Seher Enoch aus Kolumbien verbreitet Panik und kündigt endzeitliche „Warnung“ an

Von Felizitas Küble

Der selbsternannte Prophet „Enoch“ –  ein nicht näher bekannter, angeblicher „Katechet“ aus Kolumbien – erhält seit über 20 Jahren „Offenbarungen“ des Himmels, die sich reihenweise in ihrer typischen Endzeit-Panik ähneln und ständig im Kreise drehen. 

Seine Fangemeinde ficht es nicht an, dass sich der Seher mit seinen düsteren Ankündigungen schon mehrfach geirrt hat, so etwa im Jahre 2015, als er am 29. Juli wieder einmal einen „dringender Aufruf von Gott Vater an Sein treues Volk“ erhielt, wie hier nachzulesen ist:

„Es fehlt wenig bis der Mond sich wieder mit Blut färbt (28. September 2015) und die Sonne mit Dunkelheit (13. September 2015*); damit erfüllt sich in ihrer Totalität die Prophezeiung des Joel (Joel 3,4). Nachdem dies geschehen ist, wird Finsternis über die Erde hereinbrechen und die kommenden Ereignisse entfesseln sich eines nach dem anderen.“

Auf diese weltweite Finsternis warten wir noch heute, doch derlei Irrungen und Wirrungen sind in dieser pseudo-katholischen Szene ohnehin an der Tagesordnung.

Natürlich propagiert auch Enoch die in Seherkreisen allseits beliebte „Warnung“, eine Endzeit-Theorie, die vor allem auf Garabandal (eine kirchlich abgelehnte Erscheinungsstätte) und auf eine längst aufgeflogene, irische Visionärin sowie auf weitere Endzeitprediger wie z.B. Lungenschmid zurückgeht.

Demnach wird es schon vor der endgültigen Wiederkunft Christi zum Jüngsten Gericht bereits ein für die ganze Menschheit sichtbares Kommen Jesu in den Wolken des Himmels geben, verbunden mit einer „Seelenschau“, die für die „gottlosen“ Menschen fürchterlich ausfällt – und als endzeitliche „Warnung“ zu verstehen ist.

Einmal abgesehen davon, daß Bibel und Kirche keine zweifache Wiederkunft Christi kennen, geht es hier um eine sensationslüsterne Angstmacherei, die mit einem gottesfürchtigen Aufruf zu Buße und Umkehr nichts zu tun hat.

Wie sehr Enoch darauf abzielt, die Menschen in Panik zu versetzen, zeigt z.B. seine Marien-Botschaft vom 21. Februar 2017, in der es u.a. heißt:

„Seid sehr vorsichtig, kleine Kinder, denn auf eurer Erde hat es bereits viele durch Dämonen besessene Seelen; beachtet dass ihr unter keinen Umständen in Klagen und Streitigkeiten mit euren besessenen Geschwistern eintreten dürft…

Die bösen Geister wandern bereits in den späten Stunden der Nacht herum, sie suchen Körper deren Seelen von Gott entfernt sind, um in sie einzuschleichen. Haltet euch während den späten Stunden der Nacht nicht auf der Straße auf, damit ihr nicht unangenehme Überraschungen erleben werdet.

Vor einem Jahr veröffentlichte Enoch einen Aufruf der „Maria Rosa Mystica an das Volk Gottes“ vom 2. Januar (Die Erscheinungen der „Rosa Mystica“ von Montichiari sind ebenfalls kirchlich abgelehnt). Darin heißt es zum Dauerbrenner der „Warnung“:
.
„Kleine Kinder, der Zusammenprall von zwei Asteroiden wird das Glorreiche Kreuz Meines Sohnes bilden. Das wird das große Signal sein, welches euch das Kommen der Warnung ankündigt!
.
Dieses Jahr wird der Beginn eurer Reinigung sein. Die Menschheit wird große Ereignisse am Himmel und auf der Erde erleben; die Zeichen des Himmels werden zunehmen; noch von keinem Auge gesehene himmlische Phänomene werden euch ankündigen, dass ihr bereit und vorbereitet sein müsst für eure Begegnung mit Gott in der Ewigkeit.
.
Die Erschütterung des Universums wird euch himmlische Phänomene sehen lassen, welche die Menschheit nie gesehen hat. Viele werden in Panik geraten, aber es gibt keinen Grund euch zu ängstigen; diese Manifestationen sind Ankündigungen des Himmels damit ihr geistig auf das Kommen der Warnung vorbereitet seid und eure Prüfungen beginnen.“ (Quelle: http://www.kommherrjesus.de/aktuelles/enoch/botschaften/botschaften2018#neu)
.
Vielleicht haben wir alle etwas verpaßt, da sich im vergangenen Jahr keine erkennbaren „himmlischen Phänomene“ ereignet haben, geschweige sind zwei Asteroiden zusammengeprallt; auch erschien kein glorioses Kreuz am Himmel und-so-weiter…


Von den Merkwürdigkeiten eines Wunderbildes der „heiligen Familie“

Von Felizitas Küble

Dieses vermeintliche Wunderfoto kam mir bereits öfter in die Hände. Ich sah es auch in etlichen Wohnungen erscheinungsbewegter Katholiken. Obwohl ich einer Bekannten in Münster vor ca. zehn Jahren meine kritischen Einwände nannte, hängt es dort immer noch.  media-433119-2

Es sei dahingestellt, ob dieses Bild einer „übernatürlichen“ (also in Wirklichkeit „unterirdischen“) Quelle entstammt oder lediglich die Fälschung (Fotomontage, Gemälde) eines Zynikers ist, der naive Gläubige gerne hinters Licht führen will.

Dieses Wunderfoto ziert auch die Bände der falschmystischen Botschaften „Die Vorbereitung“ (ein ähnlicher Unsinn wie jene der „Warnung“). Zudem findet man es dort auf deren Internet-Startseite: http://www.dievorbereitung.de/index.html

Auch bei „Warnungs“-Anhängern wird dieses wundersame Bild gerne verbreitet, zB. auf der Fanseite von Herrn Roemer. Interessanterweise taucht er es ganz in eine orange Farbgebung ein  –  und dies wohl nicht ohne Grund: https://ssl.kundenserver.de/jochen-roemer.de/Gottes%20Warnung/images/Die%20Heilige%20Familie.jpg

Zunächst einige Anmerkungen zur äußeren Gestalt des Bildes:

  1. „Maria“ strahlt keine Warmherzigkeit aus, alles wirkt ziemlich „spitz“, auch der Augenausdruck mit Tendenz zum stechenden Blick.
  2. Die Fingerhaltung „Josefs“ ist unnatürlich: Man versuche selbst, die Hand so merkwürdig zu halten  –  das ist allenfalls mit großer Anstrengung möglich. Zudem ist der fünfte Finger viel zu lang.
  1. Das „Christkind“ könnte der Nivea-Werbung der 50er Jahre entstammen. Die Ohren sind zu groß und zu tiefliegend. Das Baby hat eine „Geheimratsecke“, als wäre es 70 Jahre alt: rechts oben fehlt das Haar bis zum Hinterkopf, dafür ist es vorne zu weit in die Stirn hineingewachsen.
  1. Wenn die Sonne scheint (links oben), können nicht zugleich die Sterne funkeln.
  2. Die „Heilige“ Familie kommt direkt aus der Dunkelheit, was freilich  h i e r  –  bei „Licht“ betrachtet  – sehr passend ist. Logisch wäre es an sich, daß der Priester die hl. Messe in einem zumindest halbdunklen Raum feiert (eine Kirche ist kein Sonnenstudio)   –  und die heilige Familie aus einem hellen himmlischen Licht kommt.

6. Das Schlimmste jedoch: das „Jesuskind“ ballt die Faust gegen den Priester bzw. die heilige Hostie.

Soll die wirkliche Bedeutung der hl. Messe verdrängt werden?Kreuzkuppel

Zudem ist das Bild insgesamt theologisch unsinnig, denn die hl. Messe ist keine sakramentale Vergegenwärtigung der heiligen Familie, sondern des Kreuzesopfers Christi.  –  Soll diese Glaubenswahrheit durch einem fromm wirkenden Kitsch unterschwellig verdrängt werden?

Auf der Rückseite eines mir vorliegenden Exemplares dieses Wunderfotos wird die angeblich übernatürliche Entstehung geschildert, ergänzt durch die Aussagen einer ebenso anonymen wie  „begnadeten“ Person:

Jemand habe einen Priester bei einer hl. Wandlung fotografiert, wobei dieses Bild herausgekommen sei. Man erfährt aber nicht, wo die hl. Messe stattfand, w e r  der Fotograf war und w e r  jene „begnadete Person“ ist, die das Bild als wunderbar „bestätigt“ bzw. als himmlische Gnadenquelle verherrlicht.

Zu den Aussagen der „Begnadeten“ sei zudem festgestellt:

1. Diese seltsame „Logik“ dreht sich natürlich im Kreise, wenn eine falschmystische Quelle durch eine andere falschmystische Quelle „bestätigt“ wird.  Das ist etwa so, wie wenn die „Madonna“ von San Damiano versichert, daß die Erscheinungen von Heroldsbach echt seien…Natürlich befürworten sich die verschiedenen Irrgeister gegenseitig!

2. Die „Offenbarung“ der  angeblich Begnadeten kann schon deshalb nicht von „oben“ stammen, weil sie die unzutreffende Ansicht äußert, daß durch ein Bild (noch dazu durch dieses Bild!) direkt Gottes „Gegenwart“ ins Haus komme. Die katholische Kirche hat stets daran festgehalten, daß wir nicht die Bilder (oder Statuen) als solche verehren, sondern die himmlischen Personen, die sie darstellen; es geht also um eine symbolische Bedeutung, keine quasi-sakramentale, sonst wäre dies magisch gedacht bzw. abergläubisch untermalt.

Ein religiöser Andachtsgegenstand wird zu einem Sakramentale, wenn er von einem Geistlichen nach kirchlichem Ritus gesegnet wird. Von einer solchen Weihe bzw. Segnung ist in der Botschaft der „Begnadeten“ aber nicht die Rede.

Somit wird zu einem verstiegenen, tendenziell fetischistischen Bilderkult angeregt, der nicht katholisch ist und mehrfach kirchlich abgelehnt wurde. (Nachzulesen etwa im „Catechismus Romanus“, dem jahrhundertelang verbindlichen Weltkatechismus, zB. auf S. 276 im dritten Teil, 2. Hauptstück.)

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Hintergründe der WARNUNGs-Botschaften: Es war einmal…eine „Endzeitprophetin“…

Der folgende Text unseres stets gründlich recherchierenden Leserkommentators “GsJC”, der uns heute erreichte, ist höchst vielsagend, so daß wir ihn nachfolgend als separaten Artikel veröffentlichen.

Der Autor befaßt sich bereits seit Jahren scharfsinnig mit den angeblich himmlischen Botschaften der sog. “Warnung”, welche  –  wie es heißt  –  von einer anonymen “Seherin” aus Irland empfangen werden; der offensichtliche Unfug wird im Internet und durch Buchbände schon seit langem verbreitet, bis in den Frühling 2013 geschah dies sogar im „Kathshop“-Vertrieb (einer Nebenabteilung von „Kath.net“).0023

Unser Webmagazin CHRISTLICHES FORUM wandte sich von Anfang an gegen diesen irrgeistigen Panik-Unsinn, der gleichwohl erstaunlich viele Anhänger gewinnen konnte.

Hier folgt der aufschlußreiche Recherche-Beitrag unseres Lesers:

Seit gestern Abend ca. 23.45 Uhr ist die Webseite “www.thewarningsecondcoming.com” nicht mehr erreichbar. Zuvor wurde den Betreibern über ihr Kontaktformular freundliche, aber unmissverständliche Worte mitgeteilt.

Da die Webseite immer noch “down” ist, darf davon ausgegangen werden, dass die “Privatbotschaft” angekommen ist. Es gibt dennoch keinen Grund für uns Kritiker zu triumphieren. Stattdessen gibt es aber genügend Gründe, für die ganze Familie der “Endzeitprophetin” zu beten.

Familienmitglieder der genannten Dame betreiben eine Internetfirma, beschäftigen sich mit Webdesign, Online Video Marketing, Mobile Apps etc… und sie waren für die Technik verantwortlich.

Die Webseiten der Internetfirma sind weiterhin erreichbar und liegen auf dem gleichen Server in Hürth bei Köln, wo auch die Seiten “thewarningsecondcoming.com” gehostet werden. Ein technisches Problem der Erreichbarkeit scheidet somit aus.

Es hat sich auf beinahe dramatische Weise bestätigt, dass auch erhebliche finanzielle Probleme seit dem Jahr 2009 im Vordergrund standen und weiterhin bei der Familie bestehen.

Was dies jetzt für die Anhänger der “Botschaften” dieser irregeleiteten Dame bedeutet, die sich hier im Kommentarbereich oft sehr lautstark zustimmend zu Wort gemeldet haben, würde ich an deren Stelle mit einem guten Beichtvater bereden.

Wenn ich hier noch etwas frei von der “katholischen Leber” weg loswerden darf:

Nach dem Gespräch  –  ihr Anhänger  –  betet auch ihr für diese Familie, der ihr so lange willig den Blödsinn abgekauft habt, denn die haben Gebet bitter nötig, damit es nicht zu einer menschlichen Tragödie kommt.

Mit eurer Sucht nach immer neuen “Botschaften” und fehlgeleitetem Eifer habt ihr die Dame und das Umfeld nur noch weiter angetrieben.

Hier folgt ein später eingetroffener HINWEIS des Autors:

Da wurde 12 Stunden überlegt, was zu tun ist!

Auch wenn die Seite seit ca. 12 Uhr wieder online ist, darf ergänzend in diesem Anliegen noch mitgeteilt werden, dass sich viele Menschen, die die Carberry´s vor Ort kennen, sehr lange zurückgehalten haben.

Die “Botschaft” mit dem “falschen Propheten” hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Oder wünscht sich einer der “katholischen” Anhänger dieser “Botschaften”, dass in seinem Ort, Wohnviertel oder Hausgemeinschaft gegen ihn von anonymer Seite die “Botschaft” verbreitet wird, dass er mit dem “Dämon im Bund” ist?

Auf diese Weise versuchen auch Sekten, Aussteiger fertig zu machen. Darüber sollten die Anhänger einmal ernsthaft nachdenken.

Oder hättet ihr kein berechtigtes Interesse daran, zu erfahren, wer euch derartig bösartig versucht, mit Unterstellungen zu schaden? Wer diesen Weg der Unterstützung weiterbeschreitet, nähert sich einem gefährlichen Tor.

P.S. Einen Hinweis zur Identität der Dame gab es schon im Februar 2012 hier im Kommentarbereich:
https://charismatismus.wordpress.com/2011/10/08/falsche-ankundigung-in-der-pseudo-botschaft-die-warnung/comment-page-3/#comment-2191
 

Hier gehts zum Artikel einer anderen Webseite gegen die WARNUNG: Channeling ist Esoterik pur!

Zudem der Bericht bei GWUP mit Zitaten aus unseren Beiträgen: http://blog.gwup.net/2013/11/17/offenbarungs-eid-einer-seherin-die-warnung-ist-nonsens/


„Kath.net“ warnt vor den Botschaften „Die Warnung“ und verkauft sie zugleich per „Kath.shop“ in sieben Bänden

Seit fast zwei Jahren kursieren Visionen einer „verborgenen Seherin“

Am 15. Februar dieses Jahres veröffentlichte die private katholische Nachrichtenseite „Kath.net“ eine klare Abrechnungmit jenen irrgeistigen Privatoffenbarungen, die unter dem Titel „Die Warnung“ seit fast zwei Jahren die erscheinungsbewegte Kreise in Erregung, zum Teil gar in Endzeit- und Alarmstimmung versetzen.

Der begrüßenswerte Beitrag von Johannes Graf hindert das charismatisch geprägte „Kath.net“ gleichwohl nicht daran, genau jene absonderlichen Botschaften „Die Warnung“ gleichsam in seiner Nebenabteilung, dem Internetbuchhandel „Kath.shop“ zu vertreiben  –  und dies geschäftstüchtig in sieben Bänden, ergänzt um einen Extrateil jener Kreuzzugsgebete“, die ebenfalls aus den Warnungs-Visionen stammen, die eine anonyme Seherin angeblich seit Jahr und Tag von Jesus und Maria erhält  – und vor deren Unsinns-„Prophetien“ wir von Anfang an gewarnt haben.  media-377708-2

Wir haben mit der Veröffentlichung dieses Artikels zunächst eine Woche zugewartet, um zu sehen, ob diese Botschafts-Bände aus dem Vertrieb verschwinden, nachdem auf „Kath.net“ ausführlich davor gewarnt wurde, zumal dieser kritische Artikel sich dort derzeit auf Platz 1 der meistkommentierten Beiträge befindet, also offenbar großes Interesse unter den Kathnet-Lesern hervorrief.

Doch allem Anschein nach nimmt „Kath.net“ auch weiterhin Defizite in puncto eigener Konsequenz und Glaubwürdigkeit in Kauf, damit das Verkaufsgeschäft mit den Botschaftsbänden weiter floriert.

Nun zum erwähnten Verriß mit dem Titel:  „Absurde ‚Warnung’ vor dem nächsten Papst“.   – Der Text beginnt mit den Worten: 

„Die Botschaften der ‚Warnung’ fordern dazu auf, den Nachfolger Benedikts XVI. nicht anzuerkennen. Dieser sei ‚falscher Prophet’ und mit dem Antichrist im Bunde. Ein Kommentar über diese und andere nicht ernst zu nehmende Botschaften von Johannes Graf.“

Geradzu drollig erscheint der nächste Satz:

„Seit März 2011 kursieren im Internet und mittlerweile auch in Buchform angebliche Privatoffenbarungen einer anonymen Seherin, die sich „Verborgene Prophetin“ nennt.“

Die „Buchform“ gibt es nicht erst „mittlerweile“, sondern schon seit über eineinhalb Jahren, noch dazu direkt vertrieben von der eigenen Nebenabteilung!

Über diese „Privatoffenbarung“ heißt es weiter: „Die Botschaften handeln meist von einer sogenannten „Warnung“, einem Moment, in dem alle Menschen durch einen gnadenhaften Akt Gottes den Heilszustand ihrer Seele sehen können. Dieses Ereignis soll in naher Zukunft stattfinden.“

Das „Ereignis“ wurde in Wirklichkeit für spätestens Dezember 2012 angekündigt, weil bis dahin bereits die „Trübsalszeit“ stattfinden solle, die nach der „Warnung“ eintreffe.

Die „Warnung“ behauptet: Papst-Nachfolger ist ein Betrüger

Nun schreibt der Autor, der bevorstehende Amtsverzicht des Papstes sei ein aktueller Anlaß, sich erneut zu diesen Visionen zu äußern:

„In den Botschaften der Warnung wird behauptet, Papst Benedikt XVI. sei der letzte „echte“ Papst, sein Nachfolger aber ein Betrüger, der mit dem Antichrist im Bunde sein werde. Die Botschaften fordern zum Schisma auf, sobald der Nachfolger Benedikts XVI. feststeht.“

Wahrlich herbe Kost für fromme Seelen, wobei dieser Aspekt im CHRISTLICHEN FORUM bereits seit Monaten von zahlreichen Kommentaren kritisch beleuchtet wird.

Sodann nimmt der Verfasser auch jene Prophezeiung aus der „Warnung“ auseinander, wonach dunkle Kräfte im Vatikan „planen, den Heiligen Stellvertreter Christi, Papst Benedikt XVI. durch einen „Diktator der Lügen“ zu ersetzen. Er wird im Bunde mit dem Antichristen und seiner Gruppe eine neue Kirche erschaffen, um die Welt in die Irre zu führen.“ (Botschaft vom 18. Januar 2012)“

Wie man sieht, wurde diese absonderliche „Mitteilung“ bereits vor über einem Jahr von der „verborgenen Seherin“ zum Besten bzw. Schlechten gegeben, was „Kath.net“ allerdings nicht hindert, diesen offensichtlichen Unfug weiter per Kath.shop zu verbreiten.

Zudem stellt Johannes Graf fest, was aufmerksame Leserkommentare hier im CHRISTLICHEN FORUM bereits vorher erkannten:

„Die Umstände des Rücktritts Benedikts XVI. stimmen nicht mit den Botschaften der „Warnung“ überein. Dort wird behauptet, Benedikt XVI. würde „vom Heiligen Stuhl in Rom vertrieben werden.“ (11. Februar 2012). Ebenso wird vorausgesagt: „Er wird zerdrückt werden, als Haupt Meiner Kirche, und ihm wird keine Gnade gezeigt werden. Der Widerstand wird schnell zunehmen, wobei er für nicht mehr zuständig erklärt werden wird.“ (13. November 2012)“

In Wirklichkeit betonte der Papst mehrfach die Freiwilligkeit seiner Entscheidung zum Amtsverzicht – einmal abgesehen davon, daß er einen Rücktritt im Seewald-Buch „Licht der Welt“ indirekt ankündigte für den Fall, daß er gesundheitlich nicht mehr in der Lage sei, das Petrusamt angemessen auszuführen.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Nachträglicher HINWEIS: Wie uns ein Leser am heutigen 10. März mitteilte, hat „kath.shop“ die Botschaftsbände „Die Warnung“ inzwischen aus seinem Sortiment genommen  –  späte Einsicht, aber immerhin!


Der Botschaftszirkus „Die Warnung“ hat sich endgültig als Unfug erwiesen

Die für „Dezember 2012“ angekündigten Endzeit-Plagen und „Strafgerichte“ blieben aus

Kurz nach dem Starten dieses Web-Magazins im Juni 2011 haben wir mit unserer Kritik an den Irrsinns-Botschaften namens „Die Warnung“ begonnen und dabei über ein dutzend Artikel veröffentlicht, einige davon aus der sachkundigen Feder des Konvertiten Volker Jordan.

Auch Weihbischof Andreas Laun aus Salzburg warnte vor der „Warnung“, ebenso Sektenbeauftragte der EZW und-so-weiter.

Doch die eingefleischten Fans der „verborgenen Seherin“ aus Irland,  von der jene „Offenbarungen“ ausgehen,  ließen sich weder davon abschrecken, daß die Visionärin bis zum heutigen Tage anonym bleibt  –  noch von jenen Falschprognosen, die sich immer deutlicher herauskristallisierten.

Was mich aber am meisten überraschte, war das ungewöhnlich hohe, völlig aus dem Rahmen fallende Interesse an unseren Artikeln zum Thema „Die Warnung“.

Ich hatte diese „Visionen“ wegen ihrer offensichtlichen Blödsinnigkeit für eine Eintagsfliege gehalten  –  und staunte nicht schlecht, welch eine riesige und dauerhafte Resonanz diese selbsternannte Seherin namens „Maria von der göttlichen Barmherzigkeit“ hervorzurufen vermochte.

Bei einem unserer Anti-„Warnungs“-Beiträge von 2011 gibt es sogar weit über tausend Leserkommentare (nämlich sage und schreibe: 1135!), wobei es schon seit ca 14 Monaten sehr kontrovers mit Pro und Contra zur Sache geht  –  siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2011/10/08/falsche-ankundigung-in-der-pseudo-botschaft-die-warnung/

Dieser warnende Beitrag vor der „Warnung“ befand sich zudem seit seinem Erscheinen fast immer  – wie derzeit auch!  – auf Platz 1 oder 2 unserer TOP-Artikel (Rubrik siehe Startseite) – eine herausragende Sonderstellung, die kein anderer unserer hier veröffentlichten, ca 3400 Artikel erreichte. Auch dies belegt das enorme Interesse an diesem „heißen Eisen“.

Erfreut war ich aber darüber, daß es neben vielen Befürwortern auch eine erstaunlich hohe Zahl von Leserkommentaren gab und gibt, die sich skeptisch bis ablehnend äußern. Manche Schreiber waren anfangs noch leichtgläubig, wie sie selber einräumten, wurden dann aber zunehmend kritischer.

Jeder hat das Recht, etwas dazuzulernen, denn Irren ist menschlich, aber am Irrtum hartnäckig festhalten  –  das grenzt wohl an Verblendung.  vision

Die erwähnten „Botschaften“ machten zuerst als „Große Warnung“ die Runde; die gläubige Schar berief sich gerne auf Garabandal (einen kirchlich nicht anerkannten Marienerscheinungsort), wobei die sog. „Warnung“ als eine weltweite, vielfach schockierende „Seelenschau“ für alle Erdenbewohner zu verstehen sei und gleichsam als Auftakt zu göttlichen Strafgerichten erfolgen werde.

Eben dies verkündete jene „neue verborgene Seherin in Europa“, die vorgibt, seit November 2010 „göttliche Offenbarungen“ zu erhalten.

Am 1. März 2011 startete sodann eine irrgeistige,  ständig Panikstimmung erzeugende Webseite unter dem Namen „Die Warnung – Zweites Kommen“  (thewarningsecondcoming.com). Gemeint war mit diesem Titel das angeblich kurz bevorstehende Zweite Kommen Christi, wobei die Warnungs-Botschaften sich wohl als eine Art „Hinführung“ zu dieser Wiederkunft verstanden.

Die Buchbände mit den gesammelten Erleuchtungen der „verborgenen Seherin“ wurden und werden von „Kathshop“ vertrieben, einem Neben(erwerbs)zweig von „Kath.net“,  einer erscheinungsbewegten privaten Nachrichtenwebseite von Katholiken aus Linz.

In den „Botschaften“ wurde zum Beispiel angekündigt, daß „spätestens“ im Dezember 2012 jene göttlichen Strafgerichte bzw. Endzeitplagen hereinbrechen werden, von denen in der biblischen Apokalypse die Rede sei.

Soweit kurzgefaßt dieser falschprophetische Unfug, der sich selbst für die letzten Leichtgläubigen mit Ablauf dieses Jahres erledigt haben dürfte.

Das Ganze ist leider keine knuffige Spielerei, sondern schadet massiv dem Ansehen der wirklichen Frömmigkeit, weil nicht alle Zeitgenossen zwischen echter Religion und scheinfrommen Spinnereien fein säuberlich unterscheiden. Dadurch kann der „echte“ Glaube in den Augen von Unsicheren, Skeptikern, Agnostikern usw. in Mißkredit geraten und wird der Lächerlichkeit preisgegeben. Verantwortlich hierfür ist das erscheinungssüchtige Spektrum mit seiner Wundersucht.

In unserem ersten Anti-Warnungs-Artikel vom 10.6.2011 schrieben wir abschließend: „Halten wir uns an den Rat des Apostels Petrus: “Seid nüchtern und wachsam!(1 Petr 5, 8)“

Diese biblische Nüchternheit ist und bleibt unsere Leitlinie, verkündet vom ersten Papst Petrus!

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

PS: Daß sich die weltliche Webseite „Skeptiker“ über den abergläubischen Warnungs-Unsinn amüsiert, ist wohl auch klar: http://blog.gwup.net/2012/12/29/die-warnung-auch-keine-apokalypse-mehr-in-2012/


EZW-Chef warnt vor den irrgeistigen Botschaften „Die Warnung“

„Nicht anerkannte Privatoffenbarung, die vielfach kirchlichen Lehren widerspricht“

Vor „spekulativen und unseriösen Endzeitbotschaften” einer katholischen Seherin aus Irland warnt der Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), Reinhard Hempelmann (Berlin).

Seit März 2011 veröffentlicht die junge Mutter täglich anonym Botschaften im Internet, die sie nach eigenen Angaben direkt von Jesus Christus, Gott-Vater, dem Heiligen Geist oder Maria empfangen haben will.  

Ihr Ziel sei es, die Menschheit auf „Die Warnung“ vorzubereiten – „ein mystisches Ereignis, das in Kürze stattfinden wird“. In einem „Akt der Barmherzigkeit“ gebe Gott „der Welt die letzte Chance, um Vergebung zu bitten, sodass sie alle gerettet werden können“, heißt es auf der Internetseite http://www.thewarningsecondcoming.com.

Hempelmann verurteilt diese Botschaften: „Panikmache und Endzeitspekulationen sind kein authentischer Ausdruck christlicher Zukunftshoffnung, die darauf abzielt, Menschen zu trösten und aufzurichten.“ 

Die „Seherin“ Mary Divine Mercy (Maria von der göttlichen Barmherzigkeit), wie sie sich selbst nennt, hat inzwischen Anhänger auf der ganzen Welt. In 14 Sprachen sind ihre über 540 Botschaften übersetzt worden; beim Internetnetzwerk Facebook folgen knapp 11.000 Nutzer ihrer Seite „Jesus To Mankind“ (Jesus an die Menschheit).

Neben einer deutschen Internetseite (www.diewarnung.net) haben sich im deutschsprachigen Raum auch einige Personen zusammengefunden, um die Visionärin zu unterstützen und den vielfachen Gebetsaufrufen der „göttlichen Offenbarungen“ zu folgen.

Auch globale Unruhen wurden schon vorausgesagt, etwa ein atomarer Dritter Weltkrieg, in den Deutschland maßgeblich verwickelt sein soll. Die Gebete könnten helfen, vorausgesagte Katastrophen auszuschieben, abzumildern oder gar abzuwenden, heißt es immer wieder in den Botschaften.

Die Irin gibt vor, sich ganz dem Papsttum zu unterstellen und ihre „Offenbarungen“ der römisch-katholischen Kirche zur Prüfung zugänglich gemacht zu haben. Doch haben laut Hempelmann auch zahlreiche römisch-katholische Stimmen inzwischen vor der „Warnung“ gewarnt.

Es handle sich um „nicht anerkannte Privatoffenbarungen, die in zahlreichen Aussagen der kirchlichen Lehre widersprechen.“

Quelle: evangelikale Nachrichtenagentur www.idea.de

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


„Die Warnung“: irrgeistige Botschaften weiter im Umlauf

Volker Jordan warnt erneut vor falschen „Visionen“

Seit einigen Monaten machen offensichtlich absurde „Botschaften“ die Runde, die unter dem Titel „Die Warnung“ Panik und Verwirrung unter Gläubigen verbreiten.

Wir haben hierzu bereits im Juni 2011 darauf hingewiesen, daß ähnlicher Unfug mit Berufung auf Garabandal auch  früher schon

VOLKER JORDAN

VOLKER JORDAN

in Umlauf gesetzt wurde: https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/10/garabandal/

Volker Joseph Jordan (siehe Foto), ein junger Historiker und Konvertit, hat sich in einem kath. Internetforum mehrfach kritisch zu diesen angeblichen „Christus-Visionen“ einer „verborgenen Seherin“ geäußert.

Hier folgen zunächst zwei Wortmeldungen von Anhängern der „Warnungs-Visionen“,   danach einige gehaltvolle Entgegnungen von Volker Jordan:

1.
WICHTIGE BOTSCHAFT (gerade jetzt, wo die Finanzkrise in die heiße Phase geht!):
Der Ewige Vater wird die Neue Weltordnung von der letzten Verfolgung Seiner Kinder abhalten:
Freitag, 8. Juli 2011, 15.30 Uhr
 mit folgenden Punkten:
– Die Neue Weltwährung wird einer ungläubigen Welt präsentiert
– Plant eure Vorräte an Nahrungsmittel jetzt
– Satans Günstlinge sind Ameisen ähnlich, sie vermehren sich zu Tausenden
– Ratschlag an die Diener der Kirche
unter:
http://www.diewarnung.net/botschaften/2011/2011_07_08.htm
 
2.
Es ist ein Geschenk Gottes an uns Kinder die wir gläubig od. auch kleingläubig…od. ungläubig sind. Wenn nun der STOLZ in uns größer ist als die DEMUT , dann wird man diese Seite http://www.diewarnung.net/ belächeln….!

Und viele werden meinen laßt euch nicht……! Wer nun die Zeichen der Zeit nicht erkennt, der muß echt blind…taub…sein. Also ich lese die Botschaften seit einigen Tagen, und wenn man sich vorbereiten kann, dann wird man diese Warnung….eher überleben…verkraften als jene die weit weg sind vom Glauben…!  –  Also nehmt dies an als Geschenk Gottes, denn er will nicht das Seelen verloren gehn.

Hier folgt nun die Erwiderung von Volker J. Jordan:

Liebe Forums-Leser,

an sich wollte ich mich zu dieser Thematik nicht mehr äußern, da ich gemeint hatte, bereits alles Wesentliche gesagt zu haben. Nun sehe ich mich aber doch gedrängt, es abermals zu tun.

Wie ich bereits darlegte, enthalten die angeblichen „Botschaften“ der vermeintlich „begnadeten Seele“ dogmatische Irrtümer, z. B. den Chiliasmus, der von der Kirche klar abgelehnt worden ist.

[Anstatt die Kritik an diesen „Botschaften“ zu widerlegen, belegt der deutsche Betreiber jener Netzpräsenz (http://www.diewarnung.net/) sie vielmehr unfreiwillig, indem er ein längeres Zitat des hl. Augustinus aus dem „Gottesstaat“ anführt (http://www.diewarnung.net/infos/augustinus_Gottesstaat.htm).

Der hl. Augustinus brachte mit seiner Sicht den Chiliasmus bzw. Prämillennialismus in der Kirche mit seiner Erwartung einer Wiederkunft Christi zur Errichtung eines irdischen Tausendjährigen Reiches dadurch zum Erliegen, daß er dieses in der Johannesapokalypse erwähnte Reich auf die geistliche Herrschaft Christi mit den Seinigen bezog, mithin auf den Zeitraum zwischen dem ersten Kommen Christi mit Seinem Heilswerk und der Gründung der Kirche und Seinem zweiten Kommen zum Gericht am Ende der Zeit.]

Sind offenkundige Fehlankündigungen und Irrtümer, die dem katholischen Glauben widersprechen, in „Botschaften“ enthalten (dazu ließe sich noch einiges ausführen), dann können diese nicht übernatürlichen, d. h. göttlichen Ursprungs sein, ganz gleich, in welch frommem Gewand sie daherkommen mögen, auch wenn angeblich Gott Vater, der Herr Jesus Christus oder die Gottesmutter darin sprechen.  vision

Das macht den Irrtum und die Irreführung sogar noch wesentlich schlimmer, als wenn es sich nur um endzeitliche Mutmaßungen und Spekulationen, falsche Berechnungen etc. handelte (an denen die Geschichte der Christenheit gerade seit dem 19. Jahrhundert nun wahrlich – leider – nicht arm ist).

Außerdem: in keiner einzigen kirchlich anerkannten Privatoffenbarung aus Vergangenheit und Gegenwart finden sich derartige harsche Worte und Verurteilungen (z. B. ist in der „Botschaft“ vom 2. Juli vom „Kampf“ die Rede, „den Satan inszeniert, um diese Botschaften in Verruf zu bringen“) gegen solche, die diesen Botschaften keinen Glauben schenken wollten bzw. konnten.

Nach der feststehenden Glaubenslehre der Kirche gehören Privatoffenbarungen nach dem Abschluß der öffentlichen Offenbarung nämlich selbst dann nicht zum Glaubensgut, wenn sie von der Kirche klar anerkannt worden sind.

Gab es z. B. in der Pariser Rue du Bac, in Fatima, Lourdes, Beauraing, Banneux, Pontmain oder Paray-le-Monial solche Verurteilungen der Gegner der den jeweiligen Sehern und Seherinnen zuteilgewordenen Mitteilungen?

Noch ganz abgesehen von den Inhalten, macht schon allein diese Tatsache jene angeblichen Manifestationen bezüglich der vermeintlich bevorstehenden „Großen Warnung“ äußerst suspekt. Und so kann ich nicht anders, als abermals entschieden davor zu warnen, ihnen irgendwelchen Glauben zu schenken.

Viele Grüße
Volker J. Jordan

Der Beichtspiegel von Pater M. Ramm und die „gelöschte“ Gewissensfrage 

Zudem fügte Herr Jordan seinen Ausführungen weitere aufschlußreiche Anmerkungen hinzu:

Liebe Forums-Leser,

gerade habe ich mir auf der Netzpräsenz mit den „Botschaften“ den dort zu lesenden Beichtspiegel angesehen und etwas gefunden, was bezeichnend ist und meinen bisherigen Eindruck nur bestätigt.

Dabei handelt es sich laut

http://www.diewarnung.net/sonstiges/beichte/pater_ramm.htm

um die Broschüre von Pater Martin Ramm FSSP: Beichtspiegel. Praktische Beichthilfe für Erwachsene, Thalwil 2007 (mir liegt die siebte Auflage vor), der hier kostenlos bestellt werden kann:

http://www.introibo.net/publikationen.htm

Zunächst einmal ist es lobenswert, daß dieser glaubenstreue, hervorragende Beichtspiegel, den ich selbst sehr gerne zur Beichtvorbereitung benutze, empfohlen wird.

Wenn, ja wenn da nicht wieder ein gewaltiger Pferdefuß wäre, durch den diese Netzpräsenz mit ihren „Botschaften“ sich selbst entlarvt:

Zwar wird der Beichtspiegel an sich weitgehend (wenn auch nicht ganz) vollständig abgedruckt, besonders bezeichnend ist aber das Fehlen einer kurzen, gleichwohl sehr wesentlichen Frage zur Gewissenserforschung im 1. Gebot, die in der von mir benutzen Buchausgabe auf S. 17 ganz unten steht:

„Habe ich Privatoffenbarungen über die Lehre der Kirche gestellt?“

Ist es Zufall, daß gerade diese Frage fehlt, die anderen Fragen zum 1. Gebot aber wiedergegeben werden?

Wohl kaum, denn in jenen „Botschaften“ werden ja just angebliche, neue Privatoffenbarungen gegen und über die Lehre der Kirche gestellt, so daß diese Frage für den Ersteller der deutschsprachigen Netzpräsenz geradezu demaskierend gewesen wäre.

Der Erscheinungs-„Jesus“ findet kirchliche Anerkennung „nicht wichtig“

Wie könnte es aber anders sein, wenn es auf

http://www.diewarnung.net/botschaften/2011/2011_07_09.htm

wortwörtlich heißt:

„Es ist nicht wichtig, ob die Kirche diese Botschaften anerkennt; denn die Zeit läuft davon. Meine gottgeweihten Diener werden viele, viele Jahre brauchen, um Meine Botschaften anzuerkennen. Also mache weiter.“

Bei der Lektüre dieses Satzes kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Deutlicher und schlimmer geht es nun wirklich nimmer!

Dieser „Jesus Christus“ entzieht hier Seiner Kirche, die Sein Leib ist, die Fülle dessen, der in allem durch alle erfüllt wird (Eph 1,22-23), die Befugnis zur Beurteilung von Mitteilungen, die angeblich von ihm stammen sollen, bestreitet die Notwendigkeit der kirchlichen Anerkennung und wirft seinen „Dienern“ gleichsam vor, sie bräuchten „viele, viele Jahre“ und somit deutlich zu lange für ihren Approbationsvorgang.

Daher vertraut er die Verkündung seiner ach so dringenden „Botschaften“ einer bewußt anonym bleibenden Dame an, die dieser ihrer Verantwortung über das Internet nachkommt …

(Biblischer Hinweis zum Thema „dringender“ Botschaften: dies spricht gegen Isaias 28,16 [Übersetzung nach Allioli/Arndt]: „Darum spricht der Herr, Gott, also: Sehet, ich lege in Sions Grundfesten einen Stein, einen bewährten Stein, einen kostbaren Eckstein, der auf festem Grunde liegt: wer glaubt, soll nicht eilen!“)

Unglaublich, was sich heute im religiösen und pseudo-apokalyptischen Kuriositätenkabinett so alles abspielt und welche göttlichen Ordnungen hier – so mir nichts dir nichts – über den Haufen geworfen werden!

Schlimm und traurig ist daran vor allem, daß dieser Betrug unter dem frommen Deckmäntelchen des Katholischen daherkommt, daß so manche ungefestigte Seelen dadurch irregeführt werden und in eine in dieser Form unbegründete Endzeitpanik geraten können.

Viele Grüße
Volker J. Jordan