Christmette in Bayern: Evang. Kirche fällt kath. Bischöfen in den Rücken

Von Felizitas Küble

Die katholischen Bischöfe und Erzbischöfe in Bayern haben am 15.12. eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht, in der sie an Ministerpräsident Söder appellieren, für den Heiligen Abend – vor allem wegen der Christmetten – auf eine Ausgangssperre ab 21 Uhr zu verzichten. (Hier der volle Wortlaut der Erklärung: https://charismatismus.wordpress.com/2020/12/15/bayern-katholische-bischofe-beklagen-ausgangsperre-an-heilig-abend-ab-21-uhr/)

Wie die Bayerische Staatszeitung online berichtet, bleibt der CSU-Chef trotz der eindringlichen Bitte der katholischen Oberhirten beinhart: Keine Ausnahme am 24. Dezember, weder für Familien noch für die Kirchen, sagte er am 15.12. in einer Regierungserklärung im bayerischen Landtag.
(Näheres hier: https://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/politik/detailansicht-politik/artikel/soeder-bleibt-hart-keine-ausnahmen-fuer-mitternachtsmetten.html#topPosition)

Dabei verweist der evangelische Ministerpräsident darauf, daß schließlich der Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bereits sein Verständnis für die Ausgangssperre an Heilig-Abend signalisiert habe.

Die evangelische Kirche in Bayern hatte ohnehin bereits die Absage aller späten Christmetten und Christvespern angekündigt. Es sei zwar ein „schmerzlicher Eingriff“, hieß es in einer Erklärung vom 15. Dezember:
„Trotzdem nehmen wir es hin und sehen es als Teil einer großen Kraftanstrengung, in der wir alle zusammen helfen, um auf die Herausforderungen der Pandemie mit wirksamen Mitteln verantwortlich zu reagieren.“

Dazu stellen sich uns zwei Fragen:

  1. Was hat Söder geritten, in dieser Causa derart stur und zugleich völlig sachfremd mit dem Kopf durch die Wand zu entscheiden?! Gerade aus Corona-Sicht hätte er die katholischen Bischofs-Bitte befürworten müssen, denn je mehr Gottesdienste am 24. Dezember stattfinden, umso stärker verteilen (!) sich die Kirchgänger logischerweise auf die verschiedenen Termine – umso besser also hygienisch betrachtet (diesen Aspekt erwähnte auch die Bischofserklärung). Zudem ist erwiesen, daß es in katholischen Messen bislang fast nie zu Infektionen kam – so etwa in NRW während der gesamten Corona-Zeit kein einziges Mal, was von RKI-Präsident Wieler öffentlich bestätigt wurde.
  2. Was fällt dem EKD-Ratsvorsitzenden ein, derart staatsbeflissen und obrigkeitshörig (wie man es von der Evang. Kirche aus früherer Zeit freilich noch in unguter Erinnerung hat) zu reagieren und hierbei auch noch der katholischen „Schwesterkirche“ in den Rücken zu fallen. Ist das etwa kein (anti-)ökumenischer Rückfall?! Natürlich hat Söder dieses protestantische Einverständnis sofort als „Argument“ verwendet, um das katholische Bischofsgesuch abzuweisen. Christliche Solidarität gegenüber willkürlichen staatlichen Machtansprüchen sieht anders aus!

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

Hinweis: Die evangelische Nachrichtenagentur IDEA hat in einer längeren Meldung aus diesem Artikel zitiert: https://www.idea.de/spektrum/bayern-keine-christmetten-nach-21-uhr-geteiltes-echo-der-kirchen

Ergänzend hierzu ein Kommentar von Dr. David Berger zu diesem Thema: https://philosophia-perennis.com/2020/12/15/christmette-kommt-es-zu-einem-aufstand-katholischer-bischoefe-gegen-soeder/


17% hoffen auf einen Weihnachtsgottesdienst

FDP- und AfD-Wähler haben hier die Nase vorn

Lediglich 17 Prozent der Deutschen hoffen, in diesem Jahr einen Weihnachtsgottesdienst besuchen zu können. 58 Prozent hoffen dies nicht; 14 Prozent wissen nicht, wie sie dazu stehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative INSA-Umfrage, die im Auftrag der „Tagespost“ durchgeführt wurde.

Von den katholischen Befragten hoffen 27 Prozent darauf, eine Weihnachtsmesse besuchen zu können. Eine absolute Mehrheit von 52 Prozent der Katholiken ist jedoch gegenteiliger Ansicht, 15 Prozent wissen nicht, wie sie dazu stehen.

Ähnlich sieht es bei den Protestanten aus: Von ihnen hoffen nur 24 Prozent auf einen Weihnachtsgottesdienst. 48 Prozent nicht, 19 Prozent wissen nicht, wie sie dazu stehen.

Anders verhält es sich mit freikirchlichen Befragten: Von ihnen hofft eine relative Mehrheit von 41 Prozent auf einen Weihnachtsgottesdienst. 28 Prozent hoffen dies nicht.

Wähler der FDP gaben am häufigsten (27 Prozent) an, in diesem Jahr einen Weihnachtsgottesdienst besuchen zu wollen, gefolgt von Anhängern der AfD (25 Prozent).

Union-Anhänger wollen dies zu 21 Prozent, Wähler von SPD und Grünen zu jeweils 16 Prozent. Am wenigsten Bedeutung scheint der Weihnachtsgottesdienstes für Anhänger der Linkspartei zu haben (14 Prozent).

Internetportal der DT: www.die-tagespost.de

Foto: Domspatzen (Bistum Regensburg)