Glaubenspräfekt Gerhard L. Müller lehnt eine Stärkung der Bischofskonferenzen ab

Der Vorsitzende einer Bischofskonferenz ist kein „Vize-Papst“

Der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, hat sich mit Nachdruck gegen eine Dezentralisierung der Kirche auf die Ebene der nationalen Bischofskonferenzen gewandt.

„Die katholische Kirche setzt sich aus Ortskirchen zusammen, aber sie ist eins“, sagte der Glaubenspräfekt (siehe Foto) der Tageszeitung „Corriere della sera“: 0012

„Es gibt keine ’nationalen‘ Kirchen.“  –  Die Vorsitzenden des Bischofskonferenzen seien „Koordinatoren, nicht Vize-Päpste“, betonte der vatikanische Glaubenshüter.

Während das Papsttum und das Bischofsamt „göttlichen Rechts“ sei, handle es sich bei  Patriarchaten und Bischofskonferenzen um Einrichtungen „menschlichen Rechts“.

Freilich hätten diese Konferenzen in bestimmten Bereichen auch lehramtliche Autorität, etwa bei der Vorbereitung von örtlichen Katechismen, von liturgischen Bücher oder der Leitung von Universitäten und katholischen Fakultäten:

„Der Papst kann nicht alles wissen, was in den einzelnen Ländern passiert“, erläuterte Erzbischof Müller. Man müsse „ein praktisches Gleichgewicht finden“.

Papst Franziskus hatte in seinem Schreiben „Evangelii gaudium“ kürzlich angekündigt, über mehr Befugnisse für die nationalen Bischofskonferenzen nachzudenken.

Quelle: http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/59657.html 

Foto: Bistum Regensburg


Peter Seewald: „Der Papst hätte mehr Unterstützung aus der Kurie und der deutschen Kirche bekommen müssen.“

Der bekannte Papstkenner Peter Seewald, der mehrere Interview-Bücher mit Benedikt XVI. herausbrachte, äußerte sich jetzt in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung „Corriere Della Sera“ („Abendzeitung“) über den angekündigten Amtsverzicht des Papstes.

Auf die Frage „Was sind die Charakteristika seiner Persönlichkeit?“ antwortete der kath. Publizist:

„Der Mut und die Genialität mit denen er Spirituelles einfach erklären kann, er ist eine Person von enormer Autorität, aber auch großer Leichtigkeit. Er macht es einem leicht, mit ihm ein Gespräch zu führen. Sein Pontifikat wird als das erinnert werden, das die absolute Zentralität Gottes wieder herausgestellt hat.“

Auf den Hinweis, daß das Pontifikat des Papstes kein leichtes war, verwies Seewald auf mangelnde Unterstützung aus dem Inneren des Vatikan bzw. der Kurie sowie der Kirche in Deutschland:

„Er fand sich in einer schwierigen Zeit vor die Aufgabe gestellt, regieren zu müssen. Wenn er sich entscheiden hatte zu handeln, handelte er. Aber er hätte mehr Unterstützung aus dem Inneren der Kurie und aus der deutschen Kirche bekommen müssen.“

Quelle: beiboot-petri.blogspot.de

Siehe hierzu ergänzend diesen Artikel, den wir am Tag der päpstlichen Rücktrittsankündigung veröffentlicht haben: https://charismatismus.wordpress.com/2013/02/11/papst-freund-max-seckler-muste-sich-benedikt-xvi-mit-vielen-intrigen-im-vatikan-herumschlagen/