Merkwürdige Stände auf dem Katholikentag

Von Felizitas Küble

Wer in Münster auf der sog. Kirchenmeile des Katholikentags  – größtenteils auf dem Schloßplatz gelegen – flanierte, stieß dort auf gleich zu Beginn auf einige Infostände, die  – gelinde gesagt – nicht so recht zur Lehre der katholischen Kirche passen wollen. 

Daß es mindestens ein dutzend protestantischer Stände gab, ist kein Problem, schließlich gibt es auch evangelische Besucher auf dem Katholikentag, zudem waren die Hälfte dieser Gruppen evangelikal und von daher erfreulich, zB. IDEA, Bibel-TV, PRO-Medienmagazin, Dt. Evangelische Allianz etc.

Was aber merkwürdig berührt, sind jene Initiativen, die sich als katholisch ausgeben, aber mit dem Standpunkt der Kirche wenig am Hut haben.

Kaum daß man den  „Markt der Möglichkeiten“ betrat, sah man schon den Stand „Priester und ihre Frauen“ von zölibatsmüden Geistlichen. Wie dürfen wir das wohl verstehen?!

In der Nähe dann gleichsam „passend“ das Netzwerk katholischer Lesben.

Auch „Donum vitae“ war mit einem Infostand vertreten, obwohl diese Beratungsstellen jenen „Schein“ ausstellen, welcher der Schwangeren die straffreie Abtreibung formal überhaupt erst ermöglicht, weshalb dieser Verein kirchlich nicht anerkannt ist und vom Vatikan ausdrücklich abgelehnt wird.

Auch die „religiösen Sozialist/innen“ durften in dieser Kirchenmeile nicht fehlen, wenngleich Sozialismus und katholische Soziallehre schlicht unvereinbar sind.

Das „Netzwerk Diakonat der Frau“ war nicht nur mit einem Infostand vertreten, sondern auch sonst vielfach – etwa auf Veranstaltungen – auf dem Kirchentag präsent, zudem setzten sich diverse Frauengruppen zusätzlich für diese Forderung ein, Frauen zum amtlichen Diakonat zuzulassen.

Kurz gesagt: Der Katholikentag hatte sich da  –  höchst „tolerant“ – darum bemüht, möglichst auch randständige Gruppen mit ins Boot zu holen, sofern sie links bzw. reformkatholisch waren.

Bei katholisch Konservativen war man freilich pingelig: Unser gemeinnütziges Christoferuswerk eV., das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt, erhielt nämlich keinen Infostand. Angeblich, so wurde uns knapp mitgeteilt, würden wir den „Zulassungsbedingungen“ nicht entsprechen. Auf meine Rückfrage nach einer Begründung kam kein Echo.

Interessanterweise hat unser Verein aber bei früheren Katholikentagen problemlos einen Stand erhalten, zuletzt beim Katholikentag in Regensburg (dort sogar sehr gut platziert), aber auch früher schon, z.B. in Mainz. Doch mein Hinweis darauf war vergeblich, es gab keinen Stand und keine Begründung.

Das bayerische Bistum Regensburg ist eben schon ein ganzes anderes Pflaster als Münster – womit vermutlich alles gesagt ist.

Ergänzender HINWEIS:

Am heutigen 7. Juni 2018 erhielt unser Christoferuswerk eV das nachfolgende freundliche Schreiben von Dr. Thomas Großmann, dem Leiter der Arbeitsgruppe „Katholikentage und Großveranstaltungen“ beim ZdK (Zentralkomitee der Dt. Katholiken), das wir hiermit in Absprache mit dem Verfasser veröffentlichen:

Sehr geehrte Frau Küble,

von Herrn Matthias Uebbing wurden wir auf Ihren Bericht auf der Internetseite „Christliches Forum“ zur Kirchenmeile des diesjährigen Katholikentags aufmerksam gemacht. Ich möchte Ihren kritischen, teilweise recht salopp formulierten Text hier nicht kommentieren, sehe mich aber veranlasst, auf die letzten Absätze zu reagieren, in denen Sie die Nichtzulassung des Christoferuswerkes beklagen.

Ich habe mich in dieser Angelegenheit kundig gemacht und folgendes ermittelt: Sie haben sich am 23.11.2017 erstmals um eine Teilnahme an der Kirchenmeile des 101. Deutschen Katholikentags beworben. Schluss der Bewerbungsfrist war aber bereits der 15.06.2017. Der negative Bescheid aus der Geschäftsstelle des Katholikentags erfolgte am 08.12.2017 – leider allerdings, wie ich feststellen musste, mit der falschen Begründung, Sie würden die Zulassungsbedingungen nicht erfüllen.

Ich kann Ihnen versichern: Es gab keine politisch motivierte Entscheidung gegen Ihre Teilnahme und hinsichtlich der Zulassungskriterien auch keinen Unterschied zu früheren Katholikentagen, an denen Sie ja bereits teilgenommen haben.

Richtig und wohl auch leicht nachvollziehbar wäre die Begründung gewesen: „Mehr als 5 Monate nach Meldeschluss können wir Ihre Anmeldung leider nicht mehr berücksichtigen“. Dieser Fehler hätte nicht passieren dürfen! Ebenso wäre es selbstverständlich unsere Aufgabe gewesen, auf Ihre Nachfrage zu reagieren. Warum dies nicht erfolgt ist, weiß ich nicht. Für beide Fehlleistungen möchte ich mich im Namen des veranstaltenden Zentralkomitees der Deutsche Katholiken hiermit bei Ihnen entschuldigen.

Vielleicht finden Sie eine Gelegenheit, diese Entschuldigung an die Abonnenten Ihres Newsletters weiterzuleiten.

Für die Zukunft erlaube ich mir den Hinweis: Spätestens ein Jahr vor dem Katholikentagstermin sollten Sie sich zur Teilnahme an der Kirchenmeile angemeldet haben.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Großmann

Unser Echo hierzu: Vielen Dank für das faire und freundliche Schreiben. Natürlich nehmen wir die Entschuldigung gerne an und danken für die Auskunft und die Hinweise auf zu beachtende Fristen.

Tatsächlich haben wir uns zu spät gemeldet, was auch daran lag, daß erstmals keine Aufforderung an die bisher vertretenen Vereine ergangen war, sich um einen Infostand zu bewerben. Telefonisch wurde mir mitgeteilt, ich könne trotzdem einen Anmeldeversuch unternehmen, weil bisweilen Stände ausfallen. Auf diese Bewerbung hin kam dann der kurze Bescheid, die Zulassungsbedingungen nicht zu erfüllen. Das „Nein“ war natürlich eine bittere Pille, denn erstmals seit 1930 fand der Katholikentag wieder in Münster und damit quasi „vor unserer Haustür“ statt. Nun hat Dr. Großmann den Hergang erläutert, womit sich diese Causa unsererseits gleichsam in Wohlgefallen auflöst.