Wutentbrannter FAZ-Artikel von Deckers zum Streit um den „synodalen Prozess“

Von Felizitas Küble

Unter dem Titel „Päpstlicher Hinterhalt“  – der schon Schlimmes ahnen läßt  – veröffentlichte Daniel Deckers vor zwei Tagen in FAZ-online einen Rundumschlag, der für eine seriös und hochwertig sein wollende Qualitätszeitung wie die „Frankfurter Allgemeine“ reichlich aus dem Rahmen fällt: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/kommentar-paepstlicher-hinterhalt-16383290.html

Der Redakteur – seines Zeichens Ressortleiter und seit langem zuständig für „Kirchenthemen“ –  bewegt sich mit seinem heftigen Kommentar in der Nähe von Verschwörungstheorien, zumindest betreibt er Polemik und Panikmache.

Der Autor hat bereits vor Jahren in der Causa Tebartz van Elst unermüdlich die kirchenfeindliche Trommel geschlagen, was damals zu Kritik und Abo-Kündigungen katholischer Leser führte. Nun ist Deckers noch mehr in seinem Element und hat diesmal keinen Geringeren als Papst Franziskus zum Prügelknaben erkoren.

Nun kann man durchaus nachvollziehen, daß für manche Zeitgenossen mit dem neuen Pontifex einige Hoffnungen auf „Reformen“ verbunden waren. Nicht immer hat sich der Papst – gelinde gesagt – klar geäußert, bisweilen mag er durch spontane Bemerkungen in manchen Köpfen geradezu euphorische Erwartungen begünstigt haben, als könne nun die Kirche komplett im Sinne des Zeitgeistes umgekrempelt werden, was nicht ohne Grund zu Besorgnissen vieler kirchentreuer Katholiken führte – bis hinauf zum berechtigten Stirnrunzeln von Kardinälen.

Allerdingst schießt Deckers mit seinem jüngsten Kommentar selbst für „reformkatholische“ Verhältnisse weit übers Ziel hinaus. Gleich eingangs legt er ungebremst los:

„Erst macht der Papst den Bischöfen Mut, einen Reformprozess anzustoßen. Doch als die ihn beim Wort nehmen, erklärt er sie für inkompetent und unzurechnungsfähig. Das ist einfach irre.“

In Wirklichkeit hat der Papst den deutschen Oberhirten kein einziges Mal „Mut gemacht“, hierzulande – ohne seine Genehmigung!  – ein (Partikular-)Konzil anzustreben, das sich noch dazu mit weltkirchlichen Themen beschäftigen und hierzu „verbindliche“ (!) Beschlüsse fassen soll.

Ein solche Version einer „Synode“ geht weit über die kirchenrechtliche sowie theologische Kompetenz und Autorität von Bischöfen hinaus, denn diese bilden keine eigene Sonderkirche (auch keine „deutsche Nationalkirche“), sondern sind Teil der katholischen Weltkirche und sollen sich mit dem römischen Lehramt verbunden fühlen, statt es zu ignorieren.

Wenn Deckers zudem schreibt, die Bischofskonferenzen seien „Organe mit einer gewissen authentischen Lehrautorität“, dann irrt er sich durchaus. Papst Benedikt hat oft genug darauf hingewiesen, daß genau dies nicht der Fall ist.

Eine  authentische (allerdings nicht unbeschränkte) „Lehrautorität“ besitzt zwar der einzelne Oberhirte für sein Bistum, aber nicht etwa die Bischofskonferenz als „Organ“, denn diese ist nicht „göttlichen Rechts“ (im Unterschied zum Bischofsamt). Schließlich existierte die katholische Kirche seit der apostolischen Zeit nie ohne Bischöfe, aber sehr wohl größtenteils ohne Bischofskonferenzen.

Im weiteren Verlauf seines Rundumschlags wirft der wutentbrannte Autor dem Papst „und seinen  Büchsenspannern im Vatikan“ vor, deutschen Bischöfen und Laien „in einer Weise in den Rücken“ zu fallen, welche die „gewöhnliche Vorstellungskraft übersteigt“; der Pontifex habe gar die deutschen Bischöfe „in den Hinterhalt gelockt“.

Wenn Deckers dachte und hoffte, der Papst sei wegen einiger reformerisch-klingender Aussagen gleich ganz zum Progressismus übergelaufen, dann befand er sich auf einer rosa Wolke – und er sollte besser in sich gehen, statt außer sich zu geraten.

„Einfach irre“ ist hier jedenfalls nicht Franziskus, sondern dieser zornige Kommentar in der FAZ.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Aufstand gegen Rom: Bischof Bonny attackiert die Ehelehre der Kirche

Von Felizitas Küble

Am gestrigen Mittwoch, den 3. September 2014, war der reformkatholische Kirchenredakteur der FAZ (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Daniel Deckers, offenbar voll in seinem Element, konnte er sich doch mit seinen altbekannten modernistischen Forderungen nun auf einen Gewährsmann berufen, der ein hohes kirchliches Amt innehat: Bischof Johan Jozef Bonny. zeitungen

Das katholische Oberhaupt des Bistums Antwerpen  –  er gehört überdies zu den „Grabesrittern“ (Ritterorden vom Hl. Grab zu Jerusalem)  – war bislang nicht mit verwegenen Forderungen aufgefallen; insofern gelang Deckers journalistisch ein echter Überraschungscoup.

Für Daniel Deckers hat jetzt die Stunde geschlagen, um in puncto kirchliche Sexualmoral alle Geschütze aufzufahren, die ihm einfallen  –  und sich dabei auch sprachlich nicht mehr zurückzuhalten.

„Mit brachialer Gewalt exekutiert“

So schreibt der FAZ-Redakteur in einem seiner diesbezüglichen Artikel beispielsweise, das kirchliche Lehramt habe seit Papst Paul VI. seine Lehre über Ehe und Fortpflanzung „mit brachialer Gewalt exekutiert“.

Man beachte die Wortwahl und überlege, ob es sich etwa um die radikal-islamische Terrortruppe IS im Irak handelt, die ihre Ideologie tatsächlich „mit brachialer Gewalt exekutiert“? 1_0_809751

Nein, Herr Deckers meint allen Ernstes den Vatikan, dessen sogenannte „Gewalt“ sich allerdings ganz friedlich auf die Verkündigung von Lehrschreiben und dergleichen konzentriert.

Selbst als z.B. die deutschen Bischöfe sich seinerzeit mit ihrer höchst fragwürdigen „Königsteiner Erklärung“ kritisch von der päpstlichen Enzyklika „Humanae vitae“ (Lehrschreiben über Ehe und Fruchtbarkeit) abgrenzten, zog dies keinerlei Maßnahmen nach sich, geschweige wurden die insoweit unbotmäßigen Oberhirten „mit brachialer Gewalt exekutiert“….

Und weil Deckers sich vor Freude über den belgischen Rebellenbischof, der ihm jetzt am Reformhimmel erstand, kaum noch halten konnte, veröffentlichte er gestern neben zwei Online-Artikeln zur Causa Bonny einen weiteren Kommentar  unter dem Titel „Hartes Ringen in der katholischen Kirche“.  

Einleitend heißt es dort, Bischof Bonny habe eine angeblich brillante und jedenfalls „schonungslose“ Analyse der „Verirrungen des kirchlichen Lehramts vorgelegt“.
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Sodann wird Papst Franziskus vereinnahmt, indem ihm das „Ansinnen“ untergejubelt wird, „die Kluft zwischen Lehre und Leben zu verringern  – um  des Lebens willen.“ 

Um welchen „Lebens“ willen?  – Für ein moralisch laxes oder gar liederliches Leben ist jedenfalls der Zeitgeist zuständig, nicht die Kirche; diese wiederum ist an Christi Lehre und Leben gebunden, nicht an die Zügellosigkeit dieser Welt.

Bereits der hl. Apostel Paulus schärfte zu seiner Zeit der Christengemeinde von Rom ein: „Paßt euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist.“ (Röm 12,2)

Diese Aufforderung gilt auch für katholische Oberhirten einschließlich Bischof Bonny. Dieser Kirchenmann spielt Gottes Gebote und menschliches Gewissen gegeneinander aus, was auf die sog. „autonome Moral“ hinausläuft, die streng genommen eben keine Moral ist, sondern der subjektiven Beliebigkeit unterworfen.

„Wechselnde Einsichten und Gefühle“

Geradezu hanebüchen, was Bischof Bonny in seiner Stellungnahme insbesondere zum Thema Unauflöslichkeit der Ehe schreibt:

„Wie Menschen an ihrer Beziehung arbeiten, wann sie sich für Kinder entscheiden, wie und wann sie eine Beziehung als ‚unauflöslich‘ betrachten und erfahren: Es handelt sich um menschliche Wirklichkeiten, geprägt von Zeit und Kultur, von Herkunft und Bildung, von wechselnden Einsichten und Gefühlen.“

Gläubige katholische Christen (und übrigens auch bibelfeste Protestanten) lassen sich jedenfalls in puncto Unauflöslichkeit nicht von „wechselnden Einsichten und Gefühlen“ bestimmen, sondern von der zeitlosen Botschaft Christi und dem 6. Gebot Gottes: „Du sollst nicht ehebrechen.“

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Zudem äußert der reformfreudige Oberhirte, er habe „mehrfach feststellen“ müssen, „wie anstößig die Sprache der Kirche gegenüber bestimmten Personen oder Situation wirken“ könne:
 .
„Wer sich mit Menschen in ein Gespräch begeben will, muss sich davor hüten, ethische Qualifizierungen zu verwenden, die zur gelebten Wirklichkeit quer stehen und deshalb sehrt herabsetzend klingen. Viele unserer kirchlichen Dokumente brauchen an diesem Punkt dringend eine Revision.“
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Hier werden die sittlichen Normen der Kirche und „bestimmte Personen und Situationen“ ebenfalls gegeneinander ausgespielt. Der Bischof fordert die Kirche sogar dazu auf, sich vor „ethischen Qualifikationen“ zu hüten, die „zur gelebten Wirklichkeit quer stehen“.  
 .
Er möge sich damit abfinden, daß sich die göttlichen Gebote nicht dem Menschen und dessen „gelebter Wirklichkeit“ anzupassen haben, sondern umgekehrt: der Mensch soll sich an Gottes immer gültigem Gesetz ausrichten, zumal der gläubige Mensch, an den sich dieser Bischof mit seiner Stellungnahme ja schließlich wendet.

Felizitas Küble leitet das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Weiterer FAZ-Bericht Deckers mit Auszügen aus jener „reformkatholischen“ Erklärung Bischof Bonnys: http://www.faz.net/aktuell/politik/katholische-kirche-bischof-bonny-stellt-paepstliche-weisungen-in-frage-13133797.html

Vollständiger Wortlaut der Stellungnahme von Bischof J. Bonny: http://www.kerknet.be/admin/files/assets/subsites/4/documenten/SYNODE_UBER_DIE_FAMILIE_D.pdf

Fotos: Felizitas Küble (1), Radio Vatikan (2), Evita Gründler (3)

 


Unseriöser Kampagnen-Journalismus hat sich für die FAZ nicht ausgezahlt

Steckt dahinter immer ein kluger Kopf?

Wir erinnern uns: Es war die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ mit ihrem „großen Kirchenkenner“ Daniel Deckers, die das Thema Limburg (in wessen Auftrag auch immer) an die große Glocke hängte. e5359dc532c2210a4bd1e232bbe4825c

Die FAZ war (in stiller Eintracht mit dem „Spiegel“) nicht zu bremsen, wenn es darum ging, den Limburger Bischof anzugreifen und zu verunglimpfen. Lange bevor die anderen Medien mitmachten, war die FAZ vorne dran, immer neue „Enthüllungen“ aus dem Limburger Ordinariat zu liefern.

Hat es sich für die FAZ gelohnt?

Seit gestern gibt es die neuen IVW-Zahlen für das 3. Quartal 2013. Dabei erkennt man deutlich, dass man es sich als bürgerlich-konservatives und seriöses Blatt (als das sich die FAZ ja so gerne darstellt) nicht leisten kann, solche Hetzkampagnen zu fahren:

Lt. IVW hat die FAZ im Zeitraum Q2/Q3 2013 8275 Abonnenten verloren, das ist ein Rückgang von 3,74%. Über’s Jahr (Q4/2012 – Q3/2013) summiert sich das sogar auf über 6% weniger Bezieher.

Eigentlich sehr beruhigend, dass sich konservative Leser von ihren Zeitungen auch nicht mehr alles vorsetzen lassen.

Wenn man das mit der Kirchenaustrittsquote im Bistum Limburg (0,69%) vergleicht, kann sich die FAZ mal an die eigene Nase fassen, war sie es doch, die immer wieder laut aufschrie, dass die Limburger Katholiken „in Scharen“ die Kirche verlassen würden.

Quelle dieses aufschlußreichen Artikels: http://beiboot-petri.blogspot.de/2013/10/die-faz-hat-es-geschafft.html

Aktuelle INFOs:

Die Verwandtschaft des Limburger Bischofs erhält Morddrohungen, steht aber weiter zu ihm: http://www.kath.net/news/43385

VATIKAN läßt sich von Medien-Schlammschlacht in Deutschland nicht beeinflussen, beklagt jetzt die Bildzeitung: http://www.bild.de/politik/inland/franz-peter-tebartz-van-elst/papst-nimmt-protz-bischof-fuer-zwei-monate-aus-der-schusslinie-33090346.bild.html

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Causa Limburg: Ein Bischof steht nicht im Dienst der Medien, sondern der Kirche

Von Felizitas Küble

Kürzlich schrieb Daniel Deckers, der in der „Frankfurter Allgemeinen“ seit Wochen süffisant über den Limburger Bischof herzieht, daß der zur Zeit vielfach attackierte Kirchenmann den „Anforderungen“ seines Amtes „offenbar nicht gewachsen“ sei und seine „Autorität eingebüßt“ habe. Vollbild anzeigen

Wo hat er diese denn wohl „eingebüßt“? –  Bei der FAZ, dem „Spiegel“ und weiteren Presseorganen? 

Kein katholischer Oberhirte  –  auch nicht Dr. Tebartz-van Elst –  muß den Medien gefallen, er ist nicht ihr Untertan und noch weniger ihr Befehlsempfänger. Zudem fällt es nicht in die Kompetenz des weltlichen Blätterwaldes, zu beurteilen, welcher Bischöfe welchen Anforderungen gewachsen seien oder nicht. papst_letzter_tag_01

Von größerer Bedeutung ist hier sicherlich, daß der Vatikan sich klar vor Tebartz-van Elst stellt.

Ein katholischer Bischof muß keineswegs die „Vierte Macht“ (Medien) hinter sich wissen, sondern die „Oberste Macht“, den allmächtigen Gott also.

Man muß kein Anhänger des attackierten Bischofs sein, um die seit Wochen anhaltende Kampagne gegen den Limburger Bischof unfair zu finden; hierzu genügt das schlichte Empfinden für Gerechtigkeit und journalistische Sorgfaltspflicht.

Doppelmoral: Keine Medienkritik an Bischof Fürst

Daß es damit in diesem Kesseltreiben nicht zum Besten bestellt ist, läßt sich schon daraus ableiten, daß jener repräsentative Protzbau, den der modernistische Bischof Gebhard Fürst am 2. Juli dieses Jahres vor vierhundert Gästen öffentlich eingeweiht hat, keinerlei Medienkritik hervorrief.

Dabei handelt es sich beim bischöflichen Ordinariat und Palais zu Rottenburg immerhin um ein „architektonisches Highligh“, wie der Oberhirte selber stolz verkündete  – wobei das vielgerühmte Gebäude nach vier Jahren Sanierungs- und Bauarbeit über 39 Millionen Euro verschlang.  

Das katholische PUR-Magazin schreibt in seiner jüngsten Ausgabe (Nr. 9/2013) hierzu:

“Das Gebäude ist ein exklusives, aufwendig gestaltetes Objekt, das vielfach mit naturnahen und sehr kostspieligen Materialien gestaltet ist. Der Sprecher des Diözesanrates, J. Warmbrunn, zeigte sich froh darüber, daß das Großprojekt in mehrfacher Hinsicht zu einem guten Abschluß kam. Der Diözesanrat als Gremium mit Finanzhoheit habe es in jeder Phase gefördert und die nötigen Mittel bewilligt. Pressse, Politik und Kirche lobten den Bau.”

Erschwerend kommt hinzu, daß das Rottenburger Projekt voll und ganz aus Kirchensteuermitteln finanziert wurde, das von Limburg hingegen zu über 90% aus dem Vermögen des „Bischöflichen Stuhles“, also nur geringfügig durch den Kirchensteuerzahler.

Wie kommt es also, daß dieses fast 40 Millionen Euro teure Projekt der reformeifrigen Rottenburg Bistumsleitung keine kritische Berichterstattung in den Medien nach sieht zieht, von einer Endlos-Kampagne wie in der Causa Limburg ganz zu schweigen?  – Indem die Frage gestellt wird, ist sie auch schon beantwortet.

 

2. Foto: Radio Vatikan


Zwischenruf: Redakteur Daniel Deckers blamiert erneut die FAZ

Von Dr. Michael Schneider-Flagmeyer

Jede große Zeitung hat einen Schwachpunkt in ihrer Redaktion. Und bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die immer noch vielen Lesern als besonders seriöse Tageszeitung gilt, ist dies Daniel Deckers, der jetzt wieder zugeschlagen hat und nicht nur sich, sondern auch seine Zeitung, die FAZ, lächerlich macht. 

In seinem Artikel “Der Karneval ist aus”  läßt Deckers seinen Wunschfantasien über das gerade begonnene Pontifikat von Papst Franziskus freien Lauf. Dabei  verschafft er noch einmal seiner Antipathie gegen Papst Benedikt XVI. und dessen Pontifikat gründlich Luft und versucht, Papst Franziskus in Gegensatz zu seinem Vorgänger zu bringen.  WOW

Wie wir schon früher geschrieben haben, läßt sich Deckers dabei von den Realitäten wenig beeindrucken. So wie er Papst Benedikt nie richtig zugehört hat, so hört er nun auch Papst Franziskus nicht zu; denn dieser hat vom ersten Augenblick an klar gemacht, dass ein theologischer Gegensatz zu seinem Vorgänger nicht besteht.

Die Begegnung in Castel Gandolfo sowie alle Ansprachen haben das nun jedermann verdeutlicht  –  bis auf Deckers, der so etwas offensichtlich nicht liest.

Zunächst muß man immer wieder betonen, dass der Petrusdienst nicht von roten Schuhen und einer Hermelinmozetta abhängt oder von anderen Äusserlichkeiten.

Dass in dem Moment, in dem ein Papst aus den Problemzonen und den Elendsgebieten (Favelas) dieser Welt außerhalb Europas ins Petrusamt berufen wird, sich der Stil im Vatikan, der nun seit den Anfängen der Kirche europäisch bzw. abendländisch geprägt ist, gründlich ändern wird und nach Meinung der überwiegenden Zahl der Kardinäle des Konklaves auch ändern muß, war und ist jedem klar, der mit der Kirche und ihrem Evangelium lebt.

Natürlich hat ein solcher Papst einen anderen Blick auf Kirche und Welt, aber keinen anderen Blick auf die ewigen Wahrheiten des Evangeliums Christi und die Lehre Seiner Kirche.

Quelle und Fortsetzung des Artikels hier: http://blog.forum-deutscher-katholiken.de/?p=664#more-664


FAZ: Deckers Rundumschlag zur vatikanischen Mißbrauchskonferenz

Der Leitkommentar „Strukturen der Sünde“ von Daniel Deckers auf der Titelseite der „Frankfurter Allgemeinen“ vom 10.2.2012 befindet sich sowohl inhaltlich wie sprachlich deutlich unterhalb des sonst gewohnten FAZ-Niveaus.

Bereits aus dem Titel des Artikels, der sich auf die katholische Kirche und speziell auf die jüngste vatikanische Konferenz zum Mißbrauch bezieht, geht eine pauschale Anklage hervor, die den Fakten nicht standhält.

In diesem Sinne bzw Unsinne schreibt der Autor zB. von der „Zerstörungskraft“, welches „dem sexuellen Fehlverhalten des Klerus innewohnt“.

Sie lesen richtig: „des“ Klerus, womit die katholische Geistlichkeit insgesamt beschuldigt wird, obgleich es sich bei priesterlichen Mißbrauchstätern statistisch erwiesen um eine verschwindende Minderheit von 0,3 % der kath. Geistlichen handelt.

Auch mit der Formulierung von den „Kinderschändern und anderen Gewalttätern im Raum der Kirche“ erweckt Deckers den irreführenden Eindruck, als sei die katholische Kirche eine tendenziell kriminelle Ansammlung übler Täter.

Recht hat der Autor freilich mit seiner Feststellung, „daß die fast unbeschränkte Autonomie des einzelnen Bischofs, wie sie sich unter dem Eindruck des Zweiten Vatikanischen Konzils herausgebildet hat, auch ihre Schattenseiten hat.“

Ebenso zutreffend ist Deckers Äußerung: „Auch Bischöfe müssen für ihr Tun und Lassen intern wie öffentlich stärker Rechenschaft ablegen und zur Rechenschaft gezogen werden können, als es das Kirchenrecht bislang vorsieht  –  und zwar auch ohne Druck der Öffentlichkeit.“

Tatsächlich ist die Stellung des jeweiligen Ortsbischofs auf dem Zweiten Vatikanischen (Pastoral-)Konzil erheblich aufgewertet worden (sowohl gegenüber dem Papst wie auch gegenüber den Priestern), so daß sich mancher dieser Oberhirten schon wie ein halber Papst vorkommen mag und sich auch entsprechend selbstherrlich verhält.

Zudem spricht der FAZ-Kirchenredakteur die Situation in Afrika an, wo es in den letzten Jahren vermehrt zu sexuellen Übergriffen von Priestern auf Ordensfrauen gekommen ist  –  zweifellos eine Schande, aber noch lange kein Grund,  völlig überzogen zu behaupten, Nonnen seien „in einem Maß zu Opfern eines männlichen Klerus geworden, das jede Vorstellungskraft übersteigt.“

Abschließend fordert Deckers die kath. Kirche auf, „nicht nur den Splitter im Auge des anderen zu sehen, sondern auch den Balken im eigenen“, womit endgültig klar sein dürfte, daß dieser Leitartikel darauf abzielt, die katholische Kirche einer unfairen Generalverdächtigung zu unterziehen  – der Kommentar des Kirchenredakteurs ist daher weit unter dem gewohnten FAZ-Niveau und zeigt offensichtlich „Strukturen der Desinformation“.

Felizitas Küble

Zu den Mißbrauchs- ZAHLEN bei Priestern hat unser Christoferuswerk mehrere Pressemeldungen veröffentlicht, zuletzt diese folgende über die amtlich beauftragte Pfeiffer-Studiehttp://www.news4press.com/Pfeiffer-Studie-sexueller-Mißbrauch-ruecklaeufig—-Priesterstand-entlastetN_616727.html