Evangelikale feierten an Fronleichnam einen Christustag in Bayern und Baden-Württemberg

Kirchenkrise ist eine Chance zur Erneuerung

Der ABC-Vorsitzende Dekan Till Roth hat davor gewarnt, angesichts sinkender Mitgliederzahlen die Botschaft der Kirche zu verwässern. (ABC = Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern.)

In seiner Predigt beim Christustag im unterfränkischen Lohr erinnerte er daran, dass auch Jesus keine Kompromisse gemacht habe, um seine Botschaft scheinbar eingängiger zu machen.

In der heutigen Kirchenkrise komme es zunächst nicht auf kirchliche Strategien an, sondern vielmehr darauf, sich immer wieder neu an Jesus zu orien­tieren, so Roth:

„Jesu Worte sind Geist und Leben – größere Mittel zur Überwindung von Glaubens- und Kirchenkrisen gibt es nicht.“ 

Ebenfalls in Lohr am Main rief der ehem. Vorsitzende der Deutschen Evange­lischen Allianz, Prof. Rolf Hille, dazu auf, in der Kirchenkrise eine Chance zur Erneuerung zu sehen: „Es muss ein Ruck durch die Volkskirche gehen.“

Eine flächendeckende Versorgung der Kirchenmitglieder lasse sich nicht mehr durchhalten, die Kirchen sollten sich vielmehr auf den Wandel hin zu Freiwillig­keitskirchen ein­stellen: „Wir müssen vom Beamtendenken und der Versorgungs­mentalität weg kommen hin zu einer vom Pioniergeist erfüllten Kirche“, so Hille.

Pfarrer Dirk Acksteiner rief beim Christustag im oberfränkischen Lichtenfels dazu auf, sich nicht durch den Blick auf kirchliche Statistiken deprimieren zu lassen. Auch wenige Christen könnten viel bewirken.

Zu den Erfahrungen der Corona-Zeit gehöre, dass Kirche nicht als systemrelevant empfunden werde, stellte der Rektor der Stiftung Hensoltshöhe, Pfarrer Dr. Wolfgang Becker, beim Christustag im mittelfrän­kischen Unterschwaningen fest.

Während frühere Not- und Seuchenzeiten oft zu einer intensiveren Frömmigkeit geführt hätten, sei davon heute weit und breit nichts zu sehen: „Gott kommt im öffentlichen Diskurs kaum vor“. Zugleich habe Corona gezeigt, „dass wir unser Leben nicht wirklich im Griff haben“, so Becker. 

Der Mikrobiologe Prof. Siegfried Scherer sagte beim Christustag in München, ihm bereite die medizinische Krise weniger Sorge als die geistliche Krise, die mit der Corona-Pandemie verbunden sei:

Corona führe zu Spaltungen nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch in christlichen Gemeinden. Dabei komme es gerade jetzt darauf an, die Einheit im Glauben an Jesus Christus in den Mittelpunkt zu stellen.

Majorin Dr. Constanze Pfund von der Heilsarmee wies in ihrer Predigt darauf hin, dass auch Christen von Krisen nicht verschont blieben. Doch sie dürften wissen, dass Jesus mit ihnen geht – gerade in Krisen.

Dabei helfe das Vertrauen in Gottes Wort und die Gewissheit, dass letztlich auch Krisen zur Ehre Gottes dienen.

Bei den Veranstaltungen in Bayreuth und Neudrossenfeld stand das digitale Angebot des Christustags im Mittelpunkt. Insgesamt kamen zu den sechs Veranstaltungen in Bayern rund 400 Besucher, die meisten mit rund 110 in Unterschwaningen.

Erstmals fand der Christustag zeitgleich in Bayern, Württemberg und Baden statt. Dank zahl­reicher digitaler Angebote sowie der Übertragung im Radiosender ERF Plus und auf Bibel TV konnten zahlreiche Menschen den Christustag, der unter dem Motto „Mit Jesus durch die Krise“ stand, trotz Corona mitfeiern.


Evangelikaler ABC-Kreis veranstaltete Christustag in Bayern mit 1700 Besuchern

Sächsischer Landesbischof Rentzing betont Christusglaube

Friede mit Gott ist nur im Glauben an Jesus Christus zu finden. Diese Botschaft stand im Mittelpunkt des vierten bayerischen Christustags, der vom Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC) organisiert wurde. 

Der sächsische Landesbischof Dr. Carsten Rentzing machte als Hauptredner beim Christustag in Bayreuth deutlich, dass die entscheidende Frage nicht sei, was Christen glauben, sondern an wen sie glauben: Jesus Christus. Er sagte: „Der Glaube an ihn ist allmächtig, weil ich glauben kann und darf, dass er in allem mächtig ist.“

Auf die Frage, warum die Kirchen immer leerer würden, antwortete der sächsische Landesbischof, er fürchte, viele Christen seien schläfrig geworden: „Wir können von den jungen Kirchen lernen, die von einer großen Leidenschaft für Christus geprägt sind.“ 

Der ABC-Vorsitzende Dekan Till Roth rief beim Christustag in Lauf an der Pegnitz dazu auf, die Glaubensvermittlung ins Zentrum allen kirchlichen Handelns zu stellen: Gemeindemitglieder müssten gestärkt und dazu ausgebildet werden, um in ihrem persönlichen Umfeld vom Glauben zu sprechen. Evangelistisch begabte Menschen seien aber auch als Hauptamtliche in der Kirche wichtig.

Den Glauben in den Alltag hineinzunehmen – dazu rief in Wieseth im Dekanat Feuchtwangen der mittelfränkische Polizei-Vizepräsident Roman Fertinger auf.

Der Generalsekretär der  Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, ging in seinem Vortrag auf den Anschlag in Las Vegas ein. Der tiefe Grund für Streit, Hass und Krieg liege darin, dass der Mensch seine Mitte, die Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott, verloren habe. Darum sei es geradezu verrückt, das Kreuz als Symbol dafür, dass Gott mit den Menschen Frieden gemacht habe, aus der Öffentlichkeit zu verbannen.

Der ehemalige Sprecher des ABC, Dr. Wolfhart Schlichting, betonte bei seiner Predigt in der Regensburger Neupfarrkirche, der reformatorische Gedanke, dass der Friede allein im Glauben an Jesus zu finden sei, sei nicht abgrenzend zu verstehen, denn in Christus werde das Trennende überwunden. 

Auf diesen Aspekt machte beim Christustag in München auch Pastor Igor Swiderski von der Messianisch-Jüdischen Gemeinde aufmerksam: Im Neuen Testament werde deutlich, dass der Glaube an Jesus Juden mit Nichtjuden verbinde, weil Jesus selbst der Friede in Person sei.

Der Tübinger Theologieprofessor Dr. Hans-Joachim Eckstein, der in Bayreuth und Lauf sprach, ging u.a. auf die Frage nach dem Verhältnis von Glaube und Erfahrung ein. Ein Glaube, der sich an Gottes Liebe orientiere, frage weniger nach der eigenen Erfahrung als vielmehr danach, wie der eigene Glaube für andere erfahrbar gemacht werden könne. Insofern zeige sich ein starker Glaube vor allem darin, sich Schwachen zuzuwenden, auf Fragende einzugehen Zweifelnde zu begleiten und Unsichere zu ermutigen.  

Der Christustag Bayern fand zum vierten Mal nach 2012, 2014 und 2015 statt. Zu den Veranstaltungen an den fünf Veranstaltungsorten kamen rund 1.700 Besucherinnen und Besucher, die meisten davon nach Bayreuth (rund 600) sowie nach Wieseth im Dekanat Feuchtwangen (rund 500). In Wieseth fand auch ein gut besuchter Kinder-Familien-Mitmach-Gottesdienst mit dem Liedermacher und Pfarrer Johannes Roth statt.


Evangelikale sind uneins über Beteiligung am Evangelischen Kirchentag

Peter Hahne: „Finger weg vom Kirchentag!“

Sollten sich Pietisten bzw. Evangelikale am Evangelischen Kirchentag beteiligen? Um diese Frage ist es bei einem Christustag in Stuttgart am 15. Juni zu einem Schlagabtausch gekommen.

Vor rund 800 Zuhörern der von der Christus-Bewegung Lebendige Gemeinde organisierten Konferenz sagte der Fernsehmoderator und Bestsellerautor Peter Hahne, Pietisten sollten nicht bei dieser Veranstaltung mitmachen: „Finger weg vom Kirchentag!“Die Presse habe das letzte Protestantentreffen Ende Mai in Berlin als „belanglos“ kritisiert. 

BILD vom Kirchentag in Hamburg

Hahne zufolge geht es dem Kirchentag nicht darum, Jesus sichtbar zu machen und zur Nachfolge einzuladen. Das sei aber die eigentliche Aufgabe von Christen.

In einem Zwischenruf während Hahnes Ansprache sagte der Geschäftsführer der Christus-Bewegung, Pfarrer Rainer Holweger, dass sich seine Organisation am Kirchentag beteiligt habe, „damit die Besucher Jesus sehen“.

Nach Hahnes Vortrag erläuterte er, dass die Kirchentagsleitung die Christus-Bewegung gebeten habe, im Rahmen des Gesamtprogramms eine eigene Veranstaltung durchzuführen. Offensichtlich hätten die Macher eine Vielfalt geistlicher Angebote gewünscht, so Holweger.

Darauf entgegnete Hahne, dass man unterschiedliche Meinungen respektieren solle. Er habe „trotz der Möglichkeit, in den größten Hallen zu sprechen“, noch nie an einem Kirchentag mitgewirkt und werde es auch nie tun. 

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: http://www.idea.de/frei-kirchen/detail/christustag-schlagabtausch-um-pietistische-beteiligung-am-kirchentag-101427.html


Evangelische Kritik: Margot Käßmann leugnet die jungfräuliche Empfängnis Christi

Dipl.-Chem. Dr. Hans Penner, 76351 Linkenheim-Hochstetten

OFFENER BRIEF an Prof. Dr. Hans-Joachim Eckstein, Universität Tübingen

Sehr geehrter Herr Professor Eckstein,

wenn man eine Veranstaltung „Christustag“ nennt, steht die Frage im Mittelpunkt, wer denn Christus ist.

Wie der Liebenzeller Gemeinschaftsverband am 13.12.2013 mitteilte, „hat als prominenter Gast bereits Margot Käßmann, die Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum 2017, ihr Kommen angekündigt. Sie wird ein Grußwort zu den Besuchern sprechen.“ top8_003

Die ehem. Bischöfin Prof. Dr. Margot Käßmann hat in einem Interview mit dem SPIEGEL (22.7.2013) zur Frage nach dem Vater von Jesus gesagt:

„Da bin ich ganz Theologin des 21. Jahrhunderts. Ich glaube, dass Maria eine junge Frau war, die Gott vollkommen vertraut hat. Aber dass sie im medizinischen Sinne Jungfrau war, das glaube ich nicht… Ich denke, dass Josef im biologischen Sinne der Vater Jesu war.“

Mit ihrer Aussage zur Geburt Jesu lehnt Frau Käßmann das Apostolische Glaubensbekenntnis ab, das alle Christen einigt. Aus meiner Sicht ist Frau Käßmann deshalb keine Christin.

Es muß also nüchtern festgestellt werden, daß die Teilnehmer des Christustages 2014 durch eine Nichtchristin begrüßt werden sollen.

Sie sind der Hauptredner des Christustages 2014 und ebenfalls ein Theologe des 21. Jahrhunderts.

Zu fragen ist deshalb, ob Sie ebenso wie Frau Käßmann der Auffassung sind, daß Jesus nicht der Sohn Gottes ist, sondern der Sohn des Joseph war.

Ich nehme an, daß die geistlich wachen Christen an dieser Frage interessiert sind.  

Mit freundlichen Grüßen
Hans Penner