Ägypten: Staatliche Untätigkeit nach Brandanschlägen auf christliche Kopten

Am 12. August protestierten hunderte Menschen vor dem Obersten Gerichtshof in Kairo gegen religiös motivierte Übergriffe auf Kopten in der Provinz Minya. Die Demonstranten werfen den ägyptischen Behörden vor, dass die Täter nicht oder nur ungenügend verfolgt werden. RTEmagicC_logo_Homepage_quad_gif

Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, wurde der Protest von der ägyptischen NGO „Egyptians Against Religious Discrimination“ organisiert. Teilnehmer waren sowohl Kopten als auch Muslime, so die IGFM.

Die Demonstranten forderten eine gerichtliche Untersuchung der zahlreichen Übergriffe auf Kopten und eine tatsächliche Gleichstellung von Kopten und Muslimen in der ägyptischen Gesellschaft.

Medhat Klada, ein koptischer Menschenrechtsvertreter, bezeichnet die Situation in den Bezirken el-Minya und Beni Suef als „untragbar“: „Die Sicherheitskräfte sehen tatenlos zu, wie Häuser von Kopten niedergebrannt werden und ganze Familien vertrieben werden“, so Klada gegenüber der IGFM. Die offiziellen „Versöhnungstreffen“ würden einzig dazu dienen, die Opfer dieser Angriffe dazu zu bewegen, ihre Klagen zurückzuziehen oder ihre Aussagen abzuändern, bevor diese an die Behörden weitergegeben werden.

Zudem kritisierten die Demonstranten, dass das ägyptische Parlament am 21. August einen Gesetzesentwurf diskutieren wird, der den Neubau von Kirchen gesetzlich regeln soll. IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin sieht darin eine anhaltende Diskriminierung der koptischen Minderheit, die im krassen Widerspruch zu den Beteuerungen der ägyptischen Staatsführung steht.

Weitere Infos zu Ägypten: http://www.menschenrechte.de/aegypten


Pakistan: Islamisierung nimmt zu – Menschenrechte nehmen ab – Intoleranz wächst

Über 1200 Terroranschläge im Jahr 2014

Wie aus dem Bericht des Menschenrechtsverbands “Human Rights Commission of Pakistan” (HRCP) hervorgeht, spitzt sich die Situation für die christliche Minderheit in Pakistan zu. foto-dcubillas-www_freimages_com_

Der Bericht dokumentiert, dass im Jahr 2014 bei 1206 Terroranschlägen insgesamt 1723 Pakistaner getötet und 3143 verletzt wurden. In 26 Fällen handelte es sich um Selbstmordattentate.

Im Zusammenhang mit der Meinungsfreiheit unterstreicht der Bericht, dass “Pakistan das gefährlichste Land der Welt” sei, was die Pressefreiheit anbelangt: 14 Journalisten und Medienschaffende wurden 2014 ermordet.

Zur Lage der religiösen Minderheiten betont der Bericht: “Religiöser Extremismus nahm 2014 weiter zu: 11 hinduistische Tempel und christliche Kirchen wurden in der Provinz Sindh im Süden des Landes beschädigt“.

Im vergangenen Jahr wurden 144 Episoden  islamistischer Gewalt dokumentiert.

Auch die sogenannte “Blasphemie” (Islamkritik) bleibt in dem Land, in dem 97% der 180 Millionen Einwohner sich zum Islam bekennen, ein Dauerbrenner: “In der Vergangenheit gab es noch nie so viele Morde wegen Blasphemie wie heute”, heißt es in dem Bericht: „Die religiöse Intoleranz hat in dem südasiatischen Land in den vergangenen zehn Jahren zugenommen”.

Quelle: vatikanischer Fidesdienst


Israel anerkennt die christlichen Aramäer als eigenständige Minderheit

Israels Innenminister Gideon Sa’ar unterzeichnete kürzlich eine Anordnung, wonach Aramäer als eigenständige nationale Bevölkerungsgruppe im Bevölkerungsregister Israels geführt werden können. Davidstern

Die Entscheidung wird tausenden christlichen Familien, die sich selbst dieser antiken Nationalität zugehörig fühlen, die Möglichkeit geben, sich als Aramäer registrieren zu lassen. Bislang wurden sie als Araber geführt bzw. als Palästinenser bezeichnet.

Der Innenminister berief sich bei seiner Entscheidung auf drei Expertengutachten, die zu dem Schluss gekommen waren, dass diese Nationalität die Bedingungen für die offizielle Anerkennung erfüllten, darunter das gemeinsame historische Erbe, Religion, Kultur, Herkunft und Sprache.

Gabriel Nadaf, Direktor des Israel Christians Recruitment Forum und einer der Befürworter der Anerkennung der aramäischen Nationalität, erklärte zur Entscheidung des Innenministers: “Jeder der 133.000 Christen, die in Israel leben und einer der orthoxen Ostkirchen angehört, kann sich nun als Aramäer registrieren lassen.”

Quelle: http://www.botschaftisrael.de


SYRIEN: Christen in Aleppo bedroht – Klöster und Kulturgüter beschädigt – Bombenexplosionen durch „Rebellen“

Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und bewaffneten radikal-islamischen Rebellen in Syrien erreichen inzwischen auch die mehrheitlich christlich bewohnten Stadtviertel im Zentrum Aleppos. Das berichtete am Montag die libanesische Tageszeitung Daily Star.

Christliche Bewohner Aleppos beklagen wachsende islamistische Übergriffe. Auch immer mehr religiöse Stätten und Kulturgüter tragen Spuren des Konfliktes in Syrien.

Die Franziskanergemeinschaft im Land berichtet, bei Kampfhandlungen in Aleppo seien bereits Ende August das Kloster und ein weiteres Gebäude beschossen und beschädigt worden.  In der Altstadt liegen weite Teile des historischen Basars in Schutt und Asche.

Bei Bombenexplosionen sollen jetzt mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen sein. Das syrische Fernsehen sprach von „drei terroristischen Anschlägen“. Demnach seien auf dem Saadallah-al-Dschabri-Platz in Aleppo drei Autobomben explodiert. Offenbar sind unter den Toten viele Angehörige der Regierungstruppen.

Georg Röwekamp, Geschäftsführer von „Biblische Reisen“, sieht den christlichen Tourismus nach Syrien auf Jahre hin versiegt. Im Moment seien touristische Reisen in das Land schlichtweg unmöglich.

Röwekamp sagte im Gespräch mit dem Domradio Köln:

„Zunächst einmal gilt festzuhalten, dass alle menschlichen Opfer weitaus schlimmer sind als jedes kulturelle Opfer. Aber natürlich ist es so, dass diese Kämpfe unwiederbringliche Schäden anrichten. Gerade der Basar in Aleppo war weltweit der größte zusammenhängende Basarkomplex, wir sprechen von zwölf Kilometer Basarstraße.

Syrien ist unglaublich reich an kulturellen Schätzen, sie sind unbekannter als in vielen der Nachbarländer, aber man muss eben fürchten, nach allem, was wir hören, dass auf diese Dinge in den gegenwärtigen Kämpfen überhaupt keine Rücksicht genommen wird.“

In Syrien gibt es mehrere Weltkulturerbe-Stätten, darunter die Altstadtbereiche von Aleppo, Damaskus und Bosra sowie die Ruinen von Palmyra.

Quelle: Radio Vatikan, Fulda-Info