ABC in Bayern: Verzicht auf öffentliche Gottesdienstfeiern geht an die Substanz

Der Vorsitzende des Arbeitskreises Bekennender Christen (ABC) in Bayern, Dekan Till Roth, bittet die Leitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern sich gegenüber der Politik für die Wiederaufnahme öffentlicher Gottesdienste und Andachten einzusetzen. Dies müsse selbstverständlich mit Bedacht und unter Berücksichtigung der staatlichen Abstandsgebote geschehen, so Roth.

Bei allem Verständnis für die strengen Maßnahmen der Politik angesichts der Gefährlichkeit von COVID-19 und der Lebensgefahr für viele Menschen müsse deutlich werden, dass das Aussetzen aller öffentlichen Gottesdienste einschließlich Abendmahls- und Tauffeiern nicht nur schmerzlich sei, sondern an die geistliche Substanz gehe:

„Dabei geht es aus meiner Sicht jetzt weder darum, als Kirche einen bestimmten Machtanspruch oder Vorrang im Gemeinwesen zu beanspruchen noch formal auf das Recht freier Religionsausübung zu pochen. Sondern es geht um das Wesen des christlichen Glaubens, der aus Wort und Sakrament lebt, die der im Namen Gottes versammelten Gemeinde gegeben werden.“

Darüber hinaus spende der gemeinsam gefeierte Gottesdienst dem Einzelnen Trost und vermittle Mut und die Liebe, die sich auch unter den schwierigen Bedingungen der Corona-Krise dem Nächsten zuwende: „Mit anderen Worten: hundert- und tausendfach gefeierte Gottesdienste sind auch ein wesentlicher Beitrag für den sozialen Zusammenhalt und die Krisenfestigkeit unserer Gesellschaft.“

Evangelische Kirche in Augsburg

ABC-Nachrichten thematisieren Verbot öffentlicher Gottesdienste

In den aktuellen ABC-Nachrichten zum Thema „Corona und die Kirchen“ kritisiert Roth, dass über die theologische Systemrelevanz des Gottesdienstes und der Sakramente bislang kaum gesprochen werde.

Der Nürnberger Pfarrer Dr. Matthias Dreher erläutert in einer „Pastoralen Erklärung“, dass der durch die Corona-Pandemie veranlasste Gottesdienst-Abbruch die christliche Kirche in ihrem Wesen angreife: 

„Deshalb hat mich erschreckt, wie selbstverständlich, unproblematisiert und teils vorauslaufend Kirchenleitungen den Gemeinden empfahlen, die vom Staat erlassenen Versammlungsverbote auch hinsichtlich der Gottesdienste umzusetzen.“

Der für Gemeinde-, Kirchensteuer- und Verfassungsfragen zuständige Oberkirchenrat Dr. Hans-Peter Hübner erläutert dagegen in den ABC-Nachrichten, warum er den zeitlich begrenzten Gottesdienstverzicht für richtig hält: „um der Liebe zu den der Kirche anvertrauten Menschen willen, deren Gesundheit und Leben sonst (…) gefährdet würde.“

Der Staat müsse selbstverständlich den hohen Stellenwert der Religionsfreiheit als Ausdruck der Menschenwürde beachten; angesichts der Gefahren für Leben und körperliche Unversehrtheit der Bürger durch COVID-19 könne die Abwägung der Grundrechte aber dazu führen, dass staatliche Verbote auch das Recht der Kirche, öffentliche Gottesdienste anzubieten, vorübergehend einschränken können.

Die aktuellen ABC-Nachrichten im Internet: www.abc-bayern.de/publikationen


Evangelikaler ABC in Bayern kritisiert „theologische Schieflage“ in der Klimadebatte

Pressemitteilung des Arbeitskreises bekennender Christen (ABC) in Bayern:

Der Vorsitzende des ABC in Bayern, Dekan Till Roth, griff in seinem Bericht bei der Ratssitzung vor den Vertretern der rund 20 ABC-Mitgliedsgemeinschaften die aktuelle Klimadebatte auf.

Die Unterstützung der „Fridays for Future“-Bewegung durch große Teile der evangelischen Kirche führe zu ihrer weiteren Politisierun.

BILD: Grünes Wahlplakat für den „Klimaschutz“

Dabei komme es zu einer theologischen Schieflage: „Auch wenn die Bewahrung der Schöpfung wichtig ist – zentral bleiben die Christologie und die Heilslehre.“

Hier liege die spezifische Aufgabe der Kirche, die nicht zugunsten des politischen Engagements vernachlässigt werden dürfe, so Dekan Roth.

Weiteres Thema bei der Ratssitzung des ABC Bayern war der innerkirchliche Reformprozess „Profil und Konzentration“ (PuK).

Es sei positiv, dass der Kernauftrag der Kirche, Christus zu verkündigen, ganz an den Anfang gestellt worden sei. Zugleich sei erstaunlich, dass PuK nicht von Sünde und Schuld und damit auch nicht von der Notwendigkeit der Buße spreche.

Kirchliche Erneuerung könne es aber ohne Buße nicht geben, so die gemeinsame Feststellung des ABC-Rats.

Im ABC haben sich Verantwortliche aus rund 20 kirchlichen Gemeinschaften, Verbänden und Werken zusammengeschlossen, die bekenntnis­lutherische, bruderschaftlich-kommunitäre, charismatische, hochkirchliche und pietistische Prägungen innerhalb der evangelischen Landeskirche vertreten. Vorsitzender ist Dekan Till Roth aus dem unterfränkischen Lohr am Main.


Bayern: ABC-Kreis kritisiert Lockerung des Arbeitsrechts in der evangelischen Kirche

Evang. Einrichtungen müssen christlich geprägt sein

Die Öffnung der evangelischen Kirche und ihrer Diakonie für Nicht-Christen stößt beim Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC) auf deutliche Kritik. „Evangelische Einrichtungen verdienen die Bezeichnung evangelisch nur dann, wenn sie von Menschen getragen werden, die dem Evangelium von Jesus Christus vertrauen“, erklärte ABC-Sprecher Hans-Joachim Vieweger nach einer Vorstandssitzung des ABC in Nürnberg.

Die Arbeitsrechtliche Kommission der Evang.-Lutherischen Kirche in Bayern hatte am 2. Mai 2017 eine Lockerung der sog. ACK-Klausel mit Wirkung zum 1. Juli 2017 bekannt gegeben; zuvor hatten dem auch Landeskirchenrat und Landes­syno­dalausschuss zugestimmt.

Demnach können künftig auch Nicht-Christen in einigen Berufsgruppen und unter bestimmten Bedingungen in Kirche und Diakonie arbeiten. Begründet wurde das mit dem „leergefegten Arbeitsmarkt für soziale Berufe“.

Für besonders problematisch hält der ABC, dass die Neuregelung für Erzieher/innen sowie für Pflegekräfte gelten soll. Es sei ein eklatanter Widerspruch, wenn man für „katechetische Unterweisung“ evangelisch sein müsse, dies aber beispielsweise für Erzieherinnen und Erzieher nicht gelten solle. „Gerade in den Kindergärten geht es um elementare christliche Bildung, die glaubwürdig nur von Christen geleistet werden kann, nicht von Muslimen oder Atheisten“, so Vieweger. Auch für Pflegekräfte in Diakonieeinrichtungen müsse es selbstverständlich sein, dass sie mit Menschen beten.

Sollte es nicht genügend Christen geben, die für Stellen in Kirche und Diakonie bereitstehen, müsse sich die Kirche notfalls von Einrichtungen trennen. „So sehr es schmerzt: Es wäre ehrlicher und letztlich auch heilsamer für Kirche und ihre Diakonie, ihren rückgehenden Einfluss in der Gesellschaft anzuerkennen und sich entsprechend zu bescheiden“, so der ABC-Vorsitzende Dekan Till Roth.

ABC-Sprecher Vieweger, der auch Mitglied der evangelischen Landessynode ist, erinnerte in diesem Zusammenhang an den gerade beschlossenen Prozess „Profil und Konzentration“ der bayerischen Landeskirche: „Wir wollen doch gerade unser christliches Profil schärfen und uns auf die Arbeitsbereiche konzentrieren, in denen christliches Profil deutlich wird. Vor diesem Hintergrund sind die aktuellen Beschlüsse absolut kontraproduktiv.“

Positiv ist nach Einschätzung des ABC, dass das christliche Profil in kirchlichen und diakonischen Einrichtungen dadurch geschärft werden soll, dass es verpflichtend Seminare und Willkommenstage geben soll, um neue Mitarbeiter mit dem diakonisch-christlichen Profil vertraut zu machen.

Der ABC-Kreis im Internet: http://www.abc-bayern.de