Katholikentagswerbung: Geht es um den Frieden Christi oder den Kampf des Adlers?

Von Hanna Jüngling

Man hat sich an vieles gewöhnt oder besser gesagt: Man wundert sich inzwischen über einiges nicht mehr. Die neueste negative Überraschung ist die Einladung zum 101.Deutschen Katholikentag 2018 in Münster unter dem Leitwort „Suche Frieden“.

Eine Website gibt Auskünfte über Motto und Ambitionen und ruft zur Mitarbeit auf: https://www.katholikentag.de/

Ich stöbere darin und mein Befremden wächst und wächst:

Altbackene Peace-Worker-Parolen

Die Erklärung des Leitwortes durch den Bochumer Neutestamentler Thomas Söding befremdet aufgrund ihrer Oberflächlichkeit und Banalität. Allerdings wundere ich mich darüber auch nicht, denn seiner Ansicht nach ist die Mission der Kirche, die sie erkennen müsse, eine „Friedenszone zu schaffen“:

„Man stelle sich vor, an einem Schwarzen Brett in einem Institut der Universität Münster ist ein Zettel angepinnt, auf dem steht „Suche Frieden“  – neben anderen Zetteln mit „Suche WG“ oder „Suche Job während der Semesterferien“.

Wer könnte diesen Zettel „Suche Frieden“ geschrieben haben?“ Ein Student, der nach 14 Semestern auch die letzte Chance für einen Studienabschluss vertan hat und deshalb verzweifelt auf verlorene Jahre seines Lebens zurückschaut? Eine aus Syrien geflüchtete Frau, die im Bürgerkrieg nicht nur ihren Ehemann und alles Hab und Gut, sondern auch jede Hoffnung auf eine Zukunft für sich und ihre Kinder verloren hat? Oder eine Frau aus meiner Nachbarschaft, die nicht die Kraft findet, aus einer zerrütteten Ehe auszubrechen?

Ein aus dem Kongo stammender junger Mann, der die Traumata seiner Erlebnisse als Kindersoldat nicht überwinden kann? Vielleicht eine alte Frau, die seit Jahren im Streit mit ihren Kindern lebt? Oder jemand, der jeden Glauben an Gott und an das Gute in dieser Welt verloren hat?.“

Abgesehen davon, dass die wirklich Traumatisierten, die hier immerhin auch genannt werden, ganz gewiss keine solch albernen Zettel anpinnen würden, denn das ist etwas für Stuhlkreispädagogik, sind die meisten genannten „Schicksale“ keine Problematik fehlenden Friedens.

Man kann im weitesten Sinnen sagen, dass all diese Beispiele einer „Heilung“ bedürfen. Und wenn man sie als „Friedensproblem“ auffassen will, wäre das Friedenskonzept zu klären, das zugrunde liegen soll. Aber außer Spesen ist auch hier nichts gewesen. Man fischt gern im Trüben.

Banaler und ärgerlicher Kreativ-Moralismus

Zum Einschlafen war er von Anfang an, dieser friedensbewegte Kreativ-Moralismus, der mein Leben seit mindestens 1970 begleitet und an der Eskalation weltweiten Unfriedens buchstäblich nichts ändern konnte und vermutlich auch nicht ernsthaft wollte.

Heute aber ist solches Gelaber nur noch ein fahrlässiges Ärgernis. Was nützt der Welt die Beschwörung eines Origami-Friedens im Patchwork-Design mit „Diversity“-Phrasen, der tausend Papiertauben fliegen lässt und später doch wieder seine eisernen Adler verkauft? Oder wenigstens ebenso viele Gründe ersinnt, die ganz konkrete Politik der Eliten dann doch nicht fahrlässig zu finden, die so viele Menschenleben verschleudert, so viel „Manpower“, wie man inzwischen zynisch sagt, zu tabuisieren?  

Und was soll überhaupt dieses flickwerkige Diversity-Gedöhns, wenn man doch andererseits so tut, als hätten alle nur ein und dasselbe im Sinn? Die real existierende „Diversity“ der Menschen und Völker ist nicht nur das Ergebnis friedlicher Entfaltungen im Blut-und-Boden-Idyll, das diesem Denken verdeckt zugrunde liegt, sondern harter Auseinandersetzungen, geistiger Zerwürfnisse und scharfer Ausgrenzungen.

Söding erwähnt die Jahre 1618 (Westfälischer Frieden) und 1918 (Ende des 1. Weltkrieges), aber er fasst diese Themen nur mit abgespreiztem kleinem Finger an: 

„Jeder Mensch sehne sich nach Frieden. Seit Jahrtausenden und in vielen Kulturen sei die denkbar kürzeste Formel für einen Willkommensgruß der Friedensgruß: „Pax – Shalom – Salam. In der Bibel begegnet einem keine Formulierung so oft wie „Der Friede sei mit Dir“ oder „Der Friede sei mit Euch“, so Söding.“

Warum muss ich da nur an den unsäglichen Friedensgruß im Novus Ordo (reformierter Meßritus) denken, diesem missalen „Lasst hundert Blumen blühen“-Klamauk, der dennoch nicht dazu führen kann, dass man sich vor der Kirchentür wenige Minuten später noch kennt.

Sendung der Christen bedeutet m e h r  als Friedenswünsche

Einst wurde man mit dem „Ite missa est“ als Apostel und Apostelin des Priestertums aller Gläubigen gesendet, aber die Hierarchie unterdrückte diese Sendung so oft, machte aus klaren Worten eine Farce und ein triumphales Zeichen ihres Herrschaftsanspruches, der sich die kontrollierte Aufzucht vieler Zofen und Tagelöhner als Zeichen seiner Macht leisten kann.

Zu Recht wollte man die verengten und entgleisten kirchlichen Verhältnisse wieder zurechtrücken. Ist es gelungen? Man wird nicht mehr gesendet, sondern es heißt „Gehet hin in Frieden“. Und das war’s dann auch.

Frieden ist einfach ein gutes Wort. Aber ein euphorischer Kirchentagskommentar sollte berücksichtigen, dass hier eine Begriffsklärung nötig wäre. Und dass der Zusammenhang zwischen „Frieden“ und „apostolischer Sendung“ einmal geklärt gehörte nach den jahrhundertelangen klerikalen Verwirrungen politischer Art.

„Friede“ ist für den Muslim schon prinzipiell etwas anderes als für den Juden oder Christen, und die Christen heute wissen in aller Regel nicht mehr, was der christliche Friedensbegriff überhaupt meint.

Islamischer „Friede“ ist nur im „Haus des Friedens“, im „Daressalam“, schlicht in der bereits islamisierten Weltregion. Frieden bedeutet hier: Unterwerfung unter den Islam. Jede Weltregion, die nicht islamisiert ist, ist „Haus des Krieges“, das „Daralharb“. Was ist demgegenüber die „Pax christiana“?

Politzungen-Gerede ist öde und destruktiv

Wir sollten also unsere Begriffe schärfen und nicht nur bei Kerzenschein und Fairtrade-Tee von „Friedenssehnsucht“ lallen. Solche Politzungenrede ist überflüssig und destruktiv. Ihr Moralismus stinkt zum Himmel.

Im Blick auf zwei Schriftstellen aus dem AT und NT, die vom Frieden reden, fällt Söding offenbar nur ein, dass wir daraus lernen, dass Frieden „keine Illusion“ ist. Man könne außer dem Ideal  —  nur wie sieht das eigentlich aus?  —  auch konkrete Fragen beantworten:

„Welche Kriege müssen beendet sein? Welche Friedenspläne können geschmiedet werden? Wer ist auf der Suche nach Frieden?“

Nun kennt unser Glaube kein „Friedensideal“. Auch ist „Friede“ in unserem Glauben an sich kein „Gut“ oder „Geschenk“, das man „hat“, sondern wir haben einen HERRN, der der Friede Gottes selbst ist. Aus diesem HERRN, der unser Friede ist, fließt Friedfertigkeit in die Seelen, die ihn durch die Taufe aufnehmen.

Der Hl. Geist wirkt in Gläubigen den übernatürlichen Frieden, „den die Welt nicht gibt“, wie Jesus sagte. Dass die falschen Propheten dieser Welt am liebsten von „Frieden“ reden, berichtet uns eindrucksvoll das Buch Jeremia im AT, das mit der Verschleppung der Israeliten endet. Und wie kann man danach fragen, „wer auf der Suche nach Frieden ist“, wenn man weiter oben noch proklamiert hat, dass doch „jeder“ den Frieden ersehnt?!

Oder etwa die Frage „Welche Kriege müssen beendet werden?“ Das ist hoffentlich nur ein unbewusster Zynismus. Dem Autor ist gar nicht klar, wie unsinnig und friedlos alleine diese Frage schon klingt: Denn die Antwort ist selbstverständlich klar: Alle Kriege müssen beendet werden! Alle! Oder wollen wir gute und schlechte Kriege unterscheiden? Richtig gefragt wäre: Welche Kriege haben eine realistische Chance auf baldige Beendigung, und was können wir dafür tun?

Friedenskitsch löst keine wirklichen Konflikte

Der wache Zeitgenosse weiß jedoch, wie unberechenbar postmoderne Kriege geworden sind. Wir kennen Jahrzehnte von Friedensverhandlungen hier und da, und viele davon haben dennoch nicht zum Frieden geführt. Der Friedensnobelpreis wurde so oft an Personen vergeben, unter denen Kriege noch mehr eskalierten. Das letzte Beispiel ist Präsident Obama.

Und warum dies so ist, kann nicht im Kirchentags-Hauruck beantwortet werden. Ein Plaudertreffen zum Friedenskitsch sollte angesichts der Verheerungen unserer Tage unterlassen werden, wenn wir nicht einmal mehr sicher wissen, was dem konkreten Frieden wirklich dient. Haben wir nicht erlebt, dass fast alle Konzepte ins Leere liefen oder das Gegenteil dessen erreichten, was sicher wohlwollend dabei beabsichtigt war?

Wir brauchen keine soundsovielste Neuauflage bürgerlicher Peace-Maker-Spielchen!

Es ist symptomatisch für den Text Södings, dass er über die persönliche Friedlosigkeit des einzelnen mit Gott, die ein Seinszustand ist, den man durch „Action“ und Gelaber nicht auflösen kann, als Auslöser von Unfrieden und Hass kein Wort verliert. „Frieden“ versteht er als Gegenteil von „Krieg“. Unfrieden mit Gott sieht er tatsächlich vordringlich als das Empfinden, Gott stehe in einem kriegerischen Verhältnis zu einem selbst!

Die bußfertige Erkenntnis, dass wir als Einzelne und als Menschheit es sind, die Gott den Krieg erklärt haben, wendet er in ein unspezifisch-kollektives Gottspielenwollen hinsichtlich der Natur und Umwelt. Die innere Läuterung des Einzelnen als einziger und wesentlicher Quell des Frieden unter den Menschen findet bei ihm keinerlei Erwähnung.

Zum Frieden gehört die Umkehr des Menschen

Die „Friedenssuche“ ist in einer solchen Diktion nicht mit Buße und Umkehr verbunden, sondern ein gefühltes, materiell einklagbares „Gut“ geworden, das man aber nicht mehr als persönlichen, christlichen Seinszustand auffasst. Das einzige, was traditionell anmutet, ist sein verstohlen kurzer Satz „Nach Ps 34 und 1 Petr 3 wächst der innere Friede dort, wo Gott die Ehre gegeben wird.“ Hier wäre es erst interessant geworden! Aber ab hier schweigt der Autor.

Noch erschütternder aber ist, dass Söding nichts mehr davon weiß, dass Frieden von Gott vor allem anderen erbeten werden muss. Er spricht von „Geschenk“, aber er erklärt nicht, warum und inwiefern das ein Geschenk ist. Es hätte nur eine Antwort gegeben: Das Geschenk unseres restaurierten Friedens ist das Opfer auf Golgotha — es wäre angemessen gewesen, jetzt in der Fastenzeit daran zu erinnern. Ohne den geopferten und auferstandenen Christus und ohne die persönliche Annahme seines Todes gibt es keinen Frieden!

Das Wort „Gebet“ ist ihm eine kurze Randbemerkung wert. Und das, was am meisten bestürzt, ist, dass der Name Jesu nicht einmal fällt.

Dass wir Christen eigentlich auf das zweite Kommen Jesu warten und bekennen, dass dieses Äon aus sich heraus keinen Frieden erreichen wird — davon meint man heute auch in der Kirche nicht mehr reden zu müssen, wenn man es denn überhaupt noch vor Augen hat.

Drei Plakate: Der Adler hat die Taube gefressen

Entsprechend öde, düster und ideologisch sind die drei Katholikentags-Plakate, die gleich auf der ersten Seite vom ZdK-Präsidenten Thomas Sternberg als ein großer Wurf, als „Hingucker“ gepriesen werden. Es werden Folgeplakate angekündigt, die ebenso „widerspenstig“ wirken wollen.

Das erste Plakat zeigt eine farbige Frau, die sich gewaltfrei übermächtig und finster anrückenden Polizeieinheiten entgegenstellt. Die weißen Männer treten hier wie eine Inlandsarmee in Schwarz und im Stahlhelm-Outfit auf. Ich habe mich sofort gefragt, ob dieses Plakat nicht volksverhetzend ist.

Die Polizei wird als Aggressor dargestellt, der gegen wehrlose Frauen, im weiteren Sinne „Leute“ auftritt, und eine Rassismus-Assoziation wird in dieser Montage durchaus aufgebaut. Rassistisch ist es insofern, als der weiße Mann assoziativ so dargestellt wird, als trete er in Mannschaften gegen wehrlose einzelne schwarze Frauen auf.

Angesichts wachsender Opferzahlen auch unter der Polizei, angesichts des tapferen und wirklich tollen Polizei-Einsatzes heuer in der Silvesternacht in Köln, und angesichts der 2000 „farbigen“ männlichen Aggressoren, die auch diesmal wieder anrücken wollten, um weiße Frauen zu berauben und sexuell zu nötigen, überfällt mich Brechreiz, wenn ich ein solches Plakat sehe.

Rechtsstaatliche Polizei wird unfair an den Pranger gestellt

Diese plakative Schwarzweißmalerei, die der Polizei, die ein Verfassungsorgan ist, in den Rücken fällt, können wir in der angespannten Lage innerer Unsicherheit nicht auch noch gebrauchen! An dieser Stelle sei des gestern von einem islamischen Täter erstochenen Polizisten in London gedacht. Von den zahlreichen Angriffen auf Polizisten vor allem durch linksradikale „Antifaschisten“ und rechtsradikale Schlägertrupps in unserem schönen Land will ich erst gar nicht weiter reden…

Das nächste Plakat zeigt uns zwei Personen im „Hair“-Outfit, die sich nach einer misslungenen Anti-Pipeline-Demo heulend in die Arme fallen. Meine Flower-Power-Kindheit hört offenbar nie auf. Wie alt bin ich jetzt?

Sind das wirklich die „Friedensprobleme“ der Welt, ob irgendwo eine Pipeline gebaut wird? Man mag den konkreten Bau von Pipelines aus triftigen Gründen ablehnen, aber ein Plakat mit dieser Aussage scheint nicht nur pauschal, sondern auch hetzerisch.

Die Assoziation zum Thema „Frieden“ führt zur Stammtisch-Behauptung, „die USA“ würden all ihre Kriege ja nur „wegen dem Öl“ führen. Irgendwie hätte man ein paar Umwelttränen ins Foto montieren sollen und noch ein supersytlisches Mega-Windrad. Das hätte wenigstens Pepp gehabt. Aber so fielen mir immer nur diese Plattenbauten in Prager Vorstädten ein, deren billig-friedliche Hässlichkeit mich als Jugendliche so angeödet hat…

Adler in Angriffspose weckt negative Erinnerungen

Rechtsradikale Assoziationen löst dagegen das letzte Plakat aus: ein (deutscher) Adler greift eine spacige Drohne an. War den Machern dieses „Hinguckers“ wirklich nicht klar, auf welches Niveau sie sich damit begeben?

Dieser Adler in Angriffspose lässt sofort an SA-Embleme denken. Er stürzt sich auf die Drohne, die man nach den vorigen Plakaten assoziativ ebenfalls den Amerikanern zuordnet. Man hört als Leitwort den alten Spruch 1939 „Ab heute wird zurückgeschossen“ im Hinterkopf, triumphale Musik, das penetrante und eisenharte Klatschen des Flügelschlags, der scharfe Blick des Raubvogels und das hektische Übersurren der Drohne und ihren nachfolgenden trudelnden Absturz.

Es ist eine echte Glanzleistung, aus der guten alten Friedenstaube nun einen angreifenden Adler zu machen. Peng! Und wieder was für den Weltfrieden getan…

Wer ist hier was? Was ist hier wer? Im schummrig-psychologischen „Telos“ dieser Serie sind die Friedlichen schwarz, kollektivistisch, Frauen und im Geiste des Adlers. Das Totemtier als Symbol der Treue und Wahrheitsliebe vermixt mit teutonischen Kraft-durch-Adler-Phantasien…

Farblich alles Grau in Grau. Erinnert an die Öde faschistischer und sozialistischer Protzbauten in Rom, Berlin, Peking und Moskau, an Alexanderplätze in aller Welt und Friedensaufmärsche unibraunblaugrau gekleideter „Brüder“ unter roten Fahnen mit und ohne weitere Symbole drauf. Eine sozialfaschistische Idealwelt tritt hier gegen eine nur-faschistische Heillosigkeit an. So wirkt es, tut mir Leid, und ich habe keinerlei Idee, was das eigentlich mit dem christlichen Glauben zu tun haben soll.

Plakatmotive sind um Jahrzehnte zurückgeblieben

Aber wenn wir schon rein weltlich-politisch denken wollen (warum auch nicht), dann möchte ich mal wissen, ob die Katholikentagsplaner nicht doch samt der Kirche „aus der Zeit gefallen sind“.

Bischof Genn von Münster (siehe Foto) behauptet allen Ernstes, die Kirche beweise mit einem solchen Erscheinungsbild, dass sie „nicht aus der Zeit gefallen“ sei, und Söding konnte natürlich die altbackene Leerformel von „den Zeichen der Zeit“, die man hier „erkenne“, nicht unterlassen.

Vielleicht sollte man diesen Leuten mal ein paar Zeitungsabos oder ein Tablet mit Internetzugang schenken, damit sie sich wieder „aggiornieren“. Sind die alle in den Seventies steckengeblieben?

Die tatsächlichen politischen Probleme scheinen sie einfach noch nicht mitbekommen zu haben, so etwas wie weltweite, sehr starke  Christenverfolgungen, wachsende „failed states“, globalen islamischen Terror und keine deutliche Abgrenzung der Islamgelehrten davon, verheerende Kriegsbilanzen der USA, zuletzt durch Hillary Clinton, eine unberechenbare Macht-Politik Putins, den Vorabend zu einem Ermächtigungsgesetz in der Türkei, in der jetzt schon 40.000 Menschen als angebliche Regimegegner gefangen gehalten werden ohne rechtlich relevanten Grund, darunter auch deutsche Staatsbürger, Friedlosigkeit durch die türkische Regierung auf unseren Straßen, randalierende Linksradikale, überdurchschnittlich hohe Kriminalitätszahlen unter viel zu vielen unkontrollierbaren „Flüchtlingen“ und hysterische Rechtsradikale, dies alles aber nach einer verheerend planlosen Migrationskrise durch die Regierung Merkel, die auch die EU an Abgrund gewirtschaftet hat und ein Amerika, das sich distanziert und aus der militärischen Beschützermacht zurückziehen will…

Fazit: Diese Werbung für den Katholikentag 2018 ist  —  geistig und geistlich gesehen  —  nicht katholisch, sondern für mein Empfinden eine Nostalgie-Veranstaltung im Geiste der linken Bewegungen in den Sixties und Seventies mit deutlich aggressiven, rassistischen und hetzerischen Untertönen. Anachronistisch also und postfaktisch sowieso!

Weitere tiefschürfende Artikel unserer Autorin, der Musikerin und Künstlerin Hanna Jüngling, finden Sie auf ihrem Blog: http://zeitschnur.blogspot.de/


Kardinal Simoni: Glaubensstarker Priester und Verfolgter unter kommunistischer Herrschaft

Drohungen, Verfolgung, Gewalt, dann die Ketten des Kerkers: Nichts von alldem war in der Lage, die menschliche und geistliche Statur von Ernest Simoni (siehe Foto) zu schwächen.

Der am 19. November 2016 von Papst Franziskus zum Kardinal ernannte 88-jährige Priester aus Albanien ist der zweite Kardinal in der Geschichte des Landes nach Mikel Koliqi, den das kommunistische Regime ebenfalls 37 Jahre lang eingekerkert hatte.

Kardinal Simoni blickte in diesem Interview mit der Vatikanzeitung »L’Osservatore Romano« auf wichtige Etappen seines Lebens zurück:

Woran denken Sie, wenn Sie sich an die Zeit der Verfolgung erinnern?

Mein erster Gedanke ist, dass es mir gelang, sie mit Hilfe der Gnade des HERR, der ich mich anvertraut habe, zu überwinden. Alles ist vorübergegangen, während ich gebetet, gehofft und versucht habe, mit der Kraft der Gnade, die aus der Liebe Gottes kommt, bis zum Ende auszuhalten.

Ich habe meine Peiniger nie gehasst. Ich wurde am 24. Dezember 1963 verhaftet, in der Weihnachtsnacht, während der Messfeier in der Kirche von Barbullush. Man hat mich mit der Begründung »Agitation und Propaganda« zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt. Ich habe die Strafe in den Gefängnissen von Rubik, Vlorë, Laç, Elbasan verbüßt und war dann zehn Jahre im Gefängnis von Spaç, wo ich in den Bergwerken gearbeitet habe.

Nach 1990 und der wiedergewonnenen Freiheit habe ich in den Pfarreien von Barbullush und Trush, in Fushë Arrëz Dienst getan und überall dort, wohin mich die Gläubigen gerufen haben.

Gab es besonders schwierige Augenblicke?

Ich erinnere mich, dass auch ich zusammen mit weiteren zwölf Gefangenen 1973 bei der Revolte im Gefängnis von Spaç zum Tod durch Erschießen verurteilt wurde –  und zwar aufgrund der – unwahren – Beschuldigung, zu den Verantwortlichen der Unruhen zu gehören. Aber die Sigurimi, die Geheimpolizei, hatte alle Phasen der Revolte gefilmt, so haben sie meine Unschuld erkannt und ich wurde nicht hingerichtet.

Eine andere sehr harte Zeit war, als sie mich in Ketten gelegt hatten und ich fast gestorben wäre. Nachdem ich die ganze Strafe abgebüßt hatte, kam ich 1981 frei und habe bis 1990 in den Abwasserkanälen gearbeitet. Vorher hatte ich in einigen Dorfpfarreien Dienst getan: Kabash, Pukë, Kukël, Gocaj, Barbullush, Mal i Jushit, Torrovicë, Sumë.

Wie ist heute die Situation der Kirche in Albanien?

In Albanien gab es eine sehr schwierige Zeit, vor allem für die Kirche. Zur Zeit ist die Situation gut, das Volk ist fromm. Ich hoffe, dass es einen erneuerten Elan geben wird, um alle Albaner durch das gemeinsame Gebet zu Gott zu führen.

Ich werde weiter dem Volk Gottes dienen, wie ich das immer getan habe, um die Liebe Jesu zu verbreiten und das Heil zu verkünden, das allein von ihm kommt. Manchmal feiere ich die heilige Messe in der Kathedrale oder in meiner Pfarrei.

Ich bin bereit, wohin auch immer man mich einlädt, Gottesdienst zu feiern und meinen Rat zu geben, damit alle Jesus näherkommen. Ich empfehle immer das Gebet des Rosenkranzes zur Gottesmutter, die möchte, dass die ganze Welt gerettet wird.

Quelle und Fortsetzung hier: https://poschenker.wordpress.com/2017/03/15/ich-habe-meinen-peinigern-vergeben/


Kardinal Müller: Die Zukunft der Kirche hängt nicht von Fatima oder Lourdes ab

Nach Ansicht von Kurienkardinal Gerhard Müller übertreiben manche Katholiken die Bedeutung von Privatoffenbarungen, „als ob sie fast ein Dogma seien“.

Gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur ANSA wies der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation darauf hin, daß auch die von der Kirche approbierten (erlaubten, „anerkannten“) Erscheinungen für die Gläubigen nicht verbindlich sind:

„Selbst wenn sich die Kirche für ein solches Phänomen ausgesprochen hat, ist kein Katholik verpflichtet, dorthin zu gehen oder daran zu glauben.“

In puncto Medjugorje erklärte der Kirchenmann und frühere Oberhirte von Regensburg, die Klärung dieser Ereignisse werde weitere Zeit benötigen, doch im Moment gehe es darum, die pastorale Situation zu regeln. Hinsichtlich der dortigen Visionäre sagte der Glaubenspräfekt: 

„Was die Rolle der Seher anbelangt, muß ich als Katholik sagen, daß wir uns auf Jesus Christus konzentrieren sollen.“ 

Er fügte grundsätzlich hinzu: „Es gibt vielleicht einige Privatoffenbarungen, aber sie ersetzen nicht die einzige Offenbarung Gottes durch Jesus Christus.“

Für die Kirche sei Medjugorje nicht von Bedeutung  –  und auch betreff der kirchlich gebilligten Erscheinungsstätten gelte, daß sie religiös hilfreich sein können, aber die „Zukunft der Kirche“ hänge nicht von Fatima oder Lourdes ab.

Quelle für die Zitate (italienisch): http://www.ansa.it/sito/notizie/topnews/2017/03/03/medjugorje-mueller-troppe-esagerazioni_f2c6e8b5-e3e8-47c0-9e90-42d3a47b93d2.html

Foto: Bistum Regensburg


Apostel Paulus: Wir sind Diener Christi und Verwalter der Geheimnisse Gottes

Heutige liturgische Sonntags-Lesung der kath. Kirche: 1 Kor 4,1-5:

Brüder! Als Diener Christi soll man uns betrachten und als Verwalter der Geheimnisse Gottes. Von Verwaltern aber verlangt man, dass sie sich treu erweisen. jesus

Mir macht es allerdings nichts aus, wenn ihr oder ein menschliches Gericht mich zur Verantwortung zieht; ich urteile auch nicht über mich selbst.

Ich bin mir zwar keiner Schuld bewusst, doch bin ich dadurch noch nicht gerecht gesprochen; der HERR ist es, der mich zur Rechenschaft zieht.

Richtet also nicht vor der Zeit; wartet, bis der HERR kommt, der das im Dunkeln Verborgene ans Licht bringen und die Absichten der Herzen aufdecken wird. Dann wird jeder sein Lob von Gott erhalten.

 


Der Jünger Matthias ersetzt Judas als Apostel

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Apg 1,15-17.20a.20c-26: Petrus-paulus - Kopie

In jenen Tagen erhob sich Petrus im Kreis der Brüder – etwa hundertzwanzig waren zusammengekommen – und sprach:

Brüder! Es musste sich das Schriftwort erfüllen, das der Heilige Geist durch den Mund Davids im voraus über Judas gesprochen hat. Judas wurde zum Anführer derer, die Jesus gefangennahmen. Er wurde zu uns gezählt und hatte Anteil am gleichen Dienst.

Denn es steht im Buch der Psalmen: Sein Amt soll ein anderer erhalten!

Einer von den Männern, die die ganze Zeit mit uns zusammen waren, als Jesus, der HERR, bei uns ein und aus ging, angefangen von der Taufe durch Johannes bis zu dem Tag, an dem er von uns ging und in den Himmel aufgenommen wurde, einer von diesen muss nun zusammen mit uns Zeuge seiner Auferstehung sein.

Und sie stellten zwei Männer auf: Josef, genannt Barsabbas, mit dem Beinamen Justus, und Matthias.

Dann beteten sie: HERR, du kennst die Herzen aller; zeige, wen von diesen beiden du erwählt hast, diesen Dienst und dieses Apostelamt zu übernehmen. Denn Judas hat es verlassen und ist an den Ort gegangen, der ihm bestimmt war.

Dann gaben sie ihnen Lose; das Los fiel auf Matthias, und er wurde den elf Aposteln zugerechnet.

 


Apostel Petrus: Seid keine Beherrscher eurer Gemeinden, sondern Vorbild für die Gläubigen

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: 1 Petr 5,1-4: Petrischlüssel

Brüder! Eure Ältesten ermahne ich, da ich ein Ältester bin wie sie und ein Zeuge der Leiden Christi und auch an der Herrlichkeit teilhaben soll, die sich offenbaren wird:

Sorgt als Hirten für die euch anvertraute Herde Gottes, nicht aus Zwang, sondern freiwillig, wie Gott es will; auch nicht aus Gewinnsucht, sondern aus Zuneigung; seid nicht Beherrscher eurer Gemeinden, sondern Vorbilder für die Herde!

Wenn dann der oberste Hirte erscheint, werdet ihr den nie verwelkenden Kranz der Herrlichkeit empfangen.

 


Die „Sicherheitskonferenz“ auf dem Prüfstand

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Am 18./19. Februar fand in München die 53. „Sicherheitskonferenz“ statt. 30 Staats- und Regierungschefs, mehr als 70 Außen- und Verteidigungsminister kamen dazu nach München.

Eine Veranstaltung der Superlative! Sie wurde von einem riesen Aufgebot von Polizisten abgesichert. Im Vorfeld wurde diese Konferenz als „historisch“ qualifiziert.

Was ist das Ergebnis? Hat diese Sicherheitskonferenz mehr Sichegindertrheit für die Welt gebracht? Sind Probleme gelöst worden, die die Sicherheit gefährden, z.B. in der Ukraine, in Syrien, zwischen Israelis und Palästinensern, im Kampf gegen die Terroristen der IS, in Afghanistan, in der Auseinandersetzung zwischen Iran und Saudi Arabien? Man könnte noch einige Krisenherde hinzufügen.

BILD: Prof. Gindert leitet den Kongreß „Freude am Glauben“ und das „Forum Deutscher Katholiken“

Es haben sich keine der ehemaligen Verfeindeten miteinander ausgesöhnt. Konferenzteilnehmer haben meist gut bekannte Statements abgegeben. Die Amerikaner haben von ihren NATO Partnern gefordert, ihre Verteidigungsanstrengungen auf 2% der Wirtschaftskraft ihres Landes anzuheben. Für Deutschland liegt der Wert bei derzeit 1,2%. Die Forderungen der Amerikaner sprechen auch nicht dafür, dass man die Sicherheit für gefestigt ansieht.

Von einer Aufbruchsrhetorik, die Begeisterung und eine Zukunftsperspektive weckt, war wenig zu spüren. Da geht der Blick in die Geschichte zurück.

Vor rund 200 Jahren gab es auch einen Kongress. Er hieß „Wiener Kongress“ und versuchte nach den Napoleonischen Kriegen eine Neuordnung und einen Ausgleich zwischen den Kriegsparteien. Das besiegte Frankreich war Verhandlungspartner. Die Monarchen nannten sich damals noch „von Gottes Gnaden“.

Sieht man von Kriegen ab, in die einzelne Länder verwickelt waren, dauerte es rund 100 Jahre bis zum nächsten großen Krieg, es war der 1. Weltkrieg. Nach ihm diktierten die Sieger einen Diktatfrieden. Die Besiegten saßen nicht am Verhandlungstisch. Die Sieger bemühten sich nicht um einen Frieden, der zugleich ein Ausgleich war. Die Folgen sind bekannt.

Nach dem II. Weltkrieg gab es zwischen den „Erbfeinden“ Deutschland und Frankreich eine echte Zukunftsperspektive und einen dauerhaften Frieden mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft als Vehikel. Die Friedensordnung schufen Robert Schumann, Konrad Adenauer und Alcide de Gaspari. Alle drei waren praktizierende Christen, um es genauer zu sagen: Katholiken.

Die christliche Haltung dieser drei Staatsmänner war wichtiger als ihre Nationalität. Da fällt einem bei der „historischen“ 53. Sicherheitskonferenz von München und ihren Ergebnissen das Wort Christi ein „Ohne mich könnt ihr nichts tun“, wenn es Bestand haben soll.