Polizei: Brexit schwächt Anti-Terror-Kampf – Bundesregierung muß aktiver werden

Der geplante EU-Austritt Großbritanniens könnte gravierende Konsequenzen für die Sicherheit in Europa haben. Experten warnen: Ohne die Briten wird der Anti-Terror-Kampf erheblich geschwächt. ecb

Der stellv. Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Ernst G. Walter, warnt im Handelsblatt wegen des geplanten Brexits vor Sicherheitslücken im Anti-Terror-Kampf.

Er fordert angesichts der aktuellen Bedrohungslage in ganz Europa von allen Verantwortlichen in Europa, die am Prozess der Brexit-Verhandlungen beteiligt seien, alles daran zu setzen, „dass es durch den Brexit weder in Großbritannien noch in allen anderen europäischen Staaten zu Informationsdefiziten im Sicherheitsbereich kommt“.

Walter sieht hierbei auch die Bundesregierung in der Pflicht. Er erwarte nicht nur einen verstärkten Einsatz für einen reibungslosen Datenaustausch zwischen den Sicherheitsbehörden in ganz Europa auch nach dem Brexit.

Die Bundesregierung müsse außerdem „wesentlich aktiver als bisher“ dafür eintreten, „dass der Informationsaustausch in Sicherheitsfragen zwischen allen Staaten in Europa – ganz gleich ob EU-Mitglied oder nicht – nachhaltig beschleunigt und intensiviert wird.“

Handelsblatt-Artikel

Quelle: http://www.dpolg.de/aktuelles/news/drohende-sicherheitsluecken-im-anti-terror-kampf/


Islam-Experte: Stehen wir erst am Beginn einer neuen Terrorwelle in Europa?

Terror-Abwehr: „Europa kann viel von Israel lernen“

Peter R. Neumann veröffentlichte am 24. März in der „Jüdischen Allgemeinen“  –  der Wochenzeitung des Zentralrats der Juden in Deutschland  –  einen ebenso sachlich-nüchternen wie alarmierenden Artikel über die Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus. ecb

Der Autor geht davon aus, „dass wir hier in Europa erst am Beginn einer neuen Terrorwelle stehen.“  – Er ist Experte für islamistischen Terrorismus und lehrt am Londoner King’s College. Voriges Jahr erschien sein Buch „Die neuen Dschihadisten: ISIS, Europa und die nächste Welle des Terrorismus“.

Der Verfasser schreibt, daß Islamisten Europa als Ganzes bedrohen. Die Wurzel der neuen Terrorwelle sei der Konflikt in Syrien und im Irak. Er fügt hinzu:

„Wir leben im Zeitalter der Globalisierung. Was im Nahen und Mittleren Osten passiert, hat unmittelbare Konsequenzen für die Sicherheit in Europa. Auch wenn die Mehrheit der dschihadistischen Bewegung im Nahen Osten aktiv ist und dort zahlenmäßig erhebliche Zuwächse verzeichnen kann, waren die Anschläge von Paris, Kopenhagen und jetzt in Brüssel ein dramatischer Hinweis darauf, was sich in Zukunft auf den Straßen Europas abspielen wird.“ deutschland-israel-flag-300x214

Neumann beklagt, daß der „elementar wichtige Datenaustausch“ in der EU nicht funktioniere:

„Es gibt keine Datei, in der die Namen aller Auslandskämpfer, die nach Syrien gegangen sind, zusammengeführt werden. Das bedeutet, dass Kämpfer aus dem Islamischen Staat, die in Europa Anschläge planen, nach wie vor hier einreisen können – mit der großen Wahrscheinlichkeit, dass die Sicherheitsbehörden nichts davon bemerken.“

Die Israelis müssen sich notgedrungen seit Jahrzehnten vor dem Terror der Hamas, der Hisballah oder sonstiger radikal-islamischer Organisationen zu schützen versuchen. Deshalb schreibt der Autor:

„In Sachen Aufbau und Struktur der Sicherheitsapparate, Technik, Aufklärung und Datensysteme kann Europa sehr viel von Israel lernen. Auch von der Art und Weise, mit Terror zu leben.“

Quelle für die Zitate: http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/25029