Chemie-Nobelpreis 2014 für Stefan Hell

Aus dem Banat kommen viele große Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kultur

Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften hat den diesjährigen Chemie-Nobelpreis an den aus dem Banat stammenden und heute in Göttingen forschenden Wissenschaftler Stefan Hell verliehen.

Dazu erklärt der Vorsitzende der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Klaus Brähmig: 42252-3x2-teaser190x127

„Stefan Hell stammt aus dem rumänischen Banat und besuchte das „Nikolaus-Lenau“-Gymnasium in Temeswar. Nach der Auszeichnung von Herta Müller mit dem Nobelpreis für Literatur im Jahre 2009 ist die diesjährige Verleihung des Nobelpreises für Chemie an Stefan Hell das zweite Mal, dass binnen weniger Jahre ein ehem. Schüler dieser bedeutendsten muttersprachlich deutschen Schule im Banat mit dem Nobelpreis geehrt wird.

Die beiden Auszeichnungen belegen eindrucksvoll die hohe Qualität der Bildung, die das muttersprachlich deutsche Schulwesen in Rumänien in den unterschiedlichsten Disziplinen bis heute erbringt.

Die Verleihung des Nobelpreises an Stefan Hell ist ein Auftrag an unser Land, die in Siebenbürgen und im Banat lebende deutsche Minderheit auch weiterhin nach Kräften zu unterstützen und dem rumänischen Staat bei der Aufrechterhaltung des deutschsprachigen Schulwesens im Banat und in Siebenbürgen hilfreich zur Seite zu stehen.

Die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag gratuliert Stefan Hell sehr herzlich zur Verleihung des diesjährigen Nobelpreises für Chemie und zollt ihm größten Respekt für seine wissenschaftlichen Leistungen.“

Hintergrund:
Der deutsch-rumänische Forscher Stefan Hell sowie die US-Amerikaner Eric Betzig und William Moerner bekommen den diesjährigen Chemie-Nobelpreis. Sie erhalten die Auszeichnung für die Entwicklung der superauflösenden Fluoreszenzmikroskopie. Hell ist Abteilungsleiter am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in der Helmholtz-Gemeinschaft und Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen.


Chemie-Nobelpreis für zwei US-israelische und einen amerikanischen Wissenschaftler

Der Chemie-Nobelpreis geht diesmal an drei Wissenschaftler: Arieh Warshel, Michael Levitt und Martin Karplus wurde die höchste internationale Auszeichnung für die Entwicklung von Multiskalenmodellen für komplexe chemische Systeme zuerkannt.

Alle drei Preisträger forschen in den USA und sind US-Bürger, Warshel und Levitt zudem israelische Staatsbürger. Beide haben im Weizmann-Institut in Israel studiert, Warshel erhielt einen Teil seiner Ausbildung auch am Technion in Haifa.

Der dritte Preisträger, Martin Kaplus, stammt aus Österreich und musste mit seiner jüdischen Familie als Kind vor den Nationalsozialisten fliehen.

In der Begründung der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften heißt es, die Arbeit der drei Männer habe Forschern geholfen, Programme zu entwickeln, um chemische Prozesse wie die Reinigung von Abgasen oder die Photosynthese von Blättern zu entschlüsseln.

BILD: Arieh Warshel (Foto: wikicommons)

„Die Arbeit von Karplus, Levitt und Warshel ist insofern bahnbrechend, als sie die klassische Physik Newtons mit der fundamental unterschiedlichen Quantenphysik verbindet“, erklärte die Akademie. „Zuvor mussten sich Chemiker für den einen oder anderen Zugang entscheiden.“

Sowohl Ministerpräsident Netanyahu wie auch Staatsräsident Shimon Peres gratulierten Arieh Warshel noch am Mittwoch telefonisch. Bezugnehmend auf die Herkunft Warshels, der im Kibbutz Sde-Nahum geboren wurde, eröffnete Peres das Gespräch scherzhaft: „Wie fühlt es sich an, als Kibbutznik einen Nobelpreis zu bekommen?“

Israel kann die beeindruckende Zahl von 11 Nobelpreisträgern in seiner 65-jährigen Geschichte vorweisen. Zuletzt erhielten Daniel Shechtman im Jahr 2011 und Ada Yonath 2009 ebenfalls den Preis für Chemie, wie zuvor schon Aaron Ciechanover und Avram Hershko im Jahr 2004.

Drei israelischen Politikern wurde der Friedensnobelpreis zuerkannt:  Begin 1978 sowie Peres und Rabin 1994.

Die anderen israelischen Preisträger sind Israel R- Aumann und Daniel Kahnemann, die 2005 bzw. 2002 den Wirtschaftsnobelpreis erhielten, sowie der einzige israelische Nobelpreisträger für Literatur: Shmuel Yosef Agnon, der 1966 für sein Werk geehrt wurde.

Quelle: israelische Zeitung „Haaretz“ vom 9.10.2013 / Israelische Botschaft in Berlin