Kritik an EU-Geldtransfers durch die Hintertür

Die Europäische Union plant Geldtransfers nach Afghanistan in Höhe von 69 Mill. Euro, nach Äthiopien in Höhe von 30 Mill. Euro und an den Asyl-, Migrations- und Integrations-Fonds (AMIF) in Höhe von 21 Mill. Euro.

Dabei erscheint es als besonders brisant, dass diese Geldtransfers nicht den üblichen parlamentarischen Prozess durchlaufen: Der Ausschuss für Auswärtiges und der Ausschuss für Entwicklung wurden nicht involviert, weil die Budgetposten in eine technische Kategorie fallen, wie beispielsweise Möbel für Parlamentsräumlichkeiten.

Joachim Kuhs, haushaltspolitischer Sprecher der AfD-Delegation im EU-Parlament, erklärt hierzu:

„Die EU bewilligt derart hohe und umstrittene Geldtransfers nach Afghanistan und Äthiopien, ohne dass diese in den eigentlich dafür vorgesehenen Ausschüssen für Äußeres und Entwicklung diskutiert werden. Man spart sich diesen Umweg offenbar deshalb, weil man eine öffentliche Debatte über diese Ausgabenposten fürchtet, weshalb man sie als ‚technisch‘ klassifiziert.

Wir fordern eine Debatte über diese hohen Ausgabenposten auch außerhalb des EU-Haushaltsausschusses und lehnen diese Geldtransfers ab. Die Lage ist insbesondere in Afghanistan zu unübersichtlich, als dass man garantieren könnte, dass das Geld am Ende nicht in den falschen Händen landet. Ohne Geldtransfers an richtige Konditionalitäten zu knüpfen, sollte man sie ohnehin nicht tätigen.

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Wir brauchen eine zivilisierte Streitkultur

Von Dr. Axel Bernd Kunze

Manchmal hilft ein Blick von außen: Die Neue Zürcher Zeitung („die beste Zeitschrift der Welt“, wie die Verkäuferin zu mir beim Kauf der Samstagsausgabe sagte) kommentierte in der gestrigen Samstagsausgabe einen Tag vor der Wahl: „Deutschland hat verlernt, zivilisiert zu streiten.“

Und genau diese Fähigkeit müssen wir in der neuen Legislaturperiode zurückgewinnen. Dies gilt akademisch, politisch, gesellschaftlich.

Eine unvoreingenommene Debattenkultur wird in unserem Land häufig von Anhängern der sog. Mitte verletzt, die nicht sehen oder nicht sehen wollen, wie ein ganzes demokratisches Spektrum legitimer Positionen, über die man kontrovers diskutieren könnte, wenn es denn gewollt wäre, in brunnenvergiftender Manier ausgegrenzt wird.

In einem anderen Beitrag in der NZZ von vorgestern wurde beklagt:
„Die Grenzen dessen, was öffentlich diskutiert werden darf, sollen ausgerechnet in den Medien immer enger gezogen gezogen werden. Dafür wird der Kreis derer, die ausgeschlossen werden müssten, immer größer. Dass diese Bestrebungen von Leuten ausgehen, die gemäss Eigenwahrnehmung gegen ‚undemokratische Positionen‘, ‚Wissenschaftsfeindlichkeit‘ und ‚Menschenfeinde‘ kämpfen, ist schon fast kokett.“

Lucien Scherrer, Autorin des Beitrags, führt als Beispiele die Debatten um Klimawandel und Rassismus an. Selbstverständlich muss über die Ursachen des Klimawandels oder Rassismusvorwürfe, die erhoben werden, weiterhin ein kontroverser Diskurs möglich sein.

Auch Karl Lauterbach wird von Scherrer angeführt:

„Dieser behauptete bei einem seiner vielen Fernsehauftritte einmal, es sei unbestritten (also Konsens), dass sieben Prozent aller Kinder an Long Covid litten. Als Beleg konnte er später einzig eine britische Studie nennen, deren Ergebnisse bisher weder in Deutschland noch in der Schweiz bestätigt wurden. Trotzdem kam es niemandem in den Sinn, Lauterbach das Mikrofon abzustellen – auch Jan Böhmermann nicht, obwohl er dafür plädiert, alle Meinungen im öffentlichen Raum einer ’strengen Qualitätskontrolle‘ unterziehen zu lassen.“

Hierzu habe ich bezeichnenderweise vorgestern auf einer wissenschaftlichen (Online-)Tagung erlebt, wie ein Kollege erklärte, für die aktuellen Konflikte sei das Konzept „Meinungsfreiheit“ nicht mehr ausreichend, wir bräuchten komplexere Begriffe. Er sprach von „öffentlicher Vernunft“.

Das klingt irgendwie kantianisch, akademisch, gebildet. Doch mir schwant Übles: Wo die individuelle Freiheit (etwa, seine Meinung zu sagen) preisgegeben wird zugunsten einer kollektivierten Vernunftkonstruktion, wird vom freien Subjekt am Ende nicht mehr viel übrigbleiben.

Dann entscheidet zuletzt die gesellschaftliche Meinung darüber, was ich noch sagen darf und was nicht. Damit wäre einer zivilisierten Streitkultur von vornherein der Boden entzogen.

Erstveröffentlichung des Beitrags von Dr. Kunze hier: https://bildung-und-ethik.com/2021/09/26/schlaglicht-deutschland-muss-wieder-zivilisiert-streiten-lernen/


Zur Debatte um die „Notlagen“-Verlängerung

Der Sommer ist da, die Corona-Zahlen sinken. Trotzdem plant die Große Koalition aus Union und SPD eine Verlängerung der epidemischen Notlage von nationaler Tragweite. Ursprünglich war ein Ende der Regelung für den 30. Juni vorgesehen.

Jedoch teilte der CSU-Politiker Alexander Dobrindt Anfang der Woche mit, dass sich die Koalitionsfraktionen darauf geeinigt hätten, die epidemische Notlage aufgrund des Corona-Virus bis zum 30. September zu verlängern.

Es sei angedacht, die epidemische Notlage erst dann nicht weiterzuführen, wenn auch das Corona-Virus auslaufe, erklärte Dobrindt. Insgesamt hängen derzeit knapp 20 Verordnungen von der festgestellten Notlage ab.

Mit der Entscheidung zur Verlängerung ist es dem Bundesgesundheitsministerium um Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und anderen Regierungsstellen möglich, weitreichende Restriktionen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus zu erlassen.

Bei der diesbezüglichen Debatte im Plenum des Bundestags am 11. Juni 2021 wurde es zeitweise emotional. Während Union und SPD auf Virusmutanten verweisen und die Fortschritte im Kampf gegen das Virus noch als zu fragil bezeichneten, stellten sich beinahe alle anderen Oppositionsparteien gegen eine Verlängerung des Ausnahmezustandes.
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Detlev Spangenberg lieferte einen sachlichen Appell für die Freiheitsrechte der Bürger in Deutschland.

Hier die Redner der Debatte zur Verlängerung der „epidemischen Lage“:

Rudolf Henke (Union): Das Virus verschwindet nicht

Unionssprecher Henke beginnt mit einer Differenzierung: Die Verlängerung der epidemischen Lage habe nichts mit

der Bundesnotbremse zu tun. Ebenso wenig habe die Verlängerung etwas mit der Fortsetzung eines Lockdowns zu tun. Jedoch müsse der Katalog an Corona-Maßnahmen fortgesetzt werden, um die rechtliche Sicherheit der Bundesländer zu wahren. Das Beispiel England zeige, wie fragil die Erfolge in der Corona-Zeit seien, erklärt der 67-Jährige und verweist auf die gefährlichen Varianten. Zum Ende stellt Henke fest, dass das Virus nicht verschwinde. Er empfiehlt die Annahme des Antrags.

Detlev Spangenberg (AfD): Anlasslose Verlängerung

Der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Detlev Spangenberg, beginnt seinen Redebeitrag mit einer Definition und einem Ausschnitt des Gesetzestextes zur Epidemische Notlage. Der 77-Jährige verweist darauf, dass das Gesetz zusätzlich mit Neuigkeiten wie fehlenden Intensivbetten aufgeladen wurde.

Ebenso erinnert Spangenberg an die großen Diskussionen vom Herbst, als das Gesetz Teil einer tagelangen Diskussion war. Zum Ende kommt der AfD-Bundestagsabgeordnete zum Ergebnis, dass keine schlüssige Begründung für die Beibehaltung der Notlage vorliege: Der R-Wert befinde sich unter 1, es gäbe keine Überlastung der Intensivmedizin, eine mögliche Kontaktnachverfolgung sei möglich, nur sechs Prozent der Intensivbetten seien mit Corona-Patienten belegt, die Inzidenzzahlen seien konstant unter 20. Daher sieht Spangenberg eine anlasslose Verlängerung. Es müsse Schluss sein, dass Menschen unsinnige Maßnahmen mittragen müssen, schließt der AfD-Mann.

Sabine Dittmar (SPD): Das Virus in Lauerstellung

Sie könne die Frage verstehen, ob es nötig sei, die Lage zu verlängern, erklärt Sabine Dittmar von der SPD. Anhand der nackten Zahlen könne man meinen, dass die epidemische Lage vorbei sei. Jedoch sei dem nicht so, appelliert die 56-Jährige Das Virus sei in Lauerstellung, allen voran mit Mutationen Das Pendel könne jederzeit umschwingen, erklärt Dittmar und verweist auf das Beispiel Großbritannien. In der Zukunft sei ein austarierter Balance-Akt nötig zwischen AHA-Regeln, Lüften und Testen. Die gesetzlichen Grundlagen müssen weitergegeben seien, wenn Virus zurückkehrt, appelliert die Sozialdemokratin zum Schluss.

Sabine Aschenberg-Dugnus (FDP)

Aschenberg-Dugnus von den Liberalen beschreibt eine neue Phase der Pandemie: Es gibt abnehmende Zahlen und das Impfen entfaltet Wirkung, so die 61-Jährige. Die Pandemie sei noch nicht vorbei, es brauche Maßnahmen des Gesundheitsschutzes. Im Gegensatz dazu brauche die Regierung keine Pauschalvollmachten. Die Bundesregierung habe gesetzgeberisches Chaos geschaffen, daher sei der Widerspruch der FDP eine rechtspolitische Entscheidung, keine gesundheitspolitische Maßnahme. Die Grundrechtseingriffe beschreibt die FDP-Politikerin als nicht mehr berechtigt und kündigt an, dass ihre Fraktion die Verlängerung ablehnen werde.

Gesine Lötzsch (Die Linke): Regeln ja, Verlängerung nein

Mit einem Dank an die Krankenhäuser beginnt Gesine Lötzsch, die anschließend auf den Pflegenotstand schwenkt, um danach endlich zum eigentlichen Thema der Debatte zu kommen. Es müsse über politische Fragen diskutiert werden, so Lötzsch, die auf eine weitere Bekämpfung des Virus pocht, die epidemische Lage jedoch beenden will. Das „Durchregieren“ habe mehr Schaden als Nutzen gebracht, dabei zitiert die 59-Jährige die kürzlich geäußerte Kritik des Bundesrechnungshofes an den hohen Kosten der Pandemiebekämpfung. Das Parlament müsse wieder alle Rechte bekommen, eine Verlängerung lehnt Die Linke ab.

Manuela Rottmann (Grüne): Zustimmung wegen fehlender Reisemaßnahmen

Ein von ihrer Fraktion vorgelegter Stufenplan hätte die Bekämpfung der Pandemie besser gemacht, meint Manuela Rottmann. Zugleich kritisiert die Grünen-Rednerin den fehlenden Ausstiegsplan der Großen Koalition.

Der Verlängerung der epidemischen Lage nationaler Tragweite werde ihre Fraktion trotzdem zustimmen, hauptsächlich wegen dem von der großen Koalition verbaselten Reisemaßnahmen und der einhergehenden Gefahr von Mutationen. Zum Ende folgt Kritik an der großen Koalition und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

AfD: Angstmacherei der GroKo

Während die Regierungsparteien hauptsächlich damit beschäftigt waren, an Virusvarianten zu erinnern und die nötige weitere Rechtsgrundlage zu betonen, erklärte die AfD (größte Oppositionspartei) mit Detlev Spangenberg die zahlreichen Gründe, die gegen eine Verlängerung der epidemischen Lage sprechen. Anhand klar belegter Fakten ist eindeutig, dass dieses Gesetz nicht weiter aufrechterhalten werden muss. Dies erkannten auch FDP und Linke.

Die Grünen bewiesen wiederum erneut, dass sie schon Teil einer imaginären Kenia-Koalition im Bund sind. Trotz großer Bedenken wollen Sie dem Antrag zustimmen. Wenn es schon fürs Kanzleramt nicht reicht, dann wenigstens zur künftigen Mehrheitsbeschaffung für die Union.

Quelle: https://www.sebastian-muenzenmaier.de/debatte-der-woche-verlaengerung-der-epidemischen-lage/


Umfrage zur Missbrauchsdebatte: Steht die katholische Kirche zu einseitig im Blickfeld?

Mehr Protestanten als Katholiken bestätigen dies

Vier von zehn Deutschen (39 Prozent) sind der Ansicht, dass die Debatte über Missbrauch in Deutschland zu einseitig auf die katholische Kirche bezogen wird. Dagegen sind 33 Prozent der Befragten gegenteiliger Ansicht; 22 Prozent geben an, nicht zu wissen, wie sie dies einschätzen sollen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Erfurter Meinungsforschungsinstituts INSA, die im Auftrag der „Tagespost“ durchgeführt wurde.

Die Aussage, zu der die Teilnehmer Stellung beziehen sollten, lautete: „Die Debatte über Missbrauch wird in Deutschland zu einseitig auf die katholische Kirche gerichtet.

Von den katholischen Befragten stimmen 42 Prozent der Aussage zu. 28 Prozent teilen diese Haltung nicht; 25 Prozent der Katholiken antworteten mit „weiß nicht“.

Protestanten sind etwas häufiger der Meinung (44 Prozent), dass die Debatte über Missbrauch in Deutschland zu einseitig auf die katholische Kirche gerichtet werde. 35 Prozent sind gegenteiliger Ansicht.

Freikirchliche Befragte stimmen der Aussage am häufigsten zu (54 Prozent); nur 21 Prozent lehnen sie ab.

Bei den Konfessionslosen ist der Anteil derjenigen, die die Aussage ablehnen (38 Prozent), etwas höher als der Anteil derjenigen, die zustimmen (37 Prozent).

Quelle: Pressemeldung der DT – hier ihre Webpräsenz: www.die-tagespost.de.


Katholische Debatte um das „Ruhen im Geist“ und seine psychisch-spirituellen Folgen

Von Felizitas Küble

Der erscheinungsbewegte Blog „Zeugen der Wahrheit“ (ZdW) bringt gerne die neuesten Botschaften selbsternannter Seher und „Propheten“, aber immerhin finden sich in den Leserspalten bisweilen auch kritische oder zumindest nachdenkliche Kommentare.

In einem der Foren wurde z.B. über das „Ruhen im Geist“ diskutiert: http://kath-zdw.ch/forum/index.php?topic=283.8

Angeregt wurde die Debatte durch einen kritischen Artikel von mir über dieses umstrittene Phänomen, bei dem die „Gesegneten“ plötzlich wie in Trance rückwärts auf den Boden fallen, weshalb ich hier schlicht von einem „Hammersegen“ spreche.

Für einen frommen Katholiken namens „Winfried“ ist dieser Vorgang „immer noch nicht geklärt“. Er schreibt:

„Wie viele andere gläubige Katholiken auch habe ich an solchen Veranstaltungen teilgenommen, wobei diese Phänomene wirklich auftraten. Einige, die dabei bewusstlos umfielen, berichteten von „positiven“ Erfahrungen, andere konnten sich an nichts mehr erinnern, wieder andere glaubten, von einer dämonischen Macht besessen zu sein.“

Zunächst hat „Winfried“ mit dieser Beobachtung durchaus recht; sie stimmt mit dem überein, was auch ich von zahlreichen Betroffenen gehört habe:

Es scheint, als seien manche dabei ganz euphorisch auf der Wolke, sie hören „himmlische“ Musik, erleben tolle Gefühle, es durchströmt sie eine Art Energie wie elektrischer Strom usw.

Andere wiederum hatten weder schöne noch schreckliche Empfindungen erlebt, sondern zunächst gar nichts, fühlten sich aber hinterher „wie beschwipst“: „Ich war wie neben mir“ (so sagte mir wörtlich eine Aussteigerin, die damit nichts mehr zu tun haben möchte).

Wieder andere – einige davon kenne ich persönlich – erfuhren diese angebliche „Taufe im Heiligen Geist“ genau gegenteilig, nämlich als okkulte Belastung mit der Vorstellung, sie seien jetzt besessen oder zumindest umsessen etc.

Diese Berichte erinnert fast an einen Drogen-Trip, der ja auch durchaus als „wolkig“ und „himmlisch“ erlebt werden kann – oder genau umgekehrt als angsteinflößende Panikstimmung.

So paradox es klingen mag: Langfristig ist der Negativ-Trip dann das kleinere Übel, wenn er wenigstens von dieser irrgeistigen Erfahrung abschreckt – ähnlich, wie wenn jemand nach einem Panik-Trip seinen Rauschmitteln für immer entsagt.

Aber lassen wir den nachdenklichen Leser „Winfried“ weiter zu Wort kommen:

„Was die Ursachen dieses Umfallens („Ruhen im – Heiligen – Geist“) betrifft, so schwanken die Vermutungen zwischen Hypnose, einer wirklichen Einwirkung des Heiligen Geistes und dämonischen Einflüssen. Bei alldem muss man allerdings darauf hinweisen, dass für einen getauften Katholiken in erster Linie das Sakrament der Firmung (Stärkung durch den Hl. Geist) ausschlaggebend ist, wenn es um das Handeln des Heiligen Geistes geht, welcher bekanntermaßen weht, wann, wo und wie ER will (vgl. Joh 3,8).

Tatsächlich gibt es theoretisch drei Erklärungsmodelle:
Das Phänomen stammt entweder von innen (Selbst-Suggestion, Erwartungshaltung, Fremdsuggestion = Hypnose, Erlebnishunger etc…) – oder von oben (Geistwirkung, Gotteserfahrung) – oder von unten, also durch Finsternismächte bewirkt.

Aus meiner Sicht – sowohl theologisch betrachtet wie aufgrund jahrzehntelanger Kontakte mit Hammersegen-Betroffenen – entfällt die Erklärung „von oben“ (was hier bereits in x-Artikeln näher begründet wurde) – und die häufigste Ursache dürfte jene „von innen“ sein, wobei solche psychologischen Vorgänge irrgeistiger Art keineswegs als harmlos anzusehen sind.

Vielmehr spielt der „Kellergeist“ auf vielen (allzu)menschlichen Klavieren, gerade wenn Wundersucht und fragwürdiger Erlebnishunger (Gott gleichsam „genießen“ wollen) damit verquickt sind.

Es kann also – eher indirekt – auch zu einem Einfluß „von unten“ kommen. Allerdings sollte diesbezüglich jedwede Panikmache vermieden werden, weil eine solche immer ungesund ist und nicht zu nüchternen Erkentnissen führt.

Zudem hat Leser Winfried recht, wenn er auf das Sakrament der Firmung verweist: HIER werden die Sieben Gaben des Heiligen Geistes vermittelt, die übrigens sehr vernunftbetont beginnen: „Geist der Weisheit, des VERSTANDES, des Rates, der Stärke, der WISSENSCHAFT, der Frömmigkeit und der Gottesfurcht.“ – Somit können die echten Geistesgaben kein Phänomen jenseits der klaren Erkenntnis (und geistigen Wachheit) oder gar gegen den Verstand gerichtet sein.

Die Debatte auf dem ZdW-Forum geht weiter. Der Kommentar einer Userin mit Nicknamen „Kleine Seele“ lautet: „Ich stehe dem skeptisch gegenüber, es kommt mir eigenartig/unheimlich vor. Ich war aber noch nie persönlich dabei, habe es nur auf Video gesehen.

Leser „CSPB“ schreibt folgendes von seinen Besuchen auf charismatischen Veranstaltungen:

„Bei diesem Segen dürfen ca. 3/4 aller Menschen im Geist ruhen (=in Ohnmacht fallen). Wenn jemand (so wie ich bis jetzt immer) nicht umfällt, ist das nicht deswegen, weil man weniger vom Heiligen Geist empfangen hat, sondern weil einen Gott nicht dazu zwingt, die Kontrolle des des menschlichen Geistes für ein paar Sekunden vollständig dem Heiligen Geist zu überlassen, der dann die Gedanken ordnet und in die richtigen Bahnen bringt….

Nicht umzufallen heißt aber nicht, dass man gar nichts fühlt. Die Beine werden weich, man beginnt das Gleichgewicht zu verlieren und es kribbelt im Kopf, ein durch und durch angenehmes Gefühl.“

Tatsächlich weiß ich von mehreren Betroffenen, daß sie sich in charismatischen Segensfeiern nur mit Mühe aufrecht halten konnten und schon weiche Beine bekamen.

Ein Priester schilderte mir, wie er sich in Medjugorje mit letzter Willenskraft an der Kirchenbank festhalten mußte, um nicht rückwärts zu fallen, als dort Pater Zovko seinen Hammersegen verteilte. Eine Familienmutter war in einer charismatischen Veranstaltung bereits am Schwanken, konnte aber ein Rückwärtskippen verhindern, weil sie an ihre Kinder dachte, die sie noch in voller Kraft benötigen, weshalb sie ihren Verstand ganz wachhalten müsse usw…

Einige schildern auch das „durch und durch angenehme Gefühl“ beim Rückwärtsfallen, als ob sie wie mit elektrischem Strom durchgekitzelt und „überschwemmt“ würden, sozusagen sehr energiegeladene Gefühle erleben. Dies wird auch in zahlreichen charismatischen Büchern geschildert und als großartig angepriesen

Eine Userin namens „Kleines Licht“ schreibt sodann halbkritisch bis eher wohlwollend Folgendes:

„Was die Menschen, die ich beobachten konnte während ihrer „Abwesenheit“ erlebt haben, weiß ich leider nicht. Doch ich hatte den Eindruck, dass sie sich des Fallens nicht bewusst waren. Eine Frau beispielsweise, die neben mir am Boden lag und wieder zu Bewusstsein kam, stellte ihrem Helfer als erstes die Frage: „Was ist passiert?“ Den Eindruck dieser „Unwissenheit“ oder „Unbekümmertheit“ hatte ich bei den meisten der umgefallenen Menschen.“

Genau dies wurde mir ebenfalls bestätigt – eben von jenen, die sich hinter „wie beschwipst“ vorkamen und nicht so recht wußten, wie ihnen geschah. Hätten sie dies vorausgeahnt, wären sie nicht zu diesen vielgepriesenen Sondersegnungen gekommen.

Im Grunde handelt es sich hier vielfach um (un)geistliche Übergriffe, letztlich um seelsorglichen Missbrauch. Um die dadurch Geschädigten kümmert sich hinterher kein Heilungsprediger, kein „Seher“, keine charismatische Gruppe, aber bei mir melden sie sich seit Jahrzehnten, manche stehen direkt vor meiner Haustür, um ihr Herz auszuschütten.

Welcher nüchtern denkende Christ glaubt denn ernsthaft, daß solche schwarmgeistigen Vorgänge vom Geiste Gottes bewirkt werden, daß sie gar eine „Geisttaufe“ oder eine „besondere Gotteserfahrung“ darstellen?!

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Gemälde: Evita Gründler


Faire Corona-Debatte: Kirchenführer sollen selbst mit gutem Beispiel vorangehen

Von Felizitas Küble

Wie das Portal „Evangelisch.de“ berichtet, fordert Erzbischof Reinhard Marx (siehe Foto) zu einer respektvollen Kommunikation in der Corona-Pandemie auf. Man bekomme den Eindruck, „dass viele gar nicht mehr zuhören und verstehen wollen, sondern nur noch ihre Behauptungen und Positionen laut in die gesellschaftliche Debatte werfen“.

Es gebe derzeit ein „Durcheinander von Meinungen und Positionen“ wie auch Diskussionen, „die an Schärfe zugenommen haben“.

Solch eine Mahnung zu mehr Verständnis ist immer gut, nur sollte der Münchner Kardinal sie auch an sich selber richten. Wie ist er selber denn in der Corona-Kontroverse z.B. mit seinem Amtsbruder, dem deutschen Kurien-Kardinal Gerhard Müller umgegangen?

Wie das Neue Ruhrwort schrieb, hat Marx das von Müller mitunterzeichnete Manifest von Erzbischof Vigano scharf kritisiert: „Er spaltet und macht Angst. Ich sehe keine Veranlassung zu glauben, dass morgen die Diktatur in unserem Land ausbricht oder die Religion bekämpft wird“.  (Quelle: https://neuesruhrwort.de/2020/05/23/kardinal-marx-vigano-brief-zu-corona-spaltet-und-macht-angst/)

Anscheinend ist Erzbischof Marx entgangen, daß es hierbei nicht um einen auf deutsche Verhältnisse gemünzten Aufruf geht, sondern um einen international kursierenden und universal ausgerichteten Appell.

Er wurde weltweit von über 50.000 Personen unterzeichnet; darunter befindet sich der chinesischen Kardinal Zen, der sich in puncto Diktatur – nämlich der kommunistischen in Rot-China – bestens auskennt. Dort wird sehr wohl „die Religion bekämpft“ – und zwar in den letzten Jahren sogar verschärft, wie etwa die IGFM (Internationale Gesellschaftr für Menschenrechte) seit Monaten beklagt.

Sodann fragt man sich, warum der Vigano-Aufruf „Veritas liberabit vos(= Die Wahrheit wird euch freimachen) angeblich „spaltet und Angst macht“.

Abgesehen davon, daß auch Christus kein Anpasser war, sondern vielmehr „ein Zeichen, dem widersprochen wurde“, ist der mündige Bürger sowohl weltweit wie deutschlandweit durchaus in der Lage, mit einem besorgten Manifest vernünftig umzugehen. Selbst Kritiker bekommen hierdurch gewiß keinen Angstanfall.

Sodann gibt Kardinal Marx bekannt, wie staatsbeflissen und obrigkeitshörig seine eigene Grundhaltung aussieht: „Ich halte mich an das, was die Politik nach intensiver Beratung vorgibt.“  –  Eine solche Einstellung ist ihm unbenommen  – aber mindestens genauso berechtigt ist es, auch und gerade aus einer demokratischen Einstellung heraus Sachkritik an Beschlüssen der Herrschenden zu üben und politische „Vorgaben“ skeptisch zu beleuchten.

Oder wollen und sollen sich Bischöfe etwa zu unkritischen Erfüllungsgehilfen der jeweiligen Regierung degradieren?

Nächstes Beispiel: Der designierte (ernannte) Bischof Bertram Meier, der demnächst zum Oberhirten des Bistums Augsburg geweiht wird.

Auf die Interview-Frage von „Katholisch.de“, welche Schwächen er bei sich selber feststelle, nannte er neben Ungeduld, er wolle „möglichst wenigen Menschen wehtun“. Aber als Bischof müsse er wohl doch „manchen wehtun“.

Wenn also Meier  – einen Angaben zufolge – so feinfühlig ist (was dann wohl eher eine Stärke als eine Schwäche wäre), hätte er doch sachlicher auf diesen Aufruf hochrangiger Kirchenmänner von Müller bis Zen reagieren können. Stattdessen erklärte er: „Hier von einer ‚Weltverschwörung‘ zu reden, empfinde ich geradezu als zynisch.“ (Quelle: https://www.domradio.de/themen/kirche-und-politik/2020-05-12/geradezu-zynisch-bertram-meier-kritisiert-corona-text-von-mueller-und-vigano)

Allerdings ist in dem Appell durchaus nicht von einer „Weltverschwörung“ die Rede, stattdessen wird darin – was nicht dasselbe ist – vor der Gefahr einer möglichen künftigen Weltregierung gewarnt, die sich jeder wirksamen Kontrolle entziehe, wobei die Corona-Krise als Vorwand für eine solche Zielsetzung verwendet werden könne.

Diese Mahnung ist durchaus nicht abwegig, denn tatsächlich gibt es hierfür zahlreiche Beispiele und öffentliche Äußerungen von prominenter Seite, darunter folgende: https://charismatismus.wordpress.com/2020/05/13/weltregierung-eine-verschwoerungstheorie/

Ingesamt gesehen darf man sich wundern, wenn Kardinal Marx sowie der ernannte Bischof in Augsburg einerseits so freundlich zu „Verständnis“, „Zuhören wollen“ etc. auffordern bzw. „möglichst wenigen Menschen wehtun wollen“, aber andererseits unsachlich bis polemisch und damit unfair in aller Öffentlichkeit über Amtsbrüder gleichsam zu Gericht sitzen, nur weil diese ein zeitgeistkritisches Manifest unterzeichneten. Sachkritik ja, aber Diffamierung nein!

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Rheine: Rege Diskussion über Schwangeren-Bluttest beim Lebensrechtler-Infostand

Von Cordula Mohr

Mitglieder der Aktion Lebensrecht für alle (ALfA) diskutierten am Samstag, dem 21. September, auf dem Leiraplatz von Rheine fünf Stunden mit Passanten über Lebensrechtsthemen, vor allem über den Praena-Bluttest bei Schwangeren, der nunmehr als Kassenleistung angeboten wird.
Viele Bürger zeigten sich besorgt, weil sie diese und andere vorgeburtliche Untersuchungen als Einstieg in die Selektion von Behinderten bewerteten.
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Dabei decken diese Tests eine Palette potentieller Erkrankungen ab und sind keineswegs auf Trisomie 21 beschränkt. Die Mutter eines „Downie“ äußerte sich ebenfalls entsetzt über ein Aussortieren von behinderten Ungeborener. 
Einige Frauen  – vor allem Privatpatientinnen  – berichteten kritisch, mit wie vielen Untersuchungen sie während ihrer Schwangerschaft konfrontiert worden seien.

Angesichts der regen Debatte war das Interesse an Büchern und Schriften auf dem Infostand der ALfA Regionalverbands Nordmünsterland besonders groß. Das gilt vor allem für Pädagogen oder deren Ehepartner, die vielfältiges Material für Schule und Beruf mitnehmen konnten.

Auch die Notruf-Nummer „Vita-L“ für Schwangere fand viele Abnehmer unter den Passanten, ebenso ein Herz-Aufkleber für ungeborene Kinder und ein Plastik-Modell, das gleichsam lebensecht einen Embryo im dritten Monat zeigt. 

Besondere Aufmerksamkeit erregte ein großes Poster mit der Botschaft, der Mutterleib dürfe nicht der gefährlichste Ort für Kinder sein.
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Manche Bürger waren teils bis zu Tränen gerührt über diese klare Ansage, andere gingen auffallend schnell weiter, was ebenfalls ein Ausdruck innerer Betroffenheit sein kann.
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Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der ALfA standen von 9,30 Uhr bis gegen 15 Uhr am Stand und zeigten sich erfreut über die bewegenden Gespräche und das ungewöhnlich große Interesse zahlreicher Bürger.

Neue Homöopathie-Debatte bei der „taz“

Mit geradezu übermenschlicher Anstrengung versucht die taz, sich in die Gunst der Homöopathie-Gläubigen zurückzuschreiben, mit denen sich das grün-linksliberale Blatt im März angelegt hatte.

Auf den Heuler „Wahlfreiheit muss bleiben!“ am 12. Juli folgte jetzt die Kolumne „Ecce Homöopathie“ mit dem bereits grauenahnungsvollen Motto: Ich schreibe Menschen nicht vor, wie sie mit ihren Körpern umgehen sollen. Warum soll ich mich also über Globuli empören?

Muss man ja nicht – aber kompletten Bullshit sollte man vielleicht auch nicht unbedingt verzapfen

Die Denkfehler des Artikelchens fasst Natalie Grams in einem Twitter-Thread zusammen:

Denkfehler 1: Irgendjemand würde Homöopathie verbieten wollen. Nee. Wir klären auf, was sie wirklich ist. Wer sie dann für sich nutzen möchte – gerne. Auf eigene Kosten und am besten in jedem Supermarkt ganz frei erhältlich.

Denkfehler 2: Aufklärung heißt nicht Einschränkung der Therapiefreiheit, sondern echte freie Wahl.

Denkfehler 3: Homöopathie ist nicht ungefährlich. Vor allem dann, wenn eine richtige Therapie verzögert oder unterlassen wird. Von Begriff der Kindesmisshandlung oder Körperverletzung haben wir uns immer wieder distanziert.

Denkfehler 4: Das Recht auf selbstbestimmte Behandlung bleibt nur dann erhalten, wenn man die richtigen Fakten für eine freie Wahl kennt. Lässt man sich von den Verheißungen der Homöopathie verblenden, wählt man weder selbst noch frei.

Denkfehler 5: Die Fehler und Missstände der normalen Medizin machen die Homöopathie nicht wirksamer. Die Tatsache, dass wirkliche Medikamente als manchmal als schädlich erkannt werden, ist ein Hinweis, wie selbstreflektiert die Medizin ist. Im Gegensatz zur Homöopathie.

Quelle und FORTSETZUNG des Artikels hier: https://blog.gwup.net/2019/07/28/die-denkfehler-der-taz-wenn-sie-versucht-sich-wieder-bei-den-globuli-fans-einzuschleimen/


Ex-Ministerin Schröder beklagt häufige Gleichsetzung von rechts und rechtsextrem

Die ehem. Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder (CDU) hat die Gleichsetzung von politisch rechten Positionen mit Rechtsextremismus kritisiert.

„Wer rechts ist, ist vielleicht gegen die EU, gegen Einwanderung und gegen die Ehe für Schwule und Lesben. Das sind Positionen, die uns so nicht weiterbringen, finde ich persönlich. Aber sie sind legitim“, schreibt die CDU-Politikerin in einem Beitrag für die Tageszeitung Die Welt.

Auch diese Ansichten sollten in der öffentlichen Debatte in Deutschland eine Rolle spielen und nicht von vornherein als „demokratiefeindlich“ ausgeschlossen werden. Doch wer als rechts gelte, sei im politischen Diskurs ein Verfemter, mit dem nicht mehr auf Augenhöhe debattiert werde, so Schröder.

Zugleich warnte sie davor, alle nicht-linken Standpunkte auszugrenzen: „Das ist demokratietheoretisch fatal, weil es dazu führt, daß sich viele Bürger Deutschlands in der politischen Debatte nicht mehr wiederfinden“, betonte Schröder.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2019/kristina-schroeder-rechte-positionen-sind-legitim1/


Umfrage: Mehrheit der Deutschen beklagt einen Mangel an Meinungsfreiheit

Eine Studie des Allensbach-Institutes aus diesem Monat kommt zu folgendem Ergebnis: Die Mehrheit der Deutschen traut sich nicht mehr, ihre Meinung im öffentlichen Raum frei zu äußern.

Besonders viele der Befragten müssen mit ihrer Meinung hinter dem Berg halten, wenn es um die Themen „Islam“ und „Flüchtlinge“ geht. Grund dafür ist laut der Tageszeitung Welt der „rüde Umgangston“, mit dem unbequeme Ansichten in der öffentlichen Debatte quittiert werden.

Ist das Äußern der eigenen Meinung für die Mehrheit der Deutschen im privaten Kreis durchaus möglich, trauen sich die meisten das nicht in der Öffentlichkeit: Nur 18 Prozent finden, dass man ohne Bedenken seine Ansichten im öffentlichen Raum äußern kann – im eigenen Freundeskreis sind es noch 59 Prozent. 41 Prozent der Befragten halten die „Political Correctness“ in Deutschland für übertrieben.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.unzensuriert.de/content/0029813-Studie-Deutsche-leiden-unter-politischer-Korrektheit-Sprachregelungen-und-Verboten