Die Sieger(innen) des Schulwettbewerbs „Die unglaubliche Lichtmaschine“

Um Jugendlichen auf spielerische Art für Physik und Technik zu begeistern, hatten das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) einen gemeinsamen Schülerwettbewerb initiiert.

Unter dem Motto „Die unglaubliche Licht-Maschine“ waren Schüler aus ganz Deutschland aufgefordert, Videos ihrer selbstgebauten „Incredible Machines“ einzusenden. Die Vielzahl der eingereichten Filme und der Einfallsreichtum der Teams aus 193 Schulen machten es der Jury alles andere als leicht, einen Gewinner zu ermitteln. The_Incredible_Eight_Gruppenfoto_16_9_l

Durchsetzen konnte sich schließlich das Team „The Incredible Eight“ des Luitpold-Gymnasiums aus München – sechs Mädchen und zwei Jungen, die eine wirklich „unglaubliche Licht-Maschine“ gebaut hatten.

Die Aufgabenstellung hatte es in sich: Bei den auch Rube-Goldberg-Maschinen genannten Konstruktionen mussten Gegenstände – etwa Dominosteine, Schalter, Wippen oder andere Objekte – so angeordnet werden, dass sie eine Art Kettenreaktion bilden.

Ein erster Impuls setzt dann die „Maschine“ in Gang. Um sicherzugehen, dass nicht „geschummelt“ wurde, musste das Video den gesamten Ablauf der Kettenreaktion ohne einen einzigen Schnitt zeigen. Und da der Wettbewerb aus Anlass des Internationalen UNO-Jahres des Lichts ausgerufen wurde, sollte außerdem das Thema Licht eine Rolle spielen.

Die Qualität der Videos und der darin gezeigten Kettenreaktionen hat die Erwartungen der Organisatoren weit übertroffen:

„Wir sind hellauf begeistert von den vielen Einsendungen. Dass sich über 800 Schülerinnen und Schüler beteiligen würden, hatten wir angesichts der anspruchsvollen Aufgabenstellung nicht erwartet“, sagt Dr. Volker Kratzenberg-Annies, Leiter der DLR-Nachwuchsförderung:

„Oft wurde da tagelang aufgebaut, getestet und gefilmt. Die technische Qualität und die physikalischen Effekte vieler Beiträge sind beachtlich. Ein großes Kompliment auch an die vielen Lehrkräfte, die ihre Schulteams auf großartige Weise motiviert haben.“

„Die große Resonanz und die Kreativität der Teilnehmer haben uns sehr beeindruckt“, ergänzt Arnulf Quadt, Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit der DPG. „Es ist schön zu sehen, wie junge Menschen sehr erfolgreich in selbstorganisierten Teams arbeiten, ganz so wie es heute in der Physik üblich ist. Ganz besonders freut es uns zu sehen, wie viele verschiedene Bezüge zum Phänomen Licht und Optik im Internationalen Jahr des Lichts hergestellt wurden, einfach toll!“

Die ausgefeilten Aufbauten der „Incredible Machines“ nutzten alle nur erdenklichen Objekte aus Haushalt, Schulinventar oder Baukasten – und in einem Fall sogar eine große Lagerhalle. Dabei überraschten viele Teams mit äußerst originellen Ideen:

Mal bilden unzählige Schulbücher, wie Dominosteine angeordnet, eine Kette quer durchs ganze Schulgebäude, dann wieder bringt eine Zündschnur Wunderkerzen zum Brennen, die das Wort „Licht“ in die Luft schreiben. Neben technischen Fähigkeiten und einem geschickten Einsatz physikalischer Effekte waren bei dem Wettbewerb ebenso Ausdauer und Ehrgeiz gefragt: Immer wieder musste optimiert werden, und manchmal klappte der Ablauf erst nach dem 100. Versuch.

Das Sieger-Team aus München wird am 20. September 2015 zum Tag der Luft- und Raumfahrt ins DLR nach Köln und am 22. September 2015 zur DPG-Wissenschaftsshow „Highlights der Physik“ nach Jena eingeladen.

Außerdem erhalten alle Teams, die es unter die Top-Ten geschafft haben, ein großes Überraschungspaket. Die anderen Teams erhalten nach den Sommerferien per Post ein kleines Dankeschön für die Teilnahme.

Den vollständigen Artikel mit Video finden Sie hier: http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-14368/year-all


Galileo-Satellitenflotte wächst: Auch „Adam“ und „Anastasia“ sind ins Weltall gestartet

Am 27. März 2015 sind um 22.46 Uhr mitteleuropäischer Zeit (18.46 Uhr Ortszeit) die neuen Galileo-Satelliten „Adam“ und „Anastasia“ mit einer russischen Sojus-Rakete vom Raumfahrtzentrum Kourou in Französisch-Guyana ins All gestartet.

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Nach einem drei Stunden und 48 Minuten dauernden Flug wurden sie auf ihrem Zielorbit in der mittleren Erdumlaufbahn ausgesetzt. Damit ist die Flotte des europäischen Satellitennavigationssystems, an dem auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt ist, von sechs auf acht Satelliten angewachsen.

Nachdem „Adam“ und „Anastasia“ ihren Zielorbit erreicht hatten, entfalteten sich planmäßig die Solarpaneele, die die Satelliten mit Energie versorgen. In 23.222 Kilometern Höhe kreisen „Adam“ und „Anastasia“ nun um die Erde, die sie in etwa 14 Stunden einmal umrunden. Dabei senden sie hochpräzise Navigationssignale aus, die weltweit empfangen werden können.

Benannt wurden auch diese Satelliten nach den Kindern, die im Jahr 2011 den Galileo-Malwettbewerb der Europäischen Kommission gewonnen hatten.

„Nach dem Fehleinschuss der beiden Galileo-Satelliten im letzten Jahr ist der erfolgreiche Start der Satelliten sieben und acht ein wichtiges Signal für den weiteren Aufbau von Galileo“, betont René Kleeßen, Galileo-Programm-Manager beim Raumfahrtmanagement des DLR.

„In der weiteren Planung für 2015 sind noch zwei weitere Starts im September und Dezember vorgesehen. Setzt sich der Aufbau des Systems so fort, plant die Europäische Kommission im Jahr 2016, eine offizielle Erklärung zu den ersten Galileo-Diensten abzugeben.“

30 Satelliten sollen jeden Punkt auf der Erde mit Navigationssignalen abdecken Insgesamt 30 Satelliten soll die Flotte des europäischen Navigationssystems bei Erreichen der vollen Funktionsfähigkeit im Jahr 2020 umfassen.

Galileo wird dann Ortungs- und Navigationsdienstleistungen in bisher nicht erreichter Präzision ermöglichen. Mindestens vier Satelliten decken dann rund um die Uhr jeden Punkt der Erde mit Signalen ab.

Das Satellitensystem soll insgesamt vier Dienste anbieten: Einen offenen Dienst mit einer Genauigkeit bis zu vier Metern, einen kommerziellen Dienst mit höherer Genauigkeit von bis zu einem Meter, einen Dienst mit verschlüsselten und zuverlässigen Signalen – beispielsweise für Behörden – sowie einen Such- und Rettungsdienst.

Galileo macht Europa aber auch unabhängig von den militärisch genutzten Diensten GPS (USA), GLONASS (Russland) sowie Beidou (China) und garantiert damit, dass die Navigationsdaten jederzeit zur Verfügung stehen.

Quelle (Text/Foto) und vollständiger Artikel hier: http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-13214/year-all/#/gallery/19053