Bewegende Kurzporträts über katholische Märtyrer und Bekenner in Diktaturen

Rezension von Thomas May

Buch-Daten: Eduard Werner, Helden und Heilige in Diktaturen. – Media Maria Verlag, Illertissen 2017, 256 Seiten, gebunden, ISBN: 978-3-9454013-0-9. – 17,99 Euro

Über Jahre veröffentlichte der promovierte Historiker Eduard Werner in der katholischen Monatsschrift „Der Fels“ auf der letzten Seite Lebensskizzen von Persönlichkeiten, die in den Diktaturen des Nationalsozialismus und des Kommunismus des 20. Jahrhunderts als Zeugen ihres christlichen Glaubens in Erscheinung traten.

Jetzt sind die bewegenden Kurzporträts gesammelt als Buch erschienen. Unter den 108 bekannten, kaum bekannten oder unbekannten Gestalten finden sich Märtyrer („Heilige“, „Selige“), die für ihre Glaubenstreue mit dem Leben bezahlten, aber auch tapfere Männer und Frauen, welche die Verfolgun­gen ihrer Peiniger überlebt haben und heute als „Bekenner“ und Helden verehrt werden.

WARNUNGEN VOR DER NS-IDEOLOGIE

Schon in der Einleitung tritt der Autor dem immer wieder zu Unrecht erhobenen klischeehaften Vorwurf, Papst, Bischöfe und Kirche hätten vor Hitler und der NS-Diktatur versagt und sich insbesondere für die verfolgten Juden zu wenig eingesetzt, mit Verweisen auf gewichtige amtliche Verlautbarungen und Gegeninitiativen entgegen.

So verwarf das Heilige Offizium (Glaubenskongregation) bereits 1928 die widergöttliche Ideologie des Rassismus; noch vor der „Machtergreifung“ verkündeten die katholischen Bischöfe Deutschlands einstimmig, dass Katholiken die NSDAP nicht wählen dürften; 1934 setzte der Vatikan Alfred Rosenbergs „Der Mythus des 20. Jahrhunderts“, die „Bibel“ der Nazis, auf den Index der für Katholiken verbotenen Bücher, gefolgt von der katholischen Gegenschrift „Studien zum Mythus des 20. Jahrhunderts“, in welcher die Rassenlehre des Autors wissenschaftlich begründet zurückgewiesen wurde; schließlich das Weltrundschreiben „Mit brennender Sorge“ Papst Pius‘ XI. 1937 gegen das NS-Un­rechtsregime.

Dass die Verurteilung der nationalsozialistischen Weltanschauung von „oben“ auch im katholischen Kirchenvolk „ankam“ und entschiedenen Widerstand bis zur Ge­fährdung des eige­nen Lebens hervorrief, belegt die facettenreiche Sammlung praktischer Glaubenszeugnisse von Klerikern und Laien.

SKIZZIERUNG DER PERSONEN

Unterteilt nach Kriegsdienst- und Befehlsverweigerern, Juden und Judenhelfern, Opfern des Kommunismus (Sowjetunion, Weißrussland, Estland, Ungarn, Rumänien, Jugoslawien, Tschechoslowakei, Albani­en, DDR, Vietnam, Korea), Priestern im Widerstand und katholischen Lai­en im Widerstand, wird das Profil jeder Person auf zirka zwei Seiten erstellt.

Zu Beginn steht meist ein ins Zeitgeschehen oder in das nähere Umfeld einführender „Aufhänger“, gelegentlich unterfüttert mit Grundinformationen zum „Dritten Reich“, am Schluss ein nicht selten im Hinblick auf die heutige Wohlstandsgesellschaft und den „Zeitgeist“ kritisches oder mahnendes Resümee, das zum Nachdenken anregt.  

Genannt werden in der Regel die Lebensdaten, Geburtsort, Heimat, Ausbildung sowie beruflicher Werdegang. Den Schwerpunkt bilden Schlüsselerlebnisse mit den Nazis und die verschiedenen Formen des Widerstands bzw. Einzelaktionen, die Gründe der Verhaftung durch die Gestapo von „Feindradiohören“ über Verstöße gegen das „Heimtückegesetz“ und „Wehrkraftzersetzung“ bis zu streng verbotenen Formen der Seelsorge, welche oft Priestern zum Verhängnis wurden. Zur Sprache kommen auch Methoden der Überwachung, Verfolgung, des In-die-Falle-Lockens, Schwere der Folter, Drangsalierung und Peinigung, ebenso Art und nähere Umstände der Hinrich­tung oder im Überlebensfall das weitere Wirken nach Kriegsende einschließlich Sterbedatum.

Als besonders einprägsam erweisen sich wörtlich wiedergegebene Sätze der Todgeweihten, welche die Persönlich­keit und ihr Schicksal noch einmal wie in einem Lichtkegel erfassen.

HOHER BLUTZOLL DER PRIESTER

Unter den Glaubenszeugen ragen die Priestergestalten heraus. Da sie im Unterricht, in der Predigt und in der Seelsorge viel eher Farbe bekennen mussten als Menschen in anderen Berufen, gerieten sie auch schneller mit den Nazis in Konflikt; vor allem beliebte, wortgewaltige Jugendseelsorger (unter anderem Kurt Habich, Alexander Alef, Gerhard Hirschfelder, Bernhard Wensch), die junge Menschen für ein Leben aus dem katholischen Glauben zu begeistern wussten, waren für die Einpeitscher der Hitlerjugend eine lästige, gefährliche Konkurrenz, die es auszuschalten galt.

Anderer­seits mussten sie als Zölibatäre keine Rücksicht auf eine Familie nehmen und waren daher risikobe­reiter. Auch die vergleichsweise geringere Nähe der katholischen Kirche zum Staat machte sie „frei­er“. Der entscheidende Grund für den hohen Blutzoll dieser Berufsgruppe (ca. 4.000 Ermordete) dürfte in der Liturgie zu finden sein: Der Opfercharakter der heiligen Messe – so sieht es Werner –, der in vorkonziliarer Zeit noch im Vordergrund stand und dem der Priester bei der täglichen Zelebration „ausgesetzt“ war, ließ die Einsatzbereitschaft für den Nächsten und die totale Hingabe als etwas Selbstverständliches er­scheinen.

Verhaftet, gefoltert und hingerichtet wurden Priester unter anderem, weil sie in ihren Sonntagspredigten die grundsätzliche Unvereinbarkeit von Nationalsozialismus und katholischem Glauben hervorhoben und Rechtsverletzungen, Akte der Gewalt, Einschrän­kungen der Glaubensfreiheit und Religionsausübung kritisierten, Juden zur Flucht verhalfen, mit Verschwörern gegen das NS-Regime in Verbindung gebracht wurden sowie im Rahmen der Sakramentenspendung mit staatlichen Verboten kollidierten:

So stand auf Seelsorge, insbesondere die Einbeziehung von Polen, auf Taufe und Beichte in den Konzentrationslagern die Todesstrafe; in Einzelfällen bezahlten Priester wegen des gegenüber der Gestapo gewahrten Beichtgeheimnisses mit Haft und Misshandlungen (Josef Averesch, Emil Kiesel, Johann Steinmayr). Als extrem brutal ist die Hinrich­tung des Tiroler Pfarrers Otto Neururer dokumentiert, der im KZ Buchenwald an den Füßen am Fenstergitter aufgehängt wurde, bis nach 34 qualvollen Stunden der Tod eintrat.

TODESMUTIGE FRAUEN

Demgegenüber nimmt sich die Zahl der Laien – für die Gruppe der Männer seien stellvertretend der Südtiroler Eidverweigerer Josef Mayr-Nusser, der deutsche Oberst der Wehrmacht und „Judenretter“ Rudolf Graf von Marogna-Redwitz, der konvertierte württembergische Schriftsteller und Kulturkritiker Theodor Haecker genannt – und vor allem der 16 in das Buch aufgenommenen Frauen geringer aus; in ihrem furchtlosen Glaubenszeugnis, ihrer Entschlossenheit und Leidensbereitschaft stehen sie den Klerikern kaum nach.  

Während sich im Lehrerberuf die Männer auffallend anfällig für die neue Ideologie mit ihren sportlichen (Olympiade 1936) und wirtschaftlichen Erfolgen sowie technischen Neuerungen zeigten, verhielten sich ihre Kolleginnen in Deutschland und im seit 1938 „angeschlossenen“ Österreich weitgehend kirchentreu, manchmal sogar widerständisch gegenüber dem Nationalsozialismus.

BILD: Prälat H. Moll spricht über die katholisch-jüdische Märtyrerin Edith Stein

Für die katholische Seite stehen beispielhaft die promo­vierte Dozentin am Fürsorge-Seminar in Berlin-Friedenau Margarete Sommer, die als uner­schrockene „Judenretterin“ später mit dem Yad-Vashem-Titel „Gerechte unter den Völkern“ geehrt wurde, die schlesische Volksschullehrerin Charlotte Holubars, die Heppenheimer Re­ligionslehrerin Katharina Katzenmaier oder die Grundschullehrerin Änne Meier aus dem Saarland; die drei Letztgenannten wurden ins berüchtigte Frauen-KZ Ravensbrück (Provinz Brandenburg) deportiert, wo sie bestialischen Behandlungen durch die SS-Leute, aber auch perversen und kriminellen Mithäftlingen ausgesetzt waren.

Dort war ebenfalls Dr. Gertrud Luckner inhaftiert, die beim Deutschen Caritasverband im Auf­trag des Freiburger Erzbischofs Conrad Gröber unter anderem politisch oder rassisch Verfolgten un­terzutauchen und zu fliehen geholfen hatte; für ihr Lebenswerk wurde sie nach dem Krieg mehrfach ausgezeichnet.

Als „Engel“ von Konzentrationslagern sind wegen ihres unter Lebensgefahr geleisteten übermenschlichen Einsatzes in Form von Versorgung mit Essensra­tionen, Medikamenten, Tröstung der Mithäftlinge und Pflege der Kranken, Schmuggel- und Nachrichtendienst die Klosterschwester Angela Maria Autsch (Ravensbrück, Auschwitz), die Krankenschwester Maria Stromberger (Auschwitz) und die Klosterkandidatin Josefa Mack (Dachau) in dankbarer Erinnerung geblieben.

Viele Frauen, häufig Ordens­frauen, wurden ermordet, weil sie sich einer Vergewaltigung widersetzten, deren Anzahl der Hambur­ger Professor für Verfassungs- und Völkerrecht, Ingo von Münch, für die Jahre 1944/45 im Osten Deutschlands mit geschätzten 1,4 bis 1,9 Millionen angibt.

Zu ihnen zählt die in der Krankenpflege und Kinderfürsorge tätige „Graue Schwester“ M. Paschalis (Magdalena) Jahn, die als Zeugin der Menschenwür­de ein „Reinheitsmartyrium“ erlitt, als sie sich einem sowjetrussischen Soldaten mit den Worten „Erschießen Sie mich, Christus ist mein Bräutigam, nur ihm gehöre ich!“ verweigerte und von die­sem niedergestreckt wurde.

UNERSCHÜTTERLICHER GLAUBE

Was machte die Kriegsdienstverweigerer, Widerstandskämpfer, Judenretter, Saboteure des NS-Unrechtsstaats, Zeugen der Mitmenschlichkeit, Verteidiger christlicher Prinzipien und der Menschen­würde so stark, dass sie sogar ihr eigenes Leben aufs Spiel setzten?

Zweifellos handelten sehr viele von ihnen aus einem gefestigten Glauben heraus, der ihnen zur damaligen Zeit noch von den kirchlichen Autoritäten und in der familiären Erziehung unverkürzt und geduldig ver­mittelt wurde. Papst, Bischöfe, Priester – die Front der Ablehnung der Rassenideologie und des menschenverachtenden Regimes war nahezu einhellig, wenn auch im praktischen Einzelfall die Vorgehensweise oder Reaktion unterschiedlich ausfallen konnte; das geschlossene katholische Milieu gewährleistete in­neren Halt.

Zu der für Nachgeborene sehr schwer zu beurteilenden Frage, wann öffentliche Bloßstellung und Verurteilung staatlicher Gewalt und Willkürmaßnahmen oder taktisches „Stillschweigen“ und Agieren im Verborgenen das richti­ge Mittel war, sei auf eine im Buch erwähnte Episode aus dem Leben des Clemens August Kardinal Graf von Galen verwiesen: Nach der sogenannten „Reichskristallnacht“ vom 9./10. November 1938 bot der Müns­teraner Oberhirte dem Rabbiner der dortigen Gemeinde an, auf die Kanzel zu gehen, um die gegen Juden verübten Gräueltaten öffentlich anzuprangern. Erst auf dessen inständige Bitte hin „Tun Sie’s nicht, sonst wird es ja noch schlimmer!“ verzichtete von Galen darauf.

BILD: Menora (siebenarmiger Leuchter) in der Synagoge von Münster

Auch die Tatsache, dass von 25.000 Priestern in Deutschland nur 0,34 Prozent als nazihörig einzustufen sind, während mehr als 12.000 von ihnen unter ständiger Überwachung durch die Geheimpolizei standen, spricht für sich. Bischö­fe wie der Berliner Konrad Graf von Preysing predigten den Gläubigen: Der einzelne Mensch darf niemals in der Rasse, im Volk, im Staat ganz aufgehen, weil er als Einzelner eine unsterbliche Seele hat. Solche Rede verfehlte ihre Wirkung nicht.

Wie sehr sich dessen nicht wenige Märtyrer im Angesicht des Todes vor ihrer Hinrichtung bewusst waren, bezeugen auf erschütternde Weise Abschiedsbriefe an Angehörige (meist Ehefrau, Kinder, Mutter), aus denen im Buch mehrfach zitiert wird: Die felsenfeste, versöhnte Gewissheit, im nächsten Augenblick vor Gott zu stehen und dass es ein freudiges Wiedersehen mit denen geben werde, die man jetzt im Leid zurücklassen muss, ist atemberaubend (Franz Jägerstätter, Josef Ruf, Wilhelm Paul Kempa, Rudolf Graf von Maro­gna-Redwitz, Anton Schmid, Karoline Maria Redler u. a.).

Sie hatten die Worte der Heiligen Schrift von Gottes Gericht und von der Verheißung, dass ihre guten wie schlechten Werke eine Ewigkeit lang gelten, verinnerlicht. Und vor allem: dass der Mensch im Ernstfall Gott mehr gehorchen muss als den Menschen.

„ANREGER“ ZUR VERTIEFENDEN LEKTÜRE

Eduard Werners sprachlich leicht verständliches, überlegt gegliedertes Buch würdigt mit seiner Sammlung nicht zuletzt in der öffentlichen Wahrnehmung unbekannt gebliebene Helden und Heldinnen, hinter deren Namen sich oftmals ein bewegendes Schicksal verbirgt.

Die umrisshaften Lebensbilder gehen verständlicherweise nicht in die Tiefe, sondern sind in erster Linie „Anreger“: Sie machen betroffen und laden dazu ein, sich anhand weiterer Literatur mit Leben, Kämpfen, Leiden und Sterben der fast ausnahmslos katholischen Glaubenszeugen eingehender zu befassen. Soweit es sich dabei um inzwischen hei­lig- oder seliggesprochene Personen handelt, wird man in dem von Professor Helmut Moll im Auf­trag der Deutschen Bischofskonferenz herausgegebenen (mit 100 Euro allerdings recht teuren) zweibändigen Werk „Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts“ fün­dig.

Für die „Bekenner“, welche die Verfolgungen der Nazi-Diktatur überlebt haben, ist die Literatur kaum überschaubar. Im Literaturverzeichnis des Buches selbst sind Titel von einigen Opfern (zum Beispiel Jean Bernard, Theodor Haecker, Marianne Hapig, Theolinde Katzenmaier, Hermann Scheipers, Josef Spieker) und wichtigen Zeitzeugen (zum Beispiel Pinchas Lapide, Johannes Neuhäusler) aufgeführt.

Darüber hinaus geben die einzelnen Lebensschicksale dem Leser Anstöße, sich mit seinem eigenen Glaubenszeugnis zu konfrontieren und über Erscheinungsformen des Totalitarismus und der Diktatur in der Welt von heute nachzudenken. Enthauptet, aufge­hängt oder erschossen für sein Bekenntnis zum christlichen Glauben und sein konsequentes Handeln danach wird in Deutschland keiner mehr; die Methoden der Beseitigung politisch oder gesellschaftlich missliebiger Personen sind raffinierter und subtiler geworden. Soziale Vernichtung und mediale Hinrichtung sind nur zwei davon.

Eine Erstveröffentlichung (gekürzte Version dieser Besprechung von Thomas May) erschien im katholischen PUR-Magazin (Fe-Verlag, Kisslegg)

 

 


Warum eine verfehlte amerikanische Politik zum Erstarken des Islamismus führte

Das US-amerikanische Gatestone-Institut ist ein politisch-strategischer Think-Thank bzw. hochrangiger Expertenrat mit Sitz in New York.

Das von prominenten Juden, früheren Diplomaten und Politikwissenschaftlern geprägte Institut veröffentlicht regelmäßig aktuelle Berichte und fundierte Analysen aus liberal-konservativer Sicht, wobei auch die Asylpolitik der deutschen Kanzlerin Merkel bereits kritisch durchleuchtet wurde.   IGFM-Kampagne-IKEA-Saudi-Arabien-1_01

Am heutigen 11. November 2016 erschien dort ein Artikel über den mißlungenen „arabischen Frühling“, der in Wirklichkeit für noch mehr Chaos sorgte oder sogar die radikal-islamischen Bewegungen vorantrieb. Dabei befaßt sich Nonie Darwish mit der verfehlten Politik Präsident Obamas im Nahen und Mittleren Osten.

Dessen Strategie ging von der Annahme aus, wenn die autokratischen weltlichen Herrscher in islamischen Ländern (etwa Libyen, Syrien, Ägypten) gestürzt werden könnten, würde das herrliche Zeiten für die Demokratie in dieser Region herbeiführen.

Stattdessen wuchs aber der Islamismus, wobei dieser sogar aktiv von den USA unterstützt wurde, um etwa das syrische Assad-Regime zu entmachten. Genau aus jenen vom Westen geförderten „Rebellengruppen“ erstarkte der IS nebst weiteren islamistischen Ablegern.

„Gatestone“ schreibt hierzu: „Nachdem Ägypten die Muslimbruderschaft niedergerungen hatte, verschob sich das Ziel, das islamische Kalifat in Ägypten zu gründen, einfach nach Syrien, dem einzigen arabischen Land, in dem ein säkularer muslimischer Führer den Arabischen Frühling überlebt hatte. CIMG0825

Die Förderung des Islam scheint auch ein wichtiger Faktor in der Gleichung Obamas für Amerika gewesen zu sein. Staatssekretär Hillary Clinton folgte ihm und veranstaltete mehrere geschlossene Konferenzen über „Religionsdiffamierung“, um die freie Meinungsäußerung zu unterdrücken und jede Kritik am Islam international mit Geldstrafen und Gefängnis zu kriminalisieren. Sie gibt lieber der freien Meinungsäußerung die Schuld am Terrorismus als den gewalttätigen Lehren des Islam.“

Zudem weist der Bericht von Darwish darauf hin, daß Obamas erste große Präsidentschaftsrede am 4. Juni 2009 in Kairo stattfand – und zwar „vor einer großen Anzahl islamischer Scheichs und Mitgliedern der Muslimbruderschaft“. 

Weiter heißt es: „Obama ermutigte und legitimierte sie. Ein verachteter ägyptischer Präsident Hosni Mubarak nahm nicht teil. Damit wurde mit dem Segen der Vereinigten Staaten der Aufstieg der muslimischen Bruderschaft in Ägypten begonnen.“

Aus Sicht des Gatestone-Instituts war genau dies das langersehnte Ziel der Muslimbruderschaft: „Amerikas Hilfe zu bekommen, um die Diktaturen – damals zumeist militärisch und säkular – zu stürzen, sie dann aber durch sich selbst, die Islamisten, zu ersetzen.“

Quelle für die Zitate: https://de.gatestoneinstitute.org/9306/amerika-arabischer-fruehling

HINWEIS: Unser CHRISTLICHES FORUM hat allein über die Causa SYRIEN über 140 Artikel und Berichte veröffentlicht  –  und hierbei von  v o r n h e r e i n  vor den dortigen islamistischen Rebellen gewarnt – zu einem Zeitpunkt, als diese immer noch von westlicher Seite leichtfertig unterstützt wurden. Hier z.B. unser Artikel vom 9. Februar 2012, also vor fast fünf Jahren: https://charismatismus.wordpress.com/2012/02/09/katholischer-patriarch-warnt-vor-sturz-des-assad-regimes/


70 Jahre UNO, die mehrheitlich aus Diktaturen besteht: scharfe Kritik aus Israel

Am vergangenen Dienstag erschien in der New York Times ein Gastbeitrag von Ron Prosor, Israels Botschafter bei den Vereinten Nationen. Darin schreibt er u. a. Folgendes:

„Die Vereinten Nationen feiern dieses Jahr ihr 70-jähriges Jubiläum. Sie waren als Tempel des Friedens geplant, aber diese einst große globale Organisation wurde überrannt von repressiven Regimen, die Menschenrechte verletzen und die internationale Sicherheit untergraben.

Im Jahr 1949, als die Vereinten Nationen Israel als Mitgliedsstaat aufnahmen, hatten sie 58 Mitgliedsländer. Die Hälfte davon hatte eine demokratische Orientierung.

Heute hat sich die Landschaft der Organisation drastisch verändert. Von 51 Mitgliedstaaten bei ihrer Gründung im Jahr 1945 sind die UN auf 193 Mitglieder angewachsen – weniger als die Hälfte davon sind Demokratien.

Genau die Nationen, die ihren Bürgern demokratische Rechte verweigern, missbrauchen das demokratische Forum der UNO, um ihre eigenen Interessen zu fördern. Die größte Gruppe solcher Staaten besteht aus Mitgliedern des 120 Mitglieder starken Blocks, der als „Blockfreie Bewegung“ bekannt ist.

Seit 2012 wird dieser Block von Iran angeführt, der seine Position nutzt, um seine Verbündeten zu stärken und Israel an den Rand zu drängen.

Im März beendeten die Vereinten Nationen ihre Jahrestagung der Kommission für die Rechtsstellung der Frau mit der Veröffentlichung eines Berichts, der effektiv nur ein Land verurteilt: Israel.

Die Kommission hatte offenbar nichts zu sagen zu den sudanesischen Mädchen, die der weiblichen Genitalverstümmelung unterzogen werden. Sie hatte auch nichts zu sagen zu den iranischen Frauen, die für das Verbrechen des “Ehebruchs” durch Steinigung bestraft worden sind. Dies kann etwas mit der Tatsache zu tun haben, dass sowohl der Iran als auch der Sudan in der 45-köpfigen Kommission sitzen.“

Quelle: Israelische Botschaft


Nordkorea und Iran rücken enger zusammen: Diktaturen unter sich

Am vergangenen Montag empfing der iranische Außenminister Zarif den stellv. Außenminister Nordkoreas. Zarif unterstrich bei dem Treffen die Entschlossenheit der iranischen Regierung, angesichts gleicher Sichtweisen in vielen regionalen und internationalen Angelegenheiten eine nachhaltige Beziehung zu Pjöngjang aufzubauen. IGFM_Logo_blau_R32 G90 B165

„Dass Teheran in der Außenpolitik Gemeinsamkeiten mit Nordkorea entdeckt, zeigt erneut, dass das zurzeit gemäßigte Auftreten des iranischen Regimes gegenüber dem Westen eine Farce ist“, so die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).

Zarif versicherte dem nordkoreanischen Abgesandten Ri Gil Song Teherans Unterstützung bei einer Wiedervereinigung Koreas, während Ri Gil Song die Unterstützung der nordkoreanischen Regierung und des nordkoreanischen Volkes für „die friedliche Atompolitik des Irans“ zum Ausdruck brachte. „Wir haben die Ausübung von politischem und wirtschaftlichem Druck auf den Iran immer abgelehnt“, so Ri Gil Song weiter.

Unterdrückung, Folter und Hinrichtungen

Das Interesse der internationalen Öffentlichkeit richtet sich sowohl was den Iran als auch Nordkorea anbelangt, zumeist auf ihre Atomprogramme.

Dabei rückt das diktatorische Vorgehen beider Staaten gegen Andersdenkende oft in den Hintergrund. In Nordkorea leiden zwischen 80.000 und 120.000 politische Häftlinge in Gefangenenlagern unter schwerster Zwangsarbeit, Hunger und Folter.

Auch im Iran gibt es hunderte wenn nicht gar tausende von politischen Gefangenen, die unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten werden, stellt die IGFM fest. Zudem habe es in beiden Ländern im letzten halben Jahr zahlreiche Hinrichtungen gegeben.

Erst kürzlich berichtete eine UN-Untersuchungskommission über die zahlreichen schweren Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea. „Dass der Iran bilaterale Verbindungen zu einem Regime pflegt, gegen das die UNO Beweise für Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesammelt hat, ist völlig inakzeptabel und lässt auch wenig Hoffnung auf eine Verbesserung der Menschenrechtslage im eigenen Land“, erläutert Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
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