Das Weihwasser ist kein Abwehrzauber

Von Felizitas Küble

Rubén Darío Jaramillo Montoya ist Bischof von Buenaventura in Kolumbien; er wurde vor zwei Jahren von Papst Franziskus zum Oberhirten des Bistums ernannt.

Die Stadt mit ihren rd. 400.000 Einwohnern hatte jahrelang ein Riesenproblem vor allem mit ihrem Hafenviertel. Drogen, Korruption und Morde waren an der Tagesordnung, paramilitärische Banden erpressten und terrorisierten die Bürger.  

In den letzten fünf Jahren hat sich die Lage aber deutlich stabilisiert. Internationale Menschenrechtsvereine arbeiteten mit staatlichen Behörden, Soldaten und der Polizei zusammen, so daß eine „humanitäre Zone“ entstanden ist.

In den letzten zehn Jahren ist die Mordrate in Buenaventura von 121 Morden pro 100.000 Menschen auf 14 gesunken. Das ist immer noch zu hoch, aber die Stadt ist über dem Berg und kann allmählich aufatmen. (Näheres dazu auf Tekk-TV.)

Das charismatisch orientierte Infoportal „Kath.net“ meldet  –  natürlich völlig unkritisch – am 27. Juni, der bereits erwähnte Oberhirte Montoya plane für den 14. Juli, aus einem Hubschrauber massenhaft Weihwasser auf die Stadt zu sprühen, um die Dämonen auszutreiben, welche die Bewohner plagen:

„In Buenaventura müssen wir den Teufel loswerden, um zu sehen, ob wir die Ruhe wieder erlangen können, die die Stadt durch so viele Verbrechen, Korruptionsakte und so viel Böses und Drogenhandel verloren hat“, erklärte der Würdenträger weiter.

Seine Besorgnis und wohlmeinende Absicht in allen Ehren, aber gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.

BILD: Erzbischof Johannes Dyba segnet die gläubige Menschenmenge mit Weihwasser (es handelt sich NICHT um einen Exorzismus)

Immerhin fragt man sich, warum Bischof Montoya die Teufel nicht früher von der Luft aus verjagt hat, als es der Stadt weitaus schlechter ging.

Aber noch grundsätzlicher ist die theologische Klarstellung, daß das Weihwasser ein Segensmittel und kein Abwehrzauber ist. 

Der priesterliche Segen mit dem Weihwasser  – wie er etwa in der überlieferten Messe zu Beginn mit dem „Asperges“ erteilt wurde  –  ist ein kirchliches Sakramentale und kann den Gläubigen helfende Gnaden vermitteln. Er ist aber ist kein Quasi-Exorzismus, kein Amulett-Ersatz  und auch keine Schutzmagie.

Der Bischof wäre gut beraten, die Katholiken zu mehr Kirchgang, guten Werken, Nächstenliebe und Gebet aufzufordern, er könnte auch eine bistumsweite Novene (9-Tage-Andacht) ausrufen oder eine Weihe der Stadt an Christus, den König, vornehmen. 

Sein Vorhaben jedoch, die Dämonen der Stadt mit Weihwasser zu „vertreiben“, ist mit einer nüchternen Besonnenheit nicht vereinbar und entspricht auch nicht der kirchlichen Tradition und dem Sinn des Weihwassers, der im Segnen besteht – und nicht in Teufelsaustreibung, schon gar nicht massenhaft auf eine ganze Großstadt bezogen.


Wenn der Exorzismus die Beichte verdrängt und die nötige Umkehr blockiert

Von Felizitas Küble

Das Portal „Katholisch.de“ der Deutschen Bischofskonferenz ist  – wie man sich vorstellen kann – insgesamt eher liberal orientiert, manchmal kommen auch ausgesprochen progressive Standpunkte zu Wort.

Gast-Autoren sowie ich selber haben hier im CHRISTLICHEN FORUM bereits mehreren Beiträgen dieser Webseite widersprochen.

Umso mehr darf man sich wundern, was diese amtliche kirchliche Plattform in aller „Naivität“ über das Thema Exorzismus zu berichten weiß. Am 20.1.2017 veröffentlichte „Katholisch.de“ diesen Artikel über den Ordensmann Francisco Lopez Sedano: https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/der-teufel-hat-angst-vor-mir

Der 80-jährige Pater soll in Mexiko bereits 6000 Teufelsaustreibungen vorgenommen haben. Auch bei einem Zeitraum von 40 Jahren ist das ungewöhnlich viel für einen einzigen Geistlichen.

„Katholisches.de“ zitiert völlig unkritisch  – ohne jede theologische Reflektion und Rückfrage –  etliche Aussagen des Priesters zu seiner Spezialseelsorge. So erzählt der Exorzist fröhlich drauflos, nicht etwa er habe Angst vor dem Teufel, sondern dieser habe vielmehr Angst vor ihm.

Was sagt die Heilige Schrift dazu?

Eine solche prahlerische Selbstgewißheit erscheint im Lichte der Bibel doch etwas gewagt, um nicht zu sagen vermessen.

Nicht einmal der hl. Erzengel Michael hat sich derlei erdreistet, heißt es doch im NT (Judasbrief 1,9 f):

Michael aber, der Erzengel, als er mit dem Teufel stritt und mit ihm über den Leichnam des Moses verhandelte, wagte kein lästerliches Urteil zu fällen, sondern sprach: Der HERR strafe dich!“

Und wie reagierte Christus selbst, als seine 72 Jünger ihm stolz berichteten, sogar die bösen Geister würden ihnen in seinem Namen gehorchen:

„Freut euch nicht darüber, dass euch die Geister untertan sind, sondern darüber, daß Eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind“ (Lk 10,17 f).

Der HERR warnt hier vor der Gefahr eines (un)geistliches Hochmutes im frommen Gewande und ER erinnert die Seinen daran, daß ihre Erlösung  – das Heil im Himmel – doch viel wichtiger sei und der wahre Grund zur Freude.

Esoterik als Ursache für Besessenheit?

Auch ein weiterer Punkt von Pater Lopez Sedano ist typisch für viele Exorzisten und die mit ihnen geistesverwandten charismatischen „Befreiungsdienstler“:

Er erklärt nämlich, Besessenheit werde durch esoterische und okkulte Praktiken verursacht: „Deshalb verbietet die Kirche die Praktiken Magie, Aberglaube, Hexerei, Zauberei, Wahrsagerei, Herbeibeschwörung von Toten und Geistern sowie Astrologie“.

Das verbietet die Kirche durchaus nicht „deshalb“ (um Besessenheiten zu verhindern), sondern schlicht aus dem entscheidenden Grunde, weil es sich bei allen Formen von Aberglauben und Okkultismus um einen schweren Verstoß gegen das 1. Gebot handelt: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!“

Wer gegen dieses Gebot sündigt, gehört daher in die Beichte – und nicht in die Hände eines Exorzisten!

Eine „Teufelsaustreibung“ ist in solchen Fällen auch seelsorglich völlig verkehrt, weil sie nämlich den Betroffenen den Weg zur wirklichen Sinnesänderung, zu Umkehr und Buße geradezu versperren kann, denn diese Menschen meinen dann, nicht sie selber seien für ihre magischen Frevel verantwortlich, sondern die bösen Geister, von denen sie „besessen“ sind.

Folglich geht es nur noch darum, die Dämonen „loszuwerden“ – und nicht mehr so sehr um eine  e i g e n e  Umkehr und Rückkehr zu Gott.

Genau eine solche Falle und Blockade könnte allerdings dem Teufel sehr gefallen!

Näheres zum (Nicht-)Zusammenhang von Okkultismus und Besessenheit hier: https://charismatismus.wordpress.com/2019/02/17/warum-auch-nach-okkulten-suenden-ein-exorzismus-verfehlt-ist/

Krankheiten als Folge satanischen Einflusses?

Typisch für charismatische Vorstellungen ist auch die Äußerung des Exorzisten Lopez, zu den „spezifischen Verhaltensweisen“ von Besessenen gehörten „große Schmerzen oder Krankheiten, die entweder erst gar nicht bestimmt oder nicht behandelt werden könnten.“

So zitiert ihn „Katholisch.de“  – aber auf dem amerikanischen kath. CNA-Portal wurde er noch deutlicher:

„Die Verletzungen von Satan liegen außerhalb der Kontrolle der klinischen Medizin. Menschen, die mit dauerhaftem Durchfall leben und nichts führt dazu, dass sie verschwinden; Menschen, die Augenschmerzen und Augenärzte haben, die nichts finden…. Andere Leute haben furchtbare Rückenschmerzen, aber die Ärzte sagen, dass es ihnen völlig gut geht….Das sind Beschädigungen, die die Wissenschaft nicht erkennt.“

Nur weil jemand z.B. an „dauerhaften Durchfall“ oder Rückenschmerzen leidet, ohne daß eine organische Ursache feststeht, ist er/sie noch lange nicht besessen. Es gibt schließlich auch psychisch bedingte Krankheiten – manche Störungen sind quasi moralisch verursacht (z.B. Depressionen  nach Abtreibungen, wobei seelische Verletzungen sich psychosomatisch auswirken können).

Der unsinnigen Ansicht, Krankheiten seien vom Teufel verursacht, hat schon Christus seinerzeit widersprochen, weshalb in den Evangelien eindeutig zwischen Krankenheilungen und Teufelsaustreibungen unterschieden wird.

Diese Wundertaten Christi sollten vor allem seine göttliche Vollmacht bezeugen und verdeutlichen, daß das Reich Gottes mit ihm bereits angebrochen ist.

Die Apostel haben den exorzistischen Dienst anfangs noch fortgesetzt (vgl. Apg.), doch bereits in den Briefen der Apostel von Paulus über Petrus bis zu Johannes findet sich keine einzige Aufforderung an die Gemeinden (auch nicht in den späteren Pastoralbriefen des NT) zur Ausübung von Teufelsaustreibungen – und zwar wohlgemerkt auch nicht im Zusammenhang mit Zaubereisünden, die mehrfach erwähnt werden.  In all diesen Fällen werden die Gläubigen zur Umkehr aufgerufen, nicht etwa zum Exorzismus.

Phänome der Besessenheit – oder der Charismatik?

Apropos Pater Lopez, der das Benehmen von „Besessenen“ laut CNA folgendermaßen beschreibt: „Sie haben angefangen zu schreien, wie ein Hund zu bellen oder sich auf dem Boden zu wälzen und wie eine Schlange zu winden.“

Foto: Pattayablatt

Das sind haargenau die Phänomene, die man auf pfingstlerischen Versammlungen zuhauf beobachten kann – und zwar gleich massenhaft. Nur nennt sich das dort nicht „Besessenheit“, sondern „Ruhen im Geist“, „Weinen im Geist“, „Bellen im Geist“ usw.

BILD: Sogar baumstarke Männer „ruhen im Geist“ (Rückwärtskippen in Trance) während einer charismatischen Veranstaltung nach der Handauflegung eines „Heilungspredigers“

Diese Vorgänge werden in schwärmerischen Kreisen seit Jahrzehnten als „Toronto-Segen“ bezeichnet und gewürdigt (!), nachdem diese vermeintlichen Manifestationen des „Heiligen Geistes“ in den 90er Jahren im Rahmen der „Erweckung“ in Toronto an der Tagesordnung waren – sie sind aber in der Pfingstbewegung von Anfang an bekannt; sie geschahen bereits bei den „Kasseler Versammlungen“ Anfang des 20. Jahrhunderts im Rahmen der damals aufkommenden Charismatik.

Was also?

Wer noch bei Verstand und nicht schwarmgeistig vernebelt ist, der weiß, daß solche absonderlichen Verhaltensweisen nicht vom Heiligen Geist gewirkt sind.

Aber auch ich, die ich mich seit über dreißig Jahren denkbar kritisch mit genau diesen Vorfällen befasse, habe noch nie pauschal behauptet, es handle sich hierbei um ein Symptom von Besessenheit.

Zwar sind es zweifellos ungeistige und irrgeistige Vorkommnisse, doch der größte Teil dürfte seelisch-psychisch erklärbar sein, nicht zuletzt angesichts der aufgepeitschten Stimmung in solchen Massenversammlungen und der gegenseitigen Suggestion (unterschwelligen Beeinflussung) dieser Enthusiasten; dazu kommen quasi-hypnotische Psycho-Techniken und gruppendynamische Kraftwirkungen angeblich geistbegnadeter „Heilungsprediger“, die von ihrer Anhängerschar wie Gurus angehimmelt werden.

Daß es in besonders schlimmen Fällen extrem-charismatischer Verführung auch zu einem direkten Einwirken satanischer Mächte auf labile Menschen kommen kann, ist freilich nicht auszuschließen, aber in der Regel handelt es sich wohl um indirekte (psychische) Folge der Irrgeisterei.

Fest steht jedenfalls, daß schwarmgeistige Verirrungen dem geistlichen Leben der Betroffenen schweren Schaden zufügen. Die zum Teil jahrelangen seelischen Auswirkungen erlebe ich bei Ratsuchenden und Geschädigten, die sich bei mir melden, schon seit Jahrzehnten – und die entsprechenden Schicksale mehren sich.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 


Seher Enoch aus Kolumbien verbreitet Panik und kündigt endzeitliche „Warnung“ an

Von Felizitas Küble

Der selbsternannte Prophet „Enoch“ –  ein nicht näher bekannter, angeblicher „Katechet“ aus Kolumbien – erhält seit über 20 Jahren „Offenbarungen“ des Himmels, die sich reihenweise in ihrer typischen Endzeit-Panik ähneln und ständig im Kreise drehen. 

Seine Fangemeinde ficht es nicht an, dass sich der Seher mit seinen düsteren Ankündigungen schon mehrfach geirrt hat, so etwa im Jahre 2015, als er am 29. Juli wieder einmal einen „dringender Aufruf von Gott Vater an Sein treues Volk“ erhielt, wie hier nachzulesen ist:

„Es fehlt wenig bis der Mond sich wieder mit Blut färbt (28. September 2015) und die Sonne mit Dunkelheit (13. September 2015*); damit erfüllt sich in ihrer Totalität die Prophezeiung des Joel (Joel 3,4). Nachdem dies geschehen ist, wird Finsternis über die Erde hereinbrechen und die kommenden Ereignisse entfesseln sich eines nach dem anderen.“

Auf diese weltweite Finsternis warten wir noch heute, doch derlei Irrungen und Wirrungen sind in dieser pseudo-katholischen Szene ohnehin an der Tagesordnung.

Natürlich propagiert auch Enoch die in Seherkreisen allseits beliebte „Warnung“, eine Endzeit-Theorie, die vor allem auf Garabandal (eine kirchlich abgelehnte Erscheinungsstätte) und auf eine längst aufgeflogene, irische Visionärin sowie auf weitere Endzeitprediger wie z.B. Lungenschmid zurückgeht.

Demnach wird es schon vor der endgültigen Wiederkunft Christi zum Jüngsten Gericht bereits ein für die ganze Menschheit sichtbares Kommen Jesu in den Wolken des Himmels geben, verbunden mit einer „Seelenschau“, die für die „gottlosen“ Menschen fürchterlich ausfällt – und als endzeitliche „Warnung“ zu verstehen ist.

Einmal abgesehen davon, daß Bibel und Kirche keine zweifache Wiederkunft Christi kennen, geht es hier um eine sensationslüsterne Angstmacherei, die mit einem gottesfürchtigen Aufruf zu Buße und Umkehr nichts zu tun hat.

Wie sehr Enoch darauf abzielt, die Menschen in Panik zu versetzen, zeigt z.B. seine Marien-Botschaft vom 21. Februar 2017, in der es u.a. heißt:

„Seid sehr vorsichtig, kleine Kinder, denn auf eurer Erde hat es bereits viele durch Dämonen besessene Seelen; beachtet dass ihr unter keinen Umständen in Klagen und Streitigkeiten mit euren besessenen Geschwistern eintreten dürft…

Die bösen Geister wandern bereits in den späten Stunden der Nacht herum, sie suchen Körper deren Seelen von Gott entfernt sind, um in sie einzuschleichen. Haltet euch während den späten Stunden der Nacht nicht auf der Straße auf, damit ihr nicht unangenehme Überraschungen erleben werdet.

Vor einem Jahr veröffentlichte Enoch einen Aufruf der „Maria Rosa Mystica an das Volk Gottes“ vom 2. Januar (Die Erscheinungen der „Rosa Mystica“ von Montichiari sind ebenfalls kirchlich abgelehnt). Darin heißt es zum Dauerbrenner der „Warnung“:
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„Kleine Kinder, der Zusammenprall von zwei Asteroiden wird das Glorreiche Kreuz Meines Sohnes bilden. Das wird das große Signal sein, welches euch das Kommen der Warnung ankündigt!
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Dieses Jahr wird der Beginn eurer Reinigung sein. Die Menschheit wird große Ereignisse am Himmel und auf der Erde erleben; die Zeichen des Himmels werden zunehmen; noch von keinem Auge gesehene himmlische Phänomene werden euch ankündigen, dass ihr bereit und vorbereitet sein müsst für eure Begegnung mit Gott in der Ewigkeit.
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Die Erschütterung des Universums wird euch himmlische Phänomene sehen lassen, welche die Menschheit nie gesehen hat. Viele werden in Panik geraten, aber es gibt keinen Grund euch zu ängstigen; diese Manifestationen sind Ankündigungen des Himmels damit ihr geistig auf das Kommen der Warnung vorbereitet seid und eure Prüfungen beginnen.“ (Quelle: http://www.kommherrjesus.de/aktuelles/enoch/botschaften/botschaften2018#neu)
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Vielleicht haben wir alle etwas verpaßt, da sich im vergangenen Jahr keine erkennbaren „himmlischen Phänomene“ ereignet haben, geschweige sind zwei Asteroiden zusammengeprallt; auch erschien kein glorioses Kreuz am Himmel und-so-weiter…


Christus verbietet unreinen Geistern das Wort

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Lk 4,38-44:

In jener Zeit verließ Jesus die Synagoge und ging in das Haus des Simon. Die Schwiegermutter des Simon hatte hohes Fieber, und sie baten ihn, ihr zu helfen. ER trat zu ihr hin, beugte sich über sie und befahl dem Fieber zu weichen. Da wich es von ihr, und sie stand sofort auf und sorgte für sie.

Als die Sonne unterging, brachten die Leute ihre Kranken, die alle möglichen Leiden hatten, zu Jesus. Er legte jedem Kranken die Hände auf und heilte alle.

Von vielen fuhren auch Dämonen aus und schrien: Du bist der Sohn Gottes!
Da fuhr ER sie schroff an und ließ sie nicht reden; denn sie wussten, dass ER der Messias war.

Bei Tagesanbruch verließ er die Stadt und ging an einen einsamen Ort. Aber die Menschen suchten ihn, und als sie ihn fanden, wollten sie ihn daran hindern, wegzugehen.
ER sagte zu ihnen: Ich muss auch den anderen Städten das Evangelium vom Reich Gottes verkünden; denn dazu bin ich gesandt worden. Und ER predigte in den Synagogen Judäas.

HINWEIS:
In gewissen charismatischen oder extrem-traditionalistischen Kreisen kommt es zu Exorzismen oder sog. „Befreiungsgebeten“, in denen die
(angeblichen oder tatsächlichen) Dämonen nach Strich und Faden ausgefragt werden – so war dies leider seinerzeit auch in der aufsehenerregenden Causa „Anneliese Michel“ der Fall.

Es wurden damals sogar Kassetten und Abschriften jener „Dialoge“ verbreitet  –  so daß die Hörer dem, was aus der (vermeintlichen oder wirklichen) Finsternis gesagt wurde, gleichsam andächtig lauschten. Zudem wurde dabei das Seelsorgsgeheimnis gebrochen, denn ein Exorzismus ist kein öffentlicher Vorgang, sondern ein seelsorglicher Akt. 

Wie dieses Ereignis aus dem Leben Christi zeigt, hat ER den unreinen Geistern strikt befohlen, sie sollten schweigen – auch als sie gerade etwas durchaus Richtiges sagten, nämlich ER sei der „Sohn Gottes“. Der HERR hat es aber nicht nötig, sich „von unten“ bestätigen zu lassen  –  ER läßt sich überhaupt auf keinerlei Gespräch mit den Finsternismächten ein. Daran haben sich auch alle Gläubigen zu halten!

Weitere Infos siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2013/06/16/der-fall-klingenberg-ist-durch-geisterfotos-wieder-in-aller-munde/


Visionärer Endzeit-Rosenkranz zu teils unbekannten „Engeln“ mit 21 Verheißungen

Von Felizitas Küble

Seit Jahrzehnten wird das fromme katholische Volk mit einer wahren Flut von Sonder-Rosenkränzen „beglückt“ bzw. verführt, die den überlieferten und bewährten Rosenkranz verdrängen, in dem die Heilsgeheimnisse des Evangeliums im Mittelpunkt stehen.  rosa-mystica6

Hingegen bieten jene kuriosen Extra-Rosenkränze, die fast alle auf Erscheinungen, Visionen oder angeblich himmlische Einsprechungen zurückgehen, im besten Falle weitgehend überflüssige Banalitäten, ansonsten viel Sonderbares  –  und im schlimmsten Fall eine Ansammlung von Irrlehren und magischen Vorstellungen, oft verbunden mit „Verheißungen“ von oben.

Ob jene Rosenkränze nun von „unten“ oder von „innen“ sind, ob sie dämonisch inspiriert oder einfach nur psycho-bedingte „fromme“ Einbildungen sind, in jedem Falle haben sie den Nachteil, daß sie dem kirchlichen Rosenkranz Konkurrenz machen und ihn tendenziell verdrängen – dies umso mehr, wenn mit den Extra-Rosenkränzen auch noch bestimmte Heilszusagen verknüpft sind, die quasi als Köder auf naive Gläubige wirken.

Ein solch irrgeistiges Beispiel ist auch der hier auf Gloria-TV empfohlene und vorgestellte „Endzeit-Rosenkranz“ mit seinen 21 durchgeknallten „Verheißungen“: https://gloria.tv/article/yWKeccrXwM8t49nSQPRTXAqfS

Natürlich geht auch diese Sonder-Andacht auf eine „begnadete“ Person zurück. (Allein schon der für erscheinungsbewegte Kreise typische Ausdruck „begnadet“ läßt außer Acht, daß jeder Gläubige begnadet ist  –  durch Christus bzw. die Taufe und andere Sakramente nämlich!).

Silvano Marini wurde der Engels-Rosenkranz geoffenbart…

Diesmal geht es um Silvano Marini, seines Zeichens also „mystisch begnadet“ und aus Cascia in Italien stammend. Angeblich ist ihm am 1. Dezember 2009 die Madonna als „Rosa Mystica“ (siehe Foto oben) erschienen.  Der Kult um die Rosa Mystica ( = geheimnisvolle Rose) geht auf Erscheinungen in Montichiari zurück, die kirchlich nicht gebilligt sind.

Dem erwähnten Seher wurde demnach Folgendes vom Himmel mitgeteilt:  vision

,,Die ,,Rosa Mystica“ fleht unter Tränen, diesen Endzeit-Rosenkranz zu beten, um die schlimme Zeit abzukürzen und den Triumph der Vereinten Herzen und Ihres Unbefleckten Herzens zu beschleunigen!“

Schon dieser einzige Satz ist eine mehrfache Zumutung: Die echte Madonna ist im Himmel hundertprozentig glückselig und kommt nicht tränenreich auf die Erde – schon gar nicht, um einen irrgeistigen Rosenkranz einzufordern mit dem Zweck, „die schlimme Zeit abzukürzen“. (Welche Zeit denn genau?! Waren nicht alle Zeiten irgendwie „schlimm?!).

Der Rosenkranz hat in Wirklichkeit den Sinn, sich gleichsam „an der Hand Mariens“ in die christlichen Heilsgeheimnisse zu vertiefen und die Kernpunkte des Evangeliums zu betrachten  – aber hier geht es stattdessen panisch um das „Abkürzen schlimmer Zeiten“….

Sodann ist es völlig unlogisch, wenn von der vermeintlichen Madonna weiter gesagt wird, man solle damit „den Triumph der Vereinten Herzen und ihres Unbefleckten Herzens beschleunigen“. Bei den „Vereinten Herzen“ (Jesu und Mariens) ist sie schon dabei  –  warum also eine weitere Extra-Erwähnung ihres unbeflekten Herzens?! – Und worin soll deren „Triumph“ denn bestehen?

Auf den Perlen des Bluttränen-Rosenkranzes….

Dann wird dieser Endzeit-Rosenkranz zu den „Perlen des Bluttränen-Rosenkranzes“ (!) von Montichiari gebetet, also zwei falschgeistige Rosenkränze (und damit zwei kirchlich nicht anerkannte Erscheinungen) werden miteinander verbunden, was den Unfug noch steigert.

Foto: Paul BaddeDanach kommen statt der üblichen Rosenkranz-Gebete (Vater-Unser, Ave Maria) sieben „Anrufungen“ zu sieben Engeln, wobei die ersten drei von der Kirche zwar namentlich verehrt werden (Michael, Gabriel, Raphael), weil sie biblisch bezeugt sind, die weiteren in diesem Extra-Rosenkranz genannten „Engel“ aber nicht, nämlich Uriel, Jehudiel, Sealtiel und Barachiel.

Offenbar sind diese vier Namen den kirchlich abgelehnten Botschaften von Gabriele Bitterlich aus dem sog. „Engelwerk“ entnommen, womit dieser Endzeit-Rosenkranz nunmehr Elemente von d r e i  falschmystischen Erscheinungen (Marini, Montichiari, Engelwerk) beinhaltet.
Typisch für dieses Spektrum ist es, daß nun jedesmal schwere Sünden oder Wurzelsünden mit einem Dämon verbunden werden, zB. bei der Anrufung des Erzengels Michael: „Führe uns zur Bescheidenheit, um den Dämon des Hochmuts zu bekämpfen….“

Damit wird dem in solchen Kreisen weitverbreiteten Besessenheitswahn Vorschub geleistet. (Damit soll nicht in Abrede gestellt werden, daß es Besessene geben kann und gibt, aber eben nicht in Hülle und Fülle!)

„Göttliche Verheißungen“ bieten Zahlenmagie und Apokalypse-Schutz

Entsprechend unsinnig sind auch die 21 „göttlichen Verheißungen“, welche an das Beten dieses Sonder-Rosenkranzes geknüpft sind.

Ob die Zahl 21 wohl durch zahlenmystische Denkspiele zustandegekommen ist? – Nach der Devise: Multiplizieren wir die heilige Zahl 7 mit der heiligen Zahl 3, dann ist die Summe hiervon ganz besonders heilig….

Die erste Verheißung läßt die geplagte Menschheit schon schwer hoffen: „Derjenige, der den Engel-Rosenkranz beten wird, wird beim Strafgericht bewahrt werden und vermeidet den ersten Tod während der Zeit der ,,Sieben Siegel“ der Apokalypse.“

Damit nicht genug, gibt es bei Zusage Nr. 4 von den Sieben Erzengeln für dergestalt fromme Seelen eine Sonderschutzzulage: „Derjenige, der den Engel-Rosenkranz beten wird, wird von den Sieben Erzengeln einen speziellen Schutz erhalten. Sei es vor oder während der Zeit der Apokalypse.“

Dämonenvertreibung auf der Erde, über der Erde, unter der Erde…

2422858308_09948afd14Weil es in der Endzeit rund geht mit dem Kampf gegen die Teufel, erhalten die Spezial-Rosenkranz-Beter laut fünfter Verheißung wirksame übernatürliche Vollmachten: „Derjenige, der den Engel-Rosenkranz beten wird, wird dazu beitragen, jede Art von Dämonen (der Erde, unter der Erde, des Wassers, des Feuers, der Luft) zu vertreiben.“

Freilich weiß man nicht so recht, ob es um ein irdisches oder himmlisches Jerusalem geht, denkt man an die nächste Verheißung: „Derjenige, der den Engel-Rosenkranz beten wird, wird zu den Bewohnern des Himmlischen Jerusalems gehören, das auf Dozule‘ hinabsteigt.“  –  Im französischen Dozule‘ soll die Seherin Madeleine Amontin endzeitliche Jesus-Botschaften empfangen haben  – natürlich ebenfalls kirchlich abgelehnt.

Damit wären wir schon bei der vierten Falsch-Erscheinung, die in diesen Endzeit-Rosenkranz hineinverwoben wird.

Besonders drollig wirkt die 7. Ankündigung: „Derjenige, der den Engel-Rosenkranz beten wird, wird nie den Glauben an Christus und an die kath. Kirche verlieren.“  – Bedauerlicherweise hat er diesen Glauben im Grunde schon verloren und durch offensichtlichen Aberglauben ersetzt, weil er einen irrgeistigen Rosenkranz betet, der ein absonderliches Sammelsurium von Irrlehren und Falschmystik in sich vereinigt.

Daß es hier darum geht, den Hochmut jener erscheinungsfixierten „Frommen“ zu züchten, geht aus der letzten, der 21. Verheißung klar hervor:
„Derjenige, der den Engel-Rosenkranz verbreitet, wird bei anderen Nationen unter den Auserwählten und unter den neuen König der erneuerten Welt einen speziellen Platz im neuen Jerusalem erhalten.“

Weiterer Kommentar überflüssig….

Felizitas Küble leitet den katholischen KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Götzendienst: Das Heidentum opfert nicht Gott, sondern den Dämonen

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: 1 Kor 10,14-22:

Liebe Brüder, meidet den Götzendienst!
Ich rede doch zu verständigen Menschen; urteilt selbst über das, was ich sage. Ist der Kelch des Heiles, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi? Tagesimpuls

Ein Brot ist es. Darum sind wir viele ein Leib; denn wir alle haben teil an dem einen Brot.

Schaut auf das irdische Israel: Haben die, welche von den Opfern essen, nicht teil am Altar? Was meine ich damit?

Ist denn Götzenopferfleisch wirklich etwas? Oder ist ein Götze wirklich etwas?  –  Nein, aber was man dort opfert, opfert man nicht Gott, sondern den Dämonen.

Ich will jedoch nicht, dass ihr euch mit Dämonen einlasst. Ihr könnt nicht den Kelch des HERRN trinken und den Kelch der Dämonen. Ihr könnt nicht Gäste sein am Tisch des HERRN und am Tisch der Dämonen.

Oder wollen wir die Eifersucht des HERRN wecken? Sind wir stärker als ER?

 


Christus verwirft die irrgeistigen Wundertäter

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Mt 7,21-25:

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Nicht jeder, der „HERR, HERR“ zu mir sagt, wird in das Himmelreich eingehen, sondern nur, wer den Willen meines himmlischen Vaters erfüllt. image001

Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: HERR, HERR, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten, haben wir nicht mit deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit deinem Namen viele Wunder vollbracht?

Dann werde ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übeltäter!

 


Intern. Konferenz: Monster und Zauberwesen in der europäisch-jüdischen Geschichte

Über Monster, Dämonen und Wunderwesen in der europäisch-jüdischen Geschichte diskutieren vom 22. bis 24. Mai 2016 zwanzig Forscher aus Deutschland, Großbritannien, Israel und den USA an der Goethe-Universität.

Initiiert wurde die internationale Konferenz von der israelischen Historikerin Dr. Iris Idelson-Shein, die seit 2013 als Humboldt-Fellow an der Martin-Buber-Professur für jüdische Religionsphilosophie der Frankfurter Universität wirkt. Zu den Referenten zählt auch der Historiker David B. Ruderman (University of Pennsylvania), der derzeit auf Einladung der Buber-Professur und des Instituts für Judaistik als Träger eines Humboldt-Preises in Frankfurt weilt.

Die internationale Konferenz zum Thema „Monsters, Demons and Wonders in European-Jewish History” bringt erstmals Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen. Sie werden Perspektiven diskutieren, die Monster, Dämonen und Wunderwesen für die Deutung jüdischer Geschichte eröffnen. Die europäischen Juden, die selbst im Verlauf ihrer Geschichte lange Zeit als Monster betrachtet worden waren, beschworen in ihren religiösen Texten, ihrer Kunst und in ihren volkstümlichen Erzählungen magische, furchterregende und hybride Wesen herauf.

Diese Darstellungen spiegeln einige einzigartige jüdische Reaktionen auf die radikalen Umbrüche wider, die sich – zwischen Mittelalter und Moderne – in der europäischen Gesellschaft im Allgemeinen und in der jüdischen Gemeinschaft im Besonderen ereigneten. Indem sie sich immer wieder das Monster, den Dämon oder das Wundersame ausmalten, brachten jüdische Autoren und Künstler einige der stärksten Ängste und Fantasien zum Ausdruck, die sich um solche Themen wie jüdisch-christliche Beziehungen, Stellung und Wesen von Religion, Verständnis des Körpers und der Sexualität, Vorstellungen von Identität und Differenz, Familie und Geschlechterverhältnissen rankten. 038_35

Während der dreitägigen Konferenz gilt es, die Geschichte und die Eigenheiten dieser Bilder und Vorstellungen zu enträtseln, aber auch deren politische, kulturelle und religiöse Bedeutung zu bestimmen. Die Geschichte des jüdischen Monsters wird aus vergleichender Perspektive analysiert und – mit dem methodischen Instrumentarium der Geschlechterforschung, der postkolonialen Theorie und der vergleichenden Literaturwissenschaften – vor dem Hintergrund ihrer nichtjüdischen Pendants gedeutet.

Im Laufe der Konferenz sollen u.a. folgende Fragestellungen erörtert werden: Wie sind Monster zu definieren? Wie verhalten sich Monster zu anderen subversiven Wesen wie Dämonen, Wunderwesen, Fremdlingen oder Hexen? Welchen historiografischen Nutzen verspricht die Erforschung von Monstern? Was bedeutet die Betrachtung einer Kultur im Spiegel für unsere Vorstellungen von Periodisierung, geografischem Raum, historischen Fakten, Bedeutung in der Geschichte, Kontinuität und Wandel?

Die internationale Konferenz, die von der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie in Kooperation mit dem Graduiertenkolleg „Theologie als Wissenschaft“ durchgeführt wird, versteht sich als innovativer Beitrag zum Profil der Jüdischen Studien an der Goethe-Universität, bei dem neue interdisziplinäre Methoden der Kulturwissenschaft auf internationalem Niveau einbezogen werden.

Die Tagung soll auch sichtbar machen, welche neuen Impulse die israelische Historikerin Dr. Iris Idelson-Shein diesem Forschungsfeld gibt. Sie hat sich intensiv während ihrer Zeit als Humboldt-Stipendiatin an der Goethe-Universität mit Aspekten der „Monster studies“ auseinandergesetzt. Bsp-7

„Monster studies“ sind ein relativ neues, aber blühendes Forschungsfeld. Es beschäftigt sich mit dem vielgestaltigen transhistorischen Phänomen der Darstellungen des Monströsen und Dämonischen, dem man in zahlreichen Genres begegnet: in Romanen und Flugschriften, in volkstümlichen Erzählungen und Archivdokumenten, in naturwissenschaftlichen Büchern und theologischen Werken. Das sind Texten, in denen etwas zur Sprache kommt, was gängigen Vorstellungen von Säkularisierung, Modernisierung oder des Rationalen in der Moderne zuwider läuft, in denen eine andere Geschichte erzählt: nicht die von sich kontinuierlich entfaltenden Narrativen, sondern jene von sich wandelnden Ängsten, von Urängsten ebenso wie von konkreten Ängsten, von alter und neuer Furcht.

Angeregt durch neuere Entwicklungen in den Kulturwissenschaften Forschung zu Behinderungen, aber auch in der Geschlechterforschung und in den „Postcolonial Studies“, haben Forscherinnen und Forscher aus dem Bereich der Geschichtswissenschaft, Anthropologie, Folklore, Literaturwissenschaft und der Filmwissenschaften begonnen, ihre Aufmerksamkeit dem Bild und der Bedeutung von Monstern in unterschiedlichen Kulturen und Epochen zu widmen.

Ihre Studien thematisieren die Geschichte von Monstern von der Antike bis in die Moderne, von Afrika bis Island, von Japan bis zur Welt des Islam. Sie befassen sich mit Zombies und Vampiren, kopflosen Völkern und monströsen Geburten und werfen ein Licht auf überaus finstere Kreaturen, welche die Grenzbereiche der Geschichte bevölkern.

Wenig Aufmerksamkeit ist bisher hingegen der kulturellen Bedeutung von Monstern im Bereich der jüdischen Geschichte mzuteil geworden. Vereinzelte Arbeiten beschäftigen sich mit der Thematik von Monstern in der biblischen und rabbinischen Literatur, vor allem aber im frühneuzeitlichen jüdischen Denken – etwa im Zusammenhang der Teratologie (Lehre von körperlichen Missbildungen) und der Anthropologie, Naturwissenschaft und Religion, Magie und Philosophie.

Neuere Studien zeigen, auf welche Weise Naturwissenschaft, Horrorvorstellungen, Magie und religiöses Denken in mittelalterlichen und frühneuzeitlichen jüdischen Texten wie Kunstwerken miteinander verschränkt sind.

Die Konferenz findet statt:
von Sonntag (22. Mai) bis zum Dienstag (24. Mai)
auf dem Campus Westend (Casino 1.801)

Die Tagung ist ohne Anmeldung frei zugänglich.

Infos: Prof. Dr. Christian Wiese, Martin-Buber-Professur für jüdische Religionsphilosophie, Fachbereich Evangelische Theologie, Campus Westend, Tel. (069) 798-33331 oder 798-33342 ; E-Mail: c.wiese@em.uni-frankfurt.de,

Programm: www.uni-frankfurt.de/61176169/buber_monster-program.pdf.

Quelle: http://www.muk.uni-frankfurt.de/61477008/122?


Black-Metal-Szene: Neue antichristliche CD mit dem Song „Kill for Satan“

Mathias von Gersdorff

Es wäre kaum sinnvoll, täglich über die neuesten Fabrikate der Black-Metal-Szene zu berichten. Doch die ErwähnunPodium5g der neuen CD der Hardrockgruppe „The Antichrist Imperium“ (Das Reich des Antichristen) scheint mir wichtig genug. Eines der Lieder heißt „Kill for Satan“ (Morden für Satan).

Unnötig zu sagen, dass mit einem empörenden Aufschrei gegen diesen Hass, diese Radikalität und diese Intoleranz kaum zu rechnen ist.

Dabei wäre es notwendig: Solche Fabrikate kommen praktisch täglich auf den Markt. Es sind nicht nur obskure Labels, die solche Musik prodizieren. Nein, hinter manchen dieser Produktionen stehen Multis wie SONY oder Universal.

Zudem vertreibt man in der Szene auch T-Shirts mit christenfeindlichen Aufrufen, zB: „Verbrenne Deine Kirche“ (Näheres HIER)

Über antichristliche Hassmusik folgt nun hier ein Überblick :

Gotteslästerung, Hetze und Verleumdung gehören zum Standardrepertoire derjenigen, die in Medien, Kulturbetrieb und Politik gegen das Christentum Stimmung betreiben. Vor allem konservative Christen können ein Lied davon singen, was es heute bedeutet, öffentlich für eine konsequente Sexualmoral, gegen Abtreibung, für die traditionelle Ehe und für die Familie und gegen die Homo-Agenda einzutreten.

Doch fast unbeachtet blieben erstaunlicherweise bislang die Attacken auf das Christentum aus der sog. Death-Metal und der Black-Metal-Szene, beide sind ihrerseits Untergattungen des Heavy-Metals, die oft dämonische Elemente beinhalten. In ihren Auftritten gehören teuflische Symbole zur Bühnenausstattung, satanische Rituale werden zumindest ansatzweise exerziert.

Anerkannte Plattenfirmen machen mit

Wohlgemerkt: Hier ist nicht die Rede von obskuren Bands, die kaum jemand außerhalb der eigenen Szene kennt, die in völlig unbekannten Clubs auftreten und dort ihre Aufnahmen verkaufen. Es geht hier um Bands, dessen Platten beispielsweise von SONY vertrieben werden und die bei Amazon, Buecher.de, Weltbild und sonstigen großen Internethändlern erwerben werden können.

Bestialische Gotteslästerung, Sadismus und Gewaltverherrlichung: Das sind die üblichen Elemente von Bands mit Namen wie AEON, Rawage, Satans Wrath, Grand Supreme Blood Court oder Postmortem.

Um sich ein Bild darüber zu verschaffen, was Woche für Woche auf den deutschen Musikmarkt kommt, sollen hier einige Beispiele aufgelistet werden:

Reihenweise Christen ans Kreuz genagelt

Eine der extremsten Bands ist AEON aus Schweden, die sich auf besonders hasserfüllte Musik spezialisiert. „Aeon’s Black“ ist ihre letzte CD mit Titeln wie „I Wish You Death“, „Passage To Hell“ oder „Die By My Hands“.

Das Heavy-Metal-Portal Metal.de schrieb:  Bsp-7

„Wenn man die Schweden AEON als eine der blasphemischsten Bands im Death-Metal-Untergrund bezeichnet, hat das natürlich seine Berechtigung: Wie schon auf den vorangegangenen drei Alben werden auch auf dem neuen Werk ‘Aeons Black’ in den Texten reihenweise Christen ans Kreuz genagelt . . .“

Diese sowie viele andere Black-Metal-Bands werden von SONY vertrieben. Daß das kein Versehen ist, erkennt man an den Beschreibungen. So schrieb SONY beispielsweise über die Platte „Evangelivm Necromantia“ von „Antropomorphia“: „Textlich dreht sich alles um Nekrophilie, Mord, Geisterbeschwörung und nekrolesbische Lust“.

Der Text des Liedes „Fleisch“ in dieser CD schildert in allen Einzelheiten einen sadistischen Mord und die anschließende Vergewaltigung der Leiche: „Mein messer sinkt in deine weiche haut/Mit tränen in die augen schaust du mich an/Des warmes blut tropft auf meinen hand/Es ist deine angst die mir erregt und mich noch verrückter macht/Die körper total entstellt.“ (Rechtschreibfehler wurden beibehalten).

Sex mit einem gehörnten Teufel

Besonders extrem ist die Band Rawage. Auf dem Deckblatt von „Triumph of Sin“ (Triumph der Sünde) ist eine realistische Zeichnung eines Geschlechtsaktes zwischen einem gehörnten Teufel in Ketten und einer nackten maskierten Frau abgebildet. Eines der Lieder ist „Jesus sodomized“  –  eine unglaubliche Blasphemie. (Eine der Bedeutungen von „sodomized“ beinhaltet, jemanden zum homosexuellen Verkehr zu zwingen). DSC_1185-3

Es ist kaum anzunehmen, daß manche dieser Produktionen nicht strafrechtlich relevant sind. Jedenfalls sind sie jugendgefährdend und dürften nur mit einer Altersfreigabe „ab 18“ verkauft werden – falls überhaupt.

Wichtig ist zu erkennen, daß diese Musik für die Zuhörer eine Art spirituelle Nahrung ist, vergleichbar mit dem Gebet in den Religionen. Durch das Hören verstärken sie ihre Haßgefühle und ihren Sadismus gegen das Christentum. Wie muß es im Inneren der Menschen aussehen, die diese bestialische Musik stundenlang hören und ihr emotionales Leben damit formen? 

Viele Gläubige sind verbürgerlicht und gemütlich

Diese Musik bzw. ihre Anhänger bilden die Speerspitze der antichristlichen Agitation, die wir in gemäßigteren Varianten Tag für Tag erleben. Wie geht man dagegen vor? Vernunft und Argumente allein helfen hier kaum weiter.

Solche irrationalen und exzessiven Impulse können nur aufgehalten werden, wenn die Christen furchtlos und voller Überzeugung auftreten. Eine Auseinandersetzung auf der Basis von Argumenten setzt voraus, daß sich die Gegenseite auf das Denken des anderen einläßt und ein Minimum von Empathie entwickelt. Bei Menschen, die einen dermaßen extremen Haß innerlich kultivieren, kann man in der Regel eine solche Fähigkeit nichtmehr erwarten.

Gewissermaßen wird hier ein Kampf zwischen zwei Menschentypen ausgetragen. Problematisch für die christliche Seite ist es, daß bei vielen jegliche Kampfbereitschaft abhanden gekommen ist. Viele pflegen ein verbürgerlichtes Christentum, das eine Toleranz bis zur völligen Preisgabe des eigenen Profils praktiziert.

Bloß mit Gemütlichkeit und Sanftheit wird man aber nicht die Öffentlichkeit für die Sache Jesu gewinnen können und noch weniger die Entgleisungen dieser satanischen Rockmusiker abwehren.

Wir brauchen dringend Persönlichkeiten mit dem Kaliber eines seligen Paters Rupert Mayer (Widerstand gegen den Nationalsozialismus) oder eines seligen Erzbischofs Alojzije Stepinac von Zagreb (Widerstand gegen den Kommunismus), die sich von keiner weltlichen Macht beugen ließen, egal, wie machttrunken sie daher kam.

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ und die Webseite „Kultur und Medien online“; aktuelle Kommentare zu Ereignissen in Kirche und Welt schreibt er hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/


Der Exorzismus ist keine magische Allzweckwaffe gegen schwere Sünden

Abwegige charismatische Praktiken in Mexiko

Auf der traditionalistischen Internetseite „Katholisches.info“ wurde am 15. Juni 2015 ein Artikel von Giuseppe Nardi veröffentlicht; er berichtet darüber, daß ein bekannter Teufelsaustreiber am 20. Mai 2015 in der Kathedrale von San Luis Potosí einen Exorzismus durchführte, um  – so wörtlich –  „die Dämonen zu vertreiben, die das Land heimsuchen“.Bsp-7

Gemeint waren damit konkret die „Drogenkartelle und der Mord an den ungeborenen Kindern.“   – Weiter heißt es: „Dagegen setzte die katholische Kirche jüngst Mittel des geistlichen Kampfes ein.“

Nun repräsentiert auch ein angeblich namhafter Exorzist wie José Antonio Fortea noch lange nicht „die katholische Kirche“, selbst wenn er von einer „ganzen Gruppe“ weiterer Dämonenaustreiber begleitet wurde.

(Abgesehen davon haben wir über Ansichten und Methoden dieses Exorzisten, der sich selber ausdrücklich der charismatischen Bewegung zuordnet, bereits im Januar 2014 kritisch berichtet: https://charismatismus.wordpress.com/2014/01/19/irrungen-und-wirrungen-des-charismatischen-exorzisten-padre-jose-fortea/)

Es handle sich  – so schreibt „Katholisches.info“ weiter  –  um den „ersten Exorzismus dieser Art, der das ganze Land betraf.“  – Zudem hätten „einige Prälaten“ darauf hingewiesen, daß „Drogen, Abtreibung, Scheidung und Gesetze gegen die göttliche Ordnung „wichtige Einfallspforten für Dämonen“ seien.“

Hierzu stellen sich folgende Fragen und Kritikpunkte:

1. Die Anwendung eines Exorzismus gegen schwere Sünden und Mißstände in einem ganzen Land ist als amtliches Ritual in der katholischen Kirche seit jeher unbekannt. DSC00254

Die rituelle Austreibung von Dämonen ist ein Akt persönlicher Seelsorge und bezieht sich auf einen besessenen Menschen   –  und nicht abstrakt auf eine Ansammlung schwerer Sünden, die gleichsam „vertrieben“ werden sollen, was einer heidnisch-magischen Denkweise ähnelt (Abwehrzauber, „Bannen“). Zudem kann nur jemand exorziert werden, der das selber wünscht, was bei einem ganzen Land gar nicht möglich ist.

Charismatismus: „Freibeten“ von Städten und Ländern

2. Solche breitflächigen Exorzismen kennt man sonst nur aus der schwarmgeistig-charismatischen Szene, die ganze Städte, Regionen und Länder kollektiv „freibetet“, wie vollmundig behauptet wird. Angeblich werden Finsternismächte durch bestimmte „Befreiungsgebete“ aus besonders „belasteten“ Städten vertrieben.

Die katholische Kirche vertritt jedoch  in ihrer Lehre und ihren amtlichen Ritualen keine solch vermessenen „Ansprüche“ und derart verstiegene Methoden. Andernfalls hätte sie erst recht während der Nazi-Diktatur und unter kommunistischer Gewaltherrschaft allen Anlaß gehabt, solche „Kollektiv-Exorzismen“ durchzuführen (etwa gegen Nürnberg, die Stadt der Reichsparteitage  – oder gegen Moskau, den Sitz des Kreml etc…).P1020947

3. Warum werden als „wichtige Einfallspforten für Dämonen“ speziell nur solche schweren Sünden wie „Drogen, Abtreibung, Scheidung und Gesetze gegen die göttliche Ordnung“ genannt?  –  Sind andere Todsünden wie Mord (an geborenen Menschen), Kindesmißbrauch, Ehebruch, Ausbeutung, massiver Betrug oder schwere Verleumdung des Nächsten etwa keine „Einfallstore“ für finstere Mächte?

Abgesehen davon: Jede schwere Sünde, die bewußt und freiwillig begangen wird, trennt den Menschen von der Gnade Gottes, worüber sich die Hölle in jedem Einzelfall mächtig freut, nicht etwa nur bei „Drogen, Abtreibung, Scheidung….“ (Zudem stellt eine Zivilscheidung als solche keineswegs automatisch eine schwere Sünde dar, weswegen Geschiedene und getrennt Lebende zu den Sakramenten zugelassen sind, nicht jedoch geschieden Wiederverheiratete. Schon der hl. Apostel Paulus erlaubte in bestimmten Situationen eine sog. „Trennung von Tisch und Bett“.)

P. Amorth: Exorzismus nach Abtreibung sehr schwierig….

4. Ein Leserkommentar („defendor“) erwähnt auf „Katholisches.info“ sodann den Medjugorje-gläubigen römischen Exorzisten-Pater Amorth; ihm zufolge „ist die Befreiung von der dämonischen Besessenheit gerade bei abgetrieben habenden Frauen oft extrem schwierig“.baby

Dazu bringt der Verfasser folgendes Amorth-Zitat: „Ich habe auch große Schwierigkeiten festgestellt,  Frauen zu befreien, die neben anderen Gründen,  die die Besessenheit hervorgerufen hatten, abgetrieben hatten.“

Derartige Äußerungen sind nicht nur unsinnig, sondern irreführend. Es entsteht der Eindruck, als führe eine Abtreibung gleichsam von selber zur Besessenheit.

Abgesehen davon, daß es mit dieser „Logik“ eine kaum noch überschaubare Zahl von „Besessenen“ gäbe, ist von der schweren Sünde der vorgeburtlichen Kindestötung nicht allein die Frau betroffen, sondern auch der Abtreibungsarzt und alle Personen, welche die Schwangere zu diesem Verbrechen gegen das menschliche Leben gedrängt haben.

Zudem hat die Kirche, wie bereits dargelegt, niemals gelehrt, daß schwere Sünden gleichsam von selber eine Besessenheit nach sich ziehen würden.

Abwehr-Magie: „Voodoo-Zauber auf katholisch“?

5. Auf der erwähnten Webseite wurde gottlob auch eine kritische Leserstimme („Zeitschnur“) veröffentlicht. Dort heißt es völlig zu Recht u.a.:

„Die Drogenhändler verschwinden doch nicht durch Exorzismen! Oder betätigen wir uns jetzt als Schamanen und Zauberer?!

Man kann Menschen bestrafen, für ihre Umkehr beten und einen Umgekehrten und Bußfertigen, wenn es nötig sein sollte, exorzieren. In der Regel aber, wenn es „nur“ diese Sünden waren, genügt Buße, Umkehr und ein Ablassen von der Sünde.

Für mich klingt das nach Voodoo-Zauber auf Katholisch, was da in dem Artikel beschrieben wird.“

Inzwischen hat neben „Katholisches.info“ auch das charismatisch orientierte Portal „Kath.net“ unkritisch über diesen merkwürdigen „Exorzismus“ geschrieben: http://www.kath.net/news/50960

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet ehrenamtlich das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.