Der starke Glaube des römischen Hauptmanns

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Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Mt 8,5-11:
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In jener Zeit, als Jesus nach Kafarnaum kam, trat ein römischer Hauptmann an ihn heran und bat ihn: Herr, mein Knecht liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen.
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Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen.
Da antwortete der Hauptmann: Herr, ich bin nicht würdig, dass du mein Haus betrittst; aber sprich nur ein Wort, dann wird mein Knecht gesund.
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Auch ich muss Befehlen gehorchen, und habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er es.
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Jesus war erstaunt, als er das hörte, und sprach zu denen, die ihm nachfolgten:
Wahrlich, das sage ich euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem gefunden.
Ich sage euch: Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tische sitzen.
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Laßt uns anlegen die Waffen des Lichts!

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Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Röm 11,13-14:
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Bedenkt die gegenwärtige Zeit: Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf. Denn jetzt ist das Heil uns näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden.
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Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe. Darum lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts.
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Lasst uns ehrenhaft leben wie am Tag, ohne maßloses Essen und Trinken, ohne Unzucht und Ausschweifung, ohne Streit und Eifersucht.
Legt als neues Gewand den Herrn Jesus Christus an.
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Mein Aufruf zu einem „stillen Advent“ mit geschichtlicher Besinnung

Von Almut Rosebrock

1789 – 1914 – 1939 – 1949 – 1989 – 2019

Vor 105 bzw. 80 Jahren tobten schlimme Kämpfe auf den Kriegs-Schlachtfeldern in Frankreich und Belgien. Der Bonner Maler August Macke war im Herbst 1914 bereits gefallen – neben vielen andere hoffnungsfrohem jungen Männern, die voller ELAN in den Krieg gezogen waren: https://de.wikipedia.org/wiki/August_Macke

Wieviel LEBEN wurde dadurch für immer verhindert? Auf allen Seiten –  man darf in dem Gedenken niemanden ausschließen.

Wieviele jung Verlobte oder schnell Verheiratete blieben im Krieg – konnten gar nicht erst eine Familie gründen? Wieviele Mütter verloren ihre Söhne, Kinder ihre Väter und Großväter, ihre Geschwister – ein Bruder sowohl meiner Schwiegermutter als auch des Schwiegervaters blieb im KRIEG! Unsere Verwandtschaft könnte ganz anders aussehen … !

Und die NS-Verfolgung der Regime-Gegner, -Kritiker, „Ungewollten“ oder „Gehassten“ – sie wurden in Lager verschleppt und nicht selten grausam umgebracht.

In der kath. Hofkirche bzw. Kathedrale in Dresden wird einiger junger katholischer Geistlicher gedacht, die sich der Diktatur entgegenstellten – und das mit dem Leben bezahlten!

Im Totensonntaggedenken bei uns wurde dieses Jahr der Name „Renate Bethge, 93 Jahre, Viliprott“ verlesen. Sie war die Frau von Eberhard Bethge, des Schülers und theologischem Weggefährten von Dietrich Bonhoeffer, der es sich zur LEBENSAUFGABE gemacht hat, dessen Werke zu sichten und zu veröffentlichen.

Ohne ihn wäre Bonhoeffer ganz sicher nicht so bekannt, wie er es heute ist – er gehörte, nach seiner kritischen Arbeit auch schon zuvor, mit zum Kreis der Attentäter um Stauffenberg und wurde noch am 9. April 1945 von den Nazis hingerichtet.

Aus dem Gefängnis schrieb er zahlreiche Briefe an seine Verlobte Maria von Wedemeyer, die im Buch „Brautbriefe Zelle 92“ – Vorwort E. Bethge  – veröffentlicht sind: https://www.amazon.de/Brautbriefe-Zelle-Bonhoe…/…/3406608914

Das Leiden, Sterben, Verlorensein aufgrund der Diktaturen und Kriege – die aus „entarteter Macht“ heraus entstanden und sich entfachten – ist unermesslich.

Ich nehme in meine Betrachtung bewusst die Napoleon-Feldzüge mit hinein, die auf die Französische Revolution von 1789 – die auch viele Menschenleben kostete – folgten und die französischen Heerführer bis nach Rußland und Skandinavien auf „Eroberungsfeldzüge“ brachte!

Große Teile Deutschlands wurden in den Jahren französisch. Von 1803 – 1806 erfolgte unter Napoleons Ägide die „Säkularisation“, die Enteignung der Kirchen und Klöster – die die weitere Geschichte mit „prägte“.

Erst im Oktober 1813 gelang es, unter Zusammenschluss der Heere aus Russland, Österreich, Schweden, Polen, Preußen, usw., also wirklich einer „europäischen Gemeinschaftsaktion“, Napoleon mit seinen Heeren – denen sich teils auch deutsche Soldaten (gezwungenermaßen) angeschlossen hatten – in der Völkerschlacht bei Leipzig zurückzuschlagen.

Im Oktober 1913 wurde das Denkmal dieser Völkerschlacht ebendort eingeweiht: https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=v%C3%B6lkerschlachtdenkmal

Es stellt einen großen Turm dar – und das „Meer der Tränen“ im davorliegenden Bassin, das den Turm spiegelt.
Ob sich die Planer und Erbauer 1913 träumen ließen, wie bald Deutschland wieder in einen heftigen Krieg verwickelt sein würde?

DEMUT – BUßE – UMKEHR – GEDENKEN – INFORMATION zur GESCHICHTE – BESINNUNG – INNEHALTEN – KONSUMVERZICHT.

Das wären für mich Punkte, die der STILLE ADVENT 2019 beinhaltet. Ich werde ihn so leben und rufe Multiplikatoren dazu auf, ebenso zu gedenken. 

In dieser Vorbereitungszeit für Weihnachten, die GEBURT des Erlösers JESUS CHRISTUS, dessen wir gedenken, sich selbst etwas zurückstellen – und der MENSCHLICHKEIT, der FEHLBARKEIT, des LEIDENS, der VERSTORBENEN gedenken.

Das alles jedoch nicht rückwärtsgewandt – es gibt auch Grund zu DANKBARKEIT!
Aber geschichtsvergessen sollten wir darüber nicht werden. Darum dieser Aufruf, denn der ADVENT ist traditionell eine BUß- und FASTENZEIT!

Am 13.2.1945 erfolgte der verheerende Bombenangriff – in 3 Wellen bis zum Vormittag des 14.2. – auf DRESDEN, das ich gerade besuchte.

In der kath. Hofkirche (liegt neben dem aktuell bestohlenen Grünen Gewölbe!) findet sich eine Gedenkkapelle mit einer „Meißner Madonna“ von 1974, es ist also Gedenken aus der DDR-Zeit.

An der Rückseite dieser Kapelle stehen Texte, die der Bischof von Dresden-Meißen am 12.2.1945 – also am Tag vor der Zerstörung der Stadt – gebetet hat.

Dieser Text beinhaltet Buße und ein Schuldbekenntnis für die „schlimme aktuelle Lage des Landes“.
Er endet mit einem ÜBERGABEGEBET des Lebens an GOTT, den SCHÖPFER und ERHALTER des Lebens!

Mich hat dieser Text, als ich letztens zum Gedenken an 30 Jahre Friedliche Revolution in Dresden war, sehr angesprochen. Ich war dankbar dafür.
In der wieder aufgebauten Frauenkirche jedoch fehlt mir das Gedenken und die Demut – was mich traurig macht(e)!

SELBSTÜBERHEBUNG und ÜBERMUT sowie GESCHICHTSVERGESSENHEIT sind nicht gut.

Der Altar der (evangelischen) Frauen-Kirche, 1726 auf dem Grund einer Vorgängerkirche gebaut, der den in Gethsemane im Gebet ringenden Jesus zeigt, der Stärkung durch einen Engel empfängt, sprach mich dagegen an.
In der Kreuzkirche (evang., 1897 durch einen Brand bereits zerstört gewesen) ist das Altarbild der gekreuzigte JESUS. 
In der Hofkirche ist es der zum Himmel auffahrende Christus – nach seiner Auferstehung!

Auch das macht mir meinen bzw. unseren Glauben kostbar und wertvoll.

Das Menschenleben und -Tun ist zerbrechlich. Es hat seinen Anfang – und sein Ende. Dazwischen liegt unser LEBEN – das SO oder SO verlaufen kann…

EHRE und DANK sei GOTT, dem HERRN!


GOTT schenkt uns Anteil am Los der Heiligen, die im Lichte sind

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Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Kol 1,12-20:
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Dankt dem Vater mit Freude! ER hat euch fähig gemacht, Anteil zu haben am Los der Heiligen, die im Lichte sind. ER hat uns der Macht der Finsternis entrissen und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes.
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Durch IHN haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden.
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ER ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene aller Schöpfung.
Denn in IHM wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare, Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten; alles ist durch IHN und auf IHN hin geschaffen.
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ER ist vor aller Schöpfung, in ihm hat alles Bestand. ER ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche.
ER ist der Ursprung, der Erstgeborene der Toten; so hat ER in allem den Vorrang. Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in IHM wohnen, um durch IHN alles zu versöhnen.
Alles im Himmel und auf Erden wollte ER zu Christus führen, der Friede gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut.

Ein konvertierter katholischer Priester und Familienvater plädiert für den Zölibat

Von Pfarrer Wolfgang Tschuschke

In der gegenwärtigen Diskussion um den Zölibat der Priester wird gerne darauf hingewiesen, dass es ja in der katholischen Kirche schon verheiratete Priester gibt: die unierten Priester der ostkirchlichen Riten und Konvertiten, die vorher ordinierte protestantische Pfarrer waren.

Es würde sich nun nahelegen, diese verheirateten Priester nach ihren Erfahrungen zu fragen und nach ihrer Meinung zum Thema Zölibat aufgrund ihrer Erfahrungen. Ich bin ein solcher verheirateter Priester.

Aber noch nie hat mich jemand nach meinen einschlägigen Erfahrungen gefragt, kein Gläubiger, kein Mitbruder und auch kein Bischof; keiner, der das Argument „es gibt doch schon verheiratete Priester“ für die Abschaffung des Zölibats im Munde führt.

Vielleicht ist es gut, wenn ich nun von mir aus etwas über meine Erfahrungen als verheirateter lutherischer Pfarrer und verheirateter katholischer Priester sage. Ich halte den Zölibat der Priester aus vielerlei Gründen für unverzichtbar. Hier will ich aber nur von meinen persönlichen Erfahrungen reden.

Neun Jahre lang war ich verheirateter lutherischer Pfarrer. Da hat alles zusammengestimmt. Meine Frau war (und ist) für mich eine wunderbare Stütze. Durch die Kinder gab es vielfältige Berührungen und Gemeinsamkeiten mit den Leuten in der Pfarrgemeinde durch Kindergarten und Schule und durch die musikalische Arbeit meiner Fr

Das evangelische Pfarrhaus ist ein sehr überzeugendes und erfolgreiches Modell als Lebens- und Arbeitsform. Für einen evangelischen Pfarrer ist es gut, verheiratet zu sein. Amt und Ehe passen zusammen.

Jetzt bin ich seit 28 Jahren katholischer Priester, zunächst mit verschiedenen kleineren Aufgaben bedacht, dann 13 Jahre als Krankenhausseelsorger, die letzten zwei Jahre im Ruhestand. Meine Grunderfahrung: evangelischer Pfarrer und katholischer Priester sind zwei sehr verschiedene Dinge. Der Priester wird in ganz anderem Maß in Anspruch genommen, und zwar erstens durch Gebet und Gottesdienst und zweitens von den Gläubigen.

Gebet und Gottesdienst: Im Protestantismus gibt es hier keine Verpflichtungen. Freilich soll ein Pfarrer ein Leben des Gebetes führen und mit der Heiligen Schrift leben. Aber er hat keine verpflichtende Regel. Ein durchschnittlich frommer lutherischer Pfarrer beginnt den Tag mit Losung (ein Vers aus dem Alten Testament) und Lehrtext (ein Vers aus dem Neuen Testament) aus dem Herrnhuter Losungsbuch, dazu noch ein kurzes Gebet oder eine Liedstrophe. Zeitbedarf fünf Minuten.

Der katholische Priester ist dagegen zum Stundengebet verpflichtet und wird „nachhaltig eingeladen“ (CIC can. 276), täglich das eucharistische Opfer darzubringen. Der Zeitbedarf für Stundengebet und Messe: zwei Stunden.

Aber nicht nur ein bestimmtes Zeitquantum wird durch Gebet und Gottesdienst beansprucht. Vielmehr soll das Stundengebet den ganzen Tag heiligen und strukturieren, von der Frühe bis zur Nacht. Im Kloster lässt sich das leicht verwirklichen. Für einen in der Seelsorge tätigen Priester ist das schon schwieriger. Und für einen verheirateten Priester erst recht.

Evangelischer Pfarrer und katholischer Priester werden zweitens in sehr unterschiedlichem Maß durch die Gläubigen in Anspruch genommen. Es sind vor allem die drei Sakramente Eucharistie, Beichte und Krankensalbung, zu deren Spendung der katholische Priester immer bereit sein muss.

Als Krankenhauspfarrer habe ich knapp 400 Krankensalbungen pro Jahr gespendet oder, wie man heute sagt, gefeiert; die meisten als Sterbesakrament – „letzte Ölung“. Zu jeder Tages- und Nachtzeit, denn die Menschen halten sich beim Sterben nicht an irgendwelche Bürozeiten.

Evangelische Christen haben dieses Sakrament nicht und können im allgemeinen gut ohne Pfarrer sterben. Nur in seltenen, besonderen Fällen lassen sie den Pfarrer oder die Pfarrerin holen.

Die Beichte ist nicht abgeschafft im Protestantismus. In den neun Jahren als evangelischer Pfarrer habe ich im ganzen eine Beichte gehört. In meinen ersten neun Jahren als katholischer Priester waren es einige tausend. Und das gerne zu familienunfreundlichen Zeiten, z. B. Samstag von 19 bis 22 Uhr.

Schließlich die Eucharistie. Weil immer noch recht viele Katholiken dem Sonntagsgebot der Kirche folgen, ist der katholische Priester sonntags in stärkerer Weise gefordert als sein evangelischer Kollege. Ich habe durchgehend an jedem Sonntag drei oder zwei Gottesdienste zu halten gehabt. Familienfeste, Familienbesuche? Da musste ich Vertretungen besorgen, und das war nicht immer leicht. Mein evangelischer Kollege dagegen hielt vierzehntäglich Gottesdienst – an jedem zweiten „Wochenende“ war er frei.

Ich will mit dem allem nicht sagen, dass evangelische Pfarrer weniger tun als katholische. Durchaus nicht. Aber sie sind in ihrem Tun viel weniger fremdbestimmt. Und das macht ihren Beruf familienfreundlich.

Die Zeiten ändern sich. Katholische Priester gleichen sich mehr und mehr ihren protestantischen Kollegen an. Eine große Befragung von Priestern in den Jahren 2012 bis 2014 hat gezeigt, dass ein Viertel der Priester selten oder nie das Stundengebet verrichtet. Zunehmend verzichten die Mitbrüder auf die tägliche Zelebration der hl. Messe.

Auch das Kirchenvolk passt sich den protestantischen Mitchristen immer mehr an. Sonntagspflicht, Sakramentenempfang? Mit der Verflüchtigung des traditionellen katholischen Milieus werden Fremdworte daraus, und damit nimmt auch die Beanspruchung der Priester ab.

Ich befürchte, dass man bei dieser Entwicklung die Verpflichtung zum Zölibat schließlich nicht mehr aufrecht erhalten kann. Ob man damit aber eine nennenswerte Zahl von jungen Männern (oder demnächst auch Frauen) für den Priesterberuf gewinnen kann, möchte ich angesichts der Krise des Pfarrer- bzw. Pfarrerinnennachwuchses im Protestantismus durchaus bezweifeln.

Aber ich wollte ja von meinen Erfahrungen berichten und nicht meine Prognosen ausbreiten. Ich habe das Glück, dass meine Frau meinen Beruf mitträgt. In unseren Anfangszeiten war sie mit Leib und Seele Pfarrfrau. Die Konversion war ein gemeinsamer Weg, und jetzt trägt sie geduldig alle Einschränkungen des Familienlebens, die mein Priesterberuf mit sich bringt.

Ja, in mancher Hinsicht geht sie mir im geistlichen Leben voran. Eine Priesterehe ohne diese geistliche Übereinstimmung? Das kann ich mir schlechterdings nicht vorstellen. Aber ich kenne evangelische Ehen, wo die Frau mit dem Pfarrerberuf ihres Mannes nicht eigentlich etwas zu tun haben will.

Eine Beobachtung will ich schließlich noch anführen. In meiner Kindheit und Jugend, als Student und als junger Pfarrer bin ich vielen evangelischen Pfarrern begegnet. Sie haben mich vielfältig angeregt und vorangebracht in meinem Glauben und Denken. Drei von ihnen aber haben mir nicht nur Anregungen gegeben, sondern einen prägenden Einfluss auf mich ausgeübt, und ich denke, dass ich ohne sie nicht katholisch geworden wäre. (Mich katholisch zu machen, war keineswegs ihre Absicht; sie selbst sind diesen Weg nicht gegangen.)

Diese drei für mich so wichtigen Pfarrer waren zölibatär lebende Geistliche. Im Protestantismus ist der Zölibat ja nicht verboten. Sie hatten gerade als Unverheiratete die Zeit und die Freiheit, sich um einen Schüler, Studenten und schließlich um einen jungen Mitbruder zu kümmern. Sie waren geistlich sehr profilierte Persönlichkeiten, die insofern für mich als jungen Menschen große Anziehungskraft besaßen.

Dass es gerade zölibatär lebende Pfarrer waren, die dieses geistliche Profil haben, will mir nicht als Zufall erscheinen.


Bayern: Der ABC-Kreis ermahnt die EKD

Pressemitteilung des Arbeitskreises Bekennender Christen in Bayern (ABC):

Angesichts sinkender Kirchenmitgliederzahlen haben der Nürnberger Regionalbischof Dr. Stefan Ark Nitsche und der ABC-Vorsitzende Till Roth zu mehr missionarischem Engagement aufgerufen.

Bei einer Veranstaltung des evangelikalen ABC in Nürnberg ermutigte Nitsche dazu, die christliche Botschaft klarer zu bekennen: „Wir trauen uns häufig nicht zu dem zu stehen, was unsere Botschaft ist. Aber wenn die Menschen zu uns kommen, erwarten sie, dass wir zu dieser Botschaft stehen.“

Er verwies darauf, dass der Prozess „Profil und Konzentration“ (PuK) der bayerischen Landeskirche als erste Aufgabe benenne, Christus zu verkündigen.

Roth, der Dekan im unterfränkischen Lohr am Main ist, hob den Aufbau eines missionarischen Gemeindeaufbaus hervor: „Viele Menschen werden getauft und haben dennoch keine Verbindung zum Evangelium.“

Kirchenaustritte, so Roth, seien in der Regel die Folge einer inhaltlichen Distanz. Dem könnten nicht allein Pfarrer entgegenwirken, vielmehr müssten alle Gläubigen ermutigt werden, den Glauben in ihrem Umfeld weiterzutragen – dies müsse im Zentrum des Gemeindeaufbaus stehen.

Man müsse zwar die gesellschaftlichen Trends zur Kenntnis nehmen, die eine schnelle Veränderung bei der Mitgliederentwicklung der Kirchen nicht erwarten ließen. Doch zugleich gelte: „Wo Menschen zum lebendigen Glauben an Christus kommen, wo sie umkehren, werden Prognosen durchkreuzt.“

Regionalbischof Nitsche zeigte sich offen für Überlegungen, die Kirchensteuer für junge Erwachsene zu reduzieren. Im Alter zwischen 20 und 30 würden Menschen häufig erstmals mit der Zahlung der Kirchensteuer konfrontiert, während sie in der Kirche keine attraktiven Angebote für sich erkennen könnten.

Nach Einschätzung des ABC-Vorsitzenden Roth wären Eingriffe bei der Kirchensteuer lediglich ein Kurieren an Symptomen. Entscheidend für die Kirchenmitgliedschaft seien inhaltliche Fragen.

Unterschiedliche Positionen bezogen Nitsche und Roth in der vom Chefredakteur des Evangelischen Sonntagsblatts, Helmut Frank, moderierten Diskussion auch in der Frage, wie politisch Kirche auftreten soll.

Nach Einschätzung des ABC-Vorsitzenden Roth ließen sich viele Veröffentlichungen wie zuletzt nach der EKD-Synode in Dresden kaum von dem unterscheiden, was auf Parteitagen gesagt werde. Mit Blick auf die Thematik Krieg und Frieden, die bei der EKD-Synode behandelt wurde, fragte er: „Wo bleibt das Wort vom Frieden, den Christus durch seinen Tod am Kreuz zwischen Gott und den Menschen gestiftet hat?“

Besonders kritisch sei, so Roth, wenn Amtsträger wie Bischöfe sich mit eindeutigen Positionen in das politische Tagesgeschäft einmischen würden.

Demgegenüber sagte Regionalbischof Nitsche, dass sich aus dem Frommsein auch politische Konsequenzen ergeben würden. Allerdings müsse bei politischen Aussagen der Kirche der Bezug zur befreienden Botschaft von Christus immer deutlich werden.

In der konkreten Diskussion um eine Unterstützung der Seenotrettung durch die EKD rief er dazu auf, die Breite der Argumente aufzunehmen, die es dazu innerhalb der Kirche gebe.

Infos zum ABC Bayern: http://www.abc-bayern.de


Synodaler Weg: Stimmt die Zielrichtung?

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Im „Synodalen Prozess“, der im Dezember 2019 beginnt, beschäftigen sich die Arbeitskreise mit Sexualmoral, priesterliche Lebensform (Zölibat), Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche, Gewalt, Partizipation und Gewaltenteilung.

Sind das Themen der Kirche Jesu? Haben sie mit Glaubensvertiefung und Neuevangelisierung zu tun, die Papst Franziskus in seinem Brief an das „Pilgernde Volk in Deutschland“ angemahnt hat?

Sind es Anliegen, welche die Kirche aus ihrer tiefen Krise herausführen?

BILD: Prof. Gindert leitet das „Forum Deutscher Katholiken“

Konzentrieren wir uns auf die Themen „Macht, Partizipation und Gewaltenteilung“. Diese spielen in der Politik und in der Gesellschaft eine herausragende Rolle.

Aber in der Kirche? In der Kirche geht es um Dienst! „Machtausübung“ ist ihr wesensfremd. Das Wort und Beispiel Christi sagt es überdeutlich. So heißt es bei Matthäus:

„Ihr wisst, dass die Herrscher die Völker knechten und dass die Großen sie ihre Macht fühlen lassen. Nicht so soll es unter euch sein. Viel mehr, wer unter euch der Erste sein will, sei euer Diener“ (Mt. 20, 26-28).

Lukas schreibt im 22. Kapitel:

„Die Könige der Völker herrschen über sie und ihre Gewalthaber lassen sich Wohltäter nennen. Ihr aber nicht so! Sondern der Größte unter euch soll wie der Jüngste sein, der Gebieter wie der Dienende“ (Lk. 22, 25-26).

Im Johannesevangelium leuchtet das Beispiel Jesu auf:

„Jesus erhob sich vom Mahl, legte sein Obergewand ab und umgürtete sich damit. Dann goss er Wasser in ein Becken und schickte sich an, seinen Jüngern die Füße zu waschen“ (Joh. 13, 4-5).

Um einem Missverständnis vorzubeugen: Jesus wählt aus der Jüngerschar die 12 Apostel aus und gewährt ihnen Vollmacht. Das wird deutlich, als er nach der Auferstehung den Aposteln im Abendmahlsaal erscheint und ihnen die Vollmacht zur Sündenvergebung gibt.

Schon in der Jerusalemer Urgemeinde und in den von Paulus gegründeten Gemeinden war es notwendig, Verhältnisse zu regeln und zu korrigieren.

Wir haben in der Kirchengeschichte Beispiele von Machtmissbrauch, aber auch die Erinnerungen an den Dienstcharakter der übertragenen Macht.

Das geschieht manchmal mit drastischen Worten, wie z.B. bei Katharina von Siena. Sie mahnte Bischöfe und den Papst, ihren Dienstaufgaben nachzukommen. Was ihr aber nicht über die Lippen kam, waren Worte wie Machtumverteilung, Gewaltenteilung oder Partizipation an der Macht.

Wo Machtmissbrauch bei Bischöfen, Pfarrern oder auch bei Laien im kirchlichen Dienst vorkommt, ist der Dienstcharakter der „Machtausübung“ zu verlangen. Das ist nicht nur möglich, sondern sogar gefordert!

Das Vorhaben des „Synodalen Weges“, mit „Macht- und Gewaltenteilung“ den Dienstcharakter der Kirche zu ändern, evtl. auch, um dem Ziel des Frauenpriestertums näher zu kommen, widerspricht dem Wesen einer dienenden Kirche.