Die FAZ übt deutliche Kritik an der Kanzlerin : „Demonstrative Zahlenvergessenheit“

Hängt die Zukunft des Landes an einer Person?

Unter der Überschrift „Klare Linie?“ veröffentlicht die Ausgabe der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom heutigen Freitag (9.10.) einen skeptischen Artikel von Christian Geyer, wie bereits der Untertitel „Nun wissen wir, wer unsere Kanzlerin ist“ vermuten läßt.  zeitungen

Der erwähnte Beitrag beginnt mit den Worten: „Nicht der Flüchtling ist das Problem, sondern seine große Zahl. Genauer: die große Zahl, in der er nicht nur gestern kam, sondern morgen kommen wird.“

Der Autor stellt klar, daß „demonstrative Zahlenvergessenheit“ in der Flüchtlingspolitik einer Absage an die politische Vernunft gleichkomme.

Er fügt hinzu: „Genau das bringt die Leute derzeit in Rage“, denn: „Dass Angela Merkel, wie zuletzt bei „Anne Will“, die Zahlen für unwichtig erklärte, sie als „egal“ bezeichnete, stattdessen ihre autokratische Glaubensgewissheit (…) als demokratische Haltung und als Führungsqualität ausgibt – das ist das Gespenstische an der sogenannten klaren Linie der Kanzlerin.“

Auch „Wahngebilde“ haben eine „klare Linie“…

Der Verfasser schreibt sodann, daß nicht nur Prinzipienfestigkeit, sondern mitunter auch „Wahngebilde“ eine „klare Linie“ hätten. 

Christian Geyer zitiert Angela Merkel wie folgt: „Ich möchte mich an den Zahlen, an den Statistiken, die im Augenblick herumgereicht werden, jetzt gar nicht beteiligen.“

Er fügt hinzu: „Zahlen können, so versteht man die Regierungschefin, da nur unnötige Härten in die Diskussion bringen – und im Übrigen gebe es im Augenblick eher zu viele als zu wenige Zahlen.“

Der Autor schlußfolgert: „Sie, die Physikerin von Hause aus, hat sich idealistisch eingesponnen“, gefolgt von der sarkatischen Frage: “ Eine Kanzlerin auf NLP-Trip?“

Der unmißverständliche Beitrag schließt mit den Worten: „Man ist zunehmend beunruhigt, dass die Zukunft des Landes an einer Person hängen soll. Gespensterstunden häufen sich.“