IGFM fordert Schutz für bedrohte christliche Flüchtlinge vor Abschiebung

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) sieht sofortigen dringenden Handlungsbedarf für den Schutz christlicher Konvertiten (Ex-Muslime).

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) lehne „reflexhaft“ fast alle Asylanträge iranischer Konvertiten ab – mit vorgefertigten Textbausteinen und in Einzelfällen sogar ohne den Flüchtling überhaupt angehört zu haben.

Die Bescheide müssten regelmäßig gerichtlich überprüft werden. Gleichzeitig sei die Rechtsprechung vieler Verwaltungsgerichte völlig gegensätzlich. „Ob ein christlicher Konvertit eine Chance auf Asyl bekommt, hängt davon ab, welches Gericht für ihn zuständig ist. Es ist ein reines Glücksspiel. Die Rechtsstaatlichkeit ist in diesem Punkt in Deutschland ausgehöhlt“, kritisiert IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin.  

Das Bundesamt bestreitet nicht, dass christlichen Konvertiten willkürlich Gefängnis, Folter und Tod drohen, so die IGFM. Es stelle aber geradezu automatisch fast ausnahmslos die Ernsthaftigkeit eines Übertritts zum Christentum in Abrede – selbst bei Flüchtlingen, die allein aus diesem Grund in der Islamischen Republik verhaftet und gefoltert wurden. 

In vielen Fällen ist schon vor Beginn der Gerichtsverhandlung klar, dass der Asylbewerber bei der betreffenden Kammer des Verwaltungsgerichts nur eine minimale Chance auf Anerkennung hat.

Vor diesem Hintergrund fordert die IGFM ein Abschiebungsverbot nach § 60 Abs. 5 oder 7 des Aufenthaltsgesetzes – und zwar für solche getauften Konvertiten aus islamisch geprägten Ländern, denen auf der einen Seite durch ihre Konversion eine Gefahr für Leib und Leben droht und denen gleichzeitig der zuständige Seelsorger ihrer Kirchengemeinde eine aussagekräftige pfarramtliche Bescheinigung ausgestellt hat, in der die Ernsthaftigkeit ihrer Konversion und die Identitätsprägung durch den christlichen Glauben bescheinigt wird.

Auf diese Weise können nach Überzeugung der IGFM diejenigen, die nach deutschem und internationalem Recht tatsächlich Schutz verdient haben, diesen auch bekommen. Außerdem könnte so Asylmissbrauch verhindert werden.

Weitere Infos: http://www.igfm.de/iran
http://www.igfm.de/abfall-vom-islam


SELK-Pfarrer Martens beklagt BAMF-Vorurteile gegenüber christlichen Flüchtlingen

Pressemeldung der SELK (Selbständig evangelisch-lutherischen Kirche):

„Gestern saß ich wieder einmal im Verwaltungsgericht“, schreibt Dr. Gottfried Martens, Pfarrer der SELK-Dreieinigkeits-Gemeinde Berlin-Steglitz auf der Facebook-Seite seiner Gemeinde.

Pastor Martens arbeitet in seiner stark wachsenden Gemeinde schwerpunktmäßig mit Flüchtlingen:

„Woche für Woche müssen dort die unzähligen krassen Fehlentscheidungen behandelt werden, die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Bezug auf konvertierte christliche Flüchtlinge unter den Asylbewerbern getroffen hat.“

Am Ende der gestrigen Gerichtsverhandlung habe der Richter klar zu erkennen gegeben, dass er von der Ernsthaftigkeit der Konversion von Martens‘ Gemeindeglied überzeugt sei. Doch die Vertreterin des BAMF habe weiter darauf bestanden, dass der Betreffende nur aus asyltaktischen Gründen konvertiert sein könne und beantragt, die Klage abzuweisen.

Der Richter habe sie gefragt, woran sie das denn festmache, dass er es mit seinem Glauben nicht ernst meine – keine Antwort. Er habe sie dazu aufgefordert, Fragen an das Gemeindeglied zu stellen, damit sie daran deutlich machen könne, dass er es nicht ernst meine – keine Reaktion.

„Stattdessen stellte sie nur eine Frage an mich: Wie viel Geld müssen Ihre Gemeindeglieder an die Gemeinde zahlen?“, schildert Martens; dies sei der Horizont derer, die im BAMF über die Abschiebung von konvertierten Christen in ihr Heimatland zu entscheiden hätten: „Konvertierte Christen sind nur von den Kirchen rekrutiert worden, damit diese sich an ihnen finanziell bereichern. Und dafür sind dann Kirchenvertreter entsprechend auch bereit, das BAMF und die Gerichte zu belügen …“, schlussfolgert Martens mit Ironie.

Pfr. Martens konstatiert am Ende seines Eintrags, dass es glücklicherweise auch andere Erfahrungen gebe: „Wie gut, dass es immer noch einige Richter gibt, die sich diesem Treiben von Politik und BAMF entgegenstellen!“


Warum werben deutsche Bischöfe für den Islam, statt sich stärker mit den verfolgten Christen zu solidarisieren?

Von Dr. David Berger

Deutsche Bischöfe der katholischen Kirche treten derzeit in den Medien als energische Fürsprecher einer Verbreitung des Islam in Deutschland auf. Eine gefährlichepressefotoberger11 Naivität treibt sie dabei um. Denn weltkirchlich gesehen fallen diese Bischöfe mit ihrer Islamophilie den Juden, den Glaubensbrüdern im Mittleren Osten und auch Christen, die in deutschen Asylheimen häufig schwersten Verfolgungen durch Muslime ausgesetzt sind, aufs übelste in den Rücken.

Demjenigen, der es noch nicht mitbekommen hat, muss man erst einmal deutlich machen, dass es sich nicht um eine Satire handelt: Tatsächlich erweisen sich derzeit die katholischen Bischöfe hierzulande als die energischsten Apologeten einer weiteren Verbreitung des Islam in Deutschland. Also in jenem Land, das einst der heilige Bonifatius christianisierte und damit einen der Grundsteine zur vom Islam zeitweise bereicherten, aber in den letzten Jahrhunderten immer mehr auch bedrohten Kultur Europas legte.

Gehören Moscheen und Minarette zu Deutschland?

Nach parteipolitischen Stellungnahmen seiner Kollegen Kardinal Lehmann und  Erzbischof Hans- Josef Becker  hat sich nun der Osnabrücker Bischof Bode in einem Interview mit seiner Heimatzeitung weit aus dem Fenster gelehnt. Unter der Schlagzeile „Muslime und Minarette gehören zu Deutschland“ singt er ein Loblied auf den Islam in Deutschland:

Wir „können auch viel von den Muslimen, die herkommen, lernen. Die Kirche tritt für islamischen Religionsunterricht ein, mit ordentlichen Lehrplänen wie im christlichen Religionsunterricht. Das friedliche Miteinander der Religionen ist bereichernd, dazu müssen wir beitragen. Sonst empfindet die säkulare Gesellschaft Religion oft nur als Ursache von Feindseligkeiten.“ Moschee-Bonn-4

Ähnlich hatte sich schon der Essener Bischof Franz Josef Overbeck im vergangenen Herbst in einer viel beachteten Predigt geäußert. In der forderte er angesichts der Flüchtlingskrise, dass sich gefälligst die Deutschen den Asylbewerbern anpassen sollten. Dass er dabei wohl kaum die Minorität der glaubenseifrigen und zum Martyrium bereiten christlichen Flüchtlinge gemeint haben dürfte, geht aus dem weiteren Zusammenhang der Predigt deutlich hervor.

BILD: Große Moschee mit Minarett in Bonn (Foto: Dr. Bernd F. Pelz)

Kein Wort  ist von Bischof Bode zu dem auch den Islam in Deutschland prägenden Antisemitismus, die weit verbreitete, nicht selten gewalttätige Feindlichkeit gegen Christen Trans- und Homosexuelle, die Minderbewertung der Frau im Islam.

Besonders die zuletzt genannte Unterlassung stößt bitter auf, da Bode gleichzeitig die katholische Kirche im Zusammenhang mit den umstrittenen Plänen zu einer Diakonenweihe für Frauen (Durchgangsstation zum „Priestertum“ der Frau) auffordert: „Auf jeden Fall müssen Frauen mehr Leitungsverantwortung in der Kirche haben. Ich bin Vorsitzender der Frauenkommission in der Bischofskonferenz und ich forciere das.“

Irgendwie passt das alles nicht zusammen, wenn man nicht von der abstrusen These ausgehen will, dass den Bischof neben der Islamophilie eine Christophobie umtreibt.

Ganz abgesehen davon, dass unser Grundgesetz (Art. 7, Abs. 3) keinen „christlichen Religionsunterricht“, sondern nur einen konfessionellen kennt, ist die Naivität des Bischofs geradezu atemraubend: Friede, Freude, Eierkuchen.

Da passt es dazu, dass er sich, während sich die Gotteshäuser seiner Diözese immer mehr leeren, für den Bau von Moscheen eintritt. Und wie ein Kind, das eine Kirche, selbstverständlich mit Kirchturm malt, fest stellt: „Wenn es dann um den Bau einer Moschee geht, dann kann auch ein Minarett dazugehören.“

Bischof Bode: Demographisches Problem kleingeredet

Der Bischof ist aber nicht nur Fachmann, wenn es um die Architektur von Moscheen und den Religionsunterricht in Deutschland geht, sondern auch in demographischen Fragen ein echter Profi. Auf die besorgte Frage der Interviewpartnerin: „Wenn Sie mal einen Blick in die Zukunft werfen, wie wird die Kirche in 20 Jahren aussehen? Sind Muslime dann in der Mehrheit und die Kirchen leer?“ – antwortet seine Exzellenz kurz und knapp: „Es ist kaum eine muslimische Bevölkerungsexplosion hierzulande zu erwarten.“foto-dcubillas-www_freimages_com_

Grund: auch die Katholiken würden sich in Zukunft wieder viel mehr Kinder anschaffen. Und das in einer Kirche, deren Papst kinderreichen Familien vor nicht allzu langer Zeit vorwarf, sich zu vermehren „wie die Karnickel“?

Weltkirchlich gesehen fallen diese Bischöfe mit ihrer Islamophilie gerade den Glaubensbrüdern im Nahen und Mittleren Osten, aber auch Christen, die in deutschen Asylheimen häufig schwersten Verfolgungen durch Muslime ausgesetzt sind, aufs übelste in den Rücken. Zugleich verraten sie unsere älteren Brüder, die Juden, die nicht ohne Grund eine große Furcht vor der Islamisierung Europas umtreibt.

Noch vor wenigen Wochen fand im Vatikan eine Tagung statt, auf der eine von 400.000 Personen unterschriebene Petition an die Vereinten Nationen vorgestellt wurde, die von den UN fordert, die „endlosen Angriffe auf Christen und andere religiöse Minderheiten“ im Namen des Islam zu stoppen.

Die Mitbrüder von Exzellenz Bode, Bischof Joseph Danlami Bagobiri von Kafanchan in Nigeria und der griechisch-melkitische katholische Erzbischof Jean-Clement Jeanbart von Aleppo in Syrien waren zu diesem Anlass in den Vatikan gekommen. Bagobiri sagte bei diesem Anlass kurz und knapp: „Christen in Teilen von Nigeria und im Mittleren Osten werden derzeit zu einer aussterbenden Spezies!“

Aus sich können sich diese Christen nicht helfen. Sie wären auf reiche und daher weltkirchlich und politisch einflussreiche Mitbrüder wie Kardinal Lehmann oder Bischof Bode angewiesen. Die kümmern sich aber offensichtlich lieber um beschleunigte Baugenehmigungen für Minarette neben ihren leerer werdenden Kirchen.

Was wird erst sein, wenn diese Männer, denen die Vorsehung „einen Gummischlauch statt einem Rückgrat eingezogen hat“ (Georg May), wirklich vor die Alternative gestellt werden. Was wird sein, wenn sie sich unter Androhung von Gewalt zwischen Minarett und Kirchturm entscheiden müssen. Als Katholik mit einem angemessenen Respekt vor dem Amt des Bischofs möchte mir die Antworten gar nicht vorstellen …

Unser Autor Dr. David Berger aus Berlin ist Philosoph, Theologe, Pädagoge und Publizist; Erstveröffentlichung dieses Beitrags hier: http://www.david-berger.info/#!Wenn-einem-Bischof-das-Minarett-wichtiger-ist-als-der-Kirchturm/c1vx5/5744946f0cf22b6a7596777a


CDU-Politiker beklagen islamische Übergriffe gegen christliche Flüchtlinge

Zu Berichten über Anfeindungen und Gewalt gegenüber Christen in Flüchtlingsunterkünften erklären der stellv. Vorsitzende der nordrhein-westfälischen CDU-Landtagsfraktion, André Kuper, und der CDU-Landtagsabgeordnete, Gregor Golland (siehe Foto): HP-Header-Gregor_15

Kuper: „Eine Befragung des Hilfswerks „Open Doors“, das sich weltweit für verfolgte Christen einsetzt, kommt zu einem beunruhigenden Ergebnis:

Zahlreiche christliche Flüchtlinge gaben an, sowohl von Mitbewohnern als auch von Seiten des Wachpersonals Bedrohung oder Verfolgung erlebt zu haben. Drei Viertel der Befragten wurden wiederholt angegriffen, nicht nur verbal, sondern auch körperlich. Es war sogar von Todesdrohungen und von sexuellen Übergriffen die Rede.

Mehr als 80 Prozent der christlichen Flüchtlinge sind in den Erstaufnahme-Einrichtungen Schikanen ausgesetzt, zumeist durch die Mehrheit muslimischer Flüchtlinge. Dabei sind diese Menschen aus ihrer Heimat geflohen in der Hoffnung, hier in Deutschland einen sicheren Hafen zu finden und ihren christlichen Glauben leben zu dürfen.“

Golland: „Die Angriffe geschehen auch in den Erstaufnahme-Einrichtungen des Landes. Die Regierung muss unbedingt Maßnahmen ergreifen und Konzepte erarbeiten, um dort und in allen Flüchtlingsunterkünften religiöse Minderheiten besser zu schützen.

Der jetzige Zustand ist nicht tolerabel. In unserer gemeinsamen Anfrage möchten wir wissen, ob es bereits entsprechende Konzepte und Maßnahmen dazu gibt. Die Religionsfreiheit in unserem Land gilt für alle und muss von allen respektiert werden.“

Weitere Infos:

Kleine Anfrage (Drucksache 16/12010)
Homepage „Open Doors“

Quelle: http://www.gregor-golland.de/pages/posts/landesregierung-muss-religionsfreiheit-sicherstellen-1042.php


Berlin-Tempelhof: Ermittlungen wegen Mordplänen gegen christliche Flüchtlinge

Polizeimeldung vom 25.2.2016:

Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes ermittelt wegen eines Vorfalls, der sich gestern Nachmittag in einer Flüchtlingsunterkunft in Tempelhof ereignet haben soll. 033_30
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Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand will ein Bewohner der Unterkunft am Platz der Luftbrücke gehört haben, dass sich mindestens zwei weitere Bewohner darüber unterhalten haben sollen, wie man mehrere Iraner christlichen Glaubens, die ebenfalls Bewohner derselben Unterkunft sind, töten könne.
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In diesem Zusammenhang konnte ein möglicher Beteiligter dieses Gesprächs ermittelt werden. Es handelt sich dabei um einen 19-jährigen Mann afghanischer Herkunft. Die Ermittlungen dauern an.
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IGFM für bevorzugte Aufnahme christlicher Flüchtlinge und Direkthilfe vor Ort

Menschenrechtsverband wandte sich an den Petitionsausschuß

Im Juli hatte sich die IGFM an den Deutschen Bundestag gewandt und um die bevorzugte Aufnahme christlicher Flüchtlinge aus dem Nahen Osten gebeten, weil diese Opfer des IS-Terrors nach Auffassung der IGFM im Gegensatz zu den meisten Muslimen keine Fluchtalternative in ihrem Heimatland und auch nicht in benachbarten Staaten haben.

Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages hat die Eingabe beraten und kam am 24. September 2015 zu dem Schluss: 

„Das grundlegende Problem ist nicht allein dadurch zu lösen, Flüchtlinge aufzunehmen. Vielmehr muss sich gezielt dafür eingesetzt werden, den Menschen vor Ort eine Perspektive zu geben. (…) Die Politik muss in erster Linie darauf abzielen, dass die Menschen in ihrer Heimat bleiben und dort in Sicherheit leben können. (…)
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Die IGFM sieht sich durch die Antwort des Petitionsausschusses bestätigt, dass mit der heimatnahen Hilfe der Wunsch nach Verbleib in der Heimat gefördert und gewährleistet werden kann, so dass der Nordirak nicht jesiden- und christenfrei wird. 

Mitglieder der IGFM haben sich mehrfach von der Lage der Flüchtlinge in der Türkei und im Nordirak selbst ein Bild gemacht. Unsere Mitarbeiter haben sie in regulären und „wilden“ Lagern besucht und gefragt, was sie brauchen. Wir haben entsprechend der besonderen Bedürfnisse gesammelt und in mehreren Hilfstransporten in den Nordirak, die Türkei und nach Syrien gebracht.

Wir wollen auf genau diesem Weg fortfahren – doch diese Arbeit ist nur durch Ihre Spenden möglich. Wir bitten um Ihre Hilfe: IBAN: DE04 5502 0500 0001 4036 01, BIC: BFSWDE33MNZ
[zur Online-Spende …]

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
Borsigallee 9 in 60388 Frankfurt am Main
Tel.: 069-420108-0, Fax: 069-420108-33, info@igfm.de, www.menschenrechte.de


Christliche Flüchtlinge bevorzugt aufnehmen

Deutschland sollte verfolgte Christen aus dem Mittleren Osten bevorzugt als Flüchtlinge aufnehmen. Dafür haben sich Experten aus Politik, Kirche, Wissenschaft und Nicht-Regierungsorganisationen bei einer Fachtagung der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung am 29. Juli in München ausgesprochen.  027_24

Der frühere bayerische Ministerpräsident und langjährige Innenminister Günther Beckstein sagte vor den rund 30 Teilnehmern, er halte es für falsch, dass Deutschland Muslime ebenso bereitwillig aufnehme wie Christen.

Die Fachleute wiesen auf die besonders verzweifelte Lage der von der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) aus dem Nordirak und Syrien vertriebenen Christen hin. Im Unterschied zu jenen Muslimen, die ebenfalls fliehen mussten, fänden sie weder in Syrien noch in der Türkei eine sichere Zuflucht. Denn auch in den dortigen Lagern gäben oft radikale Muslime den Ton an.

Beckstein schätzt die Lage der Christen als katastrophal ein. Der Westen müsse ihnen entschlossen helfen. Allerdings könnten sie auch auf die Macht des Gebets vertrauen, so der kirchlich engagierte Beckstein. Er war von 2009 bis Anfang Mai 2015 Vizepräses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

EKD: Kein Vorrang für Christen

Die EKD lehnt eine bevorzugte Aufnahme von christlichen Flüchtlingen ab. Auslandsbischöfin Petra Bosse-Huber  sagte der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA, maßgebend sei der Status der internationalen Schutzbedürftigkeit und der besonderen Verletzlichkeit.

Ein einseitiges Engagement hält sie für problematisch: Es würde zum einen den Auszug christlicher Minderheiten befördern und zum anderen die Vorbehalte gegenüber christlichen Minderheiten vor Ort noch wachsen lassen. IGFM-menschenrechtede-8174_01_dd53c02859

Wie Philipp W. Hildmann von der Hanns-Seidel-Stiftung idea mitteilte, erläuterte der frühere bayerische Landesbischof Johannes Friedrich bei der Tagung die Haltung der EKD, appellierte aber gleichzeitig an den deutschen Staat, verfolgte Minderheiten besonders zu schützen; zu ihnen gehörten Christen und Jesiden.

Kritik an EKD und Diakonie

Der evangelische Theologe und Islamwissenschaftler Prof. Wolfgang Schwaigert (Blaubeuren) kritisierte die Haltung der EKD und ihres Diakonischen Werkes. Sie hielten an der „schädlichen Gleichrangigkeit“ von muslimischen und christlichen Flüchtlingen fest. Wie der Bayernkurier weiter berichtet, bezeichnete Schwaigert es als unverständlich, dass sich die Kirche die „falsche Position“ des Staates zu eigen mache.

Mehrere Tagungsteilnehmer schilderten die Lage der Christen in der Krisenregion. Der Ökumenereferent im bayerischen Landeskirchenamt, Kirchenrat Thomas Prieto Peral, der das Gebiet Mitte Juli bereiste, bezeichnete die Situation als deprimierend. Nachrichten_Kopfbalken_1 - Kopie

Christen wollten nur noch weg. Etwa 90 Prozent der frühere 1,6 Millionen Christen seien bereits geflohen. Im Nordirak gebe es für sie derzeit keinen Schutz mehr. So hätten sich die sunnitischen Bewohner der vom IS eroberten Stadt Mossul mit den Terroristen gegen die Christen verbündet. Das Vertrauen sei so sehr zerstört, dass sich kein Christ ein Zusammenleben mit den früheren Nachbarn vorstellen könne.

Der Tübinger Geowissenschaftler Prof. Rainer Rothfuß hält eine komplette Umsiedlung der nahöstlichen Christen für nötig.

IS ist in Flüchtlingslagern aktiv

Viele sind in die Türkei geflohen, doch dort ist die humanitäre Lage außerhalb der Flüchtlingslager katastrophal, berichtete die Irak-Beauftragte des Zentralverbandes der Assyrer, Janet Abraham (München). Kein Christ gehe in ein türkisches Aufnahmelager, weil dort Islamisten aktiv seien.

Sogar beim UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR würden Christen abgewiesen. Hunderttausende müssten sich mit Betteln oder Schwarzarbeit durchschlagen. Auch nach Angaben von Abdulmesih Bar-Abraham von der assyrischen Yoken-Bar-Yoken-Stiftung  werden Christen in den Flüchtlingslagern stark bedrängt.

Sogar der IS rekrutiere dort Nachwuchskämpfer. In der ganzen Region gebe es nur ein Aufnahmelager für Christen auf dem Gelände eines Klosters im Nordirak.

Quelle: http://www.idea.de