Erzbischof Woelki und katholische Studentenverbände gegen Abtreibungswerbung

Der Erzbischof von Köln, Rainer Maria Woelki, hat zum Jahreswechsel Abtreibungen in Deutschland sowie Eingriffe in das menschliche Erbgut mittels der neuen CRISPR/Cas9-Technologie verurteilt. 

Demnach kritisierte Kardinal Woelki in seiner Predigt am Silvesterabend vor allem die Diskussion um die Abschaffung des §219a, der Werbung für Abtreibungen verbietet.

Das Argument, „Ärzte zu entkriminalisieren“, klinge vielleicht fortschrittlich und menschlich, so Woelki. Eine Abschaffung des Gesetzes käme jedoch einer „Verharmlosung“ der Abtreibung gleich und bedeute einen „Dammbruch“.

Viele wüssten wohl nicht mehr, dass Abtreibung  – auch gesetzlich – in Deutschland rechtswidrig und grundsätzlich auch strafbar sei; wenngleich der Staat nach einer Pflichtberatung in den ersten drei Monaten auf eine Strafverfolgung verzichte: „Werbung für Abtreibung, liebe Schwestern und Brüder, ist Werbung für einen Straftatbestand – und das ist kriminell.“

Die kath. Studentenverbände haben sich ebenfalls gegen eine Lockerung des Werbeverbots für Abtreibungen ausgesprochen:

Abtreibung sei „ethisch höchst bedenklich“ und dürfe nicht in den Ruf geraten, eine „alltägliche medizinische Maßnahme zu sein“, heißt es in einer Erklärung der Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände (AGV).

Mit Blick auf die politische Debatte sagte AGV-Vorsitzender Johannes Winkel: „Der Schwangerschaftsabbruch beendet ungeborenes Leben, dessen Schutz die verfassungsrechtliche Aufgabe des Staates ist. Dieser Aufgabe dienen die geltenden gesetzlichen Regularien – inbegriffen der § 219a StGB.“ – Allerdings sei „der Grat zwischen Information und Werbung“ schmal.

Quelle: ALfA-Newsletter

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Holland: Regierung erwägt Euthanasie auch bei Kindern von 1 bis 12 Jahren

Mathias von Gersdorff

Die niederländische Gesundheitsministerin Edith Schippers lässt derzeit die Zulassung von Euthanasie für Kinder ab einem Jahr prüfen. Das berichtet „de Volkskrant“ am 22. April 2016. Podium5

Die Bekanntmachung war eine Reaktion der Ministerin auf eine Anfrage des Verbandes der Kinderärzte. Diese wünschen sich eine Entkriminalisierung der Euthanasie an Kindern. Maßstab zur Tötung soll ihre „mentale Kompetenz“ sein (werkelijke wilsbekwaamheid).

Das Gesundheitsministerium stellt für die Studie 400.000 Euro bereit.

Im Falle von Kindern, die nicht selber die Entscheidung treffen können (weil sie laut Gesetz keine „mentale Kompetenz“ besitzen), soll der Arzt in Absprache mit den Eltern entscheiden, ob das Kind getötet werden soll. Dies geschieht bereits bei Kindern im Alter zwischen 0 und 1. Die Ärzte sind aber der Auffassung, diese Regelung solle für Kinder bis 12 Jahren gelten.

Gegenwärtig dürfen Kinder von 12 bis 17 getötet werden, sofern sie geistig in der Lage sind, den Sachverhalt zu verstehen und wenn sie von den Eltern die Erlaubnis dazu bekommen. Die niederländischen Kinderärzte verweisen auf die Erfahrungen aus Belgien. Dort ist die Kindereuthanasie seit 2014 erlaubt.

Die Mehrheit im niederländischen Parlament (die Zweite Kammer) befürwortet eine solche Liberalisierung der Euthanasie, berichtet die Lebensrechtlerin Jeanne Smits in Lifesitenews.

Die gegenwärtige Debatte in den Niederlanden zeigt einmal mehr: Wenn gewisse Dämme brechen, ist die totale Katastrophe kaum noch zu verhindern. Die Euthanasie wurde anfangs für sehr wenige Schicksale eingeführt. Nun wird sie auf immer mehr Fälle angewendet. Noch vor wenigen Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass Kinderärzte die „mentale Kompetenz“ einer Person zum Maßstab für die Anwendung von Euthanasie machen wollen.

Doch der eigentliche Dammbruch war die Legalisierung der Abtreibung: Damit wurde das Lebensrecht, das alle Menschen besitzen, verletzt. Nun wird der Kreis der Menschen, deren Recht auf Leben nicht respektiert wird, immer größer.

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und die Webseite „Kultur und Medien online“


Dammbruch: Irland lockert sein bisheriges striktes Verbot der Abtreibung

Das katholisch geprägte Irland war bislang der einzige Staat in der EU  –  und überhaupt in Europa  –  mit einem umfassenden staatlichen Rechtsschutz für ungeborene Kinder.

Doch unter dem Vorwand einer „medizinischen Indikation“   –  einer angeblichen „Gefahr für das Leben der Mutter“  –  wurde das bisherige Verbot jetzt gelockert und damit ein verhängnisvoller Dammbruch eingeleitet; dieser beginnt in der Regel mit dem Einstieg über vermeintlich „medizinische“ Indikationen.

Foto: Radio Vatikan

Foto: Radio Vatikan

Zukünftig soll Abtreibung auf der „grünen Insel“ z.B. straffrei sein, wenn die Frau (angebliche oder tatsächliche) „Neigungen“ zum Selbstmord aufgrund ihrer Schwangerschaft zum Ausdruck bringt.

In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag dieser Woche verabschiedete das irische Parlament mit einer Mehrheit  von 127 gegen 31 Stimmen diese erste Liberalisierung der vorgeburtlichen Kindestötung.

Die katholische Kirche protestierte deutlich. Irlands designierter katholischer Primas, Erzbischof Eamon Martin, hatte kurz vor der Parlamentssitzung noch einmal die katholische Position bekräftigt.

In einem Interview richtete er am Mittwoch einen „allerletzten Appell“ an die Abgeordneten, entgegen jedem Fraktionszwang ihrem Gewissen zu folgen und gegen den Gesetzentwurf zu stimmen.

„Kooperation mit dem Bösen“

Eine Freigabe der Abtreibung sei eine „Kooperation mit dem Bösen“ und nicht mit dem katholischen Glauben zu vereinbaren, so der Oberhirte. Irlands Bischöfe haben wiederholt davor gewarnt, daß mit der Entscheidung ein Dammbruch einhergehe.

Im Interview mit Radio Vatikan erklärte Bischof Brendan Leahy von Limerick:

„Es ist das erste Mal, dass so was in Irlands Gesetzgebung passiert. Es ist eine direkte Einführung der Abtreibung in die Gesetzgebung – und das ist unsere Sorge. Die Abtreibung ist dem Gesetz nach zwar begrenzt, wir wissen aber aus der Erfahrung anderer Länder, dass die Zahl der Abtreibungen selbst bei den restriktivsten Regelungen dramatisch ansteigt. Wir sind sehr besorgt um das ungeborene Leben.“

Trotz des Rückschlags geben die irischen Bischöfe keineswegs auf:  Unabhängig von Gesetzen will die katholische Kirche Irlands weiter öffentlich und tatkräftig für das Lebensrecht aller Menschen von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod eintreten.


Säuglings-Euthanasie in Holland eröffnet neue Phase im Kampf für das Lebensrecht

Mathias von Gersdorff

Zweifelsohne war die Nachricht über die geplante Legalisierung der Tötung kranker Säuglinge in den Niederlanden schockierend und empörend. Die Einführung der Säuglings-Euthanasie eröffnet eine völlig neue Phase im Kampf für das Lebensrecht.

Nun soll es möglich sein, geborene Menschen ohne ihre Einwilligung zu töten. 

M. von Gersdorff

M. von Gersdorff

Die Tötung von Säuglingen ist keine Erfindung der modernen Zeit. Sie wurde in heidnischen Völkern praktiziert. Erst das Christentum hat durch einen Bewußtseinswandel diese unmenschliche, ungerechte und grausame Praxis (wie auch die Abtreibung) beendet.

Die Einführung der Euthanasie für Säuglinge dokumentiert somit nicht nur den geringeren Einfluß des Christentums in unserer Zeit, sondern auch, wohin unsere Gesellschaften aufgrund des schwindenden christliches Einflusses hinsteuern: Sie fallen zurück in Barbarei und Heidentum.

Diese Nachricht  –  so erschreckend sie auch ist  –  kam dennoch nicht ganz unerwartet. Wie der Autor vor vier Wochen bereits beschrieb, errechnet die Pränataldiagnostik (PND), also die medizinische Untersuchung der Kinder im Mutterleib, eine Wahrscheinlichkeit über das Vorhandensein von genetischen oder sonstigen Krankheiten.

In der Praxis geht es vor allem darum, festzustellen, ob Trisomie 13, 18 oder 21 (Down-Syndrom) vorliegen, also die folgenreichsten genetischen Abweichungen. Etwa 90 Prozent der Kinder mit Down-Syndrom werden nach einer solchen Untersuchung abgetrieben.

In der Regel ist eine Abtreibung die klare Perspektive bei einer vorgeburtlichen Diagnose, denn nur in einem verschwindend geringen Anteil der Fälle sind irgendwelche Eingriffe oder Therapien überhaupt möglich. Beabsichtigt ist also bei der Pränataldiagnostik und bei den Gentests eindeutig die Selektion von Menschen mit Behinderungen.

Es ist wichtig zu wissen, daß die unterschiedlichen PND-Verfahren nur eine Wahrscheinlichkeit über das Vorhandensein von Krankheiten liefern können und keine absolute Sicherheit. Dadurch werden auch gesunde Kinder getötet (und kranke überleben).

Da viele dieser Abtreibungen ohnehin sehr spät erfolgen  –  deshalb werden sie Spätabtreibungen genannt  –  hat man sich wohl gesagt: Eigentlich wäre es besser, auf natürliche Weise das Kind zur Welt kommen zu lassen, um es erst dann zu töten, falls es tatsächlich krank ist. Dann hätte man Sicherheit über die Gesundheit des Kindes und die Ärzte würden Haftungsrisiken vermeiden.

Von der Abtreibung zur Säuglings-Euthanasie

Bei der Novellierung des Paragraphen 218 StGB Anfang der 90er Jahre wurde die sog.  „Eugenische Indikation“ unter dem Namen „embryopathische Indikation“ (§ 218a StGB) eingeführt, die danach in der erweiterten „medizinischen“ Indikation aufging. Diese erlaubt Abtreibungen bis unmittelbar vor der Geburt im Falle der gesundheitlichen Gefährdung der Mutter. Das ist aber reine Theorie.

In der Praxis gilt schon das Risiko (Gentests und Pränataldiagnostik ergeben ja keine 100ige Sicherheit) eines schwer behinderten Kindes als eine dermaßen große psychische Belastung für die Mutter, daß einer Abtreibung nichts im Wege steht. Dies ist wiederum die rechtliche Voraussetzung für die große Entfaltung von Pränataldiagnostik und Gentests. Die pränatale Medizin ist gegenwärtig ein stark wachsendes Wirtschaftssegment.

Diese Überlegung ist keinesfalls neu. Im Fachmagazin Journal of Medical Ethics argumentierten zwei in Melbourne (Australien) tätige Akademiker  –  lberto Giubilini und Francesca Minerva  – ,  daß aus logischer Sicht erlaubt werden müsse, Neugeborene zu töten, deren körperlicher oder geistiger Gesundheitszustand gesetzlich eine Abtreibung gerechtfertigt hätte. Baby (2)

Dieser wissenschaftliche Beitrag über die moralische Bewertung von Kindesmord im Vergleich zu Abtreibung sorgte in der Welt für Empörung. Die beiden setzten den „moralischen Status“ des Babys mit dem eines Fötus gleich. Beiden fehlten jene Fähigkeiten, die die Zuerkennung eines Rechtes auf Leben rechtfertigen, so Giubilini und Minerva.

Wir dürfen uns nicht damit begnügen, über die Lage in den Niederlanden besorgt zu sein, denn in Deutschland sind die Voraussetzungen für die Euthanasie an Säuglingen ebenfalls schon gesetzt…

Auch in Deutschland wird man sich fragen: Wieso soll man die unsicheren, sehr teuren und vor allem für die Mutter äußerst belastenden Tests durchführen? Wenn man das Kind sowieso eine Minute vor der natürlichen Geburt töten kann, wieso nicht ein paar Minuten nach der Geburt, wenn die Gesundheit des Kindes deutlicher erkennbar ist?

Hier wird klar: Die Legalisierung der Abtreibung war ein Dammbruch, der uns von einer moralischen Katastrophe zur anderen führt. Kompromißlösungen halten die Entwicklung nicht auf. Hinsichtlich des Lebens muß gelten, was das Christentum von Anfang an gelehrt hat: Keine Kompromisse!

Das komplette Verbot der Abtreibung muß das Ziel des Kampfes für das Lebensrecht bleiben.

Unser Autor Mathias von Gersdorff ist katholischer Publizist und Leiter der Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ 

Erstveröffentlichung des Beitrags in der Wochenzeitung „Junge Freiheit“


Belgien: Rasanter Anstieg von 4620 Prozent bei „Sterbehilfe“-Fällen ab Beginn der Legalisierung

Eine äußerst besorgniserregende Nachricht erreicht uns aus unserem Nachbarland:

Vor zehn Jahren wurde in Belgien die „Sterbehilfe“ legalisiert. In diesem Zeitraum stieg die Zahl gemeldeter Fälle laut einem Bericht von „Lifesitenews“ um sage und schreibe 4620 Prozent. Allein im Jahr 2012 betrug der Anstieg 25% und erreichte die absolute Zahl von 1.432 Fällen.

Das zeigt: Die Einführung der „Sterbehilfe“ wirkt wie ein Dammbruch; sie wird dann immer mehr akzeptiert und auch praktiziert.

Die belgische Behörde zur Überwachung der Euthanasie (Commission fédérale de contrôle et d’évaluation de l’euthanasie – FCEE) erwägt nun sogar,  Euthanasie auch bei Krankheiten wie Alzheimer und bei Kindern zu erlauben.

Die Statistik der FCEE zeigt nicht das gesamte Ausmaß des Phänomens in Belgien, denn nur die Tötungen, die streng nach den Gesetzesvorlagen durchgeführt wurden, sind dort enthalten.

Aus den Niederlanden weiß man aber, daß die Euthanasie oft durch eine Überdosis von Morphium oder dergleichen herbeigeführt wird. Solche Fälle sind nicht in der offiziellen Statistik enthalten.

 Quelle: Kultur und Medien online
 Bericht der FCEE: HIER

Mit brennender Sorge: Kardinal Meisner und der Dammbruch in Deutschland

Von Carmella Smith  (US-katholische Lebensrechtlerin)

Die Meldung ging um die Welt: „Konservativer Kardinal Meisner erlaubt die Pille danach“. Meisner sprach zwar vordergründig von einer „Pille danach“, die nicht abtreibend wirke. Doch eine solche Pille gibt es nicht.

Gleichzeitig führte er die real existierende „Pille danach“ in den katholischen Krankenhäusern seiner Erzdiözese ein. Seither wird dort mit dem Segen des Kardinals medikamentös abgetrieben. images

Die Erzdiözese Köln rechtfertigte Meisners Schritt mit einer Studie von Kristina Gemzell Danielsson, der Präsidentin von FIAPAC, einem Zusammenschluss europäischer Abtreibungsärzte. Doch Abtreibungsorganisationen leugnen seit Jahren die erwiesene abtreibende Wirkung verschiedenster Anti-Baby-Präparaten.

Sogar James Trussell, ein amerikanischer Befürworter der künstlichen Empfängnisverhütung, stellte die Sachlage hier klar: ec.princeton.edu/questions/ec-review.pdf.

Seine Kernaussage: Die „Pille danach“ verhindert, wenn nötig, die Einnistung einer befruchteten Eizelle und tötet den Menschen in den ersten Augenblicken seines Lebens. Ohne diese Wirkung wäre die hohe Effizienz des Präparats gegen Schwangerschaften unerklärbar.

Kardinal Meisner muss mit Nachdruck gebeten werden, seine falschen Aussagen über die „Pille danach“ zu korrigieren und die Verteilung dieses abtreibenden Mittels in seinen Krankenhäusern zu unterbinden. Die Anwendung der „Pille danach“ ist moralisch nie zu rechtfertigen.

Bereits  fünf deutsche Bischöfe haben die Pille danach in den katholischen Krankenhäusern ihrer Diözesen eingeführt.

Quelle: http://www.cardinal-meisner.org/

Es handelt sich hierbei um eine internationale Initiative des US-amerikanischen Portals: http://webmail.catholic.org/