Parlamentarier Münz übt Kritik an seiner evangelischen Kirche: Zu wenig Bibeltreue!

Die zentrale Forderung „Deutschland und Europa sollen christlich bleiben“ steht im Mittelpunkt eines Interviews, das der kirchenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Volker Münz (siehe Foto), zum Jahreswechsel mit der österreichischen Vierteljahreszeitschrift „Neue Ordnung“ geführt hat.

Der Göppinger Bundestagsabgeordnete äußert auch massive Kritik an seiner evangelischen Kirchenleitung: „An meiner Kirche stört mich vor allem, dass die bibeltreue Verkündigung zu einem großen Teil einer dem Zeitgeist angepassten Auslegung der Bibel gewichen ist.“

Die AfD sieht der amtskirchen-kritische Christ als parteipolitische Alternative für konservative Bürger. So kämen insbesondere die Bewahrung des vom Grundgesetz geschützten Leitbildes der Ehe und der traditionellen Familie, der Schutz ungeborener Kinder und der Widerstand gegen alle Bestrebungen, die Abtreibungen zu einem Menschenrecht zu erklären, seinen christlich-konservativen Vorstellungen entgegen.

Darüber hinaus erwähnte Münz als begrüßenswerte Ziele die Ablehnung der Gender-Ideologie sowie die Begrenzung der Zuwanderung.

Münz, der Mitherausgeber eines kürzlich im Ares-Verlag erschienenen Buches (Titel: Rechtes Christentum? – Der Glaube im Spannungsfeld von nationaler Identität, Populismus und Humanitätsgedanken“, Ares-Verlag Graz 2018) ist, positioniert sich auch gegenüber den Gefahren einer zunehmenden Islamisierung in Deutschland und Europa.

Dazu Münz in der „Neuen Ordnung“:

„Im Gegensatz zum christlichen Verständnis, dass alle Menschen Ebenbilder Gottes sind, hat sich im Islam der Mensch Gott zu unterwerfen. Außerdem hat ein Nichtmuslim weniger Rechte als ein Muslim. Aufgrund der unterschiedlichen Menschenbilder wird die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 mit ihrem zentralen Begriff der Menschenwürde von den islamischen Staaten abgelehnt.

In der von islamischer Seite 1990 verfassten ‚Kairoer Erklärung der Menschenrechte’ werden die Menschenrechte unter dem Vorbehalt der Scharia, des islamischen Gesetzes, gestellt.“

Quellenhinweis: Das Interview ist in der Ausgabe IV/2018 der österreichischen Vierteljahreszeitschrift „Neue Ordnung“ erschienen. Ares-Verlag, Postfach 438, Hofgasse 5, A-8010 Graz. Tel.: 0043(0)316 82 16 36, Fax: 0043(0)316 836 56 12, neue-ordnung@ares-verlag.com, www.neue-ordnung.at.

Foto: Felizitas Küble


Gedenkkultur verbessern: Früheres „Fest der Beschneidung des HERRN“ wieder einführen

Die Kirche soll das Fest Jesu Beschneidung wieder in ihren Festkalender aufnehmen. Dafür wirbt der Wiener Theologe Jan-Heiner Tück in einem Artikel in der Neuen Züricher Zeitung.  

Als Sohn einer jüdischen Mutter sei Jesus beschnitten worden, jahrhundertelang habe ein Fest im liturgischen Kalender daran erinnert.

Erst die Grundordnung des Kirchenjahres nach dem Konzil habe auf den 1. Januar, an dem das Fest gefeiert wurde, das Hochfest der Gottesmutter Maria gelegt.

BILD: Die jüdisch geprägte Menorah (siebenarmiger Leuchter) in einer katholischen Kirche

Eine Wiederbelebung des Festes sei ein deutliches Zeichen gegen einen Antisemitismus, der sich im ultrarechten Spektrum sowie durch linke Stimmen und im islamischen Antisemitismus äußere.

Diese „Lücke in der kirchlichen Gedenkkultur“ solle geschlossen werden. Auch wenn in der Kirche die Taufe an die Stelle der Beschneidung getreten sei, lasse sich das Christentum von Judentum nicht ablösen.

Dr. Tück weist in dem Artikel auch auf den Besuch von Papst Franziskus in der römischen Großen Synagoge 2016 hin. Der Papst sei gefragt worden, ob er das Fest Beschneidung des HERRN nicht wieder einführen wolle, und habe geantwortet: „Eine gute Idee“.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2018-12/liturgie-fest-beschneidung-judentum-christentum-theologe.html

HINWEIS: Wir haben vor zwei Jahren den Artikel einer Gastautorin zu diesem Thema veröffentlicht und dabei ebenfalls das frühere Fest gewürdigt: https://charismatismus.wordpress.com/2017/01/01/frueher-wurde-am-neujahrstag-das-fest-der-beschneidung-des-herrn-gefeiert/


Muslimischer CDU-Politiker Ismail Tipi kritisiert „falsch verstandene Toleranz“

„In der Zeit vor Weihnachten fällt mir in den letzten Jahren immer wieder eins auf: Aus lauter falsch verstandener Toleranz und „gut gemeinter“ Rücksichtnahme driften wir immer mehr von unseren gesellschaftlichen und religiösen Werten weg. Wo soll das noch enden?

Wenn wir Weihnachtsmärkte oder das Martinsfest umbenennen, wenn in den Kindergärten und Schulen die Weihnachtsfeiern unter anderem Namen stattfinden oder sogar ganz abgesagt werden, wo ziehen wir einen Schlussstrich? Wie viel wollen wir noch ändern an unseren Traditionen, nur aus für mich unverständlicher Rücksicht auf Menschen nicht christlichen Glaubens?“, fragt sich der hessischen Landtagsabgeordnete Ismail Tipi (siehe Foto).

„Dieses für mich nicht hinzunehmende Verhalten wurde jetzt auch noch getoppt durch die Grußkarte der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz. Bei dieser vermeintlichen Weihnachtskarte hat sie das Wort „Weihnachten“ herausgelassen. Dabei sollte es doch selbstverständlich sein, dass man zu Weihnachten auch Weihnachtswünsche in die Karte schreibt und nicht nur eine gute Zeit wünscht. Ich kann das nicht nachvollziehen“, zeigt sich der hessische CDU-Landtagsabgeordnete Tipi verärgert:

„Das ist genau das, was ich nicht verstehen und akzeptieren kann. Das zählt meiner Meinung nach auch nicht mehr unter eine „Political Correctness“. Für die Muslime ist das Wort Weihnachten kein problematisches Wort. Sie stören sich weder an den Weihnachtsmärkten, noch an der Weihnachtsfeier noch an den Weihnachtsgrüßen. Vielmehr reagieren sie verwundert auf unsere angeblich „gut gemeinte“ Geste, das alles weglassen zu müssen. Auch Muslime freuen sich über Weihnachtsgrußkarten, in denen sie nette Wünsche erhalten.“

Tipi spricht dabei aus eigener Erfahrung. Auch er ist muslimischen Glaubens und verschickt und erhält gerne Weihnachtskarten:

„Jedes Jahr bekomme ich eine Vielzahl an Grußkarten zu Weihnachten geschickt und ich freue mich über jede einzelne. Manchmal werde ich auch gefragt, wie ich meine Religion mit meiner Parteimitgliedschaft vereinbaren kann. Dazu kann ich nur sagen: Ich fühle mich als muslimischer Landtagsabgeordneter sehr wohl in meiner Partei mit dem „C“ im Parteinamen. In unserer Partei gibt es viele Mitglieder muslimischen Glaubens. Keiner hat ein Problem in einer Partei aktiv zu sein, die sich christliche Werte eigen gemacht hat. Gerade das „C“ und das „D“ sind für mich das Bindende in unserer Partei.“

Der CDU-Politiker spricht aus voller Überzeugung und richtet damit auch einen Appell an die Gesellschaft:

„Täglich driften wir von unseren gesellschaftlichen und religiösen Werten weg. Das kann man in Deutschland leider seit einigen Jahren erkennen. Doch für mich ist das nicht zu tolerieren. Gerade in einer Zeit, in der wir gemeinsam gegen jegliche Art von Extremismus vorgehen müssen, ist es unsere Pflicht als Demokraten zusammenzuhalten. Dazu zähle ich alle Christen, Juden, Muslime oder Menschen anderer Religionen und alle, die friedlich in unserem Land leben wollen. Wir müssen unsere Traditionen gemeinsam leben und uns von solchen positiven Diskriminierungen fernhalten.“

Der CDU-Politiker wünscht sich vor allem, dass die falschverstandene Toleranz unter dem Deckmantel der Multi-Kulti-Romantik endlich zur Seite gelegt wird. „Ich wünsche mir, dass sich Menschen in unserem Land in Zukunft mehr mit „Grüß Gott“ begrüßen und sich gerade in dieser besinnlichen Zeit auch mit „Frohe Weihnachten“ verabschieden“, so Tipi abschließend.

Quelle: Pressemeldung des CDU-Politikers: http://www.ismail-tipi.de/aktuelles/ismail-tipi-ich-wuensche-mir-dass-wir-uns-in-zukunft-mehr-mit-gruess-g/


Israels Staatschef vom Papst empfangen

Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin ist gestern Abend zu einem Staatsbesuch in Italien und im Vatikan eingetroffen.

Heute traf er mit Papst Franziskus zusammen (siehe Foto). Er schrieb dazu auf seiner Facebook-Seite:

„Ich bin sehr aufgeregt, hier im Vatikan zu Gast zu sein, einem historischen Ort, der für das Christentum von enormer Bedeutung ist. Die Beziehungen zwischen dem Staat Israel und dem Vatikan sind sehr wichtig für beide Staaten, und ich erwarte, dass wir sie noch stärken und vertiefen werden. Ich danke sehr für den herzlichen Empfang!“

Quelle: Israelische Botschaft – Foto: ©GPO/Kobi Gideon


ARD-Auslandsreporter Schirmbeck kritisiert linke Verharmlosung des Islam

Einen unkritischen Umgang mit dem Islam hat der frühere ARD-Korrespondent in Algerien, Samuel Schirmbeck, den linksorientierten Parteien in Deutschland vorgeworfen.

Der Autor des Buches „Gefährliche Toleranz. Der fatale Umgang der Linken mit dem Islam“ meint damit SPD, Grüne und die Linkspartei.

Kritik am Christentum habe bei den Linken und den Grünen allerdings immer dazugehört. „Sobald das Wort ‚Islam‘ fällt, hört das auf“, sagte Schirmbeck dem Deutschlandfunk.

Aus seiner Sicht gibt es bei den Linken keine Kritik am Frauenbild im Islam, am Umgang mit Homosexuellen, keine Auseinandersetzung mit muslimischen Parallelgesellschaften oder der Gewaltfrage. Im Gegenteil: Sie hofierten rabiate Islamvertreter.

Wenn man kritische Fragen in Bezug auf den Islam stelle, sprächen Grüne und Linke von Rassismus: „Damit ist die Diskussion gekillt.“  

Quelle und Fortsetzung der IDEA-Meldung hier: https://www.idea.de/politik/detail/vorwurf-linke-parteien-sind-unkritisch-im-umgang-mit-dem-islam-106798.html


Der „Gutmensch“ als Folge der 68er Revolte

Von Christa Meves

Aufklärung über den Strukturverlust des christlichen Weltbildes hierzulande, das ist der Inhalt eines neuen Buches des em. Professors der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg, Peter Gerdsen, unter dem Titel: „Das Imperium des Guten – Gutmenschen im Lichte des Neuen Testaments“. (Books on Demand, Norderstedt 2018).

Was versteht der Autor unter der Bezeichnung „Gutmensch“ – und wieso besitzt dieser ein „Imperium“?

Der Verfasser versteht darunter in schonungsloser Analyse die mehrheitliche Seelenlage vieler Menschen hierzulande. Professor Gerdsen bezeichnet diesen Menschentyp als vorrangig materialistisch und oberflächlich. Unnachdenklich halte man alles für gut, was der Zeitgeist diktiere.

Die Folge sei ein von der Technik dominiertes „kaltes Herz“. Gutmenschen halten ihre Meinungen aber unbekümmert für richtig; denn sie haben es nicht im Bewusstsein, dass sie die in der Presse vorgegebenen Trends nachplappern. Sie halten sich zwar für absolut frei, ohne es wirklich zu sein: „In ihnen lebt ein Teil einer Gruppenseele, die allen Gutmenschen gemeinsam ist.“ Aber weil sie viele sind, bilden sie gewissermaßen ein Imperium. „Gutmenschen empfinden eine globale Solidarität, die in einem die ganze Menschheit umfassenden Humanitarismus mündet.“ Daraus entstehe „Formlosigkeit, Gestaltlosigkeit und Strukturlosigkeit“ (S. 172).

Diese bedauernswerte Mitläuferei hat aber in den vergangenen 40 Jahren eine Minderung des kulturellen Niveaus zur Folge gehabt. Der Autor beschreibt, dass dieser Verlust letztlich eine lange Vorgeschichte hat, und zwar durch den schleichenden Glaubensverlust des Christentums seit dem 19. Jahrhundert unter den Nachwirkungen der Französischen Revolution.

Allerdings sei dann durch die sog. Studentenrevolte von 1968 die heutige Wirrnis manifest geworden. Auch die feministische Bewegung hält der Professor für einen Strukturauflöser: „Es ist ihr gelungen, die Tradition Ehe mit Kindern als Familie zu diskreditieren und damit zurückzudrängen. Damit einher gingen zunehmende Belastung für die Frauen und eine weitgehende Befreiung der Männer von Verantwortung. Die Folgen sind Kinderlosigkeit, Einsamkeit und Bitterkeit in weiten Teilen der Gesellschaft“ (S. 206).

Hier habe die Entfesselung der Strukturen in neomarxistischem Geist Schritt gefasst. Professor Gerdsen spricht in dieser Hinsicht von diabolischen Umtrieben mit einer Tendenz zur Lüge und Verschleierung. Sich damit zu identifizieren, das bedeute „geistiger Selbstmord“. Unter dem Einfluss der digitalen Medien bringe dieser Geist eine mangelnde Nachdenklichkeit des Menschen – eben den „Gutmenschen“ – hervor.

Um sich davon abzuheben, nimmt der Professor die Bibel, und zwar vornehmlich die Offenbarungen des Johannes als die in Bildern dargestellte Endzeit in Anspruch. Als Drache, der für den Antichristen die Strippen zieht (Offb 13), geht Diabolos – gestützt von der Mainstreampresse – z. Z. in „loderndem Zorn“ umher. Er erweist sich damit aber auch als ein Seelenvernichter.

Der Gutmensch durchschaut das nicht und verdrängt die ihn selbst angreifenden Folgen, die nun als „Burnout, Depression und Suchtkrankheiten“ in einem entsprechenden Ausmaß in Erscheinung getreten sind. Die fehlende Ausrichtung aus dem Christentum bringt dem nach „Political Correctness“ lebenden Menschen keine klare Orientierung.

Er könne so nämlich keine Distanz zu sich selbst aufbauen; denn die dem Glauben entfremdete Welt sei ja schließlich allein er selbst. Durch diesen Verlust einer tiefen, feinfühligen, natürlichen Befindlichkeit entstehe schließlich sogar eine Verdunkelung seines Bewusstseins. Dadurch wird der Mensch letztlich zu einem unfreien Wesen, indem sein Sinnen und Trachten materialisiert wird.

Diese geistige Diktatur zerstöre den Wesenskern des Menschen, sodass er auf animalisches Niveau herabsinke. Stattdessen proklamiert Gerdsen: „Die Wahrheit ist, dass der Mensch ein transzendentes Wesen ist, eine einmalige, einzigartige, ewige von Gott geschaffene geistige Individualität, die sich für die Dauer eines Lebens in einem menschlichen Leib inkarniert hat und die ihrem Schöpfer gegenüber verantwortlich ist“ (S. 141). Die Bestimmung des Menschen sei es deshalb, die Materie zu vergeistigen.

Was erwartet Peter Gerdsen mit seiner so tiefschürfenden, aus der Erfahrung gewonnenen Analyse vom Leser? Nun, gewiss nichts weniger als die Rückkehr zur Wahrheit: Die Abkehr von einer unbewussten Identifikation mit dem Lügengeist.

Die Lektüre dieses Buches lohnt sich in der Fülle all seiner Einzelheiten; denn es hält uns allen den Spiegel unserer Angefochtenheiten vor, ohne sich auf einen moralischen Thron zu setzen. Unausgesprochen, ebenso entsetzt wie bescheiden, steht zwischen den Zeilen eine Mahnung, wie sie in den oft zitierten Offenbarungen des Johannes als Motto über diesem Buch stehen könnte:

Und die Menschen „taten nicht Buße von den Werken ihrer Hände, dass sie nicht anbeteten die Dämonen und die goldenen und die silbernen und die kupfernen und die steinernen und die hölzernen Götzenbilder, die weder sehen, noch hören, noch gehen können. Und sie taten nicht Buße von ihren Mordtaten noch von ihren Zaubereien, noch von ihrer Hurerei, noch von ihren Diebstählen“ (Offb 9, 20-22).

Der weise Professor bekundet mit seinem Werk: „Christen müssen in dieser antichristlichen Zeit alle Kräfte des Glaubens und der Erkenntnis mobilisieren, um nicht unterzugehen“ (S. 39).

Bestellmöglichkeit hier: https://www.bod.de/buchshop/das-imperium-des-guten-peter-gerdsen-9783746056289

 


„Christliche“ Esoterik auf Abwegen: Joe Böhe verkündet uns die „5. Dimension“

Von Felizitas Küble

Die heutige Esoterik ist weitgehend ein Spätausläufer der alten Gnosis, mit der sich schon die frühe Christenheit auseinandersetzen mußte. Gnosis bedeutet „Erkenntnis“ – und diese ist es auch, worauf ihre Anhänger besonders erpicht sind.

Aus ihrer Sicht besteht der Glaube vor allem aus höheren Einsichten und teils auch aus „Geheimlehren“ für besonders Eingeweihte. Die moralische Seite – ein sittliches Leben nach den Geboten Gottes – spielt hingegen keine nennenswerte Rolle.  

Die frühe Kirche mußte sich jahrhunderte der „gnostischen Versuchung“ erwehren, zumal diese Sonderlehre zum Teil auch im christlichen Gewande einherzog und sich bewährter religiöser Begriffe bediente.

Manche gnostische Ansicht lag nur „knapp daneben“ im Vergleich zur christlichen Anschauung – es gab also täuschende Ähnlichkeiten.

Ein Beispiel für heutige pseudo-christliche Esoterik dieses Stils bietet der Blog des Wünschelrutengängers „Joe“ (Hans-Joachim) Böhe aus Bielefeld:  http://www.joe-boehe.de/html/durchsagen_kommender_aufstieg_erde.html

Er veröffentlicht darin an ihn vermittelte „Botschaften von Gott“ – so auch vor drei Tagen (7.9.) unter dem Titel „Meine Worte sind wie ein Fels, auf dem man ohne jeden Zweifel bauen kann“.

Das freilich darf mit Fug und Recht bezweifelt werden. 

Joe Böhe läßt „Gott“ in der Ich-Form sprechen, wobei die gnostische Grundhaltung schnell zum Vorschein kommt. So habe er (Gott) die Juden dazu auserwählt, „Informationen über Liebe, Gefühle und Emotionen zu sammeln“, doch das Judentum habe „am Ende doch jämmerlich versagt“. – Ähnliches wird dann von der Christenheit behauptet.

Auch hier wird der Schwerpunkt auf eine vermeintliche „Erkenntnis“ gelegt („Informationen sammeln“) und alles stark gefühlsorientiert betrachtet, was auch dem Denken der New-Age-Bewegung entspricht, die zudem seit langem auf ein „neues Zeitalter“ hofft, das sogenannte Wassermann-Zeitalter, wodurch das „Zeitalter des Fisches“ (Christentum) abgelöst werde.

Das Christentum, so erklärt der „Gott“ des Herrn Böhe, habe seine „Aufgabenstellung“ allmählich vergessen, je „mehr Macht und Geld im Spiel war„.

Typisch esoterisch wird die Hölle geleugnet, stattdessen gibt es verschiedene Seins- und Erkenntnis-Stufen, in welchem die Menschenseelen leben:

„Die kommende Zeit wird es zeigen, wer von mir auserwählt wird und in die neue Zeit in der 5. Dimension aufsteigen darf, um dort weiter nach meinen Vorgaben ein liebevolles und erfülltes Leben zu leben. Alle anderen, die unwert sind, und meine Bedingungen nicht erfüllen, werden in ihrer alten Umgebung der jetzigen Dimension weiterleben und sich dort den zunehmenden Veränderungen der selbst produzierten verschlechternden Lebensbedingungen stellen müssen. 

Das wird kein Zuckerschlecken und vielleicht empfinden sie es, die diese Veränderungen leben müssen, doch ein wenig als die immer wieder benutzte falsche Drohung der sogenannten „Hölle“!“

In der Botschaft vom 3. September wird ein „heiliges Reich“ angekündigt, dessen „erste Stufe“ der Wechsel in die neue Zeit sei, in die „5. Dimension“. Erkennbar ist auch hier die alte gnostische Geringschätzung des menschlichen Leibes:

„Man verliert seinen Körper mit all seinen körperlichen Beschwerden und erhält als Belohnung dafür einen Kristallkörper mit der bisherigen figürlichen Darstellung und mit der Original Seele. Aber eben in einer neuen Umgebung, die emotional aufgebaut ist und da das sofort gilt, was man denkt oder machen will – soweit es die Regeln der 5. Dimension entspricht.“

Danach ist zweimal davon die Rede, es sei in jener 5. Dimension „zwingend“, nach Gottes Vorgaben „Informationen zu Liebe, Gefühle und Emotionen“ zu sammeln bzw. sein Wissen hierüber zu erweitern. Anscheinend ist dieser merkwürdige „Gott“ auf solche Auskunft seitens dieser erkenntnisgeleiteten Menschen auch direkt angewiesen: „Diese Seele, die mir mit seinen Informationen eine Bereicherung bringt, werde ich dann mit einem weiteren Aufstieg in die nächst höhere Dimension belohnen.“

Diese spirituelle Treppensteigerei endet allerdings mit der „Auflösung“ der menschlichen Seele, was wiederum an fernöstliche Religionen (Buddhismus, Hinduismus, Lamaismus) erinnert:

„Am Ende der Aufstiegskette werde ich dann die Informationen übernehmen und die Seele auflösen und sie zum meinem weißen Licht der Glückseligkeit machen.“