Katholischer Bibelgelehrter widerspricht dem Papst betreff 6. Vaterunser-Bitte

Nach Papst Franziskus Einlassung zur Vaterunser-Übersetzung kocht die Diskussion um den Passus „Und führe uns nicht in Versuchung“ wieder hoch: Wird Gott hier missverstanden? In Frankreich haben die Bischöfe beschlossen, diese Stelle in „Und lass uns nicht in Versuchung geraten“ zu übersetzen.

Der katholische Bibelforscher und Professor an der Ruhr-Universität Bochum, Dr. Thomas Söding, sagt im Gespräch mit dem Kölner Domradio, dass die Diskussion eines aufzeige: das Gebet dürfe nicht einfach „heruntergeleiert“ werden.

„Die Übersetzung ist älter als nur 50 Jahre und es ist die richtige Übersetzung des griechischen Wortlauts, der für uns die älteste Traditionsgestalt ist – das heißt, wenn man daran etwas ändern will, muss man im Grunde an der gesamten Jesus-Tradition des Neuen Testaments etwas ändern“, so Söding. Die Übersetzung aus dem Griechischen sei „sehr genau im Deutschen“.

Man könne leichte Varianten überlegen, aber „Führe uns nicht in Versuchung“ sei präzise. „Es ist auch der lateinischen Bibelübersetzung entsprechend, die an dieser Stelle ebenfalls sehr genau ist. Das heißt, sie ist provokativ, sie ist herausfordernd und genau deswegen reden wir darüber“, fügt der Theologe an.

Quelle und Fortsetzung des Berichtes von RADIO VATIKAN hier: http://de.radiovaticana.va/news/2017/12/08/d_%E2%80%9Ef%C3%BChre_uns_nicht_in_versuchung%E2%80%9C_ist_pr%C3%A4zise_%C3%BCbersetzung/1353652


Neue Bildungsstudie belegt: Bayerische Grundschüler sind Spitze in Deutschland

„Das sehr gute Abschneiden der bayerischen Viertklässler in der heute veröffentlichten Bildungsstudie beweist, dass die bayerischen Antworten auf die aktuellen bildungspolitischen Fragen die richtigen sind“, freut sich Prof. Dr. Waschler, bildungspolitischer Sprecher des CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag.

Die bayerischen Schüler/innen können ihre Spitzenposition, die sie 2011 eindrucksvoll bewiesen haben, in allen Bereichen behaupten. So bleiben die Mädchen und Jungen in Bayern sowohl im Fach Deutsch (Lesen, Zuhören, Rechtschreibung) als auch im Bereich Mathematik insgesamt an der Spitze. 

Bayern erreicht das Ziel „eines hohen Kompetenzniveaus“, heißt es hierzu in dem Bericht des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB). Gleichzeitig stellt die Studie fest, dass die Leistungsunterschiede in Deutsch innerhalb der Klassen im Freistaat geringer sind.

„In Bayern gelingt es also besser als in anderen Teilen Deutschlands, alle Kinder mitzunehmen und individuell zu fördern“, erläutert Prof. Waschler.

Kinder mit ausländischen Wurzeln lernen in Bayern besser

Dies zeigt sich beispielsweise daran, dass Kinder mit Migrationshintergrund zur Spitze im Bereich Orthographie in ihrer jeweiligen Vergleichsgruppe gehören und sogar deutsche Kinder ohne Zuwanderungshintergrund in 14 anderen Bundesländern übertreffen. Dies gilt in ähnlicher Weise für den Bereich Mathematik: Hier belegen Kinder mit zwei im Ausland geborenen Eltern im deutschlandweiten Vergleich Platz 1.

Das differenzierte Modell aus Übergangsklassen, Deutschförderklassen und Deutschförderkursen, die an den bayerischen Grundschulen je nach Bedarf vor Ort eingerichtet und mit entsprechenden Kräften ausgestattet werden, bewährt sich sehr gut.

Im Jahr 2016 stellte der Bayerische Landtag mit seiner CSU-Mehrheit allein für diesen Bereich rund 232 Millionen Euro bereit. Der Erfolg belohnt also die gemeinsamen Anstrengungen.

Auch gelingt es in Bayern besser als anderswo, den Zusammenhang zwischen der Leistung eines Schüler und dem sozialem Status seiner Familie gering zu halten. So sind die bayerischen Werte im Bereich Deutsch-Lesen etwas und im Bereich Mathematik deutlich besser als die deutschlandweiten Werte. Bayern ist zudem das einzige Land, in dem der Zusammenhang von Leistung und sozialem Status in keinem Testbereich weiter anstieg und in Teilen rückläufig ist.

Problemkreise Inklusion und Migration

Insgesamt ist aber der deutschlandweite Trend in den Leistungen von 2011 bis 2016 deutlich negativ. Zwar kann sich auch Bayern dem nicht ganz entziehen, „doch fällt er bei uns nur etwa halb so stark aus wie im Bundesdurchschnitt“, so Waschler.

Und weiter: „Dies zeigt, dass es mit steigender Heterogenität unter den Schülern durch Zuwanderung und Inklusion wachsende Herausforderungen für das Bildungswesen in Deutschland gibt. Es beweist aber auch, dass man diese unterschiedlich gut meistern kann. In Bayern gelingt dies offensichtlich am besten.“

Baden-Württemberg durch Rot-Grün ins Mittelfeld abgesackt

Der Vergleich mit Baden-Württemberg, traditionell im Bildungsbereich auch in der Spitzengruppe, mache dies überdeutlich:

Überhastete und verfehlte Eingriffe der früheren grün-roten Landesregierung hätten dafür gesorgt, dass Bayerns Nachbarland von einem Spitzenplatz insgesamt ins Mittelfeld abgerutscht ist.

Dass die Kritik der SPD-Landtagsfraktion an den Klassengrößen allenfalls ein Oppositionsreflex sei, die aber am Kernproblem vorbeigehe, könne man daran erkennen, dass in Bayern die Klassengrößen seit der letzten Studie gesunken sind und das schlechter abschneidende Baden-Württemberg sogar „im Nachkommabereich kleinere Klassen hat“.

Dr. Waschler nannte die Studie deshalb „ein klares Plädoyer für den Bildungsföderalismus. Gerade weil solche Vergleiche die Stärken verschiedener Modelle zeigen, könnten sich die besseren Lösungen durchsetzen. Bundesdeutscher Zentralismus birgt immer die Gefahr, dass man sich auf niedrigerem Niveau einigt und dort verharrt.“

 


Lina Barouch spricht am 13. Juli in Hamburg über deutsch-hebräische Sprachwelten

Am Donnerstag, den 13. Juli 2017,  hält Lina Barouch einen Vortrag über das Thema: „Zwischen Deutsch und Hebräisch. Über die „Gegensprachen“ von Gershom Scholem, Werner Kraft und Ludwig Strauss“. – Im Anschluß findet ein Gespräch statt.

Zwei Sprachen, zwei kulturelle Identitäten? So einfach ist es nicht. Es gibt ein „Dazwischen“, eine Zone des Unbenennbaren, des Schweigens zwischen den Sprachen. Umso mehr, wenn ein durch Emigration und Vertreibung erzwungener Sprachwechsel hinzukommt – ein heute wieder sehr aktuelles Thema.

Ausgehend von Paul Celans Rede vom „Gegenwort“ hat Lina Barouch mit dem Begriff einer „Gegensprache“ das Schreiben der drei deutsch-jüdischen Autoren Gershom Scholem, Werner Kraft und Ludwig Strauss  im sprachlichen Spannungsfeld zwischen Deutsch und Hebräisch untersucht.

Alle drei waren – wie Scholem 1923 freiwillig oder wie Kraft und Strauss nach 1933 gezwungenermaßen – aus Deutschland ins damalige britische Mandatsgebiet Palästina ausgewandert.

Auf die damit verbundene Sprachkrise antworteten die Schriftsteller und Dichter auf jeweils sehr unterschiedliche Weise mit der einzigartigen Entwicklung einer „Gegensprache“, die dazu verhalf, die Erfahrung der eigenen sprachlichen Marginalisierung im spannungsvollen Verhältnis der zwei Sprachen kreativ zu gestalten. Dabei geht es sowohl um kulturelle Kontaktzonen als auch um Unüberbrückbares zwischen diesen Sprachen.

Lina Barouch ist Literaturwissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt deutsch-jüdische Literatur; sie arbeitet im Franz-Rosenzweig-Minerva-Forschungszentrum für deutsch-jüdische Kultur an der Hebräischen Universität in Jerusalem.

Vortrag und Gespräch am Donnerstag, den 13. Juli 2017, um 20 Uhr

Ort: Jüdischer Salon am Grindel e.V.
Grindelhof 59 in 20146 Hamburg

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin


CDU/CSU-Fraktion: „Die deutsche Sprache ist eine wahre Kunst“

Deutsche Sprache prägend für unsere Identität

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat in dieser Woche eine Initiative auf den Weg gebracht, die deutsche Sprache zu fördern und zu sichern. Der gemeinsame Antrag der Koalitionsfraktionen wird am heutigen Donnerstag besprochen.

Dazu erklärt der kulturpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen:

„Die deutsche Sprache ist prägend für die deutsche Identität und ein zentrales Integrationsmittel unserer Gesellschaft. Sie ist schon seit dem Mittelalter eine der bedeutendsten Literatursprachen Europas und damit nicht nur Mittel zur Verständigung, sondern wahre Kunst.

Mit 500.000 Wörtern des allgemeinen Sprachgebrauchs gehört Deutsch zu den besonders wortreichen Sprachen. Weltweit gibt es etwa 100 Millionen deutsche Muttersprachler, 125 Millionen sprechen bereits Deutsch als Erst- oder Zweitsprache. In Europa ist unsere Sprache auch wirtschaftlich Nummer eins. 63 Millionen Menschen lernen sie derzeit weltweit.

Deutsche Sprache wird in der EU vernachlässigt

Trotz des wirtschaftlichen Einflusses des deutschen Sprachraumes hat Deutsch im täglichen Betrieb der EU nicht dieselbe Bedeutung wie Englisch und Französisch. Die deutsche Sprache ist meist lediglich auf Papier eine der drei Amtssprachen der Europäischen Union und wird im europäischen Politikbetrieb zunehmend verdrängt.

Auch im wissenschaftlichen Bereich besteht die Gefahr, dass die deutsche Sprache weiter an Bedeutung verliert und wichtige deutschsprachige Beiträge nicht ausreichend anerkannt werden.

Deutsch als internationale Sprache fördern

Daher ist es besonders wichtig, weltweit für Mehrsprachigkeit zu werben und Deutsch als internationale Sprache zu fördern sowie den Zugang zur deutschen Sprache und Kultur im Ausland zu erleichtern. Auch im Inland sollte die deutsche Sprache durch gezielte Sprachprogramme unterstützt und eine durchgängige Verwendung der deutschen Sprache gewährleistet werden.

Dies wurde auch im Regierungsprogramm 2013  –  2017 festgehalten, in dem sich die Fraktion dazu bekennt, die Ausdruckskraft der deutschen Sprache zu erhalten und finanziell zu ihrer Förderung im Ausland beizutragen.

Wir begrüßen aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen wie die Entscheidung der Deutschen Bahn, innerhalb ihres Serviceangebots so weit wie möglich auf Anglizismen zu verzichten und stattdessen deutsche Begriffe einzuführen. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung, der außerhalb des politischen Einflussbereiches stattgefunden hat.“

Quelle: CDU/CSU-Bundestagsfraktion


Vortrag am 22. März in Offenburg: Wieviel Alemannisch, wieviel Deutsch braucht das Elsaß?

Einladung zur Vortragsveranstaltung (Eintritt frei)

mit Bénédicte Keck, Sprachlehrerin und Projektleiterin aus Straßburg

Thema: „Zweisprachigkeit in der Europaregion Oberrhein  –  wieviel Alemannisch, wieviel Deutsch braucht das Elsass?“   – mit musikalischer Unterstützung von hiwe und driwe:
· Gunther Lehmann, badischer Liedermacher
· Serge Rieger, elsässischer Liedermacher

Wann: Freitag, den 22. März 2013, 19.30 Uhr

Wo: balladins-SUPERIOR-Hotel (Hotel Palmengarten), Tagungsraum „Straßburg“, Okenstraße 15- 17 in 77652 Offenburg

Veranstalter:
Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS)
– Regionalgruppe 77 (Ortenau) –
Sommerau 24 in 77815 Bühl
E-Post: erich.lienhart@web.de

in Zusammenarbeit mit
Société des amis de la culture bilingue en Alsace
Gesellschaft der Freunde der zweisprachigen Kultur im Elsass, Haguenau


21. Februar: Heute ist Internationaler Tag der Muttersprache

CDU/CSU: „Sprache ist ein gewaltiges Stück Heimat!“

Seit dem Jahr 2000 wird stets am 21. Februar der von der UNO ausgerufene Internationale Tag der Muttersprache gefeiert. Dazu erklärt der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen:

„Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist besorgt darüber, dass die Hälfte der aktuell 6000 Sprachen auf der Welt gefährdet ist. Nach Einschätzung der UNESCO geht alle zwei Wochen eine Sprache verloren. In Deutschland droht 13 Regional- und Minderheitensprachen das Aussterben.

Wir begreifen den Internationalen Tag der Muttersprache daher als Mahnung und Mutmacher, uns weiterhin nachdrücklich für die Pflege der deutschen Sprache und den Erhalt der Minderheitensprachen einzusetzen.

So haben wir 2009 eine Debatte im Deutschen Bundestag zum 10-jährigen Jubiläum des Inkrafttretens der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen initiiert. Vor einem Jahr haben wir einen Kongress zur Deutschen Sprache im Beisein von Nobelpreisträgerin Herta Müller sowie der Opernsängerin und Festspielleiterin Edda Moser durchgeführt.

Die eigene Sprache ist zentrales Element der eigenen kulturellen Identität und der Schlüssel zur Weltaneignung. Sprache ist ein gewaltiges Stück Heimat. Sich auf die Muttersprache zu besinnen und dennoch Fremdsprachen zu beherrschen, ist ein wichtiges Ziel. Deutschland wäre kulturell ärmer ohne seine Regional- und Minderheitensprachen.

Die Liste der Unterstützer der deutschen Sprache muss aber noch länger werden. Die CDU/CSU-Fraktion erwartet von den Bundesländern vermehrte Anstrengungen zur Sprachförderung und Sprachpflege. Initiativen wie die Einführung eines eigenständigen Schulfaches „Plattdeutsch“ in Hamburg weisen in die richtige Richtung. Auch die Medien sind aufgefordert, deutlich mehr Angebote in den Regionalsprachen zu unterbreiten.

Deutsch ist in der EU immer noch keine vollgültige Amtssprache

Nachholbedarf gibt es auch in Brüssel: Obwohl das Deutsche die meistgesprochene Muttersprache in der Europäischen Union ist, steht die vollständige und ausnahmslose Gleichberechtigung des Deutschen als Arbeitssprache in den europäischen Institutionen  noch aus.“

CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
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