Syrien: Kloster schützt tausende flüchtende Muslime vor radikal-islamischen Rebellen

Die Ordensleute von Deir Mar Musa und ihr Einsatz für Versöhnung

Die Mönche und Schwestern der Gemeinschaft von Deir Mar Musa, die der aus Italien stammenden, Ende Juli 2013 entführte Pater Paolo Dall’Oglio gründete, schildern in einer Botschaft zur Weihnachtszeit ihre Tätigkeit mit Blick auf die Geburt Jesu in Bethlehem.

Dabei erinnern sie auch an die Arbeit von Frà Jacques, der in der Stadt Qaryatayn tätig ist, wo er “Flüchtlingsfamilien aufnimmt, die im Kloster Mar Elian Zuflucht suchen ”. 2_atk2926-170x115

In den vergangenen Monaten suchten über 5000 Flüchtlinge, mehrheitlich Muslime, dort Schutz: “Sie mussten wie Pfadfinder schlafen: in der Kirche, in den anderen Räumen und manchmal auch in der Kälte auf dem Dach.“  

In Mar Elian und in den umliegenden Dörfern halten sich derzeit 450 Vertriebene auf, darunter 97 Kinder im Alter unter 10 Jahren. “In Qaryatayn” , heißt es in der Weihnachtsbotschaft, “ist die Lage zur Zeit ruhig, fast stabil, während die umliegenden Dörfer weiterhin Not leiden.“

Im Zeichen der Zusammenarbeit zwischen gemäßigten Muslimen und Christen in Qaryatayn “entstanden mit Unterstützung von Freunden aus Damaskus auch gemeinsame Jungendgruppen für Kinder aus muslimischen und christlichen Familien der Stadt”.

Gleichzeitig äußert sich die Klostergemeinschaft aber auch besorgt im Hinblick auf das Schicksal ihres Gründers:

„Seit seinem Verschwinden haben wir nicht von ihm gehört“, heißt es in dem Schreiben, „wir wissen nicht, wen wir fragen und an wen wir uns mit der Bitte um Hilfe wenden sollen. Wir wissen nur, dass wir auf den gütigen und barmherzigen HERRN vertrauen und auf das Gebet vieler Menschen guten Willens in aller Welt”.

Quelle: Fidesdienst

Foto: Kloster Metten (Bayern)

 


Libanon: Einsatz für die – von syrischen Rebellen entführten – Ordensfrauen

Der Chef der libanesischen Sicherheitskräfte, General Abbas Ibrahim, bemüht sich im Auftrag des libanesischen Präsidenten Michel Sleiman am heutigen 7. Dezember in Katar um die Freilassung der aus ihrem Kloster in Maalula entführten Ordensschwestern, deren Aufenthaltsort derzeit nicht bekannt ist.

General Ibrahim soll auch mit dem Fernsehsender “Al-Jazeera” Kontakt aufgenommen haben, um zu erfahren, woher das Video stammt, das am gestrigen 6. Dezember ausgestrahlt wurde und das die Nonnen auf dem Sofa sitzend in einem großen Raum zeigt, während eine männliche Stimme sie auffordert, zu bestätigen, dass es ihnen gut geht und dass sie nicht entführt, sondern in „Sicherheit“ gebracht wurden, nachdem Maalula erneut von Rebellen erobert wurde.

Die einzig bislang bekannte Forderung stellte am 6. Dezember die Miliz “Free Qalamun“ (syrische Aufständische), deren Sprecher Mohannad Abu al-Fidaa erklärte, man werde die entführten Ordensfrauen nur gegen die Entlassung von 1000 Frauen aus syrischen Gefängnissen freilassen.

Quelle: vatikanischer Fidesdienst

HINWEIS unserer Redaktion: Auf dem erwähnten Video sieht man, daß den Ordensschwestern ihre Brustkreuze weggenommen wurden.


Syrien: Aufständische besetzen erneut die christliche Ortschaft Maalula

Das mehrheitlich von Christen bewohnte Dorf Maalula, rund 60 Kilometer westlich von Damaskus, wurde am Samstag, den 30. November, von Rebellen eingenommen. syrien

Dies teilen das Syrian Observatory for Human Rights und die katholische syrische Nachrichtenagentur SANA mit. Bei den radikal-islamischen Aufständischen handelt es sich u.a. auch um Kämpfer der Jabhat al-Nusra-Miliz.

Das Dorf mit verschiedenen christlichen Klosteranlagen wurde damit bereits zum zweiten Mal besetzet, nachdem es schon vor der Monaten von Rebellen eingenommen worden war.

Maalula befinden sich in den Qalamun-Bergen, wo es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Kämpfen zwischen der Armee und Rebellen kam. Nach Angaben von Einwohnern der Region wurde auch der Stadtteil besetzt, in dem sich das Kloster von der heiligen Tekla befindet, in dem eine griechisch-orthodoxe Schwesterngemeinschaft lebt.

Quelle: Kath. Fidesdienst


Syrien: Aufständische Gruppen schließen sich zur Islamisten-Front zusammen

Orthodoxer Patriarch warnt Westen vor weiterer Rebellen-Unterstützung

Insgesamt sieben oppositionelle Rebellengruppen gaben am gestrigen 22. November in einer offiziellen Verlautbarung die Bildung einer gemeinsamen Islamischen Front bekannt, deren Ziel die Gründung eines „islamischen Staates“ in Syrien ist.

Der Zusammenschluss findet in einer Phase statt, in der die Regierungsarmee unter Präsident Assad insbesondere bei den Gefechten in der Umgebung von Damaskus und Aleppo die Oberhand gewinnen konnte.  syrien

In den vergangenen Monaten hatten zahlreiche Vorfälle auf eine Spaltung und auf Uneinigkeit in den Reihen der gegen das Regime kämpfenden islamistischen Gruppen hingewiesen.

“Die Islamische Front”, heißt es in der Verlautbarung, “ist eine unabhängige soziale und militärische Kraft, deren Ziel es ist, das Regime unter Präsident Bashar Assad zu stürzen und es durch einen gerechten islamischen Staat zu ersetzen… Alle Kämpfer, Medien und humanitäre Organisationen der einzelnen Gruppen werden sich im Verlauf einer dreimonatigen Übergangszeit zusammenschließen”.

Bei den Gruppen handelt es sich u.a. um die Liwa al-Tawid-Brigaden (Sympathisanten der Muslimbrüder) und Ahrar al-Sham (Salafisten). 

“Diese Gruppen”, erklärte der griechisch-melkitische Patriarch von Antiochien, Gregorios III. Laham gegenüber dem Fidesdienst, „verfolgen dieselbe Logik, auch wenn sie untere einander gespaltet und zerstritten sind. Diese Logik hat nichts mit Demokratie und Freiheit zu tun.

Die ausländischen Kräfte sollten diese nicht länger unterstützen und mit Waffen versorgen, wenn sie wirkliche wollen, dass die Verhandlungen im Rahmen von Genf2 zu positiven Ergebnissen für die Zukunft des syrischen Volkes führen.”

Quelle: vatikanischer Fidesdienst


Syrien: Angriffe von Aufständischen auf christliche Viertel in Damaskus

Bei einem Mörserangriff auf eine christliche Grundschule im Stadtviertel Al- Qassaa in der Altstadt Damaskus starben am 11. November fünf Kinder. Insgesamt 27 Personen wurden verletzt. syrien

Ein weiterer Angriff wurde auf einen Schulbus in Bab Touma einem mehrheitlich von Christen bewohnten Vorort von Damaskus verübt. Dabei wurden fünf Schüler verletzt. Auch die Kirche vom Heiligen Kreuz und die Kirche vom Heiligen Cyrillus wurden bei den Angriffen beschädigt. Weitere Menschen kamen bei einem Bombenangriff auf die Hauptstadt ums Leben.

In den vergangenen Tagen war auch die apostolische Nuntiatur bei einem Mörserangriff beschädigt worden, während am 10. November ein Christ zusammen mit seinen vier Kindern bei einem Angriff in seinem Auto starb.

Wie ein Priester aus Damaskus gegenüber dem Fidesdienst betont, “sind alle Stadtviertel, die sich unter der Kontrolle der Regierungsarmee befinden, unterschiedslos Ziel dieser Angriffe. Deshalb gibt es viele Opfer unter den Zivilisten. Im Fadenkreuz stehen insbesondere die Vororte Jaramana, Kassaa, Malki, deren Einwohner verschiedenen Volksstämmen und Religionen angehören.“

Quelle: Fidesdienst


Syrien: Heute schlug eine Bombe in der vatikanischen Nuntiatur in Damaskus ein

Die diplomatische Vertretung des Vatikans in Damaskus ist am heutigen Dienstag von einer Granate getroffen worden. Der päpstliche Nuntius, Erzbischof Mario Zenari, und das Botschaftspersonal entgingen dabei knapp Verletzungen.  syrien

Durch den Einschlag sei zum Glück nur Sachschaden entstanden, berichtete Zenari wenige Stunden nach dem Vorfall im Interview mit Radio Vatikan. Seinen Angaben zufolge traf die Mörsergranate das Dach des Gebäudes um 6.30 Uhr (Ortszeit). Die Vatikan-Botschaft befindet sich im Stadtzentrum:

„Das geschah ganz unverhofft, auch wenn man sich so etwas durchaus vorstellen könnte. Ich war gerade dabei, aus dem Bett aufzustehen, da hörte ich einen lauten Schlag und warf mich sofort zu Boden und entfernte mich vom Fenster, denn wir wissen mittlerweile hier, dass nach einer Granate auch eine zweite oder dritte folgen können. Wir danken Gott dafür, dass es keine Verletzte gab.“

Es sei eine große Granate gewesen, so Zenari. Unklar sei derzeit noch, wer sie abgeschossen habe.

„Ich muss sagen, dass in den vergangenen Tagen auch das Zentrum der Franziskaner in Aleppo einen ähnlichen Anschlag erlebt hatte. Dort wurde das Dach zerstört und auch dort gab es keine Toten oder Verletzte. Auch muss ich präzisieren, dass es nicht das erste Mal ist, dass bei oder um die Nuntiatur herum Granaten gesprengt wurden.“

Ob diese Granaten im Bürgerkrieg gezielt gegen christliche Einrichtungen eingesetzt werden, sei schwer zu sagen, so Nuntius Zenari:

„Ich kann nur die Fakten aufzählen: bisher wurden jeweils die Kathedrale der Melkiten, jener der Maroniten und nun auch die Einrichtung der Franziskaner sowie die Nuntiatur getroffen. Was aber dahinter steckt und wer die Täter sind, ob das alles Zufall ist… nun, das kann ich mit dem besten Willen nicht sagen. Der Kontext hier ist zu komplex.“

Der Kanzler der Nuntiatur in Damaskus, der italienische Priester Giorgio Chezza, sagte gegenüber KNA, der Einschlag werde den Betrieb der Vatikanvertretung nicht beeinträchtigen: „Wir bleiben weiter hier, um zu helfen und die Solidarität des Papstes mit der leidenden Bevölkerung zu bekunden“, so Chezza. Üblicherweise arbeiteten neun Personen in dem Gebäude, neben den beiden Diplomaten auch drei Ordensfrauen und vier weitere Angestellte.

Quelle: http://de.radiovaticana.va/news/2013/11/05/syrien:_%E2%80%9Ebombe_schlug_ein,_als_ich_aufwachte%E2%80%9C/ted-743724


Syrien: Kloster warnt vor Militärschlag

Neugegründete Ordensgemeinschaft lehnt militärisches Eingreifen des Auslands ab

Mit Blick auf ein mögliches militärisches Eingreifen des Westens in Syrien lehnt die Klostergemeinschaft in Dair Mar Musa in einem Friedensappell „jede Form von Gewalt“ ab. Die 1982 von dem vor rund einem Monat in Syrien entführten Pater Dall’Oglio gegründete Klostergemeinschaft lebt nördlich von Damaskus und ist ökumenisch ausgerichtet.  

Die Mönche und Nonnen hatten am vergangenen 27. August zu einem Gebet für die Freilassung von Pater Dall’Oglio und den Frieden in Syrien eingeladen. „Es war ein Tag der Freude und der geistlichen Harmonie. Wir haben gebetet und unser Leben in die Hände Gottes gelegt, zu dem wir sagen: ‚Dein Wille geschehe’“, so der Leiter der Klostergemeinschaft, P. Jacques Mourad, gegenüber dem kath. „Fidesdienst“.

Zum bevorstehenden militärischen Eingreifen in Syrien sagt P. Mourad: „Wir befinden uns in einer Zeit großer Bedrängnis. Wir wünschen, dass die westlichen Länder angesichts der verheerenden Krise in Syrien eine gerechte Lösung finden. ‚Gerecht’ heißt jedoch, dass wir jede Form der Gewalt ablehnen, die Waffen zum Schweigen bringen …und die Rechte der Menschen respektieren und schützen“.

Schwester Houda Fadoul, die für die Ordensfrauen in Dair Mar Musa verantwortlich ist, bekräftigt: 

„Wir können ein militärisches Eingreifen ausländischer Kräfte nicht akzeptieren oder befürworten. Wir werden unsere Mission fortsetzen und zu Gott beten und junge Menschen zu Dialog und Frieden erziehen. Wir glauben dass das Gebet auch heute in diesem verheerenden Konflikt ein wirkkräftiges Mittel ist, wenn es darum geht, dem Bösen zu widerstehen –  und es ist allein das Gebet, das uns Hoffnung schenkt“.

Quelle: kath. Fidesdienst


Syrien: Kath. Bischof warnt vor Militäreinsatz

Der katholische Bischof von Aleppo und Präsident von Caritas Syrien, Antoine Audo, warnt im Gespräch mit Radio Vatikan eindringlich vor einem ausländischen Militäreinsatz in Syrien:

„Ein Militäreinsatz würde meiner Meinung nach einen Weltkrieg bedeuten. Dieses Risiko existiert! Die Sache ist nicht so einfach. Wir hoffen, dass der Friedensappell des Papstes einen wirklichen Dialog zwischen den Konflikt-Parteien fördern kann. (…)Wir hoffen, dass es eine internationale Kraft gibt, die helfen kann, dass es Dialog gibt statt Krieg.“

Die Lage vor Ort sei wirklich furchtbar, berichtet der Oberhirte:

„In Aleppo ist es am Schlimmsten! Alle sagen das, im Vergleich mit den anderen Gebieten des Landes. In Damaskus zum Beispiel kann man noch reisen, es gibt den Flughafen, man kann Richtung Libanon fliehen. In Aleppo hingehen kann man sich gar nicht mehr bewegen! Nur an der syrischen Küste ist es noch verhältnismäßig ruhig, viele Menschen aus Aleppo sind in diese Richtung geflohen.“

Quelle: http://de.radiovaticana.va/news/2013/08/26/syrien:_bischof_von_aleppo_warnt_vor_milit%C3%A4r-einsatz_/ted-722888


Syrische Armee bombardierte Flüchtlingslager. Palästinensische Doppelmoral wird sichtbar

Die syrische Armee hat das palästinensische Flüchtlingslager Jarmuk südlich von Damaskus angegriffen. 25 Palästinenser kamen bei der Bombardierung der Moschee ums Leben.

Palästinenserchef Mahmud Abbas meldete sich zaghaft mit einer gemäßigten Kritik zu Wort  –  anscheinend um den syrischen Staatschef Baschar el Assad nicht zu sehr zu verärgern.

„Es macht uns traurig, dass die palästinensischen Flüchtlingslager in den innenpolitischen Konflikt Syriens hineingezogen werden“, so Abbas. „Wir rufen alle Seiten im syrischen Konflikt auf, die Palästinenser nicht zu involvieren.

Hier zeigt sich wiederholt, wie vorsichtig die palästinensische Führungsriege gegenüber arabischen Staatsführern reagiert…

Was wäre wohl geschehen, wenn Israel so gehandelt hätte?

Hätte Israel ein palästinensisches Flüchtlingslager in der Form bombardiert, wäre die Kritik der Palästinenser tausendmal heftiger. Das Gleiche gilt für den Westen, der sich diesmal nicht für das Leid der Palästinenser in Syrien einsetzte, wie es sonst für die Palästinenser in Israel der Fall ist.

Als dann die syrischen Rebellen in das palästinensische Flüchtlingslager Jarmuk einmarschierten, flohen laut ausländischen Quellen über 2000 Palästinenser in den Libanon. Sie haben Angst, dass sie wegen der Rebellen in ihrem Wohnviertel wieder von den syrischen Kampflugzeugen bombardiert werden.

Zur Erinnerung, Israel hat während seiner Operationen im Gazastreifen immer Flugblätter über die palästinensischen Flüchtlingslager abgeworfen, um die palästinensische Zivilbevölkerung vor den bevorstehenden Bombardierungen zu warnen. In den arabischen Ländern wird keine Rücksicht auf die Zivilbevölkerung genommen  – und keiner regt sich deswegen in der Region darüber auf.

Quelle: http://www.israelheute.com