AfD will Ausbau-Stopp von Windkrafträdern

Anfang des Jahres veröffentlichte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) eine Studie über das Insektensterben an Windkraftanlagen (WKA). In einem eigenen Positionspapier zur Studie äußert der Bundesverband WindEnergie (BWE), dass der Einfluss der Windkraft auf die Insektenpopulationen zu vernachlässigen sei.

Dazu erklärt der AfD-Bundestagsabgeordnete Andreas Bleck, Mitglied im Umweltausschuß des Deutschen Bundestages:

„Nicht unerwartet werden die Ergebnisse der DLR-Studie vom BWE für unbedeutend erklärt. Anstatt weitere unabhängige Studien für wissenschaftliche Erkenntnisse zu befürworten, wird die ökologische Pionierstudie des DLR malträtiert und verzweifelt versucht die Energiewende schön zu reden.

Auf groteske Weise schiebt der BWE der Landwirtschaft einseitig den Schwarzen Peter zu. Dabei liegt es auf der Hand, dass sowohl der Ausbau von Windkraftanlagen als auch der flächendeckende Anbau von Energiepflanzen-Monokulturen im Rahmen des Klimaschutzes maßgeblich für die Zerstörung natürlicher Lebensräume mitverantwortlich sind und dadurch Insektenpopulationen in ihren Lebensgrundlagen einschränken.

Zu allem Überfluss profitieren die Akteure der Energiewende von der planwirtschaftlichen EEG-Umlage, mit der der deutsche Strompreis zulasten der Verbraucher immer weiter erhöht wird. Wir hingegen setzen uns für eine intensive Forschung zu den ökologischen Auswirkungen von Windkraftanlagen auf Mensch wie Natur ein und fordern, solange ökologische Studien fehlen, einen Ausbaustopp der Windenergie.“

 


Deutsch-russische Zusammenarbeit bei der Tierbeobachtung aus dem Weltall

ICARUS-Antenne ist auf dem Weg zur Internationalen Raumstation

Aufatmen und Freude am Kosmodrom im kasachischen Baikonur, im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn und im Max-Planck-Institut für Ornithologie (MPIO) in Radolfzell am Bodensee:

Eine russische Sojus 2-1A-Rakete ist am 13. Februar 2018 um 9.13 mitteleuropäischer Zeit (MEZ, 14.13 Uhr Ortszeit) mit der Antenne für das deutsch-russische Kooperationsprojekt ICARUS an Bord zur Internationalen Raumstation aufgebrochen und soll die ISS am 15. Februar 2018 um 11.45 Uhr MEZ erreichen. Der Computer war bereits am 14. Oktober 2017 mit einer Sojus-Rakete zur ISS transportiert worden.

BILD: Die ICARUS-Antenne flog als Nutzlast einer Sojus-Rakete am 13. Februar 2018 vom russischen Weltraumbahnhof in Baikonur zur Internationalen Raumstation ISS. Das Foto zeigt die aufgerichtete Rakete zwei Tage vor dem Start.

ICARUS möchte globale Wanderbewegungen von Tieren erforschen – im Fokus sind zunächst Kleintiere wie Vögel, Fledermäuse oder Flughunde. Winzige, weniger als fünf Gramm leichte, an den Tieren angebrachte Sender – sogenannte Tags – sammeln Informationen über deren Wanderverhalten und funken sie zur ISS.

„Eingetragen in eine Datenbank sollen sie dabei helfen, Tiere zu schützen, unser Klima und die Ausbreitung von Krankheiten besser zu verstehen sowie nachhaltigere Landwirtschaft zu betreiben“, verdeutlicht DLR-Projektleiter Weppler den Zweck. Denn Tiere reagieren – im Gegensatz zum Menschen – oftmals viel früher und sensibler auf Umweltveränderungen.

Im April soll der ICARUS-Computer in der ISS in Betrieb genommen werden. Funktioniert dieser wie erwartet, ist für den 8. August 2018 ein Außenbordeinsatz der Kosmonauten Oleg Artemjew und Sergei Prokopjew zur Installation der Antenne am Swesda-Modul geplant.

Prokopjew soll im Juni mit dem deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst zur Internationalen Raumstation fliegen. Der Antennenblock besteht aus drei bis zu zwei Meter langen Empfangs- und einer Sendeantenne. Die Empfangsantennen können weltweit die Daten von mehr als 15 Millionen Sendern empfangen, die sich irgendwo auf der Erde bewegen. Auf der Erde sammeln die an den Tieren befestigten Tags Informationen über das Tierverhalten.

Quelle (Text/Foto) und FORTSETZUNG der Meldung hier: http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-26038/year-all/#/gallery/29728


Im Schatten des Mondes: Am 21. August totale Sonnenfinsternis in den USA

Am 21. August 2017 ist eine totale Sonnenfinsternis (SoFi) in den USA. Der kegelförmige Mondschatten rast dabei – erstmals seit fast 100 Jahren – von der West- an die Ostküste durch 14 Bundesstaaten, von Salem (Oregon) bis nach Charleston (South Carolina).

Die „SoFi“ macht auf einem rund 100 Kilometer schmalen Streifen für maximal zwei Minuten und 40 Sekunden den Tag zur Nacht. 

In den übrigen USA, in Kanada, Grönland und Mittelamerika sowie in Teilen Südamerikas wird die Sonne nur partiell durch die Mondscheibe verdeckt – ebenso in Westeuropa, wo sich von Oslo über London, Santiago de Compostela und die Kanareninsel La Palma kurz vor Sonnenuntergang mitteleuropäischer Zeit bei klarem Himmel eine teilweise Sonnenfinsternis verfolgen lässt.

Die nächste totale Sonnenfinsternis verläuft am 2. Juli 2019 über dem südlichen Pazifik und Südamerika, die nächste in Europa (Island und Spanien) ist erst am 12. August 2026.

Eine totale Sonnenfinsternis ist für Beobachter spektakulär: „Etwa 30 Sekunden, bevor die Sonne ganz hinter der Mondscheibe verschwindet, wird es mitten am Tag merklich dunkler, als habe jemand heftig am Dimmer einer Lampe gedreht“, erläutert Dr. Manfred Gaida, Astrophysiker des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn, das Phänomen. 

Der Mond schiebt sich vor die Sonne, bis nur noch ein leuchtender Strahlenkranz, die Korona, zu erkennen ist. Dort, wo sein kegelförmiger Kernschatten die Erde trifft, verdunkelt sich der Himmel.

Etwa 75 bis 90 Minuten vorher beginnen die partiellen Phasen der Verfinsterung. Ebenso lang dauert es nach der Finsternis, bis die „Rundumdämmerung“ wieder vollkommen verschwunden ist.

BILD: Planetarium in Oberhausen

Sonnenfinsternisse kommen in drei Arten vor: partiell, ringförmig und total – und im seltenen Fall als eine Kombination von ringförmig und total. Dabei ist die jeweilige Konstellation von Erde, Mond und Sonne entscheidend.

Manfred Gaida: „Je weiter der Mond von der Erde entfernt ist und je näher die Sonne zur Erde steht, desto eher kommt es zu einer ringförmigen SoFi. Ist der Mond der Erde jedoch relativ nahe und die Sonne relativ fern, so wie jetzt, ist die Wahrscheinlichkeit für eine totale Sonnenfinsternis groß.

Eine Rolle spielt auch, wo die Sonnenfinsternis auf der Erdoberfläche stattfindet. In den Polarregionen sind partielle Verfinsterungen die häufigsten.“

Die letzte von Deutschland aus beobachtbare totale Sonnenfinsternis war am 11. August 1999. „Genau 18 Jahre, zehn Tage und acht Stunden später findet nun am 21. August 2017 ihre so genannte ‚Tochterfinsternis‘ im Saroszyklus Nr. 145 statt“, erklärt DLR-Wissenschaftler Gaida und ergänzt:

„Weil sich in acht Stunden Zeitunterschied die Erde um circa 120 Grad in geographischer Länge weiter von West nach Ost gedreht hat, verläuft der Totalitätsstreifen jetzt über dem nordamerikanischen Kontinent.“

Eine totale Sonnenfinsternis läuft in vier Phasen ab. Zum Schutz der Augen muss mit Ausnahme der kurzen Dauer der totalen Verfinsterung unbedingt eine spezielle SoFi-Brille mit geprüftem Schutzfilter getragen werden. Wer ohne Brille in die Sonne schaut, riskiert gravierende Augenschäden bis hin zur Erblindung.

1. Kontakt: Der Neumond berührt scheinbar die Sonne und es schließt sich die partielle Phase an. Brille auf!
2. Kontakt: Die totale Verfinsterung beginnt und die Sonnenkorona leuchtet auf. Brille ab!
3. Kontakt: Die totale Phase endet und wechselt wieder zur partiellen. Brille wieder auf!
4. Kontakt: Neumond- und Sonnenscheibe berühren sich an einem gemeinsamen letzten Randpunkt und trennen sich dann. Brille weiterhin auf!

Vollständiger Artikel mit Bildern und Videos hier: http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-23742/year-all/#/gallery/27930  


Satellitenmission: Bewerbungsstart für bundesweiten Schülerwettbewerb StratoSAT

Jugend-Teams realisieren eigene „Mini-Satelliten-Missionen“

Der bundesweit ausgeschriebene Schülerwettbewerb StratoSAT ist eröffnet: Seit dem 24. November 2016 können Schülerteams ab 14 Jahren spannende Vorschläge zur Erforschung der Atmosphäre oder zur Fernerkundung der Erdoberfläche für ihre eigene „Mini-Satellitenmission“ bis zum 31. Januar 2017 bei der Ludwig-Maximilians-Universität in München einreichen. stratosatballons_sn_l

Insgesamt werden aus den Bewerbungen zehn Teams für den Wettbewerb ausgewählt.

Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen konnten sich kürzlich rund 150 interessierte Schüler/innen, Lehrkräfte und Vertreter aus Politik und Industrie über das Schul- und Jugendprojekt „SatTec“ informieren (siehe Foto).

Zudem konnten sie an einem Vortrag zum Thema „Forschung mit Stratosphärenballons“ sowie an einer Führung durch das Galileo- und Raumfahrtkontrollzentrum teilnehmen.

Stratosphärenballons tragen Schüler-Sonden bis in 30 km Höhe

„Die Schülerteams haben die Möglichkeit, ihre erste eigene Quasi-Satellitenmission auf die Beine zu stellen: Diese reicht von der Planung, Bau und Tests der selbstentwickelten wissenschaftlichen Nutzlast, dem Ballonstart und -flug bis hin zur Auswertung der Daten“, berichtet Tobias Schüttler, SatTec-Projektleiter der LMU München.

Zunächst müssen die Schüler ihr Exposé mit Experimentiervorschlag und Projektplanung einreichen. Im Laufe des Wettbewerbs konstruieren, bauen und erproben die Teams dann eine eigene wissenschaftliche Nutzlast – den sogenannten „StratoSAT“ – die an einem Stratosphärenballon in etwa 30 Kilometer Höhe aufsteigen soll und dabei Daten zur Erforschung der Atmosphäre oder zur Fernerkundung der Erdoberfläche aufnimmt.

Jedes Team erhält für seine Mission ein Stratosphärenballon-Set, das neben dem Ballon selbst einen GPS-GSM-Tracker zur Bergung der Sonde, Akkus, Batterien, eine Styroporbox zum Schutz der Sonde, einen Fallschirm für den sicheren Abstieg sowie einen Datenlogger zur Messung von atmosphärischen Daten wie Luftdruck und Temperatur beinhaltet.

Quelle und vollständiger Artikel mit Bildern unter: http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-20179/year-all/#/gallery/25108


In 2 Sek. zum 3D-Modell: Schnelle Hilfe für Einsatzkräfte bei Katastrophen

Erdbeben, Hangrutschungen, Tsunamis und andere Katastrophen können die Gestalt der Erdoberfläche jäh verändern. Im Einsatzfall benötigen Rettungskräfte und Behörden dann möglichst schnell aktuelle und präzise Lageinformationen. Vabene_Muenchen_l

Mit Hilfe eines optischen Kamerasystems kann das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) binnen Sekunden aktuelle hochauflösende 3D-Geländemodelle liefern – direkt vom Flugzeug oder Hubschrauber aus.

BILD: Das Gesamthöhenmodell der Münchener Innenstadt setzt sich wie ein Mosaik aus insgesamt 93 Echtzeit-Bildpaaren zusammen, die jeweils ein 3D-Höhenmodell bilden. 

Noch während eines Überflugs erhalten die Einsatzkräfte damit dreidimensionale Lagebilder der betroffenen Regionen, wichtig etwa bei Hangrutschungen oder Sturmkatastrophen: Schäden an Gebäuden, Straßen und Brücken lassen sich umgehend beurteilen. Auch für die Verkehrsbeobachtung oder für die Weiterverarbeitung etwa zu Hochwasserkarten eignen sich die Daten.

Die Leistungsfähigkeit des Kamerasystems wurde im Rahmen des Projekts VABENE++ (Verkehrsmanagement bei Großereignissen und Katastrophen) nun unter Beweis gestellt.

Als Testgebiete wählten die Wissenschaftler die Innenstadt von München sowie das alpine Gebiet um Schloss Neuschwanstein. Schneller, einfacher, kostengünstiger Bislang waren erhebliche Rechnerkapazitäten notwendig, um Höhenmodelle in Echtzeit zu erstellen.

Nun kann ohne aufwändige Infrastruktur und in gerade einmal 1,8 Sekunden ein Geländemodell mit einer Auflösung von 50 Zentimeter erzeugt werden – mit dem „3K“- und „4k“-Kamerasystem des DLR-Instituts für Methodik der Fernerkundung, welches für den Einsatz im Flugzeug bzw. Hubschrauber entwickelt wurde.

Quelle (Text/Foto) und vollständiger Artikel mit weiteren Bildern: http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-18927/year-all//usetemplate-print/


EDEN-ISS: Gemüseanbau in der Antarktis

Mit einem ersten Workshop in niederländischen Gewächshäusern ist für Paul Zabel seine eigentliche Mission gerade wieder etwas näher gerückt:

Der Ingenieur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wird ab Dezember 2017 an der Neumayer-Station III in der Antarktis ein Jahr lang in einem eigens konstruierten Container Salat, Gurken, Kräuter und Tomaten ziehen – und hat dafür zunächst einmal gelernt, wie man Pflanzen pflegt, erntet und vermisst. EDEN_Innen_l

Mit dem Projekt EDEN ISS wollen die Wissenschaftler so dicht wie möglich an eine Langzeitmission ins Weltall herankommen: ein isolierter Standort, eine kleine Crew, die in der Abgeschiedenheit zusammenlebt, und eine Versorgungslage, in der frisches Obst und Gemüse auf dem Speiseplan sehr willkommen sind.

Dafür wird aus dem Ingenieur zumindest teilweise ein Bauer, der täglich 300 Meter bis zu seinem Container-Gewächshaus stapft, um dort mit künstlichem Licht und effektiven Nährstofflösungen  –  dafür allerdings ohne Erde  –  Lebensmittel zu ziehen.

To-Do-Listen für die Südpol-Reise

Schon alleine die Anreise wird bedeutend umständlicher sein als der übliche Weg ins DLR-Institut für Raumfahrtsysteme in Bremen:

Der 28-Jährige wird zunächst nach Kapstadt fliegen, von dort aus mit einem russischen Transportflugzeug zu einer russischen Antarktisstation weiterfliegen und anschließend mit einem kleineren Flugzeug zur Station des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) reisen. Dauer: je nach Wetterlage.

Schon jetzt macht sich der DLR-Ingenieur die ersten Gedanken, was er denn auf die Reise mitnehmen muss.  –  Großes Gepäck wird mit dem AWI-Schiff Polarstern in Alukisten transportiert, die warmen Wintersachen für die Ankunft reisen im Kleidersack mit Paul Zabel mit.

Vorbereitungen für die Generalprobe im Eis

Im EDEN-Labor des DLR-Instituts wird bereits derzeit erforscht, unter welchen künstlichen Bedingungen Salate oder Gurken am besten gedeihen und natürlich auch schmecken. Das Jahr in der Antarktis soll die erste Generalprobe sein, ob die getesteten Systeme auch unter realen, harschen Bedingungen funktionieren.

„Unser Ziel ist es, auf möglichst kleinem Volumen möglichst viel zu produzieren“, betont der EDEN ISS-Projektleiter. Die Ausrüstung dafür soll im Herbst 2016 in die Container eingebaut werden. Diese sind dann bereits an den Einsatz als Gewächshaus angepasst, haben eine spezielle Isolierung, Zwischenböden, Fenster und Türe.

Die DLR-Ingenieure integrieren zudem noch ihre Subsysteme, die beispielsweise die Pflanzen in Experimentschränken mit Licht und Luft versorgen. Technik wird auch dafür sorgen, dass die Wurzeln regelmäßig mit einer Nährstofflösung besprüht werden. Bis Oktober 2017 wird das mobile Gewächshaus noch in Deutschland getestet, dann reist es per Schiff in die Antarktis.

Quelle und vollständiger Artikel mit Bildern hier: http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-17896/year-all/#/gallery/23042


Satellit „Eu:CROPIS“ wird zwei Gewächshäuser für Mars und Mond betreiben

Die Umsetzung einer Weltraummission ist wie ein Rennen in Etappen – nur wenn erste Modelle eines Satelliten erfolgreich getestet wurden, fällt der Startschuss für den Bau des eigentlichen Flugmodells.

Für den Satelliten Eu:CROPIS des Deutschen Eu:CROPISZentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), der zwei Gewächshäuser im All unter Mond- und Marsbedingungen betreiben wird, ist dieser nächste Meilenstein nun erreicht: Der Bau des Flugmodells kann beginnen.

Die Ziellinie liegt dabei bereits fest – in der zweiten Jahreshälfte 2017 sollen der Satellit und seine wissenschaftliche Nutzlast mit der Falcon 9 von Space-X in Richtung All starten.

„Bis Frühjahr 2017 werden wir im DLR Bremen das Flugmodell bauen und ausgiebig für den Flug testen“, erläutert Ingenieur Hartmut Müller, Projektleiter für den Bau des Satelliten am DLR-Institut für Raumfahrtsysteme.

Mikroorganismen und Augentierchen als Helfer

Der Satellit Eu:CROPIS soll während seiner Mission in 600 Kilometern Höhe rotieren und dabei in seinem Inneren für sechs Monate zunächst die Schwerkraft von Mond und anschließend sechs Monate lang Mars-Gravitation erzeugen. Dabei sollen Tomatensamen unter den überwachenden Augen von 16 Kameras keimen und kleine Weltraum-Tomaten entwickeln.

Die entscheidenden Helfer, die dies ermöglichen, fliegen mit ins All: Zum einen wird ein ganzes Konsortium von Mikroorganismen in einem Rieselfilter dafür sorgen, dass aus künstlichem Urin ein bekömmlicher Dünger für die Tomaten entsteht, zum anderen sind Augentierchen – der Einzeller Euglena – mit an Bord, um das geschlossene System zusätzlich vor überschüssigem Ammoniak zu schützen und zudem Sauerstoff zu liefern.

LED-Licht wird für Augentierchen und Tomatensamen einen Tag- und Nachtrhythmus liefern, ein Drucktank für irdische Atmosphäre sorgen.

Tomaten für die Astronauten-Crew Eu:CROPIS

„Wir simulieren und testen letztendlich Gewächshäuser, die auf Mond oder Mars im Inneren eines Habitats stehen könnten und für eine Crew vor Ort frische Lebensmittel liefern, indem sie in einem geschlossenen System Abfälle kontrolliert in Dünger umwandeln“, sagt DLR-Biologe Dr. Jens Hauslage, der die Mission wissenschaftlich leitet. In einem Mondhabitat zum Beispiel wäre das Gewächshaus im Inneren – dort, wo auch die Astronauten sich in einer erdähnlichen Atmosphäre aufhalten.

Einer der Abfälle, die mit großer Regelmäßigkeit entstehen würde: der Urin der Astronauten. Anpassen müssten sich die Pflanzen dabei an die verminderte Schwerkraft – auf dem Mond herrscht etwa ein Sechstel der Erdanziehungskraft, auf dem Mars etwas ein Drittel.

„Ein Komposthaufen zum Recycling wäre aber nicht kontrollierbar für eine Raumstation oder ein Habitat – deshalb verwenden wir unseren Rieselfilter C.R.O.P., der wie normaler Boden funktioniert, allerdings unter kontrollierten Bedingungen.“

Bevor Eu:CROPIS auf die Reise geschickt wird, werden die Lavasteine des Rieselfilters deshalb zunächst mit getrockneter Erde „infiziert“. Durch diese Impfung ziehen verschiedene Organismen in die löchrige, große Oberfläche der Lavasteine ein und nutzen diese als Habitat. Im All wird dann alle zwei, drei Tage künstlicher Urin versetzt mit Wasser über dieses Habitat rieseln, in dem ein wahrer Wettbewerb der Mikroorganismen um diese Nahrung entsteht. Das schädliche Ammoniak wird dabei über Nitrit zu Nitrat abgebaut und als Dünger zu den Tomatensamen geleitet.

Quelle und Fortsetzung des Artikels mit Bildern: http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-17874/year-all/#/gallery/23027