Konnten die Lebewesen von selbst entstehen?

Rezension von Prälat Ulrich Küchl

Buch-Daten: Bruno Vollmert. Das Molekül und das Leben. Vom makromolekularen Ursprung des Lebens und der Arten: Was Darwin nicht wissen konnte und Darwinisten nicht wissen wollen. Rowohlt-Verlag 1985

Wie der Untertitel andeutet, ist es die Absicht Bruno Vollmerts (* 1920, + 2002, Prof. für makromolekulare Chemie), die Evolutionstheorie von der Entstehung des Leben zu widerlegen. Bereits im Vorwort stellt Vollmert die seiner Meinung nach alles entscheidende Frage: „Konnten die Lebewesen von selbst entstehen?“

Rund um diesen (inhaltlich nicht näher festgelegten) Ausdruck „von selbst“ dreht sich ständig die Argumentation des Buches. Auch heute noch, 35 Jahre nach seinem Erscheinen, nehmen manche Theologen und populärwissenschaftliche Publikationen Bezug auf die Positionen Vollmerts.   

Unbestreitbare biochemische Grundlage der Lebensvorgänge ist das durch Polymerisation gebildete Makromolekül DNS (DNA) und RNA. Die Frage nach der Entstehung von Leben reduziert sich also nach Vollmert auf die Frage: „Welche Einflussgrössen bestimmen und begrenzen die Länge der bei statistischer Copolykondensation entstehenden Makromoleküle?“

Im Laufe seiner Untersuchungen weist Vollmert nach (?), dass sich unter den präbiotischen Bedingungen der Urerde keine DNA/RNA entwickeln konnte. Und weiter: „Wo dieses Makromolekül nicht von selbst entstehen kann, kann auch Leben nicht von selbst entstehen.“

Am Ende seiner Ausführungen erklärt er apodiktisch „dass auch in Zukunft keine Aussicht besteht, die Lebensvorgänge durch stoffimmanente Gesetze zu beschreiben!“

Vollmert will damit den „Darwinismus“ widerlegt haben und bezeichnete daher die Theorie der Evolution als „Ideologie“. Obwohl also Vollmert stoffimmanente Erklärungsursachen für die Entstehung von Leben  ausschliesst, lehnt er doch die Bezeichnung „Creationist“ für sich selbst ab.

Welche weltanschaulichen Konsequenzen ergeben sich nun aus den Thesen Vollmerts? Diese berechtigte Frage stellt sich nach der Lektüre dieses Buches; sie wird noch um einiges interessanter durch den bemerkenswerten Umstand, dass es in neuerer Zeit tatsächlich gelungen ist, zumindest Teile von RNA-Molekülen mit Hilfe „stoffimmanenter Gesetze“ zu synthetisieren.


Atheistischer Wissenschaftler wurde durch stichhaltige Argumente schöpfungsgläubig

Früher war der angesehene Paläontologe überzeugter Atheist. Eher aus Zufall beschäftigte er sich mit Argumenten von Kreationisten (Menschen, die an eine göttliche Schöpfung glauben)  – und wurde überzeugt.

Heute glaubt Dr. Günter Bechly an die Existenz eines Schöpfergottes, denn die Argumente gegen die Evolutionstheorie waren für ihn zu stark.

Der Paläontologe war am Naturkundemuseum in Stuttgart für die Sonderausstellung zum Darwin-Jahr 2009 verantwortlich. Der anerkannte Experte für Bernstein war gern gesehener Gast in Fernsehsendungen zum Thema Paläontologie, acht fossile Insektenarten sind nach ihm benannt. 

Bechly sollte 2009 die Sonderausstellung „Evolution – Der Fluss des Lebens“ zum 200. Geburtstag von Charles Darwin in Stuttgart entwickeln. Da Bechly die kreationistischen Bücher für die Installation bestellen musste, warf er einen kurzen Blick in die von ihm verachtete Literatur. Er musste feststellen, dass die dort vorgestellten Argumente gar nicht so schlecht waren, wie er immer angenommen hatte.

In einem halbstündigen Film der Produktionsfirma Morija berichtet Bechly seine Wandlung vom materialistischen Atheisten zum gläubigen Vertreter des ID (Intelligent Design). „Das klingt ja gar nicht so religiös begründet, sondern das sind ja wissenschaftliche Argumente“, musste Dr. Bechly feststellen, als er die evolutionskritische Literatur las.

Vielen kritischen Fragen konnten die etablierten Evolutionsanhänger nicht mit guten Antworten begegnen, bemerkte er. Mehr noch: Hinter dem Rücken lehnten Wissenschaftler die öffentliche Debatte mit ID-Vertretern aus Angst ab, argumentativ nicht dagegen halten zu können. Nach außen hin wurde die Absage damit begründet, man wollte Kreationisten kein Forum bieten.

Für den Insektenforscher Bechly stand vor allem die Frage offen, wie Lebewesen in sehr kurzen Zeiträumen große evolutionäre Schritte machen konnten. Mathematisch gesehen könnten diese Zeiträume nicht mit der Evolutionsgenetik in Einklang gebracht werden. Die wenigen Generationen in der Entwicklung etwa einer Resistenz gegen Malaria-Erregern unter Insekten könne mit der evolutionär angenommenen Mutationsrate nicht erklärt werden.

Einen weiteren Knackpunkt sah Bechly im Mangel an Fossil-Funden von Übergangsarten zwischen den angeblich evolutionär voneinander abstammenden Gruppen.

Quelle und Fortsetzung des Artikels hier: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/menschen/2017/09/27/vom-atheistischen-wissenschaftler-zum-glaeubigen-evolutionskritiker/