Christen werden weltweit am meisten verfolgt

Im Zeitraum von 2015 bis 2017 hat die Christenverfolgung in vielen Ländern weltweit einen neuen Höchststand erreicht. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Bericht  „Persecuted and forgotten?“(„Verfolgt und vergessen?“), den das britische Nationalbüro von Kirche in Not vorgestellt hat.

Die Untersuchung nimmt 13 Länder in den Blick, in dem es in den vergangenen Jahren zu besonders schweren Übergriffen auf Christen kam und zeigt den Grad der Religionsfreiheit in diesen Ländern auf.

„Blickt man auf die Schwere und die Auswirkungen der begangenen Verbrechen und die Anzahl der betroffenen Personen wird deutlich: Die Verfolgung nimmt weiter zu“, sagt der Autor John Pontifex.

Brennpunkte seien vor allem muslimisch geprägte Länder, kommunistische Staaten sowie autoritär regierte Länder wie z.B. Eritrea.

Die Vereinten Nationen, die USA und die Europäische Union haben bereits wiederholt von einem Völkermord an Christen im Irak gesprochen. Vertreter der Ostkirchen sind entsetzt über die Gleichgültigkeit der internationalen Gemeinschaft.

Der Bericht zeigt zudem auf, dass auch die vermutlich über 100 Millionen Christen im kommunistischen China nach einer Phase leichter Öffnung wieder verstärkt unter Verfolgung zu leiden hätten.

So seien etwa in der Küstenprovinz Zhejiang über 2000 Kreuze auf Kirchen demontiert und einige Gotteshäuser sogar ganz zerstört wurden. Immer wieder komme es vor, dass Kleriker verhaftet und festgehalten würden, um sie auf die staatliche Religionspolitik einzuschwören.

Alle diese Schlaglichter ließen laut John Pontifex ein bedrückendes Resümee zu: „Christen werden stärker verfolgt als jede andere Glaubensgrupp; immer mehr Menschen erleben schlimmste Formen der Diskriminierung und Gewalt.“

Weitere Informationen sowie die komplette Studie finden Sie hier.

Quelle und vollständiger Text der CNA-Nachrichtenagentur hier: https://de.catholicnewsagency.com/story/ein-grauel-ohne-ende-weltweite-christenverfolgung-auf-historischem-hochststand-2451

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IGFM: China betreibt größtes Lagersystem der Welt und ermöglicht Verbrechen Nordkoreas

Pressekonferenz in Frankfurt mit Opfern und Experten

„China bietet sich als Partner des Westens an und muss daher unmissverständlich in die Pflicht genommen werden. Nordkorea ist wirtschaftlich völlig von China abhängig. Ohne die Unterstützung aus Peking wäre das Schreckensregime in dieser Form gar nicht möglich“, erklärt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM):

„Moralische Skrupel hat die seit 1949 allein herrschende Kommunistische Partei Chinas offenbar nicht. Sie betreibt selbst das größte Arbeitslagersystem der Welt, verfolgt ethnische und religiöse Minderheiten und erdrosselt jede Initiative für Menschen- und Bürgerrechte“, kritisiert Pressesprecher M. Lessenthin.

Auf einer Pressekonferenz in Frankfurt berichteten Vertreter von Tibetern, Uiguren, Mongolen und der buddhistischen Meditationsschule Falun Gong über zunehmende Verfolgung, willkürliche Haft und systematische Folter durch das Regime in Peking. Der Staat versuche planmäßig, die Kultur von Tibetern, Mongolen und anderern Minderheiten zu zerstören.

Doch auch den Han-chinesischen Bürgern verweigert die chinesische Regierung elementare Menschenrechte und hält sie mit einem großen Polizei- und Geheimdienstapparat gefügig. Die kommunistische Diktatur unterhält noch immer das größte Zwangsarbeitslagersystem der Welt.

Zum sogenannten „Laogai“-Komplex gehören rund 1000 Lager, die inzwischen aber oft nicht mehr so genannt werden. Nach Angaben der IGFM zwingen die chinesischen Behörden nach verschiedenen Schätzungen zwischen drei und sieben Millionen Menschen darin zur Zwangsarbeit bei gleichzeitiger Indoktrination – sieben Tage die Woche, zum Teil bis zu 18 Stunden am Tag. Folter und Gewalt, ungenügende Versorgung mit Wasser und Nahrungsmitteln, Schlafentzug und die Verweigerung medizinischer Versorgung gehören zum Alltag vieler Gefangener.

Bürger werden „administrativ“ zu Arbeitssklaven

Trotz einiger „kosmetischer“ Änderungen können Polizeidienststellen nach Angaben der IGFM ohne Richter und Anwälte mißliebige Bürger „administrativ“ für bis zu vier Jahre in Zwangsarbeitslager einweisen – ohne Anklage, ohne Gerichtsverfahren und ohne eine Möglichkeit zur Verteidigung oder Berufung.

Selbst die international bejubelte Abschaffung der Administrativhaft und der berüchtigten Laojiao-Arbeitslager im Jahr 2013 sei „Etikettenschwindel“. Viele Lager seien einfach in „Drogenrehabilitationszentren“ umbenannt worden. Folter sei zwar in der Verfassung verboten, werde aber systematisch gegen Andersdenkende eingesetzt.

Anders als es die chinesische Regierung darstellt, sind nicht nur Kriminelle und Drogenabhängige Opfer des Lagersystems, sondern auch politisch Andersdenkende. Dazu gehören nach Angaben der IGFM z. B. Angehörige von unterdrückten Minderheiten, wie Tibetern und Uiguren, Anhänger von religiösen Gruppen wie der buddhistischen Meditationsschule Falun Gong oder Mitglieder einiger evangelischer Hausgemeinden, Gewerkschaftsaktivisten, Chinesen, die Petitionen einreichen, Bürgerrechtler und Aktivisten der chinesischen Demokratiebewegung.

Deportation und Ausbeutung von Nordkoreanern

Die IGFM weist außerdem darauf hin, dass eines der grausamsten Flüchtlingsprobleme Asiens mit einem einzigen Federstrich in Peking gelöst werden könnte. Denn China deportiert tausende Flüchtlinge aus Nordkorea zurück in ihre Heimat, direkt in die Hölle der dortigen Lager – obwohl das demokratische Südkorea jeden dieser Flüchtlinge aufnehmen würde.

Die genaue Zahl der nordkoreanischen Flüchtlinge ist unbekannt, es handelt sich um ca. vierzig bis fünfzigtausend Menschen. Rund 80 Prozent von ihnen sind Frauen. Viele von ihnen werden von Menschenhändlern aufgegriffen, in Bordellen unter sklavenartigen Bedingungen ausgebeutet oder als Ehefrauen verkauft.

Da in China eine große Zahl von Mädchen vor der Geburt abgetrieben wird, herrscht ein Mangel an Frauen. Die Nordkoreanerinnen erhalten nicht die geringste Unterstützung durch die Behörden – im Gegenteil. Frauen, die zwangsverheiratet oder in ein Bordell verkauft wurden, leben in der ständigen Furcht, an die chinesischen Behörden ausgeliefert und nach Nordkorea abgeschoben zu werden.

Verstoß gegen Genfer Flüchtlingskonvention

Mit der Abschiebung nordkoreanischer Flüchtlinge in ihr Herkunftsland bricht China völkerrechtlich bindende Verträge. China ratifizierte beide Abkommen der Genfer Flüchtlingskonvention aus den Jahren 1951 und 1967. Artikel 33 (1) der Konvention von 1951 – der sog. Non-Refoulement Grundsatz – besagt: „Keiner der vertragschließenden Staaten wird einen Flüchtling auf irgendeine Weise über die Grenzen von Gebieten ausweisen oder zurückweisen, in denen sein Leben oder seine Freiheit (…) bedroht sein würde.”

Zudem heißt es: „Als Teil des Folterverbots des Völkergewohnheitsrechts, das den Rang von zwingendem Recht (jus cogens) erlangt hat, ist das Verbot von Refoulement bei einer solchen Gefahr für alle Staaten bindend, auch für jene, die den einschlägigen Verträgen noch nicht beigetreten sind.“ [UN-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR): Leitlinien zur Auslieferung und zum Internationalen Flüchtlingsschutz.]

Die UN-Untersuchungskommission hatte am 17. Februar 2014 festgestellt, dass Nordkorea systematisch „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ gegen die eigene Bevölkerung einsetzt und „dringend“ zum sofortigen Handeln aufgerufen. Doch von seiner Schutzmacht China und von der Europäischen Union seien bisher Konsequenzen ausgeblieben, beklagt die IGFM. China schützt weiterhin das brutale Regime von Kim Yong-un.

Hintergrund Tibet:
Am 7. Oktober 1950 marschierte Chinas „Volksbefreiungsarmee“ in den Nachbarstaat Tibet ein und setzte bis 1959 schrittweise die Souveränität Tibets außer Kraft. Im März 1959 schlugen Maos Truppen Proteste der Tibeter blutig nieder, nachdem diese gegen die chinesische Gewaltherrschaft und den Verlust ihrer Souveränität demonstriert hatten. Nach Ende der Militäraktion waren schätzungsweise 80.000 Tote auf tibetischer Seite zu beklagen.

Es folgten Jahrzehnte des Terrors, der bis heute anhält. Während der Kulturrevolution von 1966 bis etwa 1976 litt Tibet besonders hart: Bis zu 90 Prozent aller religiösen Einrichtungen wurden zerstört, sehr viele tibetische Mönche hingerichtet oder misshandelt.

Weitere Infos zu China: www.menschenrechte.de/china


China: Menschenrechtsanwalt Gao Zhisheng von kommunistischen Behörden verschleppt

Einer der international bekanntesten Menschenrechtsverteidiger Chinas, der christliche Anwalt Gao Zhisheng, ist von den kommunistischen Behörden verschleppt worden.

Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, stand Gao seit dem 7. August 2014 unter einem streng abgeschirmten Arrest in seinem Haus im zentralchinesischen Xi’an. Gao Zhisheng hatte sich als Rechtsanwalt für Opfer von Folter, Enteignungen und für Angehörige der in China grausam verfolgten Meditationsschule Falun Gong eingesetzt.

Für sein menschenrechtliches Engagement wurde Gao von den chinesischen Behörden vielfach willkürlich gefangen gehalten. Er war mehrere Male in der Haft „verschwunden“ und überlebte monatelange Folter. Die IGFM fürchtet um das Leben des Menschenrechtsverteidigers und appelliert an Außenminister Sigmar Gabriel, sich für seine Sicherheit einzusetzen.

Prominiente Unterstützung:
Gao hat für seinen Einsatz für Menschenrechte international prominente Unterstützung. Die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller hat sich auf der Frankfurter Buchmesse für seine Freilassung eingesetzt und sich an einer IGFM-Unterschriftenaktion für Gao beteiligt. Der frühere DDR-Bürgerrechtler und stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, MdB Arnold Vaatz, und der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, MdEP Rainer Wieland (CDU), engagieren sich im Rahmen des IGFM-Programms für politische Patenschaften für diesen Menschenrechtsverteidiger.

Weitere Infos zu Menschenrechten in China: www.igfm.de/china


Unionsfraktion zum Nordkorea-Konflikt: China kommt eine Schlüsselrolle zu

Die kommunistische Diktatur in Nordkorea baut ihr völkerrechtswidriges Nuklear- und Raketenprogramm immer weiter aus. Zugleich hat Machthaber Kim Jong-un mit einem Angriff auf US-Territorium gedroht. Hierzu erklärt der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt:

„Ganz offenkundig macht das Terrorregime in Pjöngjang – ungeachtet der desolaten Versorgungslage der eigenen Bevölkerung – Fortschritte beim Ausbau seines Nuklear- und Raketenprogramms. Dies ist nicht nur ein eklatanter Bruch internationalen Rechts, sondern stellt auch eine immer größere Gefahr für den Weltfrieden dar.

Damit wächst die Gefahr sowohl für die unmittelbaren Nachbarn Südkorea und Japan als auch für die USA. 

Denn die Drohungen, die das Regime in Pjöngjang in den vergangenen Tagen ausgesprochen hat, richten sich ausdrücklich an die USA. Sie haben inzwischen eine neue Qualität erreicht und stellen eine unerträgliche Provokation dar.

Umso wichtiger ist es, dass sich die internationale Staatengemeinschaft Nordkorea entschlossen und geschlossen entgegenstellt.

Im Bemühen, Nordkorea von dem aktuellen, hochgefährlichen Irrweg abzubringen, kommt Peking mit seinen besonderen Beziehungen zu Pjöngjang eine Schlüsselrolle zu. Es war ein wichtiges Signal, dass China den jüngsten, einstimmig gefassten Sicherheitsratsbeschluss der UNO zur Ausweitung der Sanktionen mitgetragen hat.

Auch China muss dieses Sanktionsregime in die Tat umsetzen, um dadurch den Druck auf Nordkorea noch einmal deutlich zu erhöhen. Selbst China kann kein Interesse an einem nuklear hochgerüsteten Nordkorea haben.

Gleichwohl ist es angesichts der tatsächlich gestiegenen Bedrohung weder geschickt noch hilfreich, wenn sich US-Präsident Trump rhetorisch in die von Kim Jong-un provozierte Eskalationsspirale begibt. In dieser angespannten Situation sollten alle einen kühlen Kopf bewahren.“


Genom-Editierung am menschlichen Embryo: Das Tor für eine neue Technik ist geöffnet

Von Dr. med. Edith Breburda

Wir haben eine neue Technik, welche uns die Möglichkeit bietet, krankhafte Gene in Mensch, Tieren und Pflanzen gegen gesunde „einzutauschen“.  

Mit der sog. CRISPR/cas9 werden lebende Zellen und Organismen editiert, was uns ermöglicht, Krankheiten zu heilen oder neue Pflanzen auf den Markt zu bringen. Es ist ein Verfahren, welches DNA-Bausteine im Erbgut einfach und präzise verändern kann.

Die Frage ist aber: Sollen wir alles tun dürfen, wozu wir in der Lage sind? Und wo sind die Grenzen bzw. wer überwacht die Anwendung moderner Biotechnologien?

Keiner würde es abwegig finden, wenn Floristen aus markttechnischen Gründen eine Blume in einer anderen Farbe als der natürlichen anbieten wollen.

Auch wenn Europa genetisch modifizierten Organismen skeptisch gegenüber steht, ermöglicht uns die Gentechnik, ein Produkt auf den Markt zu bringen, das sich nicht reproduzieren kann und somit nicht in die freie Natur entweicht.

Wissenschaftler ließen im Juli 2017 die erste blaue transgene Chrysantheme erblühen. Wirklich blau blühende Blumen kommen sehr selten in der Natur vor.

Botaniker haben durch das Einfügen zweier Gene ein Novum geschaffen. „Das ist ein großer Erfolg“, sagt Toru Nakayama, ein Pflanzen-Biochemiker von der Tohoku-Universität in Sendai, Japan: „Es gibt sehr populäre Blumen, sie haben nur ein Manko, sie existieren nicht in der blauen Farbe. Jetzt müssen wir die Blumen nicht mehr künstlich verfärben.“

Die königliche Horticultural-Gesellschaft bestätigt die Seltenheit der Farbe. Oft denken wir, eine Blume ist blau, aber in Wirklichkeit ist sie violett. Viele Gärtner und Floristen verlangen nach einer blauen Blume: „Eine blaue Rose gibt es bis jetzt noch nicht. Seit langem haben wir versucht, sie zu erschaffen, aber wir waren erfolglos“, sagt Dr. Thomas Colquhoun, von der Universität Florida in Gainsville.

Um diese Farbe zu erzeugen, muss man viele chemische Schritte unternehmen. Man erzielte keinen Erfolg, indem man einfach nur Pigment Gene aus anderen Pflanzen inserierte.

Dr. Nanobu Noda, Pflanzenbiologe der Nationalen Agrikultur und Food Research Organisation in Tsukuba, Japan, hatte dennoch Erfolg. Er inserierte ein Gen der bläulichen Canterbury Bell Blume in das Genom der Chrysantheme, was sie violett erschienen ließ. Um die Zucker-Moleküle der Anthocyanin-Derivate, die bei einer Blume für die Farbe verantwortlich sind, weiterhin zu manipulieren, nahm man eine blaublühende Erbse aus der Gattung der Schmetterlingsblütler. Dies zwei Gene reichten aus, den besten Blauton zu erreichen.

„Es war mehr Glück“, erklärt Dr. Colquhoun, gegenüber dem ScienceMagazin: „Zumindest haben wir nun den Bauplan, um diese Farbe herzustellen – und das ist ein Erfolg.“ (1)

Geht es nicht immer um den Bauplan? Besonders dann, wenn wir erbkranken Eltern zu einem gesunden Kind verhelfen wollen?

Im Jahr 2015 publizierten chinesische Wissenschaftler, dass sie zum ersten Mal einen menschlichen Embryo genetisch manipuliert haben. Seitdem warteten viele auf Verlautbarungen aus den USA, hierzu ebenfalls in der Lage zu sein.

Die Amerikanische Fachzeitung MIT Technology Review verkündete in der Nacht vom 26. Juli 2017, dass die USA einen Schritt weiter gekommen sind, eine Genom-Editierung im menschlichen Embryos durchzuführen.

Der Embryologe Dr. Shoukhart Mitalipov von der Health und Science Universität in Portland, USA, berichtet jedoch nicht über die Probleme, welche eine Gen-Insertion mit sich bringen.

Bei allen vorhergehenden Versuchen wurde das Gen nicht komplett im menschlichen Genom inseriert und zudem fand man es an einer Stelle, wo man es eigentlich gar nicht haben wollte. Ob Mitalipov diese Hürden überwinden konnte, ist nicht klar. Es handelt sich um ein Papier, welches noch nicht veröffentlicht wurde. Deshalb enthielt sich der Forscher eines Kommentares.

„Wenn es ein zum Druck akzeptierter Artikel in die Schlagzeilen der Medien schafft, ist das ein gewaltiger Schritt in die Richtung, dass diese Methode recht bald klinisch eingesetzt werden kann“, sagt Jeffrey Kahn von der Hopkins-Universität in Baltimore, Maryland. Der Professor ist ein Mitglied der US-Nationalen-Akademie der Wissenschaften und der Nationalen–Medizin-Akademie in Washington, D.C./USA.

„In ganz wenigen Fällen ist eine Genomeditierung am menschlichen Embryo ethisch erlaubt“, hieß es in einer Verlautbarung Anfang 2017.

Für die im Jahr 2015 stattgefundenen Versuche wurden Embryos benutzt, die nicht lebensfähig waren. Man tauschte ein Gen, welches für die seltene Blutkrankheit beta-Thalassemia verantwortlich ist, gegen ein gesundes aus. Allerdings waren die Ergebnisse alles andere als das, was sich die Wissenschaftler vorstellten. Anstatt des neuen Gens fand man nun gesunde und kranke Gene an der Stelle, wo man sie einsetzte. Aber nicht nur dort, manchmal waren sie ganz woanders im menschlichen Genom gefunden worden (2).

Wissenschaftler der Universität in Guangzhou berichteten Anfang März 2017, die „Nebeneffekte“ der Geninserierung beseitigt zu haben. Trotzdem zeigten einige das gehabte Bild, was man auch Mosaicism nennt. Sie benutzten lebensfähige humanen Embryonen, wobei keines der so „geheilten“ Embryos in den Uterus einer Frau eingepflanzt wurde.

US-Forscher, die mit der Arbeit von Mitalipov vertraut sind, gaben an, zehn Embryos ohne Mosaicism „hergestellt“ zu haben. Sie manipulierten das Genom gleich nach seiner künstlichen Befruchtung, solange sich der Embryo noch im Einzellstadium befand. Ob Mitalipov die gleiche Methode benutzte, ist nicht bekannt. Zumindest bekamen diese Forscher keine Regierungsgelder. Der US-amerikanische Kongress verbietet es, Steuergelder für Forschungszwecke zu benutzen, bei denen menschliche Embryos zerstört werden.

Chinesische Forscher zweifeln wegen der Bildung von Mosaicism mittlerweile daran, ob die CRISPR-Methode für die Gen-Inserierung die richtige ist, um „gesunde“ Babys zu erzeugen.

„Es ist trotzdem bemerkenswert, dass wir nun wissen, wie wir vorgehen müssen und Embryos im Einzellstadium für bestmögliche Erfolge “behandeln“ sollten. Zum Einsatz kommt die Methode wahrscheinlich nicht so schnell“, erklärt Dr. Michael Werner, Direktor der Alliance für Regenerative Medizin. 2015 behauptete er noch: „Von einem Editieren von Erbgut ist wegen Ethischen- und Sicherheitsgründen Abstand zu nehmen.“

„Doch auch jetzt haben wir noch lange nicht die Sicherheitshürden überwunden“, fügt er nun hinzu.

Die US-Nationale-Akademie der Wissenschaften versichert: „Viele Erbkrankheiten werden von vornherein ausgeschaltet, weil der Mutter nur erbgesunde Embryos eingepflanzt werden. Eine Genomeditierung ist nur dann ethisch gerechtfertigt, wenn es der einzige Weg für ein Ehepaar ist, ihr eigenes Kind zu bekommen.“

Die Versuche mit humanen Embryos wurden demnach zu dem alleinigen Zweck unternommen, eine Methode der Geneditierung in menschlichen Keimbahnzellen zu evaluieren. Es handelt sich um einen irreversiblen Schritt. Alle Nachkommen des so entstandenen Kindes werden dieses neu inserierte Gen weitervererben. Man ist sich dessen bewusst, deshalb pocht man –  wie Dr. Michael Werner –  so auf die „Sicherheit der Methode“.

China, wo die ersten Versuche 2015 stattfanden, unterliegt dem Diktat eines ethischen Relativismus. Diese Haltung teilen auch viele Universitäten in einer demokratischen Rechtsordnung; sie sehen Moral als relativ an. Nur die Absicht oder die Umstände rechtfertigen das jeweilige Handeln.

Um erbkranken Eltern durch moderne Reproduktionsmedizin zu helfen, nimmt man in Kauf, hunderte andere Embryos dafür zu töten.

Wenn ethische Entscheidungen auf Emotionen aufbauen, gibt es keine Tabus mehr. Stattdessen öffnen wir Tor und Tür für eine Forschung, die auf Kosten der Umwelt und unserer Mitmenschen betrieben wird und rechtfertigen dies mit Wettbewerbsfähigkeit und Innovation

Doch der US-Kongress hat es der Amerikanischen Food und Drug Administration  –  was unserer Arzneimittel-Behörde entspricht  –  verboten, klinische Studien über Genomeditierten an humanen Embryos auch nur zu begutachten (3).

Literatur:
1) Pennisi E.: Scientists genetically engineer the world’s first blue chrysanthemum. Science, 26. 7. 2017
2) Breburda E.: Reproduktive Freiheit, free for what? ISBN 13: 978-0692447260, ISBN-10: 0692447261 Scivias, 2015
3) Servick K.: First U.S. team to gene-edit human embryos revealed. Science, 27. 7. 2017

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA.

Dr. Edith Breburda’s Buch “Felix the Shrine Cat (siehe blaues Titelfoto) wurde am 23. Juni 2017 von der Catholic Press Association der USA und Kanda als drittbestes bookcoverimageKinder-/Teenager-Buch ausgezeichnet. Rezensionen hier: https://www.amazon.com/Felix-Shrine-Cat-Edith-Breburda/dp/0692772057/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1493171747&sr=8-1&keywords=felix+the+shrine+cat
Die deutsche Ausgabe „Felix der Wallfahrtskater“ ist 2008 beim FE-Verlag erschienen (http://www.fe-medien.de/Felix-der-Wallfahrtskater) und auch als Kindle E-Book erhältlich.

Ediths Buch-Neuerscheinung REPRODUKTIVE FREIHEIT: https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/20/neuerscheinungbuch-empfehlung-reproduktive-freiheit-von-dr-edith-breburda/

Dieses sachkundige und zugleich verständliche Buch “Reproduktive Freiheit” (viele bioethische und aktuelle Themen) kann portofrei für 22,30 Euro bei uns bezogen werden: felizitas.kueble@web.de (Tel. 0251-616768)

Weiterführende Literatur, Artikel und Bücher von Dr. Edith Breburda: http://scivias-publisher.blogspot.com/p/blog-page.html

 


Vergessenes Drama: China deportiert Flüchtlinge aus Nordkorea zurück in die Hölle

Während die Migranten an den Grenzen Europas in den Blick der Öffentlichkeit gelangen, sind andere Flüchtlingsdramen ausgeblendet.

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) weist darauf hin, dass eines der grausamsten Flüchtlingsprobleme Asiens mit einem einzigen Federstrich in Peking gelöst werden könnte:

Das kommunistisch regierte China deportiert tausende Flüchtlinge aus dem radikal-kommunistischen Nordkorea zurück in ihre Heimat, „direkt in die Hölle der dortigen Lager“  –  obwohl das demokratische Südkorea jeden dieser Flüchtlinge aufnehmen würde, erklärt IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin (siehe Foto).

Wie die IGFM berichtet, ist die genaue Zahl der nordkoreanischen Flüchtlinge unbekannt, es handelt sich um ca. 40.000  – 50.000 Menschen. Rund 80 Prozent von ihnen sind Frauen. Viele von ihnen werden von Menschenhändlern aufgegriffen, in Bordellen unter sklavenartigen Bedingungen ausgebeutet oder als Ehefrauen verkauft.

Da in der China eine große Zahl von Mädchen vor der Geburt abgetrieben wird, herrscht ein Mangel an Frauen. Die Nordkoreanerinnen erhalten nicht die geringste Unterstützung durch die kommunistischen Behörden in China  – im Gegenteil:

Wer ‚illegale‘ Nordkoreaner unterstützt, muss mit sehr hohen Geldstrafen rechnen. Diejenigen, die Flüchtlinge bei der Staatsmacht denunzieren, werden belohnt. Frauen, die zwangsverheiratet oder in ein Bordell verkauft wurden, leben in der ständigen Furcht, an die chinesischen Behörden ausgeliefert und nach Nordkorea abgeschoben zu werden.

Rot-China bricht Völkerrecht

Mit der Abschiebung nordkoreanischer Flüchtlinge in ihr Herkunftsland bricht China völkerrechtlich bindende Verträge. China ratifizierte beide Abkommen der Genfer Flüchtlingskonvention aus den Jahren 1951 und 1967. Artikel 33 (1) der Konvention von 1951 – der sog. Non-Refoulement Grundsatz – besagt:

„Keiner der vertragsschließenden Staaten wird einen Flüchtling auf irgendeine Weise über die Grenzen von Gebieten ausweisen oder zurückweisen, in denen sein Leben oder seine Freiheit (…) bedroht sein würde.” 

In Nordkorea werden über 150.000 Menschen in Lagern willkürlich als Arbeitssklaven gefangen gehalten. Flüchtlinge berichten von Folter, Vergewaltigungen und öffentlichen Hinrichtungen. Die meisten der Gefangenen sterben bereits, bevor sie das 50ste Lebensjahr erreicht haben an den Folgen von chronischem Hunger und Überarbeitung.

In Nordkorea sind sechs außerordentlich große Hauptlager bekannt, daneben etwa 200 kleinere Nebenlager und andere Strafeinrichtungen. Die exakte Zahl der Häftlinge ist unbekannt, die Schätzungen der Vereinten Nationen und anderer Institutionen schwanken zwischen 154.000 und 250.000 Menschen, die aus nichtigen Gründen – oder völlig ohne Grund – ein Sklavendasein fristen. Manche sind in Haft, weil Vorfahren von ihnen aus Südkorea stammten, andere, weil Familienangehörige nach China geflohen sind.

Weitere Infos: http://www.igfm.de/nordkorea


„Reporter ohne Grenzen“ appelliert an Merkel wg. Menschenrechtsproblemen in China

Vor dem Treffen des chinesischen Präsidenten Xi Jinping mit Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert Reporter ohne Grenzen an die Bundeskanzlerin, sich öffentlich für die Freilassung inhaftierter Journalisten und die Ausreise des schwerkranken Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo einzusetzen.

Unter Xi hat die Unterdrückung unabhängiger Journalisten und Blogger erschreckende Ausmaße angenommen. Mindestens 103 Medienschaffende sitzen derzeit wegen ihrer Arbeit in Haft. Merkel wird Xi noch vor Beginn des G20-Gipfels am Freitag zu Gesprächen empfangen.

„Bei den Gesprächen zwischen Xi Jinping und Angela Merkel darf es nicht nur um wirtschafts-, umwelt- und sicherheitspolitische Themen gehen“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. „Dass Dissidenten wie Liu Xiaobo und Gao Yu trotz ihres ernsten Gesundheitszustands die Ausreise verweigert wird, zeigt, wie gnadenlos die chinesische Regierung mit Kritikern umgeht. Bundeskanzlerin Merkel muss sich öffentlich für ihre Ausreise und die Freilassung der in China inhaftierten Journalisten einsetzen.“

Der seit Ende 2008 inhaftierte chinesische Bürgerrechtler Liu Xiaobo leidet an Leberkrebs im Endstadium. Nach der Diagnose im Mai gewährten ihm die chinesischen Behörden „Bewährung aus medizinischen Gründen“.

Der 61-Jährige wurde vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen und zur Behandlung in ein Krankenhaus in der nordöstlichen Stadt Shenyang verlegt. Sein Zustand hat sich jedoch nicht verbessert. Bisher wurde Liu weder operiert noch konnte er mit der notwendigen Chemotherapie beginnen.

Trotz seines Gesundheitszustands verweigern die chinesischen Behörden Liu und seiner Frau Liu Xia die Ausreise zur medizinischen Behandlung im Ausland. Laut Lius Anwalt hatten beide beantragt, ins Ausland zu gehen.

In einem gemeinsamen Brief mit der Internationalen Journalisten-Föderation sowie Freedom House fordert Reporter ohne Grenzen Xi Jinping, den Ministerpräsident Li Keqiang und den Präsident des Obersten Volksgerichtshofs auf, Liu und seiner Frau aus humanitären Gründen die Ausreise zu genehmigen. Liu Xia steht seit 2010 unter Hausarrest und leidet aufgrund der Isolation und Schikanen durch die Behörden an Depressionen.

FORTSETZUNG der Meldung hier: https://www.reporter-ohne-grenzen.de/presse/pressemitteilungen/meldung/merkel-muss-freilassung-von-journalisten-fordern/