der Gemeinde ausgelegt werden solle.

Daher wolle er in der christlichen Gemeinschaft „lieber fünf Worte mit meinem Verstand reden – damit ich auch andere unterweise – als zehntausend Worte in Zungen“ (1 Kor 14,19).

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Wenn Gott und sein Widersacher für Drohungen & Panikmache herhalten müssen

Von Felizitas Küble

Auf dem traditionalistischen Portal „Gloria-TV“ tummeln sich viele Hobby-Autoren mit erscheinungsbewegten Anmutungen oder gar Zumutungen.

Teils sind die Beiträge nur naiv und leichtgläubig, teils von einer fanatischen Verbissenheit geprägt, manchmal seltsam kombiniert mit sentimentaler Rührseligkeit.

Die Kommentare, auf denen ich wegen meiner kritischen Artikel zur Falschmystik als „Lästerzunge“ verunglimpft und mit der Strafe des Himmels bedroht werde, nehme ich seit Jahren ungerührt zur Kenntnis, weil ich derart „fromme“ Entgleisungen seit jeher gewohnt bin.

Das ist das eine – aber der andere Gesichtspunkt erscheint mir von allgemeinem Interesse, denn diese Panikmache ist ein typisches Kennzeichen irrgeistiger oder schwarmgeistiger „Frömmigkeit“.

Hierzu zwei aufschlußreiche Beispiele zur Illustration:

Die Gloria-TV aktive Userin „Andrea“ ist eine Prophetin der besonderen Art, die sich in aller Bescheidenheit als „geringstes Rädchen im Uhrwerk Gottes“ bezeichnet und parallel auch einen eigenen Blog betreibt.

Eine besondere Vorliebe pflegt die anonyme Visionärin für kirchlich abgelehnte „Erscheinungen“ wie etwa die irrigen Kundgaben von der „Warnung“, die auf eine als Betrügerin entlarvte irische Seherin zurückgehen. Mit deren  „Restarmee“ kämpft besagte Andrea gegen kritische Katholiken, die vor dem um sich greifenden Botschaftszirkus warnen.

Nun wäre das egal, wenn nicht der Übereifer dazu führen würde, skeptische Katholiken mit vermeintlich himmlischen  – oder soll man sagen: höllischen?  –  Warnungen zu überziehen.

So schreibt das „geringste Rädchen“ beispielsweise folgendes auf ihrem Restarmee-Blog:

„Was bleibt von einem solchen Forum, welches gleichzusetzen ist mit Uneinsichtigkeit und Ignoranz gegenüber unzähligen Marienerscheinungen, der Besserwisserei einer Frau Küble in Bezug auf viele Seher und Propheten, welche reihenweise dort auf´s Korn genommen und verunglimpft werden?

Mit manchen Leuten hat der Böse leichtes Spiel und kann sie, ob bewusst oder unbewusst, als seine Marionetten tanzen lassen.

O bitte, liebe Frau Küble, lassen Sie ab von der Theatralik, welche Sie auf Ihrer Webseite sehr zum Gefallen Satans aufführen!…Frau Felizitas — Sie haben große Schuld auf sich geladen durch das Bekämpfen der Worte Gottes bzw. Seiner Propheten!“

Freilich gibt es dergleichen Drohgebärden auch bei der anderen Feldpostnummer, nämlich auf evangelischer Seite – genauer: bei dortigen Pfingstbewegten.

 

Hierzu ein Beispiel aus einer Webseite, in der Geschädigte des geistlichen Missbrauchs zu Wort kommen: https://www.matth2323.de/bericht-anonymus-17062017b/

Dort berichtet eine betroffene Christin folgendes:

„Das habe ich in einer Pfingstgemeinde wirklich erlebt. Der Prediger auf der Kanzel bat alle Kinder, den Gottesdienstraum zu verlassen. Dann sagte er:

„Der Hl. Geist wird gleich unmittelbar durch mich zu euch sprechen. Nicht ich werde etwas sagen, sondern der Heilige Geist selbst wird mir seine eigenen Worte auf die Zunge legen. Deswegen müsst ihr genau zuhören. Und ihr müsste aufpassen, dass ihr nichts sagt gegen das, was der Heilige Geist durch mich zu euch spricht…

Ihr wisst, was die Heilige Schrift sagt: Wer auch nur ein Wort sagt gegen den Heiligen Geist, dem wird es niemals vergeben, weder in dieser Welt noch in der nächsten. Er ist einer ewigen Sünde schuldig.

Das heißt konkret, wer etwas sagt gegen das, was gleich der Heilige Geist durch mich spricht, der kommt unfehlbar in die Hölle, und niemand kann ihm mehr helfen…“

Auch diesen Mißbrauch der Bibelstelle Mt 16,26 von der „Sünde gegen den Heiligen Geist“ habe ich selber x-mal bei Erscheinungsbewegten und Charismatikern erlebt, die mir genau dies vorhalten.

Warum diese absurde Beschuldigung?

Ganz einfach: weil sie ihren eigenen Geist oder die „Geistbegabung“ selbsternannter Visionäre für das Gelbe vom Ei halten und daher jede Kritik buchstäblich verteufeln.

Bei mir kann das nach jahrzehntelanger Gewöhnung natürlich keine Gemütsregung, geschweige einen Schock auslösen, zumal ich von vornherein wußte, wie diese Anhängerkreise „ticken“ und dies in Kauf nahm.

Anders ist es bei unerfahrenen Gläubigen, die sich skeptisch äußern und dann mit solchen Drohungen überschüttet werden. Ich weiß von etlichen Betroffenen, die sich dadurch haben einschüchtern und verunsichern lassen oder zumindest davon abgehalten wurden, öffentlich von ihren Erfahrungen zu berichten.

 

 


Wenn der Exorzismus die Beichte verdrängt und die nötige Umkehr blockiert

Von Felizitas Küble

Das Portal „Katholisch.de“ der Deutschen Bischofskonferenz ist  – wie man sich vorstellen kann – insgesamt eher liberal orientiert, manchmal kommen auch ausgesprochen progressive Standpunkte zu Wort.

Gast-Autoren sowie ich selber haben hier im CHRISTLICHEN FORUM bereits mehreren Beiträgen dieser Webseite widersprochen.

Umso mehr darf man sich wundern, was diese amtliche kirchliche Plattform in aller „Naivität“ über das Thema Exorzismus zu berichten weiß. Am 20.1.2017 veröffentlichte „Katholisch.de“ diesen Artikel über den Ordensmann Francisco Lopez Sedano: https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/der-teufel-hat-angst-vor-mir

Der 80-jährige Pater soll in Mexiko bereits 6000 Teufelsaustreibungen vorgenommen haben. Auch bei einem Zeitraum von 40 Jahren ist das ungewöhnlich viel für einen einzigen Geistlichen.

„Katholisches.de“ zitiert völlig unkritisch  – ohne jede theologische Reflektion und Rückfrage –  etliche Aussagen des Priesters zu seiner Spezialseelsorge. So erzählt der Exorzist fröhlich drauflos, nicht etwa er habe Angst vor dem Teufel, sondern dieser habe vielmehr Angst vor ihm.

Was sagt die Heilige Schrift dazu?

Eine solche prahlerische Selbstgewißheit erscheint im Lichte der Bibel doch etwas gewagt, um nicht zu sagen vermessen.

Nicht einmal der hl. Erzengel Michael hat sich derlei erdreistet, heißt es doch im NT (Judasbrief 1,9 f):

Michael aber, der Erzengel, als er mit dem Teufel stritt und mit ihm über den Leichnam des Moses verhandelte, wagte kein lästerliches Urteil zu fällen, sondern sprach: Der HERR strafe dich!“

Und wie reagierte Christus selbst, als seine 72 Jünger ihm stolz berichteten, sogar die bösen Geister würden ihnen in seinem Namen gehorchen:

„Freut euch nicht darüber, dass euch die Geister untertan sind, sondern darüber, daß Eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind“ (Lk 10,17 f).

Der HERR warnt hier vor der Gefahr eines (un)geistliches Hochmutes im frommen Gewande und ER erinnert die Seinen daran, daß ihre Erlösung  – das Heil im Himmel – doch viel wichtiger sei und der wahre Grund zur Freude.

Esoterik als Ursache für Besessenheit?

Auch ein weiterer Punkt von Pater Lopez Sedano ist typisch für viele Exorzisten und die mit ihnen geistesverwandten charismatischen „Befreiungsdienstler“:

Er erklärt nämlich, Besessenheit werde durch esoterische und okkulte Praktiken verursacht: „Deshalb verbietet die Kirche die Praktiken Magie, Aberglaube, Hexerei, Zauberei, Wahrsagerei, Herbeibeschwörung von Toten und Geistern sowie Astrologie“.

Das verbietet die Kirche durchaus nicht „deshalb“ (um Besessenheiten zu verhindern), sondern schlicht aus dem entscheidenden Grunde, weil es sich bei allen Formen von Aberglauben und Okkultismus um einen schweren Verstoß gegen das 1. Gebot handelt: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!“

Wer gegen dieses Gebot sündigt, gehört daher in die Beichte – und nicht in die Hände eines Exorzisten!

Eine „Teufelsaustreibung“ ist in solchen Fällen auch seelsorglich völlig verkehrt, weil sie nämlich den Betroffenen den Weg zur wirklichen Sinnesänderung, zu Umkehr und Buße geradezu versperren kann, denn diese Menschen meinen dann, nicht sie selber seien für ihre magischen Frevel verantwortlich, sondern die bösen Geister, von denen sie „besessen“ sind.

Folglich geht es nur noch darum, die Dämonen „loszuwerden“ – und nicht mehr so sehr um eine  e i g e n e  Umkehr und Rückkehr zu Gott.

Genau eine solche Falle und Blockade könnte allerdings dem Teufel sehr gefallen!

Näheres zum (Nicht-)Zusammenhang von Okkultismus und Besessenheit hier: https://charismatismus.wordpress.com/2019/02/17/warum-auch-nach-okkulten-suenden-ein-exorzismus-verfehlt-ist/

Krankheiten als Folge satanischen Einflusses?

Typisch für charismatische Vorstellungen ist auch die Äußerung des Exorzisten Lopez, zu den „spezifischen Verhaltensweisen“ von Besessenen gehörten „große Schmerzen oder Krankheiten, die entweder erst gar nicht bestimmt oder nicht behandelt werden könnten.“

So zitiert ihn „Katholisch.de“  – aber auf dem amerikanischen kath. CNA-Portal wurde er noch deutlicher:

„Die Verletzungen von Satan liegen außerhalb der Kontrolle der klinischen Medizin. Menschen, die mit dauerhaftem Durchfall leben und nichts führt dazu, dass sie verschwinden; Menschen, die Augenschmerzen und Augenärzte haben, die nichts finden…. Andere Leute haben furchtbare Rückenschmerzen, aber die Ärzte sagen, dass es ihnen völlig gut geht….Das sind Beschädigungen, die die Wissenschaft nicht erkennt.“

Nur weil jemand z.B. an „dauerhaften Durchfall“ oder Rückenschmerzen leidet, ohne daß eine organische Ursache feststeht, ist er/sie noch lange nicht besessen. Es gibt schließlich auch psychisch bedingte Krankheiten – manche Störungen sind quasi moralisch verursacht (z.B. Depressionen  nach Abtreibungen, wobei seelische Verletzungen sich psychosomatisch auswirken können).

Der unsinnigen Ansicht, Krankheiten seien vom Teufel verursacht, hat schon Christus seinerzeit widersprochen, weshalb in den Evangelien eindeutig zwischen Krankenheilungen und Teufelsaustreibungen unterschieden wird.

Diese Wundertaten Christi sollten vor allem seine göttliche Vollmacht bezeugen und verdeutlichen, daß das Reich Gottes mit ihm bereits angebrochen ist.

Die Apostel haben den exorzistischen Dienst anfangs noch fortgesetzt (vgl. Apg.), doch bereits in den Briefen der Apostel von Paulus über Petrus bis zu Johannes findet sich keine einzige Aufforderung an die Gemeinden (auch nicht in den späteren Pastoralbriefen des NT) zur Ausübung von Teufelsaustreibungen – und zwar wohlgemerkt auch nicht im Zusammenhang mit Zaubereisünden, die mehrfach erwähnt werden.  In all diesen Fällen werden die Gläubigen zur Umkehr aufgerufen, nicht etwa zum Exorzismus.

Phänome der Besessenheit – oder der Charismatik?

Apropos Pater Lopez, der das Benehmen von „Besessenen“ laut CNA folgendermaßen beschreibt: „Sie haben angefangen zu schreien, wie ein Hund zu bellen oder sich auf dem Boden zu wälzen und wie eine Schlange zu winden.“

Foto: Pattayablatt

Das sind haargenau die Phänomene, die man auf pfingstlerischen Versammlungen zuhauf beobachten kann – und zwar gleich massenhaft. Nur nennt sich das dort nicht „Besessenheit“, sondern „Ruhen im Geist“, „Weinen im Geist“, „Bellen im Geist“ usw.

BILD: Sogar baumstarke Männer „ruhen im Geist“ (Rückwärtskippen in Trance) während einer charismatischen Veranstaltung nach der Handauflegung eines „Heilungspredigers“

Diese Vorgänge werden in schwärmerischen Kreisen seit Jahrzehnten als „Toronto-Segen“ bezeichnet und gewürdigt (!), nachdem diese vermeintlichen Manifestationen des „Heiligen Geistes“ in den 90er Jahren im Rahmen der „Erweckung“ in Toronto an der Tagesordnung waren – sie sind aber in der Pfingstbewegung von Anfang an bekannt; sie geschahen bereits bei den „Kasseler Versammlungen“ Anfang des 20. Jahrhunderts im Rahmen der damals aufkommenden Charismatik.

Was also?

Wer noch bei Verstand und nicht schwarmgeistig vernebelt ist, der weiß, daß solche absonderlichen Verhaltensweisen nicht vom Heiligen Geist gewirkt sind.

Aber auch ich, die ich mich seit über dreißig Jahren denkbar kritisch mit genau diesen Vorfällen befasse, habe noch nie pauschal behauptet, es handle sich hierbei um ein Symptom von Besessenheit.

Zwar sind es zweifellos ungeistige und irrgeistige Vorkommnisse, doch der größte Teil dürfte seelisch-psychisch erklärbar sein, nicht zuletzt angesichts der aufgepeitschten Stimmung in solchen Massenversammlungen und der gegenseitigen Suggestion (unterschwelligen Beeinflussung) dieser Enthusiasten; dazu kommen quasi-hypnotische Psycho-Techniken und gruppendynamische Kraftwirkungen angeblich geistbegnadeter „Heilungsprediger“, die von ihrer Anhängerschar wie Gurus angehimmelt werden.

Daß es in besonders schlimmen Fällen extrem-charismatischer Verführung auch zu einem direkten Einwirken satanischer Mächte auf labile Menschen kommen kann, ist freilich nicht auszuschließen, aber in der Regel handelt es sich wohl um indirekte (psychische) Folge der Irrgeisterei.

Fest steht jedenfalls, daß schwarmgeistige Verirrungen dem geistlichen Leben der Betroffenen schweren Schaden zufügen. Die zum Teil jahrelangen seelischen Auswirkungen erlebe ich bei Ratsuchenden und Geschädigten, die sich bei mir melden, schon seit Jahrzehnten – und die entsprechenden Schicksale mehren sich.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 


Vorsicht vor Grenzüberschreitungen und Missbrauch im „geistlichen“ Gewand

Von Felizitas Küble

Die Kirchengeschichte ist voll von religiöser Manipulation und Übergriffen im missbrauchten Namen Gottes  – oder speziell durch Vereinnahmung des „Heiligen Geistes“, zumal in der Pfingstbewegung und Charismatik, sicher auch in Sekten, Esoterik und Sondergruppen, aber beileibe nicht nur dort.

In pfingstlerischen Gruppen wird nicht selten eine Erwartungshaltung aufgebaut nach der Devise: Wer sich nach einer „Geisttaufe“ ausstreckt, gelangt zu einer höheren Stufe des Christenlebens – und dieser „Geistempfang“ erweist sich dann angeblich durch außerordentliche Charismata wie Zungenreden (Sprachengabe), prophetisches Reden, „Wort der Erkennis“, Heilungsgabe usw.

Von der Erwartungshaltung bis zum regelrechten Psychodruck ist der Weg nicht weit und mit vielen frommen Sprüchen bepflastert, teils auch mit mißbrauchten Bibelsprüchen (zB. „Strebt nach dem Geistesgaben“), die aus dem Zusammenhang gerissen werden.

Hierzu zwei typische Beispiele: Auf dem evangelischen Blog „Unendlich geliebt“ findet sich bei den Leserkommentaren ein Erlebnisbericht, verfaßt am 30.4.2012: http://www.unendlichgeliebt.de/2012/04/27/geistlicher-missbrauch-was-ist-das/

„Miri“ schildert dabei folgende Vorgänge:

„…Nachdem ich gläubig wurde, war ich in einem Gebetskreis und der Leiter hat mich bedrängt wie ein Irrer, in Sprachen zu beten. Ich wollte das nicht und ich konnte das nicht.

Das Ganze artete so aus, dass er sich mit mir persönlich getroffen hat, und mich gedrängt hat, mich hinzuknien. Dann hat er für mich gebetet und gesagt, ich hätte jetzt die Sprachengabe.
Ich war nicht dieser Ansicht und ich wollte die auch gar nicht. Mir gings auch ohne gut. Und dann hat er mir irgendein Zeug vorgesprochen und mich nicht eher aufstehen lassen, bis ich irgendwas gelallt hab, und dann sagte er: Siehst Du, Du hast die Sprachengabe.

Ich find das bis heute total obernotpeinlich und wenn ich Charismaten in Sprachen beten höre, da krieg ich bis heute das K….., obwohl die alle ja bestimmt nett sind.
Später dann auch bei den Charismaten: Sooo, wir gehn jetzt alle nach vorn und heben die Hände.  – Ich wollte weder nach vorn noch die Hände heben.

Oder auch total krass: Bibel aufschlagen, und dann ist dies das Wort für Dich. Da hatten wir eine ziemlich labile Person  – und sie schlug die Kreuzigung auf. Die war total am Abdrehen, weil sie dachte: Jesus sagt mir, ich bin so schlecht, dass ich ihn kreuzige.  – Völlig durch den Wind. Sowas ist doch auch geistlicher Mißbrauch.“
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Ja, keine Frage, beidesmal handelt es sich um (un)geistliche Manipulation, im ersten Fall um eine massive Grenzüberschreitung gegen den Willen der gläubigen Person.
Aber auch das „Bibelstechen“, die Bibel-Mantik ist ein verfänglicher Aberglaube im frommen Mäntelchen: Die Heilige Schrift ist Gottes Wort für uns, aber kein Orakel, kein Ersatz für die Anwendung des eigenen Verstandes, den Gott uns gab, damit wir vernünftige Entscheidungen treffen.
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Siehe hierzu unseren Artikel aus dem Jahr 2012: https://charismatismus.wordpress.com/2012/05/20/bibelstechen-die-heilige-schrift-ist-kein-orakelbuch/ 


Fasziniert von der Pfingstbewegung – und dabei viel Lehrgeld bezahlt

Von Felizitas Küble

Auch gestandene Glaubensmänner und -frauen können sich von einem völlig neuen Sog begeistern und vereinnahmen lassen, bis oft erst nach vielen Jahren die Ernüchterung folgt. Wohl denen, die dann bereit sind, vorherige Irrtümer aufrichtig einzuräumen und zu ihrem Umdenken zu stehen.

So erging es führenden evangelischen Persönlichkeiten in der Erweckungs- und Heiligungsbewegung, die sich nach mehr „geistlicher Vollmacht“ sehnten und  – durchaus in bester Absicht –  freudig daran glaubten, die aufkommende Pfingstbewegung sei eine Chance des Himmels für die Gläubigen auf Erden.

Wir erinnern hier beispielhaft an vier bedeutende Theologen bzw. Evangelisten aus dem pietistischen (heute würde man sagen: evangelikalen) Spektrum, meist aus der frommen Gemeinschaftsbewegung (Gnadau) oder der Evangelischen Allianz.

Beide Verbände hatten sich  – nach anfänglichem Zögern –  mehrheitlich gegen die „charismatische Welle“ gestellt, die Anfang des 20. Jahrhunderts von Nordamerika kommend über Deutschlands „erweckliche“ Gemeinden hinwegfegte und dabei sogar Persönlichkeiten erfaßte, die vorher durchaus als besonnen galten:

Otto STOCKMAYER (1838 – 1917) war ein württembergischer Theologe, der erst in der Schweiz, später in England wirkte, vor allem in der Oxforder „Heiligungsbewegung“. Diese Strömung erkannte mit Recht, daß die lutherische Rechtfertigungslehre unzureichend war, daß nämlich zur Erlösung durch Christus auch das Bemühen des Menschen um seine „Heiligung“ gehört  – seit jeher ein ebenso paulinisches wie katholisches Anliegen. 

Soweit schön und gut, doch ein Teil dieser evangelischen Strömung verrannte sich allmählich in verstiegene Vorstellungen von einem geistlichen Perfektionismus, vertrat eine Lehre vom „reinen Herzen“, das der Mensch durch den Heiligen Geist schon auf Erden erhalten könne, so daß er sündenfrei zu leben imstande sei. Zudem glaubte man, durch diese geistgesalbte „Überwinderschar“ werde die „Brautgemeinde“ schneller zu Christus „entrückt“ (schon vor jener Trübsalszeit in der kommenden Ära des Antichristen). 

Auf dem Boden dieser überspannten Ansichten war der Schritt in die enthusiastische Pfingstbewegung nicht mehr weit.

Auch Reiseprediger Stockmayer wurde jahrelang von diesem Strom erfaßt, bis er 1909 eine Kehrtwendung vornahm und jenen Theorien ebenso den Abschied gab wie den schwärmerischen Anwandlungen der aufkommenden Charismatik. Als führender Mann in der pietistischen „Gemeinschaftsbewegung“ (Gnadauer Verband) sorgte er gemeinsam mit anderen „Patriarchen“ für eine Trennung von Gnadau und Pfingstlern. Dabei verwies er neben eigenen Erfahrungen auch auf seine Seelsorge mit Belasteten und Aussteigern aus der Charismatik.

Zur Ehrenrettung der Heiligungsbewegung sei noch erwähnt, daß der gemäßigtere Teil in die Oxforder Gruppenbewegung von Frank Buchman einmündete, die sich später in „Moralische Aufrüstung“ umbenannte, aber von der Pfingstbewegung fernhielt.

Prof. Ernst Ferdinand STRÖTER (1846 – 1922) erblickte in Barmen das Licht der Welt, gelangte zuerst nach Paris und später in die USA, wobei er Prediger der von John Wesley gegründeten Methodistenkirche wurde, die zu den neuzeitlichen Erweckungsbewegungen zählt. Er engagierte sich in der Evangelisation der Juden und kehrte Ende des 19. Jahrhunderts nach Europa zurück.

Ebenso wie Pfr. STOCKMAYER war er mit den Ideen der Heiligungsbewegung vertraut und begünstigte durch einige Sonderlehren das Aufkommen der Pfingstbewegung. Als er jedoch die schwarmgeistigen Auswirkungen mehr und mehr erkannte, distanzierte er sich entschieden davon und warnte in seinen Schriften vor Wundersucht und einer Überbetonung der „außerordentlichen“ Charismen. So erschien 1912 seine Schrift „Die Selbstentlarvung der Pfingst-Geister“.

Frau Jessie PENN-LEWIS (1861 – 1927) war gemeinsam mit dem Evangelisten Evan Robers führend in der sog. „Erweckung von Wales“ (1904/05) tätig, die ebenfalls stark von Methodisten geprägt war und als eine Art Vorläufer der Pfingstbewegung gilt, nicht zuletzt durch ihre Hervorhebung einer „Geistestaufe“, die gleichsam der „zweite Segen“ nach der Taufe bzw. Bekehrung sei.

Als diese erfolgreiche britische Predigerin (sie hatte einst sogar Frank Buchman bekehrt) und ihr Mitstreiter Roberts die grundsätzliche Problematik der religiösen Schwärmerei durchschauten, schrieben sie 1912 gemeinsam das warnende Buch „War on the Saints“ (auf deutsch: Krieg den Heiligen) und mahnten darin zur geistlichen Nüchternheit.

Heinrich DALLMEYER (1870 – 1925) betätigte sich aktiv in der Pfingstbewegung. Im Sommer 1907 zog er mit zwei „visionären“ Norwegerinnen nach Kassel, wo eine Serie schwarmgeistiger Versammlungen für großes Aufsehen sorgte. Nach ca. vier Wochen und immer stärkeren Ausuferungen wurden die Zusammenkünfte am 2. August geschlossen. Dallmeyer verlor die Kontrolle über die ekstatischen Vorgänge und geriet selber in den Strudel enthusiastischer Phänomene. Nach langen inneren Auseinandersetzungen hat er sich dann  – ebenso wie sein leiblicher Bruder  – von der Pfingstbewegung losgesagt (Widerruf 1907) und sie danach entschieden bekämpft.

In seiner Schrift „Erfahrungen in der Pfingstbewegung“ aus dem Jahr 1910 befaßt er sich selbstkritisch mit seinem eigenen Irrweg und schreibt u.a. folgendes:

„Ich habe die Hoffnung zu Gott, dass diese Zeilen mithelfen, dass einige der jetzigen Träger der Bewegung Licht bekommen über die Irreführung, in der sie sich gegenwärtig befinden  –  und ich schreibe diese Schrift, nachdem ich im Kämmerlein öfters mit Tränen zu Gott gerufen: „HERR, führe sie heraus!“. Vielleicht kann diese Schrift eine Mithelferin sein, dass manche Geschwister, die jetzt noch in der Bewegung stehen oder gar Träger von Geistesgaben sind, von diesem Irrgeist befreit werden.“  (Quelle: https://das-wort-der-wahrheit.de/download/heinrich-dallmeyer-erfahrungen-in-der-pfingstbewegung/)

Diese Serie über Persönlichkeiten, die sich einst in der Charismatik befanden, aber dann eine Kehrtwendung zum nüchternen Glauben vollzogen, setzen wir hier im CHRISTLICHEN FORUM weiterhin fort.


Zuckerbrot und Peitsche: Mike Bickles Brandbrief an die „prophetische Bewegung“

Von Felizitas Küble

Vorigen Herbst veröffentlichte der US-amerikanische Star-Prediger Mike Bickle (siehe Foto) einen Offenen Brief an die Anhänger der „Prophetischen Bewegung“, also an seinen eigenen Fanclub. 

Der protestantische Pastor Bickle ist eine Art geistlicher Ziehvater des katholischen Charismatikers Dr. Johannes Hartl, Leiter des Gebetshauses Augsburg. Näheres zu Bickle hier: https://charismatismus.wordpress.com/2019/01/06/mehr-gruender-dr-johannes-hartl-wirbt-fuer-den-extrem-pfingstler-mike-bickle/

Der pfingstbewegte Prediger Bickle gehört zu den Führern der sog. Kansas-City-Propheten, die sich selber schlicht, aber nicht sonderlich bescheiden als „Propheten-Bewegung“ bezeichnet – siehe auch die Anrede des Starpredigers in seinem Offenen Brief.

In seinem Schreiben finden sich viele Kennzeichen schwarmgeistiger Strömungen. Dafür spricht schon der erste, typisch „dramatische“ Satz: Wir stehen am Scheideweg der Geschichte.“ 

Sodann bittet der Autor  – er ist Gründer des „International house of prayer“ (internat. Gebetshaus)  –  darum, man möge seinen Brief „im Gebet lesen“, da er von einer „seltenen Dringlichkeit in meinem Geist ergriffen“ werde.

Bald danach geht es um den charismatischen Dauerbrenner, nämlich „Erweckung“. Seit Jahrzehnten kündigen diese Kreise eine weltweite „Erweckung“ an, die gleichsam ein Zeitalter des Heiligen Geistes darstelle.

Wenn man sich an Jesus orientiere, so der Verfasser, könne „die Erweckung schneller kommen als ein rasender, windgepeitschter Grasfeuer im Hochsommer“.

Sodann zeigt sich der pfingstbewegte Leiter überzeugt davon, „dass wir in der Gebets-, Propheten- und Missionsbewegung am Abgrund einer neuen Ära stehen.“

Denn Erweckung hin oder her – zur Dramatik gehört auch das Gegenteil, Zuckerbrot und Peitsche ergänzen sich.

Er schreibt, das „Haus steht in Flammen“  – gemeint ist die gottlose Welt:

Als Hirte, der Gott gegenüber verantwortlich ist, fühle ich mich belastet, die Wahrheit zu sagen, die ich wahrnehme… Ich habe jahrelang gesagt, dass Ärger kommen wird. Jetzt muss ich es anders sagen: Ärger ist hier.

Dies bedeutet, dass die kommenden Tage und Jahre von Schwierigkeit und Komplexität abweichend sein werden als alles, was wir in der Vergangenheit jemals gekannt haben.“ 

BILD: Eines der zahlreichen Bücher von Bickle (übers.): „Wachstum in der Prophetie“

Sodann erklärt er selbstkritisch einige organisatorische Veränderungen in seiner Bewegung, wobei es weniger Marketing geben soll. Schließlich heißt es:Was wäre, wenn Gott unsere Pläne unterbrochen hätte? Was wäre, wenn der Heilige Geist die Macht übernahm?“

Auch darauf ist man prophetischerseits eingestellt: Wir werden um dieses höchste Ziel herum planen und unsere Chancen nutzen. Anstatt menschliche Persönlichkeiten und Prominentenstimmen zu erhöhen, konzentrieren wir uns absichtlich auf die Realität von Jesus, seine Agenda für den Planeten Erde und seine Gegenwart an diesen vier Tagen im Dezember.“ (Gemeint ist damit seine Konferenz „Onething 2018“, an der auch Dr. Hartl als Redner teilnahm.)

Kennzeichnend für charismatische Verstiegenheit ist auch der folgende Satz: Obwohl wir auf der Erde stehen, streben wir nach Engeln um den Thron Gottes.“

Abschließend kommt der übliche Knie-Aufschwung für die Seinen: 

„Die globale Gebetsbewegung… geht weit über den Schauplatz eines Ereignisses hinaus in den tiefen Wunsch des Vaters, die totale Überlegenheit seines Sohnes unter den Völkern bekannt zu machen und eine eng verbundene Familie aufzubauen, die einander tief schätzt und liebt. Wenn Sie sich zu diesem frischen Schwall göttlicher Liebe und strategischer Einsicht bewegen, glauben wir, dass die diesjährige Versammlung mehr als nur ein jährliches Ereignis ist.“

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt