Wegweisende Predigt von Pfr. Lankeit in Phönix (USA) zu den Missbrauch-Skandalen

Von Dr. Edith Breburda

Pfarrer John Lankeit ist Direktor der Kathedrale der hl. Simon und Judas Thaddäus im Bistum Phoenix im US-Bundesstaat Arizona und bekannt für seine einzigartigen Predigten, die auch international zitiert wurden.

Am Sonntag, dem 19. August 2018, trat der Priester (siehe 2. Foto) sichtlich betroffen zum Ambo.

Er berichtete, dass er sich vor ein paar Tagen mit einer Dame unterhielt, die in ihrer Jugend von einem Priester missbraucht worden war. Pfr. John beschrieb die Frau als heldenhaft.

All das, was sie erlebte, wurde durch die Geschehnisse der letzten Woche schmerzlich wieder präsent, als die Medien über den horrenden sexuellen Missbrauch von Klerikern berichteten. Wir hörten vor allem über die Praktiken im Bistum von Pennsylvania; über die Vertuschung der Straftaten und eine meist erfolgende Versetzung der Täter.

Doch trotz all dem, was der Frau durch einen Menschen im Priesterkragen angetan wurde, ist sie der Kirche treu geblieben; obwohl sie derart misshandelt wurde von einem Geistlichen, der noch dazu vorgab, ein Mann Gottes zu sein.

Der Täter hatte innerlich schon lange zuvor die Kirche verraten, der er einst zu dienen versprach. Die heroische Reaktion des Opfers, ihren katholischen Glauben nicht zu verlassen, versetzte Pfarrer Lankeit so sehr in Erstaunen, dass er im ersten Moment nicht wusste, wie er der Frau beistehen könnte.

Trotz eines inständigen Gebetes zum Hl. Geist blieb er zunächst sprachlos. Er dachte an den Skandal, der sie in diese Situation brachte. Pfarrer John sagte ihr: „Ich bin völlig entsetzt über das, was Sie durchmachen mussten und weiß nicht, wie ich Ihren Schmerz lindern kann.“ – Zu seinem Erstaunen bedankte sich die Frau bei ihm. Zu lange hatte sie solchen Trost und Zuwendung vermisst: „Herr Pfarrer, ich bin froh über Ihre Antwort, denn bisher hüllten sich alle in ein verschämtes Schweigen.“

Pfarrer John bemerkte in ihr einen Mut, den nur der Hl. Geist vermitteln kann.

In der Lesung des 20. Sonntages im Jahreskreis  –  Eph 5,15-20  –  schrieb der heilige Paulus: „Brüder! Achtet sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht töricht, sondern klug. Nutzt die Zeit; denn diese Tage sind böse. Darum seid nicht unverständig, sondern begreift, was der Wille des HERRN ist.“

„Als die Frau und ich versuchten, herauszufinden, was der Wille Gottes in unseren Tagen ist, kamen mir zwei Dinge in den Sinn, die ich ihr erläuterte“, erklärte der Kathedralrektor in seiner Predigt: „Unabhängig davon, was jemand in oder außerhalb der Kirche bemerkt, müssen wir bedenken, dass der Wolf im Schafspelz unschuldige Opfer verschlingt. Priester, die solche Dinge tun, sind der Kirche untreu.“ 

Durch ihre Laster sind sie nicht im Stand der Gnade und haben sich insofern von der Communio, der „Gemeinschaft der Gläubigen“ getrennt. Wer schwer sündigt, darf die hl. Eucharistie nicht empfangen.

Jesus sagte im Matthäusevangelium: „Wer auch immer den Willen Gottes erfüllt, der ist mein Bruder, meine Schwester, meine Mutter.“ – Jene gehören also zur geistlichen Familie Christi, die Gottes Gebote einhalten.

Priester, welche Christus und seine Botschaft verraten haben, und Bischöfe, die sie deckten, handeln gegen ihre Berufung und Sendung. Einst hat auch der Apostel Judas Iskariot sich selber von Christus und der Urkirche abgewendet, wie Pfarrer Lankeit erklärte.

Es komme nicht auf den Stand und die Farbe der Klerikerkleidung an (ob schwarz, rot oder violett etc), sondern darauf, treu zum Glauben und zum Willen Gottes zu stehen. Christus ist das Haupt, wir sind die Glieder. Die unschuldigen Opfer, die so sehr unter den Taten falscher Hirten leiden, stehen Christus sehr nahe, weil sie Anteil an seiner Passion nehmen; sie leiden in einer unvorstellbaren Form.

Wenn Jesus das Haupt ist und wir seine Glieder, dann sind die missbrauchten Opfer sein „leidendes Herz“.

Wenn wir jemals aus dieser Krise herauskommen wollen, besteht der einzige Weg darin, dass Priester und Laien es zur obersten Aufgabe ihres Lebens machen, sich selber zu heiligen.

Das bedeutet auch, so der Prediger weiter, die Taten all jener aufzudecken, die zum sexuellen Missbrauch beitrugen. Wir müssen eine gerechte Aufklärung und eine Beendigung der Korruption verlangen. Es muss uns möglich sein, Missbrauch zu ahnden, ohne die Täter weiterhin zu schützen. So viele von uns sind ärgerlich, frustriert und verwirrt. Wir wissen nicht, wie wir die Opfer trösten können.

Viele von denen, die zum katholischen Glauben übergetreten sind, hören in diesen Tagen von jenen, die diesen Schritt schon vorher nicht verstanden haben: „Haben wir nicht immer davon abgeraten, zur katholischen Kirche zu konvertieren?“  

Doch wenn wir wegen unseres Glaubens gedemütigt werden, sind wir unserem leidenden HERRN nahe, sagte Pfarrer Lankeit weiter.

Ziel der Attacken gegen die Kirche ist es letztendlich, dass wir aufgeben und unseren Glauben verleugnen. So wie die Apostel Jesus verließen, als er am meisten gelitten hat für seine Kirche und das Heil der Welt. Die Strategie des Widersachers ist es, uns zu entmutigen. Aber wenn wir aufgeben und die Kirche verlassen, dann lassen wir auch jene, die trotz allem treu zur Kirche standen, allein in ihrem Leid. Sie wurden bereits von Priestern alleine gelassen, die ihre Berufung missbrauchten.

Deswegen sollten Priester und Ordensleute auch in unserer Zeit unbeirrbar ihre geistliche Kleidung tragen, auch wenn sie deswegen spöttische Blicke oder Bemerkungen zu hören bekommen, sagte der Prediger: „Diese Zurücksetzung sollten wir als Wiedergutmachung aufopfern, so wie Jesus seine Leiden dem himmlischen Vater aufopferte für die Rettung der Seelen.“

Hier der Link zur erwähnten Predigt: https://www.youtube.com/watch?v=cu6W51ER-cI

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin, Schriftstellerin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA.  – Edith Homepage: http://scivias-publisher.blogspot.com/

Gemälde: Evita Gründler


In Pakistan kommen immer mehr Fälle von sexuellem Mißbrauch ans Licht

Der pakistanische Kamillianer-Pater Mushtaq Anjum erklärt gegenüber dem kath. Nachrichtendienst „Fides“:

„Pakistan hat endlich ein Tabu gebrochen, zumindest für den Moment. Man spricht über sexuellen Missbrauch, Gewalt, Vergewaltigung und Mord an tausenden Minderjährigen. Hier ist die Kultur des Schweigens, der „Ehre“ und der Scham noch tief verwurzelt. Angst vor Demütigung hindern die Menschen daran, dieses abscheuliche Handeln anzuprangern.“

„Allerdings“, fährt der Priester fort, „hat der jüngste Fall der kleinen Zenaib Ansari, ein Mädchen aus Kasur in Punjab, das Land buchstäblich schockiert. Das führte zu zahlreichen Protestkundgebungen, bei denen Gerechtigkeit und das Ende der Straflosigkeit gefordert wurden.“

Die Kampagne gegen Kindesmissbrauch unterstützen auch bekannte pakistanische Frauen, die sich in den sozialen Medien mit dem Hashtag #justiceforZainab engagieren. Mit dem Hashtag #MeToo kamen auch in Pakistan viele Fälle von Gewalt ans Licht:

Wie die Schauspielerin Nadia Jamil nun bekannt machte, erlitt sie erstmals im Alter von vier Jahren sexuellen Mißbrauch: „Es wurde mir gesagt, dass ich aus Respekt vor der Ehre meiner Familie nicht darüber reden soll, aber heute schäme ich mich weder für mich noch für meine Kinder. Ich bin eine starke Frau, die das überlebt hat.“

Maheen Khan, eine Modedesignerin aus Pakistan, berichtet, sie sei von ihrem Koranlehrer vergewaltigt worden: „Ich zitterte jeden Tag vor Angst“.

Frieha Altaf, Schauspielerin und Model, teilt mit, dass sie bereits im Alter von sechs Jahren vom Koch der Familie sexuell missbraucht wurde und fügte hinzu, dass „die einzige Schande in solchen Fällen das Schweigen ist“.

In Pakistan wird nur in wenigen Fällen Anklage wegen sexueller Gewalt erstattet. Im Jahr 2016 wurden 4.139 Kindesmißhandlungen offiziell registriert, etwa 11 Fälle pro Tag.

Quelle: Fidesdienst – Foto: IGFM


SPD-Parteitag: Der tiefe Fall betrifft nicht allein den Vorsitzenden Gabriel

Von Peter Helmes

Kritische Beobachter sind fassungslos. Diese Partei ist von Sinnen. Sie hat Sinn und Verstand verloren. 

Dieser Parteitag war der Sargnagel, ein tiefer Fall! Noch tiefer kann die (einst) stolze SPD nicht fallen, sonst steht sie in direkter Nachbarschaft (der Größenordnung nach) von Linkspartei und AfD. Derweil sieht es sowieso schon danach aus, als hätten sich (zu) viele Sozialdemokraten mit der 25-Prozent-Marke arrangiert.

Es sollte diesmal  –  endlich  –  alles anders kommen: peter-helmes-227x300

* Gabriel auf der Woge des Glücks, der Partei neue Ufer verheißend. Nun sitzt er da, mit einer mächtigen Klatsche.
* Gabriel werde die SPD zu neuen Höhen führen, zurück zu ihrer alten Größe und Bedeutung. Sie bleibt aber der Wurmfortsatz der Union.
* In den letzten sechs Jahren habe er die Parteiflügel befriedet, zu einer Partei geformt. Das war und bleibt das Pfeifen im Walde.
* Die eigenen Minister erfolgreich (sagen sie), während die CDU-Kanzlerin stolpere. Es ändert sich aber nichts.
* Und schließlich: Gabriel werde auf dem Parteitag eine Rede halten, die die Delegierten von den Stühlen reißen wird. Die „geneigten Medien“ hatten sich seit Tagen die Finger wundgeschrieben, den Großen Vorsitzenden zu loben und zu preisen, ihn auf eine Höhe mit Angela Merkel zu heben. Sie verhoben sich. Und das war´s dann auch. Die Delegierten spendeten reichlich Applaus, aber es fiel kein einziger Stuhl um.

* Aus der Rede lernen wir: Gabriel kann Abkanzeln  –  ob er aber auch „kanzeln“, also Kanzler sein kann, darf füglich weitergefragt werden. Wer die Koalitionspartnerin regelrecht abkanzelt, aber bei jeder Gelegenheit betont, er stünde Seite an Seite bei der Kanzlerin und ließe sich von niemandem an Koalitionstreue übertreffen, macht das Glaubwürdigkeitsdefizit der SPD erst recht deutlich. Woher Gabriel trotzdem den Mut nimmt, zu behaupten, die SPD könne “aus der Bundestagswahl 2017 als Siegerin hervorgehen“, bleibt Siggis Geheimnis.

Was nun, SPD?

Die Abstrafung des Kanzlerkandidaten

Gabriels Wiederwahl zum SPD-Vorsitzenden mit dem zweitschlechtesten Ergebnis in der Nachkriegsgeschichte (rd. 74 Prozent) gleicht einer Demütigung. Der selbst ernannte Kanzlerkandidat ist von den sozialdemokratischen Delegierten praktisch demontiert worden. Gabriel steht seit 2009 an der Spitze der Partei. Damals hatte er 94,2 Prozent der Stimmen bekommen. Seitdem hatten sich die Resultate kontinuierlich verschlechtert. 2013 hatte er noch 83,6 Prozent errungen.

Gabriel scheint, allen Erwartungen zum Trotz, dort angelangt zu sein, wo Rudolf Scharping auf dem Mannheimer Parteitag 1995 stand, als Oskar Lafontaine den Parteichef wegputschte. Die Chance, sich als Alternativkanzler zu beweisen, hat er vertan. Jetzt bekam er die Quittung. Es ist das alte Problem: Eine Partei braucht eine erkennbare Richtung, Linie, Kurs und Klarheit. Das bietet die SPD nicht. 159481-3x2-teaser296

Die Lehre daraus: Jede Partei braucht Führung, auch eine harte Hand. Einen Moderator an der Spitze braucht sie nicht. Genau diesen Fehler aber hatte Gabriel gemacht. Ja, er gefiel sich sogar in der Rolle des gütigen Vaters in seiner Partei, der die einzelnen Flügel und Grüppchen umarmt.

In einer Partei wie der SPD ist gerade das besonders gefährlich; denn Sozialdemokraten – Sozialisten allemale – stehen nicht immer auf festem Fundament, will heißen, sie sind nicht immer geerdet, sondern neigen zu esoterischen Ausbrüchen, die das Heil der Welt verkünden. So kam die schärfste Kritik an Gabriel von den Jungsozialisten und Linken. Die Juso-Bundesvorsitzende Johanna Uekermann warf der Partei und ihrem Chef vor, keine glaubwürdige Politik zu machen – wobei bei denen „glaubwürdige Politik“ allemal heißt: (ganz) linke. Die SPD müsse Worten Taten folgen lassen. Gabriel wies das mit scharfen Worten zurück.

Und so lautet einer der Kernfragen des Parteitagsergebnisses: Welcher Wähler stimmt für eine Partei, die ihrem eigenen Vorsitzenden nicht zu trauen scheint?  – Immerhin verweigerten ihm ein Viertel aller Delegierten die Zustimmung. Erwartet hatten (stets ungenannte) „Beobachter“ ein Ergebnis von „gewiß 90 Prozent oder mehr“. Das reale Abstimmungsergebnis liegt aber nicht weit von einem Mißtrauensvotum entfernt und gleicht eher einem politischen Selbstmord.

Wie will die SPD mit diesem Ergebnis ihren Anspruch auf das Kanzleramt begründen? Nein, die Zukunftserwartungen dieser Partei erhielten auf diesem Parteitag keinen positiven Schub, schon gar keinen Rückenwind. Guido Westerwelle könnte grüßen: „Willkommen beim „Projekt 18 Prozent“!

Gabriels Aussicht auf das Amt des Kanzlerkandidaten sind nun erkennbar gesunken. Die Chancen für einen zweiten Anlauf von Frank-Walter Steinmeier hingegen gestiegen. Doch egal wer, solche Gedankenspiele bleiben eben „Spielchen“, mehr nicht.

Positionierung  links der Mitte?

Keine Antwort gab Gabriel den Delegierten auf die (allerdings noch unterschwellig behandelte) Frage zur Positionierung der SPD im Parteienspektrum. Hieß es bisher, zumindest seit Gerhard Schröder, „Wahlen werden in der Mitte gewonnen“, so müßte die SPD zunächst einmal definieren, was die Mitte heute ist. be2004_38_551

Auch die CDU hatte immer behauptet, die Mitte zu sein. Doch inzwischen ist der Linksruck in der Union  –  nicht von ungefähr „Sozialdemokratisierung der CDU“ genannt  –  weit vorangeschritten, so weit, daß dort die SPD verdrängt wurde, nicht nur von der Union, sondern auch von den Grünen. Und bei einer Renaissance der FDP stießen die Liberalen auch zu dieser Mitte, genauso wie auch Teile einer wachsenden AfD. Ob die SPD angesichts dieses Szenarios Wahlen sozusagen links von der Mitte gewinnen kann, darf bezweifelt werden.

TTIP: Furcht vor Einknicken der Parteiführung

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussionen auf dem Parteitag waren die Anträge zum Freihandelsabkommen TTIP. Gabriel betonte zu diesem (nicht nur) in der SPD höchst umstrittenen Vorhaben, zunächst gelte es, die Abkommen zu Ende zu verhandeln. Danach entschieden die nationalen Parlamente. Diese hätten dann immer noch die Freiheit, Nein zu sagen. Gabriel wies in seiner Rede zudem die Forderung der Partei-Linken zurück, die Freihandelsgespräche mit den USA und Kanada zu beenden.

Dabei fiel besonders auf, daß der ausgewiesene Parteilinke und stellvertretende SPD-Chef Ralf Stegner ebenfalls um Rückhalt für die Abkommen TTIP und Ceta warb: „Wenn wir die Verhandlungen jetzt abbrechen, wird nichts besser“, warnte er. „Wir müssen aufhören mit der Misstrauenskultur in der SPD.“ –  Wollte er nur Gabriel beispringen? Oder ist er zu einem Atlantiker bekehrt worden, er, der traditionelle Edellinke?

Mit seiner Äußerung dürfte Stegner zwar recht haben, aber die Linken seiner Partei werden weiter murren. Vor allem sie befürchten, daß die SPD-Führung bei den Handelsverträgen der EU mit Nordamerika einknicken könnte. Sie warnten in der Debatte vor einem wachsenden Einfluß großer Konzerne. Diese bekämen zu viel Einfluß. Auch die Verbraucher- und Arbeitnehmerrechte würden ausgehöhlt. Welche Linie die Partei in dieser Frage insgesamt hat, blieb im Unklaren.

SPD-Chef Gabriel mahnte in seiner Rede an, die Partei müsse sich klar zur Regierungsfähigkeit bekennen müsse. „Wir müssen aufpassen, daß wir nicht eine Partei werden, wo die einen rigoros das eine, und die anderen rigoros das andere besprechen. Das ist doch im Kern das, was wir gestern in Teilen erlebt haben.“  – Wenn man regieren wolle, müsse man auch die Bedingungen von Regieren kennen.

Das war Pragmatismus pur und eine Kampfansage an die alten Ideologen der SPD, von denen es immer noch viele gibt, vor allem bei der Jugendorganisation. Das alte Dilemma der sozialistischen „Programm-Partei“ – Theorie statt Pragmatismus.

Trotzdem war der Beschluß des Parteitages (Annahme der Vorstandsvorlage) nur noch eine Formsache. Der mit großer Mehrheit angenommene Beschluß wertet TTIP und CETA als „Chance, die wirtschaftliche Globalisierung politisch zu gestalten“. Ziel sei es, „globale Standards für nachhaltiges Wirtschaften zu setzen“. Beim CETA-Abkommen zwischen der EU und Kanada, das bereits ausverhandelt ist, fordert die SPD aber Nachbesserungen.

Aber in dieser „Formsache“ steckt noch eine Menge Sprengstoff für das Befinden der SPD – will heißen, der nächste Stolperstein für den Vorsitzenden oder die Partei, die somit aus den Nöten nicht rauskommt. Die überstimmte Minderheit wird sich nicht in die Parteidisziplin einbinden lassen. Somit bietet die SPD wieder kein abgerundetes Bild, sondern ein programmatisches Einerseits Anderersets. Das Ungemach geht weiter. Nichts gelernt!

Unser Autor Peter Helmes ist politischer Publizist, ehem. Bundesgeschäftsführer der JUNGEN UNION – und er betreibt die liberal-konservative Webseite www.conservo.wordpress.com