Was ein katholischer Priester in Werl beim Einkaufen an der Kasse erlebte

Die katholische Propstei im westfälischen Werl berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe der Pfarrnachrichten (die zweiwöchentlich erscheinen) auf der Titelseite folgendes Ereignis:

„Einer unserer Gemeindepriester schreibt ein Erlebnis in Werl vom Oktober 2017 auf: 

„Ich stelle mich Samstag am frühen Nachmittag nach erfolgtem Einkauf an die Kasse im Lidl/Werl, um zu bezahlen. Bekleidet war ich mit der üblichen priesterlichen Alltagsdienstkleidung, also als Priester erkennbar.

Der Supermarkt war recht gut gefüllt und wenn ich richtig gesehen habe, waren alle Kassen geöffnet. Vor mir waren noch 3 Kunden und hinter mir noch ein weiterer Kunde.

Direkt vor mir war eine Dame, vermutlich (?) Herkunft, mit einem langen, beige-braunen Mantel bekleidet und einem dunkelbraunen Kopftuch.

Sie legte gerade die Ware auf das Kassenband. Plötzlich kam (offensichtlich) der Ehemann dieser Frau dazu. Als er mich sah, begann er, mich in seiner Muttersprache zu beschimpfen. Dass es eine Beschimpfung war, war eindeutig! 

Ich habe darauf in keiner Weise reagiert. Dann aber fasste der besagte Mann an meinem Einkaufswagen und schüttelte/schob selbigen hin und her, während er weiter schimpfte.

Daraufhin fühlte ich mich aufgefordert, zu reagieren und sagte dem Herrn mit normal höflichem Ton, dass er ruhig in deutscher Sprache mit mir sprechen könne, da ich die durchaus verstünde.

Er schaltete direkt um und schimpfte wie folgt: „Du Ungläubiger!“  – „Du Schwein!“  – Sofort wählte ich ohne Kommentar mit dem Handy die Nummer der Polizei, die sich nicht zuständig sah.

Von den Umstehenden hat niemand etwas dazu gesagt.“

HIER geht es zum BUSSGELD-Katalog bei BELEIDIGUNGEN: https://www.bussgeldkatalog.org/beleidigung-im-strassenverkehr/

 

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Buchpräsentation am 15.10. über Paul Lévy: „Die deutsche Sprache in Frankreich“

Einladung zur Buchvorstellung: Paul Lévy: Die deutsche Sprache in Frankreich. – Band 2: Von 1830 bis 1944.

Im Mai 2013 wurde im Elsässischen Kulturzentrum in Straßburg die deutsche Übersetzung des ersten Bandes des Straßburger Germanisten Paul Lévy über die Geschichte der deutschen Sprache und der Deutschen in Frankreich vorgestellt: „La langue allemande en France. Pénétration et diffusion des origines à nos jours“ (1950 – 1952). paullevy

Der Autor Lévy (siehe Foto) war Elsässer jüdischer Herkunft und promovierter Deutschlehrer, der neben diesem Buch eine bis heute maßgebliche Sprachgeschichte für das Elsass und Lothringen verfasst hat.

Der Verlag Harrassowitz (Wiesbaden) hat nun den zweiten Band dieses Buches herausgegeben, der die Jahre 1830 bis 1944 behandelt. Übersetzt und auf der Grundlage neuerer einschlägiger Studien aktualisiert hat ihn wiederum Prof. Dr. Barbara Kaltz (Université de Provence in Aix-en-Provence/Freiburg).

Die Stiftung Deutsche Sprache stellt dieses Buch gemeinsam mit der René Schickele-Gesellschaft (Straßburg) und dem Verlag Harrassowitz am 15. Oktober 2016 um 17 Uhr im Elsässischen Kulturzentrum (5, bd de la Victoire, 67000 Strasbourg) vor.

Zu dieser Veranstaltung, an der Claire und Michel Gaspard, die beiden Enkel des Verfassers, teilnehmen werden, und zu dem anschließenden kleinen Empfang laden wir herzlich ein.

Wir wären dankbar, wenn Sie sich kurz telefonisch, per Fax oder per E-Mail anmelden würden unter: Tel.: 0231-7948520, Fax: 0231-7948521 oder auskunft@stiftungds.de.
 
gez. Prof. Dr. Helmut Glück


Erstmals Israelis bei der Deutsch-Olympiade

Die Internationale Deutsch-Olympiade ist der weltweit größte Wettbewerb zur deutschen Sprache. Er findet alle 2 Jahre in Deutschland statt. Die Olympiade hat das Ziel, junge Menschen im Ausland für die deutsche Sprache zu begeistern und ihnen die Türen zur deutschen Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft zu öffnen.

In Berlin treten die Jugendlichen aus aller Welt in den Wettstreit um die Auszeichnung des besten Deutschlerners in drei Sprachniveaustufen.

Die Initiatoren der IDO sind der Internationale Deutschlehrer-Verband und das Goethe-Institut.

Zum ersten Mal nehmen zwei Israelis an der Internationalen Deutscholympiade teil, die vom 17. bis zum 30. Juli in Berlin ausgetragen wird. Maya Gafni und Tal Barak (siehe Foto) haben sich im April in Haifa im nationalen Vorausscheid deutschgesetzt.

Die Wettbewerbsteilnehmer wurden dabei in den Niveaus A2 (3 Teilnehmer) und B1 (8 Teilnehmer) in getrennten Räumen im Hör- und Leseverstehen geprüft.

Quellen: Goethe-Institut / Botschaft des Staates Israel

Weitere Infos: https://www.goethe.de/de/spr/unt/ver/ido.html


Student, schwarzer Gastwirt und Sängerin Connor sind „Sprachwahrer des Jahres“

Der genderkritische Student Sebastian Zidek von der Technischen Universität Berlin ist Sprachwahrer des Jahres 2015. Das hat die Zeitschrift DEUTSCHE SPRACHWELT anläßlich der Leipziger Buchmesse bekanntgegeben. 

Auf den zweiten Platz kommt der schwarze Wirt Andrew Onuegbu aus Kiel; auf den dritten die Sängerin Sarah Connor. Die „Sprachwahrer des Jahres“ werden hier ausführlich gewürdigt: www.deutsche-sprachwelt.de/sprachwahrer/index.shtml

Die Leser der Zeitung ehrten Sebastian Zideks Einsatz gegen Genderdeutsch. Sie wählten den Studenten mit rund einem Viertel der Stimmen (25,9 Prozent) auf den ersten Platz. Zidek hatte sich geweigert, Binnen-Is, Gender-Sterne oder Unterstriche (StudentInnen, Student*innen, Student_innen) zu verwenden. Als ihm daraufhin schlechtere Noten angedroht wurden, wandte er sich an die Kanzlei der Universität, die ihm recht geben mußte.

Schwarzer Wirt nennt sein Gasthaus „Zum Mohrenkopf“

An zweiter Stelle folgt mit 18,5 Prozent der Wirt und Koch Andrew Onuegbu, weil er sich nicht den Vorgaben „politisch korrekter“ Sprache unterwirft. Der Nigerianer nennt gerade deswegen sein Gasthaus „Zum Mohrenkopf“ (siehe Foto), weil er selbst schwarz ist: http://zum-mohrenkopf.de/das-restaurant/das-team/SONY DSC

Er fände es auch schade, wenn der „Negerkuß“ verschwände. Das Wort „Mohr“ hält er für unbedenklich, sagte er der Schleswig-Holsteinischen Zeitung: „Ich bin Mohr. Ich stehe zu meiner schwarzen Hautfarbe.“

Sarah Connor singt jetzt auf deutsch

Platz drei erringt mit 17,3 Prozent die Sängerin Sarah Connor, weil sie in ihren Liedern von Englisch auf Deutsch wechselte und so nach eigener Aussage „mehr Tiefe“ erreichte. Der Erfolg ihres Albums „Muttersprache“ bestätigt sie.

Seit dem Jahr 2000 wählen die Leser der DEUTSCHEN SPRACHWELT „Sprachwahrer des Jahres“, um vorbildlichen Einsatz für die deutsche Sprache zu würdigen. Die Auszeichnung erhielten bisher beispielsweise Johannes Singhammer (2014), Frank Plasberg (2012), Loriot (2011), Papst Benedikt XVI. (2005) und Reiner Kunze (2002).

Die DEUTSCHE SPRACHWELT ist mit rund 80.000 Lesern die größte deutsche Zeitschrift für Sprachpflege und Sprachpolitik. Sie ist Sprachrohr und Plattform einer ständig wachsenden Bürgerbewegung, die sich um die deutsche Sprache sorgt. Die DEUTSCHE SPRACHWELT tritt für die Erhaltung einer lebendigen deutschen Sprache und für ein neues Sprachbewußtsein ein. Die Druckausgabe erscheint vierteljährlich.

Kontakt-Daten: Deutsche Sprachwelt, Postfach 1449, D-91004 Erlangen, Telefon 09131-480661, Fax 09131-480662
www.deutsche-sprachwelt.de
www.sprachpflege.info
Kostenloses Probe-Exemplar: bestellung@deutsche-sprachwelt.de

Quelle dieser Pressemitteilung: www.deutsche-sprachwelt.de/berichte/pm-2016-03-16.shtml


Israel: Die deutsche Sprache wird als Wahlpflichtfach im Regelunterricht eingeführt

Israelische Schüler sollen bald Deutsch als Wahlpflichtfach im Regelunterricht wählen können. So sieht es eine Absichtserklärung vor, die Israels Bildungsminister Naftali Bennett, der Generalsekretär der Kultusministerkonferenz (KMK), Udo Michallik, und die deutsche Gesandte in Israel, Monika Iwersen, am Mittwoch (8.7.15) in Jerusalem unterzeichnet haben.

Zunächst soll Deutsch an fünf israelischen Schulen ab der neunten Klasse unterrichtet werden.

Außerdem soll die Durchführung von Prüfungen zum Deutschen Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz (DSD) in Israel ausgebaut werden.

FOTO: Bennett, Michallik und die deutsche Gesandte in Israel, Monika Iwersen, unterzeichnen die Erklärung.

KMK-Generalsekretär Udo Michallik sagte anlässlich der Unterzeichnung:

„Es ist eine bemerkenswerte Entwicklung in der Beziehung beider Staaten, dass nun israelische Schülerinnen und Schüler im regulären Schulunterricht die deutsche Sprache erlernen und dabei ein deutsches Diplom erwerben können. Dies zeigt  –  und es ist nicht selbstverständlich  –  wie weit wir in den 50 Jahren des Dialogs und des Austausches seit der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel gekommen sind.“

Schüler der Rabin-High-School in Eilat hatten in einem Pilotprojekt im März bereits zum zweiten Mal an den Prüfungen zum DSD teilgenommen.

Quellen: israelische Botschaft / KMK


Imame sollen in deutscher Sprache predigen

Am heutigen Mittwoch verabschiedet Österreich ein Islamgesetz, das u. a. Anforderungen an die Ausbildungen von Imamen und die Finanzierung von Moscheegemeinden vorsieht.

Dazu erklärt der kirchen- und religionspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Franz Josef Jung:

„Anliegen und Zielrichtung des österreichischen Gesetzes, den Islam durch einen festgesetzten Rahmen mehr in die freiheitliche Gesellschaft einzubinden, sind grundsätzlich richtig, auch wenn ein entsprechendes Gesetz in Deutschland nicht erforderlich ist.  159481-3x2-teaser296

Wenn muslimische Gemeinden unabhängig sind und sich selbständig aufstellen, trägt dies vor allem dazu bei, dass Muslime sich hier zu Hause fühlen und ihren eigenen Weg inmitten unserer Gesellschaft finden können.

Doch ähnlich wie in Österreich müssen wir uns auch in Deutschland fragen, ob es auf Dauer gut ist, wenn Imame aus dem Ausland finanziert und von dort entsandt werden.

Die Bundesregierung hat aber bereits auf diese Frage reagiert: Sie finanziert vier Lehrstühle für islamische Theologie in Deutschland, an denen junge Imame, Männer und Frauen, in deutscher Sprache ausgebildet werden.

Es handelt sich um Studenten, die in Deutschland aufgewachsen sind, hier ihren kulturellen Hintergrund haben und es verstehen, die religiösen Grundsätze mit unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung in Einklang zu bringen. Sie stehen für einen aufgeklärten Islam in ihrer deutschen Heimat. Nun gilt es, dass die muslimischen Gemeinden dieses Angebot annehmen.

Das Predigen auf Deutsch sollte Alltag in jeder Moschee werden. Es trägt nicht nur zur Vertrauensbildung in der Mehrheitsgesellschaft bei, die Moscheen selbst haben ein Interesse daran, da die dritte Generation in Deutschland lebender Muslime die ursprüngliche Gebetssprache häufig nicht mehr richtig spricht.

Die CSU/CSU-Bundestagsfraktion steht daher an der Seite der Muslime, die ihre Religion in Einklang mit allen Errungenschaften unserer freiheitlichen Gesellschaft leben möchten.“


TV-Talk mit Peter Hahne: „Stirbt die deutsche Sprache aus?“

Stirbt die deutsche Sprache aus?  –  Über diese Frage diskutierten am 20. Juli in der Sendung „Peter Hahne“ der Sprachwissenschaftler Prof. Horst Haider-Munske (Erlangen) und der Internetaktivist Sascha Lobo (Berlin). IMG_1061

Einig waren sich die beiden darin, dass sich die Sprache angesichts von „Twitter, Gender und Denglisch“ wandle. Was das für die Gesellschaft bedeutet, darüber gingen die Meinungen jedoch auseinander.

Nach Ansicht von Haider-Munske, der auch dem Verein Deutsche Sprache angehört, ist das Deutsche gefährdet. Dafür seien im Wesentlichen drei Entwicklungen verantwortlich. Zunächst wendeten sich sowohl in der Wirtschaft als auch in der Musikszene viele von der deutschen Sprache ab.

Hinzu komme das Bestreben der Gender-Bewegung, Unterschiede zwischen den Geschlechtern auch sprachlich einzuebnen.

Und schließlich lernten Kinder in den Schulen nicht mehr, richtig deutsch zu schreiben. Es sei kein Fortschritt, dass Jungs und Mädchen an Grundschulen immer häufiger so schreiben dürften, wie sie die Worte hörten. Haider-Munske war zunächst Mitglied der Kommission für die Rechtschreibreform gewesen, hatte diese dann aber verlassen.

Zur Begründung erklärte er, er habe den Eindruck gehabt, dass Leute, die die inneren Regeln der deutschen Sprache nicht verstanden haben, „einfach wild darauf los reformieren wollten“.

Quelle: http://www.idea.de

Foto: Konrad Ruprecht