Besprechung des bioethischen Buches „Globale Chemisierung – vernichten wir uns selbst?“

Buch-Daten: Globale Chemisierung, vernichten wir uns selbst? Dr. Edith Breburda, Kindle-Ebook oder als Taschenbuch, S. 254; ISBN-10: 0615926657,  ISBN-13: 978-0615926650 GC vernichten wir uns

Vor kurzem ging die Meldung durch die Presse: „Klon-Schnitzel soll es in der EU nicht geben“. Schon 1990 hat Deutschland darüber Gesetze erlassen. Doch inwieweit weiß der allgemeine Bürger, worum es hier eigentlich geht und wie ihm diese Welt buchstäblich durch die Ernährung „unter die Haut geht“?

Die Autorin packt ein umfassendes wissenschaftliches und ständig belegtes Wissen in die fast aufregende Geschichte eines fingierten neu ausgebildeten Journalist Leonhard. Er sucht nach Material für ein Buch, „in welchem den Leuten draußen berichtet wird, was sie wissen sollen über die grundlegenden Dinge des Lebens“ (S. 18).

Es geht letztlich um die Tiefe der Gen-Welt und Gen-Manipulation. Es geht um mehr als nur um die Veränderung von Hunden und Katzen sowie Eier legende Hühner.

Es geht um Rassen mit gewünschten Qualitäten, um Selektion, um die „größten Errungenschaften der modernen Biotechnologien“, auf dem Gebiet der Pflanzen (wie z. B. dem Mais) und Tieren jeder Art (z. B. auch Bienen, S. 100 ff.) und, geradezu unvermeidlich auch beim Menschen (mit der Stammzellforschung und der Diskussion um die Embryos, S. 13-28 und 130-150); um „Plastikmüll“ und Chemikalien mit deren Auswirkung auf Wasser und den menschlichen Körper, der Rinderwahn und die Sojabohnen, Ursache von Alzheimer und Parkinson…

Die Autorin führt mit vielen Statistiken und neuesten internationalen Veröffentlichungen hinter Vorgänge in Holland, England oder in der Schweiz, in China, Japan und den Philippinen, in Australien, Kanada und den USA.

Leonhard ist überrascht, wie sich ein Forscher nach dem anderen über sein Interesse freut: Endlich soll sich ihr zähes Mühen auszahlen, sollen ihre Entdeckungen bekannt werden. Den Leser überrascht, wie die Forscher Leonhards Fragen und Schlussfolgerungen über die meist verheerenden Auswirkungen auf die breite Bevölkerung teilen. Sie gestehen ihm: „Fortschritt kann durchaus auch einen Rückschritt bedeuten.“ (S. 164)

In leicht leserlicher Sprache und geradezu spannend kann auch der wenig mit den neuen Wissenschaften vertraute Leser diesem erstaunlichen „Blick hintern den Vorhang“ folgen. Professoren und Schüler von Biologie und Chemie und vor allem jene, die an verantwortlichen Stellen sitzen, werden reiches Lehr- und Diskussionsmaterial finden.

Man wird wohl kaum ein zweites so informatives Buch über diese Forschungsbereiche finden, das gleichzeitig die vernichtenden Auswirkungen auf den Menschen unverblümt anspricht. Es öffnet jedem die Augen, der es liest.

Unser Autor J.K. ist Philosophie-Professor aus den USA (in Brasilien tätig) und unserer Redaktion bekannt

Dieses sachkundige Breburda-Buch (254 Seiten) kann für 15,80 € bei uns bestellt werden  – wir liefern im Inland portofrei: Tel. 0251-616768  / Mail: felizitas.kueble@web.de

Siehe hierzu außerdem unsere Besprechung im „Theologischen“: https://charismatismus.wordpress.com/2014/05/22/buch-tip-dr-edith-breburdas-profunde-neuerscheinung-zu-bioethischen-themen/


Schöpfungsordnung aus biochemischer Sicht: Es gibt ein Monogamie-Hormon

Von Dr. med. Edith Breburda

Der US-amerikanische Psychologe Seth Pollak von der Universität in Wisconsin/Madison vermutet, dass Kinder, die sehr früh in ihrem Leben zurückgewiesen oder missbraucht wurden bzw. die in Armut aufwuchsen, als Erwachsene häufiger unter Depressionen, Herzkrankheiten und Ängstlichkeit leiden. Er sieht sogar einen Zusammenhang mit Krebserkrankungen.  Dr. Breburda
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Stress kann einige Stellen des Gehirns schrumpfen lassen, und bei Mädchen eine abnormale Ausschüttung von einigen Hormonen bewirken, erklärt der Experte. Das sexuelle Verhalten der Mädchen verändert sich:
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„Unsere Erziehung beeinflusst unsere Biologie. Dadurch können wir langfristig soziale Verhaltensprobleme erklären. Es ist eine ganz neuartige Sicht, die Entwicklung des Kindes zu verstehen. Aus der tierexperimentellen Forschung wissen wir, wie eine normale Pflege diese Verhaltensdefizite restaurieren kann. Wir versuchen, eine entsprechende Therapie und Medikamente anzuwenden, um die Schäden rückgängig zu machen“, erläutert Pollak.
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Der Forscher untersuchte das sogenannte „Stress-Regulator-Gen“ bei 56 Kindern. Ein Drittel der Probanden wurde physisch missbraucht. Bei ihnen zeigte die Blutprobe eine geringere Aktivität des Glucocorticoid-Rezeptors, der das Stress-Hormon Cortison reguliert.  Zu viel Cortison schwächt das Immunsystem und erregt den Menschen.
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Pollak erkannte bei 12-jährigen misshandelten Kindern, dass die Hirnregionen, die für Emotionen (Amygdala) und das Gedächtnis (Hippocampus) verantwortlich sind, kleiner ausgebildet waren.
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Vierjährige Kinder aus armen Familien hatten weniger „graue Substanz“. Dort werden Informationen verarbeitet und Handlungen geplant.
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Acht- bis 11-jährige Mädchen, die misshandelt wurden, schütteten anstatt Cortison das Liebes-Hormon Oxytocin aus. Oxytocin konnte ihnen helfen, unbekümmerter mit Fremden umzugehen. Damit hatten sie weniger Schwierigkeiten, Beziehungen einzugehen. Diese Freundschaften erwiesen sich allerdings als instabil.
Edith-Breburda-Fotos.
Teenagerschwangerschaften treten häufiger bei Kindern auf, die aus armen Familien kommen. Ihre schulischen Leistungen und ihr späterer Beruf werden dadurch beeinflusst: „Sie öffnen sich, anstatt sich selbst zu schützen. Das könnte erklären, warum diese Mädchen später in schwierige Lebensumstände verwickelt sind“, behauptet der Wissenschaftler [i].
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Oxytocin gilt heute als eine Substanz, welche das „Belohnungszentrum“ des Gehirns aktiviert. Männer finden wegen des Oxytocins ihre Partnerin attraktiver, was der Monogamie zugute kommt.
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Wissenschaftler der Universität in Bonn weisen darauf hin, dass es im Tierreich nicht so ist. Hier gibt es die Monogamie äusserst selten. Somit handelt es sich um eine rein menschliche Angelegenheit, dass Oxytocin dafür mitverantwortlich ist, einander treu zu bleiben.
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Dr. Hurlemann von der Ruhr-Universität in Bochum arbeitete mit der Universität von Chengdu in China zusammen, um die Wirkung des Monogamie-Hormons Oxytocin genauer zu testen:
40 heterosexuellen Männern, die sich in einer permanenten Partnerschaft befinden, zeigten sie Fotos von ihren Frauen. Danach konnten die Männer Bilder von anderen Frauen sehen.
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Nasal applizierte man den Probanden entweder Oxytocin oder ein Placebo. Mit einem Magnetresonanz-Tomogramm wurde die Gehirnaktivität überprüft. Dirk Scheele sagte, wenn die Männer Oxytocin erhielten, bewerteten sie ihren eigenen Partner attraktiver als andere Frauen. Durch Fotos von Mitarbeiterinnen oder anderen bekannten Frauen liess sich die Gehirntätigkeit der Männer nicht anregen. Nur der eigene Ehepartner löste den Reiz im Gehirn aus.
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Die Ergebnisse lassen erklären, wie es nach dem Tod des Ehepartners zu tiefen Depressionen kommen kann. Eine fehlende Oxytocin-Ausschüttung wird als Grund angesehen.
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Man kann – hormonell betrachtet  –   davon ausgehen, dass Oxytocin der Grund für eine Monogamie beim Menschen ist. Die klassische evolutionsbiologische Sicht, wonach männliche Wesen danach drängen, ihre Gene so viel wie möglich „in Umlauf zu bringen“, wurde durch die Hurlemann-Studie beim Menschen widerlegt.
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Monogamie hat auch seine Vorteile, betont Dr. Hurlemann:
„Wenn Oxytocin eine Partnerschaft tiefer zusammenschweißt, wird auch die Ernährung der Nachkommen sicher gestellt. Männliche und weibliche Gene werden an Kinder weiter gegeben. Biologisch wird damit auch eine monogame Ehe der Kinder gefördert“, erläutert er.
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Bei gleichgeschlechtlichen Paaren wurde der Versuch bisher nicht durchgeführt. Allerdings zeigten andere Studien einen ziemlichen Unterschied, ja sogar ein gegensätzliches Verhalten einer Oxytocin-Wirkung bei Männern und Frauen auf.
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Die Hormone sind bei den Geschlechtern anders verteilt. Es könnten auch weniger Oxytocinrezeptoren im männlichen Gehirn vorhanden sein, vermutet Hurlemann [ii].
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Oxytocin steht im Fokus der wissenschaftlichen Tätigkeiten von Paul Zak. Es handelt sich dabei eigentlich um ein uraltes Molekül, das man nur bei Säugetieren findet. Bei Nagetieren hilft es, den Mutterinstinkt aufrecht zu erhalten.
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Die Etruskerspitzmaus, die von der Nasenspitze bis zum Schwanzansatz nur etwa 40 Millimeter lang ist, lebt monogam. Eigentlich ist sie keine Maus, da Mäuse Nagetiere sind und damit Vegetarier. Die Spitzmaus frisst Insekten, Würmer, Maden, Ameisen, Grillen, Spinnen und Heuschrecken. Sie ist mit der Maus so verwandt wie der Fuchs mit dem Hirsch, sagt der emeritierte Professor Peter Vogel aus Lausanne. IMG_2852
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Bei Rindern sorgt Oxytocin für den Milchfluss. Kälber stossen vor dem Säugen mit ihrem Kopf in das Euter, um damit die Ausschüttung zu aktivieren. Bei allen Nutztieren kann Oxytocin verabreicht werden, um eine Geburt einzuleiten.
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Oxytocin wird bei der Paarung freigesetzt. Es wird im Gehirn (Nucleus paraventricularis) in einer Vorform gebildet und über den Hypophysenhinterlappen abgegeben. Ausser seiner Funktion als Sexualhormon wirkt es auch als Neurotransmitter im Gehirn. Es fördert prosoziales Verhalten und das Vertrauen in andere Menschen [iii].
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Professor Paul Zak, Gründungsdirektor des Claremont-Universitäts-Zentrums für Neuroökonomische Studien in Kalifornien, stellte sich die Frage, ob unsere Moral, auf die sich gläubige wie nichtgläubige Menschen beziehen, nicht doch mit Chemie zu tun hat?
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Er wollte beweisen, dass Oxytocin gleichsam das Moralmolekül ist, welches sich hinter unserem sittlichen Handeln verbirgt. In seinen Versuchen konnte er nachweisen, wie eine Veränderung der Oxytocingehalte im Blut unser Mitgefühl beeinflusst. 
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Bei Frauen, die missbraucht wurden, wird die Oxytocin-Sekretion unterdrückt:
„Man muss pfleglich behandelt werden, damit sich das System richtig entwickeln kann. Viel Stress hemmt Oxytocin. Wir wissen alle, dass wir unter Stress nicht bestmöglich handeln können“, sagt Zak.
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Auch das hauptsächlich männliche Hormon Testosteron hemmt die Oxytocin- Ausschüttung. Bei einer Hochzeit in England, zu der 200 Leute geladen waren, fand Paul Zak heraus, dass die Braut den höchsten Oxytocinwert aufwies. Ihr folgten die Brautmutter, der Vater des Bräutigams und dann erst der Bräutigam.
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Der Wissenschaftler ist der Meinung, eine Hochzeit ist ein Ritual, um sich mit dem neuen Brautpaar emotional zu verbinden. Ein neuvermähltes Paar ist uns für die Arterhaltung bei der Fortpflanzung wichtig und wir wollen seinen Erfolg.
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Wir kennen unzählige Möglichkeiten, um mit anderen in Verbindung zu treten. Soziale Medien erleichtern uns dieses Vorhaben. Man twittert, stellt seine Videos auf Youtube. Mitglied eines sozialen Netzwerkes zu sein führt auch zu einem Anstieg des Oxytocinwertes.
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Am Ende werden unsere Empfindungen belohnt. Wir sind glücklicher, wenn wir Oxytocin freisetzten, erklärt Paul Zak. Sein Rezept ist, täglich acht Mitmenschen zu umarmen. Dann wird man glücklicher werden  –  und die Welt wird ein besserer Ort [iv].
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Wir alle kennen das Gefühl, wenn es in unserem Bauch kribbelt und die Angst vor etwas spürbar im Raum steht. Oxytocin kann aber neben leidenschaftlichen Liebes-Anwandlungen auch emotionalen Schmerz verursachen, sagen die Wissenschaftler der Northwest-Universität in Chicago.
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Es werden nicht nur unsere sozialen positiven Erinnerungen gestärkt, sondern auch stressige soziale Situationen graben sich in unser Gedächtnis ein. Wenn wir später wieder in eine ähnliche Situation kommen,  reagieren wir von vornherein sehr ängstlich. Dies ist eine neue Erkenntnis.
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Forscher erhofften sich, mit Hilfe der Substanz eine Anti-Angst-Droge entwickeln zu können, da man annahm, mit ihr positive Emotionen wecken zu können, wenn man sich in einer stressbezogenen Situation befindet.
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Sich wiederholende Stress-Erlebnisse fördern Angst und Depression: „Basierend auf jahrelanger Forschung wurde Oxytocin als Stress reduzierende Substanz betrachtet. Durch die neue Studie konnte gezeigt werden, dass durch Oxytocin Angst eher gefördert wird“, erläutert der Studienleiter Yomarya Guzman.

[i] Wahlberg D.: Childhood stress can reconfigure biology, UW-Madison research says. Wisconsin State Journal. 24. 7.2014
[ii] Ellis M.: Oxytocin: the monogamy hormone? Medical News Today, 26. Nov. 2013
[iii] Kosfeld M. et al.: Oxytocin increases trust in humans. Nature: 435 (7042): 673-6, June 2 2005
[iv] Zak P.: Vertrauen, Moral-und Oxytocin. Technology, Entertainment and Design, http://www.ted.com/talks/paul_zak_trust_morality_and_oxy tocin/ transcript?language=de, Nov. 2011
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Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda (von ihr stammen auch die Fotos) ist Buchautorin, Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).

Sind Männer vom Aussterben bedroht?

Dieser Artikel ist ein Vorab-Auszug aus dem bald im Scivias-Verlag erscheinenden Buch “Globale Chemisierung” von Dr. Edith Breburda:

Oft hören wir Frauen über die abnehmende Männlichkeit der Männer klagen. Ahnen sie, dass es an den weiblichen Hormonen liegen könnte, die  –  ungeachtet, ob Tier oder Mensch  –  männliche Wesen feminisieren? 

Dr. Edith Breburda

Dr. med. E. Breburda

Männer sind im Gegensatz zu Frauen mit Testosteron ausgestattet. Einige Geschöpfe, meist im fortgeschrittenen Alter, ziehen es zusätzlich vor, anabole Ergänzungen zu konsumieren. Eventuell tun sie das, um der Damenwelt wenigstens mit einem gut aussehenden Körper zu imponieren. Schließlich will man der erheblich jüngeren „Trophäenfrau “ gefallen.

Testosteron hat jedoch eine gewisse Tendenz zur Umwandlung in Östrogen, womit das Hormon für das Muskelwachstum nutzlos wird.

Vielleicht stammt Eva ja doch von Adam ab?  –  Zumindest von der hormonellen Perspektive aus wird uns dieser Gedanke sympathisch.

Östrogene Ressourcen nehmen immer mehr zu. Das Hormon Östrogen ist auch in Pflanzen wie Soja und Hopfen (Bier) enthalten. Dem männlichen Körper ist die Quelle für das „Östrogen-intake“ letztendlich egal.

Damit verbunden besteht eine steigende Tendenz, dass sie mit Leichtigkeit in unseren Stoffwechsel gelangen. Meist als Östrogenanaloga:

Das sind Substanzen, die physiologisch die Rolle des Östrogens einnehmen. Sie werden auch als Xeonohormone bezeichnet. Sie besetzen Östrogenrezeptoren in menschlichen Körper und kurbeln die Stoffwechselvorgänge an, die man dem Hormon zuschreibt.

Gestörtes Hormongleichgewicht

Damit gelangt das Hormongleichgewicht aus der Balance. Man nennt sie auch endokrine Disruptoren, weil sie das endokrine System, d.h. unser Hormonsystem, empfindlich stören können.

Über Verhütungsmittel, genauer gesagt Ethinylestradiol, welche nicht aus den Kläranlagen herausgefiltert werden können und so recycelt werden, haben wir alle gehört. Seltener spricht man über Bisphenol-A, kurz BPA, einer Substanz, die vor allem über Plastikverpackungen in unsere Lebensmittel gelangt.

BPA ist mittlerweile fast allgegenwärtig in unserer Umwelt vorhanden: Man findet es in petrochemischen Produkten, Kosmetika, Zahnpasten, Pestiziden, Reinigungsmitteln, Lösungsmitteln, Klebstoffen, Emulgatoren usw. Sie beinhalten alle Östrogenanaloga in Form von BPA.

BPA ist in den schwimmenden Müllhalden auf den grossen USA-Binnenseen und in den Weltmeeren vorhanden. Derartige Müllinseln werden wegen ihrer grossen Fläche bereits als 6. Kontinent bezeichnet.

Auch in Pansen-Mägen von „heiligen“ indischen Kühen hat man BPA-haltige Plastiktüten gefunden. 65 kg Plastikmaterial hat man einer Kuh 2010 in Neu Delhi herausoperiert. Die Tiere, die frei in den Strassen grosser Städte herumirren, ernähren sich vom Müll, wobei sie die Plastikbeutelverpackungen gleich mit herunterschlingen [1]

BPA wird mit Diabetes, Übergewicht, Entwicklungsstörungen, Krebs, Herz-Kreislauf-Beschwerden, verfrühter Pubertät, reduzierter Reproduktionsleistung, hormonbedingtem Brust-, Hoden- oder Prostatakrebs, Lern- und Gedächtnis-Schwierigkeiten in Verbindung gebracht.

Plastikprodukte, die BPA-frei, sind werden deshalb bevorzugt. Diese haben jedoch noch mehr Östrogen, heißt es in einer Studie der Universität von Texas. Wissenschaftler des „National Institute of Environmental Health Science“ (Nationales Institut der Umwelt-Gesundheits-Wissenschaften) sind der Meinung, man solle Plastik ohne Östrogen herstellen.

Für die „US Food and Drug Administration“ FDA (Lebensmittel- und Arzneimittel-Verwaltung) bestehen kaum Bedenken gegenüber Bispenol A. –  Die FDA ist nur etwas besorgt über eventuelle Effekte, die BPA auf die Gehirnentwicklung von Ungeborenen und Kindern haben könnte. [2].

Eine wissenschaftliche Studie untersuchte Schwangere mit einem hohen BPA-Gehalt im Urin. Geborene Mädchen waren hyperaktiv, depressiv und überängstlich. Jungen waren nicht  betroffen, hieß es. Man erklärt sich das durch die hormonellen Unterschiede, welche zwischen den Geschlechtern bestehen. Es wird angenommen, dass BPA die Östrogengehalte erhöht, wodurch die normale Gehirnentwicklung im weiblichen Ungeborenen unterbunden wird [3].

Im April 2013 setzte der US-Bundestaat Kalifornien BPA auf eine Liste für gefährliche Chemikalien. BPA wird für Geburtsfehler und eingeschränkte Fruchtbarkeit verantwortlich gemacht [4]. Vor allem bei Jungen ist dieser Tatbestand besonders ausgeprägt.

Es werden weniger Jungen als Mädchen geboren

Eine Studie ergab, dass zur Zeit erschreckend weniger Jungen als Mädchen geboren werden. Jungen hatten mehr Probleme in der Schule, ihre Zeugungskraft und Fruchtbarkeit ging im späteren Alter zurück und sie erkrankten vermehrt an Hodenkrebs. Das alles wird Umweltgiften zugeschrieben, denen die Kinder bereits vor der Geburt ausgesetzt sind [5].

Die Kanadische Nationale Zeitung „The Globe and Mail“ berichtete bereits im Dezember 2008 darüber. In dem Artikel zeigen sich Wissenschaftler äusserst beunruhigt über ein unausgewogenes Geschlechterverhältnis.

Dr. Devra Davis von der Pittsburgh Universität in den USA schreibt von 262.000 Buben, die in Japan und in den USA zwischen 1970 bis 2000 nicht geboren worden sind. In Kanada beobachtet man dieses Ungleichgewicht besonders in Gebieten, in denen Öl gefördert wird, vor allem in Sarnia, Ontario. 1990 wurden in Aamjiwnaang so wenig Jungen geboren wie sonst nirgendwo in der Welt. 60% der geborenen Buben weisen zudem eine anatomisch abnormale Harnröhrenöffnung auf. Man bezeichnet diese angeborene Entwicklungsstörung medizinisch als Hypospadie. Andere Länder beobachten ähnliche Gegebenheiten.

Von 1983 bis 2005 stieg in Kanada bei jungen Männern im Alter von 22 bis 44 Jahren die Ersterkrankungsrate von Hodenkrebs um 54%. Der Testosteronspiegel der in den USA lebenden Männer verringerte sich hingegen um 20% in den letzten 20 Jahren. Diese physiologischen Bedingungen bewirken eine Gonadenverkleinerung.  

Auch bei Tieren wurden diese Beobachtungen gemacht: Chemische Substanzen, die der Mensch zum Einsatz bringt, lassen Amphibien verweiblichen.

Chemisch bedingte Verweiblichungstendenzen 

Eine schwedische Studie ergab, dass sich männliche Kaulquappen unter dem Einfluss von Umwelt-Östrogenanaloga zu weiblichen Tieren entwickelten. Eine vorhergehende, ähnliche Studie, die in den USA durchgeführt wurde, beschrieb, wie ein Pestizid, welches östrogenähnliche Substanzen enthielt, männliche Frösche in weibliche umwandelte. Das geschah unter dem Einfluss einer einzigen Substanz!

In der freien Natur sind mittlerweile viele solcher Komponente vorhanden. Umweltgifte aus Industrie, Pestiziden, Kosmetika, Verhütungsmitteln addieren sich in ihrer Wirkung. 

Dr. Theo Colborn, Zoologe der Universität von Florida, äussert in seinem Buch „Our Stolen Future“ den Verdacht, dass endokrine Disruptoren wie BPA die Gehirnentwicklung vor allem bei ungeborenen Jungen beeinträchtigen. Jungen leiden zwei- bis viermal häufiger als Mädchen an Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätsstörungen. Dies sei der Grund, warum in den USA 65% Frauen an den Universitäten eingeschrieben sind, währenddessen es nur noch 35% männliche Studenten gibt.

Ein Überschuss an Xenohormonen  –  d.h. an Östrogen  –  bewirkt ein Abfallen des Testosterons und der Schilddrüsenhormone, schreibt Dr. Theo Colborn. Dieser Cocktail hindert die normale Entwicklung des fetalen Gehirns und der Geschlechtsorgane bei Jungen. Wir werden demzufolge bereits intrauterin durch  Umweltgifte belastet.

Eine geringere Spermienzahl weisen auch Farmer auf. Man vermutet dahinter den vermehrten Kontakt zu Pestiziden, dem die Farmer ausgesetzt sind. Dr. Colborn fragt sich, ob Männer vom Aussterben bedroht sind, wenn die Entwicklung der Feminisierung durch Umwelthormone so weitergeht [6].

Edith Breburda aus dem US-Bundesstaat Wisconsin ist Veterinär-Medizinerin; hier gehts zu ihrer Webseite: http://scivias-publisher.blogspot.com/

Weitere Bücher von Dr. Breburda: https://www.amazon.com/author/breburda


[1] Karuna Society for Animals and Nature. Karuna takes a lead in anti-plastic bag campaign for the animals. 2011 http://www.karunacociety.org/?page_id=180
[2] Koch W.: Study: Most plastic products trigger estrogen effect. USA Today, May 7, 2011
[3] Park A.: BPA Exposure in pregnant woman may affect daughters‘ behavior. Time, Environmental Health, Oct. 24, 2011
[4] Lifsher M.: California adds BPA plastics chemical to warnings list. Los Angeles Times, April 12, 2013
[5] Alter L.: Are boys disappearing because of Gender Bender Chemicals? treehugger, September 22, 2008
[6] Morrone S.: Humanity at Risk: Are the males going first? Canada’s National Newspaper. September 20, 2008