CSU-Generalsekretär Blume: Das Christliche kann dem Staat nicht egal sein

In einem Artikel für die katholische Wochenzeitung „Tagespost“ hat sich CSU-Generalsekretär Markus Blume intensiv mit der Diskussion über das Kreuz auseinandergesetzt:

Wird das Kreuz politisch instrumentalisiert?

Ganz klar: Nein! Das Kreuz wird nicht instrumentalisiert. Wer das behauptet, unterstellt damit selbst etwas und führt die Debatte mit unfairen Mitteln. Wir sollten die Debatte offen und ehrlich führen, weil sie wichtig ist und uns dem Kern näherbringt: der Selbstvergewisserung unseres Wertefundaments für unser Zusammenleben.

Das Bekenntnis zu einer christlichen Wertorientierung ist tief in den Grundüberzeugungen der CSU verankert. Die Gründerväter der CSU, Alois Hundhammer und Josef Müller, haben wie auch der erste Bayerische Ministerpräsident Fritz Schäffer im KZ gelitten– weil sie aus christlichen Werten heraus politische Überzeugungen formulierten. Und sie erlebten am eigenen Leib, was als Präambel der Bayerischen Verfassung vorangestellt ist: Wozu eine „Staats- und Gesellschaftsordnung ohne Gott, ohne Gewissen und ohne Achtung vor der Würde des Menschen“ fähig ist. Genau deshalb steht und lebt die CSU für das „C“ im Parteinamen seit mehr als 70 Jahren.

Das „C“ ist mehr als das Kreuz, genauso wie das Kreuz mehr ist als ein religiöses Symbol. Für jemanden, der glaubt, ist es Zeichen seines Glaubens. Für unser Gemeinwesen und damit für uns alle ist es darüber hinaus Bekenntnis zur Werteordnung unseres Landes. Es ist gewissermaßen das kulturelle Substrat einer Entwicklung über Jahrhunderte, die unter dem Eindruck von Humanismus und Aufklärung dafür gesorgt hat, dass die zentralen Werte Eingang gefunden haben in unsere Rechts- und Gesellschaftsordnung. Das Aufhängen von Kreuzen in Dienstgebäuden des Freistaats Bayern geschieht in diesem Bewusstsein.

Das Kreuz selbst steht unbestritten für Werte wie Menschenwürde, Nächstenliebe und Toleranz. Man kann eigentlich gar nicht auf die Idee kommen, das Kreuz zu einem Symbol der Ausgrenzung zu erklären. Das Aufhängen des Kreuzes schließt für uns nicht aus – es verbindet. Indem wir uns unserer eigenen Grundüberzeugungen vergewissern, kann Vielfalt unter dem Dach unserer gemeinsamen Werteordnung gelingen.

Das Kreuz ist gerade sichtbares Zeichen gegen jede Form von Ausgrenzung und von Intoleranz. Eine solche Haltung brauchen wir in unserer Gesellschaft, die freiheitlich und plural sein soll – und in der auch in Zukunft Antisemitismus keinen Platz haben darf.

Der Glaube ist Privatsache, aber die Bewahrung des Wertefundaments für unser Zusammenleben ist Aufgabe des Staates. Denn er lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht schaffen kann. Natürlich ist der Staat weltanschaulich neutral, aber das Christliche ist ihm nicht egal. Das macht schon der Gottesbezug im Grundgesetz oder in der Präambel der Bayerischen Verfassung deutlich.

Die weltanschauliche Neutralität des Staates darf also nicht mit einem sittlich ungebundenen Staat gleichgesetzt werden. Auch die Rechtsprechung hat dies unterstrichen: Das Neutralitätsgebot be-deutet nicht die Eliminierung des Religiösen aus dem öffentlichen Bereich.

Während andere religionsfreie Zonen oder einen laizistischen Staat wollen, verstehen wir es als unsere Aufgabe, christliche Überzeugungen weiter öffentlich präsent und damit bewusst zu halten. Ob es auf Berggipfeln oder am Wegesrand steht, ob es im Klassenzimmer oder im Eingangsbereich einer Behörde hängt: Für uns gehört das Kreuz einfach dazu.

Mir ist wichtig: Wir brauchen wieder mehr Mut zu unserer eigenen Sache! Nicht den Untergang des Abendlandes gilt es zu beklagen, sondern unsere christlichen Feste und Werte mit Leben zu erfüllen. Die größte Bedrohung für unser Wertefundament und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft ist nicht die Bedrängnis von außen, sondern die Schwäche von innen: durch Selbstrelativierung, Selbstsäkularisierung und manchmal vielleicht sogar Selbstverleugnung.

Wir dürfen nicht aus falsch verstandener Toleranz Kreuze abnehmen oder Ostern zu einem Frühlingsfest umdeuten. Im Gegenteil: In der Vergewisserung unser selbst liegt die gewinnbringende Verbindung von Heimat und Weltoffenheit für unser gelingendes Zusammenleben. Das wollen wir bewahren.

Quelle: https://www.csu.de/aktuell/meldungen/mai-2018/blume-das-kreuz-verbindet/


Regensburg: Bischof bekräftigt sein JA zum Kreuz in staatlichen Dienstgebäuden

Pressemitteilung des Bistums Regensburg:

„Ausdrücklich begrüße ich es, wenn in öffentlichen Einrichtungen sichtbar ein Kreuz angebracht ist.“ –  Dies betonte der Regensburger Bischof, Rudolf Voderholzer, im Rahmen eines feierlichen Pontifikalamts am 1. Mai auf dem Habsberg anlässlich der Eröffnung der Wallfahrtssaison.  

Dabei verwies der Bischof auf die bekannten Überlegungen des Staatsrechtlers und Verfassungsrichters Ernst-Wolfgang Böckenförde.

Das Kreuz stehe für das vor-staatliche Fundament, auf dem unsere freiheitlich-demokratische Rechtsordnung aufgebaut ist. Ein solches Fundament könne kein Staat aus sich selbst heraus schaffen oder garantieren.

Das, was die Menschen trägt und was sie glauben, lasse sich nicht gesetzgeberisch oder autoritativ herbeiführen. Historisch und sachlich sei dieses Fundament in Bayern, Deutschland und Europa der christliche Glaube.

Bischof Voderholzer dazu: „Die Bayerische Verfassung verweist mit Recht auf das Kreuz als Fundament für das öffentliche Zusammenleben in Freiheit, Toleranz und Rechtsstaatlichkeit. Unser Werteverständnis und der gelebte Glaube begründen diese unsere Gesellschaft in ihrer freiheitlichen Grundordnung.“

Bereits in der vergangenen Woche hatte der Bischof in seiner Predigt zum Patronatsfest des hl. Georg in Amberg betont:

„Das Kreuz ist Inbegriff der abendländischen Kultur. Es ist Ausdruck einer Kultur der Liebe, des Erbarmens und der Lebensbejahung. Es gehört zu den Fundamenten Europas.

Wenn wir zum Kreuz aufschauen, werden wir selber groß und werden wir erhoben aus Traurigkeit und Niedergeschlagenheit. Im Kreuz erkennen wir Hoffnung und Leben – beides errungen durch die Waffen der Liebe.

Jede menschliche Gemeinschaft gewinnt Segen, Lebensfreude und Zukunft, die sich diesem Zeichen in seinem eigentlichen Sinne verpflichtet sieht.“


Bayern will Kreuze in allen Dienstgebäuden

Das bayerische Kabinett hat erste Maßnahmen zur Umsetzung der Regierungserklärung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ergriffen. Söder sagte: „Wir wollen neue Ideen entwickeln und zügig umsetzen.“

In diesem Sinne beschloß der Ministerrat, daß ab dem 1. Juni 2018 in den Eingangsbereichen aller bayerischen Dienstgebäude in Gemeinden, Landkreisen und Bezirken ein Kreuz angebracht werden soll.

„Das Kreuz ist grundlegendes Symbol unserer bayerischen Identität und Lebensart. Es steht für elementare Werte wie Nächstenliebe, Menschenwürde und Toleranz“, erklärte Söder.

Das Kreuz symbolisiere darüber hinaus die geschichtliche und kulturelle Prägung Bayerns, aber auch die Grundwerte der Rechts- und Gesellschaftsordnung in Bayern und Deutschland.