BUCH-Empfehlung: Prof. Dieter Hattrup über die „heilsame Sturheit der Kirche“

Buch-Daten: Dieter Hattrup: Die heilsame Sturheit der Kirche, 140 S., 22 €, erschienen 2012  im Herder-Verlag (Freiburg)

Prof. Dr. Dieter Hattrup, der Verfasser des Buches, ist Priester der Erzdiözese Paderborn; er hat seine Studien in Mathematik und Physik 1978 mit der Promotion in Mathematik abgeschlossen. 0003223068_0001_170

Sein Studium der Theologie beendete er mit der Habilitation im Jahre 1990. Er ist Professor für Systematische Theologie an der Theol. Fakultät Paderborn.

Ausgehend von der These Charles Darwins, dass die sog. „brisanten Interessen“   –  Machtausübung, sexuelle Erfahrung und dingliche Sicherung (Besitz, Geld)  –  die entscheidenden Mittel seien, um zu überleben, zeigt der Autor vor allem im ersten Kapitel, gestützt von neuen Erkenntnissen aus der Grundlagen-Physik und -Biologie auf, dass das Bewusstsein des Menschen Vorläufer des unausweichlichen Todes wahrnimmt.

In der Dramatik menschlicher Existenz ist die Steigerung der Lebensqualität für die Gegenwart notwendig in dem Sinne, dass sie konkrete Not wendet; die endgültige Todesnot können die „brisanten Interessen“ aber nicht nur nicht aufheben, vielmehr sie verschärfen diese. Weltschmerz und Todesangst sind im Scheitern dieser „brisanten Interessen“ begründet.

Aus der geisteswissenschaftlicher Literatur greift Dieter Hattrup gekonnt Beispiele auf, die zeigen, dass das, was das mechanistische Weltbild zum Einsturz brachte, im sensiblen Wirklichkeitsbewusstsein auf anderer Ebene, beginnend bei einigen Vorsokratikern, Jahrhunderte hindurch bei „Begeisterten“ als Wahrheit erkannt wurde: 

Es gibt keine bloße Notwendigkeit. Was dazu kommt, ist für die einen Menschen Zufall, für die anderen ist es Gnade. Was ´die Einen ´ anbelangt, da mag der Einstein´sche Satz „Gott würfelt nicht!“ zu weiterem Denken anregen.

Im glaubwürdigen Leben aus den drei Grundgelübden (Armut, Keuschheit und Gehorsam), die zeichenhaft zu jedem christlichen Leben gehören, kann der Welt gezeigt werden, wie sie das ´Prinzip Hoffnung´ (Ernst Bloch) beispielhaft als gut begründet aufweisen.

Wie befreiend erfahren wir dabei den Ausspruch Jesu: „Euer himmlischer Vater weiß, was ihr braucht. Euch jedoch muß es um sein Reich gehen, dann wird euch alles andere dazugegeben“ (Lk 12, 30b – 31).

Professor Dieter Hattrup gebührt Dank für sein kurzgefasstes, aber so gründliches Werk!

Der Autor dieser Buchbesprechung ist Gymnasiallehrer i.R. und unserer Redaktion bekannt.

Bestell-Link: http://www.amazon.de/Die-heilsame-Sturheit-Kirche-Streitschrift/dp/345134128X