Der Gesang gehört zum Gottesdienst

Von Dr. Heinz-Lothar Barth

Mit Bestürzung las ich, daß fast die Hälfte der Bürger den Gesang ohne Maske im Gottesdienst ablehnt. Es ist also der Bundesregierung durch ihre stetigen Panikkampagnen gelungen, sehr viele Menschen radikal zu verängstigen und ihnen so ein vernünftiges Urteilsvermögen  zu rauben.

In einem SPIEGEL(!)-Interview (Nr. 8/2021) betonte der Wiener Liturgiewissenschaftler Prof. Hans-Jürgen Feulner, daß nach neueren Studien das Singen nicht mehr Aerosole verbreitet als lautes Sprechen.

Daß die Gemeinde singen soll, führt uns unser HERR im Abendmahlsgeschehen, dem Prototyp jedes christlichen Gottesdienstes, selbst vor Augen. In Mk 14,26 heißt es: „hymnēsantes“ – „hymno dicto“ – „nach dem Lobgesang“.

Auf das früheste Gemeindeleben bezogen, hören wir vom gemeinsamen Gesang in Eph 5,19 und Kol 3,16. Reichlich Material für die folgenden Jahrhunderte läßt sich Rainer Schwindts Buch „Der Gesang der Engel“ (Herder 2018) entnehmen.

Was die angebliche Notwendigkeit betrifft, immer noch Masken zu tragen, erinnere man sich an die Auskunft der „Experten“: „Sie waren erst schädlich, dann überflüssig, schließlich nützlich und heute sind sie unbedingt notwendig“, so Fritz Söllner, Professor für Volkswirtschaftslehre, in der Jungen Freiheit vom 9.6.2020.

Und der Gebrauch von Gesichtbedeckungen trat ja als Problem wohl nicht erst 2020 auf, so daß man anfangs hätte unsicher sein können; man betrachte nur China. Es geht hier aber heute eben um „Symbolik“!

In der Vergangenheit haben die Kirchenleitungen es gegenüber dem Staat, der nach Art. 4 GG und Konkordatsrecht gar nicht in ihre kultischen Freiheiten eingreifen darf, weitgehend an Starkmut fehlen lassen, wie Dr. Josef Heinskill und ich in unserem Buch „Die Coronakrise“ (Wil/Schweiz 2021) dokumentiert haben.

Man sollte umkehren, die Gläubigen sachlich und vernunftgemäß über das, was wirklich not tut, informieren und so Gott wieder uneingeschränkt die Ehre geben.

Unser Autor Dr. Heinz-Lothar Barth ist Publizist und lehrte Alte Sprachen an der Universität Bonn