Kath. Kirchgängerzahlen weiter rückläufig

Durchschnittlich etwa zwei Millionen Menschen in Deutschland haben im Jahr 2019 sonntag einen katholischen Gottesdienst besucht. Laut DBK (Deutsche Bischofskonferenz) lauschten seit 2010 rund eine Million Katholiken weniger der Predigt eines Priesters.

Die Anzahl der Meßbesucher ging in den letzten 70 Jahren stetig zurück – in den 1950er und 60er Jahren versammelten sich landesweit sonntags über elf Millionen Menschen in einer katholischen Kirche.

Während die Anzahl der Katholiken in Deutschland seit 1950 nur um etwa eine Million gesunken ist und ihren Höchstwert mit rund 28 Millionen im Jahr 1990 erreicht hat, besuchen dennoch immer weniger den Gottesdienst.

Die Kirchgänger werden jeweils am zweiten Fastensonntag und am zweiten Sonntag im November gezählt, also an möglichst „normalen“ Sonntagen des Kirchenjahres.

Quelle (Text / Grafik): https://de.statista.com/infografik/23944/durchschnittliche-anzahl-der-katholischen-gottesdienstbesucher/


Der „Synodale Prozess“ in der Kirche schleppt sich mühsam weiter

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Warum ist der „Synodale Prozess“ so mühsam? Weil die Mehrheits- und die Minderheitsfraktion unterschiedliche Vorstellungen von Reform haben. Die Mehrheit ist an Strukturveränderungen interessiert, die Minderheit an Neuevangelisierung, ausgerichtet am Wort Gottes und der Lehre der Kirche.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Pfr. Dr. Guido Rodheudt drückt das so aus: „Dass es sich nämlich bei der konkreten Verfassung und Ausrichtung des ‚Synodalen Weges‘ jenseits aller redlich bekundeten Absichten und Schönfärbungen um ein gigantisches, die katholische Kirche durch ihre Wesensverkennung schwer beschädigendes Unternehmen handelt“ (Vatikan-Magazin 8-9, 2020, S. 36).

Das Problem der sogenannten Reformvorhaben hat auch damit zu tun, dass sich der Relativismus in den Köpfen der Synodenmehrheit breit gemacht hat.

Noch einmal Dr. Rodheudt (siehe Foto):
Er zitiert zur Verdeutlichung kritisch die Pastoraltheologin Christiane Bundschuh-Schramm, Mitarbeiterin des Bischofs von Stuttgart-Rottenburg: „Die Wahrheit ist nicht unveränderlich, weil sie nicht etwas Objektives ist. Sie ist wandelbar, weil sie im Subjekt entsteht und folglich müssen wir Schluss machen mit überholten Gottesbildern und Denkmodellen“.

Mit einer solchen Geisteshaltung ist der demokratischen Mehrheit der Synodalen die Tür geöffnet und sie macht vor Abstimmungen auch über die Lehre der Kirche nicht Halt.

Diese synodale Gesinnung stieß inzwischen auf zwei Staumauern: Das Schreiben von Papst Franziskus zur Amazonassynode. Es öffnete nicht den erhofften Türspalt zum Frauendiakonat/Priesterweihe und zu den „Viri probati“.

Die Instruktion der Kleruskongregation beugt der Entmachtung des Pfarrers durch Teams vor, in welcher der Pfarrer einer von mehreren ist und jederzeit überstimmt werden kann. Eine Reihe von Bischöfen (Kohlgraf, Schick, Ackermann, Overbeck, Feige, Bode, Marx) übten heftige Kritik an dieser Instruktion. Andere Bischöfe (Woelki, Hanke, Ipolt, Meier, Oster, Voderholzer) halten die Instruktion für richtig, weil sie der Laienarbeit Raum bietet.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) sieht durchaus Möglichkeiten, aus der Universalkirche auszuscheren. ZdK-Vizepräsidentin Karin Kortmann meinte: Es helfe nicht, „wenn wir nur einen Einheitsbrei auf Weltkirchenebene, der für alle eine Gültigkeit hat, immer im Blick haben… Kirche ist wie alle anderen lebendigen Gemeinschaften von Ort zu Ort, von Land zu Land, von Voraussetzungen und Bedürfnissen her unterschiedlich“ (Passauer Bistumsblatt, Nr. 36, 6.9.2020, S. 3). Einen Weg, der aus der Universalkirche herausführt, werden wir nicht mitgehen!

Die Instruktion aus Rom war auch das Thema auf der Sitzung des „Ständigen Rates“ der 27 Diözesanbischöfe am 24. August 2020 in Würzburg. Die Bischöfe nahmen das Gesprächsangebot vom Präfekten der Kleruskongregation Kardinal Beniamino Stella an.

Allerdings will der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) Bätzing mit dem gesamten Präsidium des „Synodalen Prozesses“, d.h. mit seinem Stellvertreter, Bischof Bode, dem Präsidenten des ZdK Thomas Sternberg und der ZdK-Vizepräsidentin Karin Kortmann in Rom anrücken. Das Gesprächsangebot galt aber nur den Bischöfen.

Die deutschen Bischöfe haben mehrheitlich einen lange praktizierten Anpassungskurs an die Haltung der mitgliederstarken katholischen Laienorganisationen im ZdK (KDFB, kfd, BDKJ), die von den Medien massiv unterstützt werden, toleriert. Sie haben das Heft nicht mehr in der Hand. Der bisherige Verlauf des „Synodalen Prozesses“ bestätigt das.

Das Surfen im Gegenwind von Synodenmehrheit und Medien gegenüber der o.a. römischen Instruktion zeigt Bischof Heiner Wilmer von Hildesheim in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen Zeitung (AZ) vom 31.8.2020, S. 6.

Auf die Frage „In einer Vatikaninstruktion wurden Leitungs-Teams für Pfarreien aus Pfarrern und Laien ausgeschlossen. Können Sie die Verärgerung nachvollziehen?“ antwortet Wilmer: „Ich kann sie nachvollziehen, zumal die deutschen Bischöfe von der Instruktion nichts wussten“… Diese Vatikaninstruktion ruft das Kirchenrecht in Erinnerung. Sie bringt nichts Neues. Wilmer strapaziert ein Nichtwissen, das eigentlich nicht sein dürfte.

Der Interviewer: „Auch eine Reihe Ihrer Mitbrüder kritisierte das Papier, eine Art Verwaltungsanweisung, scharf als ‚wirklichkeitsfern‘. Es säe Misstrauen“. Wilmer: „Ich plädiere für eine differenzierte Betrachtung… (Papst Franziskus) geht es darum, dass das Volk Gottes der Hauptakteur der Evangelisierung sei“. Das stellt die Instruktion nicht infrage.

Interviewer: „Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz will den obersten deutschen Laienvertreter dazu (zum Gespräch in Rom) mitnehmen. Ob das Stella wohl passt?“ Zu diesem Affront bzw. Provokation antwortet Wilmer: „Ich gehe davon aus, dass sich auch die römische Behörde freut, wenn Getaufte Verantwortung übernehmen. Auch das wird von der Instruktion in keiner Weise behindert“.

Interviewer: „Was erhoffen Sie sich von dem Treffen im Vatikan?“:

Wilmer: „Ich erhoffe mir eine gute Gesprächskultur. Und ich erhoffe mir, dass wir die Umstände, in denen die Menschen jeweils leben, ernst nehmen. Die Frage ist doch: Wie können wir in Deutschland die Frohe Botschaft so leben und verkünden, dass sie uns trägt?“

Dem steht die Instruktion nicht im Wege und wenn Wilmer im weiteren Interview feststellt: „Wir sind nun einmal Kirche im Wandel“, wäre interessant, was er mit Wandel meint und wie er ihm begegnen will. Es gibt die Möglichkeit der gefügigen Anpassung an den Wandel oder einer Rückkehr zur Botschaft Jesu und zur Lehre der Kirche. Man würde Bischof Wilmer gerne zurufen: Kann es nicht etwas konkreter sein, Herr Bischof!

Nach der Generalversammlung und den Regionalkonferenzen bilanziert Regina Einig (Tagespost, 10.9.2020):
„Auf der Folie der Corona-Krise radikalisiert sich der ‚Synodale Weg‘. Weitgehende Wertungsfreiheit bestimmte den Austausch der Regionalkonferenzen. Wunschdenken, offene Häresie, unrealistische Forderungen, Analyse und dann und wann auch katholische Lehre stehen unsortiert nebeneinander. Von wenigen Ausnahmen abgesehen bleibt auch Abseitiges und Abstruses unbewertet und unkorrigiert stehen.“

Katholiken, die Reformen wollen, werden an der Seite jener Bischöfe stehen, die Maß am Wort Gottes und der Lehre der Kirche nehmen – auch wenn sie in der Minderheit sind.


DBK unterstützt Marsch für das Leben in Berlin – Kath. Bischöfe persönlich dabei

Zur heutigen Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) erklärt Alexandra Linder, Vorsitzende des Bundesverband Lebensrecht, in Berlin:

Mit einem Grußwort unterstützt Bischof Georg Bätzing im Namen der DBK den Marsch für das Leben, der am Samstag, dem 19. September, zum sechzehnten Mal in Berlin stattfinden wird.

Darin thematisiert der Bischof insbesondere das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von Februar 2020 zum assistierten Suizid, die Definition der Selbsttötung als „autonomes Sterben“ und die menschenwürdige Antwort von Christen darauf, die in Beistand, Linderung von Schmerzen und Trost bestehe: „Das Leben behält in jeder Situation – auch in scheinbarer Ausweglosigkeit – seinen Sinn durch die Gewissheit, dass Gott es in seiner Hand hält und es von der Dunkelheit zum Licht führen will.“

Thema der nächsten Woche für das Leben sei entsprechend die wertvolle Arbeit der Palliativversorgung. Der Bundesverband Lebensrecht wird die Woche für das Leben wie in den vergangenen Jahren mit einer Fachtagung vor Ort unterstützen.

Ausdrücklich dankt Bischof Bätzing den Organisatoren und Teilnehmern des Marsches für das Leben: „Ich danke Ihnen sehr für Ihr ungebrochenes Engagement. (…) Für Ihr Engagement wünsche ich Ihnen Gottes Segen.“

Ihre persönliche Teilnahme an der Veranstaltung, die um 13 Uhr mit einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor beginnt, haben u.a. der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer (siehe Foto) und Erzbischof Heiner Koch (Berlin) zugesagt.

www.bundesverband-lebensrecht.de


Stäbchen, Zange oder Pinzette: Zur Spendung der hl. Kommunion in Coronazeiten

Von Felizitas Küble

Auf einer britischen Presseseite namens Inquierer wurde am 17. August 2020 über einen anglikanischen Gottesdienst in England berichtet, bei dem die aus Singapur stammende Pfarrerin Harrop bei der Abendmahlsausteilung ein 46 cm langes Lo-Hei-Stäbchen benutzte, um den coronabedingten Abstand zu gewährleisten: https://newsinfo.inquirer.net/1322984/priest-serves-communion-with-chopsticks-to-keep-distance-in-mass

Es heißt in dem Artikel weiter, in anderen Kirchen des Landes werde dabei eine Zange verwendet.

Wir haben bereits vor über vier Monaten   – als erster entsprechender Artikel im gesamten Internet  – unsere Idee vorgeschlagen, bei der Spendung der heiligen Kommunion in der katholischen Kirche eine Pinzette oder Zange (ähnlich einer Zuckerwürfel-Zange) zu verwenden:

https://charismatismus.wordpress.com/2020/04/12/einfuehrung-der-hl-kommunion-mit-einer-pinzette-koennte-viele-problemeloesen/

Dies wäre auch und gerade für die Mundkommunion eine ideale Lösung im Sinne von Hygiene und Abstandhalten:

  1.  Weder der Spender noch der Empfänger berührt die hl. Hostie.
  2.  Die Mundkommunion wird in der Regel auf den Knien empfangen, in der „alten Messe“ geschieht dies auf einer Kommunionbank fast immer. Dadurch stehen sich Priester und Kommunikant gerade nicht „auf Augenhöhe“ gegenüber, sondern das Gesicht des Geistlichen befindet sich deutlich höher (siehe Foto) – und eben dies ist positiv sowohl allgemein für Grippephasen wie erst recht in Corona-Zeiten.

Ende April –  über zwei Wochen nach Veröffentlichung unseres Artikels  – verkündete die Deutsche Bischofskonferenz ihre neuen Corona-Richtlinien. Schon zuvor war bischöflicherseits vielfach von der Mundkommunion abgeraten worden.

Dies wurde nun bekräftigt mit dem Satz, eine MUND-Kommunion finde „weiterhin nicht statt“, was gleichsam ein Verbot darstellt. Zugleich wird in dem Dokument aber die Spendung der HAND-Kommunion mit einer Zange empfohlen.

Eine solche Vorgehensweise ist allerdins in sich unlogisch, weil die Mundkommunion mit einer Zange (oder Pinzette – dasselbe in grün) hygienisch  n o c h   sicherer ist als die Handkommunion. Wenn man die hl. Hostie per Zange auf die Hand legt, führt der Empfänger sie trotzdem mit seinen Fingern zum Mund. Es sind also beide Hände beteiligt. Zudem wird die Handkommunion fast immer stehend empfangen, was gerade in puncto Corona-Schutz ungünstig ist.

Genau genommen kann die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) kein Verbot verfügen, weil jedes Bistum für liturgische Bestimmungen selbst verantwortlich ist. Aber die Bischöfe übernehmen in der Regel die Leitlinien bzw. Verfügungen der DBK.

Wie mir aus dem bischöflichen Ordinariat des Erzbistum Köln auf meine Anfrage schriftlich mitgeteilt wurde, ist die Mundkommunion  – zumindest dort – zwar in öffentlichen Messen nicht erlaubt, aber durchaus etwa im Falle einer Krankenkommunion oder ähnlichen Situationen (also außerhalb der Meßfeier).

Ich weiß aus mehreren Bistümern, daß einige Priester dort jene Katholiken, die eine Mundkommuinon erhalten möchten, darum bitten, nach dem Gottesdienst in die Sakristei zu kommen, um dort in der von ihnen gewünschten Weise den Leib Christi zu empfangen.

Grundsätzlich bleibt es dabei, daß die DBK weder logisch noch theologisch angemessen reagiert hat, als sie einerseits die Verwendung einer Zange empfahl, andererseits aber die Mundkommunion nicht erlaubte, obwohl diese mit Zange/Pinzette und auf Knien die sicherste bzw. die am meisten hygienische Form der Kommunionausteilung darstellt.

Jenen  Gläubigen, die sich für Mundkommunion entscheiden, wird häufig entgegengehalten, der Mund sei doch auch nicht „würdiger“ als die Hand, oft werde damit noch mehr gesündigt (durch böse Worte häufiger als durch schlechte Werke etc).

Das mag sein, ist aber nicht der springende Punkt.

Ich habe noch nie einen Mundkommunikanten getroffen, der mir diese Begründung („Mund ist würdiger“) genannt hätte. Vielmehr geht es den meisten von ihnen darum, daß bei einer Handkommunion kleine Teilchen (Partikel) der hl. Hostie auf der Handfläche verbleiben oder bei Unachtsamkeit direkt auf den Boden herunterfallen können.

Das zweite Motiv lautet sodann, die Gefahr einer freventlichen Verunehrung (Hostienraub) sei durch die Einführung der Handkommunion gestiegen, was durchaus nicht bestritten werden kann.

Es ist daher längst an der Zeit, daß die DBK und die deutschen Bischöfe die Mundkommuion wieder gestatten – in den USA und Österreich wurde sie übrigens nie verboten. Die orthodoxe Kirche hat an der ihr eigenen Form der Mundkommunion ohnehin trotz Corona festgehalten.

Abschließend noch ein Hinweis:

Genau genommen handelt es sich bei der heute praktizierten Form der Handkommunion um eine FINGER-Kommunion, weil man die hl. Hostie mit dem Daumen und dem Zeigefinger der rechten Hand zum Mund führt.

Die eigentliche HAND-Kommunion wurde in der frühen Kirche praktiziert: Der Gläubige empfing den Leib Christi, indem er sich mit dem Kopf bis zu seiner Hand hinunterneigte und die hl. Hostie direkt mit dem Mund aufnahm. Diese urchristliche Praxis ist im Vergleich zur heutigen Finger-Kommunion zweifellos besser, zumal diese alte Form die Gefahr eines Sakrilegs (Hostienraub, Zweckentfremdung etc.) verringern würde.

Neben der Mundkommunion-Erlaubnis sollten daher unsere Oberhirten für jene Gläubigen, welche bislang die übliche FINGER-Kommunion praktiziert haben, ein Umsteigen auf die echte HAND-Kommunion empfehlen und dies auch solide begründen.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 


Ist die deutsche Ratspräsidentschaft wirklich eine „Hoffnung für Europa“?

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Im Leitartikel des Konradsblatts „Hoffnung für Europa?“ vom 21.6.2020 meint Brigitte Bottner: Die deutsche Ratspräsidentschaft ab 1. Juli 2020 „weckt Hoffnungen in vielen europäischen Mitgliedsstaaten“, zumal im ersten Amtsjahr der deutschen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

„Hoffnungsvoll sind auch die Kirchen… Europa ist kein loser Staatenverbund, den strategische und wirtschaftliche Interessen zusammenhalten; hier geht es um ein großartiges, einzigartiges Erbe mit christlichem Fundament“.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

In einem weiteren Artikel der gleichen Ausgabe mit dem Titel „Solidarisches Europa statt nationaler Alleingänge“ plädieren der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) Bätzing und der Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bedford-Strom, in einer gemeinsamen Erklärung (17.6.2020) zur deutschen Ratspräsidentschaft für ein „solidarisches Europa, das die Schwächsten der Gesellschaft“ im Blick hat und für die „Bewahrung der Schöpfung“.

Sie äußern die Überzeugung, dass unser aller Zukunft nicht allein bei den Nationalstaaten, sondern in Europa liegt.

Die wichtigsten Herausforderungen sehen beide Kirchen in der „Bekämpfung der Wirtschaftskrise“. Gleichzeitig wollen sie auf dem Weg zu einer „klimaneutralen Gesellschaft“ weitergehen. Sie haben „strukturschwache Länder und ärmere Bevölkerungsschichten weltweit“ im Blick. Schließlich fordern sie eine „menschenwürdige, gerechte und solidarische Asylpolitik, die schutzsuchenden Menschen sichere Zugangswege ermöglichen mit „hohen Aufnahme- und Verfahrungsstandards“.

Die „gemeinsame Erklärung“ liest sich wie eine Aufzählung von Wünschen von „Gutmenschen“, die nicht in politischer Verantwortung stehen und zumeist Allgemeinplätze wiederholen.

Eine „öffentliche Stimme“ wird man so nicht.

Von dem „großartigen, einzigartigen Erbe mit christlichem Fundament“, wie es im Leitartikel heißt, ist da nichts zu lesen. Wie sollte das in einer europäischen Union auch sein, die sowohl den Gottesbezug in der Verfassung wie die Nennung der christlichen Wurzeln Europas abgelehnt hat und eine Kultur entwickelt, die Gott aus dem öffentlichen Bewusstsein verbannt.

Dieses Erbe wird in der „gemeinsamen Erklärung“ nicht angesprochen.

Weiter hieß es im Leitartikel, die Kirchen sähen Europa nicht nur als losen Staatenverbund. Die gemeinsame Erklärung hat als „wichtigste Herausforderung“ die Bekämpfung der Wirtschaftskrise, nicht aber die geistige Krise Europas.

Die Zukunft läge nicht bei den Nationalstaaten, sondern in Europa. Das ist ein Allgemeinplatz, der aber nichts darüber aussagt, wie ein gemeinsames Europa zusammengehalten werden kann, in dem die Übergriffe des Europäischen Gerichtshofes und der Kommission das Subsidiaritätsprinzip immer mehr aushöhlen.

Auch das hätten die Verfasser der „gemeinsamen Erklärung“ ansprechen müssen, wenn ihnen der Fortbestand der Europäischen Union am Herzen liegt.


Entsetzen über antichristlichen Vandalismus

Die Deutsche Bischofskonferenz hat in den vergangenen Jahren eine Zunahme von Kirchenvandalismus festgestellt und vermutet ideologische Motive dahinter.

„Wir haben seit etlichen Jahren vermehrt Hinweise, daß es sich um extremistische, ideologisch bedingte Straftaten handelt“, sagte der Kulturreferent der Bischofskonferenz, Jakob Johannes Koch, dem Bayerischen Rundfunk.

BILD: Beschädigte Marienstatue mit geköpfter Christkind-Darstellung in Dülmen

Die Täter zerstörten dabei gezielt Heiligenstatuen und Christusfiguren am Kruzifix. Zudem verrichteten sie ihre Notdurft in den Kirchen. „Es ist so schrecklich, daß man es kaum wagt auszusprechen“, zeigte sich Koch bestürzt über die Fälle. Die Schändung der Gotteshäuser traumatisiere die Gläubigen.

Neben solchen besonders schweren Fällen würden oft Fenster eingeworfen und Kirchenwände beschmiert.

Quelle: https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2020/bischofskonferenz-beklagt-zunahme-von-kirchenvandalismus/


INSA-Umfrage: Nur 10% glauben an einen kirchlichen Aufschwung unter Bischof Bätzing

Eine von der „Tagespost“ in Auftrag gegebene Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass nur zehn Prozent der Deutschen dem neuen Vorsitzenden der Dt. Bischofskonfrenz (DBK), Bischof Georg Bätzing, zutrauen, für einen Aufschwung des Katholizismus zu sorgen.

Nur zehn Prozent der Deutschen glauben, dass unter dem neuen Vorsitzenden der DBK, Bischof Georg Bätzing, der Katholizismus in Deutschland einen Aufwind erleben wird.

Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des in Erfurt ansässigen Meinungsforschungsinstituts „INSA Consulere“, die im Auftrag der „Tagespost“ durchgeführt wurde. Demnach glauben 41 Prozent nicht an einen Aufschwung unter dem Limburger Bischof. 39 Prozent der Befragten wissen nicht, wie sie dies einschätzen sollen.

BILD: Bischof Bätzing bei einer Veranstaltung des Katholikentags in Münster

Unter den katholischen Befragten glauben 15 Prozent und damit etwas mehr als der Durchschnitt der Deutschen insgesamt an einen Aufwind des Katholizismus durch den neuen DBK-Vorsitzenden. 40 Prozent glauben nicht daran, 34 Prozent haben keine Meinung. Auch bei evangelisch-landeskirchlichen Befragten ist die Zustimmung etwas höher als in der Gesamtheit der Befragten: In dieser Gruppe glauben 13 Prozent an einen Aufschwung, 39 Prozent sind gegenteiliger Meinung.

Die Erhebung, für die 2.050 erwachsene Personen im Zeitraum zwischen dem 6. und dem 9. März befragt wurden, schlüsselt die Frage auch nach Altersgruppen auf. Demnach glauben die über 60-Jährigen noch am ehesten (12 Prozent) an einen Aufschwung unter Bätzing. In der Gruppe der 50- bis 59-Jährigen ist dieser Anteil am geringsten: Nur knapp sieben Prozent trauen dem neuen DBK-Vorsitzenden zu, den Katholizismus zu stärken. 

www.die-tagespost.de
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Foto: Felizitas Küble


Marx zieht sich als DBK-Vorsitzender zurück

Wie mehrere Internetportale berichten, teilte die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) am 11. Februar 2020 mit, dass der Erzbischof von München, Kardinal Reinhard Marx, für eine zweite Amtszeit als Vorsitzender der DBK nicht mehr zur Verfügung steht.

Schon seit einiger Zeit stehe dies für ihn fest, teilte er den deutschen Bischöfen in einem Brief mit.

Marx hatte sich bisher gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken für den umstrittenen Synodalen Weg stark gemacht und war dadurch bei vielen Katholiken immer wieder in Kritik geraten. Seinen Rückzug begründet der 66-jährige mit seinem Alter.

Bei der Frühjahrsvollversammlung der DBK, die Anfang März in Mainz tagt, hätte sich Marx für eine zweite Amtszeit als Vorsitzender der DBK zur Wiederwahl stellen müssen.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.kathnews.de/kardinal-marx-tritt-ab

Foto: Laura Mohr


Warum der „Synodale Prozess“ ein Irrweg ist

 Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Wir befinden uns auf dem „Synodalen Weg“ von dem wir nicht wissen, wie er enden wird. Erzbischof Kardinal Woelki sagte: „Alle meine Befürchtungen sind eingetreten.“

Gewissermaßen als Ouvertüre zum „Synodalen Weg“ hat sich Pater Johannes Langendörfer SJ, der Sekretär der DBK (Dt. Bischofskonferenz) geäußert.

Dabei behauptete er, dass es in der katholischen Kirche in Deutschland eine Reihe von Blockierungen gebe, die sich begünstigend auf die Entstehung von sexuellem Missbrauch ausgewirkt hätten.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Ursächlich seien u. a. die bisherige Sexualmoral der Kirche, das Priesterbild und vor allem der eingeschränkte Zugang zum Priestertum. Für diesen Standpunkt führt er auch einige durchaus umstrittene Wissenschaftler an. 

Nun soll nach Langendörfer der Synodale Weg „einen neuen Weg“ eröffnen. Er sagte: „Wir machen uns hier auf einen besonderen Weg, den das Kirchenrecht so nicht kennt, das bestimmte Formen vorsieht.“

Das dürfte nach Langendörfer heißen, dass in den Themenforen der Synode Entscheidungen getroffen werden, die die Kirche in Deutschland selber in die Pflicht nehmen. Neu sei, dass es auch „zu Entscheidungen kommen könne, die die römische Ebene betreffen, (zwar) nicht auf der Ebene des Konzils, sondern auf der Ebene des Heiligen Vaters und seiner Kurie.“

Die Deutsche Bischofskonferenz  (DBK) sei nicht gewillt, „zu akzeptieren, dass alle Themen, die jetzt und in Zukunft in Rom entschieden werden, ohne die Beteiligung der Ortskirchen getroffen werden“.

Es ist erstaunlich, wie offen Langendörfer hier seine Ziele gegenüber Rom bereits preisgibt.

Dagegen hat aber Johannes Paul II. schon in seinem Schreiben  „Apostolos suos“ klargestellt, dass Entscheidungen von Bischofskonferenzen, also auch der  DBK evtl. mit dem ZdK nicht gültig seien, wenn sie die Diözesanbischöfe in die Pflicht nehmen wollten.

Das Verbot des Frauenpriestertums, das Johannes Paul II. am 22. Mai 1994 bekräftigt hat, will Pater Langendörfer nicht mehr akzeptieren.

Er meint: „Es gibt kein Redeverbot zum Priestertum der Frau. Wenn man das in Verbindung mit den Erfahrungen in Bistümern und Gemeinschaften bringt, tut sich da eine große Bandbreite von Gesprächsmöglichkeiten auf.“

Papst Johannes Paul II. erklärte schon in seinem Schreiben vom 22.Mai 199, dass „die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich die Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben.“ 

Der Regensburger Bischof Voderholzer (siehe Foto) äußerte sich während der ersten Synodalversammlung zur MHG-Studie (Mannheim-Heidelberg-Gießen).

Dabei wies er die Behauptung zurück, dass die Ehelosigkeit um des Himmelsreiches Willen und die katholische Sexualmoral sowie die angebliche Machtkonzentration auf Männer  für den sexuellen Missbrauch hauptursächlich seien.

Er bedauerte ausdrücklich, dass die Themen der Synode an diesen wissenschaftlich umstrittenen Aussagen orientiert seien. Damit stehen die Grundannahmen und Voraussetzungen des „Synodalen Prozesses“ auf tönernen Füßen.

Die Synodenmehrheit ist offensichtlich gewillt, ihre Vorstellungen mit brutaler Gewalt durchzusetzen.

Die Bischöfe, die sich an die Lehre der Kirche halten, mussten eine erste Abstimmungsniederlage erleben. Die Erzbischöfe  und Bischöfe von Köln, Passau, Eichstätt, Regensburg  und Görlitz  hatten vorgeschlagen, dass Vorlagen die einmütige Zustimmung der anwesenden Mitglieder des Synodalforums erfordern  Bei „Einmütigkeit“ dürfe es höchstens drei Gegenstimmen geben. 

Doch die Synodalversammlung legte fest, dass die absolute Mehrheit für die Beschlussfassung genüge.

Die lehramtstreuen Bischöfe hatten auch vorgeschlagen, dass ein Beschluss nicht gültig werden kann, wenn „ein Widerspruch zwischen der Textvorlage und der Lehre der Kirche vorliegt.“ Auch dies wurde abgelehnt.

Die KNA (Katholische Nachrichtenagentur) hat diesen Vorschlag der glaubenstreuen Bischöfe als „konservative Sperrminorität“ bezeichnet.  

Erzbischof Woelki fasste seine Eindrücke in dem Satz zusammen: „Alle meine Befürchtungen sind eingetreten.“

Kardinal Gerhard  Müller (siehe Foto) bezeichnete den „Synodalen Weg als selbstmörderischen, als „suizidalen Prozess“.

Der deutsche Kurienkardinal em. Paul Josef Cordes warnte in einem Interview mit der italienischen Zeitung „Nuova Bussula Quotdidiana“, dass mit dem „Synodalen Weg“ die Möglichkeit eines Schismas bestehe, da die Diskussionsthemen überwiegend eine Frage der Zuständigkeit der Weltkirche seien und daher nicht im Ermessen der Ortskirche liegen.

Cordes warnte in diesem Interview, dass durch antikatholische und atheistische Massenmedien die Idee einer „neuen Kirche“ propagiert werden soll.

In dieser Situation werden gläubige Katholiken Zuflucht im Gebet suchen – und sie werden sich um die gläubigen Bischöfe scharen, die auch jetzt zur Weltkirche stehen. Für diese Treue zur Weltkirche sind zur Zeit Bismarcks viele deutsche Bischöfe ins Gefängnis gegangen.   

Fotos: Bistum Regensburg, FDK, Archiv

 


Ist der „synodale Weg“ der DBK eine Lösung?

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Nach der Frühjahrsversammlung kündigte Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) eine „Zäsur“, gewissermaßen eine neue Epoche an:

„Einstimmig haben wir beschlossen, einen verbindlichen synodalen Weg als Kirche in Deutschland zu gehen, der eine strukturierte Debatte ermöglicht… und zwar mit dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) mit dem Ziel, konkrete Beschlüsse zu beraten…

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken und den Kongreß „Freude am Glauben“

Wir dürfen auch die Themen Zölibat und Zugang der Frauen zu kirchlichen Ämtern nicht aussparen…Eine konstruktive Aneignung human-wissenschaftlicher Einsichten (sei) noch nicht gelungen…Die Kirche braucht ein synodales Voranschreiten… Wir fangen nicht am Nullpunkt an“ (Mitteilungen der DBK, 14. März 2019). Das klingt nach Entschlossenheit.

Die Worte „synodales Voranschreiten“, „synodaler Weg“, „synodale Perspektive“ haben in bestimmten Kirchenkreisen und auch in Medien Beifall gefunden, denn „wir haben viel Zeit verloren… schlagartig wird einem bewusst, wieviel Zeit die katholische Kirche verloren hat um die Verkündigung des Evangeliums und das kirchliche Leben auf der Höhe der Zeit aufzustellen“ (Konradsblatt, Nr. 12/2019, S. 2)

Bei so viel Euphorie ist es angebracht, auf das „synodale Voranschreiten“ mit den angekündigten Beschlüssen den nüchternen Blick des Kirchenrechts zu werfen. Auf die Frage, was ein „synodaler Weg“ kirchenrechtlich sei (Tagespost, 21.3.19), antwortete der Kirchenrechtler Winfried Aymans: „Synodaler Weg ist kein kirchenrechtlicher Begriff“.

Wir haben uns „etwas Synodenähnliches vorzustellen…Es geht darum, die Bezeichnung Synode zu umgehen, um nicht die rechtlichen Vorgaben erfüllen zu müssen… und doch ähnliche Ziele zu erreichen“.

Auf die Frage: „Welche Verbindlichkeit kommt den Beschlüssen eines solchen Gremiums zu?“, antwortete Aymans: „Keine“.

Da der Vorsitzende der DBK auch von „Lehrentwicklungen“ spricht, ist jedem gebildeten Katholiken bewusst, dass es solche im Sinne eines vertieften Verständnisses der Lehre schon immer gegeben hat.

Aymans präzisiert: “Der überlieferte Glaube muss stets im Horizont der geschichtlichen Zeit verstanden und ausgedrückt werden. Die Interpretation kann aber nie zur überkommenen Lehre im Widerspruch stehen“ …“Lehraussagen der Bischofskonferenz müssen im Einklang mit der universalen Lehre stehen“:

Es muss sorgfältig vermieden werden „das lehramtliche Wirken der Bischöfe anderer Gebiete zu beeinträchtigen“. Und weil das ZdK mit seinen Gliederungen (BDKJ, Frauenbünde etc.) die bekannten Forderungen für die Beratungen des „synodalen Voranschreitens“ wie Frauenpriestertum, Zölibat, Änderung der kirchlichen Sexualmoral im Visier hat, fragte die Tagespost, ob es „realistisch (sei), mit regionalen Sonderwegen zu rechnen?“

Darauf Aymans: „Diese Fragen sind sämtlich universalkirchlicher Natur und zum Teil auch für unsere Zeit schon verbindlich entschieden“.

Das Kirchenrecht wirkt ernüchternd. Es bringt uns auf den Boden der Tatsachen zurück. Wer aber eine „andere Kirche“ will, berauscht sich dennoch am „partizipativen“ synodalen Weg, obwohl wir das schon alles hatten, in der „Würzburger Synode“, in „Diözesansynoden“, im vierjährigen „Gesprächsprozess“.

Im Zusammenhang mit der Befassung der sexuellen Missbrauchsfälle haben sich die Themen Zölibat, Frauenpriestertum, Homosexualität in den Vordergrund geschoben. Dabei wird die kirchliche Lehre als „überholt“ und „lebensfremd“ denunziert. Aber waren die Forderungen Jesu nicht zu allen Zeiten „lebensfremd“, „widersprüchlich“ zum Zeitgeist und „anachronistisch“?

Auffallend an den Debatten ist, dass die entscheidende Frage nach den Ursachen, die zum sexuellen Missbrauch geführt haben, kein Thema sind. Die Kardinäle Brandmüller und Burke haben den in Rom versammelten Bischöfen die Stichworte zugerufen. Sie wurden nicht aufgegriffen. Das war bei der Frühjahrskonferenz der DBK nicht anders.

Die Bischöfe beschäftigte auch nicht die Frage, was den kläglichen Zustand der Ortskirche herbeigeführt hat – mit der religiösen Unwissenheit nach neun Jahren Religionsunterricht, dem nahezu ausgestorbenen Bußsakrament, dem geringen Gottesdienstbesuch, dem Lebensstil der meisten Katholiken, der an das Wort von Johannes Paul II. erinnert „sie leben als ob es Gott nicht gäbe“, den Predigten und Katechesen, die jene Themen aussparen, die unangenehm berühren könnten. Umdenken und Umkehr waren keine Themen.

Die Gläubigen erfahren von ihren Hirten kaum etwas zu drängenden Zeitfragen: Zur Genderideologie, zur Ehe für Alle, zur Forderung homosexueller Partnerschaften auf „das Recht auf ein Kind“ mittels Ei und Samenspende und Leihmutterschaft, zur Tötung behinderter Kinder im Mutterleib durch die Präimplantationsdiagnostik (PID).

Da drängt sich die Mahnung des heiligen Paulus zu apostolischem Eifer an Bischof Timotheus auf:

„Ich beschwöre dich vor Gott und vor Jesus Christus, der einst richten wird die Lebenden und die Toten… verkünde das Wort, tritt auf, sei es gelegen oder ungelegen… Es wird eine Zeit kommen, da man die gesunde Lehre nicht ertragen mag und sich seine Lehrer nach eigener Willkür zusammenstellen wird, weil man nach Ohrenkitzel verlangt; und so wird man das Ohr von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeleien zukehren“. (2 Tim, 4, 1-9)

Wir haben schon viel Zeit verloren. Und es besteht die Gefahr, dass die Weichen erneut in die falsche Richtung gestellt werden und so noch mehr Zeit verloren wird. Eine Umkehr ist nicht chancenlos.

Wie Kath.net berichtet (21.3.19), haben die Bischöfe den synodalen Weg nicht einstimmig beschlossen: „Es gab einige Stimmenthaltungen“.

Es gibt auch bischöfliche Stimmen, die in die Zukunft weisen, so etwa folgende Stellungnahme des Regensburger Bischofs Dr. Rudolf Voderholzer (siehe Foto):

„Erneuerung der Kirche ist nicht von einer Anpassung an Zeitgeist diktierte Vorstellung oder durch Verbilligung der biblischen Botschaft zu erwarten. Die Geschichte zeigt, dass wahre Erneuerung immer aus einem tieferen Gehorsam gegenüber der Botschaft des Evangeliums… aus einer verstärkten Bemühung um Katechese und Verkündigung, sowie aus einer radikalen Christusnachfolge erwachsen sind“.

Oder die folgende Äußerung von Bischof Gregor Maria Hanke (Bistum Eichstätt):

„Mehr Zeugenschaft und Nachfolge Jesu, weniger Institution und Verfasstheit“ sind nötig. „Die notwendige geistliche Erneuerung der Kirche ist nicht zu erreichen, wenn wir an Kirche und Glaube herumschrauben, als ginge es um ein Parteiprogramm, das es mehrheitsfähig zu machen gilt. Die Kirchengeschichte zeige, dass durch die Homöopathisierung des Anspruchs des Evangeliums kein geistliches Wachstum entsteht“.