Impf-Bereitschaft hierzulande geht zurück

Das Tempo der Corona-Impfungen in Deutschland läßt nach. Das zeigt die Statista-Grafik auf Basis des Robert Koch-Instituts. So erhielten am 22. Juli 2021 rund 129.000 Menschen ihre erste Impfung. Zwei Wochen zuvor, am 8. Juli waren es noch rund 280.000 Personen.

Die Quote der vollständig geimpften Personen liegt aktuell bei 48,5 Prozent.

Seit Anfang März 2020 befragt das Covid-19 Snapshot Monitoring (Cosmo) der Universität Erfurt in regelmäßigen Abständen jeweils rund 1000 Personen zwischen 18 und 74 Jahren zu ihrer persönlichen Bereitschaft, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Dabei zeigen die jüngsten Daten einen Rückgang der Impfbereitschaft unter ungeimpften Befragten.

Quelle (Text / Grafik) und vollständiger Beitrag hier: https://de.statista.com/infografik/23877/impfungen-gegen-covid-19-in-deutschland/?utm_source=Statista+Newsletters&utm_campaign=ce2b7aff02-All_InfographTicker_daily_DE_AM_KW30_2021_Mo&utm_medium=email&utm_term=0_662f7ed75e-ce2b7aff02-314533529


Freiheitlicher Rechtsstaat in der Coronakrise

Von Dr. Axel Bernd Kunze

Die Coronapolitik, die uns jetzt schon länger in Atem hält, greift tief in die Strukturen der bürgerlichen Gesellschaft ein. Betroffen sind der Mittelstand, Familienbetriebe, der Kulturbetrieb, der Amateursport, die

Bildungsinstitutionen, die Foren gesellschaftlicher Debatte, die Lebendigkeit des öffentlichen Raumes, das Vereinsleben …

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist auch noch ungewiss, in welchem Maße es im kommenden Wintersemester wieder möglich sein wird, universitäres Leben in Präsenzform zu erfahren. Es werden politische Narben bleiben. Die Politik verliert an ohnehin schon fragilem Vertrauen, wenn sie den Eindruck erweckt, sie hätte die Macht, durch obrigkeitsstaatlichen Aktionismus  alle Gefährdungen auszuschließen. Auf Dauer werden sich verordnete Freiheitsbeschränkungen nicht als ihr Gegenteil verkaufen lassen. 

Doch die Debatte verschärft sich weiter: Das zunehmend lauter werdende Trommeln für eine ethisch nicht zu rechtfertigende, weder mit einem christlichen noch humanistischen Menschenbild zu vereinbarende Impfplicht (und dies leider auch von Politikern in erster Front, die sich eigentlich zum burschenschaftlichen Freiheitsideal bekennen sollten) ist nur ein Beispiel, wie rasant das Freiheitsbewusstsein in unserem Land schwindet – und viele scheinen ist nicht zu merken.

Dabei sollten die Erfahrungen der vergangenen Monate ein neues Gefühl für den Wert der Freiheit wecken, und eben nicht die Phantasie neuer Freiheitseinschränkungen beflügeln. Allemal Gründe genug, sich einmal mehr sozialethisch Gedanken über die Freiheit zu machen.

An der Wiege des modernen Rechts- und Verfassungsstaates steht der Wille zur Freiheit. Die Idee der Burschenschaft wurde geboren aus der Sehnsucht nach dem größeren Vaterland, dem einen Deutschland, und seiner inneren Freiheit.

Der moderne Verfassungsstaat strebt als Ideal die Freisetzung des Einzelnen an, garantiert als den hierfür notwendigen rechtlichen Rahmen Gleichheit und gewährleistet als Fundament soziale Sicherheit auch über existentielle Notlagen hinweg.

Freiheit aber ist niemals allein ein Recht, sondern ein politisch-pädagogischer Anspruch. Wer geistig erschlafft, sich der Trägheit, der Gleichgültigkeit, der Bequemlichkeit oder einschläfernder Sicherheit hingibt, wird über kurz oder lang auch freiheitsunmündig.

Im Prinzip der Freiheit findet die Aufgabe des Staates, den staatslegitimierenden Zusammenhalt und die innere Bindung des Staatsvolkes zu formen und zu festigen, ihre Grenze:

„Der freiheitliche Staat baut auf Werte und Gebundenheiten, welche die Freiheitsberechtigten entwickeln und an ihn herantragen. […] Die Freiheit des Bürgers ist dem Staat vorgegeben, das Freiheitsrecht wahrt eine staatsfreie Sphäre des Berechtigten, schirmt diese gegen ein Eindringen der öffentlichen Gewalt ab und stellt jeden Staatseingriff unter Rechtfertigungszwang“ – so der ehemalige Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof. In dieser Perspektive ist der Staat zunächst einmal gehalten, sich zurückzunehmen und den Entfaltungsraum seiner Bürger nicht zu beschränken.

Zwar ist der Staat zugleich zur Freiheitsvorsorge aufgerufen: Als Sozial- oder Kulturstaat hat er eine Verpflichtung zur Daseinsvorsorge, zur Hilfe bei existentieller Not oder auch zum Schutz derjenigen, die aus eigener Kraft (noch) nicht voll freiheitsfähig sind.

In der politischen Philosophie wie der politischen Praxis wird es aber immer wieder neu darauf ankommen, Freiheit in Beziehung zu setzen zum Anspruch auf Gerechtigkeit, Gleichheit und (soziale) Sicherheit – und zwar so, dass der umfassende und unteilbare Anspruch auf Freiheit, wie er für ein freiheitliches Gemeinwesen typisch ist, nicht reduziert oder unter Wert verkauft wird.

Der Staat trägt somit eine dreifache Freiheitsverpflichtung: Er hat die Freiheit der Individuen vom Staat zu achten und gleichzeitig für die Freiheit Vorsorge zu treffen, zum einen durch die Erfüllung bestimmter Schutzpflichten, zum anderen durch Teilhabe- und Leistungsansprüche.

Das komplementäre Verhältnis von Freiheit und Gleichheit, das den liberalen Rechts- und Verfassungsstaat kennzeichnet, muss in bleibender Spannung gehalten werden und darf weder einseitig in die eine noch die andere Richtung aufgelöst werden. Andernfalls droht im Extrem entweder ein unfreiheitlicher, egalitaristischer Umverteilungsstaat oder eine rein besitzindividualistische Gesellschaft, in der eine Politik des sozialen Ausgleichs von vornherein aufgegeben ist und soziale Folgeprobleme allenfalls als Sicherheits- und Machtfragen diskutiert werden.

Die Balance zwischen negativen und positiven Freiheitsrechten zu wahren, bedarf es einer Kultur des Maßes und eines robusten Toleranzgebotes. Der öffentliche Raum darf nicht durch partikulare Weltanschauungen, einen ideologischen Diskursgebrauch, Superlativtatbestände, Maximalforderungen ohne den notwendigen Willen zum Kompromiss oder verdeckte Zensurmaßnahmen einseitig besetzt werden. 

Gendersprache ist nur ein Beispiel, bei dem das Mäßigungsgebot im öffentlichen Raum gegenwärtig gefährdet ist. Gendersprache führt zu einem permanenten Bekenntniszwang und macht unfrei. Sie besetzt den öffentlichen und zunehmend auch kirchlichen Raum mit einer radikalkonstruktivistischen Weltanschauung, politisiert und moralisiert den alltäglichen Sprachgebrauch, zerstört Schönheit und Differenzierungs­fähigkeit unserer Sprache

Eine „erwachsene Freiheit“ (wie es vor Jahren einmal in der „Zeit“ hieß), eingebettet in eine umfassende akademische Kultur, die produktiv sein will und sich nicht falscher Sicherheit hingibt, zu verteidigen, bleibt ein zentrales Element einer bürgerlichen Gesellschaft – auch und gerade post coronam.

Lassen wir das letzte Wort heute unserem National- und Freiheitsdichter Schiller: „Du weißt, wie wohl einem bei Menschen ist, denen die Freiheit des anderen heilig ist.“

Wir danken dem Autor Dr. Kunze für seine freundliche Abdruckgenehmigung.
Den vollständigen Artikel lesen Sie auf seinem Blog: https://bildung-und-ethik.com/2021/07/25/schlaglicht-bedrohte-freiheit-oder-die-politischen-narben-einer-pandemie/


Immer mehr Corona-Tote zweimal geimpft

In Großbritannien zeichnet sich derzeit eine Entwicklung ab, die sich mit einigen Monaten Verzögerung wohl auch in Deutschland zeigen wird. Ein immer größer werdender Anteil der an Covid-19 Verstorbenen war zweimal geimpft...

Menschen mit geschwächtem Immunsystem wie Krebskranke oder Organtransplantierte haben, ebenso wie alte Menschen, allgemein ein erhöhtes Risiko, an Covid-19 zu erkranken und zu sterben. Und vieles deutet eben darauf hin, dass die Impfungen bei diesen Gruppen vor schweren Erkrankungen und Tod nicht so vollständig schützen, wie die Zahlen in den Studien an gesunden Menschen ergeben hatten.

Es sterben also in den Risikogruppen ebenfalls voll Geimpfte, wenn auch weniger als ohne Impfung. Die Delta-Variante erhöht diesen Anteil womöglich zusätzlich, um diesen Effekt einzuschätzen, fehlen aber derzeit noch die Daten.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.spektrum.de/kolumne/delta-variante-warum-unter-den-coronatoten-immer-mehr-geimpfte-sind/1889236


Viele US-Bundesstaaten bieten Impf-Lotterie

Der deutschsprachige Blog 1600 Penn, der sich auf Infos und Anaylsen zur amerikanischen Politik spezialisiert hat, informiert derzeit darüber, daß sich in den USA allmählich verstärkt eine Impfskeptische Haltung ausbreitet. Teils führt der Autor dies auf die sinkenden Infiziertenzahlen zurück, teils auf wachsende Bedenken von Bürgern hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen oder gesundheitliche Abwägungen.

Außerdem berichtet der Verfasser, um die eigene Bevölkerung zum Impfen zu motivieren, seien viele Bundesstaten „erfinderisch“ geworden und hätten eine Art Impf-Lotterie gestartet:

Jede Person, die sich impfen lässt, hat somit Chancen auf einen zumeist attraktiven Gewinn. In der Verlosung sind Geldgewinne (Hauptgewinn z.B. $1 Million), ein Jahr kostenlose Lebensmittel, Angellizenzen, Waffen, Autos oder auch Stipendien für das College.

Nach Einführung einer solchen Lotterie stieg in Ohio im Mai die Impfbereitschaft um 45 Prozent, insbesondere junge US-Amerikaner ließen sich immunisieren. Kalifornien gibt derweil den höchsten Wert an Prämien aus: Preise im Gesamtwert von $165,5 Millionen werden ausgeschüttet.“

Quelle für die Zitate: https://blog1600penn.com/2021/06/29/die-grenzen-der-pandemiebekaempfung/

Info-Hinweis: Grüne und FDP-Liberale schlagen auch bereits Anreize durch Belohnungsmethoden vor, um der zunehmenden Impf-Müdigkeit entgegenzuwirken: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/125165/Absage-von-Impfterminen-FDP-und-Gruene-sehen-Handlungsbedarf


Coronakrise: Kardinal Hollerich besorgt um Grundrechte und Religionsfreiheit in Europa

Warnung vor Matic-Bericht mit „Recht auf Abtreibung“

Ein führender katholischer Oberhirte erklärte, das „große Zukunftsproblem in Europa“ seien Angriffe auf die Religionsfreiheit, wie CNA berichtet.

Kardinal Jean-Claude Hollerich ist Erzbischof von Luxemburg und Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (COMECE). Er und andere Mitglieder der COMECE trafen sich kürzlich mit Papst Franziskus und anderen Vatikanvertretern in Rom.

In einem Interview mit ACI Stampa sagte der Kirchenmann am 16. Juni:

„Es gibt keine Verfolgung der Kirche: Das wäre zu viel gesagt. Aber in einigen Ländern gibt es auf verschiedenen Ebenen kleine Angriffe auf die Religionsfreiheit – und wir müssen wachsam sein.“

Im Vorjahr sprach sich die COMECE mit Blick auf freie Religionsausübung gegen die langfristige Zwangsschließung von Kirchen während der Corona-Krise aus; sie warnte davor, „dass eine Aushöhlung der Grundrechte, einschließlich der Religionsfreiheit im aktuellen Notfallkontext nicht zur neuen Norm werden darf. Diese Rechte müssen so schnell wie möglich vollständig wiederhergestellt werden“.

Im Gespräch mit ACI Stampa bezeichnete Kardinal Hollerich die Zahl der Katholiken, die während der Pandemie in Belgien die Messe besuchen konnten, als „lächerlich“ gering. Er kritisierte auch das erweiterte Verbot öffentlicher Messen in Irland.

Der Erzbischof sagte weiter, die COMECE werfe derzeit ein Auge auf den Matic-Bericht vor dem Europäischen Parlament, der die Anerkennung eines „Rechts auf Abtreibung“ anstrebe und die Verweigerung von Ärzten aus Gewissensgründen als „Verweigerung medizinischer Versorgung“ diffamiere.

Der Bericht, der am 23. Juni debattiert werden soll, sei ein Versuch, „das Europäische Parlament dazu zu bringen, über Abtreibung als Menschenrecht und gegen Gewissensfreiheit in Einrichtungen abzustimmen“, sagte Hollerich: „Es ist klar, dass wir dem nicht zustimmen können.“

Quelle und vollständiger Artikel hier: https://de.catholicnewsagency.com/story/kardinal-religionsfreiheit-wird-europas-grosses-zukunftsproblem-sein-8633


Studie: Viele Deutsche wollen auch nach Corona größeren Abstand einhalten

Viele Menschen könnten auch nach einem eventuellen Ende der Coronazeit darauf achten, größeren Abstand zu anderen Menschen zu halten als vorher. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler der Johannes- Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und der Ludwigs-Maximilians-Universität München (LMU) gekommen.

Wie sie in einem aktuellen Artikel in der Fachzeitschrift Scientific Reports berichten, hatten sie 136 deutsche Erwachsene während des sog. ersten Lockdowns, im Frühling des vergangenen Jahres, an jeweils bis zu zehn aufeinanderfolgenden Terminen einen Online-Test machen lassen.

Dabei bekamen die Probanden auf dem Bildschirm eine menschliche Silhouette zu sehen. Anschließend sollten sie mit der Computermaus die Entfernungen markieren, welche sie vor der Coronakrise zu der gezeigten, unbekannten Person bevorzugt hätten und welche sie während der Pandemie und nach deren eventuellen Ende bevorzugen würden.

Dieser Test wurde mit einigen der Teilnehmer im August und Oktober wiederholt.

Im Ergebnis gaben die Probanden als bevorzugten Abstand während der Coronakrise mit durchschnittlich rund 180 Zentimetern einen Wert an, der deutlich über den offiziell vorgegebenen 150 Zentimetern liegt.

Hingegen beträgt die für die Zeit vor Corona als bevorzugt angegebene Distanz im Durchschnitt rund 120 Zentimeter und entspricht damit ungefähr dem bereits aus früheren Untersuchungen bekannten bevorzugten Mindestabstand bei der Begegnung von unbekannten Menschen.

„Diese Ergebnisse hatten wir so oder so ähnlich erwartet“, sagt Dr. Christoph Freiherr von Castell vom Psychologischen Institut der JGU, einer der leitenden Wissenschaftler der Studie.

„Überrascht hat uns aber, dass die Probandinnen und Probanden angaben, nach einem eventuellen Ende der Pandemie einen Abstand von durchschnittlich rund 140 Zentimetern zu anderen Menschen zu bevorzugen, also einen größeren Abstand als vorher.“

Sollten viele Menschen auch nach einem Ende der Coronakrise tatsächlich darauf achten, größeren Abstand zu wahren, könnte das laut Dr. Robin Welsch, Studienleiter aufseiten der LMU, Konsequenzen für das Zusammenleben haben, etwa für die Kommunikation: „Zum Beispiel müsste man bei größerem Abstand lauter sprechen, um verstanden zu werden, und feine Nuancen der Mimik wären möglicherweise nicht mehr so gut zu erkennen.“

Veröffentlichung: R. Welsch et al., Physical distancing and the perception of interpersonal distance in the COVID-19 crisis, Scientific Reports 11, 11485 (2021)
https://doi.org/10.1038/s41598-021-90714-5

Quelle: Pressemeldung der Universität Mainz


Auch „nach Corona“ Maske tragen? – Vor allem Ältere, Frauen, SPD- und Grünen-Fans

Wie der Nachrichtensender N-TV berichtet, will in Deutschland laut einer Civey-Umfrage fast die Hälfte der Menschen weiter Maske tragen: 44,7% der Befragten dafür aus. 41,9% dagegen, der Rest ist unentschieden.

PARTEIEN: Anhänger von AfD und FDP wollen nach Corona größtenteils auf die Masken verzichten. Acht von zehn AfD-Wählern und rund zwei Drittel der FDP-Wähler sagten das. Anders reagieren SPD- und Grünen-Wähler: Jeweils eine knappe Mehrheit will wieder zum MNS greifen, wenn z.B. die Grippesaison ansteht.

ALTER: 54,1% der Menschen über 65 wollen weiter Maske tragen. Bei den 18- bis 29-Jährigen sprach sich eine Mehrheit (50,5 %) dagegen aus.

GESCHLECHTER: Während 41,2% der Männer der Maske weiter positiv gegenüberstehen, sind es bei den Frauen 48,2%. Dagegen lehnen 46,7% der Männer die Maske nach Corona ab und nur 37,3% der Frauen.

Gemälde: Evita Gründler


Studie: Jeder Vierte seit Corona öfter auf FB, jeder Dritte bei WhatsApp & YouTube

Jeder zweite Onliner in Deutschland informiert sich in Sozialen Medien über die Corona-Krise. Wichtigster Kanal ist dabei Facebook: 27 Prozent aller Deutschen mit Internetzugang ab 16 Jahren machen sich hier über den Virus und seine Folgen kundig. 24 Prozent nutzen dafür YouTube, 20 Prozent WhatsApp.

Die Coronakrise hat darüber hinaus auch zur Folge, dass Social Media häufiger genutzt werden – sowohl privat als auch beruflich.

Das zeigt der aktuelle Social-Media-Atlas 2021 der Hamburger Kommunikationsberatung Faktenkontor und des Marktforschers Toluna, für den 3.500 Internet-Nutzer repräsentativ befragt wurden.

Besonders viele Leute nehmen jetzt WhatsApp öfter in die Hand: Mit 32 Prozent nutzt gut jeder dritte Onliner in Deutschland den Messenger nach eigenen Angaben seit Beginn der Corona-Krise privat häufiger als vorher. 29 Prozent frequentieren YouTube in ihrer Freizeit seither stärker, 24 Prozent Facebook und 20 Prozent Instagram.

Ein Anlass, seltener in den Sozialen Medien vorbeizuschauen, ist die Pandemie nur für eine Minderheit: Fünf Prozent der Deutschen mit Internet-Zugang nutzten Facebook seltener, je drei Prozent WhatsApp, YouTube und Instagram. Auch innerhalb der kleineren Netzgemeinden anderer Social-Media-Kanäle zeigt sich eine vergleichbare Entwicklung.

Social Media: Auch beruflich höhere Schlagzahl

Die berufliche Nutzung Sozialer Medien legte im Zeitalter von Social Distancing in ähnlichen Größenordnungen zu wie die private: 31 Prozent der erwerbstätigen Onliner greifen seit Ausbruch der Krise im Rahmen ihrer Arbeit häufiger zu WhatsApp. 27 Prozent nutzen YouTube beruflich öfter, 25 Prozent Facebook und 22 Prozent Instagram. Seltener nutzen je drei Prozent WhatsApp und YouTube, sowie je vier Prozent Facebook und Instagram.

Quelle (Text / Grafik) und vollständige Meldung hier: https://www.faktenkontor.de/pressemeldungen/die-sozialen-medien-in-den-zeiten-von-corona/


Wo bleiben die Fronleichnamsprozessionen?

Von Felizitas Küble

Fronleichnam ist seit jeher ein besonders gaubensfrohes, katholisches Bekenntnisfest zu Ehren des Altarsakramentes mit feierlichen Prozessionen zu verschiedenen Stationen, Litaneien, Gesängen und Gebeten – und oftmals einer Festmesse im Freien.

Gerade während der NS-Diktatur war dieses Glaubenszeugnis besonders wichtig. Damals nahmen auch Nicht-Katholiken, ja sogar Nicht-Christen an der Fronleichnamsprozession teil, um damit ein deutliches Zeichen gegen den Unrechtsstaat zu setzen, was von diesem auch „verstanden“ wurde.

Das NS-Regime versuchte nämlich vielfach, diese Glaubenskundgebungen zu behindern und zu stören.

Gottlob sind diese Zeiten vorbei – aber binden sich inzwischen nicht große Teile der Hierarchie gleichsam selber die Hände?Viele Einschränkungen werden derzeit mit der Coronakrise gerechtfertigt, aber manchmal wird genau umgekehrt ein Schuh draus.

So ist es z.B. unbestritten und auch durch Areosol-Forscher x-mal bestätigt, daß die Ausbreitung des Covid-Virus vor allem in geschlossenen Räumen stattfindet – und gerade nicht bzw. nur selten unter freiem Himmel das gilt erst recht bei Einhaltung der Abstandsregeln.

Also wäre es nur logisch, wenn die Festmessen zu Fronleichnam draußen stattfinden, wie dies „vor Corona“ weitgehend der Fall war.

Erst recht wären die Prozessionen von Station zu Station nicht nur kein „hygienisches“ Problem, sondern endlich ein öffentlichkeitswirksames Zeugnis des Glaubens, nachdem das kirchliche Leben seit April letzten Jahres in vielen Pfarrgemeinden weitgehend zum Erliegen gekommen ist.

Somit ist Fronleichnam eine großartige Chance, als Kirche Präsenz zu zeigen nach der Devise: Es gibt uns noch – und wir tragen den eucharistischen Christus bekenntnisfroh durch die Städte und Dörfer.

Doch pustekuchen!Genau das Gegenteil ist größtenteils der Fall.

Und dies, obwohl amtlich feststeht, daß Prozessionen unter einer Inzidenz von 200 erlaubt sind (und somit fast überall hierzulande) das schreibt auch das bischöfliche Ordinariat in Rottenburg-Stuttgart ausdrücklich: https://www.drs.de/dossiers/corona.html#c5004

BILD: Eucharistischer Segen an Fronleichnam bei einer Festmesse im Freien (Foto: Hans-M. Müller)

Dennoch: Häufig fällt die Fronleichnamsprozession mit den Gläubigen ganz aus, sogar in Landgemeinden mit viel Platz im Freien. Als Quasi-Ersatz ist bisweilen nach der Messe eine eucharistische Andacht vorgesehen, in einigen Fällen auch am Nachmittag oder abends als Vesper im Gotteshaus.

Manchmal wird wenigstens eine Mini-Prozession innerhalb einer großen Hallenkirche mit dem Priester und seinem Gefolge durchgeführt – und nicht draußen, wo es mit viel Kirchenvolk eine Freude für die Gläubigen und ein Bekenntnis in der Öffentlichkeit wäre. Wenn dabei der nötige Abstand einzuhalten ist, würde die Prozession noch länger und größer wirken als sonst, man könnte also quasi aus der Not eine Tugend machen.

Etwas besser als ein Umherziehen in der Kirche, aber auch nur eine „halbe Sache“ ist ein reduzierter Gebetszug um den Dom – wie in Köln oder hier in der Bischofsstadt Münster geplant – aber leider ohne die Meßbesucher.

In solchen Fällen besteht die kleine Prozession meist aus Priester(n), evtl. Diakonen, einigen Ministranten, Bannerträgern und Lektoren. Immerhin findet in Münster eine Eucharistiefeier auf dem Domplatz statt.

In der bayerischen Landeshaupt München fällt die Prozession diesmal ganz aus (es gibt nur eine Festmesse im Dom).

In der südbayerischen Bischofsstadt Passau entfällt sie ebenfalls und zudem wird nur eine einzige Festmesse im Dom zelebriert. Warum wird der Gottesdienst nicht – wie früher dort üblich – im Freien gefeiert?! – In Essen ist wenigstens eine Festmesse auf dem Domplatz vorgesehen.

Um die Bistumskirchen steht meist viel Platz zur Verfügung, so daß man die hl. Messe direkt vor oder an der Kathedrale feiern könnte.

Draußen gibt es in Passau lediglich einen liturgischen Fronleichnamssegen für die Stadt, aber ohne Kirchenvolk.

In der Ruhrgebiets-Stadt Bochum wird der kirchliche Fronleichnamssegen wenigstens an vier Stationen (Parkplätzen) gespendet – von Osten, Norden, Westen und Süden für die entsprechenden Stadtteile.

Auch anderswo wurden vielfach die Festmessen an Fronleichnam reduziert, dabei wäre gerade in Coronazeiten das glatte Gegenteil richtig: noch mehr Messen als vorher, damit sich die Gläubigen in verschiedenen Gottesdiensten verteilen können.

In Stuttgart – immerhin Landeshauptstadt von Baden-Württemberg – gibt es die bedeutsame Kon-Kathedrale St. Eberhard (das Bistum heißt ja auch Rottenburg-Stuttgart) – auch dort ist offenbar keine Fronleichnamsprozession vorgesehen.

Dieses Zurückdrängen der Fronleichnamsprozessionen und der Festmessen im Freien geschieht ohne jede Notwendigkeit – es ist in Coronazeiten besonders widersinnig, eben weil die Infektionsgefahr unter freiem Himmel erwiesenermaßen weitaus geringer ist als „drinnen“.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

Fotos: Bistum Regensburg, Archiv


Zahl kindlicher Gewaltopfer angestiegen: Polizeigewerkschaft übt Kritik an Politik

„Die Polizei hat ihre Hausaufgaben gemacht“

Die gestern vom Bundeskriminalamt (BKA) und dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) vorgestellten Zahlen zu kindlichen Gewaltopfern sind nach Ansicht der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) nicht überraschend, aber erschreckend.

Mit fast 5.000 Fällen von Misshandlungen Schutzbefohlener wurde eine Zunahme um 10 % im Vergleich zu 2019 registriert. 115 Kinder kamen gewaltsam zu Tode, davon 115 jünger als sechs Jahre alt.

DPolG-Bundesvorsitzender Rainer Wendt (siehe Foto) kommentierte die Statistik in Berlin:

„Die Corona-Krise hat die Lage vieler Kinder und Jugendlicher verschärft. Sie sind verstärkt Misshandlungen und Gewalt ausgesetzt. Fehlende Kontrollmechanismen, wie sie Kindergarten, Schule und Vereine normalerweise bieten, begünstigen Täter darin, sich an Schutzbefohlenen zu vergehen. 

Die Politik, vor allem in den Ländern, hätte bereits zu Beginn der Krise ihre Beratungs- und Hilfsangebote massiv ausweiten müssen. Das bis jetzt damit gewartet wurde, ist unverantwortlich.  

Die Polizei hat ihre Hausaufgaben gemacht. So wurde die polizeiliche Opferberatung für Kinder, Frauen und Familien in den letzten Jahren systematisiert. Polizei und Justiz können jedoch nicht allein das Problem der Gewalt im familiären Nahfeld lösen.

An dieser Stelle sind auch Politik und Gesellschaft gefordert, ausreichend Schutzräume für Kinder, Jugendliche und Frauen zu schaffen. Außerdem fordern wir als DPolG mehr interkulturelle Angebote, für den Umgang mit häuslicher Gewalt bei Familien mit Migrationshintergrund.“

Quelle: https://www.dpolg.de/aktuelles/news/dpolg-mehr-schutzraeume-fuer-kinder-und-jugendliche-schaffen/