Abstände zwischen Meinung und Wirklichkeit

Die eigene Einschätzung einer bestimmten Situation/Sachlage und die wirklichen Fakten sind nicht immer deckungsgleich. Das zeigt auch diese Übersichtsgrafik von „Statista“.

Besonders auffallend ist die Kluft zwischen Meinung und Wirklichkeit bei folgenden Punkten:

Es gibt weitaus weniger Teenagermütter als geglaubt. Auch die Häufigkeit der Diabetes-Erkrankung wird stark überschätzt. Weitaus weniger Deutsche sind bei Facebook als vermutet. Gottlob glauben mehr Deutsche an Gott (wenngleich mit 45% immer noch viel zu wenig), als sich die Befragten vorstellten.Quelle: https://de.statista.com/infografik/12150/wie-die-deutschen-ihr-land-einschaetzen-2017/


Israelische Studie über den individuellen Zusammenhang von Nahrung und Diabetes

Welches Nahrungsmittel treibt den Blutzuckerspiegel eher in die Höhe: Sushi oder Eis?  – Nach einer Studie des israelischen Weizmann-Instituts variiert die Antwort von Person zu Person.

Die Studie, welche am 19. November im Magazin „Cell“ veröffentlicht wurde, hat den Blutzuckerspiegel von 800 Menschen eine Woche lang konstant überprüft. Dabei kam heraus, dass die körperliche Reaktion auf Nahrungsmittel hochgradig individuell war.  CIMG0769

Professor Eran Segal, einer der Autoren der Studie, sagte: „Wir haben und entschieden, uns auf den Blutzucker zu konzentrieren, weil erhöhte Blutzuckerwerte einen entscheidenden Risikofaktor für Diabetes, Fettleibigkeit und das Metabolische Syndrom darstellen. Die großen Unterschiede, die wir bei den Blutzuckerwerten von Menschen, die die gleichen Mahlzeiten zu sich nahmen, feststellten, macht deutlich, weswegen ein personalisiertes Essverhalten Menschen eher dabei helfen kann, gesund zu bleiben, als allgemeingültige Diätempfehlungen.“

Tatsächlich fanden die Forscher heraus, dass verschiedene Menschen auf sehr unterschiedliche Weise auf einfache sowie komplexe Mahlzeiten reagierten. Bei einem großen Teil der Studienteilnehmer stieg beispielsweise der Blutzuckerwert, nachdem sie eine Standard-Mahlzeit mit Glukose zu sich genommen hatten. Bei vielen anderen hingegen stieg der Blutzuckerwert stark an, nachdem sie Weißbrot gegessen hatten – nicht aber nach Glukose.

Die Studienteilnehmer wurden mit kleinen Monitoren ausgestattet, die ständig ihr Blutzuckerlevel maßen. Außerdem sollten die Teilnehmer alles dokumentieren, was sie aßen, und auch Lebensstil-faktoren wie Schlaf und körperliche Aktivitäten vermerken.

Auf Grundlage dieser Faktoren entwickelten die Forscher einen Algorithmus, der die individuelle Reaktion auf Nahrungsmittel für jede Person vorhersagen sollte. In einem letzten Schritt entwarfen die Wissenschaftler Diätempfehlungen, die sich an dem jeweiligen Algorithmus orientierten.

Quellen: Israelische Botschaft, Weizmann-Institut


Große Studie: Nüsse sind sehr gesund und verlängern unser Leben

In einer am 20. November 2013 im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie haben Forscher den Zusammenhang zwischen Nußkonsum und Sterblichkeit untersucht.

Es haben 76.464 weibliche Probanden an der Nurses‘ Health Studie und 42.298 männliche Probanden an der Follow-up Studie Health Professionals teilgenommen. Der Verzehr von Nüssen steht nach den Ergebnissen der Studie in einem umgekehrt proportionalen Zusammenhang mit der Sterblichkeit von Männern und Frauen unabhängig von der Todesursache. Scan-4

Darüber hinaus weist die Studie auf eine verminderte Sterblichkeit bei Atemwegserkrankungen, Krebserkrankungen und Herzerkrankungen hin.

Nüsse verringern Sterblichkeitsrisiko

Die Studie ist die bisher größte Studie zum Thema Nussverzehr und reduziertes Sterblichkeitsrisiko. Die Ergebnisse sind nach Dr. med. Charles Fuchs, Fachbereich Onkologie, und MA Dana-Farber vom Cancer Institute in Boston im Einklang mit früheren Studien.

„Die Ergebnisse aus unserer Studie und die Ergebnisse anderer Studien deuten auf einen potentiellen Nutzen des Nussverzehrs für die Förderung der Gesundheit und Langlebigkeit hin“, erklärt Dr. med. Fuchs.

Nüsse enthalten wichtige Nährstoffe wie ungesättigte Fettsäuren, hochwertiges Eiweiß, Vitamine (z. B. Vitamin E, Folsäure und Niacin), Mineralien (z. B. Magnesium, Kalzium und Kalium) und sekundäre Pflanzenstoffe, die alle Herz schützende, entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften besitzen.

Vorbeugung vor Diabetes und Herzkrankheiten

Frühere Studien deuten ebenfalls auf den möglichen Schutz von Nüssen vor Krankheit hin; sie legen nahe, dass ein gemäßigter Verzehr z.B. von Pistazien einen gesunden Blutzuckerspiegel unterstützt.

Zusätzlich erkennt die US-amerikanische Food und Drug Administration (FDA) an, dass 1,5 Unzen (ca. 42,5 Gramm) der meisten Nüsse als Ergänzung zu einer Ernährung mit einem niedrigen Gehalt an gesättigten Fettsäuren und Cholesterin, das Risiko von Herzerkrankungen senken kann.

Bezüglich der Gewichtskontrolle deuten neuere Forschungen darauf hin, dass die Öffnung der Pistazienschale dabei hilft, den Essensprozess zu verlangsamen. Diese Verlangsamung führt möglicherweise wieder zu einem geringeren Kalorienverbrauch im Vergleich zu dem Verzehr von bereits geschälten Pistazien.

Auch wenn von den Probanden bei der Bereitstellung von ungeschälten Nüssen weniger Kalorien konsumiert wurden als bei der Bereitstellung von bereits geschälten Nüssen, gab es keinen Unterschied in der Zufriedenheit.

„Pistazien enthalten überwiegend ungesättigte Fettsäuren, die vorteilhaft für die Vorbeugung von Herzkrankheiten sind“, sagt Ernährungsmedizinerin Dr. med. Ursula Hildebrandt vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin an der Deutschen Sporthochschule in Köln.

Die Studie wurde vom National Institutes of Health (NIH) und mit zusätzlicher Unterstützung von der Nutrition Research & Education Foundation International Tree Nut Council (INC NREF) finanziert. Das National Institute of Health besteht aus 27 verschiedenen Instituten und Zentren. Jedes Institut bzw. Zentrum hat einen spezifischen Forschungsschwerpunkt. Bis auf drei Institute werden alle vom Kongress der Vereinigten Staaten finanziert und führen ihren Haushalt selbst. Die NIH untersucht grundlegend die Natur und das Verhalten lebender Systeme mit dem Ziel, die Kenntnisse über Gesundheit und Langlebigkeit voranzubringen, um Krankheitsrisiken zu reduzieren.

Quelle: ots/American Pistachio Growers (APG)

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


DDG warnt vor „verstecktem“ Zucker in vielen Nahrungsmitteln und den gesundheitlichen Folgen

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) warnt vor den gesundheitsschädlichen Folgen eines unkontrollierten Zuckerkonsums.

In vielen Fertigprodukten stecken erhebliche Mengen Zucker, ohne dass sich die Konsumenten dessen bewusst wären“, erklärt Dr. Dietrich Garlichs, Geschäftsführer der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) aus Berlin.

Nicht nur in Schokolade, Eis oder Softdrinks, sondern auch in Ketchup, Schinken oder Brot versteckt sich Zucker. Die Folgen sind Übergewicht, Diabetes und Herzkreislauf-Erkrankungen.

„Notwendig ist keine Imageverbesserung, sondern Verbraucheraufklärung über einen kontrollierten, moderaten Zuckerkonsum“, kritisiert der DDG-Experte.Im Durchschnitt verzehrt jeder Bundesbürger pro Jahr über 35 Kilogramm Zucker, fast 100 Gramm täglich  –  doppelt so viel, wie eine gesunde Ernährung vorsieht.

Das Problem: Zuckerkonsum bewirkt Appetit auf mehr

Dass viele Menschen so große Mengen zu sich nehmen, liegt zum Teil am Stoff selbst.  „Zucker kann ähnlich wie eine Sucht wirken, er macht Appetit auf mehr“, sagt Garlichs. Der Grund: Zucker gelangt ohne Umwege direkt in die Blutbahn, treibt den Blutzuckerspiegel hoch und lässt ihn ebenso schnell wieder abfallen  –  mit dem Ergebnis, dass sich der Hunger erneut meldet.

Zudem ist die Empfänglichkeit für Süßes im Menschen angelegt. „Süße signalisiert uns seit Jahrtausenden, dass Nahrung nicht giftig ist“, erläutert Garlichs.

Hinzu kommt der Umstand, dass viele Lebensmittel mehr Zucker enthalten, als den Verbrauchern häufig bewusst ist.

Ersatzbegriffe für Zucker kaum bekannt

Wer die Zutatenlisten studiert, kann schnell eine lange Reihe an Bezeichnungen zusammen stellen, die für Zucker stehen:  Saccharose, Lactose, Fructose (-sirup), Fruchtzucker, Glucose(-sirup), Traubenzucker, Invertzuckersirup, Dextrose, Maltodextrin(e), Dextrine.

„Laien sind diese Fachbegriffe oft nicht bekannt“, betont Garlichs. Wenig Aufklärung verspricht sich die DDG an dieser Stelle von der geplanten Kampagne der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker e. V. (WZV). „Zu befürchten ist eher, dass es hier rein um Imageverbesserung geht, um den Konsum anzuregen“, bedauert Garlichs. Die WZV-Kampagne soll in Kürze mit einem Jahresetat von rund 700 000 Euro starten.

Verbrauchern sei oft nicht klar, dass Lebensmittel Zucker enthalten, in denen sie diesen nicht vermuten: Milchbrötchen etwa oder geräucherter Lachs.

„Im Ergebnis konsumieren wir unkontrolliert Zucker und nehmen mehr Kalorien zu uns, als eine gesunde Energiebilanz vorschreibt“, sagt der Pressesprecher der Deutschen Diabetes Gesellschaft, Professor Dr. med. Andreas Fritsche aus Tübingen.

Die Folge: Bereits 15 Prozent der Drei- bis 17-Jährigen sind übergewichtig. Übergewicht wiederum erhöht nachweislich das Risiko für Herzkrankheiten, Krebs, Arthrose, Schlaganfall und auch Diabetes mellitus.

Damit die Folgekosten für das Gesundheitswesen nicht völlig aus dem Ruder laufen, sollte der Staat regulierend eingreifen, wie es die Weltgesundheitsorganisation WHO fordert“, meint Fritsche.

Eine Steuer für gesundheitsschädigende Lebensmittel sei ein möglicher Weg. Frankreich etwa diskutiert derzeit eine Steuer für Nussnougatcreme und Cola. Auf der anderen Seite könnte man entsprechend die Mehrwertsteuer für gesunde Lebensmittel senken.

Quelle: Deutsche Diabetes-Gesellschaft (idw)


Studien belegen: Milch schützt ausgezeichnet vor Diabetes

Wichtige Fettsäure kommt nur in Milchprodukten vor

Wer häufig Milch und Milchprodukte ißt, wird seltener zuckerkrank. Das haben bereits verschiedene Studien gezeigt. Nun haben US-Forscher herausgefunden, woran das liegt: 

Eine bestimmte Fettsäure in der Milch senkt das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, sogar um 60 Prozent.

Ihre Studie stellten die Wissenschaftler aus Boston im Fachmagazin „Annals of Internal Medicine“ vor.

Die Ergebnisse des Forscherteams um Dariush Mozaffarian basieren auf den Daten von 3736 Teilnehmern einer Langzeit-Studie, deren eigentliches Hauptziel die Erforschung von Risikofaktoren fürHerz-Kreislauf-Erkankungen war.

Im Rahmen dieser Studie überprüften die Wissenschaftler aber auch die Blutzuckerwerte und den Insulinspiegel der Probanden, um Anzeichen für Diabetes abzuklären.

Außerdem wurden die Gehalte verschiedener Fettsäuren im Blut dokumentiert, darunter auch die der trans-palmitoleischen Säure. Diese Fettsäure wird nicht vom Körper selbst gebildet, sondern kommt nur in Milchprodukten vor.

Positive Wirkung auch auf den Cholesterinspiegel

Bei den Analysen der Daten zeigte sich der Zusammenhang zwischen dem Gehalt des Milchbestandteils im Blut der Probanden und anderen gesundheitlichen Faktoren: Je höher die Werte der Fettsäure, desto günstiger waren die Werte fürCholesterin, Entzündungsmarker und Insulin.

Am meisten beeindruckte die Forscher allerdings die geringere Rate an Diabetes-Patienten in der Gruppe mit dem höchsten Gehalt an transpalmitoleischer Säure im Blut: „Der Unterschied war immens  –  fast das Dreifache“, sagte Mozaffarian.

Quelle: T-online, Focus – siehe hier: http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/diabetes/news/diabetes-milch-inhaltsstoff-schuetzt-vor-zuckerkrankheit_aid_583625.html


Kaiserschnitt verdoppelt das Risiko für Diabetes-1 beim Nachwuchs

Kinder, die per Kaiserschnitt zur Welt kommen, haben ein mehr als doppelt so hohes Risiko, an Typ1-Diabetes zu erkranken wie Kinder, die auf natürlichem Weg entbunden wurden.
Das ergab die Langzeit-Studie BABYDIAB der Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München.

Unter anderem wurde der Einfluß von Umweltfaktoren auf die Entwicklung der Erkrankung bei mehr als 1600 Kindern aus Risikofamilien untersucht. Die Studienteilnehmer wurden von Geburt an durchschnittlich elf Jahre lang beobachtet.

„Eine Erklärung für diese Ergebnisse ist die Tatsache, dass die Entbindung per Kaiserschnitt auf die Beschaffenheit der kindlichen Darmflora und damit auf das Immunsystem einwirkt“, erklärte Anette-Gabriele Ziegler, Studienleiterin und Leiterin der Forschergruppe.

Unter den Mikroorganismen, die den Darm besiedeln, lassen sich bei Kindern, die per Kaiserschnitt auf die Welt kamen, zum Beispiel weniger Bifidobakterien nachweisen. „Somit ähnelt die Darmflora dieser Kinder der gestörten Darmflora von Diabetikern“, so Ziegler weiter.

In Deutschland ist die Zahl der Kaiserschnitt-Entbindungen auf Wunsch (also nicht aus einer medizinischen Notlage heraus) seit Jahren im Ansteigen begriffen.

Quelle: dts-Nachrichtenagentur