Wachsende Überforderung unserer Lehrer: Grundschulpädagogik in der Krise

Von Christa Meves

Die Zahl der Entwicklungsstörungen von Kindern zwischen 5 bis 7 Jahren stieg hierzulande in den vergangenen 10 Jahren um 26,5 % an. Mehr als 82 % der diagnostizierten Entwicklungsstörungen betreffen die Sprech- und Sprachentwicklung, gefolgt von Störungen der motorischen Entwicklung. 2017 wurde bei 41,3 % der 5 bis 7-jährigen Jungen und 27,9 % der Mädchen eine Entwicklungsstörung diagnostiziert (1).

Solche Zahlen als Ergebnis jüngerer Studien scheinen in ihrer Abstraktheit in unserem Leben wenig Neues zu bedeuten. An solche Abwärtsentwicklungen sind wir längst gewöhnt. Sie begannen sukzessiv in den letzten drei Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts.

„Schließlich sind ja immer noch gesunde Kinder vorhanden, immer noch besteht in allen Ländern ein Schulbetrieb“, meinen schulferne Beschwichtiger.

Aber hoppla: allerdings mit immer mehr Kindern in einer Klasse, weil immer weniger junge Menschen den Lehrerberuf ergreifen. Dürfen wir das alles  – gleichsam zurückgelehnt – weiter so hinnehmen?

Wenn man Kontakte mit Grundschullehrern hat, lässt sich feststellen, dass in deren Augen nicht selten eine bedenkliche Resignation, ein Entmachtet-Sein aufscheint, offenbar weil sie wenig Aussicht haben, dem Bildungsauftrag der Behörde, für den sie ausgebildet wurden, gerecht zu werden. 

Eine ältere Lehrerin berichtete mir, dass sie einst mit Begeisterung und mit Erfolg in Grundschulen gearbeitet habe, dass sie nun aber mit den Klassen des letzten Jahrzehnts selbst das Hauptziel, die Beherrschung der Grundlagen: Lesen, Schreiben und Rechnen bis zum Alter von 10 Jahren, immer seltener habe erreichen können:

„Seit die antiautoritäre Erziehung den Tenor der Schulpläne beherrschte, wurde es bald schwieriger, allein nur den Lärmpegel in der Klasse so zu senken, dass man mit einer gewissen Konzentration der meisten Kinder rechnen konnte. Wir Lehrer verloren einfach unsere vorher vorhandene Autorität, und damit vervielfältigte sich die Unaufmerksamkeit der Schüler. Die Kinder steckten sich damit gegenseitig geradezu an, und damit schoss die Undiszipliniertheit immer mehr in die Höhe. Und diese für ein Lernklima ungute Situation hat sich jetzt noch in dramatischer Weise verschärft.

Jetzt wird es nun auch noch durch die Migration immer schwerer, dass die Kinder direkte Anweisungen überhaupt noch befolgen: ‚Bitte schreibt die Worte, die ich Euch an die Tafel schrieb, jetzt noch einmal in Eure Hefte‘, ordnete ich jüngst in einer Klasse mit Drittklässlern an. Da sprang ein Mädchen auf und rief laut: ‚Das machen wir nicht!‘ Sie erreichte damit, dass fünf weitere muslimische Schülerinnen hochsprangen, während die anderen die Stifte fallen ließen.

Ich holte die Aufrührerin nach vorn und sagte freundlich zu ihr – sie war erst vor kurzem der Klasse hinzugefügt worden: ‚Aber jetzt bist du hier in unserer Schule und da muss man tun, was der Lehrer sagt.‘ Daraufhin erwiderte sie: ‚Mein Vater hat gesagt, ich soll nicht etwas abschreiben, was die Lehrerin auf die Tafel schreibt.‘

In der Klasse war inzwischen eine allgemeine Unruhe entstanden. Einige hatten ihre Butterbrote herausgeholt, andere für den Heimweg ihren Rucksack schon geschlossen, und ich schaffte es nicht, dass dieser schlichte Lernversuch zur Durchführung kam.“

Und die Lehrerin fuhr fort:

„Das ist nur ein einziges Beispiel einer allgemeinen Situation der Wehr- und Hilflosigkeit von uns Lehrern. Ich habe meinen Elan, meine Freude am Beruf verloren. Werde ich die letzten fünf Jahre bis zur Pensionierung noch durchhalten können, zumal die Belastung mich weitgehend schlaflos macht und meine Magenprobleme immer häufiger werden? Ich muss nun wohl doch einen Antrag auf vorgezogene Entlassung aus dem Schuldienst stellen.“

Trauer, tiefe Trauer stand während dieses Berichts in den Augen der bewähren Grundschullehrerin.

Ganz ohne Frage ist durch den Zustrom der Migranten eine Verschärfung der ohnehin höchst bedenklichen Lage in der Schulpädagogik entstanden.

Aber wie die jüngsten Zahlen einmal mehr belegen, sind die neuen Probleme lediglich ein Zusatz in einer allgemein schwer bedenklichen Situation.

Die so häufig gewordene motorische Unruhe, heute als ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) benannt, ist lediglich eine der Schwierigkeiten, die es der heutigen Kindergeneration fast sogar schon verunmöglicht, per Schule in die Kultur des jeweiligen Landes hineinzuwachsen und in ihr heimisch zu werden.

Die Erstsymptome der Verhaltensstörungen lassen immer weniger Kinder aus. Ablenkbarkeit und trotzige Selbstbehauptung steigern sich zu Widersetzlichkeit und Aggressivität. Inversive Symptome wie Nägelkauen, Haarereißen, Zähneknirschen und Einnässen, orale Symptome wie Nasch- und Stehlsucht sind mittlerweile in einem erschreckenden Ausmaß im Grundschulalter vorhanden.

Weil bei diesen Kindern in ihrem Umfeld offenbar ein gesundes Wachstum von Seele und Geist  –  meist durch Unwissenheit der Erwachsenen – oft schon im Kleinkindalter behindert worden ist, sind sie gekennzeichnet durch ein wirres, aus dem seelischen Defizit herausquellendes Suchen nach dem Richtigen, ohne zu wissen, was sie suchen.

Doch sie suchen allemal das Nest, in dem sie sich geschützt entfalten können, und die Bedingung dafür ist, dass die für den jeweiligen Nachwuchs Verantwortlichen gemeinsam dafür so lange auf dem Posten stehen, bis die Sprößlinge „flugfähig“ sind!

Was für einen Zustand haben wir stattdessen jetzt? Jetzt brauchen wir in der Tat in später Stunde einen Jona, der in dieses Ninive geht und ruft: „Es sind noch 40 Tage, dann wird Ninive untergehen!“ (2)

Seit vollen 50 Jahren ließ sich diese Entwicklung voraussagen, weil sich einmal mehr eine schon beschädigte Gesellschaft anmaßte, sie könnte sich nun ganz einem neuen Zeitgeist verschreiben, der allein zu wissen meint, was gut und was böse ist, und der vorgibt, das mithilfe von Grenzenlosigkeiten des eigenen Verhaltens erreichen zu können.

Wenn dabei aber unumstößliche Naturordnung missachtet wird, so geht das schief – auf der ganzen Linie! Aus der Geschichte schon lässt sich das lernen.

Wie einst bei Ninive kann uns nun nur noch Umkehr und Aufbruch der Bevölkerung sowie das Erbamen Gottes mit all den Eltern, die auch heute immer noch das Beste für ihre Kinder wollen, aus dieser Fäulnis heraushelfen.

Anmerkungen:
(1) Newsletter des Vereins VFA: 2/2019
(2) Die Bibel: Jona 3,4

Unsere Autorin Christa Meves ist Psychotherapteurin für Kinder/Jugendliche und bekannte Bestseller-Autorin; sie leitet den Verein „Verantwortung für die Familie“, bei dem sich online weitere Infos und Artikel finden: http://www.vfa-ev.de/newsl.htm

 


KITA-FREI ist die Zukunft der Familie

Von Christa Meves

Ein neues Blümchen wagt sich neuerdings in Deutschland aus der Verbannung: Es gibt hierzulande eine Pflanzenart, die sich mit einem kräftigen Stängelchen und neuen Knospen hervorwagt: „Kitafrei“ heißt das Pflänzchen, und es hat folgende Aufgabe: Junge Mütter schließen sich zusammen und wollen ihre Babys und Kleinkinder in eigener Regie erziehen – eben kitafrei.

Sie nehmen die lange Latte der wissenschaftlichen Ergebnisse ernst, durch die längst herausgefunden wurde, dass die meisten Ursachen seelischer oder auch psychosomatischer Krankheit im Erwachsenenalter in der frühen Kindheit liegen. Erfahrene Kindertherapeuten zogen daraus den Schluss: Das Unaufgebbarste, das Allernotwendigste für ein neugeborenes Kind ist eine langjährige Phase der Nähe zu seiner leiblichen Mutter.

Ich rief deshalb bereits seit 1970 die Gefahr der frühen Trennung zwischen Mutter und Kind in die Öffentlichkeit hinein; denn das ließ sich erkennen, nachdem es ähnlich wie im Osten auch im Westen immer mehr zur Gepflogenheit wurde, dass die jungen Mütter rasch wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehrten.

Aber das Unruhigwerden der Kinder, die Gegebenheit, dass sie heute nun in immer größerer Quantität seelische Störungen entwickeln, ließ sich in der Praxis schon bald konstatieren, führte aber in der Öffentlichkeit zu nichts weiter als dazu, dass die Psychologie auf der Universität zu einem überlaufenen Massenfach wurde und die Bürgermeister nur Geld bekamen, wenn sie Kitas einrichteten.

Und viele, viele andere Maßnahmen, die diese berechtigte natürliche Vorstellung der jungen Mütter, ihre Babys und Kleinkinder selbst zu betreuen, immer mehr untergruben, öffneten einem unglücklich machenden Trend Tür und Tor.

Dabei hatten wir in unserem Freundeskreis, der seit 1981 regelmäßig Tagungen, meist auf der Burg Rothenfels, durchführte und ab 1996 zum Verein Verantwortung für die Familie aufgestockt worden war – sogar bereits unter dem Titel „Mutter als Beruf“ eine Resolution zur realistischen Gestaltung einer neuen Familienform im industriellen Zeitalter als ein neues Lebensmodell für junge Familien ausgearbeitet und 1986 ans Bundespräsidialamt nach Bonn und im Jahr 2002 sogar mit fast 10.000 Unterschriften – allerdings abermals gänzlich erfolglos – dem Familienministerium in Berlin übermittelt.

Denn jetzt, nach der Wende und der Übernahme der Regierungsverantwortung durch Gerhard Schröder (SPD), zeichnete es sich ab, dass mit der„Lufthoheit über den Kinderbetten“ (Olaf Scholz) eine Kollektivierung der Kinder von der Geburt ab angepeilt wurde. Aber die bereits vorliegenden wissenschaftlichen Ergebnisse über die Schwächung der jungen Generation nach kommunistischem Modell hatten in der Sowjetunion doch längst ergeben, dass das ein Untergangsmodell ist.

In dieser Resolution gaben wir aber nicht nur unserer großen Sorge über die neue Gefahr Ausdruck, sondern machten einen Vorschlag, wie auf dem Boden eines gesunderhaltenden Erziehungsmodells der Niedergang aufgehalten und mit einigen gesunden gesellschaftlichen Maßnahmen zum Positiven gewendet werden könnte. Das legten wir in einem 12-Punkte-Programm auf wissenschaftlicher entwicklungspsychologischer Basis dar.

Die wichtigsten fünf Vorschläge der Veränderungen in der Familienpolitik sollen jetzt hier noch einmal aufgeführt werden:

1) Frauen – besonders junge Mädchen und jung Verheiratete – bekommen die Möglichkeit, sich für einen neuen Beruf ausbilden zu lassen, wenn sie schwanger werden. Sie können, sobald ihre Schwangerschaft ärztlich festgestellt worden ist, in eine spezifische Berufsausbildung „Mutter als Beruf“ eintreten, die mit einem Zertifikat abschließt.

2) Nach der Geburt des Kindes erhält die Mutter den Anspruch auf ein Gehalt samt Rentenanspruch, die beide mit der Zahl der Kinder aufgestockt werden.

3) Wird das jüngste Kind 14 Jahre alt, kann sich die Mutter zur Ausbildungsleiterin für junge Mütter und andere entsprechende soziale Tätigkeiten ausbilden lassen. Analog können sie sich als Großmütter betätigen, z. B. als Adoptivgroßmutter in jungen kinderreichen Familien. Auch der Weg zu anderen Ausbildungen kann dann natürlich eingeschlagen werden, ja, bei den Bewerbungen dazu sollte „Mutter als Beruf“ ein Qualitätsmerkmal sein.

4) Zur Entlastung junger Mütter mit mehreren Kindern wird ein „Freiwilliges Familienjahr“ entsprechend dem Freiwilligen Ökologischen oder Sozialen Jahr für junge Mädchen eingeführt. Der Nachweis des freiwilligen Familienjahres kann bei der Ausbildung zur „Mutter als Beruf“ angerechnet werden.

5) Jede Frau kann aus dieser ihrer Berufstätigkeit ausscheiden und eine andere Tätigkeit ihrer Wahl ausüben.

Diese Regelungen werden die Gesellschaft qualitativ vorwärtsbringen, die Bevölkerungsimplosion aufhalten und unser Land aus der Existenzkrise herausholen.

Die Kosten sind langfristig (erst recht kurzfristig) niedriger als die Kosten, die die flächendeckende Errichtung und der Betrieb von Krippen verursachen, und sie können einer weiteren Überlastung des Gesundheitswesens entgegenwirken. Da das Familien-Modell psychisch intakte, handlungs- und demokratiefähige Menschen hervorzubringen verspricht, ist es, wenn man Zukunft des christlichen Abendlandes will, alternativlos und bedeutet eine fundamentale Einsparung.

Wir haben nicht mehr viel Zeit. Die Zahl der Eltern, die sich gegen den Trend wehren, beginnt unter dem Druck der Öffentlichkeit zu klein zu werden, obgleich es doch noch heute eine ganze Anzahl tapferer Eltern gibt. Sie bringen oft große Opfer, um ihre Kinder allein und mithilfe der Familie großzuziehen. Und das hat sich natürlich fast regelmäßig mit allerbesten Ergebnissen im Erwachsenenalter ausgezahlt. (Einmal wieder befanden sich in meiner Weihnachtspost eine Vielzahl von Berichten darüber – mit Fotos von Müttern und Vätern, die ihr Glück mit diesen erwachsenen Söhnen und Töchtern ausstrahlten.)

Für die Mitglieder der neuen Bewegung „Kitafrei“ werden sich ebenfalls solche Prognosen erstellen lassen.

Zwar sind den Familien – durch die Politik der Regierung – in den vergangenen 20 Jahren immer mehr erschwerende Knüppel zwischen die Beine geworfen worden, und doch ist der neu zusammengeschlossene Widerstand heute – trotz später Stunde – eine neue Hoffnung. Denn grundsätzlich hat die Wahrheit, die in der Schöpfung unseres Gottes ruht, einmal mehr den längeren Atem vor der Lüge mit all ihren so bitter traurigen Resultaten gezeigt.

Die Bestseller-Autorin Christa Meves leitet den Verein „Verantwortung für die Familie“, bei dem sich online weitere Infos und Artikel finden: http://www.vfa-ev.de/newsl.htm

 


Warum eine Legalisierung von Cannabis unverantwortlich wäre

Von Christa Meves

In Bezug auf die Drogenpolitik müssen wir hierzulande mit einer neuen Etappe rechnen; denn so lässt es sich aus den USA vernehmen: Hier ist eine neue breitflächige Bemühung um die Legalisierung von Cannabis virulent geworden.  

Mit der Begründung, dass Cannabis sich angeblich als Mittel gegen Schmerzen bewährt habe, wird die totale Freigabe der Droge angestrebt. Diese positive Begründung prescht dabei mit einem Argument vor, das offenbar bewusst auf Täuschung beruht.

Ungeschminkt gehen sogar die Investoren der Wallstreet auf diese Argumentation ein – und sie werden offenbar unterstützt von einer Gruppierung von Milliardären, die ihre Gelder zur Verfügung stellen, um der Legalisierung das positive Gewicht in der Bevölkerung zu verleihen.

Dabei wird keineswegs damit zurückgehalten, dass man das Aufblühen einer Cannabisindustrie zu einem neuen lukrativen Wirtschaftszweig zu machen sucht. Der Milliardär Soros – längst berüchtigt, mit seinen kapitalistischen Impulsen, Strippen zu ziehen – stehe auch bei dieser neuen Akzentuierung an der Spitze (1).

Hier bei uns ist die Politik bereits seit einigen Jahren dabei, der angeblichen Heilpflanze Cannabis zu unkontrolliertem Aufblühen zu verhelfen. Ja, in Norddeutschland ist schon 2018 eine große Ernte in den von der Regierung zugelassenen Feldern eingebracht worden und selbst der extrem trockene Sommer habe diesen Pflanzen angeblich nicht geschadet, so heißt es in den Berichten. (2).

Wie in den USA hat auch bei uns der Cannabis-Konsum als gerauchtes Hasch seit 1969 kontinuierlich und seit dem Jahr 2000 sogar in erschreckender Weise zugenommen.

Wie selbstmörderisch die Tendenz in dieser Entwicklung ist, darüber lässt sich als psychotherapeutische Fachfrau nur ein weiteres trauriges Zeugnis ablegen.

Hierzulande ist es nicht selten, dass – bereits von der 12-Jährigkeit ab – Kinder und Jugendliche sich gegenseitig mit Hasch eindecken und in ihren Gruppen gemeinsam konsumieren. Bisweilen entsteht dann bald das Bedürfnis, die gehobene Stimmung, in welche die Kinder sich versetzt fühlen, erneut zu erleben. Durch die Bemühungen darum driften sie dann in den ständigen Genuss der Droge ab.

Oft bleibt diese Gegebenheit den Eltern unbekannt, sodass ein spätes Eingreifen es ihnen nicht mehr ermöglicht, ihrem Sohn oder ihrer Tochter herauszuhelfen. Sie bleiben bis ins Erwachsenenalter hinein davon abhängig. Manche gehen natürlich dann total in die Sucht, bleiben aber selten bei dieser Droge, sondern gehen zum Gebrauch stärkerer Rauschmittel über…

In der Öffentlichkeit sind Gefahren dieser Art niemals mit der nötigen Intensität diskutiert worden. Von Anfang bis Ende lautete grundsätzlich der Trend: Diese Droge diene durchaus einer harmlosen und deshalb begrüßenswerten modernen Steigerung der Lebensqualität.

Aber das ist ein verhängnisvoller Irrtum, wenn nicht gar Verführung: In zunehmendem Maße lässt sich immer häufiger registrieren, dass per Brief, Mail oder Telefon folgender Hilfeschrei auftaucht: „Ich bekomme jetzt immer wieder Panikattacken, ohne dass dafür ein äußerer Anlass besteht.“ – Und es wird beschrieben: „Ich fange an zu zittern, mein Herz rast, ich starre auf eine wie unwirkliche Umwelt.“

Je öfter diese Zustände in Erscheinung treten, umso länger dauern sie. Ein junger Mann schildert ungeschminkt, dass er durch diese Attacken seine Ausbildung habe abbrechen müssen. Er habe nicht mehr die nötige Konzentrationsfähigkeit gehabt. Und erst auf eine Rückfrage hin ergibt sich, dass der junge Mann seit seinem 15. Lebensjahr regelmäßig – gemeinsam mit seinem Freund – Hasch konsumiert.

Solche Erfahrungen sind keineswegs einzigartig. Spätestens nach einem Jahrzehnt von Hasch-Konsum treten die negativen Folgen meist direkt hervor: Die Leistungsfähigkeit, ja, schon die Motivation dazu sinkt kontinuierlich ab. Ein lebenserhaltender Job muss immer wieder gewechselt werden, Eltern und Großeltern haben ihre Subventionen längst eingestellt, weil sie das Ausbleiben von Ausbildungserfolgen zum Verzagen gebracht hat.

Regelmäßig pflegen die Beziehungen von den Hasch-Konsumenten zu scheitern, weil es nicht betroffenen Freundinnen oder Freunden nicht gelingt, den Abhängigen von seinem Konsum abzuhalten. Sogar das verzweifelte Selbsterkennen und die Überweisung in Fachkliniken, in denen Heilungsmöglichkeiten angeboten werden, führt nur selten langfristig aus diesem Elendszustand heraus.

Wie bei allen anderen Abhängigkeiten dieser Art findet über kurz oder lang in einer Belastungssituation doch ein Rückfall statt. Dieser macht dem verzweifelten Kampf gegen die Abhängigkeit dann ein Ende. Danach tritt Resignation ein und damit ein Aufgeben des Versuchs, die Haschsucht doch noch loszuwerden.

Nicht selten geschieht sogar Schlimmeres: nämlich sich aus Existenznot am Drogenhandel mit dunklen Wegen nach Holland zu beteiligen. Endphase ist in solchen Fällen das Gefängnis; denn zumindest die Wiederholungstat wird hierzulande immerhin noch meist in dieser Weise geahndet.

Wie herausfinden aus diesem Elend?

Ich habe meinen Kampf gegen dieses maßlos große Unglück bereits 1970 mit der Frage begonnen: „Woher dann all die Engel nehmen, die sich eines solchen gescheiterten Menschen annehmen?“ (4)

Wie es z. B. eine in unserem ECCM ausgebildete Sozialarbeiterin, Sonja Fritzsch, tat und dann sogar ihren Kampf mit Büchern dokumentierte. Eins davon trägt den Titel: „Tränen der Mütter“. Aber auch sie hat diese zum Teil sogar erfolgreiche Arbeit allein in dem Wissen leisten können, dass bei solchen Teufeleien nur durch des HERRN Hilfe vom Abgrund weggeholt werden kann.

Das „HERR erbarme sich“ bleibt aber in endlosen Fällen vieler letztlich verführter junger Menschen heute der Weisheit letzter Schluss.

Anmerkungen: (1) Cannabis-Legalisierung- wer profitiert davon?
(2) Erste Cannabisernte in Ebersbach
(3) Cannabis verändert DNA stärker als Tabak
(4) Rauschgiftsucht hat eine lange Vorgeschichte. In: MEVES,Ch.: Wunschtraum und Wirklichkeit, Freiburg 1972

Unsere Autorin Christa Meves ist Psychatherapeutin und Bestseller-Autorin; sie leitet den Verein „Verantwortung für die Familie“, bei dem sich online weitere Infos und Artikel finden: http://www.vfa-ev.de/newsl.htm

CANNABIS-Information der DROGEN-Beauftragten der Bundesregierung: https://www.drogenbeauftragte.de/presse/pressekontakt-und-mitteilungen/2016/2016-2-quatarl/aktuelle-who-studie-zum-thema-cannabiskonsum.html?L=0


Der Hang zum Massenmenschen zeigt sich auch in der Mode immer wieder

Von Christa Meves

Der Begriff Herde wird in der Zoologie in Bezug auf Gruppierungen von Säugetieren, Fischen und Vögeln vielfältig verwendet, um die Struktur dieser Zusammenschlüsse zwecks vermehrtem Existenzerhalt zu beschreiben.

Seit dem Erscheinen des  Standardwerkes von Gustave Le Bon „Die Psychologie der Massen“ wird der Begriff der Herde, des Rudels sowohl in der Soziologie als auch in der Psychologie als eine Triebfeder verstanden, die in Resten auch noch auf die Spezies Mensch zutrifft.

Der Ausdruck wird verwendet, um die Lenkbarkeit von Massen zu verdeutlichen. Das ist erkannt und allgemein anerkannt und soll in diesem kleinen Impuls nicht ausführlich wiederholt werden, sondern lediglich zwecks Bewusstseinserhellung auf dieser Grundlage aufgebaut werden.

Ich möchte stattdessen hier nur ein kleines Beispiel dafür bringen, dass die Realität einer Massenbeeinflussung dieser Art in vielen Einzelbereichen unserer Alltagsmentalität wirksam ist. Dafür habe ich ein Detail unserer Frauenmode als Beleg ausgewählt:

Die Mode gehört ohnehin in unserer Zeit zu einer jener weltlichen Mächte, die unversehens als Götze an die Stelle einer Orientierung am allmächtigen Gott geraten ist. Z. B. ist seit mehr als 40 Jahren  die Hose für Frauen ein voll anerkanntes Bekleidungsstück mit der Ausgestaltung einer außerordentlich variablen Vielfalt, gekrönt von den weltweit zu tragenden Blue Jeans. Ob der Mensch kurz oder lang, ob dick oder dünn, ob alt oder jung ist – wer Anerkennung in der Gruppe erwartet, hat sich mit diesem jakobinerhaften Kleidungsstück anzufreunden.

Heute haben die Jeans ihre Kronenstellung in der Frauenmode allerdings hinter sich.

Seit kurzer Zeit erscheint nämlich stattdessen neu der Rock als das einst allgemein übliche Bekleidungsstück für Frauen – der Mottenkiste enthoben – als einfarbiges Kleid in der Szenerie und ist bereits zur ungeschriebenen Massenvorschrift avanciert.

Ohne Rücksicht auf die körperlichen Unterschiedlichkeiten und der zunehmenden Schwierigkeit auch von Frauen, dem Zwang zu jugendlicher Schlankheit lebenslänglich nachzukommen, fühlen sich die Frauen  genötigt, sich in aller Unbewusstheit nun nach diesem ungeschriebenen Bekleidungsdiktat auszurichten, wenn Sie sich als topfit empfinden wollen.

BILDER: Frauen können auch ohne großen Ausschnitt schick aussehen – hier eine Rednerin beim „Tag der Heimat“ in Münster – unten die Präsidentin von Estland (ebenfalls bei einem Vortrag in Münster)

Neuerdings muss ein voller Busen unter  einem stramm sitzenden Stoff erahnbar sein. Dieses Oberteil hat in eine Wespentaille einzumünden, was immer seltener ohne künstliche ärztliche Saugaktionen zu schaffen ist. Voller Busen, dadurch in machtvoller Präsentation verstärkt, erweist sich als Unabdingbarkeit einer modischen weiblichen Identität, um sich gesellschaftlicher Anerkennung hinreichend gewiss zu fühlen.

Damit nicht genug: Ein enger, kurzer Saum hat jetzt zwar unter knappem Stoff  weitere  anziehende Körperteile, die Oberschenkel, erahnbar zu machen, indem er das Knie nicht bedeckt. Das führt natürlich dazu, dass in Sitzhaltung eine Verschiebung nach oben entsteht, die die Damen beim Sitzen zu streng zusammengehaltenen Oberschenkeln nötigt, was sich in den Talkshows einhellig erleben lässt.

Am erstaunlichsten erscheint es mir nun aber, dass die ungeschriebene Verpflichtung, unbedingt mit der Mode zu gehen, noch in einem längst schon installierten Massenmerkmal selbst bei dieser neuen Bekleidungsform, der Rückkehr zum Kleid, anscheinend völlig unbewusst weiter verpflichtend bleibt: dem weit geöffneten Halsausschnitt.

Dieser pflegt zwar eine erhebliche Quantität der Anwendung, aber eine wenig variable Form zu haben. Er trägt grundsätzlich die Form eines auf dem Kopf stehenden spitzen Dreiecks, das in der sichtbar werdenden Busenwölbung endet. Der auf diese Weise befreite nackte Hals hat mit ähnlicher Unabdingbarkeit präsentiert zu werden wie die entblößten Beine.

Hier herrscht bereits schon seit einigen Jahrzehnten eine merkwürdige Einheitlichkeit.

Die Designer dieses Modeartikels hatten vermutlich ein sicheres Gespür für seine beste Verkaufbarkeit. Diese hat grundsätzlich der Stimmung der Bevölkerung in der  jeweiligen Phase des Zeitgeistes zu entsprechen, sonst kommt der Artikel nicht an.

Die Erfinder dieses kultiviert und schön erscheinenden Modestücks haben  lediglich ein Gespür dafür, dass die Zeit der schamlos exhibierten sexuellen Lockungs-Methode vorüber ist. Sie brauchen auch kein biologisches Wissen über die sexuellen Auslöser, sondern eher die Erfahrung, dass zart Verhülltes diese Naturgewalt oft sogar erfolgreicher aktiviert als verderbt schamlose Präsentation…

Und zu bedenken ist heute schließlich darüber hinaus, dass feministischer Fortschritt darin besteht, nun per Gesetz Männer als Sexisten zu verklagen, die auf das Verhüllte einen Blick  (oder gar mehr?) riskieren …

Welche Wirrnis mit verschleierten Absichten wird unserer Gesellschaft in der Zukunft voller Unbewusstheit bevorstehen?

Etwa so: Die Einheitlichkeit im Halsausschnitt  ist zwar z. Zt. ungeschriebenes Gesetz bisher nur bei Frauen, ist aber in zunehmendem Maße durch Verschwinden des Schlipses und der Verschlossenheit des Kragens dahinter sogar bei fortschrittlichen Männern im Kommen.  

Wird Rilkische Befreiungssehnsucht gegen die damalige, in rigiden Normen erstarrte Gesellschaft – „Einmal wieder den Kragen offen tragen“ – heute zu einem unterschwelligen Ausdruck männlicher Unterwerfung unter das Diktat feministischer Machtvollendung?

BILD: Vor Jahrhunderten gehörte ein hochgestellter Kragen, der bis zum Kinn reichte, zur vornehmen Damenmode, doch ein freier Hals ist gesünder

Mode ist nun einmal grundsätzlich ein unbewusster Ausdruck der Massendenkungsart in der zeitbedingten Bevölkerung und  zeigt sich infolgedessen auch in einer obligatorisch zu tragenden Bekleidung. Deshalb lässt diese Form der Rückkehr zum Kleid viel Interessantes, Neues über den Weltgeist 2019 vermuten, vielleicht sogar etwas Positives, ja, sogar eine Rückkehr zu mehr Kultiviertheit erwarten?

Vor allem aber lässt sich allein schon bei Kleinigkeiten unseres Alltags erkennen, in welchem hohen Ausmaß wir unbewusst suggestibel der Vereinheitlichung durch Massentrends unterliegen. Wie stark und mächtig erweist sich also selbst in den hochzivilisierten Gesellschaften unsere Herdennatur! Wie kommt hier überall unser Überlebensbedürfnis als die Machtstruktur der Naturkräfte in uns zum Ausdruck!

Es ist das allgegenwärtige Bedürfnis nach Schutz in der Gruppe, das uns heimlich durchschlagend motiviert! Wir können keineswegs von einer „Instinktreduktion“  bei der Spezies Mensch sprechen, wie Arnold Gehlen das vor 70 Jahren kühn behauptete! Schon bei der Anpassung zum vereinheitlichten Halsausschnitt lässt sich entdecken, dass diese Annahme nicht stimmt!

Ich habe Ihnen unsere Anfälligkeit, einfach unnachdenklich im Strom mitzuschwimmen, einmal verdeutlichen wollen – damit wir uns  bereits an  diesem  so ungewichtigen Teil der Mode, z. B.  dem offenen, spitz endenden Halsausschnitt,  unserer so allgemein großen Beeinflussbarkeit bewusst werden; denn dann kann uns unsere ebenfalls mögliche, massenhafte Verführbarkeit als Gefahr ins Blickfeld kommen und uns zu nachdenklichem Widerstand dagegen anregen.

Was von  dieser vereinheitlichenden  Mode passt eigentlich zu mir  selbst – als einem Unikat unter den Milliarden Wolfs-Rudeln und Schafherden? Unsere persönliche Eigenart zu entfalten – das sollte unser Weg und unser Ziel zu ausgereiftem Menschsein werden, meine ich. Im Grunde ist diese Erkenntnis uralt. Wir finden die Auseinandersetzung mit unserer Schafherde-Natur z. B. ausführlich bei Jesus Christus  im Johannesevangelium:

„Ich bin die Tür der Schafe… Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie (meine Schafe) das Leben haben … Ich bin der gute Hirte“ (Joh 10, 7-11).

 


Findet das christliche Abendland zurück zur Schöpfungsordnung Gottes?

Von Christa Meves

Weihnachten 2018 hat seine Tore geöffnet und es scheint, als würde sich die Festlichkeit hierzulande in gewohnter Weise vollziehen: als das übliche Sing- und Schenkfest mit Tannenbaum und Kerzen, mit viel gebratenem Fleisch, pünktlichen Gottesdiensten und Zusammentreffen der Familien, nicht allein in den noch heilen, sondern sogar auch in den zerbrochenen, mit Hin- und Herpendeln der Kinder.

Für mich persönlich schließt sich mit dem kommenden Jahreswechsel fast das 93. Lebensjahr zu. Mit einem erleichterten Seufzer hoffe ich, am Jahresende zu konstatieren, dass das christliche Abendland auch in diesem Jahr offenbar noch nicht total hat zerbrechen müssen, obgleich sich bei wachem Bewusstsein feststellen lässt, dass wir hierzulande immerhin seit mindestens 80 Jahren wie über einem Abgrund zu hängen scheinen.

Was rettete uns bisher? Die kleine Schar der Märtyrer des Hitlerreiches oder Menschen in versteckten Positionen auch, die die Situation bewusst wahrnahmen, die wachten und um Erbarmen hinaufflehten? Gibt es solche Bewahrer der Wahrheit auch heute noch?

Können wir auch im Hintergrund dieses Weihnachtsfestes 2018 solche Hoffnungen haben?

Ja, davon habe ich mich in den letzten Monaten in zunehmendem Maße überzeugen können; denn im öffentlichen Trend ist eine beachtliche Beunruhigung darüber entstanden, ob die Wegrichtung unserer Republik in den vergangenen 40 Jahren richtig und damit zukunftsträchtig gewesen ist. 

Es war nämlich in dieser Zeit in den Wohlstandsländern des Westens ein ständiges Anwachsen der Verstöße gegen Gottes Schöpfungsordnung erfolgt. Daraus resultierte zunächst ein Anwachsen der Gefahr, einerseits persönlich in ungute Situationen zu geraten. Und das geschah andererseits in einer solchen Häufigkeit, dass daraus eine allgemeine Schwächung der Strukturen entstand.

Ja, mehr noch: Daraus erwuchs eine Art geistiger Bewusstseinsminderung, eine allgemeine kurzsichtige Unnachdenklichkeit. Die  Entfesselung der Sexualität z. B., dieses zweitmächtigsten Motors unserer Biologie, hatte eine Entstabilisierung der Ehen, der Familien und damit des Halts der Kinder  zur Folge gehabt. Schulischer Niveauverlust in der jungen Generation z. B.  lässt sich statistisch im Völkervergleich dadurch für Deutschland bereits seit Jahrzehnten ausmachen.

Auch lässt sich öffentlich nun wirklich nicht mehr verschweigen, dass wir hierzulande einen Geburtenschwund zu konstatieren haben, sodass mindestens dadurch generell ein Überleben in der Zukunft infrage gestellt wird.

Doch so hoffnungslos wie im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts ist die Situation am Ende dieses Jahres nicht mehr gegeben; denn die Bevölkerung ist dabei, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen.

Und ein Wunder ist entstanden. Immer weniger Bürger sind heute noch bereit, sich in der Politik mit kleinen Änderungen in den Details zufriedenzugeben. Ein Ahnen geht durch die Bevölkerung, dass eine Richtungsänderung von der Tiefe her geschehen muss.

Wo ist Rettung in Aussicht? Ist sie womöglich bereits in der Stille im Wachsen?

Denn eine generelle Umkehr müsste immerhin doch von einer geistigen Einstellungsänderung her ausgehen und zu der Erkenntnis aufblühen, dass wir Menschen allesamt keineswegs autonom sind, sondern an Gottes Band, dass also jeder von uns bei seinen Entscheidungen hinauffragen sollte, ob sie mit Gottes Schöpfungsordnung und mit seinem Willen übereinstimmen.

Anregung dazu lässt sich z. B. in einigen christlichen Printmedien, vorbildlich etwa in der katholischen Tagespost und in der evangelikalen IDEA entdecken. Darüber hinaus gibt es hierzulande z. B. fünf betont christliche Sendestationen: Radio Horeb, EWTN, K-TV im katholischen Bereich, Bibel-TV und ERF im evangelischen Spektrum.

Ich habe im vergangenen Jahr – gezwungen durch meine schwach werdenden, das Lesen und Schreiben behindernden Augen – voller Staunen die Gelegenheit gehabt, beglückt zu erfahren, was hier abseits vom großen Mainstream  für eine durchschlagende Überzeugungsarbeit geleistet wird.

Wie kann das gelingen? Ist doch das Christentum und seine Bibel im modischen Trend so vielfältig herabgewürdigt worden. Und wie sehr gehört es zum Trend,  solche unverständlich erscheinenden Bereiche zum alten Eisen zu werfen!

Anders in diesen christlichen Institutionen: Die Redakteure, die Moderatoren, die zu Vorträgen Eingeladenen stehen hier in einer neuen Phalanx, die diese Crew unversehens wirksam macht; denn die sich hier Einsetzenden sind von der eigenen Erkenntnis über den Sinn  des Menschenlebens begeistert überzeugt und die Gefahr, die Verbindung mit ihrem Schöpfer zu verlieren, treibt sie um.

Sie sind je nach Temperament verhalten bis unverblümt emotional davon durchdrungen, die frohe Botschaft der neu zum Licht gebrachten Wahrheit der irrenden Menschheit heute vermitteln zu müssen und das auch zu können –  getragen von der eigenen Sicherheit ihrer Erfahrung. Dadurch werden die Aussagen lebendig und wirksam.

Neu kommt in ihren leuchtenden Augen das Erfülltsein vom Geist der Dankbarkeit für das eigene beschützte und geliebte Lebensgeschenk durch den Schöpfer zum Ausdruck. Das schlägt auf die Zuschauenden und Zuhörenden durch und wird sogar als Anbetung in aufsprießenden Gebetshäusern sichtbar.

Hier wächst die Tiefe einer Weihnachtsstimmung, die der Düsternis unserer internationalen Situation den notwendigen Widerstand und für uns alle neue Hoffnung bietet.

Christa Meves ist Bestseller-Autorin und Psychotherapeutin für Kinder/Jugendliche; sie leitet den Verein „Verantwortung für die Familie“, der weitere Infos und Artikel bietet: http://www.vfa-ev.de/newsl.htm

 


Seelische Hintergründe der Magersucht

Von Christa Meves

Nachdem man im europäischen Westen fast 50 Jahre mit einer zunächst gänzlich unerkannten Epidemie gelebt hat, sind nun im Göttinger Forschungsinstitut für Ernährungspsychologie statistische Zahlen in die Öffentlichkeit gebracht worden:

Die sog. Anorexia nervosa, eine meist chronisch werdende Essstörung, hat bis heute mit bedrängenden Zahlen immer weiter zugenommen. In 10 Prozent der eruierten Fälle verläuft diese Krankheit durch Verhungern sogar tödlich. In den Fällen, in denen die Störung in Kliniken behandelt wurde, stieg ihre Zahl vom Jahr 2000 von 5363 hierzulande bis 2015 auf 8079 Fälle – das ist ein Plus von über 50 Prozent!

Dabei ist es wichtig, sich ins Bewusstsein zu rufen, dass es sich dabei wirklich um eine reale Sucht handelt. In einer unendlich quälerischen Weise vergällt die Verhaltensstörung den Befallenen –  es handelt sich dabei in 90 Prozent der Fälle um weibliche Wesen  –  alle Lebensfreude und im fortgeschrittenen Status sogar alle Lebensfähigkeit.

Da es für ein normales Umfeld sehr schwer verständlich ist, dass ausgerechnet in den Wohlstandsländern bisher normal aufgewachsene Frauen sich eine derart rigorose Nahrungsverweigerung zumuten, gibt es regelmäßig mit den Personen im Umfeld sich fortgesetzt steigernde Probleme.

Dabei wird verkannt, dass die Erkrankte eben in eine Suchtfalle geraten ist, eine Falle, die ihr ein klares Bewusstsein über die Gefahr, die Nahrungsaufnahme rigoros zu kontrollieren, raubt; denn der freie Wille, dem normalen Hunger nachzugehen, ist ihr abhandengekommen. 

Am Anfang handelt es sich darum, dass es dringlich ist abzunehmen, weil die Verunsicherte meint, eine so unzureichende Figur zu haben, dass das ihren Selbstwert geradezu unerträglich beeinträchtigt. Nach dem Entschluss zur Nahrungseinschränkung wird infolgedessen die Waage zum quälerischen Marterinstrument.

Zeigt sie ab jetzt im fast täglichen Gebrauch ein Abweichen vom Plan, indem sie so etwas wie einen Ausschlag zur Gewichtssteigerung zeigt, stellen sich in zunehmenden Maße Panikattacken ein. Angst beginnt dann das Verhalten – vor allem von jungen Mädchen – zu bestimmen. Eine gesteigerte seelische Empfindlichkeit lässt Verzweiflung und Wut gegen die Menschen im Umfeld das Ergebnis sein.

Die neue Statistik hat einen Richtwert von acht Jahren ermittelt, bis dieser Elendszustand dazu führt, dass gegen den Widerstand der Kranken von den Angehörigen fachliche Hilfe in Anspruch genommen werden kann. Aber dann ist durch das chronische Hungern längst ein partieller Realitätsverlust eingetreten: Die Erkrankte hat den Eindruck, in einer unerträglichen Weise übergewichtig zu sein, obgleich ihr die Haut schlaff zwischen den Rippen hängt.

Aber längst vorher sollten bei besorgten Eltern, bei denen diese Mädchen fast immer zu sein pflegen, die Alarmglocken läuten. Wenn ihre Tochter lediglich während der gesamten Familienmahlzeit an einem Rapunzelblatt herumstochert, nachdem sie zuvor die Familie mit lukullischen Kalorien bekocht hatte, ist es höchst wichtig, dass eine speziell ausgebildete Fachkraft aufgesucht wird; denn dieser Fortgang muss durchbrochen werden. Der Erfolg therapeutischer Hilfe mindert sich nämlich in dem Maße, wie sich die Sucht verselbstständigt hat und der Betroffenen die Möglichkeit zu Klarsicht und zur Revision schon verloren gegangen ist.

Meine praktische Arbeit als Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin hat mich im Fall von magersüchtigen Mädchen zu der Erkenntnis geführt, dass die Ursache einer solchen rigorosen Nahrungseinschränkung eine verzweiflungsvolle seelische Ursache hat.

Auf jeden Fall ist diese Erkrankte mit sich selbst in einer ihr unerträglichen Weise unzufrieden, und da sie in normalen Verhältnissen aufgewachsen ist, besitzt sie sogar meist die vitale Kraft, sich grundsätzlich gegen ihr Unliebsames zur Wehr setzen zu können. Und dieses Sich-selbst-minderwertig-Fühlen hat keineswegs nur oberflächliche Ursachen.

Bei gründlicher Analyse zeigt sich nur allzu häufig, dass die Grundlage für diese überstrenge Verurteilung ihrer selbst in einer Prägung während der Kleinkinderzeit verursacht worden ist. Z. B. kommt dabei berechtigte Angst, allein sein zu müssen, besonders im Dunkeln, mit der Empfindung, nun total verlassen zu sein, als eine Einprägung in das sich entfaltende Stammhirn infrage.

Und dabei entsteht das dumpfe, andauernde Gefühl, doch nicht so geliebt und so gehalten zu sein, wie der Mensch das nötig hat, um sich zufrieden zu fühlen. So sucht sich die Betroffene mit einer frühkindlichen seelischen Verwundung unbewusst eine andere Möglichkeit, um ihr Selbstwertgefühl zu stärken, um sich mit sich zufrieden zu fühlen.   

Auf diese Weise kann sie auf den gefährlichen Weg geraten, dies über das Bemühen erreichen zu wollen, die Beste im Dünnsein, die mit der besten Figur zu sein – wenn sie schon sonst nichts vorzuweisen zu haben meint.

Eine gute Fähigkeit dieser Mädchen zu Disziplin und Selbstkontrolle – oft auch ein Ergebnis bemühter, liebevoller Elternhäuser – macht es ihnen möglich, diesen destruktiven Versuch der Steigerung des Selbstwertgefühls eisern durchzuhalten. Die „Belohnung“ durch die erfolgreiche Gewichtsabnahme setzt dann das quälerische Suchtverhalten in Gang.

Aber ein solcher Zusammenhang ist dann weder dem Patienten noch seinen Eltern bekannt! Und es ist auch heute immer noch nicht als eine gefährliche Mitgift für das gesamte Leben im Bewusstsein unserer Zivilgesellschaft!

Natürlich gibt es auch andere Ursachen bei der Entstehung der Magersucht; aber ohne einen solchen Hintergrund schaffen die mit ihrer Figur unzufriedenen Mädchen, die lediglich den Wunsch haben, so schlank zu sein wie ein Model, nicht längerfristig die rigorose Dauer der Essverweigerung. Abnehmungswillige Mädchen gibt es in unserer Republik z. B. bei 50 Prozent der 18-jährigen Mädchen, ohne dass diese alle einer solchen teuflischen Sucht erliegen.

Das Augenmerk der Angehörigen sollte also auf jeden Fall zunächst auf stillem Fragen nach den seelischen Ursachen ruhen. Zeigen sich hier Anzeichen für eine tragische Minderung des fundamentalen Selbstwertgefühls, sind meiner Erfahrung nach oft sogar bei sofortigem Bemühen einfache Hilfen möglich:

Z. B. indem die Mutter ohne viel laienhaftes Einreden auf das Mädchen um das Thema herum jeden Mittag nach der Mahlzeit mit der Tochter Arm in Arm einen mit anderen Gesprächen ausgeführten halbstündigen Spaziergang macht – und das, indem sie im Bewusstsein über die tödliche Gefahr der Suchtentfaltung eine solche Gemeinsamkeit mindestens ein Jahr lang ständig durchführt.

Dieses schlichte Therapieren kann das verzweiflungsvolle Minderwertigkeitsgefühl erheblich mindern; denn der Mensch ist nun einmal von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt – und die zarten, diese oft sogar besonders intelligenten und leistungsstarken Menschen können in der Tiefe ihrer Seele einen Verzicht darauf seelisch nicht ertragen. Die Ursache der Selbstunsicherheit dieser seelischen Erkrankung hat nach meiner Erfahrung besonders in eigentlich intakten Familien damit zu tun, dass sich die Kranke im Vergleich zu anderen Geschwistern nicht genug geliebt fühlt.

Resultat: Um solchen lebenszerstörenden Entwicklungen Paroli zu bieten, brauchen wir in der Erziehung der Kinder als Grundlage zu seelischer Festigkeit die Einhaltung der natürlichen Entfaltungsbedingungen und damit im Verbund eine werthaltende, liebevolle, persönliche Begleitung.

Unsere Autorin Christa Meves aus Uelzen ist Psychotherapeutin für Kinder/Jugendliche und Bestseller-Autorin

 


Der „Gutmensch“ als Folge der 68er Revolte

Von Christa Meves

Aufklärung über den Strukturverlust des christlichen Weltbildes hierzulande, das ist der Inhalt eines neuen Buches des em. Professors der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg, Peter Gerdsen, unter dem Titel: „Das Imperium des Guten – Gutmenschen im Lichte des Neuen Testaments“. (Books on Demand, Norderstedt 2018).

Was versteht der Autor unter der Bezeichnung „Gutmensch“ – und wieso besitzt dieser ein „Imperium“?

Der Verfasser versteht darunter in schonungsloser Analyse die mehrheitliche Seelenlage vieler Menschen hierzulande. Professor Gerdsen bezeichnet diesen Menschentyp als vorrangig materialistisch und oberflächlich. Unnachdenklich halte man alles für gut, was der Zeitgeist diktiere.

Die Folge sei ein von der Technik dominiertes „kaltes Herz“. Gutmenschen halten ihre Meinungen aber unbekümmert für richtig; denn sie haben es nicht im Bewusstsein, dass sie die in der Presse vorgegebenen Trends nachplappern. Sie halten sich zwar für absolut frei, ohne es wirklich zu sein: „In ihnen lebt ein Teil einer Gruppenseele, die allen Gutmenschen gemeinsam ist.“ Aber weil sie viele sind, bilden sie gewissermaßen ein Imperium. „Gutmenschen empfinden eine globale Solidarität, die in einem die ganze Menschheit umfassenden Humanitarismus mündet.“ Daraus entstehe „Formlosigkeit, Gestaltlosigkeit und Strukturlosigkeit“ (S. 172).

Diese bedauernswerte Mitläuferei hat aber in den vergangenen 40 Jahren eine Minderung des kulturellen Niveaus zur Folge gehabt. Der Autor beschreibt, dass dieser Verlust letztlich eine lange Vorgeschichte hat, und zwar durch den schleichenden Glaubensverlust des Christentums seit dem 19. Jahrhundert unter den Nachwirkungen der Französischen Revolution.

Allerdings sei dann durch die sog. Studentenrevolte von 1968 die heutige Wirrnis manifest geworden. Auch die feministische Bewegung hält der Professor für einen Strukturauflöser: „Es ist ihr gelungen, die Tradition Ehe mit Kindern als Familie zu diskreditieren und damit zurückzudrängen. Damit einher gingen zunehmende Belastung für die Frauen und eine weitgehende Befreiung der Männer von Verantwortung. Die Folgen sind Kinderlosigkeit, Einsamkeit und Bitterkeit in weiten Teilen der Gesellschaft“ (S. 206).

Hier habe die Entfesselung der Strukturen in neomarxistischem Geist Schritt gefasst. Professor Gerdsen spricht in dieser Hinsicht von diabolischen Umtrieben mit einer Tendenz zur Lüge und Verschleierung. Sich damit zu identifizieren, das bedeute „geistiger Selbstmord“. Unter dem Einfluss der digitalen Medien bringe dieser Geist eine mangelnde Nachdenklichkeit des Menschen – eben den „Gutmenschen“ – hervor.

Um sich davon abzuheben, nimmt der Professor die Bibel, und zwar vornehmlich die Offenbarungen des Johannes als die in Bildern dargestellte Endzeit in Anspruch. Als Drache, der für den Antichristen die Strippen zieht (Offb 13), geht Diabolos – gestützt von der Mainstreampresse – z. Z. in „loderndem Zorn“ umher. Er erweist sich damit aber auch als ein Seelenvernichter.

Der Gutmensch durchschaut das nicht und verdrängt die ihn selbst angreifenden Folgen, die nun als „Burnout, Depression und Suchtkrankheiten“ in einem entsprechenden Ausmaß in Erscheinung getreten sind. Die fehlende Ausrichtung aus dem Christentum bringt dem nach „Political Correctness“ lebenden Menschen keine klare Orientierung.

Er könne so nämlich keine Distanz zu sich selbst aufbauen; denn die dem Glauben entfremdete Welt sei ja schließlich allein er selbst. Durch diesen Verlust einer tiefen, feinfühligen, natürlichen Befindlichkeit entstehe schließlich sogar eine Verdunkelung seines Bewusstseins. Dadurch wird der Mensch letztlich zu einem unfreien Wesen, indem sein Sinnen und Trachten materialisiert wird.

Diese geistige Diktatur zerstöre den Wesenskern des Menschen, sodass er auf animalisches Niveau herabsinke. Stattdessen proklamiert Gerdsen: „Die Wahrheit ist, dass der Mensch ein transzendentes Wesen ist, eine einmalige, einzigartige, ewige von Gott geschaffene geistige Individualität, die sich für die Dauer eines Lebens in einem menschlichen Leib inkarniert hat und die ihrem Schöpfer gegenüber verantwortlich ist“ (S. 141). Die Bestimmung des Menschen sei es deshalb, die Materie zu vergeistigen.

Was erwartet Peter Gerdsen mit seiner so tiefschürfenden, aus der Erfahrung gewonnenen Analyse vom Leser? Nun, gewiss nichts weniger als die Rückkehr zur Wahrheit: Die Abkehr von einer unbewussten Identifikation mit dem Lügengeist.

Die Lektüre dieses Buches lohnt sich in der Fülle all seiner Einzelheiten; denn es hält uns allen den Spiegel unserer Angefochtenheiten vor, ohne sich auf einen moralischen Thron zu setzen. Unausgesprochen, ebenso entsetzt wie bescheiden, steht zwischen den Zeilen eine Mahnung, wie sie in den oft zitierten Offenbarungen des Johannes als Motto über diesem Buch stehen könnte:

Und die Menschen „taten nicht Buße von den Werken ihrer Hände, dass sie nicht anbeteten die Dämonen und die goldenen und die silbernen und die kupfernen und die steinernen und die hölzernen Götzenbilder, die weder sehen, noch hören, noch gehen können. Und sie taten nicht Buße von ihren Mordtaten noch von ihren Zaubereien, noch von ihrer Hurerei, noch von ihren Diebstählen“ (Offb 9, 20-22).

Der weise Professor bekundet mit seinem Werk: „Christen müssen in dieser antichristlichen Zeit alle Kräfte des Glaubens und der Erkenntnis mobilisieren, um nicht unterzugehen“ (S. 39).

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